Occupy Wall Street: Frühling in Amerika
Die Anti-Wall-Street-Proteste greifen den Finanzkapitalismus an.
© Emmanuel Dunand/AFP/Getty Images

Als Zombies verkleidete Demonstranten protestieren vor der Börse in New York gegen die Macht der Finanzbranche.
Wann hat es das in den USA zuletzt gegeben? Seit drei Wochen demonstrieren New Yorker Bürger gegen die Macht der Hedgefonds und Spekulanten, es sind vor allem junge Leute, die aussehen, als seien sie direkt aus dem Herzen der postmodernen Coolness, aus den Szene-Cafés und Retro-Clubs, auf die Straße gestolpert. Doch erstaunlich an diesem Aufruhr ist nicht, dass es ihn gibt, sondern dass er erst jetzt ausbricht. Denn seit Langem ist der American Dream ausgeträumt; die USA haben die höchste Armutsquote aller industrialisierten Länder, fast jeder sechste Amerikaner – und das sind 46 Millionen Bürger – lebt unterhalb der Armutsgrenze, jeder siebte bezieht Lebensmittelmarken. Die einen stochern im Müll, die anderen bekommen neunstellige Abfindungen, sobald sie ihre Firma in den Sand gesetzt haben.
Verblüffend ist aber auch: Nicht Philosophen oder Sozialwissenschaftler sind die Mentoren der neuen Protestbewegung, sondern Ökonomen – also jene Zunft, die von den Achtundsechzigern zuverlässig als »Lakaien des Kapitals« ausgepfiffen wurde. Paul Krugman zählt ebenso zu den Zitierzeugen der Anti-Wall-Street-Bewegung wie Simon Johnson, der ehemalige Chefökonom des Internationalen Währungsfonds. Johnson nimmt kein Blatt vor den Mund. Für ihn ist die Finanzoligarchie die wahre Macht im Staate, und deshalb müsse man den »Einfluss der Wall Street brechen«. Die Demonstranten sagen es kaum anders: »Occupy the Wall Street!«
Der Held der Bewegung aber ist der Nobelpreisträger Joseph Stiglitz. Am Sonntag rechnete der berühmte Ökonom den Demonstranten vor, dass das obere eine Prozent der Bevölkerung vierzig Prozent des Gesamtvermögens besitzt. »Amerika betreibt Ungleichheit auf Weltklasseniveau.« Doch Geldmacht ist zugleich politische Macht. »Fast alle Entscheidungsträger für Handels- und Wirtschaftspolitik stammen aus dem oberen einen Prozent.« Nun darf sich Stiglitz durch die Proteste bestätigt fühlen. Vor Kurzem noch hatte er sich in Vanity Fair gefragt, warum der rebellische Funke nicht längst vom arabischen Raum auf sein Land übergesprungen sei.
Und doch steckt auch eine abgründige historische Ernüchterung in dem Umstand, dass Wirtschaftswissenschaftler in die Rolle des Linksintellektuellen schlüpfen. Damals, in den sechziger Jahren, träumten die Vordenker der Studentenrevolte vom postmateriellen Glück, vom »Ende der überflüssigen Entsagungen« (Herbert Marcuse) und vom Jenseits der Marktlogik. Die Revolutionäre wollten das »ganz Andere« und am besten gleich ein neues System. Heute dagegen ist die Hoffnung klein und bescheiden geworden. Die couragierten New Yorker Demonstranten fordern »mehr Gerechtigkeit«, einige wollen Steuererhöhungen rückgängig machen, andere sind gut gelaunt ratlos. Ein Programm ist noch nicht in Sicht. Das utopische Verlangen beschränkt sich auf die Forderung, die kapitalistischen Exzesse müssten endlich aufhören und alle Bürger genug zu essen haben. Armes reiches Amerika.






liegt darin ja eine Chance das sie nicht so utopische Forderungen stellen.
....so utopische Forderungen stellen."
Wer? Die Banken, die Amis oder die Sozialisten?
....so utopische Forderungen stellen."
Wer? Die Banken, die Amis oder die Sozialisten?
... wenn diese Protestwelle sich ähnlich kräftig entwickelte wie diejenigen imn Tunesien, Ägypten, Libyen aber ohne Gewalt?
D a s wäre doch wirklich einmal ein vernünftiger "American Dream" - an Stelle der verlogenen oder besten Falls von der Realität längst überholten Ideologie dieses Namens !
Angesichts der doch kleinen Demonstrationen, wird es kaum einen Eindruck auf die machen, an die der Protest gerichtet ist.
Fazit: Irgendwann wird den Protestlern ihr eigenes Ohnmachtsgefühl bewusst. Was folgt können nur Ausschreitungen sein, denn wer hat schon Lust ewig gegen eine Mauer zu reden?
Selbst wenn die Proteste friedlich bleiben - die Reaktion des Staates wird es in den USA nicht sein. Ich vermute einmal, dass man im Zweifelsfall ähnlich reagieren würde, wie es Ghadafi oder Assad tun. Es geht nämlich um viel zu viel: um Geld, Macht und Einfluss. Und mit der Tea-Party-Bewegung ist ja bereits ein von den "Eliten" dressiertes "Gegenstück" vorhanden - dort glaubt man, den "Lieben Gott" verteidigen zu müssen.
Wir sehen: alle Zutaten für einen Bürgerkrieg sind in den USA aktuell vorhanden.
Das wäre gigantisch. Aber es ist leider nicht zu erwarten. Angesichts der Massen von Menschen, denen gar nichts anderes übrig bleibt als weiter ausschließlich in den Zusammenhängen zu funktionieren, die das Geld und die Ökonomie vorgeben. Deshalb wird sich dieser Protest vermutlich auch irgendwann in Luft auflösen, so schade ich das persönlich auch finde.
Angesichts der doch kleinen Demonstrationen, wird es kaum einen Eindruck auf die machen, an die der Protest gerichtet ist.
Fazit: Irgendwann wird den Protestlern ihr eigenes Ohnmachtsgefühl bewusst. Was folgt können nur Ausschreitungen sein, denn wer hat schon Lust ewig gegen eine Mauer zu reden?
Selbst wenn die Proteste friedlich bleiben - die Reaktion des Staates wird es in den USA nicht sein. Ich vermute einmal, dass man im Zweifelsfall ähnlich reagieren würde, wie es Ghadafi oder Assad tun. Es geht nämlich um viel zu viel: um Geld, Macht und Einfluss. Und mit der Tea-Party-Bewegung ist ja bereits ein von den "Eliten" dressiertes "Gegenstück" vorhanden - dort glaubt man, den "Lieben Gott" verteidigen zu müssen.
Wir sehen: alle Zutaten für einen Bürgerkrieg sind in den USA aktuell vorhanden.
Das wäre gigantisch. Aber es ist leider nicht zu erwarten. Angesichts der Massen von Menschen, denen gar nichts anderes übrig bleibt als weiter ausschließlich in den Zusammenhängen zu funktionieren, die das Geld und die Ökonomie vorgeben. Deshalb wird sich dieser Protest vermutlich auch irgendwann in Luft auflösen, so schade ich das persönlich auch finde.
schlicht weil die Basis fähig ist sich zu emanzipieren, während bei uns staatsgäubig der einen oder anderen Systemvertreterpartei gefolgt wird, baut sich hier Druck gegen alle Parteinen auf und werden diese zu Veränderungen zwingen.
Wird bei uns der Wähler gegängelt, gängeln dort die Wähler die Politik.
Das galt auch schon für die Teaparty Bewegung, auch wenn ich ihr weniger Sympathien entgegenbringe.
Am ende wird da mehr heraus kommen als bei uns, weil am ende ein breiterer Konsens als der der beteiligten Lobbieisten heraus kommen wird.
Amerika macht vor, das zu echter Demokratie auch das unerwünschte gehört, das hier immer als Begründung für Bevormundung angeführt wird.
Aber eben den Nachteil hat, nur Klientele zu überzeugen und nur sehr bedingt Volkes Wille darstellt.
H.
auch eine starke Demokratiebewegung ala?:
www.mehr-demokratie.de
Wir sind anders, aber nicht schlechter. Warum die Spekulanten irgendwo auf der Welt noch unbeschadet in ihre Börse kommen, wundert mich längst. Liegt vielleicht daran, dass da idR ohnehin nur noch Computer stehen, mit Backups in den Schweizer Bergen...
sind im Bezug auf die Schere zwischen Arm und Reich einen Platz vor Ruanda.
Sind sie sicher, dass die USA Deutschland voraus ist? Imho ist das uninformiertes Klischee-denken.
auch eine starke Demokratiebewegung ala?:
www.mehr-demokratie.de
Wir sind anders, aber nicht schlechter. Warum die Spekulanten irgendwo auf der Welt noch unbeschadet in ihre Börse kommen, wundert mich längst. Liegt vielleicht daran, dass da idR ohnehin nur noch Computer stehen, mit Backups in den Schweizer Bergen...
sind im Bezug auf die Schere zwischen Arm und Reich einen Platz vor Ruanda.
Sind sie sicher, dass die USA Deutschland voraus ist? Imho ist das uninformiertes Klischee-denken.
Die Proteste in Spanien, Israel, usw. waren auch eher unklar in ihren Forderungen.
Man hat das Gefühl "es reicht", kann sich aber nicht hinter einem Konzept und einer Fahne versammeln um den Wünschen Durchsetzungskraft zu verleihen.
Die Profituere des Status Quo können sich also die Hände reiben: es wird sich nichts ändern, so lange bis es richtig kracht. Oder die Lähmung der öffentlichen Debatte durch den scheinbaren Bankrott "linker" Konzepte, beendet ist.
Was uns voran bringen würde ist dabei nicht so schwer zu formulieren: die Wirtschaft soll dem Menschen dienen, der Staat allen Menschen, und - es müssen Werte neben dem materiellen Erfolg Geltung erlangen. Wir dürfen nicht den "Realisten". die lnagfristigalles an die Wand fahren, überlassen.
...und dazu braucht es das Wissen um die richtigen ökonomischen Konzepte, um nicht wieder im Sachzwang-Sumpf zu landen. Leider konkurrieren da in linken Kreisen stets viele, nicht leicht zu verstehende und zu vermittelnde, Konzepte, vom bedingungslosen Grundeinkommen, über die Freiwirtschaft, hin zu keynesianischer Politik...
...und dazu braucht es das Wissen um die richtigen ökonomischen Konzepte, um nicht wieder im Sachzwang-Sumpf zu landen. Leider konkurrieren da in linken Kreisen stets viele, nicht leicht zu verstehende und zu vermittelnde, Konzepte, vom bedingungslosen Grundeinkommen, über die Freiwirtschaft, hin zu keynesianischer Politik...
Angesichts der doch kleinen Demonstrationen, wird es kaum einen Eindruck auf die machen, an die der Protest gerichtet ist.
Fazit: Irgendwann wird den Protestlern ihr eigenes Ohnmachtsgefühl bewusst. Was folgt können nur Ausschreitungen sein, denn wer hat schon Lust ewig gegen eine Mauer zu reden?
Der amerikanische Traum will den Albtraum vertreiben. Das wird spannend.
werden keine Helden geboren.
Die oberen 1% haben gar nichts zu befürchten.
Dafür haben sie seit 1945 gründlich gesorgt.
"Im Sumpf des Konsums werden keine Helden geboren."
- wie wahr.
Aber nicht nicht alle Menschen sind in ihren Vorstellungen von einem besseren Leben so beschränkt wie die Masse bei unseren anglo-amerikanischen Mit-Erdenbürgern. Sonst hätten wir 45 auch gleich auf Turbokapitalismus umschalten können.
"Im Sumpf des Konsums werden keine Helden geboren."
- wie wahr.
Aber nicht nicht alle Menschen sind in ihren Vorstellungen von einem besseren Leben so beschränkt wie die Masse bei unseren anglo-amerikanischen Mit-Erdenbürgern. Sonst hätten wir 45 auch gleich auf Turbokapitalismus umschalten können.
… tausende kleine Stellschrauben installiert, die ihnen das Profitieren weiter erleichtern. Es galt jahrzehntelang: Was den Reichen nutzt, hilft auch den Armen.
Sinnsprüche solch einfacher Art zählen auch zu den Mitteln der Profiteure, ihre Profite zu verstetigen. Dass viele der Sinnsprüche falsch sind, haben viele geahnt, und ist nun hinlänglich durch die Realität belegt.
Wenn sich nur die Einsicht durchsetzen würde, dass ein Markt nur dann gut funktionieren kann, wenn die Parteien ähnlich mächtig sind, wäre viel gewonnen und die Dauerbevorteilung der eh schon Mächtigen könnte zurück gehen.
Es ist marktwirtschaftlich schädlich, wenn die Bevorteilten noch mehr Vorteile erhalten, und es ist schädlich, wenn die Reichen ihren Reichtum auf Kosten der Armen mehren. Es ist schädlich, wenn die Leistungsträger zunehmend nur für sich leisten, und es ist schädlich, wenn die geistige Elite offen mit den Bevorteilten sympathisiert.
Selbst wenn eine Steuer mehr kostet als sie einbringt, ist sie wichtig, wenn dadurch die übergroßen Depots abgebaut werden können, die die Finanzwirtschaft derart toxisch gemacht haben.
Die Proteste sind so indifferent, weil die Protestierenden keinen Umsturz wollen, sondern ernsthaft bemüht sind, auf die tausende Stellschrauben aufmerksam zu machen, die zurückgedreht werden müssten.
Der Eindruck, dass die Schuldenkrisen in den USA und im EURO-Raum das Ergebnis einer geheimen Stellschrauben-/Steuerungswissen-Macht ist, trifft zu. Ich habe sie als 2%Wachstumszwang-Absolutismus der KAPITALSTOCK-Maximierer erkannt und die offenbaren Stellschrauben ebenfalls. Sein Aufstieg zur Macht-nr.1 verlief via geheimes Steuerungssystem-Wissen analog zum Aufstieg des Rumpelstilzchen im gleichnamigen Märchen.
Der Exodus aus dem 2%Absolutismus/Rumpelstilzchen-Absolutismus gelingt nur und ganz einfach durch Öffnung der Wissensmauer über dessen Existenz und die angewendeten Steuerungsinstrumente und deren Steuerungsinstitutionen.
Ich habe mein Wissen den OCCUPY-Frankfurt-Facebook-Gemeinde übermittelt. Wenn diese nichts verstehen, d.h. die revolutionäre Geniepunkt-Änderung inform des 'KREATIV-Lohn statt IGMetall-Tariflohnerhöhungen' nicht verstehen, dann dürfte der ganze Aufwand vertan sein. Dann kommt ein anderes Startszenario für den Sturz des 2%Absolutismus ins Spiel.
Der Eindruck, dass die Schuldenkrisen in den USA und im EURO-Raum das Ergebnis einer geheimen Stellschrauben-/Steuerungswissen-Macht ist, trifft zu. Ich habe sie als 2%Wachstumszwang-Absolutismus der KAPITALSTOCK-Maximierer erkannt und die offenbaren Stellschrauben ebenfalls. Sein Aufstieg zur Macht-nr.1 verlief via geheimes Steuerungssystem-Wissen analog zum Aufstieg des Rumpelstilzchen im gleichnamigen Märchen.
Der Exodus aus dem 2%Absolutismus/Rumpelstilzchen-Absolutismus gelingt nur und ganz einfach durch Öffnung der Wissensmauer über dessen Existenz und die angewendeten Steuerungsinstrumente und deren Steuerungsinstitutionen.
Ich habe mein Wissen den OCCUPY-Frankfurt-Facebook-Gemeinde übermittelt. Wenn diese nichts verstehen, d.h. die revolutionäre Geniepunkt-Änderung inform des 'KREATIV-Lohn statt IGMetall-Tariflohnerhöhungen' nicht verstehen, dann dürfte der ganze Aufwand vertan sein. Dann kommt ein anderes Startszenario für den Sturz des 2%Absolutismus ins Spiel.
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