FDP In der Not rechts raus

Die FDP flirtet mit dem Populismus. Ein Kommentar

Philipp Rösler weiß genau, wie er die FDP aus ihrer Not führen kann. Er kennt den Unmut der Leute über Griechenland-Hilfen und Euro-Rettung, über hart erarbeitetes deutsches Steuergeld und leichtlebige europäische Schuldenmacher, über immer mehr Rettungsschirme und immer weniger Rettungsaussicht. Die frei flottierende Zukunftsangst der Deutschen kanalisieren, der Euro- und Europaskepsis eine Heimat geben, die FDP in eine Partei verwandeln, die Wut und Angst einsammelt und im demokratischen Spektrum bindet – das wäre eine Strategie.

Philipp Rösler weiß aber auch etwas anderes. Er kennt das Selbstverständnis der FDP als Pro-Europa-Partei. Er sieht, dass eine euroskeptische Strategie unweigerlich zum Bruch der schwarz-gelben Bundesregierung führt. Er hat erkannt, dass eine auf diesem Weg gerettete FDP eine ganz andere FDP wäre – und somit auch eine verlorene. Und das Wissen um den Verlust zählte stets mehr als das Wissen um die vermeintliche Rettung. Bis zum vergangenen Wochenende.

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In Mecklenburg-Vorpommern ist die FDP nach den Landtagswahlen noch halb so stark wie die NPD, in Berlin droht sie von der Piratenpartei überflügelt zu werden. Rechtsextreme und Internetnerds sind nun die politischen Vergleichsgrößen der Liberalen. Unter Westerwelle stürzte die FDP ab, unter Rösler schlägt sie im Niemandsland politischer Skurrilitäten auf. Ihre Existenzkrise verschärft sich. In dieser Lage – und mit Blick auf die Berlin-Wahl – hat Rösler den Versuch gestartet, das Schicksal der FDP zu wenden. Indem seine Partei nun die Euro-Skepsis aufgreift, zugleich aber den prinzipiellen proeuropäischen Rahmen nicht verlassen soll. Ein Versuch, der scheitern muss.

Keine Denkverbote

Rösler wettert gegen Denkverbote bei der Euro-Rettung und schließt eine »geordnete Insolvenz« Griechenlands nicht aus. Damit zielt er auf eine weit verbreitete Grundstimmung in der Bevölkerung. Doch nicht die Menschen, die Märkte reagierten umgehend: Der Dax stürzte unter die 5000-Punkte-Marke. Hat Rösler das nicht bedacht, unterschätzt er die Bedeutung des Vizekanzlers der größten europäischen Wirtschaftsmacht. Hat er es in Kauf genommen, stellt er das Schicksal der FDP über das Schicksal des Landes.

Die Ressentiments gegen die Schuldenstaaten bedienen, die Vorbehalte gegen Euro-Bonds ansprechen und die Leute gleichzeitig bei Europa-Laune halten – ein solcher politischer Kraftakt übersteigt alles, was Rösler und die FDP zu leisten in der Lage sind. Die Fliehkräfte der Wut und der Angst können nicht von der Anziehungskraft einer Partei ausbalanciert werden, von der sich die Wähler gerade in Scharen abwenden.

Röslers tapsender Versuch mit dem Populismus beflügelt die Fantasie in jenem Teil der FDP, der sich die Euroskepsis nicht erst bei der Bevölkerung abgucken muss. Er trägt sie längst in sich. Diesen Liberalen war die ordnungspolitische Klarheit im Zweifel stets wichtiger als die europäische Gesinnung. Per Mitgliederentscheid wollen sie die FDP-Spitze auf ein Nein zum dauerhaften Euro-Rettungsschirm ESM festlegen. Manche dieser euroskeptischen Liberalen steuern einen Kurs, wie ihn die Tories in Großbritannien verfolgen: sich der weiteren europäischen Integration verweigern, den Ordnungsrahmen national abstecken – splendid German isolation. Anderen in der FDP geht nicht einmal das weit genug.

An der Basis der Partei – und vereinzelt unter ihren Abgeordneten – finden sich längst Hardcore-Liberale, die sich nicht nur gegen die Euro-Rettung wehren. Sie widersetzen sich auch einem ehrgeizigen Klimaschutz, der Wende in der Atompolitik, einem erweiterten Verbraucherschutz und überhaupt allen neuen Eingriffen des Staates. Sie widersetzen sich, so sehen sie das, der Alleinherrschaft der Political Correctness.

Eine FDP, die in der Not ihre Hemmungen fahren lässt, begibt sich auf den Weg in den Rechtspopulismus. Zwei Spielarten davon finden sich derzeit in Europa: die von Fremdenangst getriebene Verteidigung einer »christlich-jüdischen und humanistischen Kultur« gegen die »Unmenschlichkeit« der islamischen Lehre, wie Geert Wilders sie in den Niederlanden inszeniert. Und der nationalchauvinistisch motivierte Widerstand gegen Euro und EU, wie ihn die »Wahren Finnen« verkörpern. Für den Wilders-Populismus fehlt der FDP zum einen ein Geert Wilders. Zum anderen haben diverse Rechtsverfehlungen, von der Unterwanderung der NRW-FDP durch Altnazis zu Beginn der fünfziger Jahre bis zu Möllemanns Zündeleien mit antijüdischen Ressentiments, die Liberalen gegen solche Versuchungen weitgehend immunisiert. Deshalb wird aus der FDP auch kein Sammelbecken für »Wahre Deutsche« werden.

Eine enthemmte FDP würde vermutlich einen anderen, einen dritten Weg gehen. Sie würde den Freiheitsbegriff absolut setzen und jeden Regulierungsversuch des Staates als freiheitsbeschneidend diffamieren. Sie würde einen Weg gehen, der bei einer deutschen Spielart der amerikanischen Tea-Party-Bewegung enden könnte: Staatsfeindschaft minus Kreationismus und Sendungswahn. Das Programm dafür liegt bereits vor. Rösler hat mit seinem Vorstoß zur Enthemmung der FDP beigetragen.

 
Leser-Kommentare
  1. Grundsätzlich gilt in der derzeitigen Krisenlage, dass die Angst wohl eher von den Märkten ausgeht, genauso die Panik an den Finanzplätzen. Den "Deutschen" hier aber pauschal eine solche Angst und damit die Abwehr weiterer Hilfsleistungen unterstellen zu wollen ist absurd. Die Frage ist doch warum mit aller Gewalt immer mehr Geld in den Rettungsschirm gepumpt werden soll und wer tatsächlich ein Interesse daran hat. Ist es verboten eine andere Meinung zu haben als Frau Merkel und Herr Sarkozy? Ist der "Deutsche" dumm wenn er gegen Euro-Bonds ist? Und was sollen diese Begriffe wie "Der wahre Deutsche"?

    Und was haben in diesem Zusammenhang die Anmerkungen "Verteidigung einer christlich-jüdischen und humanistischen Kultur", "nationalchauvinistisch motivierte Widerstand gegen Euro und EU" und "deutschen Spielart der amerikanischen Tea-Party-Bewegung" hier zu suchen? Welche Art Populismus betreiben Sie?

    34 Leser-Empfehlungen
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    • Cando
    • 15.09.2011 um 9:39 Uhr

    Ich kann mich meinem Vorredner hier nur anschließen.

    Um aber das Argument mit dem Rechtspopulismus noch einmal aufzugreifen. Das ist freilich eine dreiste Unterstellung, doch drängt sich mir bei der Lektüre des Kommentars die Frage auf, ob Herr Dausend seine Argumente, die großteils eher auf vagen Vermutungen beruhen, zu stützen versucht indem er die Eurokritiker alle in die Ecke des Rechtspopulismus drängt.

    Mittlerweile ist es in den Medien wohl salonfähig geworden, Leute mit Meinungen, die vom "Mainstream" abweichen, in die Ecke der rechten Schmuddelkinder zu drängen. Den Begriff "Populismus" höre ich in den Medien erst seit einigen Jahren immer wieder - mittlerweile ist er zu einer Art inflationärem Kampfbegriff geworden, um Menschen zu diffamieren, die eine andere Ansicht vertreten. Das noch gepaart mit - salopp gesagt - dem alten Modell der "Nazikeule", ergibt ein wahnsinnig wirksames Totschlagargument.

    mal die Kommentare zu Gr. DA spüren sie doch die Angst, auch wenn das die entsprechenden Leute nie zugeben würden.

    Entfernt. Bitte verzichten Sie auf polemische Äußerungen. Danke, die Redaktion/mo.

    Sie lesen die Zeit. Hier sind im Schnitt gut verdienende Leute oder solche, die es wohl doch mal werden/ werden wollen.

    Wenn Sie über Angst schreiben wollen sollten Sie auch 'Angst' betrachten.

    Gehen Sie doch mal auf so etwas wie yahoo-Nachrichten (oder, aber da war ich noch nie, die Bild). Da schreien durch PI geschädigte Menschen auf, Rechtspopulisten ohne Ende. Menschen die keine komplexen Systeme verstehen und schon längst vergessen haben dass Deutschland auf Kosten der anderen Mitgliederstaaten und der eigenen Einwohner durch die EU deutlich mehr verdient hat als uns so ein Rettungsschirm kostet.

    • Cando
    • 15.09.2011 um 9:39 Uhr

    Ich kann mich meinem Vorredner hier nur anschließen.

    Um aber das Argument mit dem Rechtspopulismus noch einmal aufzugreifen. Das ist freilich eine dreiste Unterstellung, doch drängt sich mir bei der Lektüre des Kommentars die Frage auf, ob Herr Dausend seine Argumente, die großteils eher auf vagen Vermutungen beruhen, zu stützen versucht indem er die Eurokritiker alle in die Ecke des Rechtspopulismus drängt.

    Mittlerweile ist es in den Medien wohl salonfähig geworden, Leute mit Meinungen, die vom "Mainstream" abweichen, in die Ecke der rechten Schmuddelkinder zu drängen. Den Begriff "Populismus" höre ich in den Medien erst seit einigen Jahren immer wieder - mittlerweile ist er zu einer Art inflationärem Kampfbegriff geworden, um Menschen zu diffamieren, die eine andere Ansicht vertreten. Das noch gepaart mit - salopp gesagt - dem alten Modell der "Nazikeule", ergibt ein wahnsinnig wirksames Totschlagargument.

    mal die Kommentare zu Gr. DA spüren sie doch die Angst, auch wenn das die entsprechenden Leute nie zugeben würden.

    Entfernt. Bitte verzichten Sie auf polemische Äußerungen. Danke, die Redaktion/mo.

    Sie lesen die Zeit. Hier sind im Schnitt gut verdienende Leute oder solche, die es wohl doch mal werden/ werden wollen.

    Wenn Sie über Angst schreiben wollen sollten Sie auch 'Angst' betrachten.

    Gehen Sie doch mal auf so etwas wie yahoo-Nachrichten (oder, aber da war ich noch nie, die Bild). Da schreien durch PI geschädigte Menschen auf, Rechtspopulisten ohne Ende. Menschen die keine komplexen Systeme verstehen und schon längst vergessen haben dass Deutschland auf Kosten der anderen Mitgliederstaaten und der eigenen Einwohner durch die EU deutlich mehr verdient hat als uns so ein Rettungsschirm kostet.

    • vonDü
    • 15.09.2011 um 8:57 Uhr

    der von wem verkauft werden soll?

    Das Problem der FDP ist in erster Linie das Personal und das schwache Bild bei der Umsetzung ihres Programms innerhalb der Koalition.

    Mit weniger political correctness kann man auf einigen Feldern Punkten, wo sie als überflüssige Gängelei betrachtet wird. Aber nur wenig davon, brennt dem Wähler wirklich unter den Nägeln.

    Mit Tea-Party Liberalismus, lässt sich im ordnungs- und Sozialstaat liebenden Deutschland, kein Blumentopf gewinnen.

    Ohne Koalitionspartner wird die FDP nicht regieren, aber wer will noch koalieren, wenn die FDP sich zu rechtspopulistisch und/oder antieuropäisch gibt? Ich denke daher nicht, dass die Partei unter Rösler alle Hemmungen fallen lässt und ihr Heil im bedingungslosen Populismus suchen wird. Kurzfristig mag das ein paar Prozente einbringen, langfristig ist es der Abstieg in die politische Bedeutungslosigkeit.

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    Sie schreiben "Mit Tea-Party Liberalismus, lässt sich im ordnungs- und Sozialstaat liebenden Deutschland, kein Blumentopf gewinnen."
    Ich würde das gerne auch so sehen, blöderweise kenne ich aus meiner Firma mehrere Leute, die genau so ticken. Die sind mir hinreichender Beleg, dass es in Deutschland einen "Markt" für solche Meinungen gibt. Die FDP WIRD diesen Markt bedienen, da bin ich sicher.
    Dass ich solche Leute nicht mal im Aufzug zum fünfsilbigen Smalltalk treffen möchte, brauche ich wohl nicht zu erwähnen.

    Sie schreiben "Mit Tea-Party Liberalismus, lässt sich im ordnungs- und Sozialstaat liebenden Deutschland, kein Blumentopf gewinnen."
    Ich würde das gerne auch so sehen, blöderweise kenne ich aus meiner Firma mehrere Leute, die genau so ticken. Die sind mir hinreichender Beleg, dass es in Deutschland einen "Markt" für solche Meinungen gibt. Die FDP WIRD diesen Markt bedienen, da bin ich sicher.
    Dass ich solche Leute nicht mal im Aufzug zum fünfsilbigen Smalltalk treffen möchte, brauche ich wohl nicht zu erwähnen.

  2. Schlägt Rösler eine griechische Insolvenz aus wirtschaftspolitischer Vernunft vor? Also weil er viel von Wirtschaft und Finanzen versteht?

    Oder weil die meisten Wähler gegen finanzielle Stützung der Griechen sind, also weil er viel von Wahltaktik versteht?

    Ich weiß es nicht. Ich bin weder Ecperte noch Insider.

    Aber: Die FDP hat schon in der Kohl-Regierung die hemmungslose Schuldenmacherei mitgetragen. Ich fürchte also: Rösler bringt die Griechen-Insolvenz aus populistischen Gründen ins Spiel.

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    • vonDü
    • 15.09.2011 um 9:22 Uhr

    ganz eindeutig.

    Denn an die Ursachen der Finanz- und Eurokrise, will die FDP als marktliberale Partei nicht herangehen. Die unregulierte Zockerei macht ein lösbares, überschaubares Problem zur großen Krise, nicht der 2,5%ige Anteil der Griechen an der europäischen Wirtschaftsleistung.

    Als Exportnation, mit über der Hälfte Ausfuhren nach Europa, kann man es sich nicht wirklich leisten, ein Land nach dem anderen, den Heuschrecken zum Fraß vorzuwerfen. Gegen Landeswährungen zu spekulieren, ist viel einfacher, als gegen den Euro.

    Solange die FDP also nicht bereit ist, Ursachen zu bekämpfen, ist das ganze Gerede über Griechenland und den Euro populistisches Geschwätz.

    Vielleicht schlägt Rösler Griechenlands Insolvenz einfach nur deshalb vor, weil er spürt, dass dies im Namen des Volkes wäre. Und dass das Volk es so will. Man könnte das auch

    Angewandte Demokratie

    nennen!

    • vonDü
    • 15.09.2011 um 9:22 Uhr

    ganz eindeutig.

    Denn an die Ursachen der Finanz- und Eurokrise, will die FDP als marktliberale Partei nicht herangehen. Die unregulierte Zockerei macht ein lösbares, überschaubares Problem zur großen Krise, nicht der 2,5%ige Anteil der Griechen an der europäischen Wirtschaftsleistung.

    Als Exportnation, mit über der Hälfte Ausfuhren nach Europa, kann man es sich nicht wirklich leisten, ein Land nach dem anderen, den Heuschrecken zum Fraß vorzuwerfen. Gegen Landeswährungen zu spekulieren, ist viel einfacher, als gegen den Euro.

    Solange die FDP also nicht bereit ist, Ursachen zu bekämpfen, ist das ganze Gerede über Griechenland und den Euro populistisches Geschwätz.

    Vielleicht schlägt Rösler Griechenlands Insolvenz einfach nur deshalb vor, weil er spürt, dass dies im Namen des Volkes wäre. Und dass das Volk es so will. Man könnte das auch

    Angewandte Demokratie

    nennen!

    • zimra
    • 15.09.2011 um 9:02 Uhr

    welche europakritisch arbeitet und nicht alles schluckt was uns die EU Autokratie ins Nest setzen will. Die Oettingers richten da schon genug Schaden an.
    Unterm Strich haben die Chinesen in ihrem Land mehr Freiheiten als die Europäer.das muss sich wieder ändern.
    Die Achse des Chaos zwischen Merkel und Sarkozy muss verschoben werden
    Das wäre der richtige Platz für die FDP und damit bekäme sie auf einen Schlag auch wieder Wähler.
    Im Augenblick ist die FDP eine Partei der Kleinkarierten.
    Der Vorstoss in der Griechenlandfrage kann ein Neuanfang bedeuten.

    14 Leser-Empfehlungen
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    von den Werten die Sie angesprochen haben ist die heutige fdp meilernweit entfernt und auch gar nicht gewillt, das wirklich auch umzusetzen.

    Diese durchschaubare Klientelpartei will mit blankem Populismus den nächsten drohenden Absturz bei den Wahlen in Berlin noch verhindern.

    Ich hoffe sie wird krachend scheitern und bis auf weiteres in der Versenkung verschwinden.

    Mit dem derzeitigem Yuppiepersonal traue ich dieser Partei rein gar nichts mehr zu !

    von den Werten die Sie angesprochen haben ist die heutige fdp meilernweit entfernt und auch gar nicht gewillt, das wirklich auch umzusetzen.

    Diese durchschaubare Klientelpartei will mit blankem Populismus den nächsten drohenden Absturz bei den Wahlen in Berlin noch verhindern.

    Ich hoffe sie wird krachend scheitern und bis auf weiteres in der Versenkung verschwinden.

    Mit dem derzeitigem Yuppiepersonal traue ich dieser Partei rein gar nichts mehr zu !

    • hkeske
    • 15.09.2011 um 9:03 Uhr

    Eine gute Beschreibung - die FDP scheint unter Westerwelle zusammengehalten zu haben, weil sie mehr oder weniger diffus geblieben ist mit dem, wofür sie politisch eintreten will.

    Jetzt, in der Krise, nutzen wolkige Formulierungen der Unverbindlichkeit nichts mehr, jetzt ist Klartext nötig. Und siehe da, die Partei kann sich gar nicht auf einen Klartext verständigen, Kakophonie bricht aus, die Fassade fällt in sich zusammen. Nicht einmal innerhalb der Fraktion wissen die FDPler, wofür sie eigentlich eintreten sollen und wollen.

    Daß nun ein Fachhochschul-Betriebswirt, der bisher in seinem Leben gerade mal eine kurze Zeit als Versicherungsvertreter gearbeitet hat, als "Finanzfachmann" mit der berühmten Wirtschaftskompetenz gehandelt wird, ist schon beinahe mitleiderregend.

    Auch die handelnden Personen wecken Mitleid. Wenn die FDP an der 5-%-Hürde scheitern und sie ihre Mandate verlieren sollten, werden sie arbeiten müssen. Für einige wird das eine ganz neue Erfahrung - und sie wissen noch nicht einmal, wo sie diese Erfahrung machen könnten.

    Traurig, traurig.

  3. Die wahren Populisten sind diejenigen welche uns den Euro als stabil weismachen wollen. Der Europapopulismus ist keinen Deut besser: die EU kostet Deutsches Geld und taugt haupsaechlich dazu Politiker aus der Schusslinie zu nehmen wenn sie mit Skandalen behaftet sind und als Jobmaschine für tausende Beamte - klar das diese die EU nicht abschaffen werden!
    Die wahren Populisten sind die Blockparteien die uns eine Euro - und Europalüge nach der anderen auftischen !!!

    25 Leser-Empfehlungen
  4. ... ich glaub Sie bewegen sich hier im Populismus.
    Ihre Analyse macht hinten und vorne einfach keinen Sinn, Sie springen nur auf den Zug der Kritik an der FDP auf.

    Die Finanzmärkte verkraften diese Äußerungen. Die FDP mag in diesem Punkt recht haben oder nicht - eine Debatte kann man darüber führen, soviel Unabhängigkeit von den Finanzmärkten muss sein!

    16 Leser-Empfehlungen
    • Furor
    • 15.09.2011 um 9:06 Uhr

    ... gilt eigentlich "Populist" unter Journalisten als Schimpfwort. Sollte in einer Demokratie nicht das Volk (lat. populus) entscheiden? Oder geht es hier vielmehr darum, dass die feinen Herren Akademiker sich vom ungebildeten Proletariat abgrenzen wollen?

    20 Leser-Empfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    wider besseres Wissen dem Stammtisch nach dem Munde mit dem einzigen Ziel und Zweck dort die Stimmen abzukassieren.
    Deshalb ist es ein Schimpfwort. Völlig zu recht.

    Die Frage sollte nicht lauten, warum der Begriff "Populist" als Schimpfwort gilt, sondern viel mehr, warum alles, was die Bürger mit großer Mehrheit fordern oder vertreten sofort als "Populismus" bezeichnet und damit verunglimpft wird - und zwar immer dann, wenn es den Regierenden nicht in den Kram passt. Beispiel: Afghanistankrieg, Libanonkrieg, Mindestlöhne, Ruf nach stärkeren Strafen für U-Bahn-Schläger, staatliche Schnüffeleien in der Privatphäre, Rente mit 67, Euro-Einführung, Bankenrettung und der Moloch EU als Gesamtes. Der Bürger wird nicht ernst genommen. Fordert er mehr Mitbestimmung durch Volksabstimmung oder Bürgerbegehren wird ihm auf subtile Art zu verstehen gegeben, er sei viel zu blöd um "die Komplexität des Problems richtig erfassen und einordnen zu können". Und ansonsten ist er laut Meinung der (selbsternannten) "Eliten" eben ein "Populist" der sowieso keine eigene Meinung hat und nur Stammtischparolen nachplappert.
    Bei manchen Kritikpunkten - zum Beispiel in der Außenpolitik - kommt dann noch flugs die "Antisemiten"-Keule dazu. Auf diese Weise hofft man, das Fußvolk zu disziplinieren und mundtot zu machen. Aber das funktioniert immer seltener - gottseidank!
    Ich kann jedenfalls keinen Populismus darin erkennen, wenn jemand aufsteht und ausspricht, dass es keinen Sinn macht, ein Faß ohne Boden immer weiter zu füllen. Jeder mit gesundem Menschenverstand weiß das sowieso. Dass Merkel dies anders sieht, wundert mich nicht.

    • Todoy
    • 15.09.2011 um 10:24 Uhr

    haben diesen negativen Begriff des Populismus die wahre Bedeutung zurückgegeben. Das Volk hat dieses Europa satt.

    es geht darum, dass die selbst denkenden sich von den wiederkäuenden abgrenzen.

    wider besseres Wissen dem Stammtisch nach dem Munde mit dem einzigen Ziel und Zweck dort die Stimmen abzukassieren.
    Deshalb ist es ein Schimpfwort. Völlig zu recht.

    Die Frage sollte nicht lauten, warum der Begriff "Populist" als Schimpfwort gilt, sondern viel mehr, warum alles, was die Bürger mit großer Mehrheit fordern oder vertreten sofort als "Populismus" bezeichnet und damit verunglimpft wird - und zwar immer dann, wenn es den Regierenden nicht in den Kram passt. Beispiel: Afghanistankrieg, Libanonkrieg, Mindestlöhne, Ruf nach stärkeren Strafen für U-Bahn-Schläger, staatliche Schnüffeleien in der Privatphäre, Rente mit 67, Euro-Einführung, Bankenrettung und der Moloch EU als Gesamtes. Der Bürger wird nicht ernst genommen. Fordert er mehr Mitbestimmung durch Volksabstimmung oder Bürgerbegehren wird ihm auf subtile Art zu verstehen gegeben, er sei viel zu blöd um "die Komplexität des Problems richtig erfassen und einordnen zu können". Und ansonsten ist er laut Meinung der (selbsternannten) "Eliten" eben ein "Populist" der sowieso keine eigene Meinung hat und nur Stammtischparolen nachplappert.
    Bei manchen Kritikpunkten - zum Beispiel in der Außenpolitik - kommt dann noch flugs die "Antisemiten"-Keule dazu. Auf diese Weise hofft man, das Fußvolk zu disziplinieren und mundtot zu machen. Aber das funktioniert immer seltener - gottseidank!
    Ich kann jedenfalls keinen Populismus darin erkennen, wenn jemand aufsteht und ausspricht, dass es keinen Sinn macht, ein Faß ohne Boden immer weiter zu füllen. Jeder mit gesundem Menschenverstand weiß das sowieso. Dass Merkel dies anders sieht, wundert mich nicht.

    • Todoy
    • 15.09.2011 um 10:24 Uhr

    haben diesen negativen Begriff des Populismus die wahre Bedeutung zurückgegeben. Das Volk hat dieses Europa satt.

    es geht darum, dass die selbst denkenden sich von den wiederkäuenden abgrenzen.

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