Bundestrojaner Die Lauschfabrikanten
Spähsoftware zu programmieren ist ein stilles Geschäft. Es lebt von den Schwächen der modernen Computertechnik.
© Odd Andersen/AFP/Getty Images

Die Kontrollsoftware für den Staatstrojaner, den der CCC analysiert hat
Diese Woche gehen staatliche Ermittler mal wieder richtig shoppen. In einem gesichtslosen, grauen Hotelkomplex nördlich von Washington, D. C., findet eine Art Werkzeugmesse für Polizisten, Spione und Sicherheitsdienste aus der Privatwirtschaft statt, es ist die größte ihrer Art. Nur kann man diese Werkzeuge nicht anfassen, es handelt sich nicht um altmodische Abhörwanzen, sondern um Computercodes.
Zu viel Aufmerksamkeit will der Veranstalter mit dem, was er da treibt, nicht erregen, und so hat er seiner Messe einen neutral-nichtssagenden Namen gegeben: »Aufklärungs-Unterstützungs-Systeme für rechtmäßiges Abhören, kriminaltechnische Untersuchungen und Informationssammlung«, auf Englisch kurz ISS. So heißt die Veranstaltung.
Wenn man sich aber das Vortragsprogramm anschaut, ist alles klar. Das Wort »Abhören« kommt sehr häufig vor. Abhören von Handys, Abhören von Computerkommunikation, Abhören von »100-Gigabit-Leitungen«. Es geht um »Herausforderungen beim Abfangen von Webmail«. Jemand preist »die ultimative Cyberintelligenz-Lösung zum heimlichen Abhören von Computern und Smartphones« an. »Nutzen Sie die Anfälligkeit von Computern und Handys für die elektronische Überwachung«, empfiehlt einer der Aussteller, während ein anderer »geheime, verdeckte Spionage-Attacken« mit brandneuer Software verkauft, bestens geeignet zum »infizieren« von Computern.
Seit dem vergangenen Wochenende weiß jeder: Das ist kein leeres Versprechen. Solche Programme gibt es wirklich. Auch bei uns. Der Chaos Computer Club (CCC), dem einige Festplatten mit einer staatlichen Überwachungssoftware zugespielt worden waren, stellte fest: Der »Staatstrojaner«, den die Technikexperten da vorfanden, konnte Internet-Telefonate abhören, den Bildschirm regelmäßig abfotografieren und dann an irgendwelche Beamten schicken, Tastatureingaben aufzeichnen und theoretisch sogar belastendes Material auf den Rechnern der Betroffenen platzieren.
- Quellen-TKÜ
Bei der Quellen-Telekommunikationsüberwachung (Quellen-TKÜ) wird auf einem Computer ein Überwachungsprogramm installiert. Dieses schneidet Kommunikation vor der Verschlüsselung mit und übermittelt diese vom Nutzer unbemerkt an die Ermittler. Bei der Quellen-TKÜ darf nur die laufende Kommunikation (zum Beispiel Skype-Gespräche) überwacht werden. "Ruhende" Dateien auf dem Computer dürfen nicht kopiert werden, ebensowenig dürfen Screenshots gemacht werden. Genau dazu soll aber der eigentlich nur für eine Quellen-TKÜ zugelassene Behörden-Trojaner in der Lage gewesen sein.
- Onlinedurchsuchung
Die heftig umstrittene Onlinedurchsuchung geht über eine einfache Quellen-TKÜ hinaus. Ein heimlich installierter Trojaner durchsucht dabei den Rechner eines Verdächtigen auf zweifelhafte Dateien – ganz egal welche. Eine solche Onlinedurchsuchung greift erheblich in die Grundrechte der Betroffenen ein. Daher hat das Bundesverfassungsgericht sie nur in absoluten Ausnahmefällen genehmigt: bei Gefahr für Leib und Leben oder staatsbedrohender Kriminalität.
Was dem Ermittler früher die Abhöranlage war, ist ihm heute sein Spähprogramm. Die privaten Hersteller solcher Software verstehen sich als »Sicherheitsfirmen«, auch die deutschen unter ihnen. Sie heißen Digitask, Nokia-Siemens, Elaman, Trovicor und Utimaco Lims – es gibt ein paar Dutzend große Firmen, viele Hundert kleine und unzählige Einzelkämpfer. Hacker, die man mieten kann. Sie alle leben letztlich von den Abgründen des Internets. Auch wo sie staatliche Ermittler bei ihrer rechtmäßigen Arbeit unterstützen, auch wo bei ihrer Arbeit die Grenzen der Verfassung penibel eingehalten werden: Ihre Erfolge beruhen letztlich auf den Schwächen unserer Internet- und Computer-Infrastruktur. Und je größer ihre Erfolge sind, umso unsicherer ist in Wahrheit das Netz.
In den vergangenen Jahren hat sich die Szene rasant verändert. Wie, das beschreibt der Direktor des kanadischen Centre for Global Security Studies, Ron Deibert, in seinem Buch Access Denied. Zunächst hätten autoritäre Staaten wie China ihr nationales Internet abgeschottet. Im zweiten Schritt seien ausgefeilte Filtertechniken eingesetzt worden, die den Internetverkehr in einem Land nur zeitweise und sehr gezielt unterbinden können. Die dritte Entwicklungsstufe treiben, so Deibert, vor allem einige OECD-Staaten voran. Dort würden nun, im Rahmen von Gesetz und Verfassung, Softwareprogramme geordert, um Computersysteme zu »infiltrieren«. Überwachungstechnologie und Software zum Durchsuchen von Datenbeständen würden regelmäßig eingesetzt.
Fälle wie der, den der CCC aufgedeckt hat, bestätigen diese Entwicklung.
Aber wie immer bei Werkzeugen für Polizei und Geheimdienste stellt sich für die Hersteller die Frage, ob sie jeden Euro nehmen sollten, der ihnen angeboten wird. Ein Unternehmer, der nicht genannt werden möchte, sagt: »Je weiter Sie nach Süden kommen, umso undurchsichtiger werden die Aufträge.« Geht es nur um normale Polizeiarbeit? Oder will da eine Regierung die politische Opposition ausspähen und drangsalieren? »Es ist ein schwieriges Geschäft. Einmal haben wir einen Auftrag abgelehnt, und kurz danach kam genau die gleiche Bestellung aus England.«
Hinzu kommt: Wenn keine Ausfuhrbeschränkungen existieren, ab wann sind dann Geschäfte mit Staaten, die von den Vereinten Nationen anerkannt sind, unmoralisch? Am Ende bleibt die Entscheidung dem Unternehmer überlassen.
Mehr Hacker als früher verkaufen ihr Wissen an Firmen und Geheimdienste
Im Frühjahr dieses Jahres geriet eine Firma namens Elaman aus München in die Schlagzeilen: Es waren Unterlagen aufgetaucht, nach denen die in Großbritannien registrierte Gamma Group – die sich als Allianzpartner von Elaman präsentiert – dem ägyptischen Staatssicherheitsdienst Internet-Überwachungsmöglichkeiten angeboten hatte. Den Ägyptern werden allerdings massive Menschenrechtsverletzungen vorgeworfen. Die Firma, die Büros in Deutschland, der Schweiz und Dubai unterhält, unterstreicht in Werbeunterlagen die »vertraulichen Beziehungen«, die sie mit ihren Kunden unterhalte. »Elaman kann dies als ein deutsches Unternehmen garantieren.« Auf eine Anfrage hin äußerte sich die Firma nicht.
Im Fall des deutschen »Staatstrojaners« gehen alle Beteiligten davon aus, dass er von der Firma Digitask aus dem Westerwald stammt. Bayerische Landesbehörden haben zugegeben, ein entsprechendes Programm eingesetzt zu haben. Einem Betroffenen, gegen den wegen Drogengeschäften ermittelt wurde, war das Programm wohl bei einer Zollkontrolle am Münchner Flughafen in den Rechner gepflanzt worden. Weitere Kunden von Digitask sind unter anderem das Landeskriminalamt in Baden-Württemberg und das Zollkriminalamt.
Der Geschäftsführer von Digitask ist für weitergehende Anfragen nicht zu erreichen. Auch der verantwortliche Vorstand von Utimaco Lims ist auf Reisen, führende Mitarbeiter von Trovicor, die zuvor für Nokia-Siemens gearbeitet haben, melden sich auf eine E-Mail-Anfrage nicht. Es ist schwer, mit den Herstellern ins Gespräch zu kommen.
In der Sicherheitsbranche gilt aber eines als gesichert: Staatliche Spionageprogramme kommen in vielen Ländern zum Einsatz. Als eine Art Prototyp galt vor zehn Jahren ein FBI-Programm namens »Magic Lantern« (Zauberlaterne), das nach Auskunft von Experten Tastatureingaben aufzeichnen und an die Bundespolizei schicken konnte.
»Ich schätze, dass auf der Welt Dutzende solcher Programme im Einsatz sind«, sagt Mikko H. Hypponen, der Chef-Forscher des finnischen Antivirus-Herstellers F-Secure. Genau könne man das nicht sagen. Es gebe ja keine großen Unterschiede zwischen den Erzeugnissen der Kriminellen und den Auftragsarbeiten für Polizeibehörden. »Das ist ja nicht so, als ob da jemand einen Stempel reinsetzte: Copyright by German Government.«
Hinzu kommt, was Dirk Kollberg sagt, ein Schadsoftware-Experte bei der Antivirusfirma Sophos: Viele dieser Spähprogramme »sind auf den jeweiligen Untersuchungsauftrag abgestimmte Auftragsarbeiten«. Antivirusprogramme, denen diese Schadsoftware unbekannt ist, springen dann häufig auch nicht an. So bleiben sie unentdeckt.
Das Geschäft mit Späh- und Sicherheitssoftware gehört aber noch in einen größeren Zusammenhang. Auch organisierte Kriminelle pflanzen Cyberwanzen – häufig mit erstaunlichen Fähigkeiten zur selbstständigen Verbreitung. Militärs vieler Länder bauen Cybereinheiten aus. Die Schwelle zwischen Sicherheitssoftware, Tatwerkzeug und Cyberwaffe ist da manchmal fließend, und die Bundeswehr sagt aus solchen Gründen schon, der Cyberspace sei der fünfte Operationsraum nach Land, Wasser, Luft und Weltraum. Die Schwachstellen der Netze haben geopolitische Bedeutung bekommen.
Experten wie der Kanadier Deibert fordern deshalb eine Art Ächtung von Cyberwaffen, internationale Abkommen und Abrüstungsverhandlungen. So wie es bei ABC-Waffen der Fall ist. Aber: Software ist im Vergleich zu Atomraketen quasi unsichtbar. Wer sollte so ein Abkommen also kontrollieren?
- Das Unternehmen DigiTask
Der Staatstrojaner wurde von der hessischen Firma DigiTask hergestellt. Der Softwareenwickler mit Sitz in Haiger erstellt im Auftrag von Polizei und Behörden Abhörtechnik für Telefon, Handys und SMS. In Deutschland ist das Unternehmen führend im Markt, es unterhält eine enge Beziehung zum Zollkriminalamt in Köln.
2009 bekam DigiTask den Negativ-Preis "Big Brother Award" der Bürgerrechtsorganisation Foebud verliehen. Mit dem Award werden Unternehmen geächtet, "die in auffallender Weise den Datenschutz verletzen oder missachten". DigiTask wurde kritisiert, weil es einen umstrittenen Trojaner für das Bayerische Landeskriminalamt programmiert hatte. Fünf Millionen Euro sollen für den Auftrag geflossen sein.
Zurzeit jedenfalls ist die Sache Big Business geworden, für Firmen und auch für freie Hacker und Computerexperten, die sich auf diesem Feld herumtreiben und nach Schwachstellen suchen. Werden sie fündig, haben sie zwei Möglichkeiten. Entweder machen sie eine Sicherheitslücke publik, präsentieren sie auf Hacker-Konferenzen, teilen sie den Herstellern der betreffenden Software mit – und ernten dafür Lob und Ehre. Oder sie verkaufen ihr Wissen um eine Sicherheitslücke. Zahlungskräftige Käufer sind Cyberkriminelle, Militärs, Geheimdienste – und private Sicherheitsfirmen. »Mehr und mehr Hacker wählen den zweiten Weg. Sie verkaufen«, sagt Cybersicherheitsexperte Alexander Klimburg vom Österreichischen Institut für Internationale Politik.
Der Weg zur dunklen Seite ist kurz, bestätigen Insider. Manche Erkenntnisse freier Hacker landen über Zwischenhändler bei den Militärs und Geheimdiensten irgendeines Landes. Ein deutscher Unternehmer, der Sicherheitssoftware verkauft, ergänzt, er kenne Firmen, die »ihre Software kostendeckend für westliche Behörden entwickeln und sie dann teuer an totalitäre Staaten zu verkaufen versuchen«. Staaten wie Russland oder China verfolgen laut Alexander Klimburg noch eine andere Strategie: Dort würden die Behörden kaum gegen Cyberverbrecher vorgehen, weil das kriminelle Milieu ihnen nützlich ist. Ihre Geheimdienste sollen sich oft ihres Wissens bedienen.
Durch all dieser Aktivitäten wird das Internet überhaupt nicht sicherer, sondern im Gegenteil unsicherer. »Vielleicht«, meint Internetexperte Deibert pessimistisch, »werden wir eines Tages auf die 1990er und 2000er Jahre zurückschauen als jene kurze Ära, in der wir frei kommunizieren und von überall her unsere Informationen beschaffen konnten.«
- Datum 14.10.2011 - 08:26 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 13.10.2011 Nr. 42
- Kommentare 32
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Passend dazu sei auf einen Artikel bei netzpolitik.org verwiesen, in dem ein aktueller Kontraste-Beitrag zum INDECT-Projekt thematisiert wird.
http://netzpolitik.org/20...
(im Gegensatz zum GEZ-gemästeten Deutschen Staatsfernsehen)
http://is.gd/fbXMj9
1.) Zum Trojanereinsatz in Deutschland :
"... der sogenannte «Trojaner» wurde ILLEGALERWEISE von verschiedenen Bundesländern zur Überwachung von Verdächtigen benutzt."
Illegal? Unsere Polizei? Illegales machen sonst doch nur Terroristen, Kinderpornokucker und Drogendealer?
2.) Zum Trojanereinsatz in der Schweiz:
"Wir sehen für solche Trojaner keine gesetzlichen Grundlagen in der Schweiz", sagt der Sprecher des Eidgenössischen Datenschutzes...
Eine erfrischend deutliche Sprache.
Also bitte. Geht doch.
Okay, nur in der Schweiz.
In der Schweiz ist es keinen Deut besser. Auch dort wird Spionagesoftware eingesetzt - der Unterschied ist bloß, dass dort niemand bestreitet, dass es keine vernünftige rechtliche Grundlage gibt. In der Tat: erfrischend deutlich.
http://www.nzz.ch/nachric...
Hatte Ihren Link erst übersehen und den Kommentar vielleicht nicht ganz richtig verstanden...
Aber in der Schweiz kann man so argumentieren, sie haben
keine CDU und keine Politiker/innen aus ehem. Ländern mit
Schnüffelpraxis, oder ?
In der Schweiz ist es keinen Deut besser. Auch dort wird Spionagesoftware eingesetzt - der Unterschied ist bloß, dass dort niemand bestreitet, dass es keine vernünftige rechtliche Grundlage gibt. In der Tat: erfrischend deutlich.
http://www.nzz.ch/nachric...
Hatte Ihren Link erst übersehen und den Kommentar vielleicht nicht ganz richtig verstanden...
Aber in der Schweiz kann man so argumentieren, sie haben
keine CDU und keine Politiker/innen aus ehem. Ländern mit
Schnüffelpraxis, oder ?
Zum Artikel "Staatstrojaner" hatte ich folgenden Kommentar abgegeben ...
> Ich gehe davon, dass der Fund dieses Trojaners die "Spitze vom Eisberg" ist. Vermutlich gibt es noch mehr "Überwachungs- und Spionage-Trojaner" im Netz. Und man sollte nicht davon ausgehen, dass nur ein LKA so etwas tut. Dem BND traue ich das auch zu. <
... und einige Foristen meinten ich würde "spinnen" oder so ähnlich.
Und jetzt ist es wohl klar, dass sich ein Trojaner-Handels-Zentrum etabliert hat. Weiterhin sollte klar sein, dass es nicht erst seit gestern existiert. Big brother is watching you. Das gilt aber auch für Handy's (ich mag das Wort nicht, Mobile ist richtig), I-Produkte und GPS. Der große Bruder weiß wo wir wann genau waren und sind.
Also wiederhole ich noch einmal - Das ist die Spitze vom Eisberg.
dem BND traue ich das auch zu? Die dürften damit ja wohl mal angefangen haben.
Ganz allgemein möchte ich Ihrem Kommentar zustimmen. Eines bleibt jedoch offen: Sie schreiben " Das gilt aber auch für [...] und GPS. ".
Wie meinen Sie das? GPS funktioniert (soweit ich weis) nur eine Richtung. Ist das GPS also nicht in ein Gerät eingebaut, das zurückfunken kann (oder das mit einem Rechner verbunden wird, der das dann macht), kann es auch nix ausspähen, oder? Höchstens könnte so ein Teil Logfiles schreiben, die im Falle einer Beschlagnahme dann viel verraten können.
Falls Sie mehr wissen oder etwas meinen, das ich nicht auf dem Schirm habe, wäre ich für einen Hinweis dankbar.
dem BND traue ich das auch zu? Die dürften damit ja wohl mal angefangen haben.
Ganz allgemein möchte ich Ihrem Kommentar zustimmen. Eines bleibt jedoch offen: Sie schreiben " Das gilt aber auch für [...] und GPS. ".
Wie meinen Sie das? GPS funktioniert (soweit ich weis) nur eine Richtung. Ist das GPS also nicht in ein Gerät eingebaut, das zurückfunken kann (oder das mit einem Rechner verbunden wird, der das dann macht), kann es auch nix ausspähen, oder? Höchstens könnte so ein Teil Logfiles schreiben, die im Falle einer Beschlagnahme dann viel verraten können.
Falls Sie mehr wissen oder etwas meinen, das ich nicht auf dem Schirm habe, wäre ich für einen Hinweis dankbar.
Wenn eine Privatperson Schadsoftware schreibt gilt sie als kriminell, wenn der Staat es tut soll es das nicht sein? Eine ziemlich zweideutige Auslegung...
Ferner sind die so-genannten "Volksvertreter" eigentlich der Allgemeinheit unterstellt, sprich, der Politiker der eine Spionagesoftware anfordert steht auf der Rangordnung unter dem, sagen wir mal jugendlichen der daheim seine eigene Schadsoftware programmiert.
Vielleicht sollte man mal die Rechte neu verteilen - die Vertreter in die Ecke stellen in die sie gehören - und sie zwingen die eigenen Gesetze zu achten?
Andererseits dass sich in Firmen und Regierungen kriminelle Energie bündelt ist ja aber auch nichts neues...
........ hat begonnen und es scheint still und leise ein Bürgerkrieg zu werden. Aber so lange mehr als die Hälfte aller User, auch Behörden, 123456 oder ihren Geburtstag als Password benutzen und die Verschlüsselung von eMails mit PGP als überflüssige Kinderei betrachten, ist noch nicht genug geschehen.
Heute sagen viele Menschen - ich habe nicht zu verbergen. In maximal 10 Jahren hat sich die Frage erledigt. Weil da nichts mehr sein wird, was sie verbergen könnten.
In "Kontraste" kam gestern ein ausführlicherer Bericht zu dem Trend in Deutschland und anderen Ländern, immer mehr den Weg zu einer totalitären Überwachung zu beschreiten.
http://www.rbb-online.de/...
Dazu wurde zB auch der Einsatz von Drohnen zur Ausspähung der Bundesbürger behandelt.
Im neoliberalen Kapitalismus geht eben Profit vor Menscheninteressen und Freiheitsinteressen. (FDP)
"
Marco Malacarne, Referat für Sicherheitsforschung, EU-Kommission
"Man wundert sich vielleicht, warum wir das tun und ob das alles überhaupt Sinn macht. Aber vielleicht muss man sich bewusst machen, dass der Einsatz von diesen Überwachungskameras ein großes Geschäft ist, ein Multimilliarden-Geschäft - weltweit. Somit ist ein Projekt wie INDECT sehr wohl sinnvoll."
Ein Projekt zur Wirtschaftsförderung also. Gerade die deutschen Entwickler können gute Geschäfte erwarten.
Denn: Unter Rainer Brüderle definierte das Wirtschaftsministerium in einem Grundsatzpapier die Ausfuhr solcher Technik sogar als Kernziel deutscher Exportpolitik. Philipp Rösler, der aktuelle Minister, sieht keinen Anlass, daran irgendetwas zu ändern."
Wenn wir also bestimmten Systemen der Vergangenheit unterstellt haben, totalitäre Überwachungssysteme gewesen zu sein, so waren deren Möglichkeiten geradezu dilletantisch im Vergleich zu denen, welche wir heute einsetzen, diese aber nicht als einen Trend zu totalitären Überwachungsstaaten erkennen.
--- II
"""
Nein, sagt der Kriminologe und Rechtsphilosoph Professor Peter-Alexis Albrecht. Er hält INDECT für gefährlich.
Prof. Peter-Alexis Albrecht, Rechtswissenschaftler, Goethe-Universität Frankfurt/M.
„Diese Systeme gehen in den Alltag hinein, sie werden denjenigen treffen, diese Überwachungssysteme, der seinen Kaffee kauft, der ein Brötchen kauft und der einen Schlüssel fallen lässt. Das sind wir alle, wir alle geraten durch diesen Sicherheitswahn in die Situation, verdächtig zu sein. Das Menschenbild des Tatverdachtes ist kein Menschenbild der Demokratie."
Dennoch sind auch staatliche Institutionen an diesem Projekt beteiligt. In Deutschland: die Uni Wuppertal. Dreharbeiten? Unerwünscht! Und sogar deutsche Sicherheitsbehörden liebäugeln mit diesen Überwachungstechniken.
Nils Johanning, Geschäftsleitung InnoTec DATA
„Das BKA betreut, ist weiter beratend in diesem Projekt tätig, das heißt, sie stellen vor allem ihre Erfahrung aus der Praxis zur Verfügung."
-----------
Viele PC Benutzer haben ohnehin Probleme mit Trojanern und Viren etc. Sie müssen sich in einem System von Betrug, Täuschung = Profitmaximierung gegen teures Geld täglich davor schützen, dass ihr PC nicht irgendwelchen Verbrechern zum Opfer fällt. Das zeichnet eben Systeme wie den Kapitalismus aus, bei welchem der Profit lange vor dem Menschen kommt. Es ist geradezu ein Witz der neuen Technik, dass man sich mit teurem Geld bei der Nutzung vor Verbrechern schützen muss. Weil es um Profit geht.
"""
Nein, sagt der Kriminologe und Rechtsphilosoph Professor Peter-Alexis Albrecht. Er hält INDECT für gefährlich.
Prof. Peter-Alexis Albrecht, Rechtswissenschaftler, Goethe-Universität Frankfurt/M.
„Diese Systeme gehen in den Alltag hinein, sie werden denjenigen treffen, diese Überwachungssysteme, der seinen Kaffee kauft, der ein Brötchen kauft und der einen Schlüssel fallen lässt. Das sind wir alle, wir alle geraten durch diesen Sicherheitswahn in die Situation, verdächtig zu sein. Das Menschenbild des Tatverdachtes ist kein Menschenbild der Demokratie."
Dennoch sind auch staatliche Institutionen an diesem Projekt beteiligt. In Deutschland: die Uni Wuppertal. Dreharbeiten? Unerwünscht! Und sogar deutsche Sicherheitsbehörden liebäugeln mit diesen Überwachungstechniken.
Nils Johanning, Geschäftsleitung InnoTec DATA
„Das BKA betreut, ist weiter beratend in diesem Projekt tätig, das heißt, sie stellen vor allem ihre Erfahrung aus der Praxis zur Verfügung."
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Viele PC Benutzer haben ohnehin Probleme mit Trojanern und Viren etc. Sie müssen sich in einem System von Betrug, Täuschung = Profitmaximierung gegen teures Geld täglich davor schützen, dass ihr PC nicht irgendwelchen Verbrechern zum Opfer fällt. Das zeichnet eben Systeme wie den Kapitalismus aus, bei welchem der Profit lange vor dem Menschen kommt. Es ist geradezu ein Witz der neuen Technik, dass man sich mit teurem Geld bei der Nutzung vor Verbrechern schützen muss. Weil es um Profit geht.
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Nein, sagt der Kriminologe und Rechtsphilosoph Professor Peter-Alexis Albrecht. Er hält INDECT für gefährlich.
Prof. Peter-Alexis Albrecht, Rechtswissenschaftler, Goethe-Universität Frankfurt/M.
„Diese Systeme gehen in den Alltag hinein, sie werden denjenigen treffen, diese Überwachungssysteme, der seinen Kaffee kauft, der ein Brötchen kauft und der einen Schlüssel fallen lässt. Das sind wir alle, wir alle geraten durch diesen Sicherheitswahn in die Situation, verdächtig zu sein. Das Menschenbild des Tatverdachtes ist kein Menschenbild der Demokratie."
Dennoch sind auch staatliche Institutionen an diesem Projekt beteiligt. In Deutschland: die Uni Wuppertal. Dreharbeiten? Unerwünscht! Und sogar deutsche Sicherheitsbehörden liebäugeln mit diesen Überwachungstechniken.
Nils Johanning, Geschäftsleitung InnoTec DATA
„Das BKA betreut, ist weiter beratend in diesem Projekt tätig, das heißt, sie stellen vor allem ihre Erfahrung aus der Praxis zur Verfügung."
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Viele PC Benutzer haben ohnehin Probleme mit Trojanern und Viren etc. Sie müssen sich in einem System von Betrug, Täuschung = Profitmaximierung gegen teures Geld täglich davor schützen, dass ihr PC nicht irgendwelchen Verbrechern zum Opfer fällt. Das zeichnet eben Systeme wie den Kapitalismus aus, bei welchem der Profit lange vor dem Menschen kommt. Es ist geradezu ein Witz der neuen Technik, dass man sich mit teurem Geld bei der Nutzung vor Verbrechern schützen muss. Weil es um Profit geht.
»Vielleicht«, meint Internetexperte Deibert pessimistisch, »werden wir eines Tages auf die 1990er und 2000er Jahre zurückschauen als jene kurze Ära, in der wir frei kommunizieren und von überall her unsere Informationen beschaffen konnten.«
Das wichtigste Gegenmittel sind Bildung, Erziehung zu unabhängigem Denken, Wille zur Freiheit, Organisierter Austausch von Information.
Jeder einzelne kann was dagegen tun. Organisiert: CCC, 28c3, Piraten
und Privat: Aneignung eines technisches ABC im Umgang mit Computern, Nutzung technischer Abwehr-Mittel, bevorzugter Einsatz von unabhängig produzierten Produkten (SW, HW), deren Spezifikation, Sourcecode offen liegt.
Reform des Patentwesens in Richtung Freiheit, Offenheit !!!
Illegale Überwacher/Datensammler ächten.
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