Katholische Kirche Der verlorene Vater

Deutsche Katholiken gehen auf Distanz zu ihrem Papst. Sie wollen eine Kirche diesseits autoritärer Allüren.

Atheisten waren früher mal bedauernswerte Menschen. Sie hatten keinen Gott, sie waren ganz allein im Universum, und sie wussten nicht, wohin die letzte Reise geht. Daran hat sich zwar seit Feuerbach nicht viel geändert, doch in diesen Tagen müssen Christen Gottlose beneiden. Denn wer keinen Gott hat, hat auch keinen Papst. Und wer keinen Papst hat, braucht sich nicht von ihm zu distanzieren. Jene Katholiken aber, die hierzulande immer zahlreicher gegen Benedikt XVI. als Restaurator ihrer Kirche opponieren, deren beste Argumente seit Jahren ungehört verhallen, werden durch die Feier des Bestehenden beschämt. Man sieht ihr dringendes Reformverlangen, man hört das dröhnende Schweigen der Kurie, und man denkt an Arno Schmidt, der einmal schrieb: »Wenn ich nicht von Geburt an Atheist wäre, würde mich der Anblick Deutschlands dazu machen.«

Was ist eigentlich so unerträglich an diesem deutschen Papst? Warum muss die KirchenVolksBewegung ihn gleich mit ein paar Hundert kritischen Botschaften begrüßen? Weil er selber die Welt nicht erträgt. Benedikt nennt die freie Gesellschaft eine »Diktatur des Relativismus« und eine »Kultur des Todes«. Er stilisiert die Religion zur Gralshüterin der Moral und verprellt damit nicht nur Atheisten, sondern alle, die unsere aufgeklärte Ethik, unsere von Göttern unabhängigen Gesetze für einen Fortschritt halten. Als Joseph Ratzinger noch Chef der Glaubenskongregation war, erklärte er, warum Rom keine innerbetriebliche Demokratisierung braucht: »Wir wissen ja, dass die Demokratie selbst ein gewagter Versuch ist, dass das Entscheiden nach dem Mehrheitsprinzip nur einen bestimmten Rahmen menschlicher Dinge regulieren kann. Es wird zum Unding, wenn es auf Fragen der Wahrheit, des Guten selbst ausgedehnt würde.« Was wahr und gut ist, ist nicht diskutierbar?

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Das ist der Kern einer despotischen Theologie. Aber man muss kein Theologe sein, um aus solchen Sätzen zu verstehen, warum sich der Vatikan unter Benedikts Ägide nicht vorwärtsbewegt. Benedikt fürchtet die Demokratie. Seine Kirche soll so autokratisch werden, wie sie angeblich immer war. Als hätte es den ewigen innerkatholischen Streit um das Wesen des Papsttums und die Weisungsbefugnisse Roms nie gegeben. Als hätte nicht sogar zu dogmatischsten Zeiten ein Theologe wie Ignaz von Döllinger gesagt: »Uns ist die katholische Kirche keineswegs identisch mit dem Papsttum.«

Zurecht wird der Papst nun in Deutschland kritisiert, das ja nicht nur protestantisch, sondern auch Heimat des Idealismus ist. Von Hegel wissen wir, was eine veräußerlichte Religion ist: Sie hüllt sich in goldene Gewänder, aber kennt keine innere Denkbewegung. Sie glänzt ein letztes Mal, bevor sie im Geist erstarrt. Darum opponieren längst nicht mehr nur Linkskatholiken wie Hans Küng, nicht nur Dissidenten wie Eugen Drewermann und Protestantenfreunde wie Gotthold Hasenhüttl, sondern immerhin zwei Drittel aller katholischen Universitätstheologen – und auch Konservative wie David Berger, der ehemalige Herausgeber der Zeitschrift Theologisches.

»Wenn der römische Nuntius bei den Vereinten Nationen dafür eintritt, dass Staaten wie Uganda weiterhin Homosexualität mit dem Tode bestrafen dürfen, dann steht das im Gegensatz zu unserer Rechtsauffassung«, sagt Berger. Immer wieder stelle der Vatikan sich in völkerrechtlichen Fragen auf die Seite Irans und werde mitschuldig an Verbrechen. »Dann präsentieren die Mullahs im Internet Fotos von homosexuellen 17-Jährigen, die an einem Baukran aufgehängt wurden. Was hat das mit Religionsfreiheit zu tun?« Aus Protest ist Berger aus der Kirche als Körperschaft öffentlichen Rechts ausgetreten, sieht sich aber weiter als Katholik. Außerdem bekannte er sich in seinem Bestseller Der heilige Schein als Homosexueller, um die Heuchelei der Kurie zu geißeln. »Dass Benedikt die Rechte der Einzelperson missachtet und gegen die Demokratie seine Diktatur der Wahrheit setzt, passt nicht zu unseren freiheitlichen Grundsätzen.«

Berger will nicht leugnen, dass Reformen schwierig sind. Doch am Anfang der Kirche fielen die Wahrheiten auch nicht vom Himmel, sondern hätten sich durch gemeinschaftliche Begegnung mit dem Evangelium herausgebildet. Er hält es mit Thomas von Aquin, der Theologie und Philosophie als unabhängige Denkformen sah, die den Weg in die Zukunft weisen. Benedikt dagegen habe ein Faible für Bonaventura, der die Philosophie als Magd der Theologie sah. »Der Papst stellt die Vernunft unter Aufsicht. Er schaut in einen Abgrund der Verderbnis und sieht als einzigen Ausweg einen fundamentalen Katholizismus.« Daraus werde dann eine Art Stalinismus. Längst sei die Denunziation nach Rom ein beliebtes, auch vom Papst belobigtes Mittel, um politische Ziele durchzusetzen.

Es ist eben kein Zufall, dass Rom die klerikalfaschistischen Piusbrüder umarmte, aber die Reformkatholiken jetzt als reformatorische Abweichler dastehen lässt. Die haben einen Papst, der zwar treu den alten Auftrag Jesu Christi an Petrus erfüllt: »Weide meine Schafe!«, aber nicht einsieht, dass Menschen keine Schafe sind. Er ist ein Hirte alter Schule, deshalb muss er den Zaun befestigen. Deshalb kann er die Diskriminierung der Schwulen so wenig aufheben wie die Ungleichberechtigung der Frauen. Deshalb kann er die Vertuschung des Kindesmissbrauchs nicht aufklären, weil er sich sonst über die eigene Macht aufklären müsste.

Leser-Kommentare
  1. In Freiburg gab es Freitag Abend eine Demonstration von vielleicht 200 Leuten - und heute werden 100.000 Besucher zur hl. Messe erwartet- alles klar, die Menschen gehen 'zunehmend auf Distanz'. SCNR.

    Im Grunde ist es traurig, die Beiträge der ZEIT zum Papstbesuch haben zunehmend was von ND Berichterstattung unter Erich selig - da wurde auch immer festgelegt, wie die Welt gefälligst zu sein hat und anschließend 'die Wahrheit' verkündet. Nur hatte die dann nix mehr mit der Realität zu tun.

    Im übrigen, wer als ZEIT-Redakteur die FSSPX als 'klerikalfaschistisch' bezeichnet, hat meiner Ansicht eh nicht mehr die Absicht, irgendetwas zur Sache beizutragen, sondern will nur noch trollen. [...]


    Gekürzt. Bitte achten Sie auf Ihre Wortwahl. Danke, die Redaktion/mk

    25 Leser-Empfehlungen
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    • outis
    • 25.09.2011 um 10:00 Uhr

    [...] Sie glauben doch nicht ernsthaft, dass Sie hier dem diskursiven Niveau der unfehlbaren Aufklärer suf Augenhöhe begegnen dürfen? :-)
    Ich muss jetzt los, wir feiern heute Brotbrechen zur Erinnerung an diesen duften Che-Guevarra Typen aus Nahost, um interkonfessioneller rüberzukommen basteln wir in einem kreativen Gemeinschaftserlebnis Elefantenrüssel für Heiligenfiguren. Anschließend segnen wir die polyamore Lebensabschnittspartnerschaft unserer Priesterin, ähm Brotundweindarreicherin.

    Bitte beteiligen Sie sich mit konstruktiven und sachlichen Beiträgen. Danke, die Redaktion/mk

    Aber erkären Sie doch mal (die Papst-Rede im Bundestag),

    1.)
    wie man einen König (Salomo, der ca. 3000 Jahren etwas geträumt haben will/soll) heutigen demokratisch verantwortlichen Politikern zum Vorbild machen kann.

    Lesen Sie doch einfach mal die Salomo-Geschichte in der Bibel nach (am besten David-Geschichte gleich mit).

    Ein Vorbild für heutige Katholiken? Ich bitte Sie!

    2.)
    Und wie soll man das Origines-Zitat verstehen?

    3.)
    Und was ist mit der "Menschen"-Ökologie in der Rede? Werden wir jetzt von oben herab behandelt, weil nur "wahre" Ökologen wissen, was gut für uns ist, und was nicht? Aber nicht wir?

    ----

    Kurz und knapp:
    "Gott" redet "im Traum" mit "seinem" König, und das Volk muß gehorchen. Weil der König sagt, er habe von "Gott" geträumt?

    Das soll Grundlage des Zusammenlebens sein?

    Sehr wahr geschrieben, sehr gute Reaktion.

    Frau Finger sollte besser ihre Finger von Themen lassen, von denen sie absolut gar nichts versteht anstatt dem Leser solchen Unfug zu präsentieren. Sie dilettiert (mal wieder) mit Unsachlichkeit und einer durch nichts nachzuvollziehenden Arroganz. Man kann für oder gegen die Kirche sein, jeder wie er mag. Aber Sachlichkeit anstatt billiger Demagogik wäre dem Thema angemessen.

    Würde diese Frau auch so über die ach so fortschrittlichen Protestanten herziehen?

    Na wer da wohl der wahre Troll ist? Lady Gaga hat übrigens regelmäßig noch mehr Teilnehmer als Ratzinger bei seiner Anti-Christentum-Show.

    Ich empfehle Ihnen das Lesen des Neuen Testaments und die Besschäftigung mit den christlichen Urgemeinden oder auch unbedingt mit den überlieferten Schriften Luthers.

    Außerdem habe ich den Verdacht, dass das Pabstum und die katholische Kirche schon gegen die ersten beiden der zehn Gebote verstößt.

    • outis
    • 25.09.2011 um 10:00 Uhr

    [...] Sie glauben doch nicht ernsthaft, dass Sie hier dem diskursiven Niveau der unfehlbaren Aufklärer suf Augenhöhe begegnen dürfen? :-)
    Ich muss jetzt los, wir feiern heute Brotbrechen zur Erinnerung an diesen duften Che-Guevarra Typen aus Nahost, um interkonfessioneller rüberzukommen basteln wir in einem kreativen Gemeinschaftserlebnis Elefantenrüssel für Heiligenfiguren. Anschließend segnen wir die polyamore Lebensabschnittspartnerschaft unserer Priesterin, ähm Brotundweindarreicherin.

    Bitte beteiligen Sie sich mit konstruktiven und sachlichen Beiträgen. Danke, die Redaktion/mk

    Aber erkären Sie doch mal (die Papst-Rede im Bundestag),

    1.)
    wie man einen König (Salomo, der ca. 3000 Jahren etwas geträumt haben will/soll) heutigen demokratisch verantwortlichen Politikern zum Vorbild machen kann.

    Lesen Sie doch einfach mal die Salomo-Geschichte in der Bibel nach (am besten David-Geschichte gleich mit).

    Ein Vorbild für heutige Katholiken? Ich bitte Sie!

    2.)
    Und wie soll man das Origines-Zitat verstehen?

    3.)
    Und was ist mit der "Menschen"-Ökologie in der Rede? Werden wir jetzt von oben herab behandelt, weil nur "wahre" Ökologen wissen, was gut für uns ist, und was nicht? Aber nicht wir?

    ----

    Kurz und knapp:
    "Gott" redet "im Traum" mit "seinem" König, und das Volk muß gehorchen. Weil der König sagt, er habe von "Gott" geträumt?

    Das soll Grundlage des Zusammenlebens sein?

    Sehr wahr geschrieben, sehr gute Reaktion.

    Frau Finger sollte besser ihre Finger von Themen lassen, von denen sie absolut gar nichts versteht anstatt dem Leser solchen Unfug zu präsentieren. Sie dilettiert (mal wieder) mit Unsachlichkeit und einer durch nichts nachzuvollziehenden Arroganz. Man kann für oder gegen die Kirche sein, jeder wie er mag. Aber Sachlichkeit anstatt billiger Demagogik wäre dem Thema angemessen.

    Würde diese Frau auch so über die ach so fortschrittlichen Protestanten herziehen?

    Na wer da wohl der wahre Troll ist? Lady Gaga hat übrigens regelmäßig noch mehr Teilnehmer als Ratzinger bei seiner Anti-Christentum-Show.

    Ich empfehle Ihnen das Lesen des Neuen Testaments und die Besschäftigung mit den christlichen Urgemeinden oder auch unbedingt mit den überlieferten Schriften Luthers.

    Außerdem habe ich den Verdacht, dass das Pabstum und die katholische Kirche schon gegen die ersten beiden der zehn Gebote verstößt.

  2. Leider auch hier die gewohnte Begriffsverwirrung. Dass im Papismus keine Demokratie herrscht, ist ja klar - nicht einmal der Papst, ein demokratiefeindlicher Diktator, der aktiv gegen Menschenrechte vorgeht, behauptet etwas anderes. Nur ist seiner Antwort, dass die Wahrheit nicht Ergebnis von Abstimmungen sein kann, doch kaum zu widersprechen. Im Artikel wird dann, ganz richtig, die Frage gestellt, ob Wahrheit nicht diskutiert werden kann, ja muss.
    Und hier kommt die Begriffsverwirrung zum Zuge: Es wird so getan, als ob Demokratie und das Diskutieren von Wahrheit in einem positiven Zusammenhang stünden. Tun sie aber nicht. In einer Vertreterdemokratie besteht ja eher ein negativer Zusammenhang - der Diskurs wird Taktik, um Wählerstimmen abzuschöpfen, völlig untergeordnet. Demokratie ist Partizipation, Diskurs ist völlig unabhängig davon. In der vatikanischen Diktatur sind beide unerwünscht - das ist das Schlimme.
    Dass nicht über Glaubensfragen abgestimmt wird, versteht sich doch von selbst.
    Wenn aber kein Diskurs über die vermeintliche Wahrheit zugelassen ist, kann das Ergebnis nur das sein, das wir gerade bestaunen dürfen.
    In einer aufgeklärten, pluralistischen Gesellschaft haben auch Kuriositäten ihren Platz. [...]

    Bitte verzichten Sie auf unsachliche Argumente. Danke, die Redaktion/mk

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    bekommt man bei den Kommentaren mit

    Sie schreiben: "Nur ist seiner Antwort, dass die Wahrheit nicht Ergebnis von Abstimmungen sein kann, doch kaum zu widersprechen."

    Das ist doch eine Binse, wer wollte oder sollte denn da widersprechen? Bei Abstimmungen in der Demokratie geht es nicht um Wahrheit, sondern um Mehrheit. Und dass die Mehrheit nicht automatisch im Besitz der "Wahrheit" ist, zeigt die System-Konstruktion der Demokratie: Opposition und Gewaltenteilung.

    Das heißt: Demokratie wurzelt in dem Bewusstsein, dass menschliche "Wahrheit" viele Gesichter hat.

    Die Begriffsverwirrung liegt in diesem Fall bei ihnen und beim Papst. Der lebt völlig in der Abstraktion und kapiert die Konstruktion von und die Abläufe in einer Demokratie schlichtweg nicht.

    Der Mann ist schon seit Jahrzehnten nicht mehr von dieser Welt. Baut ihm eine schöne Bibliothek mit vielen alten Büchern. Mehr braucht und will und versteht der nicht.

    ging nicht an die Redaktionelle Bearbeitung dieses Beitrages, sondern explizit an die engagierte Kritik dieses Schreibers.

    bekommt man bei den Kommentaren mit

    Sie schreiben: "Nur ist seiner Antwort, dass die Wahrheit nicht Ergebnis von Abstimmungen sein kann, doch kaum zu widersprechen."

    Das ist doch eine Binse, wer wollte oder sollte denn da widersprechen? Bei Abstimmungen in der Demokratie geht es nicht um Wahrheit, sondern um Mehrheit. Und dass die Mehrheit nicht automatisch im Besitz der "Wahrheit" ist, zeigt die System-Konstruktion der Demokratie: Opposition und Gewaltenteilung.

    Das heißt: Demokratie wurzelt in dem Bewusstsein, dass menschliche "Wahrheit" viele Gesichter hat.

    Die Begriffsverwirrung liegt in diesem Fall bei ihnen und beim Papst. Der lebt völlig in der Abstraktion und kapiert die Konstruktion von und die Abläufe in einer Demokratie schlichtweg nicht.

    Der Mann ist schon seit Jahrzehnten nicht mehr von dieser Welt. Baut ihm eine schöne Bibliothek mit vielen alten Büchern. Mehr braucht und will und versteht der nicht.

    ging nicht an die Redaktionelle Bearbeitung dieses Beitrages, sondern explizit an die engagierte Kritik dieses Schreibers.

  3. der aus Protest gegen das päpstliche Unfehlbarkeitsdogma sein Priesteramt niederlegte und akademischer Lehrer u.a. von Edmund Husserl und Sigmund Freud wurde

  4. und in China fällt ein Sack Reis um.
    Wie sagte schon Karl Marx: "Religion ist Opium fürs Volk".
    Und wie sagte Konfuzius: "Lernen, ohne zu denken, ist eitel, denken, ohne zu lernen, ist gefährlich".

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    Lassen Sie sich doch mal neue Worte einfallen.

    dann aber richtig:
    Religion ist Opium des Volkes.

    Das andere sagte Lenin:

    Da gibt es einen (oder mehrere) Unterschiede.

    Lassen Sie sich doch mal neue Worte einfallen.

    dann aber richtig:
    Religion ist Opium des Volkes.

    Das andere sagte Lenin:

    Da gibt es einen (oder mehrere) Unterschiede.

  5. Den Auftritt des Papstes vor dem Bindestag halte ich für kein gutes Signal: Unter dem Deckmantel der Toleranz und des Pluralismus wird einem erklärten Antidemokraten, Verächter der Menschenrechte und der Aufklärung ein Podium und damit staatliche Unterstützung gegeben - implizit werden seine Positionen damit gutgeheißen.
    Ganz unabhängig davon hat der Papst *auch* richtige Dinge gesagt. Doch das hat auch ein übler Charakter wie Ahmadinedschad getan – dem man nicht einmal zuhören, geschweige denn im Diskurs antworten wollte. (Um es gleich klarzustellen: zu den vernünftigen Dingen, die A. meines Erachtens gesagt hat, gehören sicherlich nicht die Ausfälle gegen Israel oder abstruse Verschwörungstheorien.)

    • outis
    • 25.09.2011 um 9:47 Uhr
    6. Mhmm,

    seit Jahrhunderten wird nun hierzulande verkündet: "Du sollst nicht stehlen!". Da ich aber immer noch mein Auto abschließen muss, scheint es sich bei diesem Gebot um eine lebensverachtende, totalitär-despotische, klerikalfaschistische Anmaßung zu handeln. Doppelmoral ist's wohl mindestens. Man müsste mit wohl den Dieben aushandeln, was in dieser Sache als wahr zu gelten hat. Wahrscheinlkich sind Wegfahrsperren sowieso total unjesuanisch.
    Freundlicher Weise hätte Frau Finger, die zitierte Theologin mal fragen sollen, wie denn ihren offenkundig selbst für wahr gehaltenen Dogmen zufolge eine zeitgemäße Kirche auszusehen hat: wir sind eine aufgeklärte monotheistische Offenbarungsreligion, wobei aufgeklärt bedeutet, dass wir für wahr halten, das relationale Phänomen formerly known as god habe nichts über sich offenbart, das wir für wahr halten können?
    Außerdem hätte ich da mal gerne ein paar Adressen, wo die Massen von interkonfessionellen Eucharestiefeiern denn wöchentlich stattfinden, nach denen wir uns doch so sehnen. Aber halt, das macht Frau Zimmer doch klar, es geht nicht um mich und meinesgleichen- wir sind Schafe, von doktrinärer Doppelmoral verblendet, wenn wir tatsächlich glauben, die Kirche habe uns den Weg in DIE Zukunft aufzuzeigen. Aber was maße ich mir an hier rumzublöken. Schnell Weg, bevor Pater Mertes entdeckt, dass ich an seinen Dogmen zweifle. Dingsbums sei gelobt, er ist kein Dominikaner.

    Bitte beteiligen Sie sich mit sachlichen und konstruktiven Beiträgen. Danke, die Redaktion/mk

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    Wenn man konsequent sein möchte, muss man natürlich gleich Atheist werden.

    Aber anscheinend gibt es Menschen, die es einfach noch nötig haben, an die abwegigen Mythen der Religionen zu glauben. Und für diese Menschen wäre es doch von Vorteil, wenn die Religionen sich offener und toleranter verhalten würden. Zumindest übergangsweise, bis sie dann doch irgendwann das Licht sehen und austreten.

    Wenn man konsequent sein möchte, muss man natürlich gleich Atheist werden.

    Aber anscheinend gibt es Menschen, die es einfach noch nötig haben, an die abwegigen Mythen der Religionen zu glauben. Und für diese Menschen wäre es doch von Vorteil, wenn die Religionen sich offener und toleranter verhalten würden. Zumindest übergangsweise, bis sie dann doch irgendwann das Licht sehen und austreten.

  6. "Echtes Wissen ist: Wenn Du das, was Du weisst, als Wissen erkennst, und das, was Du nicht weisst, als Nichtwissen akzeptierst".

  7. mit dem Papst BenediktXVI. waren es schöne Zusammenkünfte, da war nichts von Distanz zu spüren.
    Es sei den, sie meinen die üblichen Verdächtigen, wie Frau Ranke Heinemann usw.

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