Visionäre Der Übersetzer der Freundschaft
© Kimihiro Hoshino/AFP/Getty Images

Mark Zuckerberg auf einem Vortrag in San Francisco im September 2011
Vielleicht würden wir heute immer noch denken, ein Freund sei einfach ein Freund, wenn Mark Zuckerberg nicht so uncool gewesen wäre. Als er an die Elite-Universität Harvard kam, galt er zwar als Programmier-Genie. Doch davon, in die Studentenclubs aufgenommen zu werden, konnte er nur träumen.
- Warum nicht...?
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Nach welchen Gesichtspunkten soll man repräsentative Genies auswählen? Eher Galileo als Kopernikus, die berühmte Marie Curie oder die still wirkmächtige Ada Lovelace auf die Liste setzen? Da Vinci oder Mozart? Was ist mit den alten Griechen? Jede Kür bleibt willkürlich – zumal der Geniegedanke sich stetig ändert.
Wir haben uns auf Zeitgenossen beschränkt und auf die Suche nach den »Genies des Alltags« begeben – nach solchen Menschen also, deren Ideen, Vorbilder oder Erfindungen sich ganz konkret auf unser Leben auswirken.
So wie die Spülmaschine, das GPS oder das Elektroauto. Bloß haben solche brillanten Ideen fast immer viele Mütter und Väter. Einen als Genie herauszupicken wäre ein Affront.
Selbst herausragende Einzelne erschienen uns zahlreich: Bill Gates,Alice Schwarzer, Michail Gorbatschow, Julian Assange, Miles Davis oder Madonna? Am Ende haben wir viele Namen zwangsläufig streichen müssen, es bleiben die neun Köpfe übrig. Jeder ist zweifellos ein Genie, aber die Liste ist gnadenlos subjektiv.
Dazu musste man beliebt sein – und Zuckerberg war ungeschickt im Umgang mit Menschen, fast ein wenig autistisch. Und so entwarf er eine neue Art von Freundschaft: Sie wird durch Computer vermittelt und übersetzt »mögen« und »befreunden« in Schaltflächen. Dank Facebook können auch die Uncoolen beliebt sein. Die Idee kam übrigens von ein paar früheren Bekannten. Bloß hatten die nur ihren Campus ins Netz übersetzen wollen, Zuckerberg die Welt.
- Visionäre unserer Zeit
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Die ZEIT stellt neun Menschen vor, die die Welt verändert haben:
- Ikea-Gründer Ingvar Kamprad
- Erfinder der Anti-Baby-Pille Carl Djerassi
- Starkoch Jamie Oliver
- Aldi-Gründer Karl und Theo Albrecht
- Harry-Potter-Autorin Joanne K. Rowling
- Apple-Gründer SteveJobs
- Designerin Miuccia Prada
- Starbucks-Chef Howard Schultz
- Facebook-Gründer Mark Zuckerberg
Vielleicht würden wir morgen immer noch denken, unser Leben sei einfach unser Leben, wenn Zuckerberg nicht so größenwahnsinnig wäre. Der heute 27-Jährige ist Herr über 800 Millionen Nutzerprofile; nun will er von der Geburt bis zum Tod zeigen, was jemand wo macht, etwa welchen Film er sieht. Bis sich das ganze Leben auf Facebook spiegelt.
- Datum 21.10.2011 - 14:22 Uhr
- Quelle DIE ZEIT, 13.10.2011 Nr. 42
- Kommentare 1
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Nettes Easter Egg, hab gut gelacht.
Der einzige Affront ist wohl, diese Person in einem Satz mit Bill Gates und Michael Gorbatschow zu erwähnen.
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