Groupon-Börsengang Grob gerechnet, laut geredet

Warum Groupon-Chef Andrew Mason den größten geplanten Börsengang des Jahres verschieben musste.

Blick in die Groupon-Firmenzentrale in Chicago

Blick in die Groupon-Firmenzentrale in Chicago

Bescheiden war Andrew Mason nicht. »Wir schreiben Geschichte«, deklarierte der Mitgründer und Vorstandschef von Groupon vor zwei Wochen in einem internen Rundschreiben an seine Mitarbeiter. Verärgert über öffentliche Kritik von Analysten und Presse an seinem Unternehmen und Gerüchte über angebliche Kapitalnöte, ließ er in einer seitenlangen Nachricht wissen: »Wir waren nie stärker.«

Groupon ist eine Mischung aus virtuellem Einkaufsclub und Rabattmakler für die Internetgeneration. Zusammen mit Facebook, LinkedIn, Twitter und dem Spielehersteller Zynga gehört Groupon zu den immer noch jungen, aber dafür extrem hoch bewerteten Internetunternehmen. Mason hatte allen Grund für sein forsches Auftreten: Rund 20 Milliarden Dollar sollte das drei Jahre alte Unternehmen beim geplanten Börsengang wert sein.

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Doch das Debüt ist nun auf unbestimmte Zeit verschoben. Düstere Erinnerungen an den ersten Internetboom wurden wach. Würde das Web 2.0 so enden wie sein Vorläufer?

Seit dem großen Internetcrash vor zehn Jahren hat das Misstrauen der Anleger die Technologieunternehmen begleitet. Bis Facebook kam. Die Euphorie um das globale Kommunikationsnetz erfasste Analysten wie Pensionskassenverwalter. Die Investmentbank Goldman Sachs versuchte gar, einen eigenen Fonds aufzumachen, um Investoren quasi durch die Hintertür eine Beteiligung an dem nach wie vor privaten Unternehmen zu ermöglichen.

Das Start-up-Unternehmen des Harvardstudenten Mark Zuckerberg wird heute an der Wall Street mit 80 Milliarden Dollar bewertet. Und Insider sind überzeugt, dass sich der Wert der Anteile nach dem Börsengang verdoppeln werde. Andere sogenannte Social-Media-Unternehmen profitierten davon. Beim Börsengang im Mai schnellte LinkedIn, das Geschäftskontaktpflege per Internet ermöglicht, auf Anhieb 170 Prozent nach oben. »Angesichts der Bewertungen würde ich durchaus von einer Blase reden«, sagt David Menlow vom unabhängigen Investmenthaus IPO Financial.

Leser-Kommentare
  1. Unternehmen die nur im Web existieren sind prinzipiell erst einmal wertlos.
    Leute kommen, Leute gehen und auch "große Anbieter" können ganz schnell verschwinden wenn sie sich gegen ihre "Ware" (auch bekannt als Nutzer) auflehnen.

    Dazu kommt dann auch dass Unternehmen im Internet eigentlich gar keine Produkte anbieten, außer:
    1) gesammelte Nutzerdaten
    2) Werbung
    3) Eventuelle Premiumangebote (Bei denen der Nutzen oft nicht groß ist, im Vergleich zu den Kosten)

    Wenn aber etwas nichts kostet, bindet es den Nutzer nicht.
    Sprich, er wandert ab wenn es etwas besseres gibt.

    Wo hier solche astronomischen Firmenwerte herkommen sollen weiß ich demzufolge nicht - es kann nur eine weitere Blase sein. Und auch zukünftige Gewinne abzuschätzen ist faktisch unmöglich.

    Dann kommt auch noch dazu dass viele Dienste ihren "Nutzen" nur in den USA haben...

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    Das Argument, die Firmen würden Nutzerdaten sammeln, und diese Nutzerdaten seien einen Haufen Geld wert, bezweifle ich stark! Ich bin seit vielen Jahren im Internet unterwegs, und ich habe bislang trotz sorglosem Umgang mit meinen Daten keinerlei negative Erfahrungen machen müssen. Spam? Ja, vielleicht 1 Mail im Quartal. Gut, wer an Gewinnspielen teilnimmt und dafür seinen Haupt-Mail-Account verwendet, dem kann man wirklich nicht helfen. Aber sonst? Wo sind die Nachteile? Ich sehe da keine, und daher halte ich Nutzerdaten für schlicht überbewertet.

    Das Argument, die Firmen würden Nutzerdaten sammeln, und diese Nutzerdaten seien einen Haufen Geld wert, bezweifle ich stark! Ich bin seit vielen Jahren im Internet unterwegs, und ich habe bislang trotz sorglosem Umgang mit meinen Daten keinerlei negative Erfahrungen machen müssen. Spam? Ja, vielleicht 1 Mail im Quartal. Gut, wer an Gewinnspielen teilnimmt und dafür seinen Haupt-Mail-Account verwendet, dem kann man wirklich nicht helfen. Aber sonst? Wo sind die Nachteile? Ich sehe da keine, und daher halte ich Nutzerdaten für schlicht überbewertet.

  2. Mitte dieses Jahres habe ich eine sehr treffende Analyse zur Situation von Groupon gefunden:

    http://t3n.de/news/groupo...

    Die dort getroffenen Aussagen erscheinen mir schon sehr plausibel. Das Geschäftsmodell kann nicht funktionieren.

  3. ...Wahnsinn. Diese Internetunternehmen werden verschwinden wie myspace, Yahoo, web.de, ICQ und natürlich das Sammelsurium der "2.0-Journalisten": Second Life. All diese Unternehmen haben heute praktisch keine Bedeutung mehr, wurde zuvor jedoch als neue Weltmarktführer tituliert.

    Gemein haben diese Blasenunternehmen, dass die eigentlich überhaupt nichts produzieren, sondern eigentlich nur Daten sammeln und diese an fadenscheinige Dritter verkaufen...

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    Habe ich was verpasst, aber diese beiden sind noch ganz lebendig...

    Yahoo hat Flickr -> ziemlich viele Nutzer.

    ICQ hat nie die ganze Welt erreicht, aber soweit ich weiß ist es im Raum der ehemaligen Sovietunion sehr beliebt.
    Vor allem aber braucht zum Beispiel QIP (Ein ICQ Klient) nicht so viel Bandbreite für Werbung wie zum Beispiel MSN oder Skype - es wird nur gesendet und empfangen wenn einer tatsächlich kommuniziert.

    Habe ich was verpasst, aber diese beiden sind noch ganz lebendig...

    Yahoo hat Flickr -> ziemlich viele Nutzer.

    ICQ hat nie die ganze Welt erreicht, aber soweit ich weiß ist es im Raum der ehemaligen Sovietunion sehr beliebt.
    Vor allem aber braucht zum Beispiel QIP (Ein ICQ Klient) nicht so viel Bandbreite für Werbung wie zum Beispiel MSN oder Skype - es wird nur gesendet und empfangen wenn einer tatsächlich kommuniziert.

  4. Habe ich was verpasst, aber diese beiden sind noch ganz lebendig...

    Yahoo hat Flickr -> ziemlich viele Nutzer.

    ICQ hat nie die ganze Welt erreicht, aber soweit ich weiß ist es im Raum der ehemaligen Sovietunion sehr beliebt.
    Vor allem aber braucht zum Beispiel QIP (Ein ICQ Klient) nicht so viel Bandbreite für Werbung wie zum Beispiel MSN oder Skype - es wird nur gesendet und empfangen wenn einer tatsächlich kommuniziert.

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    ICQ hat nie die ganze Welt erreicht, aber soweit ich weiß ist es im Raum der ehemaligen Sovietunion sehr beliebt.

    Das liegt daran, dass ICQ einem russischen Unternehmen gehört, das von den reichsten russischen Millardären geführt wird, die außerdem noch im Vorstand von Gazprom sitzen, das russische Verlagsgeschäft bestimmen und gute Beziehungen zum Kreml pflegen. - Kein Wunder, dass ICQ bei den Russen so "beliebt" ist.

    ICQ hat nie die ganze Welt erreicht, aber soweit ich weiß ist es im Raum der ehemaligen Sovietunion sehr beliebt.

    Das liegt daran, dass ICQ einem russischen Unternehmen gehört, das von den reichsten russischen Millardären geführt wird, die außerdem noch im Vorstand von Gazprom sitzen, das russische Verlagsgeschäft bestimmen und gute Beziehungen zum Kreml pflegen. - Kein Wunder, dass ICQ bei den Russen so "beliebt" ist.

  5. War am Anfang, als es hier neu war, ja tatsächlich in aller Munde, aber ich denke das war's dann auch. Seit ich gesehen habe wie einige Betriebe durch die Beratung von Groupon ins schlingern kamen, lasse ich die Finger davon.

    Erst machen wir die Fabriken dicht und lassen Chinesen billigst für uns arbeiten (zumindest für die, die noch einen Job haben) und dann demolieren wir unser Dienstleistungsgeschäft vor Ort, damit sich Firmen wie Groupon die Taschen voll machen können.

    Darauf habe ich keine Lust.

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    Ständig schauen die sogenannten Schnäppchenjäger wie die Geier auf die Nachbartische an den sie "Normalkunden" vermuten, die etwas mehr Freundlichkeit/Tischwäsche/Speise bekommen könnten um dann beim Zahlen noch einen Bonus herauszuhandeln. Schreckliches Volk! Sollen sie doch selber kochen wenn sie sparen wollen!

    Ständig schauen die sogenannten Schnäppchenjäger wie die Geier auf die Nachbartische an den sie "Normalkunden" vermuten, die etwas mehr Freundlichkeit/Tischwäsche/Speise bekommen könnten um dann beim Zahlen noch einen Bonus herauszuhandeln. Schreckliches Volk! Sollen sie doch selber kochen wenn sie sparen wollen!

  6. ICQ hat nie die ganze Welt erreicht, aber soweit ich weiß ist es im Raum der ehemaligen Sovietunion sehr beliebt.

    Das liegt daran, dass ICQ einem russischen Unternehmen gehört, das von den reichsten russischen Millardären geführt wird, die außerdem noch im Vorstand von Gazprom sitzen, das russische Verlagsgeschäft bestimmen und gute Beziehungen zum Kreml pflegen. - Kein Wunder, dass ICQ bei den Russen so "beliebt" ist.

    Antwort auf "Yahoo & ICQ "
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    Das Spannende an der Kausalität ist, dass sie Wissen erforderlich macht.

    Nicht ist ICQ in Russland so beliebt, da es 2010 von einem russischen Unternehmen gekauft wurde, wie Sie implizieren. ICQ ist - ähnlich LiveJournal - in Russland sehr beliebt, deshalb hat sich ein russisches Unternehmen dazu entschlossen, ICQ zu kaufen. Vgl.: http://www.wired.co.uk/ne...

    Aber Ihre Variante ist natürlich empathischer und politisch korrekter.

    Ansonsten: Vielen Dank für den Artikel.

    Das Spannende an der Kausalität ist, dass sie Wissen erforderlich macht.

    Nicht ist ICQ in Russland so beliebt, da es 2010 von einem russischen Unternehmen gekauft wurde, wie Sie implizieren. ICQ ist - ähnlich LiveJournal - in Russland sehr beliebt, deshalb hat sich ein russisches Unternehmen dazu entschlossen, ICQ zu kaufen. Vgl.: http://www.wired.co.uk/ne...

    Aber Ihre Variante ist natürlich empathischer und politisch korrekter.

    Ansonsten: Vielen Dank für den Artikel.

  7. Produktion ist für Idioten. Luft verkaufen dagegen ist die Zukunft, denn die Masse schläft noch mehr und kann nicht mehr klar denken, die kaufen jeden sch**ss...

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  8. Das Spannende an der Kausalität ist, dass sie Wissen erforderlich macht.

    Nicht ist ICQ in Russland so beliebt, da es 2010 von einem russischen Unternehmen gekauft wurde, wie Sie implizieren. ICQ ist - ähnlich LiveJournal - in Russland sehr beliebt, deshalb hat sich ein russisches Unternehmen dazu entschlossen, ICQ zu kaufen. Vgl.: http://www.wired.co.uk/ne...

    Aber Ihre Variante ist natürlich empathischer und politisch korrekter.

    Ansonsten: Vielen Dank für den Artikel.

    Antwort auf "ICQ und die Russen"
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    Sie verdrehen ein wenig die Abläufe. ICQ hat zweifelsohne große Verbreitung in Russland, aber die Russenschwemme begann erst Mitte 2010 als eben ICQ durch ein russisches Unternehmen gekauft wurde. Ich vermute, dass damals in Russland massiv dafür geworben wurde. Damals sprachen mich nämlich plötzlich deutlich vermehrt Teilnehmer mit kyrillischen Zeichen an. Kurze Zeit später habe ich dann das Netzwerk verlassen, weil es sowieso schon lange vorhatte, aber die Russen mir nun einen Anlass gaben.

    Es waren auch nicht die Russen, die die Initiative ergriffen. AOL bot ICQ zum Verkauf an, weil AOL sich neu ausgerichten wollte. Es interessierten sich beispielsweise auch chinesische Unternehmen für ICQ.

    Das gleiche Unternehmen, das ICQ gekauft hat, ist übrigens auch an Facebook und Twitter beteiligt; und jetzt erzählen Sie mir nicht, dass sie das gemacht haben, weil so übermäßig viele Russen Facebook und Twitter benutzen.

    Sie verdrehen ein wenig die Abläufe. ICQ hat zweifelsohne große Verbreitung in Russland, aber die Russenschwemme begann erst Mitte 2010 als eben ICQ durch ein russisches Unternehmen gekauft wurde. Ich vermute, dass damals in Russland massiv dafür geworben wurde. Damals sprachen mich nämlich plötzlich deutlich vermehrt Teilnehmer mit kyrillischen Zeichen an. Kurze Zeit später habe ich dann das Netzwerk verlassen, weil es sowieso schon lange vorhatte, aber die Russen mir nun einen Anlass gaben.

    Es waren auch nicht die Russen, die die Initiative ergriffen. AOL bot ICQ zum Verkauf an, weil AOL sich neu ausgerichten wollte. Es interessierten sich beispielsweise auch chinesische Unternehmen für ICQ.

    Das gleiche Unternehmen, das ICQ gekauft hat, ist übrigens auch an Facebook und Twitter beteiligt; und jetzt erzählen Sie mir nicht, dass sie das gemacht haben, weil so übermäßig viele Russen Facebook und Twitter benutzen.

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