Zufluchtsort Deutschland Das gelobte Land
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"In Israel gibt es dieses weiche Licht nicht", sagt Eldar Farber

»Mir gefällt es, in einem Land mit unsicherer Identität zu leben«, sagt der Maler Eldar Farber. »Es ist gerade das Undeutliche und Unfertige an den heutigen Deutschen, das mich anzieht.«

Es ist fast sechs Jahre her, dass Farber, ein Israeli, im ehemaligen Konzentrationslager Ravensbrück vor einem mächtigen Baum stand und ihm eine Frage durch den Kopf ging: »Kennt dieser Baum meinen Vater?«

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In Israel war Farber damals schon ein gefeierter Landschaftsmaler. Er war 35, es war sein erster Besuch in Deutschland, lange hinausgeschoben. Seine Eltern hatten den Holocaust überlebt, der Vater war Häftling in Ravensbrück gewesen.

Farber postierte seine Staffelei zwischen den Lagerbaracken. Über den weiten uckermärkischen Himmel trieben Wolken. Wie malt man einen Ort, von dem man am Kinderbett schreckliche Dinge hörte?

Farber ging mit Ravensbrück um, als wäre es ein Motiv wie jedes andere. Es gibt kein Zeichen des Schreckens auf seinem Bild, kein Drama, nur die Wolken, hell über der öden Hoffläche. Ein schöner, stiller Sommertag in Deutschland: Farbers Bild ist das Dokument einer bestandenen Mutprobe. Er hatte sich nicht überwältigen lassen. Er konnte jetzt anfangen, Deutschland zu mögen.

Als Farber zum ersten Mal nach Deutschland kam, hatte er eine schwer fassbare Angst vor diesem Land, das in seiner Vorstellung immer schwarz-weiß gewesen war, wie auf den Fotos seiner Eltern. Als er vom Flughafen aus stadteinwärts fuhr, erwischte er sich bei dem Gedanken, dass das Licht an einem Berliner Sommerabend wunderschön ist: »In Israel gibt es dieses weiche Licht nicht. Hier in Deutschland sind sogar in den dunklen Tönen unzählige Nuancen zu erkennen.«

Sommer für Sommer, wenn die gnadenlose Sonne das Arbeiten in Tel Aviv unmöglich macht, verbringt Farber seitdem im »sanften Berliner Licht«. Er ist einer von rund 3000 Israelis, die sich in Berlin niedergelassen haben. In seinem Atelier in Prenzlauer Berg steht ein neues Bild, eine smaragdgrün schillernde Waldszene aus dem Berliner Tiergarten. Seit seinen Kindertagen in Tel Aviv habe er Sehnsucht nach dem deutschen Wald gehabt, sagt Farber. In Israel gibt es keine Wälder. Farber glaubt, dass ihm das Bildgedächtnis seiner Eltern vererbt worden sei.

»Ich fühle mich bei den Deutschen auf eine verrückte und zugleich natürliche Art wohl«, sagt Farber. »Ich hätte nicht gedacht, dass ich das mal sage: Ich liebe die Ordnung hier, und dass sich die Leute an Regeln halten.« Farber rührt die Beklommenheit neuer Bekannter, wenn sie erfahren, dass seine Eltern KZ-Häftlinge waren. Offenbar ist es inzwischen leicht, in Deutschland zu leben – aber immer noch schwer, ein Deutscher zu sein. Diesen Vorbehalt der Menschen hier gegen sich selbst bewundert Eldar Farber am meisten. »Die Deutschen sind immer noch verstört von ihrer Vergangenheit. Nun müssen sie Kriege führen, den Euro retten, die Vereinigten Staaten von Europa schaffen. Sie sind verwirrt, weil die Lektion des ›Nie wieder!‹ keine Antwort ist auf die neuen Aufgaben.« Israel sei viel zu belagert, um sich so viel Unbestimmtheit leisten zu können, sagt Farber. Und Deutschland? Ist ironischerweise vom Feind der Menschheit zu einem Land ohne Feinde geworden.

Farbers Deutsche Landschaften wurden letztes Jahr in Tel Aviv gezeigt. Alle Bilder wurden verkauft, bis auf das Bild aus dem Lager Ravensbrück. Eldar Farber hat es seinem Vater geschenkt. Nun hängt es zu Hause in Tel Aviv. Sein Vater liebt das Bild. Ein großer alter Baum steht in der Mitte, und der Himmel über Ravensbrück ist blau.

Mitarbeit: Angela Köckritz, Hanno Rauterberg, Michael Thumann

 
Leser-Kommentare
  1. Wer soll denn glauben was in diesem Beitrag steht.

    Ist der Artikel im Auftrag des Bundeskanzleramtes geschfrieben worden.

    Schöne Deutsche Heile Welt.
    Entstanden in den Köpfen einer EU ?

    Bitte beteiligen Sie sich mit sachlichen und konstruktiven Argumenten an der Diskussion. Danke. Die Redaktion/ag

    18 Leser-Empfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    möchten viele nur das sehen, was in Deutschland nicht so gut läuft, und vergessen, dass unser Land eine erstaunliche Entwicklung durchlaufen hat? Ist das, was in diesem Artikel zu lesen ist, nur zu schön, um wahr zu sein? Oder hat Deutschland nicht auch eine "Schokoladenseite", die Kritiker wie Sie einfach nicht sehen wollen? Nach langjährigem Auslandsaufenthalt stelle ich immer wieder fest, wie bemerkenswert positiv sich Deutschland verändert hat, trotz aller Probleme. Man braucht sich nur einmal in anderen Ländern umzusehen, um sich bewusst zu werden, wie gut die meisten Deutschen im Vergleich dastehen, und vor allem, wie lebenswert Deutschland in den Augen vieler Besucher aus dem Ausland heute ist.

    Heile Welt, das dachte ich auch als ich den Artikel las.

    Nichts steht geschrieben von der elenden Armut in diesem Land, dem Elend der Hartz 4 Empfänger, der hungerneden Kinder. Nichts steht geschrieben von dem Hass auf alles Fremde, dass im letzten Jahr die Deutschen in die Buchläden dieser republik trieb, nichts von den vorindustriellen Arbeitsverhältnissen in manch einer Gegend.

    Ich bin weder stolz ein Deutscher zu sein, noch froh in diesem Land leben zu müssen. Dafür sind die Verhältnisse einfach zu schlecht.

    [...]

    Aber selbst wenn es diese Deutschland-positive Sichtweise im Ausland gäbe muss man mal festhalten, was die Ursachen dafür sind, dass es die Deutschen bislang weniger stark erwischt hat - und nur bei der Unterschicht eingeschlagen ist, was geflissentlich ignoriert wird.

    1. Agenda 2010
    .. von der "Verräter-Partei", wie die SPD an einigen Stellen im Netz genannt wird. Sie hat zweierlei bewirkt: Dem Deutschen Mittel-Bauch kräftig Abstiegsängste eingejagt und dadurch Lohndumping und Kadaver-Gehorsam möglich gemacht. Und mit diesem Lohn-Dumping, das die Arbeitgeber gerne angenommen haben, wurden dann

    2. Dumping bei den Preisen
    betrieben, so dass Deutschland (auf Kosten anderer EU-Staaten) häufig am billigsten anbieten und exportieren konnte.

    Retrospektiv müsste man also Herrn Schröder für seine Agenda 2010 danken - vermutlich ohne diejenigen, auf deren Rücken diese Wettbewerbsposition "erklommen" wurde und die das seit Jahren

    1. mit Reallohn-Verfall,
    2. Kaufkraft- und Lebensstandard-Verlust
    (Gesundheitsversorgung, KiTas, ..)

    und zukünftig

    3. mit dem anstehenden Inflationsverlust

    bezahlen müssen..

    Y.S.

    Gekürzt. Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen. Danke, die Redaktion/jz

    Wir leben im geilsten Land der Welt!

    Gruß

    Horst Klinker

    Was *glauben* Sie denn nicht?

    Im großen und ganzen geizt der Artikel eher mit Glaubenssätzen, denn mit falsifizierbaren Tatsachenbehauptungen, meinem Eindruck nach.

    ...und den ersten Sätzen den gleichen Eindruck, wie Sie ihn beschrieben haben in Ihrem Kommentar - der Inhalt könnte einer Werbebroschüre des Kanzleramtes entnommen sein. Dazu würde nur das Auftreten des (Noch-) Kanzleramtsministers Pofalla nicht passen.

    "Wer soll denn glauben was in diesem Beitrag steht.

    Ist der Artikel im Auftrag des Bundeskanzleramtes geschfrieben worden.

    Schöne Deutsche Heile Welt.
    Entstanden in den Köpfen einer EU ?

    Bitte beteiligen Sie sich mit sachlichen und konstruktiven Argumenten an der Diskussion. Danke. Die Redaktion/ag"

    Kommentar überflüssig.
    :-)

    möchten viele nur das sehen, was in Deutschland nicht so gut läuft, und vergessen, dass unser Land eine erstaunliche Entwicklung durchlaufen hat? Ist das, was in diesem Artikel zu lesen ist, nur zu schön, um wahr zu sein? Oder hat Deutschland nicht auch eine "Schokoladenseite", die Kritiker wie Sie einfach nicht sehen wollen? Nach langjährigem Auslandsaufenthalt stelle ich immer wieder fest, wie bemerkenswert positiv sich Deutschland verändert hat, trotz aller Probleme. Man braucht sich nur einmal in anderen Ländern umzusehen, um sich bewusst zu werden, wie gut die meisten Deutschen im Vergleich dastehen, und vor allem, wie lebenswert Deutschland in den Augen vieler Besucher aus dem Ausland heute ist.

    Heile Welt, das dachte ich auch als ich den Artikel las.

    Nichts steht geschrieben von der elenden Armut in diesem Land, dem Elend der Hartz 4 Empfänger, der hungerneden Kinder. Nichts steht geschrieben von dem Hass auf alles Fremde, dass im letzten Jahr die Deutschen in die Buchläden dieser republik trieb, nichts von den vorindustriellen Arbeitsverhältnissen in manch einer Gegend.

    Ich bin weder stolz ein Deutscher zu sein, noch froh in diesem Land leben zu müssen. Dafür sind die Verhältnisse einfach zu schlecht.

    [...]

    Aber selbst wenn es diese Deutschland-positive Sichtweise im Ausland gäbe muss man mal festhalten, was die Ursachen dafür sind, dass es die Deutschen bislang weniger stark erwischt hat - und nur bei der Unterschicht eingeschlagen ist, was geflissentlich ignoriert wird.

    1. Agenda 2010
    .. von der "Verräter-Partei", wie die SPD an einigen Stellen im Netz genannt wird. Sie hat zweierlei bewirkt: Dem Deutschen Mittel-Bauch kräftig Abstiegsängste eingejagt und dadurch Lohndumping und Kadaver-Gehorsam möglich gemacht. Und mit diesem Lohn-Dumping, das die Arbeitgeber gerne angenommen haben, wurden dann

    2. Dumping bei den Preisen
    betrieben, so dass Deutschland (auf Kosten anderer EU-Staaten) häufig am billigsten anbieten und exportieren konnte.

    Retrospektiv müsste man also Herrn Schröder für seine Agenda 2010 danken - vermutlich ohne diejenigen, auf deren Rücken diese Wettbewerbsposition "erklommen" wurde und die das seit Jahren

    1. mit Reallohn-Verfall,
    2. Kaufkraft- und Lebensstandard-Verlust
    (Gesundheitsversorgung, KiTas, ..)

    und zukünftig

    3. mit dem anstehenden Inflationsverlust

    bezahlen müssen..

    Y.S.

    Gekürzt. Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen. Danke, die Redaktion/jz

    Wir leben im geilsten Land der Welt!

    Gruß

    Horst Klinker

    Was *glauben* Sie denn nicht?

    Im großen und ganzen geizt der Artikel eher mit Glaubenssätzen, denn mit falsifizierbaren Tatsachenbehauptungen, meinem Eindruck nach.

    ...und den ersten Sätzen den gleichen Eindruck, wie Sie ihn beschrieben haben in Ihrem Kommentar - der Inhalt könnte einer Werbebroschüre des Kanzleramtes entnommen sein. Dazu würde nur das Auftreten des (Noch-) Kanzleramtsministers Pofalla nicht passen.

    "Wer soll denn glauben was in diesem Beitrag steht.

    Ist der Artikel im Auftrag des Bundeskanzleramtes geschfrieben worden.

    Schöne Deutsche Heile Welt.
    Entstanden in den Köpfen einer EU ?

    Bitte beteiligen Sie sich mit sachlichen und konstruktiven Argumenten an der Diskussion. Danke. Die Redaktion/ag"

    Kommentar überflüssig.
    :-)

  2. anschaut, gibt es in Deutschland nur "gloom and doom".
    Verarmung, Hunger, Vernichtung der Buergerrechte etc.
    Vielleicht koennte man ein Austauschprogramm fuer die
    unzufriedenen Buerger einrichten!

    20 Leser-Empfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    sondern für die Wachen und Realisten.

    Es kommt wsirklich darauf an, wo man lebt. Wenn ich morgens zur Arbeit fahre und sehe 100 Tagelöhner für 4 €/Std. bei Wind uknd Regen Radieschen ernten, die dann verramscht werden, nur als Zierde auf dem kalten Buffet nach dem grossen Fressen entsorgt werden ...
    wenn ich dann in das Unternehmen komme, wo immer noch Menschen arbeiten ohne Aussicht auf Urlaub oder Krankengeld oder Mindestlohn, dann sehe ich die Welt eben anders als einer, der dies alles nicht jeden Tag sieht.

    "Vielleicht koennte man ein Austauschprogramm"

    Ja - am besten für die neoliberalen, menschenverachtenden Egomanen.

    Wenn diese erst mal alle weg wären, ging es vielen hier besser und niemand müsste mehr auswandern aus Deutschland.

    Ein Austauchprogramm für diejenigen, welche den Hals nicht voll genug bekommen können.

    Wir können gerne alle neoliberalen Egomanen austauschen,gegen solche die sich dem Gemeinwesen verbunden und verpflichtet fühlen.

    Warum nicht?

    • lepkeb
    • 03.10.2011 um 13:30 Uhr

    Finde es immer wieder interessant wenn ich andere Ausländern (hochqualifiziert) hier in Canada treffe. Die meisten waren zuerst in D-land, denn sie dachten, dass die Lügen (Vollkaskostaat, gute Löhne, schönes Leben) war wären. Die meisten sind nach maximal einem Jahr weitergezogen, denn nichts traf zu. Ein Inder jetzt Prof. hier sagte, die Ausbeutung am Arbeitsplatz hätte sogar Indien in denn Schatten gestellt und Lebensqualität war gleich null.
    Die neuen jungen Europäer werden überrascht sein, wenn sie in D-land sind. Man arbeitet 50-60 h in prekären Verhältnissen und es bleibt nichts übrig. Dann erleben sie das Wirtschaftswunder D-land in seiner vollen Größe. Bin wenn ich in die Heimat komme immer wieder erstaunt warum dort noch keiner auf der Straße ist.

    @Autoren
    Wenn man schon über Tel Aviv spricht, dann sollte man das nicht mit Athen, Madrid und London in einen Topf werfen. Denn Israel ist auch gut durch die Krise gekommen und hat aber die selben Probleme wie D-land, hohe Lebenshaltungskosten, Sozialabbau aka neudeutsch Sozialreformen, Macht in Händen einiger Weniger (Banken,Industrielle) die das Land ausbluten, Vetternwirtschaft, keine Zukunft für die Jugend.
    Und mit ihren Statistiken (60k Vermögen/pro EW, Geburtenrate (wer bekommt die Kinder)) outen sie sich als das, was sie sind Propagandisten. Und das ist traurig und asozial im wahrsten Sinne des Wortes.

    Diese pro Kopf Rechnung sagt nichts darüber aus, wie der Wohlstand in Deutschland verteilt ist. Hinzu kommt, dass in D viel weniger Leute Grundeigentum erwerben (können) als in Italien, Spanien oder Griechenland. Wenn man nicht nur die Ersparnisse auf der Bank sondern auch Grundbesitz mit zum Vergleich heranzieht, steht Deutschland nicht mehr so gut da !!

    Berlin ist vielleicht aufgrund der relativ niedrigen Mieten für Künstler attraktiv, die sich in Paris oder New York keine Wohnung in einem Viertel der "kreativen" leisten könnten. Wie lange Ärzte und Ingenieure aus dem Ausland in D bleiben sollte man erstmal langfristig abwarten. Einige müssen vielleicht erst noch merken, dass der sogenannte "Jobboom" in Deutschland mit Niedriglöhnen und hohem Arbeitsdruck hart erkauft wurde.

    wohin man ausgetauscht wird ? Dann möchte ich nach Malmö, Skane, Schweden :-)

    Das denke ich mir auch schon seit längerem. Egal wie glücklich ich Tag bin, ich muss nur ins Zeit.de Forum schauen und schon ziehen die dunklen Wolken auf. Massenhaft wird einem erzählt, dass es keinen Grund gebe sich in diesem Land über irgendetwas zu freuen, dass ich mich ebenfalls über etwas echauffieren muss, was (scheinbar) völlig schief läuft.

    Ich verbringe gerade ein Auslandsjahr in Mexiko, ich glaube sowas sollten die Jammerer wirklich mal machen. So viel Ungleichheit, Rassismus und Ungerechtigkeit... aber irgendwas macht die Mexikaner zu einem der glücklichsten Völker der Welt. Und Deutschland ist hier übrigens unglaublich beliebt!

    Die Deutschen sind die Weltmeister im Erkennen von Missständen. Schade, dass dies bei ihnen keine Aufbruchstimmung auslöst, die Ärmel hochzukrempeln und irgendetwas zu ändern. Stattdessen verfällt der Deutsche in ein passives Gejammere und vergleicht sich mit den ganzen anderen "Musterländern" wie Schweiz, Canada, Finnland, Schweden, Australien. An meiner Uni hier gibt es genug Repräsentanten aus jedem dieser Länder, die machen nicht den Eindruck, dass die Lebensqualität in ihrem Land deutlich besser ist. Beispiele von den Finnen mit den hohen Löhnen: Eine Fahrt im Taxi kostet nur beim Reinsetzen über 8€. Und halten Sie sich fest: Die Finnen lieben die verlässliche Deutsche Bahn!

    Wie gesagt, mein Wunsch wenn ich wieder zurück komme: weniger Jammern, mehr machen und gestalten!

    sondern für die Wachen und Realisten.

    Es kommt wsirklich darauf an, wo man lebt. Wenn ich morgens zur Arbeit fahre und sehe 100 Tagelöhner für 4 €/Std. bei Wind uknd Regen Radieschen ernten, die dann verramscht werden, nur als Zierde auf dem kalten Buffet nach dem grossen Fressen entsorgt werden ...
    wenn ich dann in das Unternehmen komme, wo immer noch Menschen arbeiten ohne Aussicht auf Urlaub oder Krankengeld oder Mindestlohn, dann sehe ich die Welt eben anders als einer, der dies alles nicht jeden Tag sieht.

    "Vielleicht koennte man ein Austauschprogramm"

    Ja - am besten für die neoliberalen, menschenverachtenden Egomanen.

    Wenn diese erst mal alle weg wären, ging es vielen hier besser und niemand müsste mehr auswandern aus Deutschland.

    Ein Austauchprogramm für diejenigen, welche den Hals nicht voll genug bekommen können.

    Wir können gerne alle neoliberalen Egomanen austauschen,gegen solche die sich dem Gemeinwesen verbunden und verpflichtet fühlen.

    Warum nicht?

    • lepkeb
    • 03.10.2011 um 13:30 Uhr

    Finde es immer wieder interessant wenn ich andere Ausländern (hochqualifiziert) hier in Canada treffe. Die meisten waren zuerst in D-land, denn sie dachten, dass die Lügen (Vollkaskostaat, gute Löhne, schönes Leben) war wären. Die meisten sind nach maximal einem Jahr weitergezogen, denn nichts traf zu. Ein Inder jetzt Prof. hier sagte, die Ausbeutung am Arbeitsplatz hätte sogar Indien in denn Schatten gestellt und Lebensqualität war gleich null.
    Die neuen jungen Europäer werden überrascht sein, wenn sie in D-land sind. Man arbeitet 50-60 h in prekären Verhältnissen und es bleibt nichts übrig. Dann erleben sie das Wirtschaftswunder D-land in seiner vollen Größe. Bin wenn ich in die Heimat komme immer wieder erstaunt warum dort noch keiner auf der Straße ist.

    @Autoren
    Wenn man schon über Tel Aviv spricht, dann sollte man das nicht mit Athen, Madrid und London in einen Topf werfen. Denn Israel ist auch gut durch die Krise gekommen und hat aber die selben Probleme wie D-land, hohe Lebenshaltungskosten, Sozialabbau aka neudeutsch Sozialreformen, Macht in Händen einiger Weniger (Banken,Industrielle) die das Land ausbluten, Vetternwirtschaft, keine Zukunft für die Jugend.
    Und mit ihren Statistiken (60k Vermögen/pro EW, Geburtenrate (wer bekommt die Kinder)) outen sie sich als das, was sie sind Propagandisten. Und das ist traurig und asozial im wahrsten Sinne des Wortes.

    Diese pro Kopf Rechnung sagt nichts darüber aus, wie der Wohlstand in Deutschland verteilt ist. Hinzu kommt, dass in D viel weniger Leute Grundeigentum erwerben (können) als in Italien, Spanien oder Griechenland. Wenn man nicht nur die Ersparnisse auf der Bank sondern auch Grundbesitz mit zum Vergleich heranzieht, steht Deutschland nicht mehr so gut da !!

    Berlin ist vielleicht aufgrund der relativ niedrigen Mieten für Künstler attraktiv, die sich in Paris oder New York keine Wohnung in einem Viertel der "kreativen" leisten könnten. Wie lange Ärzte und Ingenieure aus dem Ausland in D bleiben sollte man erstmal langfristig abwarten. Einige müssen vielleicht erst noch merken, dass der sogenannte "Jobboom" in Deutschland mit Niedriglöhnen und hohem Arbeitsdruck hart erkauft wurde.

    wohin man ausgetauscht wird ? Dann möchte ich nach Malmö, Skane, Schweden :-)

    Das denke ich mir auch schon seit längerem. Egal wie glücklich ich Tag bin, ich muss nur ins Zeit.de Forum schauen und schon ziehen die dunklen Wolken auf. Massenhaft wird einem erzählt, dass es keinen Grund gebe sich in diesem Land über irgendetwas zu freuen, dass ich mich ebenfalls über etwas echauffieren muss, was (scheinbar) völlig schief läuft.

    Ich verbringe gerade ein Auslandsjahr in Mexiko, ich glaube sowas sollten die Jammerer wirklich mal machen. So viel Ungleichheit, Rassismus und Ungerechtigkeit... aber irgendwas macht die Mexikaner zu einem der glücklichsten Völker der Welt. Und Deutschland ist hier übrigens unglaublich beliebt!

    Die Deutschen sind die Weltmeister im Erkennen von Missständen. Schade, dass dies bei ihnen keine Aufbruchstimmung auslöst, die Ärmel hochzukrempeln und irgendetwas zu ändern. Stattdessen verfällt der Deutsche in ein passives Gejammere und vergleicht sich mit den ganzen anderen "Musterländern" wie Schweiz, Canada, Finnland, Schweden, Australien. An meiner Uni hier gibt es genug Repräsentanten aus jedem dieser Länder, die machen nicht den Eindruck, dass die Lebensqualität in ihrem Land deutlich besser ist. Beispiele von den Finnen mit den hohen Löhnen: Eine Fahrt im Taxi kostet nur beim Reinsetzen über 8€. Und halten Sie sich fest: Die Finnen lieben die verlässliche Deutsche Bahn!

    Wie gesagt, mein Wunsch wenn ich wieder zurück komme: weniger Jammern, mehr machen und gestalten!

  3. sondern für die Wachen und Realisten.

  4. und weiß vieles einfach nicht mehr zu schätzen. Ich bin froh in Deutschland zu leben, ich will ein viel stärkeres Europa und eine offene Gesellschaft.

    14 Leser-Empfehlungen
  5. Der Austieg aus dem Ausstieg war gelaufen. Kernkraft wurde als sicher gepriesen, die Gewinne konnten fliessen.

    Und dann geschah "das Wunder von Fukushima". Der Supergau,der die Realität sichtbar machte. Es dauerte nur einige Monate, und unsere Frau Merkel mit Anhang stellten die Weichen richtig.

    Was muß in der Finanz-und Demokratiekrise geschehen, um ähnliches auszulösen: Ein Umdenken, das Erkennen der Gefahren für alle Menschen, die der ungezügelte kapitalismus mit Unterstützung der Politiker, bringt.

    Es bedarf eines "Erdbebens", einer "Flutkatastrophe", die die wahre Gefahr des Kapitalismus (Egoismus gepaart mit Geld) zeigt.
    Es muß zum Crash kommen, vorher gibt es kein Einsehen bei den Mächtigen. Solange Geld verdient werden kann, solange Wachstumsraten vor Menschenleben stehen, wird es kein Frieden geben.

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    • otto_B
    • 03.10.2011 um 12:15 Uhr

    "....."das Wunder von Fukushima"......"

    Ich unterstelle Ihnen jetzt mal eine menschenverachtende Weltsicht. Sie ignorieren und instrumentalisieren das das Leid der Opfer.

    Nehmen wir erstmal die realen Opfer. Die gehen ja in die Tausende - und sind von der Naturkatastrophe verursacht und nicht vom zerstörten AKW.
    Ich unterstelle Ihnen, daß Sie sich hier an einer verdrehten öffentlichen Wahrnehmung in Deutschland beteiligen.

    Wenn wir uns das zerzerstörte AKW nehmen- dann hat das mit allem möglichen zu tun. Technisches und behördliches Versagen inbegriffen.

    Was wird eigentlich beklagt?
    Es ist großer Sachschaden entstanden.
    (Wie groß ist eigentlich der Anteil von F. am Gesamtschaden der Katastrophe?)

    Das "Wunder", von dem Sie sprechen, verursachte Sachschäden, Evakuierungen und erhöhte Strahlenexpositionen für Menschen.
    Von Toten ist bisher nichts bekannt.

    Was Sie von einem "Wunder" in Bezug auf die Folgen in Deutschland sprechen, dann würde ich das eher als einen Staatstreich bezeichnen.
    Die dicke Rechnung für Energiepreis, Versorgungssicherheit und Klimaschutz kommt noch, bzw läuft schon.
    Auch hier in der "Zeit" nachlesbar.

    War die Position der Bundesregierung vor dem Tag X komplett irrational? Die Haltung anderer Industrienationen ebenso?
    Ich kann darauf verzichten, daß an deutschem Wesen die Welt genesen soll.

    Zum Artikel:
    "German angst" als Exportartikel... man lernt nie aus.

    Und das zum Nationalfeiertag.

    • otto_B
    • 03.10.2011 um 12:15 Uhr

    "....."das Wunder von Fukushima"......"

    Ich unterstelle Ihnen jetzt mal eine menschenverachtende Weltsicht. Sie ignorieren und instrumentalisieren das das Leid der Opfer.

    Nehmen wir erstmal die realen Opfer. Die gehen ja in die Tausende - und sind von der Naturkatastrophe verursacht und nicht vom zerstörten AKW.
    Ich unterstelle Ihnen, daß Sie sich hier an einer verdrehten öffentlichen Wahrnehmung in Deutschland beteiligen.

    Wenn wir uns das zerzerstörte AKW nehmen- dann hat das mit allem möglichen zu tun. Technisches und behördliches Versagen inbegriffen.

    Was wird eigentlich beklagt?
    Es ist großer Sachschaden entstanden.
    (Wie groß ist eigentlich der Anteil von F. am Gesamtschaden der Katastrophe?)

    Das "Wunder", von dem Sie sprechen, verursachte Sachschäden, Evakuierungen und erhöhte Strahlenexpositionen für Menschen.
    Von Toten ist bisher nichts bekannt.

    Was Sie von einem "Wunder" in Bezug auf die Folgen in Deutschland sprechen, dann würde ich das eher als einen Staatstreich bezeichnen.
    Die dicke Rechnung für Energiepreis, Versorgungssicherheit und Klimaschutz kommt noch, bzw läuft schon.
    Auch hier in der "Zeit" nachlesbar.

    War die Position der Bundesregierung vor dem Tag X komplett irrational? Die Haltung anderer Industrienationen ebenso?
    Ich kann darauf verzichten, daß an deutschem Wesen die Welt genesen soll.

    Zum Artikel:
    "German angst" als Exportartikel... man lernt nie aus.

    Und das zum Nationalfeiertag.

  6. Es kommt wsirklich darauf an, wo man lebt. Wenn ich morgens zur Arbeit fahre und sehe 100 Tagelöhner für 4 €/Std. bei Wind uknd Regen Radieschen ernten, die dann verramscht werden, nur als Zierde auf dem kalten Buffet nach dem grossen Fressen entsorgt werden ...
    wenn ich dann in das Unternehmen komme, wo immer noch Menschen arbeiten ohne Aussicht auf Urlaub oder Krankengeld oder Mindestlohn, dann sehe ich die Welt eben anders als einer, der dies alles nicht jeden Tag sieht.

    11 Leser-Empfehlungen
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    Auslaender, die hier sind, weil es bei ihnen zuhause noch
    schlechter geht. Ein deutsches Unternehmen, wo die Arbeiter
    keinen Urlaub, kein Krankengeld etc bekommen, ist mir nicht
    bekannt, aber sie sollten da bei den Behoerden vorstaendig
    werden, das ist in keinem Fall legal.

    Sie haben mich erwischt.

    Ich bin zu feige , meinen Arbeitgeber anzuzeigen. Ich würde sofort meinen Arbeitsplatz verlieren.

    Aber diesen Betrieb gibt es. Und nicht nur den. Es gibt Ärzte, die zahlen 400 € und verlangen dann von diesen geringfügig Beschäftigten sehr viele unbezahlte Überstunden.

    Im Bereich Gastronomie kenne ich einige Unternehmen, die es ähnlich machen.

    Es gibt staatliche STellen (Hauptzollamt oder auch DRV) die wegschauen anstatt etwas tiefer zu bohren bei der Prüfung der Lohnunterlagen.
    Es ist schlimm, was ganz oft in Deutschland noch geschiet und keiner will das überhaupt wissen.

    Auslaender, die hier sind, weil es bei ihnen zuhause noch
    schlechter geht. Ein deutsches Unternehmen, wo die Arbeiter
    keinen Urlaub, kein Krankengeld etc bekommen, ist mir nicht
    bekannt, aber sie sollten da bei den Behoerden vorstaendig
    werden, das ist in keinem Fall legal.

    Sie haben mich erwischt.

    Ich bin zu feige , meinen Arbeitgeber anzuzeigen. Ich würde sofort meinen Arbeitsplatz verlieren.

    Aber diesen Betrieb gibt es. Und nicht nur den. Es gibt Ärzte, die zahlen 400 € und verlangen dann von diesen geringfügig Beschäftigten sehr viele unbezahlte Überstunden.

    Im Bereich Gastronomie kenne ich einige Unternehmen, die es ähnlich machen.

    Es gibt staatliche STellen (Hauptzollamt oder auch DRV) die wegschauen anstatt etwas tiefer zu bohren bei der Prüfung der Lohnunterlagen.
    Es ist schlimm, was ganz oft in Deutschland noch geschiet und keiner will das überhaupt wissen.

  7. Ich kenne einen Mann, der meint er wäre ein guter Ehemann, weil er seine Frau nie schlägt....

    Er verhöhnt sie, er benutzt sie, aber er schlägt sie nicht. Das ist doch im Vergleich zu anderen Männern, die ihre Frauen schlagen, ganz toll, oder?

    Antwort auf "Warum nur"
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    ist großer Blödsinn, passt aber in diese negative Art mancher Deutscher, die an ihrem Land grundsätzlich kein gutes Haar lassen können, da ja nicht sein kann, was nicht sein darf. Und übrigens kann Gewalt auch noch ganz anders ausgeübt werden als durch Schläge und nicht minder schwere Folgen für das Opfer haben, nur ist dieser Art von Gewalt per Justiz schwerer beizukommen. Aber darum ging es bei Ihrer Bemerkung ja nicht.

    Sie schreiben: "Ich kenne einen Mann, der meint er wäre ein guter Ehemann, weil er seine Frau nie schlägt...."

    Kennen sie nicht, der Witz ist geklaut aus dem Internet. Das sagt alles über ihre Argumente.

    ist großer Blödsinn, passt aber in diese negative Art mancher Deutscher, die an ihrem Land grundsätzlich kein gutes Haar lassen können, da ja nicht sein kann, was nicht sein darf. Und übrigens kann Gewalt auch noch ganz anders ausgeübt werden als durch Schläge und nicht minder schwere Folgen für das Opfer haben, nur ist dieser Art von Gewalt per Justiz schwerer beizukommen. Aber darum ging es bei Ihrer Bemerkung ja nicht.

    Sie schreiben: "Ich kenne einen Mann, der meint er wäre ein guter Ehemann, weil er seine Frau nie schlägt...."

    Kennen sie nicht, der Witz ist geklaut aus dem Internet. Das sagt alles über ihre Argumente.

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