Euro-Krise Europa oder Untergang? Ach was!
Die Vereinigten Staaten von Europa müssen nicht die Antwort auf die Schuldenkrise sein. Nationale Schuldenbremsen reichen aus.
Wie viel EU braucht Europa? Wie viel verträgt es? Hören wir hinein in die schwirrende Debatte: Euro-Bonds und europäischer Finanzminister, Wirtschaftsregierung und einheitliches Steuersystem, ein Renteneintrittsalter für alle und die Vereinigten Staaten von Europa – so viele Lösungsvorschläge sind im Gespräch, dass in Vergessenheit zu geraten droht, was eigentlich das Problem war. Und wer es hat.
Um mit der guten Nachricht zu beginnen: Die EU der 27 hat schon mal gar kein größeres Problem, sie funktioniert sogar ganz ordentlich. Und die 17 Länder der Euro-Zone haben zumindest kein Währungsproblem, denn der Euro ist recht stabil. Das einzige wirklich ernste und große Problem, das Europa zurzeit hat, sind die Schulden. Davon haben die Euro-Länder insgesamt zu viele und einzelne südliche Länder so viel zu viel, dass es richtiggehend gefährlich werden könnte.
Das Problem mit den Schulden wiederum zerfällt in zwei: 1. Wie lässt sich die akute Insolvenz einzelner Staaten oder Banken verhindern? 2. Wie kann man gewährleisten, dass die Hilfe von heute nicht morgen zu neuem Schuldenmachen verleitet?
- Oktober 2009
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© Vladimir Rys/Getty ImagesDie griechische Regierung revidiert die Schätzung des Staatsdefizits für 2009 nach oben – von sechs auf mehr als zwölf Prozent des BIPs. Bereits zuvor enthielt die Schuldenstatistik des Landes gravierende Fehler: Im Jahr 2004 wurde bekannt, dass die Neuverschuldung in den Jahren 1998 und 1999 – also kurz vor Einführung des Euro – deutlich über den im Maastricht-Vertrag festgeschriebenen drei Prozent des BIPs lag. Ende 2010 werden Griechenlands Schulden mehr als 140 Prozent der Wirtschaftsleistung betragen.
- 16. Dezember 2009
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© Justin Lane/dpaAls erste Rating-Agentur stuft Fitch die Kreditwürdigkeit Griechenlands herab; die anderen Agenturen folgen. Die Sparmaßnahmen Griechenlands reichten nicht aus, um das Defizit nachhaltig zu verringern, begründet Standard & Poor's die Entscheidung. In der EU wächst die Angst vor einem Staatsbankrott, der andere Länder anstecken könnte. In Griechenland kommt es zu ersten Streiks gegen die Sparpolitik der Regierung.
- 11. Februar 2010
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© John Thys/Getty ImagesDie Staats- und Regierungschefs der EU erklären sich bereit, Griechenland finanziell zu unterstützen, um die Stabilität der Währungsunion zu sichern. Die EU fordert Griechenland jedoch gleichzeitig auf, die Sparanstrengungen zu verstärken. Zuvor bescheinigte die Kommission ihren Finanzstatistiken qualitative Mängel. Die griechische Regierung verkündet zusätzliche Sparmaßnahmen in Höhe von 4,8 Milliarden Euro. Das entspricht rund zwei Prozent des griechischen BIPs.
- 2. Mai 2010
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© Jean-Christophe Verhaegen/AFPDie EU-Finanzminister beschließen, Griechenland Kredite in Höhe von 110 Milliarden Euro zu gewähren: 80 Milliarden kommen von den Euro-Staaten, 30 vom IWF. Nur zehn Tage später fließt die erste Tranche nach Athen. Im Gegenzug wird Griechenland verpflichtet, hart zu sparen, die Wirtschaft zu reformieren und staatliche Unternehmen zu privatisieren. An den Kapitalmärkten kann sich Griechenland nur noch zu hohen Zinsen refinanzieren. Standard & Poor's bewertet die Anleihen des Landes als hochspekulativ (B).
- 8. Mai 2010
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© Bernd Weißbrod/dpaDas Bundesverfassungsgericht lehnt einen Eilantrag gegen die Griechenland-Hilfen ab. Fünf Wissenschaftler hatten nach der Verabschiedung des Gesetzes zur Griechenland-Hilfe im Bundestag Verfassungsbeschwerde eingelegt. Ihr Argument: Die Hilfe verstoße gegen die EU-Verträge, genauer: gegen das Verbot der gegenseitigen Haftung in der sogenannten No-Bailout-Klausel. Mit den Finanzhilfen werde eine "verheerende Inflationspolitik" betrieben.
- 10. Mai 2010
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© Frank Rumpenhorst/dpaDie Europäische Zentralbank (EZB) beschließt, Staatsanleihen kriselnder Staaten aufzukaufen. Sie will verhindern, dass die Länder ihre Schulden nicht mehr bedienen können, weil die Zinsen immer weiter steigen. Ihre Statuten verbieten ihr, Anleihen direkt von den Emittenten zu erwerben; also wird sie am öffentlichen und privaten Anleihemarkt – dem sogenannten Sekundärmarkt – tätig. Mit der Ankündigung bricht die EZB mit einem Tabu: Bisher hat sie derartige Mittel zur Krisenbekämpfung stets abgelehnt.
- 7. Juni 2010
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© Georges Gobet/AFPDie Euro-Finanzminister gründen in Luxemburg die Europäische Finanzstabilisierungsfazilität (EFSF), den sogenannten Euro-Rettungsschirm. Die Zweckgesellschaft soll im Notfall am Kapitalmarkt Kredite aufnehmen, um klamme Staaten finanziell zu stützen. Die Euro-Länder sollen für die Kredite bürgen, Deutschland mit bis zu 148 Milliarden Euro. Der EFSF umfasst insgesamt 750 Milliarden Euro. Die tatsächliche Kreditvergabekapazität liegt niedriger, weil für ein AAA-Rating hohe Garantien erforderlich sind.
- 29. September 2010
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© John Thys/Getty ImagesEU-Währungskommissar Olli Rehn präsentiert Vorschläge zur Krisenbewältigung. Der Finne will den Stabilitäts- und Wachstumspakt stärken und die EU finanzpolitisch besser steuern. Dazu sollen etwa Sanktionen künftig automatisch verhängt werden und nicht erst, wenn die Mitgliedsländer darüber entschieden haben. Und Schuldenstaaten sollen schon bei der Eröffnung eines Defizitverfahrens ein Strafpfand in Höhe von 0,2 Prozent des Bruttoinlandsproduktes hinterlegen. Die EU-Finanzminister entscheiden über die Vorschläge im März 2011.
- 30. September 2010
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© Bernd Thissen/dpaDie Rating-Agentur Moody's stuft Spanien herab, die viertgrößte Volkswirtschaft der Euro-Zone. Sie bewertet die Bonität des Landes nun nicht mehr mit der Bestnote. Vor dem Platzen der Immobilienblase befand sich Spanien noch im Aufschwung. Seitdem kämpft das Land mit den Folgen der Finanzkrise. Ministerpräsident Zapatero bestreitet, finanzielle Hilfe der EU zu brauchen. Spanien hat auf einen rigorosen Sparkurs geschwenkt – genau wie der ebenfalls hoch verschuldete Nachbar Portugal.
- 21. November 2010
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© David Cannon/Getty ImagesIrland muss vom Euro-Rettungsschirm aufgefangen werden. Das Land hat seine Banken mit Milliardenbeträgen vor dem Zusammenbruch gerettet und ist dadurch selbst in eine Schieflage geraten. Die Euro-Finanzminister beschließen Hilfskredite in Höhe von 85 Milliarden Euro, im Gegenzug muss Irland wie zuvor schon Griechenland hart sparen. Die irischen Bürger sind wütend: Bis zuletzt hatte ihre Regierung bestritten, Hilfe aus Brüssel beantragen zu wollen.
- 28. November 2010
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© Georges Gobet/AFPDie Finanzminister der Euro-Länder einigen sich auf einen dauerhaften Krisenfonds, den Europäischen Stabilitätsmechanismus (ESM). Er soll 2013 den Rettungsfonds EFSF ablösen. Der ESM umfasst 700 Milliarden Euro, von denen maximal 500 Milliarden an Not leidende Staaten verliehen werden können. Der Rest dient als Sicherheitseinlage. Sie soll die Rating-Agenturen überzeugen, auch dem ESM Bestnoten zu verleihen. Im Gegensatz zum EFSF wird der neue Fonds mit einer Bareinlage in Höhe von 80 Milliarden Euro ausgestattet. In Einzelfällen können auch private Gläubiger beteiligt werden.
- 16. Dezember 2010 /25. Januar 2011
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© Frank Rumpenhorst/dpaDie EZB verdoppelt ihr Grundkapital auf elf Milliarden Euro, um ihre Anleihekäufe abzusichern. Zu diesem Zeitpunkt hat sie bereits für 72 Milliarden Euro Anleihen aufgekauft – griechische, irische, portugiesische, spanische. Einen Monat später gibt der Rettungsfonds EFSF erstmals selbst Anleihen auf dem Kapitalmarkt aus. Das Interesse der Anleger an den EFSF-Anleihen ist enorm, unter anderem wegen seines Top-Ratings.
- 11. März 2011
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© Sean Gallup/Getty ImagesDie Staats- und Regierungschefs der EU-Länder beschließen, die Kreditvergabekapazität des EFSF auf 440 Milliarden aufzustocken. Außerdem einigen sich die Staaten auf den "Pakt für den Euro" – die Selbstverpflichtung, sich in der Haushalts-, Steuer- und Sozialpolitik enger abzustimmen – und verpflichten sich zum Sparen. Gleichzeitig wird der Stabilitäts- und Wachstumspakts verschärft. Die von Deutschland geforderten automatischen Sanktionen scheitern allerdings am Widerstand der Mitgliedsstaaten.
- April 2011
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© Wolfgang Kumm/dpaInnerhalb der schwarz-gelben Koalition regt sich Widerstand gegen den ESM: Mehr als 30 FDP-Politiker fordern, den Rettungsfonds auf dem Parteitag im Mai abzulehnen. Außerdem wollen sie ein Insolvenzverfahren für EU-Staaten mit starker Gläubigerbeteiligung und ein Verbot für die EZB, Anleihen aufzukaufen. Sie scheitern: Zwei Drittel der Liberalen sprechen sich gegen ein Nein zum ESM aus. Außenminister Westerwelle sagt: "Europa liegt im deutschen Interesse."
- 7. April 2011
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© Patrick Pleul/dpaAuch Portugal will unter den Rettungsschirm. Das ärmste Land Westeuropas sieht keine Alternative, nachdem die Opposition im März ein geplantes Sparprogramm der Minderheitenregierung ablehnte. Nach dreiwöchigen Verhandlungen bekommt Portugal 78 Milliarden Euro zugesprochen – und mehr Zeit für den Schuldenabbau: Die Neuverschuldung des Staats darf in diesem Jahr nun statt 4,6 Prozent des Bruttoinlandsprodukts 5,9 Prozent betragen.
- Juli 2011
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© Vincenzo Pinto/AFPDie Sorge um Italien lässt die Gemeinschaftswährung abrutschen. Die Staatsverschuldung der drittgrößten Volkswirtschaft Europas ist, gemessen am Bruttoinlandsprodukt, mit fast 120 Prozent höher als die Irlands und Portugals. Die Renditen auf ihre Anleihen steigen. Die Regierung plant, in vier Jahren knapp 48 Milliarden Euro einzusparen, etwa im öffentlichen Dienst und im Gesundheitswesen. Berlusconi meint trotzdem: "Wir sind stabil."
- 21. Juli 2011
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© Ralph Orlowski/Getty ImagesDie Euro-Länder beschließen das zweite Rettungspaket für Griechenland. Es umfasst neue Kredite in Höhe von 109 Milliarden Euro und soll bis 2014 reichen. Erstmals beteiligen sich freiwillig private Gläubiger: Banken sollen 37 Milliarden Euro beisteuern, indem sie griechische Staatsanleihen in neue Bonds mit geringeren Zinsen umtauschen. Ein Erfolg für die Bundesregierung, die sich für die Beteiligung privater Gläubiger eingesetzt hat.
- 8. August 2011
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© Daniel Roland/AFPDie Europäische Zentralbank kauft erstmals auch italienische und spanische Staatsanleihen am Sekundärmarkt. Sie will damit verhindern, dass die Zinsen für die Krisenstaaten weiter steigen. Mit Erfolg: Der Druck auf die beiden Länder nimmt in den kommenden Wochen etwas ab. Italien erklärt sich bereit, ein weiteres Sparpaket aufzulegen: Bis 2013 soll der Haushalt um weitere 45 Milliarden Euro gekürzt werden.
- August 2011
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© David Ramos/Getty ImagesDie Debatte über Euro-Bonds entflammt. Euro-Gruppen-Chef Juncker ist dafür, die Krisenstaaten im Süden auch. In Deutschland drängen SPD und Grüne auf die gemeinsamen Anleihen; auch in der CDU bröckelt der Widerstand. Die FDP ist weiterhin strikt gegen Euro-Bonds, auch Angela Merkel lehnt sie ab. Unterdessen sorgen Gerüchte, Frankreich könnte sein AAA-Rating verlieren, für Turbulenzen an den Börsen. Der Dax fällt zeitweise um bis zu sechs Prozent im Vergleich zum Vortag. Sarkozy kündigt weitere Sparpläne an.
- 16. August 2011
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© Patrick Kovarik/AFPMerkel und Sarkozy treffen sich zu einem Krisengipfel. Euro-Bonds sind dabei angeblich kein Thema. Stattdessen schlagen die beiden Staatschef eine EU-Wirtschaftsregierung vor, die sich aus dem Rat der Staats- und Regierungschefs der Euro-Länder zusammensetzen soll. Außerdem soll eine Schuldenbremse nach deutschem Vorbild in die Verfassungen der Euro-Länder – und eine Steuer auf Finanztransaktionen. Letztere stößt vor allem bei den Banken auf wenig Gegenliebe.
- 31. August 2011
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© Sean Gallup/Getty ImagesDas Bundeskabinett bringt das "Gesetz zur Übernahme von Gewährleistungen im Rahmen eines europäischen Stabilisierungsmechanismus" auf den Weg. Damit setzt es die Beschlüsse des Euro-Gipfels vom 21. Juli um. Deutschland bürgt nun für weitere 211 Milliarden Euro. Knackpunkt in der deutschen Diskussion ist die Beteiligung des Bundestages: Künftig soll das Parlament über alle neuen Hilfen abstimmen. Unter anderem haben die Unions- und die FDP-Fraktion dies gefordert.
- August/September 2011
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Banken Frankfurt
© Alex Grimm/Getty ImagesDie europäischen Banken misstrauen einander zunehmend. Statt sich gegenseitig Geld zu leihen, bemühen sie die EZB. Der Liquiditätsfluss im Finanzsektor droht auszutrocknen, die Angst vor einer neuen großen Bankenpleite wächst. Christine Lagarde, Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF), fordert deshalb, die Banken mit neuem Kapital auszustatten, das direkt vom Rettungsfonds EFSF kommen soll. Auch die Bankenaufsicht (EBA) zeigt sich besorgt. EZB-Chef Trichet und Deutsche-Bank-Chef Ackermann hingegen kritisieren die Vorstöße.
- 7. September 2011
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Bundesverfassungsgericht
© Ralph Orlowski/Getty ImagesErneut weist das Bundesverfassungsgericht Verfassungsbeschwerden gegen die Griechenland-Hilfen ab. Die Richter entscheiden, dass die deutsche Beteiligung am Rettungsfonds EFSF mit dem Grundgesetz vereinbar ist. Sie setzen aber voraus, dass der Haushaltsausschuss des Bundestages allen Rettungsmaßnahmen zustimmen muss. Bisher musste sich Finanzminister Wolfgang Schäuble lediglich um ein Einvernehmen mit dem Parlament bemühen.
- Mitte September 2011
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© Sakis Mitrolidis/AFPDie Spekulationen über eine mögliche Insolvenz Griechenlands nehmen zu. Eine neue Immobiliensteuer soll das benötigte Geld in die öffentlichen Kassen bringen. Der griechische Finanzminister Evangelos Venizelos sagt, sein Land brauche weitere Milliarden, um seine Haushaltsziele zu erreichen. Die griechische Wirtschaft schrumpft stärker als gedacht. Ein Sprecher des deutschen Finanzministers Wolfgang Schäuble nennt die Spekulationen "zwecklos", aber Wirtschaftsminister Philipp Rösler sagt öffentlich, es dürfe keine Denkverbote geben. Eine geordnete Insolvenz schließt er nicht mehr aus.
- 29. September 2011
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© Sean Gallup/AFP/Getty ImagesDer Bundestag billigt die von den Euro-Ländern geplante Aufstockung des Rettungsfonds EFSF auf 780 Milliarden Euro, von denen 440 Milliarden an überschuldete Euro-Staaten verliehen werden können. Treten die geplanten Änderungen in Kraft, steigen die deutschen Garantien um 88 Milliarden auf 211 Milliarden Euro. Zudem erhält der Fonds dann weitere Kompetenzen: Künftig soll er an der Börse Staatsanleihen von Krisenstaaten kaufen, um deren Kurse zu stabilisieren. Von 611 anwesenden Abgeordneten im Bundestag stimmen 523 dem Gesetzentwurf der Koalitionsfraktionen zu.
- Oktober 2011
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© Odd Andersen/AFP/Getty ImagesAm 26. Oktober stimmt der Bundestag schon wieder über eine Ausweitung des Rettungsfonds EFSF ab. In ihrer Regierungserklärung appelliert Kanzlerin Merkel an die Abgeordneten, ihre Rettungspolitik zu unterstützen: "Scheitert der Euro, scheitert Europa", sagt sie. 503 von 596 Abgeordneten stimmen für die Erweiterung. Auf dem anschließenden EU-Gipfel beschließen die Staats- und Regierungschefs einen Schuldenschnitt für Griechenland, eine Ausweitung des EFSF und eine Rekapitalisierung der Banken. Italien verspricht, stärker zu sparen.
- Anfang November 2011
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Lucas Papademos (r.) mit seinem Amtsvorgänger Giorgos Papandreou
© Orestis Panagiotou/EPA/dpaAm 31. Oktober kündigt Griechenlands Ministerpräsident Papandreou überraschend an, er wolle seine Bevölkerung über die EU-Rettungshilfen abstimmen lassen. Europas Regierungen setzten Griechenland daraufhin unter Druck: Die nächste Kredittranche, von den Euro-Finanzministern eigentlich schon gebilligt, wird auf Eis gelegt. Am 3. November sagt Papandreou das Referendum wieder ab. Sechs Tage später kündigt er seinen Rücktritt an. Das frühere EZB-Ratsmitglied Lucas Papademos wird neuer griechischer Ministerpräsident.
- Mitte November 2011
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Mario Monti
© Filippo Monteforte/AFP/Getty ImagesNach wachsendem Druck der Finanzmärkte auf Italien tritt Regierungschef Silvio Berlusconi zurück. Sein Nachfolger wird der frühere EU-Kommissar Mario Monti. Im Dezember stimmt das Parlament in Rom seinem Spar- und Sanierungsprogramm zu. Auch in Spanien wechselt die Regierung: Bei der vorgezogenen Parlamentswahl am 20. November werden die Sozialisten abgewählt, die konservative Volkspartei (PP) mit ihrem Spitzenkandidaten Mariano Rajoy siegt. Er löst im Dezember José Luis Rodríguez Zapatero als Regierungschef ab.
- Dezember 2011
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David Cameron in Brüssel
© Eric Feferberg/AFP/Getty ImagesAm 5. Dezember, nur wenige Tage vor dem nächsten EU-Gipfel, droht die Rating-Agentur Standard & Poor's Deutschland und weiteren 14 Ländern der Euro-Zone mit der Herabstufung ihrer Kreditwürdigkeit. Auf dem Gipfel der EU-Staats- und Regierungschefs ist Großbritanniens Premierminister David Cameron isoliert: Er will einen Vertrag für mehr Haushaltsdisziplin nicht mittragen, die anderen Länder vereinbaren den Abschluss des Regelwerks. Für sein Verhalten erntet Cameron auch im eigenen Land viel Kritik.
- 13. Januar 2012
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© Getty Images
Die Rating-Agentur Standard & Poor's stuft Frankreichs Kreditwürdigkeit herab. Einen Tag später entzieht sie neun weiteren Ländern die Bestnote. Auch der Krisenfonds EFSF verliert sein AAA-Rating. Die Folgen sind begrenzt: Die Zinsaufschläge für einige Krisenländer bleiben zwar hoch, sinken aber in der Tendenz. Die erste Auktion des EFSF nach seiner Herabstufung verläuft reibungslos. Allerdings nimmt die Flucht in sichere Häfen zu: Wenige Tage vor der Herabstufung von Frankreich zahlt Deutschland erstmals negative Zinsen auf kurzfristige Staatspapiere – wie zuvor die Schweiz und Dänemark.
- 31. Januar
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© Getty Images
Die Staats- und Regierungschefs der EU verabschieden in Brüssel den Fiskalpakt. 25 Staaten stimmen dem neuen Regelwerk zu; Großbritannien und Tschechien bleiben außen vor. Die neuen Regeln sollen ab 2013 gelten. Künftig kann die Kommission ein Defizitverfahren auch ohne die Zustimmung der Finanzminister eröffnen, immer dann, wenn die Defizitquote eines Landes drei Prozent überschreitet. Das strukturelle Defizit in den Haushalten darf in der Regel nicht mehr die Grenze von 0,5 Prozent überschreiten. Die Krisenstaaten müssen ihre Schulden um fünf Prozent jährlich abbauen. Die Regierungschefs verabschieden auch den dauerhaften Krisenmechanismus ESM, der ab Juli in Kraft treten soll.
- 21. Februar
Die EU-Finanzminister bringen in Brüssel ein zweites Rettungspaket für Griechenland auf den Weg. Es umfasst neue Kredite in Höhe von 130 Milliarden Euro. Die Einigung der Minister mit Griechenland ist auch Voraussetzung für die Beteiligung privater Gläubiger an der Rettung des überschuldeten Landes. Sie sollen nun auf mehr als 50 Prozent ihrer Forderungen verzichten. Der Schuldenstand Griechenlands soll dadurch auf rund 120 Prozent der Wirtschaftsleistung sinken.
- 8. März 2012
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© Oli Scarff/Getty Images

Der Parthenon auf der Akropolis
Die griechische Regierung verschickt eine Erfolgsmeldung: An dem angekündigten Schuldenschnitt beteiligen sich nach Angaben des Finanzministeriums rund 86 Prozent aller Gläubiger, die Papiere nach griechischem Recht halten. Damit ist das nötige Quorum erreicht, um auch die anderen Gläubiger zum Umtausch zu zwingen. Insgesamt wären dann rund 95 Prozent der Investoren im Boot. Rund 197 Milliarden der 206 Milliarden Euro an griechischen Staatsschulden können nun umgeschuldet werden. Die Anleger erhalten Papiere mit längerer Laufzeit und niedrigerem Zinssatz. Griechenland bekommt mehr Zeit.
Nun mehren sich die Stimmen, die beide Probleme zugleich lösen wollen, gewissermaßen mit einem Panthersprung zu einem künftigen, vereinigten, bundesstaatlichen Europa. Das wäre dann eine Lösung, die bei Weitem, ja um Dimensionen größer ist als das Problem. Daran schließen sich wiederum zwei Fragen: 1. Ist es weise, eine Lungenentzündung durch eine Lungentransplantation zu bekämpfen? 2. Hilft es überhaupt?
Diejenigen, die diesen Panthersprung wollen, behaupten, dass der Weg zu einem vereinten Europa alternativlos sei. Das sollten sie lieber lassen. Denn es ist demokratisch immer hochgefährlich, wenn man die Bürger für etwas gewinnen will, indem man ihnen sagt, dass sie gar nichts zu wählen haben, außer vielleicht zwischen mehr Europa und Krieg oder mehr Europa und wirtschaftlichem Untergang. Will man wirklich das autoritäre Narrativ vom drohenden Krieg durch das ebenso autoritäre Narrativ vom nahen ökonomischen Untergang ersetzen?
Sie sollten es auch deswegen lieber sein lassen, weil sie diese Bürger noch brauchen werden, zum Beispiel für Plebiszite, die dann in vielen Ländern, auch in Deutschland, nötig werden, wenn die gegenwärtige Verfassung der EU, der Lissabonner Vertrag, geändert werden soll. Und ohne grundlegende gesetzliche Änderungen ist mehr Europa nun mal nicht zu haben.
- Datum 11.09.2011 - 19:42 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 8.9.2011 Nr. 37
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Nötig ist die Rückabwicklung des Euro in die ehemaligen eigenen Währungen der jetzigen Euro-Staaten.
Zur Sicherung sollte man eine feste Parität unter den ehemaligen Euro-Staaten vereinbaren, die man mit Vorankündigung mit einer Frist von zwei Monaten ein/zwei Mal im Jahr verändern darf.
Dann wird sich die "Schuldenbremse" ganz von allein einstellen, denn jetzt liegt die Verantwortung für Stabilität und wirtschaftliche Prosperität wieder bei den einzelnen Staaten und nicht mehr bei dem Moloch in Brüssel.
die Auflösung des irre teuren Beamten-Molochs ...
„Zur Sicherung sollte man eine feste Parität unter den ehemaligen Euro-Staaten vereinbaren, die man mit Vorankündigung mit einer Frist von zwei Monaten ein/zwei Mal im Jahr verändern darf.“
Das ist Augenwischerei. Eine solche Parität könnte man zwar vereinbaren, aber sie wäre letztlich mindestens ebenso anfällig für die Launen eines spekulierenden Währungsmarkts wie eine gemeinsame Währung, wie die Geschichte des EWS demonstriert hat. Es gibt unter den heutigen Bedingungen keinen realistischen „dritten Weg“ zwischen festen und flexiblen Wechselkursen mehr.
„Dann wird sich die "Schuldenbremse" ganz von allein einstellen, denn jetzt liegt die Verantwortung für Stabilität und wirtschaftliche Prosperität wieder bei den einzelnen Staaten und nicht mehr bei dem Moloch in Brüssel.“
Jetzt wird's aber vollends absurd: Die aktuellen Probleme sind ja gerade darauf zurückzuführen, dass die Verantwortung für die Stabilität bei den nationalen Regierungen liegt und nicht bei der EU. Die Überlegungen, der EU mehr Verantwortung zu übertragen, sind eine Reaktion auf die Tatsache, dass einzelne nationale Regierungen dieser Verantwortung nicht gerecht geworden sind.
die Auflösung des irre teuren Beamten-Molochs ...
„Zur Sicherung sollte man eine feste Parität unter den ehemaligen Euro-Staaten vereinbaren, die man mit Vorankündigung mit einer Frist von zwei Monaten ein/zwei Mal im Jahr verändern darf.“
Das ist Augenwischerei. Eine solche Parität könnte man zwar vereinbaren, aber sie wäre letztlich mindestens ebenso anfällig für die Launen eines spekulierenden Währungsmarkts wie eine gemeinsame Währung, wie die Geschichte des EWS demonstriert hat. Es gibt unter den heutigen Bedingungen keinen realistischen „dritten Weg“ zwischen festen und flexiblen Wechselkursen mehr.
„Dann wird sich die "Schuldenbremse" ganz von allein einstellen, denn jetzt liegt die Verantwortung für Stabilität und wirtschaftliche Prosperität wieder bei den einzelnen Staaten und nicht mehr bei dem Moloch in Brüssel.“
Jetzt wird's aber vollends absurd: Die aktuellen Probleme sind ja gerade darauf zurückzuführen, dass die Verantwortung für die Stabilität bei den nationalen Regierungen liegt und nicht bei der EU. Die Überlegungen, der EU mehr Verantwortung zu übertragen, sind eine Reaktion auf die Tatsache, dass einzelne nationale Regierungen dieser Verantwortung nicht gerecht geworden sind.
Als Motivation dazu werden sicher die Vereinigten Staaten der USA gesehen.
Doch Deutschland liegt auf einem Kontinent, der völlig anders entstanden ist, als die USA. Es gibt nichts, aber auch gar nichts, was der Entstehungsweise der USA in Europa auch nur ähnlich wäre.
Nachdem wir jedoch jetzt insbesondere auch noch massiv alle Lehrgeld bezahlen müssen, dass es so nicht geht - ist es einfach sehr wirr, gerade in dieses Chaos hinein, noch einen
draufzusetzen und die Vereinigten Staaten von Europa einzufordern.
Dabei wird fälschlicherweise interpretiert, manche wollen das nicht. Es geht aber nicht darum, ob man das will oder nicht, sondern ob das überhaupt funktionieren kann oder nicht.
Nachdem wir jetzt schon vor den Scherben stehen, ist es für die nächsten Jahrzehnte die vorrangige Aufgabe, erst mal das zu stabiisieren, was wir jetzt haben, bevor wir an Erweiterungen denken.
Wenn das dann alles erfolgreich abgeschlossen ist, kann man über weitere Schritte nachdenken.
Wir haben schon heute bei 27 Mitgliedsstaaten, 27 tlw konträre Kulturen, tlw konträre Sozialisierungen und Mentalitäten, völlig unterschiedliche Grundwerte und Lebenseinstellungen.
Gerade dieser Tage gab es eine Doku zu Rumänien, dass dort heute noch 8-jährige Kinder zwangsverheiratet werden. Wenn wir das alles genau anschauen, finden wir 100erte von konträren Grundeinstellungen.
Es ist ein langer Weg das anzupassen.
Man sollte nicht dauernd überladen, weil das die Bürger zornig und wütend macht
...wobei man prinzipiell nicht nur den Zeithorizont sondern auch das Ziel überdenken sollte. Ist es überhaupt sinnvoll? Oder anders gefragt: Bringt es deutlich mehr Vor- als Nachteile? Die Wege der Bürger zur Politik werden (noch) länger, die verwalteten Summen größer (und damit die Korrumpierbarkeit und Sachzwänge), die Wege (einheitlicher Arbeitsmarkt) länger, die militärische Macht dominanter (und damit angriffslustiger).
Es ist, denke ich, unbestritten, dass allzu kleinliche und zerstückelte Aufteilung nachteilig ist. Aber ich sehe keinerlei Referenzen, dass das immer weitere Aufblasen von Staaten sinnvoll ist. Ich halte das für eine Denkfalle, die Dosis zu erhöhen kann auch tödlich enden. Ich denke die Staatsgröße hat (abhängig von Heterogenität der Bevölkerung, Bevölkerungsdichte, Territorium usw.) an irgendeiner Stelle ein Optimum, an dem Kosten, Volksnähe, Bewegungsfreiheit usw. ein ausgewogenes Verhältnis erreichen und nach oben und unten nur schlechter werden...
Das haben Sie sehr treffend gesagt. Ich finde es sehr gut, dass sie das Für und Wider erst einmal ausgeblendet haben. Ihre Gedanken treffen die derzeitige Situation exakt. Auch wenn ich mir den einen Staat "Europa" sehr gut vorstellen kann, so weiß ich, dass das entgegen den hier real existierenden Lokalpatriotismus - warum auch immer dieser existiert - nicht durchsetzbar wäre. Die Überlegung der Regierenden ist also deplatziert.
"Wir haben schon heute bei 27 Mitgliedsstaaten, 27 tlw konträre Kulturen, tlw konträre Sozialisierungen und Mentalitäten, völlig unterschiedliche Grundwerte und Lebenseinstellungen"
Ich lebe seit sieben Jahren in den USA. So erlebe ich täglich, was konträre Kulturen, konträre Sozialisierungen und Mentalitäten sowie völlig unterschiedliche Grundwerte und Lebenseinstellungen bedeuten.
Umso geringer scheinen die innereuropäischen Unterschiede- verblüfft stelle ich auch in Gesprächen mit anderen Europäern fest, dass sich im Grunde unsere Einstellungen nur in Nuancen unterscheiden- im Gegensatz zu den amerikanischen.
Wir Europäer sind uns in vielen entscheidenden Einstellungen und Grundwerten ähnlicher als man uns glauben machen will. Was uns letztendlich fehlt ist mehr Einigkeit- und dafür braucht es keine Gleichmacherei.
...wobei man prinzipiell nicht nur den Zeithorizont sondern auch das Ziel überdenken sollte. Ist es überhaupt sinnvoll? Oder anders gefragt: Bringt es deutlich mehr Vor- als Nachteile? Die Wege der Bürger zur Politik werden (noch) länger, die verwalteten Summen größer (und damit die Korrumpierbarkeit und Sachzwänge), die Wege (einheitlicher Arbeitsmarkt) länger, die militärische Macht dominanter (und damit angriffslustiger).
Es ist, denke ich, unbestritten, dass allzu kleinliche und zerstückelte Aufteilung nachteilig ist. Aber ich sehe keinerlei Referenzen, dass das immer weitere Aufblasen von Staaten sinnvoll ist. Ich halte das für eine Denkfalle, die Dosis zu erhöhen kann auch tödlich enden. Ich denke die Staatsgröße hat (abhängig von Heterogenität der Bevölkerung, Bevölkerungsdichte, Territorium usw.) an irgendeiner Stelle ein Optimum, an dem Kosten, Volksnähe, Bewegungsfreiheit usw. ein ausgewogenes Verhältnis erreichen und nach oben und unten nur schlechter werden...
Das haben Sie sehr treffend gesagt. Ich finde es sehr gut, dass sie das Für und Wider erst einmal ausgeblendet haben. Ihre Gedanken treffen die derzeitige Situation exakt. Auch wenn ich mir den einen Staat "Europa" sehr gut vorstellen kann, so weiß ich, dass das entgegen den hier real existierenden Lokalpatriotismus - warum auch immer dieser existiert - nicht durchsetzbar wäre. Die Überlegung der Regierenden ist also deplatziert.
"Wir haben schon heute bei 27 Mitgliedsstaaten, 27 tlw konträre Kulturen, tlw konträre Sozialisierungen und Mentalitäten, völlig unterschiedliche Grundwerte und Lebenseinstellungen"
Ich lebe seit sieben Jahren in den USA. So erlebe ich täglich, was konträre Kulturen, konträre Sozialisierungen und Mentalitäten sowie völlig unterschiedliche Grundwerte und Lebenseinstellungen bedeuten.
Umso geringer scheinen die innereuropäischen Unterschiede- verblüfft stelle ich auch in Gesprächen mit anderen Europäern fest, dass sich im Grunde unsere Einstellungen nur in Nuancen unterscheiden- im Gegensatz zu den amerikanischen.
Wir Europäer sind uns in vielen entscheidenden Einstellungen und Grundwerten ähnlicher als man uns glauben machen will. Was uns letztendlich fehlt ist mehr Einigkeit- und dafür braucht es keine Gleichmacherei.
...auch wenn das mit "das einzige Problem sind die Schulden" höchstens bei einem ökonomischen Laien durchgeht und als weitgehend falsch bezeichnet werden kann.
Nehmen wir als Beispiel Spanien.
Spanien nimmt eine Schuldenbremse in die Constitucion auf. Dieses wurde mit der erforderlichen Mehrheit beschlossen.(Mindestens 60%)
Als Richtlinie gelten die Vorgaben aus Bruessel.
Naeheres, insbesondere die zulaessige Hoehe der Neuverschuldung, soll allerdings ein Ausfuehrungsgesetz(Ley organica)regeln, welches bis zum 30.06.2012 in Kraft treten soll. Die Aufnahme einer festen Quote wurde durch die spanischen Sozialisten verhindert!
Und nun wird es interessant! Nach einigen Hin und Her, die Einzelheiten fuehren zu weit und sind googlebar, kann ein "Ley organica" mit einfacher Mehrheit geaendert werden!
Andes ausgedrueckt:
Jede stabile Mehrheisregierung, die ueber 50% + 1 Stimme verfuegt, kann die Verschuldungsgrenze aendern.
Somit hat die Schuldenbremse letztlich eine verbindliche Gueltigkeit bis zum naechsten Regierungswechsel!
Dieses Beispiel zeigt, dass eine Schuldenbremse nicht reicht.
Und das Beispiel Griechenland zeigt uns, dass Ankuendigungen und umgesetzte Massnahmen verschiedene Welten sind. Auf Italien muss man nicht extra hinweisen. Gemaess der italienischen Finanzaemter waeren von einer Reichensteuer fur Einkommen ueber 500.000€ nur 3500 Buerger betroffen! Wie wuerde die Umsetzung einer Schuldenbremse wohl aussehen?
Das Europrojekt in der derzeitigen Form lebt nur so lange weiter, wie Deutschland die Kosten uebernimmt!
Nehmen wir als Beispiel Spanien.
Spanien nimmt eine Schuldenbremse in die Constitucion auf. Dieses wurde mit der erforderlichen Mehrheit beschlossen.(Mindestens 60%)
Als Richtlinie gelten die Vorgaben aus Bruessel.
Naeheres, insbesondere die zulaessige Hoehe der Neuverschuldung, soll allerdings ein Ausfuehrungsgesetz(Ley organica)regeln, welches bis zum 30.06.2012 in Kraft treten soll. Die Aufnahme einer festen Quote wurde durch die spanischen Sozialisten verhindert!
Und nun wird es interessant! Nach einigen Hin und Her, die Einzelheiten fuehren zu weit und sind googlebar, kann ein "Ley organica" mit einfacher Mehrheit geaendert werden!
Andes ausgedrueckt:
Jede stabile Mehrheisregierung, die ueber 50% + 1 Stimme verfuegt, kann die Verschuldungsgrenze aendern.
Somit hat die Schuldenbremse letztlich eine verbindliche Gueltigkeit bis zum naechsten Regierungswechsel!
Dieses Beispiel zeigt, dass eine Schuldenbremse nicht reicht.
Und das Beispiel Griechenland zeigt uns, dass Ankuendigungen und umgesetzte Massnahmen verschiedene Welten sind. Auf Italien muss man nicht extra hinweisen. Gemaess der italienischen Finanzaemter waeren von einer Reichensteuer fur Einkommen ueber 500.000€ nur 3500 Buerger betroffen! Wie wuerde die Umsetzung einer Schuldenbremse wohl aussehen?
Das Europrojekt in der derzeitigen Form lebt nur so lange weiter, wie Deutschland die Kosten uebernimmt!
"Außerdem spart das nebenbei den 27-fachen politisch-bürokratischen Verwaltungswasserkopf ein."
...machen wir doch gleich eine einsprachige Weltregierung, da haben wir nur noch einen Wasserkopf, Demokratie zwar nicht mehr, aber die Leute haben sich ja längst dran gewöhnt, dass sie zwar nichts zu sagen haben, im Zweifelsfall aber immer die Schuld an den Fehlbeschlüssen des jeweils gewählten Meinungsoligopols in die Schuhe geschoben bekommen.
Sparen werden wir dadurch allerdings gar nichts, eine solche Quasi-Diktatur kann nur mit massiver Gewalt überleben und die Überdehnung schleift jegliche Effizienz.
"das außeinanderfallen der Union vorbei"
Dann doch bitte diese Alternative.
Hier wünscht sich jemand "das außeinanderfallen der Union" "Dann doch bitte diese Alternative ..."
Kann leider auch nicht ohne massive Gewalt geschehen.
Hier wünscht sich jemand "das außeinanderfallen der Union" "Dann doch bitte diese Alternative ..."
Kann leider auch nicht ohne massive Gewalt geschehen.
der Europäischen Leidensgeschichte war der
'Krieg der Vater aller Dinge', der 'Krieg
der Vater des Gedankens'..., 'der 'Krieg,
die bloße Fortsetzung der Politik mit anderen
Mitteln'...; und schon war bei erfolgreicher
'Intervention' der Schuldenstand auf Null
gebracht..., nachdem diese Option nun bei
der aufgeklärten Bevölkerung nicht mehr ver-
fängt, müssen sich unserer Politiker eben etwas
anstrengen...; der 'Königsweg' ist denen nun
verbaut.
Schuldenbremsen sind in der Tat eine gute Sache, nicht nur weil die Schulden an sich problematisch sind, sondern vorallem weil der Staat so gezwungen ist zu schrumpfen und sich wieder auf seine Kernkompetenzen zu konzentrieren.
...und die wären? Sterben die Nachtwächterstaats-Befürworter denn nie aus?
...und die wären? Sterben die Nachtwächterstaats-Befürworter denn nie aus?
Debatte wird mit soviel Polemik betrieben, dass jeder einezelne, mag er noch so gebildet und vernünftig sein entweder ins eine Extrem schlägt oder in das Andere. Wirklich jeder hat was zu sagen was entweder wenig oder gar kein Sinn hat.....Euro abschaffen..der Witz des Tages
Griechenland helfen..klar ..nur bis die Banken ihre Schäfchen ins trockene gebracht haben...auch gut
Staaten das Regieren diktieren...wenn nicht mit Krieg dann mit "Geldfesseln" ....das 4. Reich lässt grüßen (Ironie!!!)
Ich find es witzig: Wie beim Fussball.Auf einmal gibt es 82 Million Experten.
Ich empfehle mich
...empfehle dich. Immer noch besser eine Meinung zu haben, als nur über die Meinung anderer ablästern und ansonsten nichts beitragen... tschüss.
Die ist doch im dem Sinne immer noch eine Kommentarseite...also hab ich ein Kommentar geschrieben.
Und übrigens hab ich meine Meinung kundgetan...und zwar, dass diese Debatte in keinster Weise mehr Objektiv behandelt wird, da jeder auch nur annähernd große "Global-Player" seine Finger (Kapital) drin hat.
Wer bitte sieht den noch durch, wie es um die EU ausschaut? Was Irland betrifft?..Spanien etc.
Das Griechenland "Problem" ist genauso kompliziert geworden wie die zusammenstellung eines internationalen Hedge-Fond. Und die alles wird nicht gerade durch die "Lug und Trug"- Geschichten der nationalen sowie internationalen Politik befeuert.
Das Beste Beispiel lieferte doch vor Wochen der Fall Frankreich. Ein französisches BUCH was von einer englischen Zeitungsstelle als bare Münze interpretiert worden ist , hat dazu geführt, dass ein Staat um seine Bonität fürchten musste!!!
Das lässt sich natürlich auf eine objektive und sachliche Analyse der vorhandenen Marktsituation zurückführen...
Mit Verlaub, die Märkte benehmen sich wie ein emotional aufgewühlte Herde Rinder..und vorne Weg die Politik. Was dabei übrig bleibt ist der Dung der Polemik.
...empfehle dich. Immer noch besser eine Meinung zu haben, als nur über die Meinung anderer ablästern und ansonsten nichts beitragen... tschüss.
Die ist doch im dem Sinne immer noch eine Kommentarseite...also hab ich ein Kommentar geschrieben.
Und übrigens hab ich meine Meinung kundgetan...und zwar, dass diese Debatte in keinster Weise mehr Objektiv behandelt wird, da jeder auch nur annähernd große "Global-Player" seine Finger (Kapital) drin hat.
Wer bitte sieht den noch durch, wie es um die EU ausschaut? Was Irland betrifft?..Spanien etc.
Das Griechenland "Problem" ist genauso kompliziert geworden wie die zusammenstellung eines internationalen Hedge-Fond. Und die alles wird nicht gerade durch die "Lug und Trug"- Geschichten der nationalen sowie internationalen Politik befeuert.
Das Beste Beispiel lieferte doch vor Wochen der Fall Frankreich. Ein französisches BUCH was von einer englischen Zeitungsstelle als bare Münze interpretiert worden ist , hat dazu geführt, dass ein Staat um seine Bonität fürchten musste!!!
Das lässt sich natürlich auf eine objektive und sachliche Analyse der vorhandenen Marktsituation zurückführen...
Mit Verlaub, die Märkte benehmen sich wie ein emotional aufgewühlte Herde Rinder..und vorne Weg die Politik. Was dabei übrig bleibt ist der Dung der Polemik.
Der einzige Verwaltungswasserkopf ist die EU selbst. Jeder Staat braucht unbedingt seine Verwaltung, mit Landsleuten bestückt. Dazu noch seine eigene Währung, die wirklich seiner wirtschaftlichen Leistung entspricht. Diesen EU-Wahnsinn braucht kein Menschen, denn die Beamten dort haben rein gar nichts zu tun. Völlig weltfremde Überlegungen und Beschränkungen (es sei nur mal die Reglementierung der Gurkenkrümmung genannt) beweisen das.
Die jetzigen Maßnahmen bewirken genau das Gegenteil von dem, was man uns weißmachen will.
Wir sind auf dem Richtung UdSSR 2.0 mit Gleichmacherei und Endlosbürokratie.
Aber ich bin mir gänzlich sicher, dass diese Vereinigten Staaten nie geben wird. Die Bürger der Länder werden dies um jeden Preis verhindern, keine Sorge.
»Völlig weltfremde Überlegungen und Beschränkungen (es sei nur mal die Reglementierung der Gurkenkrümmung genannt) beweisen das.«
Das da oft über das Ziel hinaus geschossen wird ist wohl allen klar, aber die Normung ist nicht neues
- DIN
- IEC
- ISO
Gerade für die deutschen Produktionen ist es wichtig, dass es diese Normungen gibt - in wie weit das auf Lebensmittel übertragen weden muss sollte neu überdacht werden.
»Völlig weltfremde Überlegungen und Beschränkungen (es sei nur mal die Reglementierung der Gurkenkrümmung genannt) beweisen das.«
Das da oft über das Ziel hinaus geschossen wird ist wohl allen klar, aber die Normung ist nicht neues
- DIN
- IEC
- ISO
Gerade für die deutschen Produktionen ist es wichtig, dass es diese Normungen gibt - in wie weit das auf Lebensmittel übertragen weden muss sollte neu überdacht werden.
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