Friedensnobelpreisträgerin Karman "Ich bin bereit zu sterben"
Die jemenitische Friedensnobelpreisträgerin Tawakkul Karman beeindruckt jeden, der sie trifft. Jetzt gilt es, ihrem Land zu helfen.
Sie ist das Gesicht der Revolution in einem Land, in dem Unsichtbarkeit erste Frauenpflicht ist. Eine Rebellin, die seit Monaten den Präsidenten des Jemens stürzen will. Sie verbringt Tage und Nächte auf den Plätzen von Sanaa, wo sich Frauen nach sieben Uhr abends nicht aufhalten sollen. Sie führt einen Aufstand von überwiegend männlichen Demonstranten – im Jemen, wo Männer es gewohnt sind zu führen.
Tawakkul Karman trägt den Friedensnobelpreis stellvertretend für eine Weltgegend. Vor ihr hat noch keine Araberin den Preis erhalten. Die 32-Jährige wird geehrt für ihren Kampf für die Freiheit im Arabischen Frühling. Doch schon Stunden nach der Auszeichnung mussten die jemenitischen Demonstranten wieder die Prügel der Sicherheitskräfte ertragen. Woher nimmt Tawakkul Karman die Kraft für ihren Kampf?
Bei einem Treffen in Sanaa vor zehn Monaten hielten ihre Hände ein Teeglas umschlossen. Während des Gesprächs schien es, als könne sie den ganzen Jemen auf diese Weise festhalten. Tawakkul Karman sprach über die Meinungsfreiheit: »Bei uns schalten die Behörden als Erstes die Kameras aus, dann werden die Nachrichten angepasst«, sagte sie. Reden kann die 32-Jährige. Nach einer Frage hält sie kurz inne, dann schießt es aus ihr heraus. Man kann sich kaum von ihrem hellen Gesicht lösen, wenn sie spricht. Sie begeistert, reißt mit. Hat kein Problem mit Kameras. In ihrem Land verhüllen sich viele Frauen von Kopf bis Fuß, sie aber durchbricht das Stereotyp von der stillen Kopftuchfrau.
Das Hauptquartier der Rebellion ist eine Zeltstadt mitten in der Hauptstadt Sanaa. Auf dem »Platz des Wandels« spricht Tawakkul Karman fast täglich zu den Demonstranten. Markenzeichen sind ihre Kopftücher. Sie trägt wie die meisten Jemenitinnen eine schwarze Abaja, ein traditionelles Übergewand, darüber bunte Kopftücher. Weiße mit rosa Punkten, blaue, quietschgrüne. Sichtbarkeit ist wichtig in diesem Aufstand. Tawakkul Karman musste dafür einiges ertragen: Zwei Mal wurde sie in diesem Jahr schon verhaftet, unzählige Male bedroht. »Ich bin bereit zu sterben«, sagte sie vor wenigen Tagen. Ob sie das ernst meint? Sie ist mit einem Mathematiklehrer verheiratet, der mit ihr in der Zeltstadt lebt. Sie haben drei Kinder, die in diesen Monaten von ihrer Familie versorgt werden. »Ich will eine Zukunft, in der meine Kinder sich sicher fühlen können«, sagt sie.
Die Familie erklärt vielleicht ihre Kraft und ihren Idealismus. Ihre Schwester ist Dichterin. Ihr Vater war Minister in der Regierung von Ali Salih. Er trat aus Protest zurück und kritisiert das Regime, wo er nur kann. Seine Tochter Tawakkul ist Mitglied der gemäßigt-islamistischen Islah-Partei. Sie engagiert sich seit 2005 in der Menschenrechtsorganisation Women Journalists Without Chains, die die Verfolgung von Journalisten im Jemen anprangert. Seit 2007 organisiert sie Demonstrationen. Der Nobelpreis könnte sie nun noch stärker zur Zielscheibe des Regimes machen. Sie selbst stellt den Ertrag darüber: »Der Preis ist ein Sieg für die Revolution!«
Damit wird das Regime bloßgestellt, das Veränderung seit Monaten nur vortäuscht. Präsident Salih hat unzählige Male seinen Abtritt versprochen, er ist nach einem Anschlag und einer Operation vor Kurzem wieder in seinen Sessel zurückgekehrt, den er zu verlassen gelobt. Tawakkul Karman glaubt, er werde am Ende nur dem Druck der Straße weichen. Doch warnt sie die Revolutionäre: »Wir müssen wissen, was danach kommen soll.« Man müsse jetzt schon den neuen Staat planen. Der Nobelpreis ermuntere die Revolutionäre dabei.
Der Westen übrigens nicht. Tawakkul Karman ärgert sich über zweierlei Maß im westlichen Blick auf die arabischen Aufstände, vor allem in Großbritannien und den USA. »Die Regierungen nennen die Demonstranten in Syrien Revolutionäre, bei uns sprechen sie von einer politischen Krise, die nur durch einen Kompromiss gelöst werden könne.« Ihre Ehrung mit dem Nobelpreis, so hofft sie, wird auch den Widerstand der Jemeniten in ein anderes Licht setzen.
- Datum 15.10.2011 - 08:15 Uhr
- Quelle DIE ZEIT, 13.10.2011 Nr. 42
- Kommentare 10
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ich wünsche ihr alles Gute und toi toi toi !
http://www.shipping.nato....
+Nato-Meldung+
+"
Date Headlines Latitude Longitude
2011-10-14T16:45:00Z NSC4: Warning- Suspicious Activity 24.48 63.78 (2429N ,06347E)
2011-10-14T14:40:00Z NSC 3: WARNING - Suspicious Activity
"+
Schon vor dem 10.12.2011 kann Tawakkul
etwas dazu ausführen = "" Piraten? "":
Ist das meist reine Makulatur? Warum?
"Seine Tochter Tawakkul ist Mitglied der gemäßigt-islamistischen Islah-Partei."
Bereits vor Tagen hat Malte Lehming im Berliner TAGESSPIEGEL darauf hingewiesen, dass die Al-Islah-Partei von Nobelpreisträgerin Tawakkul Karman eine besonders radikale und intolreante Islamistenpartei ist:
"Ehrung für eine Islamistin"
http://www.tagesspiegel.d...
Auszug aus Lehmings Artikel:
"Vor einer Woche, wenige Tage vor der Entscheidung des Nobelpreiskomitees, berichtete der britische „Guardian“ von einer anderen jungen jemenitischen Frau, auch sie eine Frauenrechtlerin. Ihren Namen will sie aus Angst vor Verfolgung nicht nennen - der „Guardian“ nennt sie „Sara“. Laut ihrer Aussage sind es nicht die Schergen von Präsident Saleh, die ihr nach dem Leben trachten, sondern Mitglieder der Opposition. Von denen würden einige der übelsten Verbrechen und Menschenrechtsverletzungen begangen. Sara ist aus ihrem Land geflohen. Ihre Verfolger, sagt sie, hätten allesamt enge Verbindungen zur Al-Islah-Partei – jener Gruppe, zu der die Friedensnobelpreisträgerin Tawakkul Karman gehört."
Weitere Fakten zum Thema findet man u.A. auch hier:
http://www.zeit.de/politi...
1. gefundenes Resultat:
Wikipedia / Muslim Brotherhood / Yemen:
"The Muslim Brotherhood is the political arm of the Yemeni Congregation for Reform, commonly known as Islah."
http://en.wikipedia.org/w...
Man folge dem Link zu
Wikipedia / Yemeni Congregation for Reform
und gehe auf
General structure, leadership:
"Al-Islah has been described as consisting of "three components. The first is the political faction, Yemen’s Muslim Brotherhood, led by Mohammed Qahtan. The second is the tribal confederacy which was led by top tribal chief Sheikh Abdullah al-Ahmar until his death in 2007 at which time he was succeeded by his son Sadeq. (Hamid al-Ahmar is Sadeq's younger brother and is active in politics.) The third is the mainstream Salafists in Yemen, led by the country’s most prominent Sunni religious scholar, Abdul Majeed al-Zindani.""
Man folge dem Link zum Führer der Al-Islah,
Abdul Majeed al-Zindani:
"... He is the founder and head of the Iman University in Yemen, head of the Yemeni Muslim Brotherhood political movement and founder of the Commission on Scientific Signs in the Quran and Sunnah, based in Saudi Arabia.
und gehe auf
Banned by US:
"The Department said it had credible evidence al-Zindani had a "long history of working with bin Laden ..." Zindani founded the Charitable Society for Social Welfare (CSSW). Anwar al-Awlaki, who was at one time contacted by Fort Hood shooting suspect Nidal Malik Hasan, served as Vice President. ..."
nicht schon mal?
Es liest sich zwar sehr beeindruckend, was diese und jene Dienste so alles über einzelne jemenitische Männer herausfinden können, aber: ist das wirklich relevant?
nicht schon mal?
Es liest sich zwar sehr beeindruckend, was diese und jene Dienste so alles über einzelne jemenitische Männer herausfinden können, aber: ist das wirklich relevant?
Sehr geehrter Herr Dr. Thomas Frank, Berlin 10115, Arzt und Kardiologe!
Ich habe diese MB bei den vorletzten Wahlen
gehostet.
nicht schon mal?
Es liest sich zwar sehr beeindruckend, was diese und jene Dienste so alles über einzelne jemenitische Männer herausfinden können, aber: ist das wirklich relevant?
"Ich bin bereit zu sterben."(Karmman)
Wer eine Idee über sein eigenes Leben und über seine Familie stellt, ist für mich fanatisch.
Ich persönlich mag keine fanatischen Menschen, sie sind mir suspekt und erscheinen mir persönlichkeitsgestört.
Die auf Frau Karman bezogene Lobhudelei halte ich deshalb für unangebracht.
als ich die Überschrift gelesen habe.
ihre Kinder, reden aber nicht drüber....
So ganz ungefährlich scheint es in Sanaa immer noch nicht zuzugehen. Siehe hier
http://www.tagesschau.sf....
und hier
http://de.euronews.net/20...
und hier
http://kurier.at/nachrich...
ps: meine Töchter würden auch keine Berufssoldaten heiraten.
als ich die Überschrift gelesen habe.
ihre Kinder, reden aber nicht drüber....
So ganz ungefährlich scheint es in Sanaa immer noch nicht zuzugehen. Siehe hier
http://www.tagesschau.sf....
und hier
http://de.euronews.net/20...
und hier
http://kurier.at/nachrich...
ps: meine Töchter würden auch keine Berufssoldaten heiraten.
als ich die Überschrift gelesen habe.
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