Verteilungsdebatte Rohe Bürgerlichkeit
Zur Verteilungsdebatte: Von Abstiegsangst getrieben zetteln Bessergestellte einen Klassenkampf von oben an.
Unsere Gesellschaft ist in dieser krisengetriebenen Zeit besonders stark durch soziale Spaltung und Desintegration gekennzeichnet. Dieser Entwicklung ist lange Zeit wenig Aufmerksamkeit zugekommen. Sie ist nun aber nicht mehr zu ignorieren.
Vorangegangen war ein massiver Kontrollverlust der nationalstaatlichen Politik, verbunden mit einem ebenso großen Machtgewinn des Kapitals. In den vergangenen Jahrzehnten hat sich die soziale Ungleichheit immer weiter verschärft. Dabei bleibt weitgehend unthematisiert, was die britischen Wissenschaftler Richard Wilkinson und Kate Pickett anhand zahlreicher Ländervergleiche bereits dokumentierten. Sie haben herausgefunden, dass eine Gesellschaft mit zunehmender Ungleichheit zersetzt wird. Das wiederum bringt steigende soziale wie gesundheitliche Probleme mit sich und führt zu einem Anstieg der Gewalt.
Wilhelm Heitmeyer leitet das Institut für interdisziplinäre Gewalt- und Konfliktforschung an der Universität Bielefeld. Er untersucht die Ursachen gesellschaftlicher Spaltung
Wer nicht der Behauptung anhängt, die Spaltung sei das Ergebnis von natürlichen Prozessen, die nach den Gesetzen von kapitalistischer Nützlichkeit, Verwertbarkeit und Effizienz abliefen (weshalb auch kein Gedanke an die laufenden Prozesse der Umverteilung und ihre gesellschaftliche Zerstörungskraft verschwendet zu werden brauche), muss sich fragen: Wer sind die Akteure dieser Spaltungsbewegung?
Missachtung derer »da unten«
Soziale und gesundheitliche Probleme sind ebenso wie physische Gewalt stärker in unteren sozialen Lagen der Gesellschaft präsent. Direkte wie indirekte Spaltungsakteure sind die intellektuellen Diskursagenten bei den wissenschaftlichen, insbesondere den wirtschaftswissenschaftlichen und politischen Eliten. Sie suchen einen bürgerlichen Resonanzboden, finden ihn und werden ihrerseits von ihm beeinflusst. Diese zirkulären Prozesse verschärfen sich durch immer stärkere Abweichung vom Ideal anzustrebender Gleichheit und vor allem Gleichwertigkeit. Die Missachtung derer »da unten« wächst. Eine rohe Bürgerlichkeit bildet sich heraus, und so geraten wir auf den Weg zu einer eskalierenden Spaltung.
Diese rohe Bürgerlichkeit wird befeuert durch den Klassenkampf von oben. Man muss dazu nur das Beispiel des Philosophen Peter Sloterdijk nehmen, der seinen Kampf gegen den nehmenden Staat und dessen generösen feudalistischen Rückfall inszeniert. In zahlreichen Medien fanden Sloterdijks Thesen unterstützenden Widerhall. Doch selbst wenn solche Positionen nicht direkt umgesetzt werden, hinterlassen sie Verarbeitungsspuren im informierten Publikum.
Von Gruppen, die sich subjektiv in der Bürgerlichkeit verortet sehen, wird dies begierig aufgegriffen. Schließlich sind sie selbst von Abstiegsängsten geplagt, die spätestens seit der Einführung von Hartz IV im Jahr 2005 existieren und seit September 2008 nach der Finanzkrise noch einmal verstärkt wurden. Der so von oben inszenierte Klassenkampf wird über die rohe Bürgerlichkeit nach unten weitergegeben. Die objektive finanzielle Spaltung zwischen Reich und Arm wird ideologisch durch die Abwertung und Diskriminierung von statusniedrigen Gruppen durch die rohe Bürgerlichkeit getragen.
Dafür gibt es empirische Belege. Sie werden unter anderem von einem auf zehn Jahre angelegten Forschungsprojekt zur gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit geliefert, für das jährlich 2000 repräsentativ ausgewählte Menschen befragt werden.
Die Ergebnisse sind erstaunlich. Zunächst nehmen ausgerechnet diejenigen, die sich selbst als den oberen Teil der Gesellschaft bezeichnen, die soziale Spaltung in der Gesellschaft signifikant weniger wahr. Dabei lässt sich diese sogar objektiv belegen, etwa über das Netto-Geldvermögen. Gerade die Besserverdienenden beklagen mittlerweile zunehmend, dass sie nicht in einem gerechten Maße vom allgemeinen Wachstum profitieren würden. Sie bekämen also nicht, was ihnen aus ihrer Sicht zustände.
Die geringere Wahrnehmung der sozialen Spaltung durch die oberen Einkommensgruppen hat viele Folgen. Beispielsweise wird die Hilfe für Schwache und die Solidarität mit schwachen Gruppen eher aufgekündigt. Weniger Unterstützung wird vor allem gegenüber Langzeitarbeitslosen und Hartz-IV-Empfängern gefordert. Im Sinne des Kapitals wie im ökonomistischen Denken werden diese Menschen als nutzlos etikettiert. Sie sollten entgegen dem Grundgedanken einer Solidargemeinschaft endlich Selbstverantwortung übernehmen.
Hilfe wird aufgekündigt
Und so gibt es eindeutige Zusammenhänge zwischen der Forderung an die sozial Schwachen, ihre kritische Lebenssituation selbst zu bewältigen, und der Abwertung von Langzeitarbeitslosen, niedrig qualifizierten Zuwanderern und Behinderten: Die Gruppen mit höheren Einkommen werten immer stärker ab.
Insgesamt ist eine ökonomistische Durchdringung sozialer Verhältnisse empirisch belegbar. Sie geht Hand in Hand mit einem Anstieg von gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit in höheren Einkommensklassen.
Die rohe Bürgerlichkeit zeichnet sich durch den Rückzug aus der Solidargemeinschaft aus – befeuert durch wirtschaftswissenschaftliche Eliten und die herrschende Politik.
In der rohen Bürgerlichkeit wird deutlich, dass der autoritäre Kapitalismus, dessen Zähmung in den ersten Jahrzehnten der Bundesrepublik noch gelungen schien, außer Kontrolle geraten ist. Mit seiner spezifischen Gewalt des Desinteresses an sozialer Integration aus den Sphären von Wirtschaft und Politik ist er tief in die sich aufspaltende Gesellschaft eingedrungen. Die rohe Bürgerlichkeit wird zum Mittel der gesellschaftlichen Spaltung, die initiierenden Eliten bleiben unangreifbar oder anonym.
Die Opfergruppen sind mittlerweile wehrlos und nicht mobilisierungsfähig. Arbeitslosigkeit, insbesondere wenn sie von Dauer ist, wirkt zerstörerisch. Zudem ist es entwürdigend, nicht einmal minimale Anerkennung zu erfahren.
Die geballte Wucht rabiater Eliten und die Transmission sozialer Kälte durch eine rohe Bürgerlichkeit, die sich selbst in der Opferrolle wähnt und deshalb neue Abwertungen gegen schwache Gruppen in Szene setzt, zeigt nur eines: Die gewaltförmige Desintegration ist auch in dieser Gesellschaft nicht unwahrscheinlich.
- Datum 28.09.2011 - 06:28 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 22.9.2011 Nr. 39
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Das ist nicht der böse, rohe Kapitalismus und die Vertreter dieser Ideologie. Das ist der ganz normale Kapitalismus, wie er vorgesehen ist. Freier Markt, freie Kapitalflüsse, freier weltweiter Handel.
Wer was anderes fordert, fordert nichts anderes als eine andere Wirtschafts und/oder neue Gesellschaftsform. Bzw. kann nur etwas anderes fordern, eben weil es SYSTEMIMMANENT ist! Verstehts doch!
"Von Abstiegsangst getrieben zetteln Bessergestellte einen Klassenkampf von oben an."
Das ist absolut richtig. Deshalb entwickelt sich der Kapitalismus allmählich zu einem noch größeren unkontrollierbaren und tötlichen Ungeheuer "für die da unten" als der Kommunismus und Feudalismus es gekonnt hätte.
Es ist nicht zwingend systembedingt, das der Kapitalismus sich so entwickelt.
Und wer die wirtschaftliche Entwicklung der Bundesrepublik aufmerksam verfolgt hat, kann unschwer feststellen, dass das Einfallstor in unserem System der sozialen Marktwirtschaft die Ausgestaltung des Sozialstaates gewesen ist, die im gesamten Parteienspektrum genutzt wurde für Partikularinterressen zu Lasten des gesamten Landes.
Es fehlt eine Diskussion und ein gesellschaftlicher Konsens darüber, was eigentlich wirklich sozial ist, welche Härten hingenommen werden müssen um des Kollektivs Willen und welche eben nicht.
Der Sozialstaat der sich nach 1970 entwickelte negierte jede Härte, nur um wegen der Unfinanzierbarkeit und gesellschaftlichen Ausnutzung letztlich auf die Förderung kapitalistischer Konzentration angewiesen zu sein. die ebne konsequenterweise durch die Regierung Schröder dann am massivsten durchgesetzt wurde.
Am Ende führt das genau zum gegenteiligen Ergebnis!
Wir müssen aufpassen, das wir nicht ebenso wie der Ostblock an mangelnder Einsicht und Reformfähigkeit scheitern.
Den eine soziale Volkaskoversicherung führte im Ostblock zum brutalsten Kapitalismus und tut es bei uns letztlich auch.
H.
"Von Abstiegsangst getrieben zetteln Bessergestellte einen Klassenkampf von oben an."
Das ist absolut richtig. Deshalb entwickelt sich der Kapitalismus allmählich zu einem noch größeren unkontrollierbaren und tötlichen Ungeheuer "für die da unten" als der Kommunismus und Feudalismus es gekonnt hätte.
Es ist nicht zwingend systembedingt, das der Kapitalismus sich so entwickelt.
Und wer die wirtschaftliche Entwicklung der Bundesrepublik aufmerksam verfolgt hat, kann unschwer feststellen, dass das Einfallstor in unserem System der sozialen Marktwirtschaft die Ausgestaltung des Sozialstaates gewesen ist, die im gesamten Parteienspektrum genutzt wurde für Partikularinterressen zu Lasten des gesamten Landes.
Es fehlt eine Diskussion und ein gesellschaftlicher Konsens darüber, was eigentlich wirklich sozial ist, welche Härten hingenommen werden müssen um des Kollektivs Willen und welche eben nicht.
Der Sozialstaat der sich nach 1970 entwickelte negierte jede Härte, nur um wegen der Unfinanzierbarkeit und gesellschaftlichen Ausnutzung letztlich auf die Förderung kapitalistischer Konzentration angewiesen zu sein. die ebne konsequenterweise durch die Regierung Schröder dann am massivsten durchgesetzt wurde.
Am Ende führt das genau zum gegenteiligen Ergebnis!
Wir müssen aufpassen, das wir nicht ebenso wie der Ostblock an mangelnder Einsicht und Reformfähigkeit scheitern.
Den eine soziale Volkaskoversicherung führte im Ostblock zum brutalsten Kapitalismus und tut es bei uns letztlich auch.
H.
"Von Abstiegsangst getrieben zetteln Bessergestellte einen Klassenkampf von oben an."
Das ist ganz sicher richtig.
Es geht jedoch um wesentlich mehr als nur die seit Jahrzehnten bestehende Umverteilung von unten nach oben.
Jörges hat es bei Jauch aufgezählt:
Wir haben
1. eine Krise der Finanzindustrie
2. eine Bankenkrise
3. eine Wirtschaftskrise
4. eine Eurokirse
5. eine EU Krise
Wir haben weiterhin
6. eine Gesellschaftskrise
7. eine Kulturkrise
8. eine Bildungskrise
9. eine Krise der Spaltung der Gesellschaft
in Steinreiche und Bettelarme
10. eine Krise des Gesundheitswesens
11. eine Rentenkrise
12. eine Krise des Arbeitsmarktes
13. eine Wertekrise
14. eine Familienkrise
16. eine Geburtenkrise
17. eine Bevölkerungskrise
usw.
Angesichts also der Vielzahl der Krisen in denen sich Deutschland aktuell befindet, ist Deutschland so ziemlich in einer recht aussichtslosen Situation, wenn man nicht dazu kommt, das System ganz grundsätzlich zu ändern. Mit Detailänderungen ist da nichts mehr zu machen.
Noch befinden sich die meisten Bürger im Tiefschlaf oder in Arroganz und Ignoranz.
Das wrrd nicht mehr lange anhalten.
Dann wird das jedem offenbar werden.
Dann herrscht "Heulen jnd Zähneklappern" um den hess. Ministerpräsident a.D. Koch zu zitieren.
[...] So universal schlimm ist die Lage nun wirklich nicht. Sicher, der Euro kann platzen - die Amis tun wirklich ihr bestes dafür, aber, wenn wir alle die Nerven behalten und uns nicht kirre machen lassen, sieht die Welt gerade in D doch schon wieder viel besser aus.
Also Kopf hoch und nicht so viel jammern.
Gegen die Spaltung unserer Gesellschaft hilft eigentlich nur gesellschaftliches Engagement in ehrenamtlicher Tätigkeit der Mittelschicht; wenn nicht die Mittelschicht, wer sonst sollte diese Gesellschaft zusammenhalten? Die Mittelständler auch Ihrer Region engagieren sich sicher für lokale Initiativen, wir Menschen aus der Mittelschicht können und müssen die Schwächeren mitnehmen! Nur so vermeiden wir engliche Verhältnisse.
Gekürzt. Bitte bleiben Sie sachlich. Danke. Die Redaktion/wg
Sehr geehrter Herr Galtung,
ich denke, all diese "Krisen", welche Sie aufzählen, lassen sich lösen, da Deutschland/Europa genug Resourcen, in Form von Geld, Wissen, Infrastruktur und Erfahrung,hat um die anstehenden Probleme anzugehen. Es mangelt nicht an praktikabelen Lösungen und Lösungswegen. Die Problematik ist eher, daß bestimmte Teile der Eliten und weite Teile der Politik sich weigern, die anstehenden Aufgaben zu lösen.
Dadurch werden aus Problemstellungen nach und nach Krisen.
Die Aussichtslosigkeit die Sie beschreiben, erkenne ich so nicht, außer man zieht die Verweigerung der Politik, der Eliten und der Bevölkerung in Betracht etwas zu ändern. In dieser Verweigerung der Deutschen sich zu modernisieren und etwas zu ändern, und das gilt vor allem für die "normalen" Bürger, liegt das eigentlich Bedrohliche.
Freundliche Grüße
Mortain
. .zutrifft, nun ist diese Gesellschaft , d.h. die Menschen ganz schön kapuut und durch.
Und durch die globalen Veränderungen, die jetzt und auf unabsehbare Zeit jeden überall irgendwie betreffen, wird das nicht mehr besser werden.
Nun , seit trotzdem fröhlich, ihr lebt in interessanten Zeiten.
[...] So universal schlimm ist die Lage nun wirklich nicht. Sicher, der Euro kann platzen - die Amis tun wirklich ihr bestes dafür, aber, wenn wir alle die Nerven behalten und uns nicht kirre machen lassen, sieht die Welt gerade in D doch schon wieder viel besser aus.
Also Kopf hoch und nicht so viel jammern.
Gegen die Spaltung unserer Gesellschaft hilft eigentlich nur gesellschaftliches Engagement in ehrenamtlicher Tätigkeit der Mittelschicht; wenn nicht die Mittelschicht, wer sonst sollte diese Gesellschaft zusammenhalten? Die Mittelständler auch Ihrer Region engagieren sich sicher für lokale Initiativen, wir Menschen aus der Mittelschicht können und müssen die Schwächeren mitnehmen! Nur so vermeiden wir engliche Verhältnisse.
Gekürzt. Bitte bleiben Sie sachlich. Danke. Die Redaktion/wg
Sehr geehrter Herr Galtung,
ich denke, all diese "Krisen", welche Sie aufzählen, lassen sich lösen, da Deutschland/Europa genug Resourcen, in Form von Geld, Wissen, Infrastruktur und Erfahrung,hat um die anstehenden Probleme anzugehen. Es mangelt nicht an praktikabelen Lösungen und Lösungswegen. Die Problematik ist eher, daß bestimmte Teile der Eliten und weite Teile der Politik sich weigern, die anstehenden Aufgaben zu lösen.
Dadurch werden aus Problemstellungen nach und nach Krisen.
Die Aussichtslosigkeit die Sie beschreiben, erkenne ich so nicht, außer man zieht die Verweigerung der Politik, der Eliten und der Bevölkerung in Betracht etwas zu ändern. In dieser Verweigerung der Deutschen sich zu modernisieren und etwas zu ändern, und das gilt vor allem für die "normalen" Bürger, liegt das eigentlich Bedrohliche.
Freundliche Grüße
Mortain
. .zutrifft, nun ist diese Gesellschaft , d.h. die Menschen ganz schön kapuut und durch.
Und durch die globalen Veränderungen, die jetzt und auf unabsehbare Zeit jeden überall irgendwie betreffen, wird das nicht mehr besser werden.
Nun , seit trotzdem fröhlich, ihr lebt in interessanten Zeiten.
"Von Abstiegsangst getrieben zetteln Bessergestellte einen Klassenkampf von oben an."
Das ist absolut richtig. Deshalb entwickelt sich der Kapitalismus allmählich zu einem noch größeren unkontrollierbaren und tötlichen Ungeheuer "für die da unten" als der Kommunismus und Feudalismus es gekonnt hätte.
"Immer muss ich meinen Maserati, Luxusedition, auf der Autobahn abbremsen weil eure Armutskutschen mit 120 unterwegs sind... tja Leute, wer autofahren will, der sollte sich das auch leisten können... Fahrt gefälligst mit dem Zug, da sehe ich eure Armut wenigstens nicht..."
So einen hatte ich neulich hinter mir auf der Autobahn und seinem wilden Geblinke und Gefuchtel nach gingen ihm genau solche Gedanken durch den Kopf
Nachbarschaft. Die würden am liebsten Strassen und Wege (insbesondere Uferwege) für die "Normalos" für alle Zeiten sperren. Die fühlen sich in ihren Riesenvillen wie Könige in der Burg. Das "Volk" soll bitte schön vor der Mauer sein Dasein fristen ! Feudalismus pur ... gelebt im 22.Jahrhundert, der Zeit des Internet, der Atombombe, der Überschallflugzeuge, der großartigsten Aufklärung und "Demokratie" ... wie ist sowas möglich ?
Nachbarschaft. Die würden am liebsten Strassen und Wege (insbesondere Uferwege) für die "Normalos" für alle Zeiten sperren. Die fühlen sich in ihren Riesenvillen wie Könige in der Burg. Das "Volk" soll bitte schön vor der Mauer sein Dasein fristen ! Feudalismus pur ... gelebt im 22.Jahrhundert, der Zeit des Internet, der Atombombe, der Überschallflugzeuge, der großartigsten Aufklärung und "Demokratie" ... wie ist sowas möglich ?
nimmt man zum Vergleich die Kaiserzeit oder die Weltwirtschaftskrise in den Zwanziger-Jahren, leben unsere Unterschichten wirklich kommod. Man könnte also argumentieren, es war doch eine schöne Zeit, als Kaiser Wilhelm noch lebte und "Ein Herr ein Herr und ein Diener ein Diener war". Letzteres sollte man öfters betonen. Man kann auch noch die wachsende Armut in Deutschland mit dem Schicksal der chinesischen Wanderarbeiter relativieren.
Es war ein bescheidener Versuch - Nicht, daß ich die Meinung des Autors nicht teilte, ich habe mich hiermit nur als advocatus diaboli betätigt, damit die Argumentation nicht zu einseitig wird.
Harald Artur Irmer
Leider war der Versuch nicht gut. Eigentlich bemühen Sie nur die alte "Alles könnte viel schlechter sein" Argumentation. ;)
Leider war der Versuch nicht gut. Eigentlich bemühen Sie nur die alte "Alles könnte viel schlechter sein" Argumentation. ;)
Systemänderung?
Archipel Gulag!
Welche Alternative?
Pariser Kommune!
Damit's nicht ganz so Schlagwortartig bleibt:
"Das Sowjetsystem stritt mit dem Kapitalismus um die Frage: Wofür wird geplant? - Für eine Volkswirtschaft oder nur für einzelne Unternehmen? In beiden Systemen aber bleiben die Werktätigen ohnmächtig und werden von ihren Machthabern verplant und bevormundet: Die einen von ihrer Planerbürokratie und Parteiführung, die anderen von ihren Managern, Politikern und der Staatsbürokratie. Spätestens seit dem Untergang des Sowjetsystems spitzt sich alles auf die Frage zu: Wer plant und entscheidet für wen? Plant und entscheidet eine elitäre Minderheit für und über die Mehrheit oder plant und entscheidet die werktätige Mehrheit für sich und damit über die Gesellschaft? "
Die Pariser Kommune war die erste wirkliche Arbeiterregierung und das politische Modell jeder künftigen sozialen Emanzipationsbewegung, eine Alternative, zusammenkartätsch von Bismarck und Thier, einig trotz gerade geführten Krieg, wie Alternativen weltweit immer wieder in Blut ertränkt wurden (Spanien 1936, Ukraine 1920, Chile '73, Prag '68:
"Die Zivilisation und Gerechtigkeit der Bourgeoisordnung tritt hervor in ihrem wahren, gewitterschwangern Licht, sobald die Sklaven in dieser Ordnung sich gegen ihre Herren empören. Dann stellt sich diese Zivilisation und Gerechtigkeit dar als unverhüllte Wildheit und gesetzlose Rache."
Mehr hier:
http://www.marx-forum.de/...
Da das System ein menschengemachtes ist, können wir es natürlich ändern.
Keine Alternative? Keine Experimente?
Das absurde Experiment "Kapitalismus" läuft seit 500 Jahren und hat immer wieder ein Ergebnis erbracht: wenige werden immer reicher, viele immer ärmer, dazu werden allen nicht bezifferbare Kosten in Form von Umweltzerstörung, Krieg, Ressourcenverschwendung, Verdummung ... aufgebürdet. Es soll wohl solange dauern, bis "der letzte Fluß vergiftet, der letzte Baum gefällt, der letzte Fisch gefischt wurde..." Trotzdem rufen die Ratten, die im Labor durch Labyrinthe hasten auf der Suche nach dem nächsten Knopf, der ihr Lustzentrum stimuliert, lauthals: "Keine Experimente!".
Vor dem Problem einer fehlenden bereits praktizierten Alternative stand der Mensch nun aber weiß Gott oft genug. Es liegt ja geradezu in der Natur der Sache, daß Neues, Alternatives, eben noch nicht exitierte. Vom alternativen, westwärtigen Weg nach Indien bis zur Alternative zu König und Leibeigenschaft wurde keine Blaupause, wie sie von vielen TINA-Verfechtern gefordert wird, bekannter Methoden verwendet, sondern ein erkannter Mißstand sooft auf verschiedene Art angegangen, bis eine funktionierende Alternative stand. Daß dieser Prozeß im gesellschaftlichen Maßstab besonders schmerzhaft und fehleranfällig sein kann darf nicht heißen, den status quo unangetastet zu lassen, denn in diesem Fall ist das schmerzhafte Ende garantiert.
Meinungsmacher:http://www.nachdenkseiten.de/?p=7581
6. Welche Alternative?
Systemänderung?
Archipel Gulag!
-----------
Der Archiepel Gulag ist das einzige das Ihnen einfällt?
Es gibt entweder DIESEN Kapitalismus oder den Gulag.
Dazwischen gibt es nichts.
Früher hiess es dann "Geh doch nach drüben"
Die Deutschen hatten andere Lösungen zu bieten ...
Welche Alternative?
Pariser Kommune!
Damit's nicht ganz so Schlagwortartig bleibt:
"Das Sowjetsystem stritt mit dem Kapitalismus um die Frage: Wofür wird geplant? - Für eine Volkswirtschaft oder nur für einzelne Unternehmen? In beiden Systemen aber bleiben die Werktätigen ohnmächtig und werden von ihren Machthabern verplant und bevormundet: Die einen von ihrer Planerbürokratie und Parteiführung, die anderen von ihren Managern, Politikern und der Staatsbürokratie. Spätestens seit dem Untergang des Sowjetsystems spitzt sich alles auf die Frage zu: Wer plant und entscheidet für wen? Plant und entscheidet eine elitäre Minderheit für und über die Mehrheit oder plant und entscheidet die werktätige Mehrheit für sich und damit über die Gesellschaft? "
Die Pariser Kommune war die erste wirkliche Arbeiterregierung und das politische Modell jeder künftigen sozialen Emanzipationsbewegung, eine Alternative, zusammenkartätsch von Bismarck und Thier, einig trotz gerade geführten Krieg, wie Alternativen weltweit immer wieder in Blut ertränkt wurden (Spanien 1936, Ukraine 1920, Chile '73, Prag '68:
"Die Zivilisation und Gerechtigkeit der Bourgeoisordnung tritt hervor in ihrem wahren, gewitterschwangern Licht, sobald die Sklaven in dieser Ordnung sich gegen ihre Herren empören. Dann stellt sich diese Zivilisation und Gerechtigkeit dar als unverhüllte Wildheit und gesetzlose Rache."
Mehr hier:
http://www.marx-forum.de/...
Da das System ein menschengemachtes ist, können wir es natürlich ändern.
Keine Alternative? Keine Experimente?
Das absurde Experiment "Kapitalismus" läuft seit 500 Jahren und hat immer wieder ein Ergebnis erbracht: wenige werden immer reicher, viele immer ärmer, dazu werden allen nicht bezifferbare Kosten in Form von Umweltzerstörung, Krieg, Ressourcenverschwendung, Verdummung ... aufgebürdet. Es soll wohl solange dauern, bis "der letzte Fluß vergiftet, der letzte Baum gefällt, der letzte Fisch gefischt wurde..." Trotzdem rufen die Ratten, die im Labor durch Labyrinthe hasten auf der Suche nach dem nächsten Knopf, der ihr Lustzentrum stimuliert, lauthals: "Keine Experimente!".
Vor dem Problem einer fehlenden bereits praktizierten Alternative stand der Mensch nun aber weiß Gott oft genug. Es liegt ja geradezu in der Natur der Sache, daß Neues, Alternatives, eben noch nicht exitierte. Vom alternativen, westwärtigen Weg nach Indien bis zur Alternative zu König und Leibeigenschaft wurde keine Blaupause, wie sie von vielen TINA-Verfechtern gefordert wird, bekannter Methoden verwendet, sondern ein erkannter Mißstand sooft auf verschiedene Art angegangen, bis eine funktionierende Alternative stand. Daß dieser Prozeß im gesellschaftlichen Maßstab besonders schmerzhaft und fehleranfällig sein kann darf nicht heißen, den status quo unangetastet zu lassen, denn in diesem Fall ist das schmerzhafte Ende garantiert.
Meinungsmacher:http://www.nachdenkseiten.de/?p=7581
6. Welche Alternative?
Systemänderung?
Archipel Gulag!
-----------
Der Archiepel Gulag ist das einzige das Ihnen einfällt?
Es gibt entweder DIESEN Kapitalismus oder den Gulag.
Dazwischen gibt es nichts.
Früher hiess es dann "Geh doch nach drüben"
Die Deutschen hatten andere Lösungen zu bieten ...
Wer Marx gelesen hat, weiß das und ist weder darüber noch über die wiederholte Krise des Kapitalismus erstaunt.
Geschichte wiederholt sich - leider.
Klassenkampf ist laut Marx keineswegs ein besonderes Merkmal des Kapitalismus.
Klassenkampf ist laut Marx keineswegs ein besonderes Merkmal des Kapitalismus.
Leider war der Versuch nicht gut. Eigentlich bemühen Sie nur die alte "Alles könnte viel schlechter sein" Argumentation. ;)
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