Antisemitismus-GeschichteMit Gott gegen die Juden

Hassprediger in der Soutane: Wie der Wiener Kaplan und Doktor der Theologie, Sebastian Brunner, zum Vorkämpfer des mörderischen Antisemitismus wurde. von 

Juden Antisemitismus Geschichte

Darstellung aus der Zeit um 1600: Jugendliche werfen Steine nach Juden  |  © Hulton Archive/Getty Images

Missernten, Hungersnöte, Bauernaufstände in allen Provinzen des Reiches. Aber noch hält der Kutscher Europas, Österreichs Staatskanzler Klemens Wenzel Fürst Metternich, die Zügel fest in der Hand. Die Unruhen werden blutig unterdrückt, überall stöbern die Spitzel des Fürsten vermeintliche Aufrührer in ihren Schlupflöchern auf. Das strenge Regime der Zensur unterbindet jede Unmutsäußerung.

Doch Anfang März 1848 – in Frankreich ist der König gestürzt, in ganz Europa brodelt es – wird auch die kaiserliche Residenzstadt Wien aus der biedermeierlichen Geborgenheit gerissen. Nach einem Hungerwinter bangt die große Masse der arbeitslosen Textilarbeiter, die auf der Suche nach Lohn und Brot aus Böhmen und Mähren in die Hauptstadt des Habsburger-Reiches gezogen waren, um ihre Existenz. Die ausgemergelten Gestalten randalieren in den Vororten, der Lärm des Aufruhrs dringt bis zu den Adelspalais und Bürgerhäusern hinter den Befestigungsmauern.

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Am Morgen des 13. März 1848 herrscht große Aufregung in den Gassen . Unweit der Hofburg läuft eine bunte Menge zusammen, Studenten, Handwerker, Ladenbesitzer. Der junge jüdische Sekundararzt Adolf Fischhof klettert auf ein Podest und fordert in einer flammenden Rede Pressefreiheit und nationale Gleichberechtigung in dem Vielvölkerstaat. Der Funke springt über, die erregten Bürger beschließen, unverzüglich mit einer Petition direkt zum Kaiser zu marschieren. In dieser ungewohnten Situation verliert der Kommandant des Wiener Garnisonsregiments die Nerven und gibt seinen Soldaten den Feuerbefehl. Die ersten Toten der Revolution stürzen auf das Pflaster.

Unter den gefallenen Helden, die vier Tage später in einem Gemeinschaftsgrab auf dem Schmelzer Friedhof beigesetzt werden, befinden sich zwei Juden: der Webergeselle Bernhard Herrschmann und der Technikstudent Karl Heinrich Spitzer. Unerwartet erscheinen auch der Rabbiner der kleinen jüdischen Gemeinde, Isaak Noah Mannheimer, und sein Kantor Salomon Sulzer bei dem Leichenbegängnis. Ganz vom neuen Geist der Märztage beseelt, lässt sich der katholische Priester zu einer unerhörten Tat hinreißen: Er lädt seine israelitischen Kollegen ein zu gemeinsamem Gebet und gemeinsamer Totenklage. »Ihr, meine christlichen Brüder, habt gewollt, dass die toten Juden da mit euch ruhen in einer Erde«, ruft Mannheimer der Trauergemeinde zu. »Nehmt nun auch uns auf bei euch als freie Männer, und Gottes Segen über euch!« Zum Greifen nah erscheint plötzlich die so lang ersehnte Emanzipation. Angesichts ihrer Freiheitsmärtyrer in der Totengrube verbrüdern sich Christenheit und Judentum.

Allerdings währt der schöne Moment nur kurz. Die eben erst errungene Freiheit setzt auch den alten Hass wieder frei, die alte Judenfeindschaft, die das Ancien Régime mühsam unterdrückt hatte. Erbittert bekämpfen jetzt die antijüdischen Wortführer jegliche Tendenz einer Gleichstellung. »Keck, empörend, unbescheiden / Ist ihr frecher Übermut«, warnt ein antisemitisches Gedicht die achtlosen Wiener: »Denkt, daß schlaue Judenlist / Immer noch zu fürchten ist.« Besonders die Wiener Kirchenzeitung profiliert sich als Zentralorgan im Kampf gegen die »Mosaiker neuen Schlages, welche ihre Bedeutung in der heutigen Gesellschaft einzig der Verquickung des jüdischen Unglaubens mit giftigem Hass gegen christliche Lehre und katholische Übung verdanken«.

Dreimal wöchentlich hetzt der Gründer dieses Kampfblatts »für Glauben, Wissen, Freiheit und Gesetz«, Vorstadtkaplan Sebastian Brunner , gegen den teuflischen Erzfeind. Brunners Antisemitismus basiert nicht mehr auf dem antiquierten religiösen Muster, das die Juden zum »Volk der Gottesmörder« stigmatisierte. Sein Hass ist bereits ein modernes politisches Instrument wider den liberalen Geist, der mit der Revolution Einzug hält.

Zum ersten Mal stellt Brunner jene simple Gleichung auf, die selbst heute noch in der antisemitischen Algebra Gültigkeit besitzt: »Tintenjuden« und »Zeitungs-Hebräer« hätten die Presse an sich gerissen und würden mit ihrem subversiven »jüdischen Ungeist« das gesunde Volksempfinden vergiften. Bereits im ersten Jahr seiner Redaktionstätigkeit droht der Kaplan aus der Pfarrei Altlerchenfeld von der Kanzel ebenso wie in seinem Journal: »Hüthe Dich, das Volk um die letzte Spur seines Glaubens zu bringen, denn dann bist Du sammt den Mitjuden Deines Lebens und Deines Eigenthums nicht mehr sicher.«

Der geistliche Herr, urteilt der Historiker Friedrich Heer , sei der »erste katholische Judenhammer in der christlichen Presse Wiens« gewesen. Und sein Wirken dringt weit über die Grenzen der Heimat hinaus. In Paris beispielsweise wird er später dem Publikum gern als »Vater des österreichischen Antisemitismus« vorgestellt. Und er ist stolz darauf.

Zu jener Zeit aber, als Sebastian Brunner sein Wirken beginnt, im Revolutionsjahr 1848 , ahnt der künftige Hassprediger noch wenig von seiner Sendung. Der damals 34-jährige Kaplan steht auf der untersten Stufe der Kirchenhierarchie, doch er strebt nicht nach einem Amt, nicht nach klerikalen Würden. Lieber greift der promovierte Theologe zur Feder, verfasst Andachtsschriften ebenso wie humoristische und historische Traktate.

Er ist ein rebellischer Geist, der sich nicht damit abfinden will, dass sich die Kirche in Österreich willfährig der weltlichen Herrschaft unterordnet. Er denkt und fühlt ultramontan: Alles Heil gehe von Rom aus, von Gottes Stellvertreter in der Ewigen Stadt. Er hält die Reformen, mit denen Kaiser Joseph II. eine Generation zuvor die Macht der Papstkirche beschnitten hat, für das Erzübel der Zeit. Die katholischen Würdenträger haben sich mit den staatlichen Autoritäten arrangiert, dem kleinen Kaplan kommt ein Gleiches auch in der Duckmäuserzeit des Vormärz nicht in den Sinn.

Und doch stellt er sich, erfüllt vom Hass gegen den Demokratismus und ähnliche Übel, welche die Französische Revolution hervorgebracht hat, Metternich in geheimer Mission zur Verfügung. In dessen Auftrag reist er 1846 kreuz und quer durch die Staaten des Deutschen Bundes, um auszukundschaften, welche Bewandtnis es mit den Deutschkatholiken habe, die in einigen Regionen ketzerisches Gedankengut verbreiten. Bei dieser demokratisch inspirierten Basisbewegung, die auch von der Ökumene träumt, handle es sich, so berichtet Spitzel Brunner, tatsächlich um ein »Geigenstimmen der Malcontenten«. Wahrheitsgemäß meldet er, dass er die Vorläufer einer demokratischen Revolution habe beobachten können, und er prophezeit dem Staatskanzler, bald werde der Aufruhr losbrechen.

Von den Juden scheint der Kaplan noch keine Kenntnis zu nehmen. Auch nach dem Toleranzpatent Josephs II. dulden die Habsburger nur eine überschaubare Zahl jüdischer Familien in ihrer Residenzstadt, die noch dazu teuer für das Ansiedlungsrecht bezahlen müssen, das mit dem Tod des Haushaltsvorstandes wieder erlischt. Sie sind gleichviel loyale Untertanen, die sich assimilieren und dem Staat beweisen wollen, dass sie großen Nutzen bringen. Die häufig nobilitierten Familien mit klingenden Namen, die Rothschilds, die Todescos, die Eskeles, die Arnsteins oder die Wertheimsteins, finanzieren zunächst die Kriege gegen Napoleon und anschließend den Ausbau des Eisenbahnnetzes und der Industrie. In ihren prachtvollen Häusern verkehrt die gute Gesellschaft. Am Vorabend der Revolution zählt das kaiserliche Judenamt 197 tolerierte Familien in der Stadt.

Andere Juden umgehen die Gesetze, indem sie ihren Aufenthaltsschein einfach wie gefordert alle 48 Stunden erneuern. Die Praxis nennen die Eingeweihten kaschern , koscher machen. Man verlässt dazu Wien durch ein Tor der Stadtbefestigung, kehrt nach wenigen Schritten wieder um und besticht die Wache. So haben rund 5.000 – auch ärmere – Juden in der Hauptstadt dauerhaft Wohnung gefunden, als im März 1848 die Revolution beginnt.

Wie so häufig zuvor trifft in diesen turbulenten Tagen der Vorstadtkaplan Sebastian Brunner wieder mit seinem besten Freund und alten Studiengefährten aus dem Priesterseminar, dem Domprediger zu St. Stephan, Johann Emanuel Veith , zu einem ausführlichen Meinungsaustausch zusammen. Die beiden hocken viel beieinander in der engen Stube des Predigers im Schatten der Kathedrale: Veith, der Konvertit aus jüdisch-orthodoxem Hause, und Brunner, der Sohn eines frommen Wiener Seidenzeugfabrikanten. Beide teilen die Leidenschaft für die Schriftstellerei, der sie sich ausgiebig widmen, beide plagt die Sorge um die beklagenswerte Lethargie ihrer heiligen römischen Kirche. Immer wieder kreisen ihre Gespräche darum: Mutige Gottesmänner, die treu zum Papst stehen, müssten sich erheben und für die Rückkehr der vatikanischen Ordnung in der österreichischen Kirchenprovinz streiten. Gerade jetzt, in der Wirrnis der Rebellion, da liberale Freigeister in den vielen neuen Gazetten über den Klerus Hohn und Spott verbreiteten und dem Volk den Respekt vor dem Kreuz austrieben. »Das erbärmlichste Gesindel flüchtete sich zur Presse, und nun brach der Hexensabbat gegen Religion und Kirche los«, wird sich Brunner in späteren Jahren erinnern. Und »Gesindel, vor allem selbstverständlich aus dem Judenvolke« seiner Erinnerung hinzufügen.

Mehrmals war der störrische Kaplan und Spitzel selbst an Metternichs Gittern gescheitert – hatte er in den vergangen Jahren doch immer wieder versucht, ein klerikales Journal ins Leben zu rufen. Die Zensur verhinderte jeden Anlauf. Selbst seine kauzigen Streitschriften durften nur in Bayern in Druck gehen, und noch das bescherte ihm eine saftige Geldstrafe.

Doch nun, da der Weg frei ist, erscheint am 14. April 1848 die erste Ausgabe seiner Wiener Kirchenzeitung . Brunner legt ein scharfes Tempo vor. Der Gotteskrieger sieht sich ganz in der Nachfolge des barocken Pestpredigers Abraham a Santa Clara, der seinerzeit in seinen populären Sonntagsepisteln gegen die Ungläubigen und natürlich auch gegen die Juden wetterte: »Diese seynd der Abflaum aller gottlosen Leuthe.« Rasch macht Brunner im Mediengetöse des Revolutionsjahres seine Hauptfeinde aus: die »Schreibjuden«, die von Mathias Löbenstein, dem Herausgeber des Unpartheiischen , angeführt werden. Das sei der »Generalissimus der radikal-demokratisch-mosaischen Schreckensmänner«. Brunner nimmt sie alle ins Visier, die »jüdischen Feder-Helden«, die im »politisch-literarischen Schabbesgärtle« zu Wien wüten. Er, der den Weinberg des Herren pflegt, will sie ausmerzen wie das »Unkraut, das der Gärtner aus der Erde reißt«.

Dabei scheut er weder Prozesse noch Abmahnungen der Polizei und der Kirchenbehörden. Zähneknirschend zahlt er ein ums andere Mal hohe Bußgelder. Nach zwölf Jahren unermüdlicher antisemitischer Tiraden wirft ihm Ignaz Kuranda , der jüdische Herausgeber der Ostdeutschen Post , in einer aufsehenerregenden Artikelserie seines Blattes vor, Brunner habe von Beginn an in der Kirchenzeitung systematisch »die Judenhetze zu einem literarischen Industriezweig« ausgebaut. Empört fordert der Hassprediger vor Gericht Genugtuung. Doch er blitzt mit seiner Ehrenbeleidigungsklage ab. Resigniert zieht er sich daraufhin von der publizistischen Frontlinie zurück und überlässt seinem Adepten Albert Wiesinger die Nachfolge.

In seinen letzten Lebensjahren – Sebastian Brunner stirbt hochgeehrt 1893 in einem katholischen Wiener Greisenasyl – huldigt ihm bereits eine neue Generation klerikaler Judenhetzer. Sie bildet bald die tragende Säule der kleinbürgerlichen Christlichsozialen Partei, die in Brunners Todesjahr gegründet wird; an der Spitze steht der Volkstribun Karl Lueger , von 1897 bis 1910 Wiens Bürgermeister. Brunner sei »der älteste unter den Christen, welcher dem jüdischen Antichristenthum entgegengetreten ist«, preist ihn eine Hagiografie, die 1888, anlässlich Brunners 50. Priesterjubiläum, erscheint. Der fromme Mann habe »seit fünfzig Jahren unser arisches Volksthum gegen Corrumpierung und Niedertretung durch fremdes, eingewandertes Nomadenvolk geschützt und verteidigt«. Er sei eine »providentielle Persönlichkeit«, ein von der Vorsehung gesandter Retter: »Er hat viele Siege erfochten, noch viel mehr Samen ausgestreut, der in Zukunft erst Früchte bringen wird.«

Da ist der katholische Antisemitismus aus der Wiener Kirchenzeitung bereits zu einer Massenbewegung angeschwollen. Im Wien der Jahrhundertwende, in jener Stadt, welcher der gescheiterte Kunststudent Adolf Hitler sein geistiges Rüstzeug verdankte, streiten die Vereinigten Christen – ein von Priestern und »Volkspfarrern« dominierter Verein, der Brunners »Vermächtnis« bewahrt – mit der deutschnationalen Radaupartei des Georg von Schönerer um die Vorherrschaft und die Deutungshoheit in der Agitationshölle. Die ursprüngliche Demarkationslinie zwischen Glaube und Rasse war schon von der Kirchenzeitung außer Kraft gesetzt worden. »Semitische Kreolen«, heißt es dort 1861, seien »jene Individuen, die sich irgendwo deutsch-katholisch taufen ließen, ohne dass sie gewillt gewesen wären, auch nur einen Gran ihres Knoblauch-Aethers aufzugeben«.

Einer der Brunner-Epigonen, die besonders die Nähe zu ihrem Vordenker suchen, ist der niederösterreichische Landpfarrer Joseph Scheicher, der sich rühmt, beizeiten das »verderbliche Wirken« der »Judenherrschaft« erkannt zu haben. Immer wieder pilgert er zum Alterssitz seines Lehrmeisters, den der Vatikan zum päpstlichen Hausprälaten ernannt hat. Häufig, berichtet Scheicher, holten sich hohe Kirchenfürsten bei dem betagten Wüterich Rat, wie sie der liberalen Übermacht im Staat Widerstand leisten könnten. Die Antwort auf die missliche Lage des Klerus ist der Antisemitismus, der mit den Juden den liberalen Geist auszutreiben hofft.

Scheicher ist der eifrigste Autor des neuen Correspondenzblattes für den katholischen Clerus , welches das Erbe von Brunners Kirchenzeitung weiterpflegt, die 1873, im Jahr des Börsenkrachs, ihr Erscheinen einstellen musste. Das Correspondenzblatt findet in der Priesterschaft weite Verbreitung. Allerdings wird nun eine »schärfere Tonart« gegen die »asiatischen Fremdlinge« angeschlagen. Die Postille widmet sich nicht innerkirchlichen Fragen, sondern sie propagiert politische Ziele. »Das öffentliche Wohl erheischt es«, fordert sie beispielsweise, »dass der verhängnisvolle Schritt zurückgethan werde, dass die Juden-Emancipation, weil sie verfassungsmäßig gegeben, so auch verfassungsmäßig genommen werde.«

Um das Jahr 1890 beherbergt Wien eine der größten jüdischen Gemeinden Europas mit rund 120.000 Mitgliedern; das sind fast neun Prozent der Stadtbevölkerung. Trotz aller antisemitischer Anfeindungen haben die Wiener Juden in nicht einmal fünfzig Jahren einen beachtlichen Aufstieg erlebt . Sie prägen das geistige Leben in der Stadt und befruchten die kulturelle Blüte des Fin de Siécle. Ihr Unternehmergeist befeuert die späte Industrialisierung der Donaumonarchie.

Aber auch das kann ihre Feinde nicht besänftigen. Der kurze 48er-Traum von der christlich-jüdischen Aussöhnung ist ein Traum geblieben. Handwerker und Gewerbetreibende fürchten die Konkurrenz. Die »Börsenjuden« werden für die zyklischen Donnerwetter im überhitzten Investitionsklima verantwortlich gemacht. Den jüdischen Honoratioren in der tonangebenden Liberalen Partei wird der Verfall von Sitte und Ordnung angelastet. An den Universitäten herrscht kaum verhohlene Pogromstimmung.

In diesem Hexenkessel bewähren sich die Antisemiten in Soutane, die Geisteskinder des Sebastian Brunner, als Allzweck-Agitatoren der christlichsozialen Sammelbewegung, die nach der Macht greift. »Ich habe Brunner einen Mann der Vorsehung genannt, den der liebe Gott zu rechter Zeit nach Österreich geschickt hat«, resümiert sein antisemitischer Famulus Joseph Scheicher, »in der Weise, wie dieselbe Vorsehung die Profeten gesendet hat.«

Wohl wahr. Genau vierzig Jahre nach Brunners Tod sollte seine Saat schrecklich aufgehen.

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Leserkommentare
  1. Wir haben es im Griff, die Geschichte ist bis zu Ermüdung aufgearbeitet, die Botschaft ist auch angekommen.

    Wir in Europa haben da auch kein Problem mehr! Naja, bis auf das der Antisemistismus, welcher nun Israelkritik bedeutet, und nun vom rechten ins linke Lager gerückt wurde. Aber davon sehen wir mal galant ab, eigentlich ein Fall für den Störungsmelder.

    Wie wäre es denn mal mit der Aufarbeitung im Nahen Osten, da wird sich in der europäischen Vergangenheit zu Tode analysiert, und auf der anderen Seite keine Analyse zu den derzeitigen Problemen geliefert, welche uns aber angeblich jede Woche betrifft.

    Das angeblich finstere europäische Mittelalter schlicht minderwertig, was eine Selbstgeißelung, ist ja wie in einer devoten Sekte.

    Was für ein Pech wir Europäer hatten, denn Rund um uns herum blühten zu dieser Epoche lauter spannende, bunte und fortschrittliche Kulturen.

  2. Dass dieselbe Zeitung, welche fast jeden Tag einen israelfeindlichen Artikel publiziert, einen Artikel zum Thema "Antisemitismus" veröffentlicht.

    Habt ihr alle vergessen, wozu der europäische Antisemitismus geführt hat und warum Israel den Juden so wichtig ist und warum sie dafür mit allen Mitteln kämpfen? Antizionistische Menschen fordern und fördern Maßnahmen, die letztendlich das Ende des jüdischen Staates und somit den Tod seiner JÜDISCHEN Bürger mit sich bringen könnten. Ich bezweifle, dass diese Erkenntnis ihnen entgangen sei.!

  3. War ja eigentlich klar, dass auf einen Artikel zum Thema Antisemitismus sofort refelxartig darauf verwiesen wird, dass dieses Thema ja "aufgearbeitet" sei und es doch andere Probleme gäbe.
    Wenn es Sie nicht interessiert, lesen Sie solche Artikel einfach nicht! Das Thema Antisemitismus ist genauso wenig abgeschlossen, wie das Thema Zweiter Weltkrieg. Immer wieder lassen sich neue Erkenntnisse machen. Das Geschieht aus Erkenntnissinteresse und nicht, wie oft unterstellt, um dem deutschen Volk irgendeine Schuld einzureden.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    aus der Wiederholung der immer gleichen Fakten?
    Sie wollen doch nicht tatsächlich behaupten, dass die fast täglichen Artikel in den hiesigen Zeitungen tatsächlich immerzu neue Fakten ans Licht bringen? Seltsam auch, dass es zum Thema nur in Deutschland ständig neue Erkenntnisse und ständige Texte gibt, am Rest der Welt, der zum Antisemitismus und der Judenerverfolgung vor dem 3.Reich auch seinen Teil beitrug, scheint dieser stetige Erkenntnisgewinn weitgehend vorbeizugehen.
    Könnte nicht doch eine mittlerweile gewohnheitsmäßige erzieherische Absicht dahinterstecken?

  4. Ich hab's noch nicht gelesen, fand aber ein Gespräch im dradio http://www.dradio.de/dlf/... (link zum Nachhören ganz oben im Artikel) über das neue Buch von Götz Aly zum Antisemitismus sehr interessant - er vertrat dort die Ansicht, daß Neid den mörderischen Antisemitismus des 3. Reichs miterklärt, er beginnt bei den napoleonischen Kriegen und beschäftigt sich mit der weit größeren Bildung und dem wirtschaftlichen Erfolg im bürgerlichen Judentum ab Beginn des 19. Jhdts - eine Entwicklung, die in Österreich ähnlich verlief.

    Insofern scheint mir die Formulierung im Artikel verfehlt: 'Trotz aller antisemitischer Anfeindungen haben die Wiener Juden in nicht einmal fünfzig Jahren einen beachtlichen Aufstieg erlebt. Sie prägen das geistige Leben in der Stadt und befruchten die kulturelle Blüte des Fin de Siécle. Ihr Unternehmergeist befeuert die späte Industrialisierung der Donaumonarchie. Aber auch das kann ihre Feinde nicht besänftigen.'

    Im ganzen Gegenteil - das rief vermutlich genau den Neid hervor, der an den tradierten Antisemitismus andockte und zur Katastrophe der Shoa führte.

    .............................................................................................

    An die ersten beiden Kommentatoren - bitte informieren Sie sich noch nachträglich über die Bedeutung der Begriffe Antizionismus und Antisemitismus - Sie scheinen beides gleich zu setzen. Nicht nur, daß das jede Diskussion erschwert, Sie blamieren sich auch durch Unbildung.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Sind Sie jüdisch? Nein, sind Sie nicht. Nur jemand, der das Leiden der Juden nicht versteht würde wollen, dass Israel abgeschwächt und von seinen Feinden ständig attackiert wird.

    Wenn ich Polen (das Land) verachte, bedeutet das nicht, dass ich auch die dort lebenden Menschen verachte? Wenn jemand Israel hasst, bedeutet das, dass er die Wüste und die Orangenbäume hasst? Ich bitte Sie ...lol

  5. Sind Sie jüdisch? Nein, sind Sie nicht. Nur jemand, der das Leiden der Juden nicht versteht würde wollen, dass Israel abgeschwächt und von seinen Feinden ständig attackiert wird.

    Wenn ich Polen (das Land) verachte, bedeutet das nicht, dass ich auch die dort lebenden Menschen verachte? Wenn jemand Israel hasst, bedeutet das, dass er die Wüste und die Orangenbäume hasst? Ich bitte Sie ...lol

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    über die Bedeutung von 'Israelhaß' und, zugunsten einer etwas anspruchsvolleren Auseinandersetzung, über 'Nationalstaat' (nebst der zweifellos legitimen Kritik daran), über das Ende des osmanischen Reichs, Theodor Herzl, das britische Mandat, die Entstehungsgeschichte (wie Praxis im Nahen Osten) der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte informieren.

    Ihr Kommentar 5 erscheint mir recht sinnfrei und auch nicht zum Thema des Artikels geschrieben, überdies unterstellen Sie mir darin mangelnde Empathie mit dem Leiden der Juden. Keine Ebene, auf der ich mich mit Ihnen austauschen möchte.

  6. über die Bedeutung von 'Israelhaß' und, zugunsten einer etwas anspruchsvolleren Auseinandersetzung, über 'Nationalstaat' (nebst der zweifellos legitimen Kritik daran), über das Ende des osmanischen Reichs, Theodor Herzl, das britische Mandat, die Entstehungsgeschichte (wie Praxis im Nahen Osten) der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte informieren.

    Ihr Kommentar 5 erscheint mir recht sinnfrei und auch nicht zum Thema des Artikels geschrieben, überdies unterstellen Sie mir darin mangelnde Empathie mit dem Leiden der Juden. Keine Ebene, auf der ich mich mit Ihnen austauschen möchte.

    Antwort auf "Unbildung?"
  7. aus der Wiederholung der immer gleichen Fakten?
    Sie wollen doch nicht tatsächlich behaupten, dass die fast täglichen Artikel in den hiesigen Zeitungen tatsächlich immerzu neue Fakten ans Licht bringen? Seltsam auch, dass es zum Thema nur in Deutschland ständig neue Erkenntnisse und ständige Texte gibt, am Rest der Welt, der zum Antisemitismus und der Judenerverfolgung vor dem 3.Reich auch seinen Teil beitrug, scheint dieser stetige Erkenntnisgewinn weitgehend vorbeizugehen.
    Könnte nicht doch eine mittlerweile gewohnheitsmäßige erzieherische Absicht dahinterstecken?

    Antwort auf "Der übliche Reflex"
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    Entfernt. Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen. Danke. Die Redaktion/vn

    Entfernt. Bitte verzichten Sie auf die Austragung von Privatfehden und diskutieren Sie ausschließlich zum Artikelthema. Danke. Die Redaktion/vn

  8. Entfernt. Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen. Danke. Die Redaktion/vn

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