KonsumDie Verkürzung der Kindheit

Vor lauter Konsum und Kommunikation schrumpft die Zeit für freies Spiel und ungestörte Entfaltung – eine Empörung

Kinder shoppen in New York

Kinder shoppen in New York

Auf sie zielen die Verkaufsstrategen mit all ihren Tricks, mit subtiler Psychologie und geballter Marketingmacht – auf die "junge" Zielgruppe. Mehr und mehr verfeinern Werber ihre Methoden des Lockens, mit Handy- und Gewinnspielen, mit Facebook-Kampagnen und viralem Marketing. 900 Werbespots sieht ein Durchschnittskind zwischen 6 und 13 Jahren pro Monat. Sein Zimmer quillt über – mit Fernseher, Handy, Computer und Spielkonsole. Sein Taschengeldkonto ist leer, zwischen 2004 und 2010 hat sich die Zahl der Verschuldeten in Deutschland, die jünger als 20 Jahre sind, auf fast 200.000 vervierfacht. Immer früher dringt die Konsumwelt ins Kinderzimmer und verdrängt dort die Wirklichkeit. Virtuelles löst Reales ab. Markenware wird ein Muss, wenn das hippe Original an die Stelle des Originellen tritt.

Vorzeitig bricht eine Teenagerwelt über kleine Menschen herein, die doch noch Kinder sind. Die Verkürzung, ja der Ausverkauf der Kindheit hat längst begonnen. Was können wir dagegen tun?

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Wir trauen den Kleinen viel zu. Das heißt auch: Wir verlangen viel von ihnen

Es ist ja zunächst erfreulich: Auf dem Informationsmarkt für Kinder buhlen immer mehr Anbieter zielgruppengerecht um die Aufmerksamkeit der jungen Leser und Zuschauer. Neben dem Klassiker Geolino gibt es das Magazin Dein Spiegel; neu am Kiosk sind der Mare-Ableger Mare Ahoi, das stern-Jugendmagazin Yuno oder Neo, ein Kinderheft von Spektrum der Wissenschaft. In Rundfunk und Fernsehen gibt es mehr Kindernachrichten als je zuvor.

Dieser Trend hat mit zwei Dingen zu tun: erstens mit der Erkenntnis, dass man Kinder kaum noch vom Weltgeschehen abschotten kann; dass sie aber das viele, was da auf sie einstürzt, nur unter Anleitung sortieren, verstehen und verarbeiten können. Zweitens mit dem Umstand, dass Kindern heute mehr Autonomie, Urteilsvermögen und politisches Interesse unterstellt wird als noch in den siebziger und achtziger Jahren.

Das scheint ein freundliches, fortschrittliches Kinderbild zu sein – aber mit der Kehrseite, dass wir immer Jüngeren immer früher Großes abverlangen. Und sie damit womöglich überfordern. Denn die Kindheit mag sich verändert haben, die Entwicklungsbedürfnisse von Kindern bleiben. Diesen Widerspruch zu kritisieren ist heikel, wenn man im Glashaus sitzt: Auch die ZEIT verkauft Kinderbücher, -Filme, -CDs und neuerdings ein eigenes Kindermagazin.

Kindheit im traditionellen Sinne – mit viel freier Zeit, Nachbarschaftsbanden, Puppen, Rollschuhlaufen, Fußballspielen – endet heute mit spätestens zehn Jahren. Wer in höherem Alter noch mit einem Teddy erwischt wird, kann einpacken.

Die Zeit danach – späte Kindheit plus Pubertät und Jugendzeit – wird von einer neuen Klammer zusammengehalten: der elektronischen Moderne. So stehen neun von zehn 6- bis 13-Jährigen Computer und Internet zur Verfügung , 57 Prozent besitzen eine Spielkonsole. Ein Handy hat jeder dritte Acht- oder Neunjährige, und neun von zehn der 12- bis 13-Jährigen besitzen eines.

Der Anteil von Kindern, die Soziale Netzwerke nutzen, hat sich von 16 Prozent im Jahr 2008 auf heute 43 Prozent weit mehr als verdoppelt; bereits jeder dritte 10- bis 11-Jährige hat dort ein eigenes Profil. Das Kommunikations- und Freizeitverhalten der Generation Zehn plus gleicht sich dem der Erwachsenen immer stärker an. Einmal abgesehen von allen potenziell problematischen Inhalten, auf die Kinder dabei stoßen könnten – das elektronische Leben kostet sie enorm viel Zeit.

Eltern als Beschützer? Die braucht dochkein Kind mehr – suggeriert die Werbung

Nicht alle Konsumangebote für Kinder sind förderlich. Manche sind sogar schädlich. Viele sind teuer, und ihre Vermarktung ist nicht altersgerecht: Kinder sind impulsgetrieben, begeisterungsfähig und spontan – und mindestens bis zum Vorschulalter durchschauen sie die Funktion von Reklame nicht. "Alle Kinder haben Schwierigkeiten, ungewohnte Werbeformen wie Sponsoring oder Product-Placement zu erkennen", schreibt Ursula Henke, Professorin an der Evangelischen Fachhochschule Rheinland-Westfalen-Lippe. "Nur wenige Kinder verstehen die Absicht der Werbung, sie zum Kauf eines Produktes aufzufordern."

Laut KidsVerbraucherAnalyse 2010 finden 71 Prozent der 6- bis 13-Jährigen Werbung "sehr gut" oder "gut", 62 Prozent stimmen der Aussage zu: "Werbung macht es mir leicht, meinen Eltern zu erklären, warum ich Sachen will." 1,5 Millionen Werbespots werden jährlich gesendet, gerade im von Kindern bevorzugten Privat-TV konzentrieren sie sich im Umfeld von Kindersendungen.

Leserkommentare
  1. Ich fordere mehr Tierschutz, ein neues Zukunftskonzept für Afrika und bessere Arbeitsbedingungen für alle!

    3 Leserempfehlungen
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    Entfernt. Bitte beteiligen Sie sich mit sachlichen Beiträgen an der Diskussion. Danke. Die Redaktion/sc

    Doppelposting. Die Redaktion/sc

    Entfernt. Bitte beteiligen Sie sich mit sachlichen Beiträgen an der Diskussion. Danke. Die Redaktion/sc

    Doppelposting. Die Redaktion/sc

  2. Wo bleibt die Widerrede der Jünger des Gottes Mammon?

    Vielleicht liegt es ja an der Wirtschaftskrise, dass es zur Zeit nicht gerade gern gehört wird, wenn erklärt wird, dass die Märkte das schon regeln können und werden.

    Möglicherweise ist das Schweigen der (Markt-)Lämmer die Gelegenheit die Gesetze wieder mehr in Richtung Bürgerschutz (ich konsumiere, bin aber trotzdem Bürger und nicht bloß Konsument) zu verändern.

    Eine Leserempfehlung
  3. zur entscheidenden Macht oder zumindestens versuchen sie es
    in Zukunft zu werden.
    Hier wird nach der Devise verfahren, "wer zuerst kommt, malt zuerst".
    Die Kinder nehmen das an , was ihnen geboten wird und das ist nun mal nur Fernsehen und Werbung.
    Unsere Nachfahren werden sich dann mit den Erscheinungen
    dieses Regelkreises auseinandersetzen müssen.

    Eine Leserempfehlung
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    aber es heißt trotzdem immer noch "Wer zuerst kommt, mahlt zuerst."

    aber es heißt trotzdem immer noch "Wer zuerst kommt, mahlt zuerst."

  4. Es wäre ganz einfach: Kindern könnte in der Schule beigebracht werden, wie Werbung, Marketing, wie Medien funktionieren. Ihnen könnte beigebracht werden, was das Ziel von Sponsoring ist, wie es funktioniert, sie könnten selbst ermitteln, wie sie belogen und betrogen werden.
    Aber: dann müßte mehr Geld in die Bildung gesteckt werden, müßten Lehrpläne umgeschrieben werden, müßte Sponsoring von öffentlichen Einrichtungen, insbesondere Bildungseinrichtungen konsequent unterbunden werden. Dann müßten die Gemeinden mit ausreichenden Finanzmitteln ausgestattet werden, um bei der Erhaltung der Gebäude selbst die Aufgaben erfüllen zu können.
    Das verlangt grundlegende Änderungen. Es fragt sich, ob der Wille dazu da ist in Zeiten, wo selbst Veranstaltungen des Bundespräsidenten noch nicht einmal aus Staatsmitteln finanziert werden, sondern an den meistbietenden Sponsor verschachert werden. Alle Bereiche der öffentlichen Hand sind mehr oder weniger korrumpiert. Mit Appellen an die Hersteller und Verkäufer erreicht man nicht sonderlich viel. Da greift der Ansatz von Frau Gaschke viel zu kurz.

    5 Leserempfehlungen
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    • Petka
    • 08.09.2011 um 14:10 Uhr

    Einerseits KANN eine Schule nicht all die Erziehungsarbeit leisten, die Eltern leisten (und nicht nur müssen, sondern einfach leisten PUNKT).

    Andererseits ist die Schule von der Überfrachtung (noch ein Portiönchen Chinesisch gefällig?) und Beeinflussung durch Werbeträger wie jeder öffentliche Ort genauso gefährdet, angefangen beim lokalen Sponsor für die Fussballmannschaft bis hin zum Werbe- und Lernmaterial, das kein Lehr mehr vernünftig auseinanderklamüsern kann.

    Vor etwa zwei Jahren, als mein Sohn die letzte Klasse seiner Realschule besuchte, wollte ich einen Lehrer genau deswegen ansprechen:

    Konsumsucht, Markenfetisch, Kommunikation usw...

    Erst nach einer Weile hab ich bemerkt, dass er mich gar nicht verstanden hat, weil aus seinen beiden Ohren Kabel hingen, die an einen I-Pod gestöpselt waren.

    Ja. Aber nicht durch das übliche Lehrpersonal, denn die haben in den Augen der Schüler keine Medienkompetenz. Genauso wenig wie Eltern. Da müssen Insider ran, die wissen wie "Deutschland sucht den Superstar" funktioniert, wie Boulevard-Medien arbeiten und Werbung gemacht wird. Kinder und Jugendliche sind empfänglich für diese Reize, aber eines wollen die nicht: verarscht werden. Und da muss man ansetzen. Aufklären, Augen öffnen, entzaubern und zum Widerstand aufrufen.

    Die letzte Instanz sollten die Eltern sein, auch wenn sie nicht perfekt sind.
    Schule ist selbst Absatzmarkt für geschicktes verdecktes Marketing.
    So sitzen z.B. etliche Grundschulfunktionäre in den Netzwerken der Medienkonzerne, die - gerne auch via ZEIT-Interview - manch pädagogische Sau durchs Dorf treiben. Jede pädagogische Neuerung hat eigentümlicherweise stets eins zur Folge: ältere Schulbücher sind pädagogisch nicht mehr tragbar. Demzufolge müssen sie schleunigst abgeschafft und neue angeschafft werden.

    • Petka
    • 08.09.2011 um 14:10 Uhr

    Einerseits KANN eine Schule nicht all die Erziehungsarbeit leisten, die Eltern leisten (und nicht nur müssen, sondern einfach leisten PUNKT).

    Andererseits ist die Schule von der Überfrachtung (noch ein Portiönchen Chinesisch gefällig?) und Beeinflussung durch Werbeträger wie jeder öffentliche Ort genauso gefährdet, angefangen beim lokalen Sponsor für die Fussballmannschaft bis hin zum Werbe- und Lernmaterial, das kein Lehr mehr vernünftig auseinanderklamüsern kann.

    Vor etwa zwei Jahren, als mein Sohn die letzte Klasse seiner Realschule besuchte, wollte ich einen Lehrer genau deswegen ansprechen:

    Konsumsucht, Markenfetisch, Kommunikation usw...

    Erst nach einer Weile hab ich bemerkt, dass er mich gar nicht verstanden hat, weil aus seinen beiden Ohren Kabel hingen, die an einen I-Pod gestöpselt waren.

    Ja. Aber nicht durch das übliche Lehrpersonal, denn die haben in den Augen der Schüler keine Medienkompetenz. Genauso wenig wie Eltern. Da müssen Insider ran, die wissen wie "Deutschland sucht den Superstar" funktioniert, wie Boulevard-Medien arbeiten und Werbung gemacht wird. Kinder und Jugendliche sind empfänglich für diese Reize, aber eines wollen die nicht: verarscht werden. Und da muss man ansetzen. Aufklären, Augen öffnen, entzaubern und zum Widerstand aufrufen.

    Die letzte Instanz sollten die Eltern sein, auch wenn sie nicht perfekt sind.
    Schule ist selbst Absatzmarkt für geschicktes verdecktes Marketing.
    So sitzen z.B. etliche Grundschulfunktionäre in den Netzwerken der Medienkonzerne, die - gerne auch via ZEIT-Interview - manch pädagogische Sau durchs Dorf treiben. Jede pädagogische Neuerung hat eigentümlicherweise stets eins zur Folge: ältere Schulbücher sind pädagogisch nicht mehr tragbar. Demzufolge müssen sie schleunigst abgeschafft und neue angeschafft werden.

  5. Wenn ich sehe, wie mein Zweijähriger mit ziemlich wenig Drumherum unterhalten werden kann und sich selbst unterhält, sehe ich gar nicht ein, dass ich sein Kinderzimmer mit allerlei Plastikrimskrams vollmülle. Manchmal reicht einfach eine Schaufel und eine Sandkiste, der Rest kommt dann von alleine. Meiner freut sich jedesmal, wenn er beim Spazierengehen einen Stock und ein paar Steine abgreifen kann. Dazu noch ein Ball und für ihn vergehen dann zwei Stunden an der frischen Luft wie im Flug.

    9 Leserempfehlungen
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    ...wobei so Plastiksteine (oder Anker Steine) zum bauen schon
    auch über den verregneten Herbst retten können :-)
    Oder Puzzles, Kinderbücher, Eisenbahnschienen zum aufbauen...

    Aber die meisten Plastik-Fertigsachen sind nur von sehr kurzem Interesse, auch weil man sie so schlecht kombinieren kann und sie schnell zerbrechen. Aber es gibt wirklich sehr viel, eher sind da die Eltern überfordert, zum einen das richtige (altersgerecht, spaßfördernd, Kreativität unterstützend ...) auszuwählen, aber ganz primär beim zur Verfügung stellen von Stauraum :-)

    Ab einem gewissen Punkt häuft sich soviel in einem Kinderzimmer, dass man mit neuem Spielzeug nur noch den Überdruß fördert, auf Eltern- und Kindseite.

    "Ab einem gewissen Punkt häuft sich soviel in einem Kinderzimmer, dass man mit neuem Spielzeug nur noch den Überdruß fördert, auf Eltern- und Kindseite."

    Dafür gibt es zum Glück dann noch Flohmärkte, auf denen man den Krempel verkaufen kann. So lernen die Pökse, dass man sich den ein oder anderen Wunsch durchaus auch mal selbst verdienen kann, statt seinen Eltern in den Ohren zu liegen. Das erhöht auch die Wertschätzung, wenn es selbst verdient wurde.

    diese Kreativität haben alle Kinder

    ...wobei so Plastiksteine (oder Anker Steine) zum bauen schon
    auch über den verregneten Herbst retten können :-)
    Oder Puzzles, Kinderbücher, Eisenbahnschienen zum aufbauen...

    Aber die meisten Plastik-Fertigsachen sind nur von sehr kurzem Interesse, auch weil man sie so schlecht kombinieren kann und sie schnell zerbrechen. Aber es gibt wirklich sehr viel, eher sind da die Eltern überfordert, zum einen das richtige (altersgerecht, spaßfördernd, Kreativität unterstützend ...) auszuwählen, aber ganz primär beim zur Verfügung stellen von Stauraum :-)

    Ab einem gewissen Punkt häuft sich soviel in einem Kinderzimmer, dass man mit neuem Spielzeug nur noch den Überdruß fördert, auf Eltern- und Kindseite.

    "Ab einem gewissen Punkt häuft sich soviel in einem Kinderzimmer, dass man mit neuem Spielzeug nur noch den Überdruß fördert, auf Eltern- und Kindseite."

    Dafür gibt es zum Glück dann noch Flohmärkte, auf denen man den Krempel verkaufen kann. So lernen die Pökse, dass man sich den ein oder anderen Wunsch durchaus auch mal selbst verdienen kann, statt seinen Eltern in den Ohren zu liegen. Das erhöht auch die Wertschätzung, wenn es selbst verdient wurde.

    diese Kreativität haben alle Kinder

  6. "Kindheit im traditionellen Sinne – mit viel freier Zeit, Nachbarschaftsbanden, Puppen, Rollschuhlaufen, Fußballspielen – endet heute mit spätestens zehn Jahren." Sie endet m.E. noch viel früher, Frau Gaschke, und das nicht nur wegen der zu Recht kritisierten Übermacht unserer Medien- und Konsumwelt. Gründe dafür gibt es viele - überzogene Frühförderungsangebote, die dazu führen, dass selbst Kleinkinder terminlich verplant sind, permanentes Helikopterverhalten der Eltern (unbeaufsichtigtes Spielen wäre viel zu gefährlich), ja und auch die allseits propagierten Ganztagesklassen, die dazu führen, dass gar keine Nachbarschaftsbanden mehr entstehen können, was wiederum letztendlich den Eltern das Leben erschwert. Wenn meine Mutter hier auf Zeit Online lesen würde, wie verzweifelte Eltern in verregneten Sommerferien ein ständiges Programm für den Nachwuchs zusammenbasteln, würde sie sich verwundert die Augen reiben: sie wäre gar nicht auf die Idee gekommen, meine Schwester und mich (60er Jahre Geborene) dauerzubeschäftigen. Wir wurden tatsächlich noch zum Spielen rausgeschickt. Natürlich war es auch mal langweilig. Aber gehört nicht auch das zum Leben dazu? Leider erliegen auch meine Kinder viel zu oft der permanenten Verfügbarkeit von Fernsehprogrammen, Computerspielen und sozialen Netzwerken. Ich beneide sie nicht!

    17 Leserempfehlungen
  7. liebe Frau Geschke liegen weniger darin begründet, dass die böse Ökonomie die Kinder entdeckt und ihnen Angebote unterbreitet, als vielmehr darin, dass die Erziehungsberechtigten und damit Fürsorgeverpflichteten nicht mehr in der Lage bzw. nicht mehr Willens sind, sich mit den Kindern auseinander zu setzen und gute Gründe zu finden, an bestimmten Konsummustern teil zu nehmen.
    Leider ist Ihnen mit dem Artikel nur ein unreflektierter, einseitiger Blick auf die moderne Gesellschaft gelungen.

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    und warum sind die Eltern dazu nicht mehr Willens bzw. in der Lage? Weil sie ja selbst diesen Mechanismen ausgesetzt sind, weil sie in der heutigen auf reinen finanziellen Profit ausgelegten Lebenswelt in den westlichen Dienstleistungsgesellschaften den Kindern gar keinen menschlichen Alltag mehr vorleben können.
    Bei ihrem angeblich viel differenzierenderen Diskussionsbeitrag wollten sie dann wohl doch nicht so weit gehen, die Frage nach dem Grund für den Wandel des Elternlebens zu stellen? Somit bleibt dann leider auch ihr Beitrag recht unter seinen Möglichkeiten zurück.

    und warum sind die Eltern dazu nicht mehr Willens bzw. in der Lage? Weil sie ja selbst diesen Mechanismen ausgesetzt sind, weil sie in der heutigen auf reinen finanziellen Profit ausgelegten Lebenswelt in den westlichen Dienstleistungsgesellschaften den Kindern gar keinen menschlichen Alltag mehr vorleben können.
    Bei ihrem angeblich viel differenzierenderen Diskussionsbeitrag wollten sie dann wohl doch nicht so weit gehen, die Frage nach dem Grund für den Wandel des Elternlebens zu stellen? Somit bleibt dann leider auch ihr Beitrag recht unter seinen Möglichkeiten zurück.

    • vkraus
    • 08.09.2011 um 14:09 Uhr

    Ich bin in den 70er Jahren groß geworden, mit Plastikspielzeug, Barbies etc. Ich hatte Sport- und Musikunterricht und meine Kindheit unterschied sich gar nicht groß von der meines Sohnes. Der übrigens mit 11 Jahren sehr wohl Apps erstellt, indem er sich Videos der Uni Stanford anguckt. Er ist kein Superhirn und auch nicht der Einzige in seiner Klasse, der das macht. Wenn er und seine Freunde zu wild werden, schicke ich sie auch nach draußen. Dort fahren sie Waveboard,Skateboard und Fahrrad. Wie in meiner Kindheit. Mir geht das ewige Lamentieren auf die Nerven. Früher war nicht alles besser, das ist einfach nicht wahr.

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