Brettspiel Schach
Der Deutsche Schachbund hat einen neuen Präsidenten. Vier Jahre lang bestimmte Prof. Dr. Robert von Weizsäcker, der von seinem Vater Richard von Weizsäcker die Liebe zum Schachspiel »geerbt« hat und selbst Fernschachgroßmeister ist, die Geschicke des deutschen Schachs – unter langem Beifall wurde er zum Ehrenpräsidenten ernannt.
Nun folgt ihm der 58-jährige Gymnasiallehrer für Mathematik und Physik Herbert Bastian. Dieser ist nicht nur ein starker Schachspieler, Internationaler Meister und 20-facher (!) Saarländischer Meister, er hat sich auch seit über 40 (!) Jahren der Lehre und Förderung des Schachs in den Schulen verschrieben. Wie für manchen Sportverband ist es auch für den Deutschen Schachbund in Zeiten allgemeiner Vereinsmüdigkeit, beim Schach noch akzentuiert durch die Möglichkeit des Internetschachs (wo man bei www.schach.de zu jeder Tages- und Nachtzeit mit Gegnern aus Neuseeland ebenso wie aus Burkina Faso spielen kann), nicht einfach.
Dem vor Ideen sprühenden Herbert Bastian darf man indes einiges zutrauen. Den größten Sieg seiner Laufbahn errang er 1981 in Baden-Baden gegen sein »Idol« Viktor Kortschnoi, den mehrfachen Vizeweltmeister, der damals im Zenith seines Könnens stand.
In dieser Stellung überschritt Kortschnoi in verlorener Stellung die Zeit. Herbert Bastian konnte nun den Bauern g7 mit dem Turm oder dem Springer schlagen: Das eine gewinnt, das andere remisiert nur. Doch was tut was?
Nach welch unscheinbarem schwarzem Zug gab Weiß auf, weil er unweigerlich seinen gefesselten Springer verlöre? Nach 1...b3! ist gegen 2...Ta4 mit Eroberung des Springers kein Kraut gewachsen
- Datum 15.09.2011 - 06:23 Uhr
- Quelle ZEITmagazin, 15.9.2011 Nr. 38
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