FinanzkriseEuropa hat nur einen Ausweg

George Soros ist der bekannteste Spekulant der Welt. Hier fordert er: Plant mit dem Euro-Austritt Griechenlands, Portugals und Irlands! von George Soros

George Soros bei einem Spenden-Forum in New York

George Soros bei einem Spenden-Forum in New York  |  © Spencer Platt/Getty Images

Die Eurokrise ist eine direkte Folge des großen Crashs von 2008. Als Lehman Brothers unterging, musste das ganze Finanzsystem an die Herz-Lungen-Maschine gehängt werden. Staatliche Kreditvergabe musste die nun ausfallende Kreditvergabe von Banken und anderen Institutionen ersetzen.

Im November 2008 versprachen die Europäischen Finanzminister, dass sie das System vor weiteren Pleiten schützen würden. Angela Merkel erklärte damals aber, dass solche Garantien nicht von der EU oder der Euro-Zone insgesamt ausgesprochen werden sollten, sondern von einzelnen Staaten. Damals wurde schon klar, was der Euro-Zone fehlt: ein gemeinsames Finanzministerium.

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George Soros

George Soros ist ein amerikanisch-ungarischer Finanzinvestor. Berühmt wurde Soros, als er 1992 mit seinen Fonds auf die Abwertung des seiner Ansicht nach im Europäischen Währungssystem überbewerteten britischen Pfund setzte, eine Spekulationswelle in Gang setzte und damit rund eine Milliarde Dollar verdiente.

Die Euro-Krise ist der amerikanischen Subprime-Krise, die den Crash von 2008 auslöste, recht ähnlich. In beiden Fällen verlor ein angeblich risikofreies Wertpapier – verbriefte Immobilienkredite damals und europäische Regierungsanleihen heute – an Wert. Die Euro-Krise ist allerdings schwerer zu bewältigen, eben weil ein gemeinsames Finanzministerium fehlt, welches zur Reaktion auf die Krise gebraucht würde. Ohne den politischen Willen, ein solches einzurichten, ist auch eine Lösung nicht abzusehen. Und weil das so ist, haben die Verantwortlichen in der Zwischenzeit versucht, Zeit zu schinden.

Nun ist Zeitschinden normalerweise gar keine schlechte Taktik: Im Lauf der Zeit verschwindet die Panik wieder, und die Zuversicht kehrt zurück. In diesem Fall aber nicht. Unter dem Druck der Krise unternehmen die Verantwortlichen zwar sämtliche Schritte, die nötig sind, um das System zusammenzuhalten – aber immer nur das Minimum, und das wiederum empfinden die Finanzmärkte als unzureichend. So scheint Europa zu einer Krise ohne Ende verdammt. Selbst Schritte, die etwas früher im Krisenverlauf noch gewirkt hätten, erweisen sich als inadäquat, wenn sie endlich politisch möglich werden.

Chronik
Die Euro-Krise seit 2009
Mai 2013
Zustimmung zur EU Umfrage Pew

© Aris Messinis/AFP/Getty Images

Europa wird unbeliebter: Laut einer Studie des US-Meinungsforschungsinstituts Pew ist die Zustimmung zur EU im Vergleich zum Vorjahr von 60 auf 45 Prozent gesunken. Befragt wurden knapp 8.000 Bürger in acht EU-Staaten. In Deutschland wurden das europäische Projekt und die wirtschaftliche Lage noch in Deutschland bewertet, in Frankreich sank die Zustimmung am stärksten. Allerdings ergibt die Studie auch, dass eine Mehrheit der Bürger den Euro behalten will und dass etwa zwei Drittel der Befragten in Krisenländern die Sparpolitik großen Mehrausgaben vorziehen.

28. April 2013
Proteste Griechenland

© John Kolesidis/Reuters

Um sich zukünftige Hilfszahlungen der Troika zu sichern, verabschiedet die griechische Regierung ein neues Sparpaket. Unter anderem sollen bis Ende nächsten Jahres 15.000 Beamte entlassen werden. Ohnehin erreicht die Arbeitslosigkeit immer neue Rekord-Ausmaße: Schon Anfang des Jahres waren in der ganzen Euro-Zone 19 Millionen Menschen ohne Erwerb. In Griechenland und Spanien lag die Arbeitslosenquote bei über 26, bei unter 25-jährigen sogar über 55 Prozent. Immer wieder kommt es in den Krisenländern zu Streiks und heftigen Protesten.

April 2013
Harvard Rofogg Reinhart Studie Sparen

© Jessica Rinaldi/Reuters

Die wissenschaftliche Basis der Sparpolitik bröckelt: Eine maßgebliche Studie von Kenneth Rogoff und Carmen Reinhart kam zu dem Schluss, dass Staatsschulden das Wachstum bremsen, sobald sie einen bestimmten Punkt überschreiten. Jetzt wird die Arbeit massiv angezweifelt. Neue Forschungen ergeben, dass der errechnete Zusammenhang zwischen Schulden und Wachstum weniger stark ausfällt. Das gibt den Kritikern der Sparpolitik neue Argumente.

14. April 2013
AfD bernd Lucke

© Carsten Koall/Getty Images

Der konservative Protest gegen den Euro formiert sich: Auf ihrem Gründungsparteitag hat die Alternative für Deutschland (AfD) beschlossen, zur Bundestagswahl anzutreten. Die Partei um den Wirtschaftsprofessor Bernd Lucke fordert den Ausstieg aus dem Euro, die Wiedereinführung der D-Mark und das Ende der Rettungspakete. Die AfD gibt sich bürgerlich und versucht, sich von Rechtspopulismus-Vorwürfen abzusetzen. Zustimmung zum Euro-Austritt äußert unter anderem auch der frühere Linken-Vorsitzende Oskar Lafontaine. In Umfragen Anfang Mai erreicht die AfD drei Prozent.

März 2013
Zypern Präsident Nicos Anastasiades

© Andreas Manolis/Reuters

Zypern droht die Staatspleite. Ein erster Rettungsplan der Euro-Finanzminister sieht vor, auch die Bankkunden an den Kosten zu beteiligen, die vergleichsweise kleine Summen bei Zyperns Banken angelegt haben. Doch das Parlament in Zypern lehnt die Zwangsabgabe ab. Schließlich werden nur Konten mit über 100.000 Euro belastet, die Troika zahlt zehn Milliarden Euro, Zypern bleibt mit umstrukturiertem Finanzsektor im Euro. Am 28. März öffnen zyprische Banken nach einer zwölftägigen Pause wieder, der befürchtete Ansturm der Kunden auf die Institute bleibt aus.

Januar 2013
David Cameron Grundsatzrede zur EU

© Oli Scarff/Getty Images

In Großbritannien legt die eurokritische Partei UKIP in Umfragen stark zu. In einer Grundsatzrede kündigt Premierminister David Cameron ein Referendum zum Austritt aus der EU an. Er spricht sich für den Verbleib in der Staatengemeinschaft aus – wenn diese sich "möglicherweise bis zur Unkenntlichkeit" verändere. Die EU müsse flexibler, anpassungsfähiger und offener werden, die Schuldenkrise überwinden. Dazu müsste allerdings der Lissabon-Vertrag verändert werden, was für viele EU-Politiker nicht infrage kommt.

November 2012
Lagarde und Draghi Konferenz der Eurozone

© Yves Herman/Reuters

Die Euro-Finanzminister, die EZB und der IWF einigen sich auf Maßnahmen gegen die griechische Staatsverschuldung. Aus dem zweiten Hilfspaket werden Notkredite in Höhe von 44 Milliarden Euro gewährt. Außerdem bekommt Athen mehr Zeit, um seine Schulden abzubauen – bis zum Jahr 2020 muss die Schuldenlast nun um 120 statt 124 Prozent gesunken sein, für die Rückzahlungen an den EFSF ist auch über 2020 hinaus Zeit. Einen zweiten Schuldenschnitt für Griechenland hatte unter anderem Deutschland zunächst kategorisch abgelehnt.

Oktober 2012
Rettungsschirm ESM

© Nicolas Armer/dpa

Der Rettungsschirm ESM tritt in Kraft. Insgesamt 500 Milliarden Euro können in Form von Hilfskrediten oder durch das Ankaufen von Anleihen an Krisenstaaten vergeben werden. Die Staaten müssen dazu bestimmte Auflagen erfüllen. In Deutschland lehnte das Bundesverfassungsgericht zuvor Klagen gegen den ESM ab. Geklagt hatten unter anderem Peter Gauweiler (CSU) und die Linke im Bundestag. Das Gericht stellte aber zugleich die Bedingung, dass die deutsche Haftung maximal 190 Milliarden Euro betragen dürfe.

September 2012
Mario Draghi EZB kauft Staatsanleihen

© Johannes Eisele/AFP/Getty Images

EZB-Chef Mario Draghi kündigt an, unbegrenzt Staatsanleihen von Spanien und Italien anzukaufen und so deren Zinsen für Neuverschuldungen zu senken. Bedingung ist, dass die Rettungsfonds EFSF und ESM beantragt und entsprechende Reformen zugesagt werden. Damit setzt die EZB ihre Bemühungen fort, die Kreditvergabe anzuregen und die Konjunktur in Krisenländern zu stärken. Im Juli hatte die Bank zu diesem Zweck den Leitzins von 1,0 auf einen Rekordwert von 0,75 Prozent gesenkt.

29. Juni 2012

© Thierry Charlier/AFP/Getty Images

In Brüssel treffen sich die Staats- und Regierungschefs der EU zum Krisengipfel. Spanien und Italien verlangen schnelle Hilfen. Merkel lehnt Euro-Bonds oder ein Eingreifen der EZB, um die Finanzmärkte zu stabilisieren, ab. Spanien und Italien aber verhandeln hart. Am Ende wird ein Pakt für Wachstum und Beschäftigung beschlossen. Rettungsgeld soll zukünftig "flexibler" vergeben werden. Die spanischen Banken sollen direkt Geld aus Brüssel erhalten. Die Staatschef verabreden die Schaffung einer Bankenunion.

25. Mai 2012
bankia

© Getty Images

Eine Zahl schreckt die Finanzwelt auf. In die Welt gesetzt hat sie José Ignacio Goirigolzarri, der Chef von Bankia, der viertgrößten Bank Spaniens. 19 Milliarden Euro braucht die Bank demnach an Staatshilfen, um zu überleben – weit mehr als bisher angenommen. Die Meldung untergräbt das Vertrauen in spanische Anleihen weiter, auch die Börsenkurse rutschen weltweit ab. Eine neue Debatte beginnt: Angela Merkel schlägt vor, Europas systemrelevante Banken unter eine gemeinsame Aufsicht zu stellen.

6. Mai 2012
hollande

© Getty Images

Frankreich wählt einen neuen Präsidenten: Der Sozialist François Hollande weckt vor allem bei Frankreichs Linken die Hoffnung, die Krisenagenda in Europa verändern zu können. Hollande war im Wahlkampf mit der Forderung nach Euro-Bonds aufgetreten – anders als sein Vorgänger Nicolas Sarkozy. Auch kritisierte er, Europas Politik setze zu sehr auf Sparen und zu wenig auf Wachstum.

6. Mai 2012
griechenland opposition

© Getty Images

Die Parlamentswahl in Griechenland endet im Chaos: Mehr als eine Woche lang gelingt es den Parteichefs von Konservativen, Linksradikalen und Sozialisten sowie den kleineren Demokratischen Linken nicht, eine Koalition zu bilden. Am Ende fällt die Entscheidung für Neuwahlen im Juni. Die Unsicherheit in Griechenland beunruhigt nicht nur die Finanzmärkte in Europa, sondern auch die griechischen Bürger: Viele räumen ihre Konten und bringen das Geld außer Landes. In Europa wächst die Sorge vor einer Kapitalflucht im Süden.

8. März 2012
Griechenland

© Oli Scarff/Getty Images

Die griechische Regierung verschickt eine Erfolgsmeldung: An dem angekündigten Schuldenschnitt beteiligen sich nach Angaben des Finanzministeriums rund 86 Prozent aller Gläubiger, die Papiere nach griechischem Recht halten. Damit ist das nötige Quorum erreicht, um auch die anderen Gläubiger zum Umtausch zu zwingen. Insgesamt wären dann rund 95 Prozent der Investoren im Boot. Rund 197 Milliarden der 206 Milliarden Euro an griechischen Staatsschulden können nun umgeschuldet werden. Die Anleger erhalten Papiere mit längerer Laufzeit und niedrigerem Zinssatz. Griechenland bekommt mehr Zeit.

21. Februar 2012
Venizelos und Juncker

© Yves Herman/Reuters

Die EU-Finanzminister bringen ein zweites Rettungspaket für Griechenland auf den Weg. Es umfasst neue Kredite in Höhe von 130 Milliarden Euro; private Gläubiger sollen auf mehr als 50 Prozent ihrer Forderungen verzichten. Die Euro-Gruppe bannt damit die Gefahr, dass Griechenland am 20. März endgültig zahlungsunfähig wird – an diesem Tag werden 14,5 Milliarden Euro an Zahlungen aus Anleihen fällig. Für die griechischen Staatseinnahmen soll ein Sperrkonto eingerichtet werden, das die vorrangige Bedienung der Kredite sichert.

31. Januar 2012
Evangelos Venizelos

© Getty Images

Die Staats- und Regierungschefs der EU verabschieden in Brüssel den Fiskalpakt. 25 Staaten stimmen dem Regelwerk zu; Großbritannien und Tschechien bleiben außen vor. Die neuen Regeln sollen ab 2013 gelten. Künftig kann die Kommission ein Defizitverfahren auch ohne die Zustimmung der Finanzminister eröffnen, immer dann, wenn die Defizitquote eines Landes drei Prozent überschreitet. Das strukturelle Defizit in den Haushalten darf in der Regel nicht mehr die Grenze von 0,5 Prozent überschreiten. Die Krisenstaaten müssen ihre Schulden um fünf Prozent jährlich abbauen. Beschlossen wird auch der dauerhafte Krisenmechanismus ESM, der ab Juli in Kraft treten soll.

13. Januar 2012
fillon-frankreich-rating

© Getty Images

Die Rating-Agentur Standard & Poor's stuft Frankreichs Kreditwürdigkeit herab. Einen Tag später entzieht sie neun weiteren Ländern die Bestnote. Auch der Krisenfonds EFSF verliert sein AAA-Rating. Die Folgen sind begrenzt: Die Zinsaufschläge für einige Krisenländer bleiben zwar hoch, sinken aber in der Tendenz. Die erste Auktion des EFSF nach seiner Herabstufung verläuft reibungslos. Allerdings nimmt die Flucht in sichere Häfen zu: Wenige Tage vor der Herabstufung von Frankreich zahlt Deutschland erstmals negative Zinsen auf kurzfristige Staatspapiere – wie zuvor die Schweiz und Dänemark.

Mitte November 2011
Mario Monti

© Filippo Monteforte/AFP/Getty Images

Nach wachsendem Druck der Finanzmärkte auf Italien tritt Regierungschef Silvio Berlusconi zurück. Sein Nachfolger wird der frühere EU-Kommissar Mario Monti. Im Dezember stimmt das Parlament in Rom seinem Spar- und Sanierungsprogramm zu. Auch in Spanien wechselt die Regierung: Bei der vorgezogenen Parlamentswahl am 20. November werden die Sozialisten abgewählt, die konservative Volkspartei (PP) mit ihrem Spitzenkandidaten Mariano Rajoy siegt. Er löst im Dezember José Luis Rodríguez Zapatero als Regierungschef ab.

Anfang November 2011
Lucas Papademos (r.) mit seinem Amtsvorgänger Giorgos Papandreou

© Orestis Panagiotou/EPA/dpa

Am 31. Oktober kündigt Griechenlands Ministerpräsident Papandreou überraschend an, er wolle seine Bevölkerung über die EU-Rettungshilfen abstimmen lassen. Europas Regierungen setzten Griechenland daraufhin unter Druck: Die nächste Kredittranche, von den Euro-Finanzministern eigentlich schon gebilligt, wird auf Eis gelegt. Am 3. November sagt Papandreou das Referendum wieder ab. Sechs Tage später kündigt er seinen Rücktritt an. Das frühere EZB-Ratsmitglied Lucas Papademos wird neuer griechischer Ministerpräsident.

Oktober 2011

© Odd Andersen/AFP/Getty Images

Am 26. Oktober stimmt der Bundestag schon wieder über eine Ausweitung des Rettungsfonds EFSF ab. In ihrer Regierungserklärung appelliert Kanzlerin Merkel an die Abgeordneten, ihre Rettungspolitik zu unterstützen: "Scheitert der Euro, scheitert Europa", sagt sie. 503 von 596 Abgeordneten stimmen für die Erweiterung. Auf dem anschließenden EU-Gipfel beschließen die Staats- und Regierungschefs einen Schuldenschnitt für Griechenland, eine Ausweitung des EFSF und eine Rekapitalisierung der Banken. Italien verspricht, stärker zu sparen.

29. September 2011

© Sean Gallup/AFP/Getty Images

Der Bundestag billigt die von den Euro-Ländern geplante Aufstockung des Rettungsfonds EFSF auf 780 Milliarden Euro, von denen 440 Milliarden an überschuldete Euro-Staaten verliehen werden können. Treten die geplanten Änderungen in Kraft, steigen die deutschen Garantien um 88 Milliarden auf 211 Milliarden Euro. Zudem erhält der Fonds dann weitere Kompetenzen: Künftig soll er an der Börse Staatsanleihen von Krisenstaaten kaufen, um deren Kurse zu stabilisieren. Von 611 anwesenden Abgeordneten im Bundestag stimmen 523 dem Gesetzentwurf der Koalitionsfraktionen zu.

7. September 2011
Bundesverfassungsgericht

© Ralph Orlowski/Getty Images

Erneut weist das Bundesverfassungsgericht Verfassungsbeschwerden gegen die Griechenland-Hilfen ab. Die Richter entscheiden, dass die deutsche Beteiligung am Rettungsfonds EFSF mit dem Grundgesetz vereinbar ist. Sie setzen aber voraus, dass der Haushaltsausschuss des Bundestages allen Rettungsmaßnahmen zustimmen muss. Bisher musste sich Finanzminister Wolfgang Schäuble lediglich um ein Einvernehmen mit dem Parlament bemühen.

August/September 2011
Banken Frankfurt

© Alex Grimm/Getty Images

Die europäischen Banken misstrauen einander zunehmend. Statt sich gegenseitig Geld zu leihen, bemühen sie die EZB. Der Liquiditätsfluss im Finanzsektor droht auszutrocknen, die Angst vor einer neuen großen Bankenpleite wächst. Christine Lagarde, Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF), fordert deshalb, die Banken mit neuem Kapital auszustatten, das direkt vom Rettungsfonds EFSF kommen soll. Auch die Bankenaufsicht (EBA) zeigt sich besorgt. EZB-Chef Trichet und Deutsche-Bank-Chef Ackermann hingegen kritisieren die Vorstöße.

31. August 2011

© Sean Gallup/Getty Images

Das Bundeskabinett bringt das "Gesetz zur Übernahme von Gewährleistungen im Rahmen eines europäischen Stabilisierungsmechanismus" auf den Weg. Damit setzt es die Beschlüsse des Euro-Gipfels vom 21. Juli um. Deutschland bürgt nun für weitere 211 Milliarden Euro. Knackpunkt in der deutschen Diskussion ist die Beteiligung des Bundestages: Künftig soll das Parlament über alle neuen Hilfen abstimmen. Unter anderem haben die Unions- und die FDP-Fraktion dies gefordert.

August 2011

© David Ramos/Getty Images

Die Debatte über Euro-Bonds entflammt. Euro-Gruppen-Chef Juncker ist dafür, die Krisenstaaten im Süden auch. In Deutschland drängen SPD und Grüne auf die gemeinsamen Anleihen; auch in der CDU bröckelt der Widerstand. Die FDP ist weiterhin strikt gegen Euro-Bonds, auch Angela Merkel lehnt sie ab. Unterdessen sorgen Gerüchte, Frankreich könnte sein AAA-Rating verlieren, für Turbulenzen an den Börsen. Der Dax fällt zeitweise um bis zu sechs Prozent im Vergleich zum Vortag. Sarkozy kündigt weitere Sparpläne an.

8. August 2011

© Daniel Roland/AFP

Die Europäische Zentralbank kauft erstmals auch italienische und spanische Staatsanleihen am Sekundärmarkt. Sie will damit verhindern, dass die Zinsen für die Krisenstaaten weiter steigen. Mit Erfolg: Der Druck auf die beiden Länder nimmt in den kommenden Wochen etwas ab. Italien erklärt sich bereit, ein weiteres Sparpaket aufzulegen: Bis 2013 soll der Haushalt um weitere 45 Milliarden Euro gekürzt werden.

21. Juli 2011

© Ralph Orlowski/Getty Images

Die Euro-Länder beschließen das zweite Rettungspaket für Griechenland. Es umfasst neue Kredite in Höhe von 109 Milliarden Euro und soll bis 2014 reichen. Erstmals beteiligen sich freiwillig private Gläubiger: Banken sollen 37 Milliarden Euro beisteuern, indem sie griechische Staatsanleihen in neue Bonds mit geringeren Zinsen umtauschen. Ein Erfolg für die Bundesregierung, die sich für die Beteiligung privater Gläubiger eingesetzt hat.

Juli 2011

© Vincenzo Pinto/AFP

Die Sorge um Italien lässt die Gemeinschaftswährung abrutschen. Die Staatsverschuldung der drittgrößten Volkswirtschaft Europas ist, gemessen am Bruttoinlandsprodukt, mit fast 120 Prozent höher als die Irlands und Portugals. Die Renditen auf ihre Anleihen steigen. Die Regierung plant, in vier Jahren knapp 48 Milliarden Euro einzusparen, etwa im öffentlichen Dienst und im Gesundheitswesen. Berlusconi meint trotzdem: "Wir sind stabil."

7. April 2011

© Patrick Pleul/dpa

Auch Portugal will unter den Rettungsschirm. Das ärmste Land Westeuropas sieht keine Alternative, nachdem die Opposition im März ein geplantes Sparprogramm der Minderheitenregierung ablehnte. Nach dreiwöchigen Verhandlungen bekommt Portugal 78 Milliarden Euro zugesprochen – und mehr Zeit für den Schuldenabbau: Die Neuverschuldung des Staates darf in diesem Jahr nun statt 4,6 Prozent des Bruttoinlandsprodukts 5,9 Prozent betragen.

April 2011

© Wolfgang Kumm/dpa

Innerhalb der schwarz-gelben Koalition regt sich Widerstand gegen den ESM: Mehr als 30 FDP-Politiker fordern, den Rettungsfonds auf dem Parteitag im Mai abzulehnen. Außerdem wollen sie ein Insolvenzverfahren für EU-Staaten mit starker Gläubigerbeteiligung und ein Verbot für die EZB, Anleihen aufzukaufen. Sie scheitern: Zwei Drittel der Liberalen sprechen sich gegen ein Nein zum ESM aus. Außenminister Westerwelle sagt: "Europa liegt im deutschen Interesse."

11. März 2011

© Sean Gallup/Getty Images

Die Staats- und Regierungschefs der EU-Länder beschließen, die Kreditvergabekapazität des EFSF auf 440 Milliarden aufzustocken. Außerdem einigen sich die Staaten auf den "Pakt für den Euro" – die Selbstverpflichtung, sich in der Haushalts-, Steuer- und Sozialpolitik enger abzustimmen – und verpflichten sich zum Sparen. Gleichzeitig wird der Stabilitäts- und Wachstumspakt verschärft. Die von Deutschland geforderten automatischen Sanktionen scheitern allerdings am Widerstand der Mitgliedsstaaten.

16. Dezember 2010 /25. Januar 2011

© Frank Rumpenhorst/dpa

Die EZB verdoppelt ihr Grundkapital auf elf Milliarden Euro, um ihre Anleihekäufe abzusichern. Zu diesem Zeitpunkt hat sie bereits für 72 Milliarden Euro Anleihen aufgekauft – griechische, irische, portugiesische, spanische. Einen Monat später gibt der Rettungsfonds EFSF erstmals selbst Anleihen auf dem Kapitalmarkt aus. Das Interesse der Anleger an den EFSF-Anleihen ist enorm, unter anderem wegen seines Top-Ratings.

28. November 2010

© Georges Gobet/AFP

Die Finanzminister der Euro-Länder einigen sich auf einen dauerhaften Krisenfonds, den Europäischen Stabilitätsmechanismus (ESM). Er soll 2013 den Rettungsfonds EFSF ablösen. Der ESM umfasst 700 Milliarden Euro, von denen maximal 500 Milliarden an Not leidende Staaten verliehen werden können. Der Rest dient als Sicherheitseinlage. Sie soll die Rating-Agenturen überzeugen, auch dem ESM Bestnoten zu verleihen. Im Gegensatz zum EFSF wird der neue Fonds mit einer Bareinlage in Höhe von 80 Milliarden Euro ausgestattet. In Einzelfällen können auch private Gläubiger beteiligt werden.

21. November 2010

© David Cannon/Getty Images

Irland muss vom Euro-Rettungsschirm aufgefangen werden. Das Land hat seine Banken mit Milliardenbeträgen vor dem Zusammenbruch gerettet und ist dadurch selbst in eine Schieflage geraten. Die Euro-Finanzminister beschließen Hilfskredite in Höhe von 85 Milliarden Euro, im Gegenzug muss Irland wie zuvor schon Griechenland hart sparen. Die irischen Bürger sind wütend: Bis zuletzt hatte ihre Regierung bestritten, Hilfe aus Brüssel beantragen zu wollen.

30. September 2010

© Bernd Thissen/dpa

Die Rating-Agentur Moody's stuft Spanien herab, die viertgrößte Volkswirtschaft der Euro-Zone. Sie bewertet die Bonität des Landes nun nicht mehr mit der Bestnote. Vor dem Platzen der Immobilienblase befand sich Spanien noch im Aufschwung. Seitdem kämpft das Land mit den Folgen der Finanzkrise. Ministerpräsident Zapatero bestreitet, finanzielle Hilfe der EU zu brauchen. Spanien hat auf einen rigorosen Sparkurs geschwenkt – genau wie der ebenfalls hoch verschuldete Nachbar Portugal.

7. Juni 2010

© Georges Gobet/AFP

Die Euro-Finanzminister gründen in Luxemburg die Europäische Finanzstabilisierungsfazilität (EFSF), den sogenannten Euro-Rettungsschirm. Die Zweckgesellschaft soll im Notfall am Kapitalmarkt Kredite aufnehmen, um klamme Staaten finanziell zu stützen. Die Euro-Länder sollen für die Kredite bürgen, Deutschland mit bis zu 148 Milliarden Euro. Der EFSF umfasst insgesamt 750 Milliarden Euro. Die tatsächliche Kreditvergabekapazität liegt niedriger, weil für ein AAA-Rating hohe Garantien erforderlich sind.

10. Mai 2010

© Frank Rumpenhorst/dpa

Die Europäische Zentralbank (EZB) beschließt, Staatsanleihen kriselnder Staaten aufzukaufen. Sie will verhindern, dass die Länder ihre Schulden nicht mehr bedienen können, weil die Zinsen immer weiter steigen. Ihre Statuten verbieten ihr, Anleihen direkt von den Emittenten zu erwerben; also wird sie am öffentlichen und privaten Anleihemarkt – dem sogenannten Sekundärmarkt – tätig. Mit der Ankündigung bricht die EZB mit einem Tabu: Bisher hat sie derartige Mittel zur Krisenbekämpfung stets abgelehnt.

2. Mai 2010

© Jean-Christophe Verhaegen/AFP

Die EU-Finanzminister beschließen, Griechenland Kredite in Höhe von 110 Milliarden Euro zu gewähren: 80 Milliarden kommen von den Euro-Staaten, 30 vom IWF. Nur zehn Tage später fließt die erste Tranche nach Athen. Im Gegenzug wird Griechenland verpflichtet, hart zu sparen, die Wirtschaft zu reformieren und staatliche Unternehmen zu privatisieren. An den Kapitalmärkten kann sich Griechenland nur noch zu hohen Zinsen refinanzieren. Standard & Poor's bewertet die Anleihen des Landes als hochspekulativ (B).

11. Februar 2010

© John Thys/Getty Images

Die Staats- und Regierungschefs der EU erklären sich bereit, Griechenland finanziell zu unterstützen, um die Stabilität der Währungsunion zu sichern. Die EU fordert Griechenland jedoch gleichzeitig auf, die Sparanstrengungen zu verstärken. Zuvor bescheinigte die Kommission ihren Finanzstatistiken qualitative Mängel. Die griechische Regierung verkündet zusätzliche Sparmaßnahmen in Höhe von 4,8 Milliarden Euro. Das entspricht rund zwei Prozent des griechischen BIPs.

16. Dezember 2009

© Justin Lane/dpa

Als erste Rating-Agentur stuft Fitch die Kreditwürdigkeit Griechenlands herab; die anderen Agenturen folgen. Die Sparmaßnahmen Griechenlands reichten nicht aus, um das Defizit nachhaltig zu verringern, begründet Standard & Poor's die Entscheidung. In der EU wächst die Angst vor einem Staatsbankrott, der andere Länder anstecken könnte. In Griechenland kommt es zu ersten Streiks gegen die Sparpolitik der Regierung.

Oktober 2009

© Vladimir Rys/Getty Images

Die griechische Regierung revidiert die Schätzung des Staatsdefizits für 2009 nach oben – von sechs auf mehr als zwölf Prozent des BIPs. Bereits zuvor enthielt die Schuldenstatistik des Landes gravierende Fehler: Im Jahr 2004 wurde bekannt, dass die Neuverschuldung in den Jahren 1998 und 1999 – also kurz vor Einführung des Euro – deutlich über den im Maastricht-Vertrag festgeschriebenen drei Prozent des BIPs lag. Ende 2010 werden Griechenlands Schulden mehr als 140 Prozent der Wirtschaftsleistung betragen.

Das ist der Schlüssel, um die Euro-Krise zu verstehen.

Wo stehen wir nun in diesem Prozess? Ansätze zu einem gemeinsamen europäischen Finanzministerium sind immerhin zu erkennen: in der Europäischen Finanzstabilisierungsfazilität (EFSF) und ihrem Nachfolger ab 2013, dem E uropäischen Stabilitätsmechanismus (ESM) . Die EFSF hat aber nicht genügend Kapital zur Verfügung, und ihre Funktionen sind nicht vernünftig definiert. Sie ist groß genug, um Griechenland, Portugal und Irland zu retten, aber nicht groß genug für Spanien, Italien oder gar das Banksystem. Ihr größter Mangel ist, dass sie bloß ein Geldeintreibe-Mechanismus ist; die Beschlussmacht zur Geldvergabe liegt bei den Regierungen der Mitgliedstaaten. Deshalb ist die EFSF zur Reaktion auf Krisen ungeeignet; sie muss ja abwarten, bis sie Anweisungen aus den einzelnen Staaten erhält.

Leserkommentare
    • Afa81
    • 14. September 2011 17:16 Uhr

    Spekulanten beobachten den Markt. Beispielsweise spekuliert man schon lange darauf, dass Nahrungsmittel knapp werden. Die Folgen sind, dass die Preise für Nahrungsmittel steigen. Das hat zur Folge, dass Bauern jetzt mehr für ihre Erzeugnisse bekommen. Das hat zur Folge, dass man die
    Produktion steigert. Das hat zur Folge, dass es mehr Nahrung gibt. Und das ist ein sehr großer Verdienst meines Erachtens. Natürlich verdient der Spekulant daran auch. Aber es gibt nicht nur einen Spekulanten. Es gibt viele. Das ist doch allemal besser, als eine Planwirtschaft, in der nur
    gemacht wird, was einer sagt. Wenn der nämlich falsch liegt, wird’s hart.
    In einem Land wurde das schon demonstriert - 1921. Die Menschen sind verhungert, während Bauern die Ernte verbrannt haben, weil niemand den Preis der Nachfrage angepasst hat. Es hat Jahre gedauert, bis die Wirtschaft reagiert hat. Ohne Spekulanten würde der Markt erst reagieren, wenn es zu spät ist nämlich, wenn die Nachfrage steigt und die Menschen hungern. Ich weiß, dass es Hunger gibt. Aber angesichts unseres Ökosprits (10%) und des wachsenden Mittelstands in China, die jetzt alle Fleisch essen wollen (1 kg Schweinefleisch benötigt 15 kg Getreide) hat der Markt doch gut reagiert. Besser, als wenn nichts unternommen worden wäre.

    Sorry für das Doppelposting heute, aber das ist nunmal ein Beispiel, dass sehr gut zeigt, dass diese Medaile noch eine andere Seite besitzt.

    Eine Leserempfehlung
    Antwort auf "Es geht mir nicht..."
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    Vor 40 Jahren gab es die Fächer Wirtschaftsgeschichte und Wirtschaftserdkunde. Das war damals sehr interessant zu lernen, wie die Marktwirtschaft funktioniert und wie die Planwirtschaft eben nicht funktioniert.

    Mittlerweile war ich in einigen Unternehmen tätig. Glauben Sie mir, da gibt es 1 Jahrespläne, 2 Jahrspläne und 5 Jahrespläne...

    Die Kosten werden geplant, die Umsätze werden geplant, die Arbeitskräfte werden geplant, Ersatzinvestitionen werden geplant. Und wenn dann die geplanen Gewinne nicht kommen, erfindet man z.B. für die Autoindustrie die Abwrackprämie.
    Und schon geht die Planung wieder auf.

    Und noch was. vor 40 Jahren verhungerten (Prozentual zur Bevölkreungszahl) genauso viele Menschen wie heute. Nicht trotz Marktwirtschaft sonder wegen der Marktwirtschaft.

    Die BASF liefert Düngemittel, Bayer die Spritzmittel, Deutz die Traktoren. Und dann wird Baumwolle angepflanzt. die Menschen dort erkranken oder verhungern und bei uns erhält man ein Shirt für 3 €. Toll, das hätte die Planwirtschaft nie geschafft.

    Allerdings darf man solch eine Situation nicht mit heute vergleichen. Das hauptsächliche Problem war damals die begrenzte Kommunikation. Heute sieht die Lage völlig anders aus.

    Sie vertreten eine recht naive Sicht der Dinge. Spekulation ist ein Wettgeschäft, soweit haben Sie recht. Aber die größten Spekulanten spielen zumeist mit gezinkten Karten. Nehmen wir Ihr Beispiel mit der Nahrungsmittelknappheit. Dort wird ja jeweils auf einzelne Produkte, nicht auf die Nahrung insgesamt spekuliert. Wenn diese Spekulation dann von den Food-Giganten wie Cargill, Kraft etc. ausgeht, dann steht das Ergebnis bereits vor der Wette fest, weil diese Unternehmen es in der Hand haben, das Ergebnis zu manipulieren.
    Selbst die Wette auf den sinkenden Kurs des Pfundes muss nicht unbedingt eine „freie“ Wette gewesen sein. Ein heißer Draht zur FED reicht da völlig aus, auf eine ohnehin geplante Abwertung zu wetten.
    Die großen Spekulanten spekulieren nicht ins Blaue hinein, sondern haben Insiderwissen. Das hatte Merckle auch als er auf den sinkenden Kurs der VW-Aktie wettete und sich dabei auf Wiedekind verlassen hat. Er wusste also nicht, dass Piech, obwohl zum Porsche-Clan gehörend (angeheiratet), ihm durch massiven Ankauf von VW-Aktien einen Strich durch die Rechnung machen würde.

  1. "Wenn die Steuerzahler Europas dann - letzlich ja noch einmal die Banken retten - dann allerdings nur gegen entsprechende Aktienbeteiligungen an diese Banken."

    -----------

    Und -

    da natürlich viele Bürger dabei Schaden genommen haben, tlw enteignet worden sind - siehe Zeltstädte in den USA -

    hätten in allen betroffenen Ländern Untersuchungen auf Betrug stattfinden müssen und die Verdächtigen hätte man ggf. in Untersuchungshaft nehmen müssen, weil bei diesen natürlich eine hohe Fluchtgefahr besteht.

    Man hat aber gar nichts gemacht.
    Überhaupt gar nichts.

    Als die Krise war, hieß es ja: "jetzt ist nicht die Zeit nach Schuldigen zu suchen -"

    nachdem es hieß, die Krise sei gemeistert:

    Ist jetzt die Zeit nach den Schuldigen zu suchen, um diese ggf. zu verurteilen und zu bestrafen?

    2 Leserempfehlungen
    Antwort auf "Einverstanden - Fast"
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Die meisten dieser Leute konnten ihre Raten nicht mehr bezahlen. Nun kann man sagen, die Bank hätte ihnen den Kredit "aufgeschwatzt" und die Bank hätte den Schuldnern den Kredit niemals geben dürfen. Deswegen sei die Bank alleine "Schuld". Man beachte hier auch die Parallele zur Griechenlandhilfe!

    Ich bin mir da nicht so sicher. Denn jeder mit etwas Verstand kann auch selbst nachrechnen und einschätzen, ob er sich einen Kredit leisten kann. Und wenn er es nicht kann, dann kann er jemand anderen damit beauftragen. Schließlich geht es um viel Geld.

    Dass die Banken dann diese "faulen" Kredite an andere Banken und Fonds als "gute" Kredite verkauft haben, ist dann eher ein Fall für das Gericht. Besonders viel geprüft wurde aber wohl auch bei den Käuferbanken nicht.

    • checki
    • 14. September 2011 17:23 Uhr

    Entfernt. Bitte verzichten Sie auf polemische Äußerungen. Danke, die Redaktion/mo.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • chamsi
    • 14. September 2011 17:32 Uhr

    geht von einer undurchdachten, konzeptionslosen, widersprüchlichen Finanzpolitik innerhalb der
    EU Staaten aus.
    Allein, dass es überhaupt zu dieser verfahrenen Situation kommen konnte , ist ein Zeichen für schlechte, zu spät und
    zu unkoordiniert verlaufene Finanzpolitik aller EUStaaten.

    Nur die öffentliche Diskussion über einen kontrollierten
    Bankrott von immerhin 3 Mitgliedsstaaten....bin mir nicht
    sicher,ob das jetzt zielführend ist.
    Es sei denn, man will Fakten schaffen, um die Harmonisierung
    der Finanzpolitik JETZT durch eine in diese Richtung
    driftende Spekulation zu erzwingen.

    • chamsi
    • 14. September 2011 17:32 Uhr

    geht von einer undurchdachten, konzeptionslosen, widersprüchlichen Finanzpolitik innerhalb der
    EU Staaten aus.
    Allein, dass es überhaupt zu dieser verfahrenen Situation kommen konnte , ist ein Zeichen für schlechte, zu spät und
    zu unkoordiniert verlaufene Finanzpolitik aller EUStaaten.

    Nur die öffentliche Diskussion über einen kontrollierten
    Bankrott von immerhin 3 Mitgliedsstaaten....bin mir nicht
    sicher,ob das jetzt zielführend ist.
    Es sei denn, man will Fakten schaffen, um die Harmonisierung
    der Finanzpolitik JETZT durch eine in diese Richtung
    driftende Spekulation zu erzwingen.

  2. Bei den Chinesen bin ich mir nicht ganz so sicher, wer am Ende wem eine lange Nase zeigen wird. Sicher werden die Chinesen einen großen Teil ihrer Dollarforderungen nicht in werthaltige Ressourcen umwandeln können (schon gar nicht in den USA, das wird politisch verhindert), trotzdem glaube ich, dass hinter der chinesischen Vorgehensweise eine wohldurchdachte Strategie steht.

    Hauptziel der chinesischen Wirtschaftspolitik ist momentan das Anlocken ausländischer Direktinvestitionen, deren Hauptzweck im Know-How-Transfer liegt. Wenn der abgeschlossen ist (und das könnte schneller gehen als Wall-Street dachte), beginnt ein neues Spiel.

    Immerhin bedeuten die großen chinesischen Dollarreserven schon jetzt, dass Volkswirtschaften, die erfolgreich in die Zahlungsunfähigkeit getrieben wurden, schon jetzt nicht mehr exklusiv vom Westen erpresst werden können. Auch den Chinesen bieten sich interessante Zugriffsmöglichkeiten, diese werden vor allem in Afrika geschickt genutzt. Chinas Rohstoffpolitik in der Dritten Welt ist effizient und vor allem sehr viel preiswerter als die amerikanische, die auf militärische Gewalt, Erpressung und Scheinheiligkeit basiert.
    Die Chinesen verfolgen eine globale Erdöldiplomatie, mit der sie den Amerikanern um einiges voraus sind. Sie bestellen ihr eigenes Feld:

    http://www.youtube.com/wa...

    Der Hauptunterschied zwischen Deutschland und China: China ist souverän und hat (höchstwahrscheinlich) ein durchdachtes Konzept.

    3 Leserempfehlungen
  3. Ich kann das auch nur schwer nachvollziehen, wieso Spekulanten Gauner sein sollen, denn in der Spekulation liegt immer auch das Risiko seinen Einsatz ganz oder zumindest teilweise zu verlieren.

    2 Leserempfehlungen
    Antwort auf "Falsch"
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    Risiko?

    Spekulanten schliessen Wetten ab - Banken halten die Wette.

    Und Vater Staat löst die Wetten ein.

    Wo ist da das Risiko?

    • checki
    • 14. September 2011 17:55 Uhr

    Sie haben ihre frage eigentlich zum teil schon selbst beantwortet. Der andere teil, ein großer investor kann schnell mal kleinere ....., ich schreib es lieber mal nicht aus sonst werd ich wahrscheinlich zensiert.

    • dshiflo
    • 15. September 2011 14:08 Uhr

    jeder Spekulant, der an seinen Spekulationen verdient, ist ein Gauner, denn er partizipiert am Wohlstand, der von den arbeitenden Menschen erarbeitet wird, ohne dass er ihn mehrt. Er schmarotzt an der Realwirtschaft und geht keiner gewünschten, wichtigen Arbeit nach (wie Geisteswissenschaftler, andere Dienstleister die von der Allgemeinheit angemessen bezahlt werden)

    Er ist bestimmten Fällen ein Verbrecher, weil er den Nahrungsmittelpreis (Getreide in Südamerika, Anbauflächen in Afrika) hochspekuliert, die Folge, dass drei Millionen Menschen verhungern.

    Er unterscheidet sich fast nicht von einem Bankräuber, der eine Bank ausraubt, höchstens dadruch, dass er mit seinen Spekulationen Probleme aufdeckt und richtige ökonomische Prognosen ausgibt.
    Aber belohnt man einen Bankräuber dafür, dass er Schwachstellen im Sicherheitssystem einer Bank aufdeckt?

  4. Soros hat natürlich in vielem Recht, schliesslich lebt er nicht schlecht davon mit seinen Spekulationen Geld zu verdienen.
    Wir stellen also fest : der soeben bewältigte Stresstest der Banken war wohl nur Show.
    Eine gemeinsame Finanzpolitik wird es und kann es nicht geben, wie sollte die demokratisch legitimiert sein ?
    Die Spekulation mit cds ist ungebremst da legal.
    Der EURO war eben ein Fehler , wenn er schon durch relativ kleine Betrügerstaaten ad absurdum geführt werden kann.
    Es war der Preis für die deutsche Einheit, mehr nicht.
    Wenn Fehler festgestellt werden , sollte man sie beseitigen.
    Trotz aller Hilfsmassnahmen steigen die Schulden Griechenlands immer weiter undsparen politisch durchsetzen kann keine Regierung, schaffen wir ja auch nicht, trotz spudelnder Steuern.

    Eine Leserempfehlung
  5. darf nun laut verkünden, wie der Brand gelöscht werden soll.

    Da muß man sich erst mal hinsetzen.

    Mehrmals verlangt ein Spekulant, daß endlich die Demokratie abgeschafft wird, in Deutschland.
    Das Bundesverfassungsgericht hätte einen Fehler gemacht, weil die Entscheidung, wieviel Euopa wir zurzeit wollen, im Bundestag erörtert werden muß. Gibts das?

    Der Linken würde man sofort den Verfassungsschutz auf den Hals hetzen. Und hier darf ein Gegner der Deutschen Verfassung, ein Schmarotzer des Kapitalsystems, Werbung machen für ein europäisches Finazministerium.

    Wann erlaubt "die Zeit" der italienischen Mafia, hier ihre Meinung zu Europa zu verbreiten?

    Amerika will ein vereintes Europa ohne demokratische Wahlen, Ein Spekulant will ein vereintes Euopa ohne Demokratie. Vielleicht will Hr. Ackermann auch noch einen Beitrag schreiben, warum die Banken ein Europa ohne Grenzen wollen. Wenn das so weiter geht, dann wandere ich aus.

    60 Jahre lang hat es gedauert, bis unsere Politiker ein funktionierendes Gesellschaftssystem mit demokratishen Regeln ausgehebelt haben. Und was macht die Presse? Sie macht Politik.

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