Nebenjobs

Was wären Kneipen oder Callcenter ohne Studenten? Wahrscheinlich unterbesetzt. Aber auch Großunternehmen wie Siemens oder der Chemieriese Bayer bieten Studentenjobs an. Meist zu besseren Stunden- und Tagessätzen als die Kneipe nebenan: Für Teilzeitarbeit können zum Beispiel bei Siemens monatlich – je nach Erfahrung – 1.000 bis 1.200 Euro drin sein. Im Durchschnitt beträgt der Stundenlohn für Studenten zehn Euro. Für einen Job, der weniger einbringt, sollte es andere sehr gute Argumente geben – beispielsweise, dass sich Kontakte zu einem späteren Arbeitgeber ergeben oder die Praxiserfahrung im Lebenslauf zählt.

Mit einer 20-Stunden-Stelle bei Siemens finanziert der Münchner Michael Jacobi sein Studentenleben: »Ich kümmere mich vor allem um den Online-Auftritt von Siemens«, sagt Jacobi, der im dritten Semester Kommunikationswissenschaft studiert. »Im Semester kann ich die Arbeit und meine Pflichtveranstaltungen ganz gut unter einen Hut bringen – das liegt aber auch an meinem Studiengang, in dem ich nicht jeden Tag Seminare und Vorlesungen belegen muss.« Schwieriger wird das Jobben bei unflexiblen oder sehr vollen Stundenplänen, wie etwa im Medizinstudium.

67 Prozent der Studenten arbeiten laut der Sozialerhebung des Studentenwerks nebenbei – im Schnitt knapp 14 Stunden pro Woche. Jobben neben dem Studium bedeutet meist viel Stress. Aber es gibt auch einen Vorteil gegenüber anderen Finanzierungswegen: Wer in einer Branche jobbt, die auch als späteres Berufsfeld denkbar ist, der sammelt neben dem Studium viel Praxiserfahrung – und kommt manchmal sogar ins Ausland: Viola Backfisch, 21, arbeitet derzeit für den Autovermieter Sixt in Paris: »Mein Wirtschaftsfranzösisch hat sich schon stark verbessert«, sagt Backfisch, die das Fach Digitale Medien studiert und nun in Frankreich Werbekampagnen mitentwirft.

Viola Backfisch ist aber ein Sonderfall: Sie studiert an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg – da ist die Arbeit im Unternehmen ins Studium eingegliedert und wird auch voll bezahlt: »So habe ich ein Einkommen, das meinen Lebensunterhalt komplett abdeckt.« Duale Studiengänge an Berufsakademien sind also eine Alternative für alle, denen ein geregeltes Einkommen schon im Studium wichtig ist.

Aber wo findet man Jobs? Der Münchner Student Michael Jacobi rät zur Suche übers Internet: »Da gibt es jede Menge Jobangebote, und fast alle Bewerbungen laufen mittlerweile online .« Jacobi hat sich im Netzwerk Xing ein Profil angelegt: »Dort habe ich vermerkt, dass ich auf Jobsuche bin.« Einige Unternehmen haben sich dann sogar bei ihm gemeldet. Andere Jobangebote – etwa als wissenschaftliche Hilfskraft – findet man beispielsweise über Aushänge an der Uni.

Aufpassen müssen Studenten, die jobben und Bafög bekommen: Ab einem Verdienst von mehr als 400 Euro kann es zu Abzügen beim Bafög kommen! Grundsätzlich gilt: Das Thema Bafög, Kindergeld, Steuern und Abzüge ist sehr kompliziert und oft nur im Einzelfall zu beurteilen. Hier lohnt es sich auf jeden Fall, einen – kostenlosen – Termin mit einem Berater vom Studentenwerk auszumachen.

BAföG

Etwa jeder fünfte Student erhält Geld vom Staat, um über die Runden zu kommen. Wie viel das ist, hängt von mehreren Faktoren ab: Was verdienen die Eltern? Wie viele Geschwister gibt es, und sind sie ebenfalls noch in der Ausbildung? Ob man Anspruch auf Bafög hat, kann man zum Beispiel im Internet testen: Dort gibt es mehrere Bafög-Rechner, die zumindest in etwa ermitteln, ob ein Student mit Überweisungen vom Bafög-Amt rechnen kann. Im Zweifelsfall: Einen Antrag stellen und das Amt selbst prüfen lassen. Dann werden auch alle Details bedacht, die man selbst vielleicht am Internet-Rechner vergisst.