FinanzkriseEuropa hat nur einen Ausweg

George Soros ist der bekannteste Spekulant der Welt. Hier fordert er: Plant mit dem Euro-Austritt Griechenlands, Portugals und Irlands! von George Soros

George Soros bei einem Spenden-Forum in New York

George Soros bei einem Spenden-Forum in New York  |  © Spencer Platt/Getty Images

Die Eurokrise ist eine direkte Folge des großen Crashs von 2008. Als Lehman Brothers unterging, musste das ganze Finanzsystem an die Herz-Lungen-Maschine gehängt werden. Staatliche Kreditvergabe musste die nun ausfallende Kreditvergabe von Banken und anderen Institutionen ersetzen.

Im November 2008 versprachen die Europäischen Finanzminister, dass sie das System vor weiteren Pleiten schützen würden. Angela Merkel erklärte damals aber, dass solche Garantien nicht von der EU oder der Euro-Zone insgesamt ausgesprochen werden sollten, sondern von einzelnen Staaten. Damals wurde schon klar, was der Euro-Zone fehlt: ein gemeinsames Finanzministerium.

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George Soros

George Soros ist ein amerikanisch-ungarischer Finanzinvestor. Berühmt wurde Soros, als er 1992 mit seinen Fonds auf die Abwertung des seiner Ansicht nach im Europäischen Währungssystem überbewerteten britischen Pfund setzte, eine Spekulationswelle in Gang setzte und damit rund eine Milliarde Dollar verdiente.

Die Euro-Krise ist der amerikanischen Subprime-Krise, die den Crash von 2008 auslöste, recht ähnlich. In beiden Fällen verlor ein angeblich risikofreies Wertpapier – verbriefte Immobilienkredite damals und europäische Regierungsanleihen heute – an Wert. Die Euro-Krise ist allerdings schwerer zu bewältigen, eben weil ein gemeinsames Finanzministerium fehlt, welches zur Reaktion auf die Krise gebraucht würde. Ohne den politischen Willen, ein solches einzurichten, ist auch eine Lösung nicht abzusehen. Und weil das so ist, haben die Verantwortlichen in der Zwischenzeit versucht, Zeit zu schinden.

Nun ist Zeitschinden normalerweise gar keine schlechte Taktik: Im Lauf der Zeit verschwindet die Panik wieder, und die Zuversicht kehrt zurück. In diesem Fall aber nicht. Unter dem Druck der Krise unternehmen die Verantwortlichen zwar sämtliche Schritte, die nötig sind, um das System zusammenzuhalten – aber immer nur das Minimum, und das wiederum empfinden die Finanzmärkte als unzureichend. So scheint Europa zu einer Krise ohne Ende verdammt. Selbst Schritte, die etwas früher im Krisenverlauf noch gewirkt hätten, erweisen sich als inadäquat, wenn sie endlich politisch möglich werden.

Chronik
Die Euro-Krise seit 2009
Mai 2013
Zustimmung zur EU Umfrage Pew

© Aris Messinis/AFP/Getty Images

Europa wird unbeliebter: Laut einer Studie des US-Meinungsforschungsinstituts Pew ist die Zustimmung zur EU im Vergleich zum Vorjahr von 60 auf 45 Prozent gesunken. Befragt wurden knapp 8.000 Bürger in acht EU-Staaten. In Deutschland wurden das europäische Projekt und die wirtschaftliche Lage noch in Deutschland bewertet, in Frankreich sank die Zustimmung am stärksten. Allerdings ergibt die Studie auch, dass eine Mehrheit der Bürger den Euro behalten will und dass etwa zwei Drittel der Befragten in Krisenländern die Sparpolitik großen Mehrausgaben vorziehen.

28. April 2013
Proteste Griechenland

© John Kolesidis/Reuters

Um sich zukünftige Hilfszahlungen der Troika zu sichern, verabschiedet die griechische Regierung ein neues Sparpaket. Unter anderem sollen bis Ende nächsten Jahres 15.000 Beamte entlassen werden. Ohnehin erreicht die Arbeitslosigkeit immer neue Rekord-Ausmaße: Schon Anfang des Jahres waren in der ganzen Euro-Zone 19 Millionen Menschen ohne Erwerb. In Griechenland und Spanien lag die Arbeitslosenquote bei über 26, bei unter 25-jährigen sogar über 55 Prozent. Immer wieder kommt es in den Krisenländern zu Streiks und heftigen Protesten.

April 2013
Harvard Rofogg Reinhart Studie Sparen

© Jessica Rinaldi/Reuters

Die wissenschaftliche Basis der Sparpolitik bröckelt: Eine maßgebliche Studie von Kenneth Rogoff und Carmen Reinhart kam zu dem Schluss, dass Staatsschulden das Wachstum bremsen, sobald sie einen bestimmten Punkt überschreiten. Jetzt wird die Arbeit massiv angezweifelt. Neue Forschungen ergeben, dass der errechnete Zusammenhang zwischen Schulden und Wachstum weniger stark ausfällt. Das gibt den Kritikern der Sparpolitik neue Argumente.

14. April 2013
AfD bernd Lucke

© Carsten Koall/Getty Images

Der konservative Protest gegen den Euro formiert sich: Auf ihrem Gründungsparteitag hat die Alternative für Deutschland (AfD) beschlossen, zur Bundestagswahl anzutreten. Die Partei um den Wirtschaftsprofessor Bernd Lucke fordert den Ausstieg aus dem Euro, die Wiedereinführung der D-Mark und das Ende der Rettungspakete. Die AfD gibt sich bürgerlich und versucht, sich von Rechtspopulismus-Vorwürfen abzusetzen. Zustimmung zum Euro-Austritt äußert unter anderem auch der frühere Linken-Vorsitzende Oskar Lafontaine. In Umfragen Anfang Mai erreicht die AfD drei Prozent.

März 2013
Zypern Präsident Nicos Anastasiades

© Andreas Manolis/Reuters

Zypern droht die Staatspleite. Ein erster Rettungsplan der Euro-Finanzminister sieht vor, auch die Bankkunden an den Kosten zu beteiligen, die vergleichsweise kleine Summen bei Zyperns Banken angelegt haben. Doch das Parlament in Zypern lehnt die Zwangsabgabe ab. Schließlich werden nur Konten mit über 100.000 Euro belastet, die Troika zahlt zehn Milliarden Euro, Zypern bleibt mit umstrukturiertem Finanzsektor im Euro. Am 28. März öffnen zyprische Banken nach einer zwölftägigen Pause wieder, der befürchtete Ansturm der Kunden auf die Institute bleibt aus.

Januar 2013
David Cameron Grundsatzrede zur EU

© Oli Scarff/Getty Images

In Großbritannien legt die eurokritische Partei UKIP in Umfragen stark zu. In einer Grundsatzrede kündigt Premierminister David Cameron ein Referendum zum Austritt aus der EU an. Er spricht sich für den Verbleib in der Staatengemeinschaft aus – wenn diese sich "möglicherweise bis zur Unkenntlichkeit" verändere. Die EU müsse flexibler, anpassungsfähiger und offener werden, die Schuldenkrise überwinden. Dazu müsste allerdings der Lissabon-Vertrag verändert werden, was für viele EU-Politiker nicht infrage kommt.

November 2012
Lagarde und Draghi Konferenz der Eurozone

© Yves Herman/Reuters

Die Euro-Finanzminister, die EZB und der IWF einigen sich auf Maßnahmen gegen die griechische Staatsverschuldung. Aus dem zweiten Hilfspaket werden Notkredite in Höhe von 44 Milliarden Euro gewährt. Außerdem bekommt Athen mehr Zeit, um seine Schulden abzubauen – bis zum Jahr 2020 muss die Schuldenlast nun um 120 statt 124 Prozent gesunken sein, für die Rückzahlungen an den EFSF ist auch über 2020 hinaus Zeit. Einen zweiten Schuldenschnitt für Griechenland hatte unter anderem Deutschland zunächst kategorisch abgelehnt.

Oktober 2012
Rettungsschirm ESM

© Nicolas Armer/dpa

Der Rettungsschirm ESM tritt in Kraft. Insgesamt 500 Milliarden Euro können in Form von Hilfskrediten oder durch das Ankaufen von Anleihen an Krisenstaaten vergeben werden. Die Staaten müssen dazu bestimmte Auflagen erfüllen. In Deutschland lehnte das Bundesverfassungsgericht zuvor Klagen gegen den ESM ab. Geklagt hatten unter anderem Peter Gauweiler (CSU) und die Linke im Bundestag. Das Gericht stellte aber zugleich die Bedingung, dass die deutsche Haftung maximal 190 Milliarden Euro betragen dürfe.

September 2012
Mario Draghi EZB kauft Staatsanleihen

© Johannes Eisele/AFP/Getty Images

EZB-Chef Mario Draghi kündigt an, unbegrenzt Staatsanleihen von Spanien und Italien anzukaufen und so deren Zinsen für Neuverschuldungen zu senken. Bedingung ist, dass die Rettungsfonds EFSF und ESM beantragt und entsprechende Reformen zugesagt werden. Damit setzt die EZB ihre Bemühungen fort, die Kreditvergabe anzuregen und die Konjunktur in Krisenländern zu stärken. Im Juli hatte die Bank zu diesem Zweck den Leitzins von 1,0 auf einen Rekordwert von 0,75 Prozent gesenkt.

29. Juni 2012

© Thierry Charlier/AFP/Getty Images

In Brüssel treffen sich die Staats- und Regierungschefs der EU zum Krisengipfel. Spanien und Italien verlangen schnelle Hilfen. Merkel lehnt Euro-Bonds oder ein Eingreifen der EZB, um die Finanzmärkte zu stabilisieren, ab. Spanien und Italien aber verhandeln hart. Am Ende wird ein Pakt für Wachstum und Beschäftigung beschlossen. Rettungsgeld soll zukünftig "flexibler" vergeben werden. Die spanischen Banken sollen direkt Geld aus Brüssel erhalten. Die Staatschef verabreden die Schaffung einer Bankenunion.

25. Mai 2012
bankia

© Getty Images

Eine Zahl schreckt die Finanzwelt auf. In die Welt gesetzt hat sie José Ignacio Goirigolzarri, der Chef von Bankia, der viertgrößten Bank Spaniens. 19 Milliarden Euro braucht die Bank demnach an Staatshilfen, um zu überleben – weit mehr als bisher angenommen. Die Meldung untergräbt das Vertrauen in spanische Anleihen weiter, auch die Börsenkurse rutschen weltweit ab. Eine neue Debatte beginnt: Angela Merkel schlägt vor, Europas systemrelevante Banken unter eine gemeinsame Aufsicht zu stellen.

6. Mai 2012
hollande

© Getty Images

Frankreich wählt einen neuen Präsidenten: Der Sozialist François Hollande weckt vor allem bei Frankreichs Linken die Hoffnung, die Krisenagenda in Europa verändern zu können. Hollande war im Wahlkampf mit der Forderung nach Euro-Bonds aufgetreten – anders als sein Vorgänger Nicolas Sarkozy. Auch kritisierte er, Europas Politik setze zu sehr auf Sparen und zu wenig auf Wachstum.

6. Mai 2012
griechenland opposition

© Getty Images

Die Parlamentswahl in Griechenland endet im Chaos: Mehr als eine Woche lang gelingt es den Parteichefs von Konservativen, Linksradikalen und Sozialisten sowie den kleineren Demokratischen Linken nicht, eine Koalition zu bilden. Am Ende fällt die Entscheidung für Neuwahlen im Juni. Die Unsicherheit in Griechenland beunruhigt nicht nur die Finanzmärkte in Europa, sondern auch die griechischen Bürger: Viele räumen ihre Konten und bringen das Geld außer Landes. In Europa wächst die Sorge vor einer Kapitalflucht im Süden.

8. März 2012
Griechenland

© Oli Scarff/Getty Images

Die griechische Regierung verschickt eine Erfolgsmeldung: An dem angekündigten Schuldenschnitt beteiligen sich nach Angaben des Finanzministeriums rund 86 Prozent aller Gläubiger, die Papiere nach griechischem Recht halten. Damit ist das nötige Quorum erreicht, um auch die anderen Gläubiger zum Umtausch zu zwingen. Insgesamt wären dann rund 95 Prozent der Investoren im Boot. Rund 197 Milliarden der 206 Milliarden Euro an griechischen Staatsschulden können nun umgeschuldet werden. Die Anleger erhalten Papiere mit längerer Laufzeit und niedrigerem Zinssatz. Griechenland bekommt mehr Zeit.

21. Februar 2012
Venizelos und Juncker

© Yves Herman/Reuters

Die EU-Finanzminister bringen ein zweites Rettungspaket für Griechenland auf den Weg. Es umfasst neue Kredite in Höhe von 130 Milliarden Euro; private Gläubiger sollen auf mehr als 50 Prozent ihrer Forderungen verzichten. Die Euro-Gruppe bannt damit die Gefahr, dass Griechenland am 20. März endgültig zahlungsunfähig wird – an diesem Tag werden 14,5 Milliarden Euro an Zahlungen aus Anleihen fällig. Für die griechischen Staatseinnahmen soll ein Sperrkonto eingerichtet werden, das die vorrangige Bedienung der Kredite sichert.

31. Januar 2012
Evangelos Venizelos

© Getty Images

Die Staats- und Regierungschefs der EU verabschieden in Brüssel den Fiskalpakt. 25 Staaten stimmen dem Regelwerk zu; Großbritannien und Tschechien bleiben außen vor. Die neuen Regeln sollen ab 2013 gelten. Künftig kann die Kommission ein Defizitverfahren auch ohne die Zustimmung der Finanzminister eröffnen, immer dann, wenn die Defizitquote eines Landes drei Prozent überschreitet. Das strukturelle Defizit in den Haushalten darf in der Regel nicht mehr die Grenze von 0,5 Prozent überschreiten. Die Krisenstaaten müssen ihre Schulden um fünf Prozent jährlich abbauen. Beschlossen wird auch der dauerhafte Krisenmechanismus ESM, der ab Juli in Kraft treten soll.

13. Januar 2012
fillon-frankreich-rating

© Getty Images

Die Rating-Agentur Standard & Poor's stuft Frankreichs Kreditwürdigkeit herab. Einen Tag später entzieht sie neun weiteren Ländern die Bestnote. Auch der Krisenfonds EFSF verliert sein AAA-Rating. Die Folgen sind begrenzt: Die Zinsaufschläge für einige Krisenländer bleiben zwar hoch, sinken aber in der Tendenz. Die erste Auktion des EFSF nach seiner Herabstufung verläuft reibungslos. Allerdings nimmt die Flucht in sichere Häfen zu: Wenige Tage vor der Herabstufung von Frankreich zahlt Deutschland erstmals negative Zinsen auf kurzfristige Staatspapiere – wie zuvor die Schweiz und Dänemark.

Mitte November 2011
Mario Monti

© Filippo Monteforte/AFP/Getty Images

Nach wachsendem Druck der Finanzmärkte auf Italien tritt Regierungschef Silvio Berlusconi zurück. Sein Nachfolger wird der frühere EU-Kommissar Mario Monti. Im Dezember stimmt das Parlament in Rom seinem Spar- und Sanierungsprogramm zu. Auch in Spanien wechselt die Regierung: Bei der vorgezogenen Parlamentswahl am 20. November werden die Sozialisten abgewählt, die konservative Volkspartei (PP) mit ihrem Spitzenkandidaten Mariano Rajoy siegt. Er löst im Dezember José Luis Rodríguez Zapatero als Regierungschef ab.

Anfang November 2011
Lucas Papademos (r.) mit seinem Amtsvorgänger Giorgos Papandreou

© Orestis Panagiotou/EPA/dpa

Am 31. Oktober kündigt Griechenlands Ministerpräsident Papandreou überraschend an, er wolle seine Bevölkerung über die EU-Rettungshilfen abstimmen lassen. Europas Regierungen setzten Griechenland daraufhin unter Druck: Die nächste Kredittranche, von den Euro-Finanzministern eigentlich schon gebilligt, wird auf Eis gelegt. Am 3. November sagt Papandreou das Referendum wieder ab. Sechs Tage später kündigt er seinen Rücktritt an. Das frühere EZB-Ratsmitglied Lucas Papademos wird neuer griechischer Ministerpräsident.

Oktober 2011

© Odd Andersen/AFP/Getty Images

Am 26. Oktober stimmt der Bundestag schon wieder über eine Ausweitung des Rettungsfonds EFSF ab. In ihrer Regierungserklärung appelliert Kanzlerin Merkel an die Abgeordneten, ihre Rettungspolitik zu unterstützen: "Scheitert der Euro, scheitert Europa", sagt sie. 503 von 596 Abgeordneten stimmen für die Erweiterung. Auf dem anschließenden EU-Gipfel beschließen die Staats- und Regierungschefs einen Schuldenschnitt für Griechenland, eine Ausweitung des EFSF und eine Rekapitalisierung der Banken. Italien verspricht, stärker zu sparen.

29. September 2011

© Sean Gallup/AFP/Getty Images

Der Bundestag billigt die von den Euro-Ländern geplante Aufstockung des Rettungsfonds EFSF auf 780 Milliarden Euro, von denen 440 Milliarden an überschuldete Euro-Staaten verliehen werden können. Treten die geplanten Änderungen in Kraft, steigen die deutschen Garantien um 88 Milliarden auf 211 Milliarden Euro. Zudem erhält der Fonds dann weitere Kompetenzen: Künftig soll er an der Börse Staatsanleihen von Krisenstaaten kaufen, um deren Kurse zu stabilisieren. Von 611 anwesenden Abgeordneten im Bundestag stimmen 523 dem Gesetzentwurf der Koalitionsfraktionen zu.

7. September 2011
Bundesverfassungsgericht

© Ralph Orlowski/Getty Images

Erneut weist das Bundesverfassungsgericht Verfassungsbeschwerden gegen die Griechenland-Hilfen ab. Die Richter entscheiden, dass die deutsche Beteiligung am Rettungsfonds EFSF mit dem Grundgesetz vereinbar ist. Sie setzen aber voraus, dass der Haushaltsausschuss des Bundestages allen Rettungsmaßnahmen zustimmen muss. Bisher musste sich Finanzminister Wolfgang Schäuble lediglich um ein Einvernehmen mit dem Parlament bemühen.

August/September 2011
Banken Frankfurt

© Alex Grimm/Getty Images

Die europäischen Banken misstrauen einander zunehmend. Statt sich gegenseitig Geld zu leihen, bemühen sie die EZB. Der Liquiditätsfluss im Finanzsektor droht auszutrocknen, die Angst vor einer neuen großen Bankenpleite wächst. Christine Lagarde, Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF), fordert deshalb, die Banken mit neuem Kapital auszustatten, das direkt vom Rettungsfonds EFSF kommen soll. Auch die Bankenaufsicht (EBA) zeigt sich besorgt. EZB-Chef Trichet und Deutsche-Bank-Chef Ackermann hingegen kritisieren die Vorstöße.

31. August 2011

© Sean Gallup/Getty Images

Das Bundeskabinett bringt das "Gesetz zur Übernahme von Gewährleistungen im Rahmen eines europäischen Stabilisierungsmechanismus" auf den Weg. Damit setzt es die Beschlüsse des Euro-Gipfels vom 21. Juli um. Deutschland bürgt nun für weitere 211 Milliarden Euro. Knackpunkt in der deutschen Diskussion ist die Beteiligung des Bundestages: Künftig soll das Parlament über alle neuen Hilfen abstimmen. Unter anderem haben die Unions- und die FDP-Fraktion dies gefordert.

August 2011

© David Ramos/Getty Images

Die Debatte über Euro-Bonds entflammt. Euro-Gruppen-Chef Juncker ist dafür, die Krisenstaaten im Süden auch. In Deutschland drängen SPD und Grüne auf die gemeinsamen Anleihen; auch in der CDU bröckelt der Widerstand. Die FDP ist weiterhin strikt gegen Euro-Bonds, auch Angela Merkel lehnt sie ab. Unterdessen sorgen Gerüchte, Frankreich könnte sein AAA-Rating verlieren, für Turbulenzen an den Börsen. Der Dax fällt zeitweise um bis zu sechs Prozent im Vergleich zum Vortag. Sarkozy kündigt weitere Sparpläne an.

8. August 2011

© Daniel Roland/AFP

Die Europäische Zentralbank kauft erstmals auch italienische und spanische Staatsanleihen am Sekundärmarkt. Sie will damit verhindern, dass die Zinsen für die Krisenstaaten weiter steigen. Mit Erfolg: Der Druck auf die beiden Länder nimmt in den kommenden Wochen etwas ab. Italien erklärt sich bereit, ein weiteres Sparpaket aufzulegen: Bis 2013 soll der Haushalt um weitere 45 Milliarden Euro gekürzt werden.

21. Juli 2011

© Ralph Orlowski/Getty Images

Die Euro-Länder beschließen das zweite Rettungspaket für Griechenland. Es umfasst neue Kredite in Höhe von 109 Milliarden Euro und soll bis 2014 reichen. Erstmals beteiligen sich freiwillig private Gläubiger: Banken sollen 37 Milliarden Euro beisteuern, indem sie griechische Staatsanleihen in neue Bonds mit geringeren Zinsen umtauschen. Ein Erfolg für die Bundesregierung, die sich für die Beteiligung privater Gläubiger eingesetzt hat.

Juli 2011

© Vincenzo Pinto/AFP

Die Sorge um Italien lässt die Gemeinschaftswährung abrutschen. Die Staatsverschuldung der drittgrößten Volkswirtschaft Europas ist, gemessen am Bruttoinlandsprodukt, mit fast 120 Prozent höher als die Irlands und Portugals. Die Renditen auf ihre Anleihen steigen. Die Regierung plant, in vier Jahren knapp 48 Milliarden Euro einzusparen, etwa im öffentlichen Dienst und im Gesundheitswesen. Berlusconi meint trotzdem: "Wir sind stabil."

7. April 2011

© Patrick Pleul/dpa

Auch Portugal will unter den Rettungsschirm. Das ärmste Land Westeuropas sieht keine Alternative, nachdem die Opposition im März ein geplantes Sparprogramm der Minderheitenregierung ablehnte. Nach dreiwöchigen Verhandlungen bekommt Portugal 78 Milliarden Euro zugesprochen – und mehr Zeit für den Schuldenabbau: Die Neuverschuldung des Staates darf in diesem Jahr nun statt 4,6 Prozent des Bruttoinlandsprodukts 5,9 Prozent betragen.

April 2011

© Wolfgang Kumm/dpa

Innerhalb der schwarz-gelben Koalition regt sich Widerstand gegen den ESM: Mehr als 30 FDP-Politiker fordern, den Rettungsfonds auf dem Parteitag im Mai abzulehnen. Außerdem wollen sie ein Insolvenzverfahren für EU-Staaten mit starker Gläubigerbeteiligung und ein Verbot für die EZB, Anleihen aufzukaufen. Sie scheitern: Zwei Drittel der Liberalen sprechen sich gegen ein Nein zum ESM aus. Außenminister Westerwelle sagt: "Europa liegt im deutschen Interesse."

11. März 2011

© Sean Gallup/Getty Images

Die Staats- und Regierungschefs der EU-Länder beschließen, die Kreditvergabekapazität des EFSF auf 440 Milliarden aufzustocken. Außerdem einigen sich die Staaten auf den "Pakt für den Euro" – die Selbstverpflichtung, sich in der Haushalts-, Steuer- und Sozialpolitik enger abzustimmen – und verpflichten sich zum Sparen. Gleichzeitig wird der Stabilitäts- und Wachstumspakt verschärft. Die von Deutschland geforderten automatischen Sanktionen scheitern allerdings am Widerstand der Mitgliedsstaaten.

16. Dezember 2010 /25. Januar 2011

© Frank Rumpenhorst/dpa

Die EZB verdoppelt ihr Grundkapital auf elf Milliarden Euro, um ihre Anleihekäufe abzusichern. Zu diesem Zeitpunkt hat sie bereits für 72 Milliarden Euro Anleihen aufgekauft – griechische, irische, portugiesische, spanische. Einen Monat später gibt der Rettungsfonds EFSF erstmals selbst Anleihen auf dem Kapitalmarkt aus. Das Interesse der Anleger an den EFSF-Anleihen ist enorm, unter anderem wegen seines Top-Ratings.

28. November 2010

© Georges Gobet/AFP

Die Finanzminister der Euro-Länder einigen sich auf einen dauerhaften Krisenfonds, den Europäischen Stabilitätsmechanismus (ESM). Er soll 2013 den Rettungsfonds EFSF ablösen. Der ESM umfasst 700 Milliarden Euro, von denen maximal 500 Milliarden an Not leidende Staaten verliehen werden können. Der Rest dient als Sicherheitseinlage. Sie soll die Rating-Agenturen überzeugen, auch dem ESM Bestnoten zu verleihen. Im Gegensatz zum EFSF wird der neue Fonds mit einer Bareinlage in Höhe von 80 Milliarden Euro ausgestattet. In Einzelfällen können auch private Gläubiger beteiligt werden.

21. November 2010

© David Cannon/Getty Images

Irland muss vom Euro-Rettungsschirm aufgefangen werden. Das Land hat seine Banken mit Milliardenbeträgen vor dem Zusammenbruch gerettet und ist dadurch selbst in eine Schieflage geraten. Die Euro-Finanzminister beschließen Hilfskredite in Höhe von 85 Milliarden Euro, im Gegenzug muss Irland wie zuvor schon Griechenland hart sparen. Die irischen Bürger sind wütend: Bis zuletzt hatte ihre Regierung bestritten, Hilfe aus Brüssel beantragen zu wollen.

30. September 2010

© Bernd Thissen/dpa

Die Rating-Agentur Moody's stuft Spanien herab, die viertgrößte Volkswirtschaft der Euro-Zone. Sie bewertet die Bonität des Landes nun nicht mehr mit der Bestnote. Vor dem Platzen der Immobilienblase befand sich Spanien noch im Aufschwung. Seitdem kämpft das Land mit den Folgen der Finanzkrise. Ministerpräsident Zapatero bestreitet, finanzielle Hilfe der EU zu brauchen. Spanien hat auf einen rigorosen Sparkurs geschwenkt – genau wie der ebenfalls hoch verschuldete Nachbar Portugal.

7. Juni 2010

© Georges Gobet/AFP

Die Euro-Finanzminister gründen in Luxemburg die Europäische Finanzstabilisierungsfazilität (EFSF), den sogenannten Euro-Rettungsschirm. Die Zweckgesellschaft soll im Notfall am Kapitalmarkt Kredite aufnehmen, um klamme Staaten finanziell zu stützen. Die Euro-Länder sollen für die Kredite bürgen, Deutschland mit bis zu 148 Milliarden Euro. Der EFSF umfasst insgesamt 750 Milliarden Euro. Die tatsächliche Kreditvergabekapazität liegt niedriger, weil für ein AAA-Rating hohe Garantien erforderlich sind.

10. Mai 2010

© Frank Rumpenhorst/dpa

Die Europäische Zentralbank (EZB) beschließt, Staatsanleihen kriselnder Staaten aufzukaufen. Sie will verhindern, dass die Länder ihre Schulden nicht mehr bedienen können, weil die Zinsen immer weiter steigen. Ihre Statuten verbieten ihr, Anleihen direkt von den Emittenten zu erwerben; also wird sie am öffentlichen und privaten Anleihemarkt – dem sogenannten Sekundärmarkt – tätig. Mit der Ankündigung bricht die EZB mit einem Tabu: Bisher hat sie derartige Mittel zur Krisenbekämpfung stets abgelehnt.

2. Mai 2010

© Jean-Christophe Verhaegen/AFP

Die EU-Finanzminister beschließen, Griechenland Kredite in Höhe von 110 Milliarden Euro zu gewähren: 80 Milliarden kommen von den Euro-Staaten, 30 vom IWF. Nur zehn Tage später fließt die erste Tranche nach Athen. Im Gegenzug wird Griechenland verpflichtet, hart zu sparen, die Wirtschaft zu reformieren und staatliche Unternehmen zu privatisieren. An den Kapitalmärkten kann sich Griechenland nur noch zu hohen Zinsen refinanzieren. Standard & Poor's bewertet die Anleihen des Landes als hochspekulativ (B).

11. Februar 2010

© John Thys/Getty Images

Die Staats- und Regierungschefs der EU erklären sich bereit, Griechenland finanziell zu unterstützen, um die Stabilität der Währungsunion zu sichern. Die EU fordert Griechenland jedoch gleichzeitig auf, die Sparanstrengungen zu verstärken. Zuvor bescheinigte die Kommission ihren Finanzstatistiken qualitative Mängel. Die griechische Regierung verkündet zusätzliche Sparmaßnahmen in Höhe von 4,8 Milliarden Euro. Das entspricht rund zwei Prozent des griechischen BIPs.

16. Dezember 2009

© Justin Lane/dpa

Als erste Rating-Agentur stuft Fitch die Kreditwürdigkeit Griechenlands herab; die anderen Agenturen folgen. Die Sparmaßnahmen Griechenlands reichten nicht aus, um das Defizit nachhaltig zu verringern, begründet Standard & Poor's die Entscheidung. In der EU wächst die Angst vor einem Staatsbankrott, der andere Länder anstecken könnte. In Griechenland kommt es zu ersten Streiks gegen die Sparpolitik der Regierung.

Oktober 2009

© Vladimir Rys/Getty Images

Die griechische Regierung revidiert die Schätzung des Staatsdefizits für 2009 nach oben – von sechs auf mehr als zwölf Prozent des BIPs. Bereits zuvor enthielt die Schuldenstatistik des Landes gravierende Fehler: Im Jahr 2004 wurde bekannt, dass die Neuverschuldung in den Jahren 1998 und 1999 – also kurz vor Einführung des Euro – deutlich über den im Maastricht-Vertrag festgeschriebenen drei Prozent des BIPs lag. Ende 2010 werden Griechenlands Schulden mehr als 140 Prozent der Wirtschaftsleistung betragen.

Das ist der Schlüssel, um die Euro-Krise zu verstehen.

Wo stehen wir nun in diesem Prozess? Ansätze zu einem gemeinsamen europäischen Finanzministerium sind immerhin zu erkennen: in der Europäischen Finanzstabilisierungsfazilität (EFSF) und ihrem Nachfolger ab 2013, dem E uropäischen Stabilitätsmechanismus (ESM) . Die EFSF hat aber nicht genügend Kapital zur Verfügung, und ihre Funktionen sind nicht vernünftig definiert. Sie ist groß genug, um Griechenland, Portugal und Irland zu retten, aber nicht groß genug für Spanien, Italien oder gar das Banksystem. Ihr größter Mangel ist, dass sie bloß ein Geldeintreibe-Mechanismus ist; die Beschlussmacht zur Geldvergabe liegt bei den Regierungen der Mitgliedstaaten. Deshalb ist die EFSF zur Reaktion auf Krisen ungeeignet; sie muss ja abwarten, bis sie Anweisungen aus den einzelnen Staaten erhält.

Leserkommentare
    • dshiflo
    • 14. September 2011 15:42 Uhr
    1. Falsch

    Entfernt. Bitte äußern Sie Kritik anhand sachlicher Argumente. Danke. Die Redaktion/wg

    6 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • Afa81
    • 14. September 2011 16:37 Uhr

    Er hat spekuliert und Recht gehabt. Im Gegensatz zu vielen anderen hat er seine Spekulationen offen gelegt. Er hat gegen das britische Pfund spekuliert und einfach Recht gehabt. Es war überbewertet. Dazu musste man jedoch kein Hellseher sein.

    Er hat vor der Finanzkrise in den USA gewarnt. Natürlich hat er auch darauf spekuliert. Er hatte auch hier recht.

    John Paulson hat das auch gemacht. Er hat 3.7 Mrd. Dollar verdient... nicht von den Sub Prime Kreditopfern, sondern von Leuten, die sich verspekuliert haben und versucht haben, vom Immobilienboom weiter zu profitieren.

    Spekulanten beobachten den Markt und versuchen ihn vorherzusehen. George Soros und John Paulson haben die US Sub Prime Krise vorhergesehen... vielleicht sollte man solchen Leuten (entgegen Ihrer Forderung) etwas mehr Platz in den Medien bieten. Auf jeden Fall haben diese Menschen mehr Ahnung als irgendwelche Soziologen und Philosophen, die ohne jegliche Fakten die Finanzkrise wie zu Zeiten anno 1850 beurteilen... nämlich mit den bösen, zähneflätschenden, Spekulanten mit roten Augen... die sich nur die Taschen vollstopfen wollen. Das zeigt nur, dass jemand wütend ist, keine Ahnung von Wirtschaft hat und eine einfache Lösung inkl. Sündenbock braucht. Das ist nämlich dann echtes Bildzeitungsniveau.

    Nachdem wir so viele Lebenskünster gehört haben, die uns sagen wie scheiße alles ist, kann man doch auch mal so jemanden zu Wort kommen lassen. Lesen Sie lieber genau, was er schreibt...

    Ich kann das auch nur schwer nachvollziehen, wieso Spekulanten Gauner sein sollen, denn in der Spekulation liegt immer auch das Risiko seinen Einsatz ganz oder zumindest teilweise zu verlieren.

    • dshiflo
    • 15. September 2011 14:03 Uhr

    Entfernt. Bitte verzichten Sie auf polemische Äußerungen. Danke, die Redaktion/mo.

  1. "Die Eurokrise ist eine direkte Folge des großen Crashs von 2008."

    Der 1. wahre Satz der bisher in den Medien, der Politik, der Wirtschaft hartnäckigst geleugnet wurde.

    So gesehen sind auch Länder wie GR, Portugal, Spanien, Italien, Irland etc.

    ein Opfer der weltgrößten Betrügerei um die cds.

    Während GR stets des Betrugs engeklagt wird, haben ich noch keinen Finanzmanager oder Banker wegen Betrugs durch cds im Gefängnis gesehen.

    Während es heftigste Aggressionen gegen GR gibt, sind mir derartige Aggressionen gegen die Finanzindustrie nicht aufgefallen, welche weltweit immerhin

    50 000 000 000 000

    Dollar verbrannt hat. In GR geht es um weniger.

    30 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Im gegensatz zu den Foren wird in den Medien die Diskussion über die CDS geradezu tabuisiert. Dabei sind die CDS ja das perfideste Foterwerkzeug, da es destruktive Spekulation erlaubt. Weiterhin sind die CDS in zweierlei Hinsicht Betrug:

    1. Die Emittenten der CDS müssen keinerlei Rücklagen für den Versicherungsfall vorhalten. Sie müssen nicht einmal glaubhaft machen können, dass sie im Versicherungsfall die Versicherungssumme, oder auch nur einen Teil davon, auszahlen können.

    2. Obwohl Staatsanleihen ein Risiko bergen, wird die Versicherung der Staatsanleihen durch CDS a priori als risikolos eingestuft. Dadurch kann eine Bank Massen von Schrottanleihen auf Pump kaufen und durch Kauf der entsprechenden CDS der Bankaufsicht weismachen, sie sei versichert. Und das, obwohl die Emittenten der CDS wie in 1. beschrieben keine Deckung nachuweisen brauchen!

    Darüber hinaus kann man beliebig CDS kaufen, auch wenn man die entsprechenden Staatsanleihen gar nicht hält. Bei Ausfall wird die Versicherungssumme auf nicht existente Papiere fällig!

    Über dieses gigantische Spekulations- und letztendlich Betrugsschema will die Presse nicht ausführlich schreiben. Politiker verdrängen es so weitwie möglich.

    Man beschwert sich über die Hitze in der Wüste, nimmt aber die Sonne nicht zur Kenntnis.

    die wissentlich und vorsätzlich verkauft wurden, wird ebenfalls totgeschwiegen. Dabei kann man in den FOMC-Protokollen nachlesen, dass dieser Betrug mit Wissen und Wohlwollen der FED stattgefunden hat. Nicht nur das, die Fed durfte auch (entgegen üblichen Regeln) in den Markt für ABS eingreifen, also aktiv den Kurs manipulieren.
    All dies ist sehr gut dokumentiert von G. Zoche auf "Welt Macht Geld":

    http://weltmachtgeld.tnpa...

    Das Geschäftsmodell der USA besteht seit langem darin, überall auf der Welt Güter und strategische Ressourcen einzukaufen und diese mit Dollars zu bezahlen, für die dann Wertpapiere gekauft werden, deren Werthaltigkeit äußerst zweifelhaft ist. Dieses Spiel wird mit politischer und militärischer Erpressung aufrechterhalten, außerdem durch Erpressung mit Rohstoffen (Grundnahrungsmittel, Erdöl usw., deren Preis als strategische Waffe benutzt wird), sowie durch Betrug.

    Wenn eine Blase platzt, wird kein "Geld verbrannt", das Geld ist immer noch da, bloß der Anspruch des Gläubigers, der die mittlerweile entwerteten Papiere gekauft hat, ist weggeschmolzen. Jedesmal, wenn eine Aktien-, Dotcom-, Immobilien- oder sonstige Blase platzt, bedeutet das, das die USA ganz viel geliehenes Geld nicht mehr zurückzahlen müssen.

    Der „Exportweltmeister“ Deutschland ist besonders begierig darauf, wertvolle Güter in buntes Papier umzutauschen. „Exportweltmeister“ = Weltmeister im Liefern von stupid money!

    Es mag sein, dass die Bankenrettung ihren Teil zur Schuldenkrise in Europa beigetragen hat, doch ist das bei weitem nicht die Ursache des Problems.

    Über Jahrzehnte haben viele europäische Staaten immer neue Kredite aufgenommen. Das war sehr bequem, denn welcher Wähler freut sich schon über Ausgabenkürzungen und Steuererhöhungen. Deswegen wird kein Politiker wiedergewählt. Das hat zu hoher Schuldenlast geführt, die aber wegen den niedrigen Zinsen noch nicht problematisch war.

    Nach der Krise sind die Investoren und Spekulanten vorsichtiger geworden und schauen genauer hin wem sie ihr Geld anvertrauen. Wer würde Griechenland heute sein privates Geld leihen oder seine Lebensversicherung verpfänden? Freiwillige vor!

    Wahrscheinlich sind Staaten und Banken sowohl Opfer als auch Täter. Denn durch unsolides wirtschaften vieler Staaten sind deren Kredite erst "faul" geworden. Die Banken hätten wiederum diesen unsolide wirtschaftenden Staaten niemals Kredite zu so günstigen Konditionen geben dürfen.

    ""Die Eurokrise ist eine direkte Folge des großen Crashs von 2008."

    Der 1. wahre Satz der bisher in den Medien, der Politik, der Wirtschaft hartnäckigst geleugnet wurde."

    Ich wage es zu widersprechen. Die Eurokrise ist eine direkte Folge, dass die Politik nach der Finanzkrise 2008 untätig blieb, die Finanzmärkte nicht regulierte und es den Finanzmärkten gestattete, in der gleichen Art auf Staatsanleihen zu spekulieren, wie sie es auf Immobilien taten.

    "Im November 2008 versprachen die Europäischen Finanzminister, dass sie das System vor weiteren Pleiten schützen würden."

    Dies war genau die Ansage, die Spieler an den Finanzmärkten geradezu einlud auf Staatsanleihen der Eurozone zu spekulieren. Nun haben wir das Ergebnis.

    Nicht die Finanzkrise ist Ursache der Eurokrise, sondern die verantwortungslose Untätigkeit, bzw. die Vergesellschaftung der Schulden, durch die politischen Akteure.

    MfG
    AoM

    ""Die Eurokrise ist eine direkte Folge des großen Crashs von 2008." Der 1. wahre Satz..."....

    "So gesehen sind auch Länder.. ein Opfer der weltgrößten Betrügerei um die cds."...

    Und gerade Herr George Soros ist die Mutter und der Vater des CDS Geschäftes, und zwar als nur ein Teil des Instruments der Leerverkäufen ohne Deckung.

    Weil was sind die CDS?

    Eine Versicherung die nicht ausgezahlt werden kann, aber trotzdem spielt wichtige Rolle bei der Blasenbildung der psychologischen Motoren der Krise und Instrument für die spekulative leichte Bereicherung durch neben anderem Verschlucken von gedrücktem Geld.

    Das wichtigste ist die Funktionsweise des Finanzsystems selbst nach der Aufhebung seit 1999 der Glass - Steagall Gesetze.

    Herr Goerge Soros ist ein von wichtigsten Konstrukteure dieser Idee der totalen Monopolbildung der Finanzmärkte die einfach zum Bau der Schneeballsystemen vorprogrammiert sind. Die mangelnde Konkurrenz und Spekulationsraum gewährleisten einen immer vorhandenen und immerwerdenden Spekulationsraum der letztendlich immer erneut die neue Krisen diktieren kann.

    Ohne die Lösung dieser Frage wird eine notwendige Konkurrenz und marktwirtschaftliche Verhältnisse innerhalb der Finanzindustrie fehlen und dadurch immer erneut die Blasenbildung hervorrufen.

  2. was man jetzt machen kann. Auf Spekulanten hören. xD

    20 Leserempfehlungen
    • 125ml
    • 14. September 2011 15:51 Uhr

    Entfernt. Bitte achten Sie auf einen höflichen Umgangston. Danke. Die Redaktion/sc

    7 Leserempfehlungen
    • xpeten
    • 14. September 2011 15:58 Uhr

    einen Bock danach zu befragen, wie man die Rasenfläche saniert.

    18 Leserempfehlungen
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    Böcke sagen ihnen nicht wie Sie den Rasen sanieren, aber vielleicht, wie Sie ihn schützen können!
    Übrige parallelen aus meinem Beitragstitel zu ziehen überlasse ich Ihnen. Übung macht den Meister! ;)

  3. Im gegensatz zu den Foren wird in den Medien die Diskussion über die CDS geradezu tabuisiert. Dabei sind die CDS ja das perfideste Foterwerkzeug, da es destruktive Spekulation erlaubt. Weiterhin sind die CDS in zweierlei Hinsicht Betrug:

    1. Die Emittenten der CDS müssen keinerlei Rücklagen für den Versicherungsfall vorhalten. Sie müssen nicht einmal glaubhaft machen können, dass sie im Versicherungsfall die Versicherungssumme, oder auch nur einen Teil davon, auszahlen können.

    2. Obwohl Staatsanleihen ein Risiko bergen, wird die Versicherung der Staatsanleihen durch CDS a priori als risikolos eingestuft. Dadurch kann eine Bank Massen von Schrottanleihen auf Pump kaufen und durch Kauf der entsprechenden CDS der Bankaufsicht weismachen, sie sei versichert. Und das, obwohl die Emittenten der CDS wie in 1. beschrieben keine Deckung nachuweisen brauchen!

    Darüber hinaus kann man beliebig CDS kaufen, auch wenn man die entsprechenden Staatsanleihen gar nicht hält. Bei Ausfall wird die Versicherungssumme auf nicht existente Papiere fällig!

    Über dieses gigantische Spekulations- und letztendlich Betrugsschema will die Presse nicht ausführlich schreiben. Politiker verdrängen es so weitwie möglich.

    Man beschwert sich über die Hitze in der Wüste, nimmt aber die Sonne nicht zur Kenntnis.

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    Die "cds" wurden durch eine Uniabgängerin erfunden - also jemand ohne jegliche Banken- und Finanzenerfahrung. Hier war wohl nur die Gier Vater des Gedankens. JP Morgan war auch schon bei der Weltwirtschaftskrise 1929 maßgeblich.

    Die Konstruktion der cds ist so angelegt, dass sie niemals dauerhaft funktionieren kann. Der Crash erfolgt zwangsweise. Wer also Einfluss hat, kann bestimmen, wann die cds Blase platzt und wird gigantische Gewinne erzielen.

    Warren Buffet nannte die cds die "Massenvernichtungswaffen der Finanzindustrie". Niemand aus der Finanzfachwelt sah sich genötigt das nachzuprüfen. Oder es war die bösartige hemmungslose Gier hier Billionen Dollars über den Tisch ziehen zu können bzw. durch Betrug und das Leid der anderen auf Kosten dieser reich zu werden.

    In der Tat: Die gesamte Medienlandschaft erweist sich bis heute als eine "staatliche Einheitsmedienlandschaft", welche das Thema ignoriert. Man kann davon ausgehen, dass das bisher der weltgrößte Betrug war. Je größer der Betrug, je größer die kriminelle Energie, desto weniger Risiken auf Strafbarkeit.

    Lobbyismus:

    Bis heute sind die cds nicht verboten, obwohl sie ursächlich für das Verbrennen von 50 000 000 000 000 Dollar waren.

    Auch hier haben sie recht: Keine Bank wußte zB wie hoch die UBS mit cds eingedeckt war, weil niemand cds Bestände bilanzieren muss. Wer also UBS Papiere hatte, war in dem Glauben erstklassige Werte zu haben -

    bis die cds platzten und die UBS Papiere gegen 0 (9) fielen.

    Der Handel mit CDS ist ein äußerst zwielichtiges Geschäft unter der Führung des "Money Trust" himself, die staatstragende New York Times schreibt dazu:
    "A Secretive Banking Elite Rules Trading in Derivatives"

    http://www.nytimes.com/20...

    Besonders erwähnenswert dabei ist die Tatsache, dass die AIG-Riesenpleite im wesentlichen durch CDS verursacht war. Der amerikanische Steuerzahler hat CDS-Schulden von AIG, die unter äußerst zwielichtigen und sittenwidrigen Umständen zustande gekommen sind, in Milliardenhöhe übernommen.

    Geschäftsmodell: verkaufe CDS an ein systemrelevantes Institut zu manipulierten Phantasiepreisen, wenn die Preise crashen, ist ein Konkurrent pleite und die ungedeckte Phantasieforderung ist jetzt eine Staatsanleihe.

    Weite Teile des Finanzsystems sind betrügerisch. Und damit meine ich nicht nur die Banken.

    Wie Geld entsteht ist an sich schon sehr fragwürdig. Banken "erschaffen" Geld - den überwiegenden Anteil - und nicht die EZB. Dabei könnte Geld vom Staat erschaffen werden oder zumindest in einem weit größerem Umfang.

    Ein anderes Thema sind die Zinsspekulationen der Gemeinden u.a. bei der dt. Bank. Eigentlich ist es für Gemeinden zwar verboten Spekulationsgeschäfte abzuschließen, aber es wird trotzdem nicht strafrechtlich verfolgt. Ein Glück, dass wir eine "unabhängige" Justiz haben - die zwar in weiten Teilen politisch Abhängig ist, aber was soll's. Staatsanwälte sin Weisungsbefugt.

    In den Medien wird auch kaum darüber diskutiert - zuviele Anzeigenkunden aus der Finanzbranche - außerdem kontrollieren die wahren Herren die Unternehmen durch Kreditlinien und Co. Alleine wenige unverschuldtete Großunternehmen wie Bosch können hier einmal die Wahrheit ansprechen.

    Dabei ist das ganze aktulle Drama ein schlechter Witz. Die EZB könnte einfach Geld am PC erschaffen und neue Banken damit ausstatten, sollten die "Alten" aufgrund von Staatspleiten zusammenbrechen. Die Neuen könnten von den Alten die Soliden Geschäfte übernehmen (z.B. Hausbaukredite) - nur müssten Sie nicht jede Bonuszahlung begleichen.

    Es ist schlicht eine Verteilungsfrage. Das kann man alleine an den Vermögen der Reichsten erkennen. Vieles wäre möglich - doch alleine die Diskussion darüber ist "GEFÄHRLICH" - für Manche.

    Der Autor ist ein weltbekannter Spekulant.
    Währungsspekulationen sind seine Spezialität. Soros wettete in den 90er erfolgreich gegen das britische Pfund und machte einen Gewinn von rund einer Milliarde. Soros ließ verlauten dass das Pfund abgewertet werden soll. Es folgte eine Flucht aus dem Pfund und die Währung stürzte ab.

    Schon zu Beginn 2010 sprach Soros als erster von einem möglichen Zusammenbruch der Euro-Zone. Am 8 Februar trafen sich einige Hedgefound-Manager in New York und verabredeten die Spekulation gegen Griechenland und den Euro.

    Vor diesem Hintergrund ist der Kommentar von Soros zu verstehen. Die Zeit macht dies sicherlich auch deutlich!

  4. George Soros ist ein gefährlicher Verrückter: auf seiner Homepage macht er die Aussage:

    "Europe should rescue banks before states" http://www.georgesoros.co...

    Ich glaube, da muss das Weltbild von jemandem auf die Füsse gestellt werden, es geht nicht darum, wie man dieses pathologische Finanzsystem auf Kosten der Allgemeinheit am Leben erhält, es geht darum, wie man diese von einer krankhaften Machtgier besessene Finanzoligarchie entmachtet.

    Jedes Mindestreserve-System stößt irgendwann an sein Ende und dieses Ende steht jetzt vor der Tür, wir können uns weiter zermürben, indem wir alles tun, um das unvermeidliche ein wenig hinauszuzögern oder endlich erkennen, dass das bestehende Finanzsystem endlich abgewickelt werden muss:
    http://www.daf.fm/video/m...

    Wir sollten uns Gedanken darüber machen, wie man es danach besser macht. Eigentlich können wir froh sein, dass dieses menschenverachtende System endlich vor dem Zusammenbruch steht, auch wenn die kommende Zeit gefährlich und ruppig sein wird, bietet sie doch nie dagewesene Chancen.

    34 Leserempfehlungen
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    • tokos
    • 14. September 2011 19:47 Uhr

    findet man gleich hier: http://www.pinkepinke.net

    Einfach mal rein lesen und weiter surfen. Viel Freude beim Gewinnen neuer An- und Einsichten.

    Wir müssen die Krebszelle Finanzindustrie einfach herausoperieren bevor Sie noch mehr gesundes Gewebe (die Realwirtschaft und den Staat) kaputt macht.

    KEINEN CENT für Bankenrettung. Leute, vertraut eurer Geld Banken an, die sich sozialen, ethischen und Umweltstandards verpflichtet haben wie die Umweltbank, die GLS Bank oder andere!

    Es ist so einfach:
    Transaktionssteuer einführen, sämtliche AGs in GmbH-Stiftungen wie Bosch umwandeln und Bankenaufsicht wie nach 1929!

    • k2
    • 14. September 2011 16:12 Uhr

    Erhöhte Volatilität ist "äusserst attraktiv": N u r daraus erfolgen dann exorbitante Gewinne und eine nennenswerte Vermögenszunahme.

    Eine Leserempfehlung

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