Deutsche Geschichte Das Signal zum Angriff
Im Herbst 1931 demonstrierten Konservative und Nationalsozialisten mit einem großen Treffen in Bad Harzburg ihre Entschlossenheit, die Weimarer Demokratie zu vernichten
Bundesarchiv, Bild 102-02134, Georg Pahl, CC-BY-SA 3.0

Bad Harzburg am 11.10.1931: Teilnehmer des Treffens waren unter anderem Hermann Göring und Ernst Röhm sowie der Preußische Kultusminister Bernhard Rust (ganz rechts)
Eigentlich wäre es ein ruhiges Wochenende gewesen im beschaulichen niedersächsischen Kurort Bad Harzburg. Doch am 10. und 11. Oktober 1931 wird die herbstliche Stille jäh unterbrochen, denn in dem Städtchen am Harz trifft sich die »nationale Opposition« zu einer Heerschau. Sonderzüge, Busse und Autos bringen Tausende von Menschen herbei. Für zwei Tage beherrschen die uniformierten Kolonnen des Stahlhelms – das ist der Bund der Frontsoldaten – und der SA das Straßenbild. Es wird ein internationales Ereignis: Über fünfzig in- und ausländische Reporter sind angereist. Eifrige Helfer haben dafür gesorgt, dass die Gäste überall von schwarz-weiß-roten Fahnen, den alten Farben des Kaiserreichs, und Hakenkreuzflaggen begrüßt werden.
Bad Harzburg hat man bewusst als Ort gewählt. Denn im Freistaat Braunschweig, zu dem es gehört, regiert seit Oktober 1930 eine Koalition aus der Bürgerlichen Einheitsliste (angeführt von der DNVP, der Deutschnationalen Volkspartei) und der NSDAP. Initiator des Treffens aber ist der 66-jährige Pressezar Alfred Hugenberg, seit 1928 Vorsitzender der DNVP. Zu seinem Imperium gehört nicht nur der Berliner Scherl-Verlag, sondern eine Vielzahl weiterer Unternehmen, von der Nachrichtenagentur Telegraphen-Union bis zur Universum Film AG, der Ufa. Über seine Materndienste beliefert er die Provinzpresse mit fertigen Zeitungsseiten und übt so Einfluss auch auf solche Blätter aus, die nicht Teil seines Konzerns sind.
Mit ihrer Kundgebung in Harzburg will die »nationale Opposition« ihre Stärke und Geschlossenheit demonstrieren. Und sie will, wie das Zentralorgan der DNVP Unsere Partei unverhüllt verkündet, »das Signal zum Angriff« geben »gegen ein morsch gewordenes System«, gegen die verhasste Demokratie von Weimar.
Die gesamte Prominenz der antirepublikanischen Rechten hat sich eingefunden: Hugenberg und Hitler mit den Reichstagsfraktionen von DNVP und NSDAP; Franz Seldte und Theodor Duesterberg, die beiden Bundesführer des Stahlhelms, mitsamt ihrem Stab; der SA-Stabschef Ernst Röhm und der Reichsführer-SS Heinrich Himmler; die Vereinigten Vaterländischen Verbände mit Rüdiger Graf von der Goltz und der Alldeutsche Verband mit Justizrat Heinrich Claß an der Spitze; Repräsentanten des Hochadels, unter ihnen der zweite Sohn Kaiser Wilhelms II., Prinz Eitel Friedrich (Prinz August Wilhelm, der vierte Kaisersohn, NSDAP-Mitglied und bald auch SA-Standartenführer, ist diesmal allerdings nicht mit von der Partie); hochrangige Militärs wie der ehemalige Chef der Heeresleitung, Hans von Seeckt, inzwischen Reichstagsabgeordneter der Deutschen Volkspartei. Anwesend sind auch Eberhard Graf von Kalckreuth und der gesamte Vorstand des Reichslandbundes, der mächtigen agrarischen Lobbyorganisation, sowie Exponenten von Industrie und Banken, darunter der Stahlkönig Fritz Thyssen, ein früher Förderer Hitlers, sowie der ehemalige Reichsbankpräsident Hjalmar Schacht, der mit seinem Auftritt in Bad Harzburg seinen politischen Frontwechsel zu den Nationalsozialisten erstmals auch öffentlich zu erkennen gibt. Die Großindustrie ist allerdings nur schwach vertreten; sie verhält sich noch abwartend.
Bad Harzburg war nicht der erste Versuch Hugenbergs, die rechte Opposition zu sammeln. Bereits im Juli 1929 hatte er gegen den sogenannten Young-Plan mobilgemacht. Das nach Owen Young, dem Direktor der Federal Reserve Bank in New York, benannte Abkommen regelte die Reparationszahlungen neu, zu denen sich Deutschland im Versailler Vertrag verpflichtet hatte. Der Kampf dagegen einte die Rechte. So gab es einen von Hugenberg initiierten »Reichsausschuss für das deutsche Volksbegehren gegen den Young-Plan«, in dem bereits die meisten der Persönlichkeiten und Gruppierungen vertreten waren, die sich in Bad Harzburg treffen sollten. Darunter war natürlich auch Hitler, der Vorsitzende der damals noch unbedeutenden NSDAP, die es bei den Reichstagswahlen von 1928 gerade einmal auf 2,6 Prozent gebracht hatte. Zwar endete die Kampagne mit einem Fehlschlag – der Volksentscheid vom Dezember 1929 verfehlte die notwendige Mehrheit bei Weitem –, doch für Hitler hatte sich der Einsatz gelohnt. Er war in rechtskonservativen Kreisen salonfähig geworden, und er hatte dank der Hugenberg-Presse seinen Namen in jedem Winkel der Republik bekannt gemacht.
- Datum 12.10.2011 - 17:41 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 6.10.2011 Nr. 41
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War und ist die SGB II Gesetzgebung durch die SPD-Grüne-CDU/CSU-FDP Koaliton, mit der das Unrecht des Züchtigungs-, Zurichtungs- und Verwertungsgesetz in Kraft gesetzt wurde. Mit diesem Gesetz wurden die Bürger- und Verfassungsrechte der Menschen außer Kraft gesetzt, erst nur derjenigen, die unter Kuratel dieses Gesetztes gestellt wurden, schließlich aber alle, die mit diesem Gesetz bedroht werden.
Der Straftatbestand der Menschen ist dauerhafte Arbeitslosigkeit, deshalb wurden sie ohne Gerichtsprozess und Urteil unter die Knute dieses zum Gesetz gemachten Unrechts gestellt.
Kräftig mit an der Zerstörung der Demokratie gearbeitet haben und arbeiten weiterhin die INSM und ihre vielen Satelliten. Aber auch solche Menschfreunde wie Herr Sarrazin http://www.spiegel.de/pol... und Herr Henkel http://www.nachdenkseiten... und hier http://www.nachdenkseiten.... Nicht zu vergessen natürlich der Anführer dieses Angriffs Herr Schröder http://archiv.bundesregie... . All das kam schließlich in der Mitte der Gesellschaft an, wie Wilhelm Heitmeyer hier in der ZEIT unlängst schrieb http://www.zeit.de/2011/3...
Zumindest kann später keiner mehr sagen, er hätte es nicht gewußt.
"Zumindest kann später keiner mehr sagen, er hätte es nicht gewußt."
Was meinen sie?
Etwas wirr, was sie zusammenschreiben oder nicht? Zusammenhangslose Ereignisse im Zusammenhang zu nennen um Angst vor genau was zu machen?
Ich bin kein Prophet, aber sehe ganz aktuell, auch an Zahlen festzumachen, wie in Deutschland dank Europa und Euro der Wohlstand Jahr für Jahr sinkt.
Und ich sehe einen Jahr für Jahr sinkenden Anteil ethnisch Deutscher auf dem Staatsgebiet der Bundesrepublik Deutschland lebend. Auch mit Zahlen festzumachen.
Und weil es so bedeutungsschwanger klingt, bringe ich diesen tollen Satz dabei auch noch an: Zumindest kann später keiner mehr sagen, er hätte es nicht gewußt.
Passt doch irgendwie immer und man wirkt gleich viel eindringlicher und weiser.
Damit lässt sich selbst eine Straßenüberquerung bei Rot als Anfang vom Ende darstellen.
Achso, was ich noch sagen wollte: Ändern kann man das eh nicht. Also unterlassen sie bitte dieses Vorwurfsvolle.
Und falls es an der dummen Masse liegt, bleibt wohl als einziges Mittel, die Demokratie abzuschaffen.
Mir gehen Elitaristen mächtig gegen den Strich, die ständig behaupten, "überzeugte Demokraten" zu sein, aber letztlich nur ihre Version von Demokratie als Demokratie akzeptieren.
Man kann ja durchaus Antidemokrat sein, ohne ein schlechter Mensch zu sein, aber diese demokratische Attitude nervt dann etwas.
Halten sie mich für einen dummen oder/und gefährlichen Menschen, da ich nichts Schlimmes hinter ihren Nennungen erkennen kann. Solch einer, den man besser keine Möglichkeit geben sollte, sich an der Demokratie zu beteiligen? Demokratie abschaffen, um die Demokratie zu retten - überspitzt gesagt?
"Zumindest kann später keiner mehr sagen, er hätte es nicht gewußt."
Was meinen sie?
Etwas wirr, was sie zusammenschreiben oder nicht? Zusammenhangslose Ereignisse im Zusammenhang zu nennen um Angst vor genau was zu machen?
Ich bin kein Prophet, aber sehe ganz aktuell, auch an Zahlen festzumachen, wie in Deutschland dank Europa und Euro der Wohlstand Jahr für Jahr sinkt.
Und ich sehe einen Jahr für Jahr sinkenden Anteil ethnisch Deutscher auf dem Staatsgebiet der Bundesrepublik Deutschland lebend. Auch mit Zahlen festzumachen.
Und weil es so bedeutungsschwanger klingt, bringe ich diesen tollen Satz dabei auch noch an: Zumindest kann später keiner mehr sagen, er hätte es nicht gewußt.
Passt doch irgendwie immer und man wirkt gleich viel eindringlicher und weiser.
Damit lässt sich selbst eine Straßenüberquerung bei Rot als Anfang vom Ende darstellen.
Achso, was ich noch sagen wollte: Ändern kann man das eh nicht. Also unterlassen sie bitte dieses Vorwurfsvolle.
Und falls es an der dummen Masse liegt, bleibt wohl als einziges Mittel, die Demokratie abzuschaffen.
Mir gehen Elitaristen mächtig gegen den Strich, die ständig behaupten, "überzeugte Demokraten" zu sein, aber letztlich nur ihre Version von Demokratie als Demokratie akzeptieren.
Man kann ja durchaus Antidemokrat sein, ohne ein schlechter Mensch zu sein, aber diese demokratische Attitude nervt dann etwas.
Halten sie mich für einen dummen oder/und gefährlichen Menschen, da ich nichts Schlimmes hinter ihren Nennungen erkennen kann. Solch einer, den man besser keine Möglichkeit geben sollte, sich an der Demokratie zu beteiligen? Demokratie abschaffen, um die Demokratie zu retten - überspitzt gesagt?
Was uns als Volk oder Buergerwillen verkauft wird, sind
stets Minderheiten, wenn man sie auf die Bevoelkerungszahl
bezieht und sehr oft manipuliert. So habe ich z. B. 1974
in Portugal Riesen-Volksauflaeufe miterlebt von der Komunistischen Partei - an den Urnen bekamen sie dann weniger als 10 %.
"Zumindest kann später keiner mehr sagen, er hätte es nicht gewußt."
Was meinen sie?
Etwas wirr, was sie zusammenschreiben oder nicht? Zusammenhangslose Ereignisse im Zusammenhang zu nennen um Angst vor genau was zu machen?
Ich bin kein Prophet, aber sehe ganz aktuell, auch an Zahlen festzumachen, wie in Deutschland dank Europa und Euro der Wohlstand Jahr für Jahr sinkt.
Und ich sehe einen Jahr für Jahr sinkenden Anteil ethnisch Deutscher auf dem Staatsgebiet der Bundesrepublik Deutschland lebend. Auch mit Zahlen festzumachen.
Und weil es so bedeutungsschwanger klingt, bringe ich diesen tollen Satz dabei auch noch an: Zumindest kann später keiner mehr sagen, er hätte es nicht gewußt.
Passt doch irgendwie immer und man wirkt gleich viel eindringlicher und weiser.
Damit lässt sich selbst eine Straßenüberquerung bei Rot als Anfang vom Ende darstellen.
Achso, was ich noch sagen wollte: Ändern kann man das eh nicht. Also unterlassen sie bitte dieses Vorwurfsvolle.
Und falls es an der dummen Masse liegt, bleibt wohl als einziges Mittel, die Demokratie abzuschaffen.
Mir gehen Elitaristen mächtig gegen den Strich, die ständig behaupten, "überzeugte Demokraten" zu sein, aber letztlich nur ihre Version von Demokratie als Demokratie akzeptieren.
Man kann ja durchaus Antidemokrat sein, ohne ein schlechter Mensch zu sein, aber diese demokratische Attitude nervt dann etwas.
Halten sie mich für einen dummen oder/und gefährlichen Menschen, da ich nichts Schlimmes hinter ihren Nennungen erkennen kann. Solch einer, den man besser keine Möglichkeit geben sollte, sich an der Demokratie zu beteiligen? Demokratie abschaffen, um die Demokratie zu retten - überspitzt gesagt?
Zugegeben, es ist schwer, noch frische Themen aus der Zwischenkriegszeit zu wringen, und natürlich erkenne ich die Notwendigkeit an, das Thema Weimar & Nazis im Gedächtnis zu halten.
Aber wird hier nicht eine eher fehlgeschlage Inszenierung überbewertet? Die Harzburger Front wurde zwar von Hugenberg medial groß angekündigt, aber so richtig zum Leben ist sie doch nie gekommen. Der Alldeutsche Verband, der im Kaiserreich die Politik vor sich hertrieb, hatte nichts mehr zu melden, Hitler nutzte die Gelegenheit, ganz en passant mal zu deutlich zu machen, wer das Sagen hatte im rechten Milieu - und so blieb von Harzburg eigentlich nicht mehr als Theaterdonner.
Bezeichnend war die Aktion vielleicht für die Selbstüberschätzung der Deutschnationalen. Mit einem bisschen Selbstkritik hätten Hugenberg und von Papen spätestens jetzt ahnen können, dass ihre Strategie des "Wir drücken Hitler in die Ecke, bis er quietscht" (von Papen) an dem kühl kalkulierenden Herrschaftsanspruch Hitlers schitern würde.
ablenken lassen.
In Zeiten des grassierenden EURO-Rettungswahns und der EU-Auswucherung wäre die Frage nach einer "nationalen Opposition" nicht völlig abwegig.
Die muss ja nicht von rechtsaußen kommen, schließlich gibt es auch nationalliberale und andere nationale Ansätze.
Ein sachlicher Artikel, der verdeutlicht, dass nicht nur die linken Parteien und Organisationen im Inneren zersplittert waren. Die Linken der Weimarer Republik fanden in der Gründung der "Eisernen Front" am 16. Dezember 1931 sogar eine gemeinsame Antwort auf die "Harzburger Front".
Aber wie ungemein schwieriger, kräftezehrender ist die Verteidigung bestimmter Werte und Grundhaltungen als der Angriff auf dieselben?
Ein guter und informativer Artikel. Danke für die Auffrischung. War mal wieder nötig. Liegt ja nun auch schon einige Jahrzehnte zurück. Sowohl das Ereignis, als auch die direkten Folgen daraus. Was für eine Last war diese Zeit!? Und heute fliegen Wir zum Mars. Früher ein Kriegsgott, heute ein Sehnsuchtsplanet, welch ein Wandel. Weiter so.
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