Comeback der Clocs: Klappern, was das Holz hält
Schon wieder Clogs? Tillmann Prüfer über immer wieder in Mode kommende Bauklotzschuhe, deren Klappern heute für einen großen Auftritt sorgt.

Clogs von Anthropologie, 485 Euro
Der Holzschuh war einmal das unkleidsamste aller Kleidungsstücke. Im späten Mittelalter scheuerte der starre, aus einem Block gehauene Treter am Fuß und klapperte noch dazu bei jedem Schritt laut auf dem Kopfsteinpflaster. Eigentlich gab nur einen einzigen Grund, Holzschuhe zu tragen: Barfuß zu gehen war noch unangenehmer.
Denn damals, als die Straßen voller Abfälle und Fäkalien waren, tat man gut daran, sich möglichst hoch über dem Boden zu bewegen. Aus diesem Grund wurden die sogenannten Trippen erfunden – hölzerne Unterschuhe, die man sich unter die normalen Schuhe schnallte, um wie auf Bauklötzen über den Boden zu stelzen. Holz war das Material der niederen Stände — es war im Überfluss vorhanden, und es schützte die Füße bei den harten unangenehmen Arbeiten, die man eben erledigen musste, wenn man nicht viel besaß. Einen Schuh aus Leder hingegen musste man sich erst einmal leisten können.
Es spricht für gesellschaftlichen Wohlstand, wenn etwas, das man einmal mit Armut und Elend assoziierte, in Mode kommt. Heute sind Schuhe mit hölzernen Sohlen wieder sehr beliebt. Es gibt sie bei der populären Modekette Anthropologie und auch bei Chanel.
Anders als früher wirken Frauen mit Clogs jetzt extrem unangestrengt. Das Hölzerne, das sich einmal wie Blei an die Füße hängte, verleiht ihnen nun eine Art von Leichtigkeit. Weder stecken sie ihre Füße in moderne Folterwerkzeuge, noch erheben sie sich gezwungenermaßen über den Boden. Dazu lässt das klobige Schuhwerk den Fuß sogar zierlicher erscheinen. Und das einstmals störende Klappern sorgt heute für einen großen Auftritt.
Bauklotzschuhe kommen nicht das erste Mal in Mode. Clogs erlebten in den 1970ern und frühen 1980ern einen Boom als Arbeitsschuhe. Heute sind sie eher Accessoires. Wobei Clogs in einer bestimmten Abwandlung auch heute noch als Arbeitsschuh beliebt sind – in Form der Crocs. Diese sind zwar nicht schön, aber aus Krankenhausfluren und Großküchen nicht mehr wegzudenken. Crocs sind bequem und haben den Vorteil, nicht zu klappern. Schließlich sind sie aus Weichgummi. In gewisser Weise hat also Weichgummi das Holz als Material der unteren Schichten abgelöst.











... Zeitgenossen und -genossinnen erinnern sich sicherlich gerne an die Zeit mit ihren Kleppern, bzw. Klapperlatschen ...
... und das Holzsandalen in den 60ern ihre Hochzeit hatten und dann erst in den 70ern von den Holzclogs/Toefflern abgelöst wurden ... das werden Ihnen sicherlich gerne die "alten Hasen" in der Hamburger Printredaktion bestätigen ... öhem ...
Mir freundlichem Gruß an die Waterkant.
Ihr Heinrich Ad. II
geschafft von anfang bis ende dieses artikels schwachsinn zu verbreiten. danke meinen vorkommentatoren.
Abgesehen von der Hässlichkeit sind Holzschuhe einfach unbequem. Ich versuche es jedes Jahrzehnt wieder und ärgere mich über Blasen an der Fußsohle! Nicht an Zehen, sondern an den vorderen Ballen, weil man in diesen Schuhen den Fuß einfach nicht abrollen kann. Also dieses Mal kommen mir diese Dinger nicht wieder nach Hause. Schönes Schuhwerk ist schon seit ein paar Jahren kaum noch auffindbar: Ich mag weder Schuhe, die mehr in einen Fetischladen gehören, noch finde ich orthopädische Schuhe wirklich attraktiv.
das was man in krankenhausfluren zu sehen bekommt sind keine crocs sondern diesen nachgebildete schuhe - warum auch immer dieses bedürfnis bestehen mag. originale crocs sind aufgrund ihrer konstruktion bakterienspeicher schlechthin und daher gerade in diesem umfeld verboten.
ausserdem gilt für diese schuhe: möglichst nicht ohne strümpfe tragen, da sie ihre bequemlichkeit, das weiche, einer menge chemikalien verdanken, die über die haut aufgenommen werden können.
insofern dann doch lieber holz - da hört man wenigstens ob jemand in der nähe ist. in der angeführten preislage ist jedoch der häßliche schuh ein reines OBERSCHICHT-phänomen.
Lieber Herr Prüfer,
auf Krankenhausfluren arbeiten Früh-, Spät- und Nachtschichten. Mit Ihren Unterschichten sind Sie auf dem Holzweg.
Wenn Krankenhausflur Unterschicht implizierte und ZEIT-Abo Oberschicht, was bin ich dann? Mittelschicht?
sondern ganz einfach "untere Schichten" und damit ist nicht die gesellschaftliche Schichtzugehörigkeit gemeint, sondern die Sohlen der Schuhe, die von früher Holz auf solchen Fluren nun zu Kunststoff übergegangen ist.
Und in manchen Texten steht tatsächlich nur, was dort geschrieben steht.
Übrigens steht soweit ich las nirgens, dass ZEIT-Abo Oberschicht darstellt oder habe ich da etwas überlesen?
Also ich finde es ganz besonders wichtig, dass Schuhe bequem sind. Kann mir das von diesen Holzschuhen nicht vorstellen (habe sie allerdings noch nie ausprobiert). Kann mir einfach nicht vorstellen, warum es Menschen gibt, die für den Stil Leiden. Aber leider gibt es sie immer wieder...
Allen, die Clogs als unbequem empfinden seien ein Paar "Berkemänner" empfohlen. Inzwischen schwer zu bekommen aber unerreicht in Tragekomfort und Bequemlichkeit.
Hin und wieder noch an den Füßen klinikalen Stammpersonals zu finden und so etwas wie "Kult im Verborgenen". Nennt sich "Standard Toeffler" und ist mit das Angenehmste, was man seinen Füßen schuhtechnisch gönnen kann.
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