Liebeskolumne Wieso kann sie ihn einfach nicht vergessen?
Jede Woche beantwortet der Paartherapeut Wolfgang Schmidbauer eine große Frage der Liebe. Diesmal: Wieso kann sie ihn einfach nicht vergessen?
Die Frage: Während eines mehrmonatigen Projekts im Ausland hat sich Katharina in Carlos verliebt und eine leidenschaftliche Affäre mit ihm erlebt – am Ende auch durchlitten, denn sie ahnte schon, was auf sie zukommen würde.
Lesen Sie hier alle bisherigen Ratschläge von unserem Paartherapeuten Wolfgang Schmidbauer
Carlos hatte ihr reinen Wein eingeschenkt. Er sei verheiratet, für ihn müsse an dem Tag Schluss sein, an dem sie beide ins Flugzeug nach Hause stiegen, sie seien doch Profis und erwachsene Menschen. Es müsste längst vorbei sein, aber es ist nicht vorbei. Wie kann ich es schaffen, nicht mehr an ihn zu denken?, fragt sich Katharina. Ich muss ihn aus meinem Kopf kriegen. Irgendetwas hat mich so stark berührt, wie ich es noch nie zuvor erlebt habe. Was soll ich nur tun, um ihn endlich loslassen zu können?
Wolfgang Schmidbauer antwortet: Goethe mahnt: Ich besaß es doch einmal, was so köstlich ist, dass man doch zu seiner Qual nimmer es vergisst. Unser Gedächtnis bemüht sich, unangenehme Erinnerungen zu löschen, nicht jedoch angenehme.
Anscheinend muss Katharina ein idealisiertes Bild des unvergleichlichen Carlos festhalten, um ihr Selbstgefühl zu stützen. Sie stellt an neue Männer eine unmögliche Forderung: Diese müssen bei der ersten Begegnung so viel Glück garantieren, wie sie es mit Carlos in einigen Monaten durchlebt hat. Katharina sollte also nicht warten, bis die Ikone aus ihrem Kopf verschwindet, sondern zusehen, dass aus Schnappschüssen, die, für sich gesehen, noch kein ordentliches Bild geben, eine neue Ikone entsteht.
- Die Liebeskolumne
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Wolfgang Schmidbauer ist einer der bekanntesten deutschen Paartherapeuten. Was er in seiner täglichen Praxis erfährt, lesen Sie im Interview mit ZEIT ONLINE. Sein neues Buch Das kalte Herz. Von der Macht des Geldes und dem Verlust der Gefühle ist im Murmann Verlag erschienen.
Haben Sie auch eine "große Frage der Liebe"? Schicken Sie eine Mail an liebeskolumne@zeit.de
- Datum 14.09.2011 - 16:24 Uhr
- Serie Liebeskolumne
- Quelle ZEITmagazin, 15.9.2011 Nr. 38
- Kommentare 7
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... auf dem Mist,
äÄndert sich das Wetter oder es bleibt wie's ist.
Entfernt. Bitte äußern Sie Kritik anhand sachlicher Argumente. Danke. Die Redaktion/wg
Ich finde diese Kolumne immer wieder so wenig aussagekräftig, dass es allmählich ärgerlich ist...nichts als Allgemeinplätze...sehr enttäuschend...
Entfernt. Bitte bleiben Sie sachlich. Danke. Die Redaktion/wg
Sind das eigentlich überwiegend Männer, die hier die Schmidbauer - Kolumne kommentieren? Scheint mir fast so...
Sie finden diese Kolumnen wohl ernsthaft gut, oder wie?
Sie finden diese Kolumnen wohl ernsthaft gut, oder wie?
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...ist das etwas sehr Schönes, nämlich eine positive Romanze die man als persönlichen Edelstein hüten kann.
Wertvoll war (und ist) für mich einmal die Aussage meiner 'Ehemaligen', sie wäre voller Freude und Dank für die Zeit, die wir miteinander verbracht haben. - Ich konnte ihr das nur so und ehrlich bestätigen. - Wiederholt, wieder aufgegriffen haben wir das nie...
manche Dinge, Träume dürfen gerne unscharf bleiben. Für neue Partnern werden sie nach meiner persönlichen Erfahrung nicht als Anforderung gestellt. Die Meßlatte wird nicht wirklich höher. Neue Zeiten, neue Lebensabschnitte bedingen auch neue Ideen und Vorstellungen von persönlichem Glück.
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