DigitaltechnikDie Letzten ihrer Art

Welches Gerät wird als nächstes verschwinden? von 

Die Playstation "Vita"

Die Playstation "Vita"  |  © YOSHIKAZU TSUNO/AFP/Getty Images

Erinnert sich noch irgendjemand an den PDA? Oder auch nur daran, wofür dieses kryptische Kürzel stand? Nein, nicht die Periduralanästhesie (Rückenmarksnarkose) ist gemeint, es geht um Digitaltechnik . Noch vor zehn Jahren waren die elektronischen Kalender als »Persönliche digitale Assistenten« hippe Manager-Accessoires. Längst hat sie das Handy assimiliert, so wie auch die MP3-Spieler. Flüchtige Technik – was vormals eines eigenen Gerätes bedurfte, verzwergte zur Funktion.

Das nächste Opfer dürfte die portable Spielkonsole sein. Diesen Winter bringt Sony seine nächste tragbare Playstation heraus. Trotzig klingt ihr Beiname: Vita.

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Leben hat der Spieler in der digitalen Welt gewöhnlich mehrere. Bei den Branchenmessen in Köln und Tokyo deuteten die Zeichen aber eher auf ein baldiges »Game over« für die Geräte hin. Die Smartphones, jene Leitapparate unserer Zeit, bergen immer üppigere Prozessoren, Speicher, Touchscreens – wozu da noch ein spezielles Videospielgerät? Die Vita könnte die letzte ihrer Art sein. Tatsächlich ist der Trend zu Handy-, Online- und Browser-Games das vorherrschende Thema dieses, ähm, Spiele-Herbstes.

Wie viele Funkausstellungen noch, bis der allerletzte Blu-ray-Abspieler gezeigt wird und es Filme nur noch als Download gibt? Wann wird die Buchmesse umbenannt in »E-Book-Show«? Oh, gefährlicher Melancholie-Modus!

Passend zum Herbstanfang, lässt sich die Vergänglichkeit aller Technik beliebig weiterdenken: Wann fliegt zum letzten Mal ein Raumtransporter zur Internationalen Raumstation (um dort das Licht auszumachen)? Und wird es schon vor oder erst nach dem Ende der Atomkraft heißen: adieu Festnetz, ciao PC?

Wir werden es live verfolgen an den Bildschirmen unserer gerätefressenden Alles-Apparate, und uns fragen: Wofür stand »Vita« noch einmal?

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Leserkommentare
    • aadam
    • 24. September 2011 19:49 Uhr

    Was war nochmal ein Videorecorder?

    • vopa
    • 24. September 2011 19:59 Uhr

    Sicher, jedes Gerät hat seine Hauptfunktion und
    erledigt andere, wenn überhaupt, nicht so optimal.
    Die Vita ist vor allem eine Spielkonsole, aber nicht nur.
    Wie aus http://de.wikipedia.org/w...
    hervorgeht, ist sie auch MP3-Player, Video- und Bildbetrachter,
    digitale Kamera, und da sie auch 3G, Mikrofon und Lautsprecher
    hat, würde ich mich nicht wundern, wenn man damit
    auch telefonieren könnte...

  1. “Ich habe immer den Traum gehabt, dass ein Computer so einfach zu benutzen ist wie ein Telefon. Heute ist mein Traum wahr geworden: Ich verstehe nicht mehr, wie ich mein Telefon benutzen kann.”

    Bjarne Stroustrup, Erfinder der Programmiersprache C++

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    • 3cpo
    • 25. September 2011 0:33 Uhr

    Ich saß lachen in der Küche. Geiles Zitat.

    Zum Thema: Portable Konsolen sind als Handy unbrauchbar. Sie sind zu gross. Handies sind als portabler Spielkonsolenersatz unbrauchbar. Sie sind zu klein.

    cu

    "Mobiltelefone sind längst mächtige Computer, die immer mehr andere technische Geräte obsolet machen. Als nächstes könnten sie die Spielkonsolen erledigen."

    “Ich habe immer den Traum gehabt, dass ein Computer so einfach zu benutzen ist wie ein Telefon. Heute ist mein Traum wahr geworden: Ich verstehe nicht mehr, wie ich mein Telefon benutzen kann.”
    Bjarne Stroustrup, Erfinder der Programmiersprache C++

    Mann kann es auch einfacher sehen...

    Es gibt noch immer genügend Menschen die sich weigern ein solches Gérät mit sich rumzutragen, wenn man es nicht unbedingt für einen ganz bestimmtenn Zweck benötigen wird.
    Man kann in sowas auch das sehen, was es im Grunde nämlich ist: nichts anderes als ein lächerliches Konsumprodukt sehen, das nichts anderes tut als die eigene Freiheit einzuengen.
    Das was da an "Kommunikation" stattfindet ist zu 99% überflüssig, und dies sagt eigentlich alles über die "Zu-Kurz-Gekommenen" aus, denen jede noch so lächerliche Nachricht Bestätigung ihres Selbstwertes liefern muss.

  2. Entscheidend bei einer Spielkonsole ist nicht die Hardware, sondern das Angebot an Software und davon wird es auch abhängig sein, ob sich das Smartphone als ernsthafte Konkurrenz zum Handheld erweisen wird oder nicht. Bei Nintendo zum Beispiel, die ja nicht nur Hardwarehersteller sind, sondern auch erstrangiger Softwarelieferant für ihre eigenen Geräte, möchte man nicht mit Smartphones arbeiten und auch bei Sony glaube ich liegt wenig Interesse daran, für andere Systeme zu entwickeln und sich selbst das Wasser abzugraben.

    Ein anderer Aspekt ist der kurze Lifecycle von Smartphones, aber auch die große Palette an Endgeräten und Betriebssystemen. Spielefirmen zahlen Unmengen an Entwicklungskosten für ihre Games und sind abhängig von langlebigen und weitverbreiteten Plattformen, weshalb ein Smartphone für größere Softwareprojekte ausfällt. Smartphones werden hier höchstens ein zusätzliches Geschäft darstellen, Minigames zu Werbezwecken (EA macht das zum Beispiel sehr häufig), oder Ports alter Spiele (z.B. Konami/Capcom).

    Sollte das Smartphone wirklich die Handhelden ablösen, wird dieser Weg noch ziemlich lange dauern. Die Games in den Appstores zumindest geben noch kein Anzeichen dafür her. Dafür sind diese einfach zu primitiv, zu kurzweilig, oder zu wenig verbreitet.

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    • dth
    • 24. September 2011 20:52 Uhr

    Ihre Argumente sind richtig, ihre Argumentation aber insgesamt nicht.
    Spiele werden für verbreitete Platformen entwickelt. Ob ein, zwei große Spielehersteller gewisse Platformen ignorieren, ist dabei nur kurzfristig relevant, so lang sie die anderen Hersteller nicht behindern können.
    Kein Gerätetyp verbreitet sich aber so schnell, wie Smartphones. Es hängt also im Wesentlichen davon ab, ob deren Hardwareleistung ausreicht (wird sie mittelfristig) und ob die verbreiteten Systeme (Android, iOS) eine ausreichend verlässliche Entwicklungsplatform darstellen werden (werden sie vermutlich, die Hersteller haben ein interesse daran).
    Die Annahme, dass verbreitete Platformen für Smartphones (und ja auch andere Entertainmentsysteme), "Nischenlösungen" verdrängen wird, ist also durchaus nicht ungerechtfertigt.

    • dth
    • 24. September 2011 20:52 Uhr

    Ihre Argumente sind richtig, ihre Argumentation aber insgesamt nicht.
    Spiele werden für verbreitete Platformen entwickelt. Ob ein, zwei große Spielehersteller gewisse Platformen ignorieren, ist dabei nur kurzfristig relevant, so lang sie die anderen Hersteller nicht behindern können.
    Kein Gerätetyp verbreitet sich aber so schnell, wie Smartphones. Es hängt also im Wesentlichen davon ab, ob deren Hardwareleistung ausreicht (wird sie mittelfristig) und ob die verbreiteten Systeme (Android, iOS) eine ausreichend verlässliche Entwicklungsplatform darstellen werden (werden sie vermutlich, die Hersteller haben ein interesse daran).
    Die Annahme, dass verbreitete Platformen für Smartphones (und ja auch andere Entertainmentsysteme), "Nischenlösungen" verdrängen wird, ist also durchaus nicht ungerechtfertigt.

    Antwort auf "Unsichere Annahme..."
  3. 6. Wozu?

    Mein letztes Gadget in diese Richtung war ein Gameboy.

    Seitdem habe ich in diese Richtung nichts mehr gekauft, allerdings habe ich mittlerweile ein kleines Vermögen für Smartphones gekauft und ich spiele auch damit. Zugegebenermaßen sind die Spiele graphisch nicht unbedingt der Hit, aber als casual Gamer für mich völlig ausreichend. Wenn man auf den Zug oder Flieger wartend etwas Zeit totschlagen will/muss, dann ist das eine willkommene Abwechslung. Dafür aber noch ein anderes Gerät miztzuschleppen ist absolut überflüssig.

    Bleibt abzuwarten, wie sich der Markt entwickelt. Das Spielprinzip bzw. die Steuerung der Spiele muss eben an den Touchscreen angepasst werden. An der Hardware dürften aufwendigere Spiele nicht scheitern.

  4. Lohnt es sich schon ein Smartphone zu kaufen wenn man bei Seti@home oder Einstein@home mitrechnen moechte?

    Ich stelle mir das naemlich im Winter angenehm in der Hose oder Jacke vor.

    Und mit wieviel fps laeuft DOOM2 da drauf?

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • rvn
    • 25. September 2011 20:00 Uhr

    ihnen nicht viele Punkte bei seti einbringen, aber warm werden wird es, und der Akku wird in Rekordzeit leer sein.

    Ich habe immer noch das alte Samsung L760 Handy, das kann telefonieren, SMS verschicken, und hat sogar einen Wecker und ne Kamera. Für mehr habe ich das noch nicht benutzt.

    Ich verstehe nicht, was ich mit einem Smartphone soll. Das einzige, was Sinn machen würde, ist eine Navigationssoftware mit GPS. Wenn man sich mal auf dem Gletscher verlaufen hat, wenns grad neblig wird.

    Letzten Endes bleibt wie jedes Jahrzehnt immer ein Tipp: Nicht jeden Quatsch mitmachen, sondern kritisch hinterfragen und sich überlegen, ob man das wirklich braucht, was einem da von der Herde suggeriert wird. Und sich nicht beirren lassen, wenn man von den Schafen angeschaut wird wie eine Kuh wenns donnert, wenn man die Mode nicht mitmachen will. Sapere aude!

  5. 8. Wozu?

    "Die Smartphones, jene Leitapparate unserer Zeit, bergen immer üppigere Prozessoren, Speicher, Touchscreens – wozu da noch ein spezielles Videospielgerät?"

    Vielleicht weil es sich wesentlich angenehmer und präziser auf einem spezialisierten Gerät mit entsprechenden Steurungstasten (und Analog-Sticks) spielen lässt als auf einem Gerät mit Touchscreen, bei dem man hoffen muss, das es die Eingaben auch alle richtig und zeitnah erkennt. Für irgendwelche Casual-games, die man mal für 5 Minuten spielt, mag so eine Eingabe über Touchscreen ja ausreichen aber bei komplexeren spielen ist es eher eine Qual.

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  • Schlagworte Digitaltechnik | Film | Sony | Atomkraft | Buchmesse | Download
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