Die Universität Hohenheim © Universität Hohenheim/Oskar Eyb

Christoph Müller wollte nach oben. Im Mai dieses Jahres sah es so aus, als ob er schon angekommen wäre, mit nur 43 Jahren wurde der Professor für Betriebswirtschaftslehre zum neuen Rektor der Uni Hohenheim gewählt. Ein rasanter Aufstieg, es wäre die Krönung einer Karriere geworden, sicher aber auch eine Rückkehr, denn vor knapp 20 Jahren saß Müller als junger Student selbst an der Uni Hohenheim in seinen ersten Vorlesungen. Doch es kam alles anders: Statt einer Rückkehr gab es für Müller einen Rückschlag. Und statt eines Aufstiegs sieht es im Moment so aus, als würde sich gar nichts mehr bewegen. Müller bleibt, wo er ist, in St. Gallen, die Rektorenstelle hat er abgesagt, knapp drei Wochen bevor er den neuen Posten antreten sollte. Das alles kam überraschend, Zeitungen und Radios berichteten, an der Uni wurde geredet, eine unangenehme Situation – nicht nur für Müller.

Jetziger Rektor muss im Amt bleiben

Bereits zum dritten Mal muss Hohenheim nun die Rektorenstelle neu ausschreiben. Der jetzige Rektor, Hans-Peter Liebig, wird die Hochschule notgedrungen noch ein Jahr weiter führen – obwohl er eigentlich längst in den Ruhestand gehen wollte. Einiges ist schief gelaufen bei der Besetzung des Rektorenpostens, dabei hätte Hohenheim durchaus von anderen Unis lernen können. Es kommt öfter vor, dass Kandidaten, die Rektoren werden sollen, am Ende doch nicht dürfen: Im letzten Moment scheitern sie an Uni-Gremien oder einem Veto, so geschehen bei der ersten Wahlrunde in Hohenheim, genauso aber auch in Siegen, Tübingen, Heilbronn und an anderen Unis. Schuld daran sind meist hochschulpolitische Grabenkämpfe und Kommunikationsprobleme. Abseits davon gibt es aber auch immer öfter Fälle, in denen längst gewählte Kandidaten letztendlich doch nicht wollen. So etwas passierte in Eichstätt, genauso wie in Cottbus und nun eben auch in Hohenheim. Was aber lässt die designierten Rektoren am Ende resignieren?

An der Uni Hohenheim hat man eine einfache Erklärung dafür: die Finanzen. Müller, heißt es in einer Pressemeldung, sei zwar im Mai zum Rektor gewählt worden, das Gehalt sei damals aber noch offen gewesen. Das sei insofern ein Problem, als der 43-Jährige die letzten Jahre als Professor in St. Gallen gearbeitet habe. »Das Gehaltsniveau im akademischen Bereich in Deutschland kann sich bei Weitem nicht mit den Bezügen in der Schweiz messen«, erklärte die Uni.