Wochenmarkt Die neue Freiheit der Quitte
Claudia Roden, in Kairo geborene, nach London ausgewanderte Jüdin schreibt Kochbücher über die Küche des Nahen Ostens und beweist: Quitten werden nicht als Gelee geboren.
Wir haben dieses Jahr einiges über die arabische Welt dazugelernt. Niemand verwechselt heute noch Libyen und Libanon oder Oman und Amman. Mit diesem neuen Wissen kommt die Ahnung, dass die Küche des Nahen Ostens mehr als Falafel zu bieten hat.
Das versucht Claudia Roden, in Kairo geborene, nach London ausgewanderte Jüdin, schon seit vierzig Jahren den Europäern nahezubringen. Wenn Roden früher erzählte, sie schreibe ein Kochbuch des Nahen Ostens, wurde sie kichernd gefragt, ob da was mit Hammelhoden dabei sei.
In ihrem jüngsten auf Deutsch erschienenen Buch Die orientalische Küche zeigt Roden, dass der europäische Koch vom nordafrikanischen lernen kann. Zum Beispiel, dass Variation manchmal interessanter ist als Präzision und dass Quitten nicht zwangsläufig zu Gelee verarbeitet werden müssen. Man kann sie auch schmoren oder backen. Um das Wort einer europäischen Befreiungskämpferin abzuwandeln: Eine Quitte wird nicht als Quittengelee geboren, sie wird dazu gemacht.
Hähnchen mit Quitten (für 4 Personen)
2 Quitten, 500 g kleine Schalotten, 1 Zwiebel (gehackt), 4 EL Sonnenblumenöl, ein paar Safranfäden, 1 TL gemahlener Ingwer, 1 TL Zimt, 1 Hähnchen (zerteilt), Salz, Pfeffer, 1 El flüssiger Honig, 100 g geröstete Mandeln
Quitten waschen, putzen, je nach Größe etwa eine Stunde in Wasser garen. Schalotten schälen. Im Schmortopf Zwiebel in Öl andünsten. Gewürze dazu, das Hähnchen darin anbräunen. Salzen, pfeffern. 250 ml Wasser dazu, 15 Minuten zugedeckt schmoren, ab und zu wenden. Die Hähnchenbrüste herausnehmen, wenn sie gar sind, beiseitestellen. Schalotten in den Topf geben, weitere 25 Minuten zugedeckt schmoren. Ab und zu Fleisch wenden, eventuell Wasser hinzugeben. Fleisch herausnehmen. Honig in den Fond geben. Ohne Deckel kochen lassen, bis die Schalotten karamellisieren. Hähnchen wieder dazu, erhitzen. Die gekochten Quitten wurden inzwischen schon längs geachtelt, entkernt und in Öl angebraten. Mit den Mandeln um das Hähnchen herum anrichten.
Gebackene Quitten (für 6 Personen)
1,5 kg Quitten, 35 g Butter, 6 EL Zucker, 150 g Mascarpone
Quitten waschen. Im Ganzen bei 190 Grad 1 bis 2 Stunden im Ofen backen. Abkühlen lassen, halbieren, entkernen. Mit der Schnittseite nach oben auf ein Backblech legen. Butter und Zucker daraufgeben. Für 1,5 Stunden in den Ofen. Heiß mit Mascarpone servieren.
- Datum 02.10.2011 - 11:07 Uhr
- Serie Wochenmarkt
- Quelle ZEITmagazin, 29.9.2011 Nr. 40
- Kommentare 18
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Ich habe heute Weißweinessig mit Quitten parfümiert.
Eine Quitte entkernen und in kleine Würfel schneiden.
In eine 0,7 l Weißglasflasche füllen.
2 TL Senkörner
1 TL Koriandersamen und 1/3 Zimtstange dazu geben.
Mit Weißweinessig auffüllen und dann mindestens 6 Wochen ziehen lassen.Danach ist der Essig servierfertig.
Abseihen oder nicht ist eine Glaubensfrage.
Anstatt Zimt kann man auch 1/3 Stange Vanilleschote nehmen.
... habe gerade eine Whiskyflasche aus den 1970ern gerettet; die hat einen wiederverschließbaren Metalldeckel und wird morgen gemäß des alten Kochs Anleitung mit Quittenessig gefüllt.
... habe gerade eine Whiskyflasche aus den 1970ern gerettet; die hat einen wiederverschließbaren Metalldeckel und wird morgen gemäß des alten Kochs Anleitung mit Quittenessig gefüllt.
... habe gerade eine Whiskyflasche aus den 1970ern gerettet; die hat einen wiederverschließbaren Metalldeckel und wird morgen gemäß des alten Kochs Anleitung mit Quittenessig gefüllt.
... ohne Zugabe von Zimt oder Vanille; vielleicht lieber ein Händchen voll Wacholderbeeren ...
... ohne Zugabe von Zimt oder Vanille; vielleicht lieber ein Händchen voll Wacholderbeeren ...
... ist nichts Neues:
Wie wär's mit einer Spanferkelkeule mit Quitten?
z.B. hier: http://www.essen-und-trin...
(schon mehrfach gekocht; immer ein Reißer bei Gästen).
Oder mal bei www.marmiton.org oder www.lesfoodies.com nach "coings" suchen. Die Vielfalt überrascht immer wieder, auch wen natürlich das eine oder andere Gelee nicht ausbleibt ;-)
... ohne Zugabe von Zimt oder Vanille; vielleicht lieber ein Händchen voll Wacholderbeeren ...
Ist es für den Inhalt denn so wichtig, woher die Autorin kommt, dass man es so plakativ in den Untertitel schreiben muss? oO
Es ist wichtig zu wissen, dass die Autorin in Aegypten als Juedin aufwuchs, da die juedische Bevoelkerung Aegptens 1956 aus Aegpten fliehen musste; die damalige Regierung konfiszierte allen Besitz und die ehemalig wohlhabenden Aegyptischen Juden, die seit Jahrhunderten der Oberschicht angehoerten, flohen. In den letzten Jahren haben sich mehrere der Vertriebenen an die Zeit erinnert, die vom Grossbuergertum gepraegt wurde; z. B. hat Frau Roussant ein interessantes Buch geschrieben. Ihr Buch beschreibt die Geschichte ihrer Familie, der Palaccis, die in Heliopolis in einer Villa lebten. Eine Grossfamilie mit Bediensteten; die Familie besass das groesste Kaufhaus in Kairo. Die Kueche des juedischen Buergertums ist natuerlich eine andere als die Kueche der einfachen Aegypter und deshalb ist es wichtig zu wissen woher die Autorin kam. Die Haeuser und Friedhoefe in Kairo und Alexandria sind verfallen und an die Kultur kann nur noch ueber Mahlzeiten erinnert werden, wie die obrige...
Es ist wichtig zu wissen, dass die Autorin in Aegypten als Juedin aufwuchs, da die juedische Bevoelkerung Aegptens 1956 aus Aegpten fliehen musste; die damalige Regierung konfiszierte allen Besitz und die ehemalig wohlhabenden Aegyptischen Juden, die seit Jahrhunderten der Oberschicht angehoerten, flohen. In den letzten Jahren haben sich mehrere der Vertriebenen an die Zeit erinnert, die vom Grossbuergertum gepraegt wurde; z. B. hat Frau Roussant ein interessantes Buch geschrieben. Ihr Buch beschreibt die Geschichte ihrer Familie, der Palaccis, die in Heliopolis in einer Villa lebten. Eine Grossfamilie mit Bediensteten; die Familie besass das groesste Kaufhaus in Kairo. Die Kueche des juedischen Buergertums ist natuerlich eine andere als die Kueche der einfachen Aegypter und deshalb ist es wichtig zu wissen woher die Autorin kam. Die Haeuser und Friedhoefe in Kairo und Alexandria sind verfallen und an die Kultur kann nur noch ueber Mahlzeiten erinnert werden, wie die obrige...
sie duftet, läßt sich einfach verarbeiten und schmeckt großartig. Ebenso kann man sie mit Fleisch verarbeiten und aus dem Nahen Osten sind diese Ideen nun nicht unbedingt, denn im antiken Griechenland und Rom wurden sie in der Küche verarbeitet und seit dem Mittelalter sind verschiedene Verwendung für Quitten in Mitteleuropa bekannt.
Wer diese Früchte nur als Gelee oder Quittenbrot kennt hat mindestens so viel verpaßt wie Menschen, die denken, dass Kürbis nur als Suppe oder süß-sauer im Glas zu genießen wäre.
Schade für die, die es nicht besser wissen, aber vielleicht kommen alte Dinge über die Exotik-Schiene nun wieder zurück zu uns. Vielleicht ist es einfacher, wenn man es in Richtung Ethno-Küche packt, als zu schauen, wie sie bei uns mal genutzt wurden.... ???
Wie schön, dass es noch mehr Fans der Quitte gibt.
Schnell gemacht und eine wunderschöne Abwandlung des herbstlichen Feldsalats mit Birne: Feldsalat mit in Butter gebratenen Quittenwürfeln. Ordentlich gepfeffert ist das eine schnell gemachte und sehr feine Vorspeise.
Noch mehr über die Quitte und weitere auch herzhafte Rezepte findet man auch hier: http://goccus.com/campus....
Es ist wichtig zu wissen, dass die Autorin in Aegypten als Juedin aufwuchs, da die juedische Bevoelkerung Aegptens 1956 aus Aegpten fliehen musste; die damalige Regierung konfiszierte allen Besitz und die ehemalig wohlhabenden Aegyptischen Juden, die seit Jahrhunderten der Oberschicht angehoerten, flohen. In den letzten Jahren haben sich mehrere der Vertriebenen an die Zeit erinnert, die vom Grossbuergertum gepraegt wurde; z. B. hat Frau Roussant ein interessantes Buch geschrieben. Ihr Buch beschreibt die Geschichte ihrer Familie, der Palaccis, die in Heliopolis in einer Villa lebten. Eine Grossfamilie mit Bediensteten; die Familie besass das groesste Kaufhaus in Kairo. Die Kueche des juedischen Buergertums ist natuerlich eine andere als die Kueche der einfachen Aegypter und deshalb ist es wichtig zu wissen woher die Autorin kam. Die Haeuser und Friedhoefe in Kairo und Alexandria sind verfallen und an die Kultur kann nur noch ueber Mahlzeiten erinnert werden, wie die obrige...
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