Autotest SsangYong KorandoLustiger Tollpatsch

Ilka Piepgras fährt den SsangYong Korando 2,0 Sapphire 4WD von 

Der Korando ist ein SUV des koreanischen Autoherstellers SsangYong.

Der Korando ist ein SUV des koreanischen Autoherstellers SsangYong.  |  © Hersteller

Als meine Freundin Lili vor ein paar Jahren von Jerusalem nach Tel Aviv umzog, passierte Merkwürdiges. Die neue Wohnung war viel schöner als die alte, der Wechsel freiwillig, die Veränderung gewünscht. Und trotzdem war sie bedrückt. »Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass Umziehen als Auslöser seelischer Krisen ganz weit oben steht. Nur Todesfälle, Scheidungen oder der Verlust des Arbeitsplatzes sind schlimmer«, verkündete sie am Telefon und zelebrierte fortan genüsslich ihre Krise.

Lilis Umzugsdrama ist längst vergessen, aber ihre Liste der Krisenauslöser fiel mir bei meiner ersten Fahrt mit dem SsangYong Korando ein. Ich bin von Haus aus ein Volvo-Typ, fahre seit vielen Jahren dasselbe Modell und reagiere auf Systemveränderungen so empfindlich wie Lili. Womöglich steht auf Platz Nummer fünf der Krisenliste Autowechsel, dachte ich, und näherte mich skeptisch dem Korando.

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Auf den ersten Blick wirkt er wegen seiner lustigen Proportionen wie aufgebockt: Man sitzt erhöht wie in einem Geländewagen , fühlt sich vom Raumvolumen her aber wie in einem Kombi. Offenbar weiß der Korando nicht recht, was er sein will, und diese Unentschlossenheit macht ihn gleich sympathisch, so wie man ja auch Menschen mag, die nicht total perfekt sind. Man freundet sich leicht an mit diesem heiteren Wagen, dessen Außenspiegel wie Schlappohren aussehen, die sich automatisch anlegen, wenn man den Motor ausstellt. Zudem ist der Korando kommunikationsfreudig, dauernd teilt er sich mit, was manchmal auch ein bisschen wichtigtuerisch wirkt – etwa wenn er ein akustisches Signal sendet, sobald man das Radio leiser dreht. Dass er aus Korea kommt, wo man auf Autobahnen höchstens 120 fahren darf, zeigt sich beim Tempomat, der nur bis 160 geht. Und beim Preis. So günstig gibt es keinen deutschen Cross-over.

Nach zwei Wochen hatte ich mich daran gewöhnt, dass der erste Gang des Korando nicht nahtlos in den zweiten übersetzt und man die Kupplung sehr fest treten muss. Ich war überrascht, wie gut ich seine Körpersprache verstand und wie leicht er mir den Wechsel machte. Vielleicht liegt es an seiner etwas unstimmigen Gestalt, dass man sich im Korando so gut gelaunt auf Neues einlässt. Er wirkt wie ein Kind, das einen durch seine Tollpatschigkeit zum Lachen bringt. Von Krise keine Spur. Auf Platz fünf von Lilis Liste muss etwas anderes stehen.

Technische Daten

Motorbauart: 4-Zylinder-Dieselmotor
Leistung: 129 kW (175 PS)
Beschleunigung (0–100 km/h): 10,8s
Höchstgeschwindigkeit: 186 km/h
CO2-Emission: 199 g/km
Durchschnittsverbrauch: 7,5 Liter
Basispreis: 27.990 Euro

Ilka Piepgras ist Redakteurin beim ZEITmagazin

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Leserkommentare
    • LeMans
    • 22. September 2011 11:52 Uhr

    Es ist eher die Autorin, die hier tollpatschig und kindisch ist. Und wer den aktuellen Korando als "unstimmige Gestalt" betitelt, der outet sich unweigerlich, daß er anscheinend weder den Vorgänger, noch irgendeinen Ssangyong jemals im Leben gesehen hat.
    So ist auch dieser "Autotest" nichts weiter als ein heiteres
    Aufsätzchen, bei dem man sich am Schluß mal wieder ob der vertanen Zeit ärgert.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Jeder, der ein SUV als unstimmige Gestalt bezeichnet liegt goldrichtig ;-)

    Diese Mode ist eine der größten Geschmacksverirrungen der Menschheitsgeschichte. Groß, protzig, unproportioniert, das Gegenteil von Elegant, weniger Laderaum als ein vergleichbarer Kombi und Spritverbräuche jenseits von Gut und Böse.

    Zusammengefasst: Lächerliche Gefährte für Jungs mit Minderwertigkeitskomplexen und Mädels die sich vor allem fürchten und deshalb ein starkes "Beschützerauto" suchen (dabei sind die Dinger nicht mal besonders sicher - für Fußgänger, Radfahrer und Kinder sind sie sogar bauartbedingt besonders gefährlich).

    • Todoy
    • 23. September 2011 2:02 Uhr

    stimmt. Deshalb braucht es eine Frauenquote beim Ingenieursstudium, dann wirds schon.

  1. Jeder, der ein SUV als unstimmige Gestalt bezeichnet liegt goldrichtig ;-)

    Diese Mode ist eine der größten Geschmacksverirrungen der Menschheitsgeschichte. Groß, protzig, unproportioniert, das Gegenteil von Elegant, weniger Laderaum als ein vergleichbarer Kombi und Spritverbräuche jenseits von Gut und Böse.

    Zusammengefasst: Lächerliche Gefährte für Jungs mit Minderwertigkeitskomplexen und Mädels die sich vor allem fürchten und deshalb ein starkes "Beschützerauto" suchen (dabei sind die Dinger nicht mal besonders sicher - für Fußgänger, Radfahrer und Kinder sind sie sogar bauartbedingt besonders gefährlich).

    Antwort auf "Leider keine Ahnung"
  2. Stimmt schon.Das Auto ist weiterhin der Deutschen liebstes Kind.
    Wenn ich mich hier umschaue wieviel Straßenbaustellen es gibt
    glaubt man kaum das Bund,Länder und Kommunen unter einer Schuldenlast
    leiden.

  3. "Dass er aus Korea kommt, wo man auf Autobahnen höchstens 120 fahren darf, zeigt sich beim Tempomat, der nur bis 160 geht. "

    häh???

    "und beim Preis" 27.990 EUR

    vgl Tiguan 24.175,-
    http://www.volkswagen.de/de/models/Der_neue_Tiguan/CC5.html

    mich hätte ja was zu den Motoren, der Ladevolumen, dem Fahrgefühl etc interessiert..
    aber gut
    Schlappohrenspiegel sind auch wichtig

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Grundsätzlich gebe ich Ihnen Recht ("mich hätte ja was zu den Motoren, der Ladevolumen, dem Fahrgefühl etc interessiert..
    aber gut; Schlappohrenspiegel sind auch wichtig" etc.)

    Allerdings vergleichen Sie Äpfel mit Birnen. Ein Tiguan kostet zwar deutlich weniger, hat dann allerdings nur 122 PS, ist ein Benziner und hat Frontantrieb. Ein Tiguan mit Allrad und 170-PS-Diesel kostet dagegen über 33.000 € und hat dann noch eine magerere Ausstattung.

    • Todoy
    • 23. September 2011 2:02 Uhr

    stimmt. Deshalb braucht es eine Frauenquote beim Ingenieursstudium, dann wirds schon.

    Antwort auf "Leider keine Ahnung"
  4. 6. ------

    Grundsätzlich gebe ich Ihnen Recht ("mich hätte ja was zu den Motoren, der Ladevolumen, dem Fahrgefühl etc interessiert..
    aber gut; Schlappohrenspiegel sind auch wichtig" etc.)

    Allerdings vergleichen Sie Äpfel mit Birnen. Ein Tiguan kostet zwar deutlich weniger, hat dann allerdings nur 122 PS, ist ein Benziner und hat Frontantrieb. Ein Tiguan mit Allrad und 170-PS-Diesel kostet dagegen über 33.000 € und hat dann noch eine magerere Ausstattung.

    Antwort auf "oh du liebe Zeit"
    • STHK
    • 29. September 2011 22:31 Uhr

    "dessen Außenspiegel wie Schlappohren aussehen, die sich automatisch anlegen"
    Das ist ja ein ziemliches Highlight, welches es ja wirklich noch gar nicht gibt...

    "dauernd teilt er sich mit, was manchmal auch ein bisschen wichtigtuerisch wirkt – etwa wenn er ein akustisches Signal sendet, sobald man das Radio leiser dreht"
    Klingt eher nach: Ständig muss dieses Fahrzeug mit akustisches Signalen nerven. Für eine entspannte Fahrt denkbar ungünstig.

    Eine Schönheit ist das Fahrzeug sicherlich nicht, aber die Geschmäcker sind ja zum Glück verschieden. Generell fehlen mir im Bericht aber die wirklich wichtigen Daten:
    - Kofferaumvolumen
    - Motorvarianten
    - Ausstattungsmerkmale
    (evtl. Sonderausstattungen)
    - Rundumblick
    - Innenraum Verarbeitung
    - Fahrverhalten

    Aber dafür weis ich ja jetzt: "Er wirkt wie ein Kind, das einen durch seine Tollpatschigkeit zum Lachen bringt"

    • grkl
    • 25. Dezember 2011 10:01 Uhr

    Aus einem meiner Kommentare zum Thema "Klimawandel":
    Was interessiert es all die vielen SUV-Fahrer, ob sie damit zur Schädlichkeit für das Klima beitragen - das interessiert diese so tollen Weitblicker Null-komma-Null!

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