Jeden Tag nutzt der Durchschnittsdeutsche 130 Liter Wasser, die Zahl ist rückläufig und liegt unter dem Weltdurchschnitt. Sie weiter zu senken ist ökologisch nicht besonders sinnvoll. "Im regenreichen Deutschland Wasser zu sparen ist Unsinn", sagt der Ingenieur und Umweltforscher Hans-Jürgen Leist von der Uni Hannover.

Was wir als "Wasserverbrauch" bezeichnen, ist ja eigentlich nur ein Transport des Wassers von A nach B sowie eine Verunreinigung, die sich in Kläranlagen relativ leicht wieder rückgängig machen lässt. Es ist nicht so, dass die Klärwerke weniger zu tun hätten, wenn wir die Klospülung nur kurz drücken, die Dreckmenge bleibt konstant.

Und was ist mit dem Energieverbrauch? Die Wasserwerke brauchen weniger als eine zehntel Kilowattstunde, um die tägliche Wassermenge für einen Deutschen bereitzustellen. Richtig Energie kostet die Bereitstellung von warmem Wasser – da lohnt sich das Sparen in der Tat.

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Bei uns steigt das Grundwasser, und die öffentlichen Abwassernetze sind auf größere Mengen ausgelegt, was dazu führt, dass sie manchmal sogar mit frischem Wasser gespült werden müssen. Das wirkliche Ökoproblem sind die Wassermengen, die für die Produktion von Waren wie Kaffee in Regionen auf der Erde verbraucht werden, in denen Wasser tatsächlich ein kostbares Nass ist. Dort sind die Folge sinkende Grundwasserspiegel. Wer Wasser sparen will, sollte sich also zum Beispiel lieber Gedanken über seinen Kaffeekonsum machen.

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