Wochenmarkt Jetzt Renekloden à la Andy Warhol!

Ein Rezept für Renekloden, die schon Andy Warhol schmeckten. Der Clou daran: reichlich Sprühsahne

Als junger Mann litt Andy Warhol bekanntlich darunter, weder berühmt zu sein noch als Künstler ernst genommen zu werden. Dafür verdiente er mit seinen Illustrationen für Werbung und Frauenzeitschriften viel Geld, sodass er seiner Mutter ein Haus in Manhattan kaufen konnte, wo sie fortan gemeinsam mit 25 Katzen (die fast alle Sam hießen) lebten. Außerdem erfand Warhol mit jener Kunst, die man nicht ernst nahm, die Pop-Art, aber das wusste damals noch niemand. Fortschritt wird als solcher eben nicht immer gleich erkannt, und oft sieht man ihn dort, wo er auf keinen Fall ist. Die fünfziger Jahre etwa erblickten ihn in der Sprühsahne. Als Andy Warhol 1959 sein Fantasiekochbuch Wild Raspberries mit Rezepten seiner Freundin Suzie Frankfurt illustrierte, galt die Sprühsahne als Symbol einer besseren Zukunft. Vielleicht wollte man auch die amerikanische Hausfrau, sexuell frustriert und immer leicht alkoholisiert, wie sie damals war, nicht noch damit behelligen, Sahne selbst zu schlagen.

Andy Warhol wurde zu einem der bedeutendsten Künstler des 20. Jahrhunderts. Die Sprühsahne aber verschwand und ist heute nur noch selten zu finden; wenn, dann meist in einem unteren Discounterregalfach neben dem Kaffeeweißer. Für Warhols Renekloden-Nachtisch werden gleich vier Sprühdosen verwendet.

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Man sollte also nur mit etwas Fantasie den Kochanweisungen folgen, die Warhols Mutter in ihrer Schönschrift, aber mit vielen Rechtschreibfehlern, unter der Zeichung ihres Sohnes notierte. "Geben Sie schöne, leicht gekühlte Renekloden in eine Schüssel", schreibt Julia Warhola, aus den Karpaten in die USA eingewanderte Bauerntochter, die ihrem Sohn einst das Zeichnen beibrachte. "Bedecken Sie sie mit einem Püree aus Himbeeren und einem Quart Lucky Whip. Mit zerbröseltem Haselnussnougat garnieren."

Julia Warhola erklärt weiter, die besten Renekloden, auf Englisch greengages, gebe es in den letzten drei Junitagen in Wisconsin. Aber diesen Hinweis könnte man auch als liebevolle Warholsche Persiflage auf die Warenästhetik der Konsumgesellschaft verstehen. Unsere Renekloden jedenfalls kommen jetzt, Mitte September, aus Rheinland-Pfalz, wie viele deutsche Renekloden. Sie sind gelblich-grün, sehr süß und saftig und passen ganz vorzüglich zum zarten Lachgasaroma der Sprühsahne.

Renekloden à la Warhol

Renekloden
Himbeeren
etwa 1 Liter Sprühsahne
Haselnussnougat

 
Leser-Kommentare
  1. 1. Huch!

    Ich bin gerade nach einem Kleick auf "Meistkommentiert" hier gelandet. Und da stand noch kein einziger Kommentar. Wozu auch?

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  2. Also, da hätte ich doch gerne noch ein paar Rezepte mit der
    Sprühsahne und diesem " vorzüglichen zarten Lachgasaroma der Sprühsahne". Wäre es möglich mir entsprechende Rezepte zu mailen?. Grüße Falk

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    ... dürfen Sie es allerdings Ressortgemäß ausschließlich auf dem "Wochenmarkt" kaufen; möglichst bei einem Bauern, der es aus "Eigenbau" anbietet. Sonst wird das nix ;-)

    Bitte kehren Sie zur sachlichen Diskussion des Artikelthemas zurück. Danke. Die Redaktion/wg

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  3. Hab`ich da `was falsch verstanden? Ist diese Seite des ZEIT-Magazin jetzt doch Persiflage? Grüße Falk

  4. ... dürfen Sie es allerdings Ressortgemäß ausschließlich auf dem "Wochenmarkt" kaufen; möglichst bei einem Bauern, der es aus "Eigenbau" anbietet. Sonst wird das nix ;-)

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  5. 5. [...]

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    ... wirklich nur noch das Kopfschütteln.

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  8. Die Sahne könnte noch einen Tick Veilchensirup. Oder?

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