50 Jahre Einwanderung So wütend wie er könnt ihr gar nicht sein: Feridun Zaimoğlu
Eine Altbauwohnung in Kiel, vollgestellt mit Gartenzwergen. Besuch bei Feridun Zaimoğlu, Schriftsteller. Der Mann, der »Kanak-Sprak«, die Sprache junger Deutschtürken druckreif gemacht hat.
»Türkisch oder deutsch, beides ist scheiße. Beides ist scheiße.
Warum werden wir das gefragt? Ich geh doch nicht in den Supermarkt und schaue mir nur zwei Regale an. Während jede Scheißhauspersönlichkeit da draußen sich etwas einbildet auf ihre Individualität, weil sie zwei bunte Keramikvasen von Ikea nach Hause schleppt und eine Träne vergossen hat, nachdem Amy Winehouse gestorben ist, sagt man Mamelucken wie uns: Deutsch oder türkisch, entscheidet euch. Ich glaub, es hackt.
50 Jahre, und keine Sau interessiert’s. Es gibt kein Fest.
- 50 Jahre türkische Einwanderer
Am 30. Oktober 1961 unterzeichneten die Bundesrepublik und die Türkei einen Vertrag über die Anwerbung türkischer Arbeitskräfte. Seit 50 Jahren gibt es also eine gemeinsame Geschichte von Türken und Deutschen, oft hinter Integrationsdebatten verborgen. Und es gibt Geschichten – tragische, heitere und bewegende.
Man liebt die Türken nicht. Man liebt sie einfach nicht. Warum auch. Sie benehmen sich oft genug daneben. Wie kann man nur, wenn man in einem Land geboren und aufgewachsen ist, verweigern zu sagen: Das ist mein Land. Diese Vorortstrizzis, die dabei dieses Affenwort von ›Respekt‹ benutzen, sie können es nicht mal aufschreiben. Sie reden von Mut und Einsatz. Ehre. Ich pfeife auf ihre Ehre. Die Ehre der Männer ist immer das Elend der Frauen.
Ich sage es: Natürlich bin ich Deutscher. Sollen sie mir doch Überassimilation unterstellen.
Diese Feiglinge auf beiden Seiten. Ich sehe Probleme. Es sind meist Probleme von Männern. Ich sehe aber auch große Erfolge. Die Frauen werden zur zukünftigen Elite dieses Landes gehören, vor allem Alevitinnen und gläubige Musliminnen. Weil sie brennen, weil sie Bescheid wissen.
Es wird nicht gefeiert in diesem meinem Land, weil die meisten Leute pennen. Sie sind damit beschäftigt, hysterisch zu sein. Sich künstlich aufzuregen. Nicht in Ruhe nachzudenken. Saisonarbeiter, die eine Klientel bedienen, die sich nie mit dem Kanaken anfreunden wird.
Es quillt und gärt, das Land ändert sich. Angst vor dem Fremden zu haben, ist etwas ganz normales. Globalisierung hin oder her, wir sind und bleiben eine Dorfgemeinschaft. Das Lumpigste aber ist, einzuprügeln auf die, die sich nicht wehren können, die Bedürftigen. Es ist falsch, sich mit diesen Prüglern an einen Tisch zu setzen. Ich mache das nicht. Diese ganzen Feuilletonknaller. Was für eine Verlogenheit. Auch da Feigheit. Da draußen wimmelt es von Islamexperten und ihrer irrationalen Abneigung. Dann sagt es doch einfach: Ich mag die nicht.
Man sagt, ich hätte eine Kinderseele. Wie wunderbar. Ich will sie mir bewahren. Ein Krieger gegen die Empirie sei ich. Ralph Giordano und andere Hansel haben das gesagt. Die Koalition der Fremdenskeptiker. Altfeministinnen und bekehrte Linke. Schauen Sie in mein Gesicht. Ist das das Gesicht eines Sonnyboys? Den Kanaken kannst du nimmer aus der Fresse wischen.
- Datum 27.10.2011 - 05:56 Uhr
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- Serie 50 Jahre Einwanderungsland
- Quelle DIE ZEIT, 20.10.2011 Nr. 43
- Kommentare 407
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wenn alle so klar ihre Stellung beziehen koennten, haetten wir zumindest einen ehrlichen Diskurs.
Mich nervt es, wenn am Cottbuser Tor die Tuerken oder Zigeuner mit Gewalt meine Auto- Fensterscheiben wischen wollen.
Mich nerven Deutsche, die denken Sie haetten sich das Privileg der westlichen Freiheit selbst verdient und muessten dies in fremde Lander exportieren. Diesbezueglich in Feridun Zaimoğlu Worten: Fickt euch.
Die Kürzung des Kommentars wurde zurückgenommen. Die Redaktion/sh
Entfernt. Die Redaktion/sh
Gekürzt. Bitte bleiben Sie bei einer angemessenen Wortwahl. Danke. Die Redaktion/sc
Hätte Zaimoğlu keinen Artikel, sondern einen Kommentar verfaßt, wäre er wohl auch gekürzt worden. Ich weiß natürlich nichts über den Inhalt dieser Kürzungen, bedauere aber generell die piefige Spießigkeit der redaktion.
Ja ja, können täten sie schon, aber wollen eben nicht eine Stellung, also Meinung, beziehen. Sie verweigern die klare Diskussion und stellen sich dabei noch als die besseren, eben als Gutmenschen, hin. Alles schon gehabt in D. Aber der Citoyen ist in D durch den schwarzen Sozialismus bereits wieder vernichtet.
Die Grenze zur Feigheit ist fließend, aber scharf und schmal wie die Klinge des Messers. Das ist es für mich, was Zaimoglu ausdrücken will. Und ich finde er hat fast vollständig Recht.
Fast, da es durchaus auch Ex-Türken gibt, männlich wie weiblich, die sagen, ich habe zwar türkische Wurzeln, aber ansonsten bin ich Deutscher. Nur leider sind hier die Grenzen noch breiter und viel fließender.
Entfernt. Bitte verzichten Sie auf polemische Äußerungen. Danke, die Redaktion/mo.
Ehrlich gesagt sind mir solche Diskussionen über Xenophobie (/"Ausländer") mittlerweile zuwider.
Ich lebe in Berlin und sehe hier, mal abgesehen von speziellen Gegenden (Lichtenberg z.B.), keine oder nur sehr wenig Fremdenfeindlichkeit.
Mag sein, dass Berlin mit seinem "Multikulti"-Status eine Sonderrolle spielt.
Wenn das so ist, dann wünsche ich mir an jedem Ort auf der Welt eine solch selbstverständliche Gleichheit im Umgang miteinander wie hier.
Was interessiert es mich, woher jemand kommt oder wie jemand angezogen ist oder welche Religion er ausübt oder welche Sexualität er hat (...), wenn er als Mensch vor mir steht und/oder ich mir mein persönliches Urteil über ihn erlaube?
Ich finde "die Deutschen"/ brauchen mehr Gelassenheit in "dieser Debatte".
... "Ich mag die Türken nicht". Und? Kriegt der jetzt einen Orden von F.Z.?
Entfernt. Die Redaktion/sh
Gekürzt. Bitte bleiben Sie bei einer angemessenen Wortwahl. Danke. Die Redaktion/sc
Hätte Zaimoğlu keinen Artikel, sondern einen Kommentar verfaßt, wäre er wohl auch gekürzt worden. Ich weiß natürlich nichts über den Inhalt dieser Kürzungen, bedauere aber generell die piefige Spießigkeit der redaktion.
Ja ja, können täten sie schon, aber wollen eben nicht eine Stellung, also Meinung, beziehen. Sie verweigern die klare Diskussion und stellen sich dabei noch als die besseren, eben als Gutmenschen, hin. Alles schon gehabt in D. Aber der Citoyen ist in D durch den schwarzen Sozialismus bereits wieder vernichtet.
Die Grenze zur Feigheit ist fließend, aber scharf und schmal wie die Klinge des Messers. Das ist es für mich, was Zaimoglu ausdrücken will. Und ich finde er hat fast vollständig Recht.
Fast, da es durchaus auch Ex-Türken gibt, männlich wie weiblich, die sagen, ich habe zwar türkische Wurzeln, aber ansonsten bin ich Deutscher. Nur leider sind hier die Grenzen noch breiter und viel fließender.
Entfernt. Bitte verzichten Sie auf polemische Äußerungen. Danke, die Redaktion/mo.
Ehrlich gesagt sind mir solche Diskussionen über Xenophobie (/"Ausländer") mittlerweile zuwider.
Ich lebe in Berlin und sehe hier, mal abgesehen von speziellen Gegenden (Lichtenberg z.B.), keine oder nur sehr wenig Fremdenfeindlichkeit.
Mag sein, dass Berlin mit seinem "Multikulti"-Status eine Sonderrolle spielt.
Wenn das so ist, dann wünsche ich mir an jedem Ort auf der Welt eine solch selbstverständliche Gleichheit im Umgang miteinander wie hier.
Was interessiert es mich, woher jemand kommt oder wie jemand angezogen ist oder welche Religion er ausübt oder welche Sexualität er hat (...), wenn er als Mensch vor mir steht und/oder ich mir mein persönliches Urteil über ihn erlaube?
Ich finde "die Deutschen"/ brauchen mehr Gelassenheit in "dieser Debatte".
... "Ich mag die Türken nicht". Und? Kriegt der jetzt einen Orden von F.Z.?
50 Jahre, und keine Sau interessiert’s. Es gibt kein Fest.
Das war bei den Jahrestagen für andere Einwanderer auch nicht, es gab da auch kein Fest.
Aber die beschweren sich nicht darüber. Das ist der Unterschied.
Davon abgesehen: Das Niedriglohnland BRD mit seinen west-und nordeuropaweit einzigartig menschenfeindlichen Arbeitsbedingungen schreckt Menschen, die arbeiten wolen, eher ab.
Man muss also keine Angst haben, dass da noch viele kommen. Gibt 1000x attraktivere Ziele in der Welt, wo Menschen weiterhin Menschen bleiben dürfen und auch noch gut verdienen und eben keine lästigen Kostgänger in den Augen der Unternehmer.
Entfernt. Bitte verzichten Sie auf Pauschalisierungen und begründen Sie Ihre Äußerungen bitte mit sachlichen Argumenten. Danke. Die Redaktion/sc
Entfernt. Bitte wenden Sie sich bei Fragen zur Moderation an community@zeit.de. Danke. Die Redaktion/sc
Entfernt. Bitte wenden Sie sich bei Fragen zur Moderation an community@zeit.de. Danke. Die Redaktion/sc
Vielen, vielen Dank!
Entfernt. Bitte wenden Sie sich bei Fragen zur Moderation an community@zeit.de. Danke. Die Redaktion/sc
In Gedanken bin ich gerade die demokratischen Wirtschaftsnationen durchgegangen. Keine davon bietet bessere Arbeitsbedingungen als die BRD. Gut, es ist nicht alles Holz was glänzt, doch bitte lassen Sie mich wissen: von welchen Staaten genau sprechen Sie, in denen die vermeintlich hiesigen "einzigartig menschenfeindlichen Arbeitsbedingungen" nicht gibt?
Ich habe in verschiedenen Ländern gearbeitet, noch in der letzten Zeit. Auf dem Papier mögen weniger Urlaub oder ein geringer Kündigungsschutz gestanden haben. In Wahrheit gab es aber viel mehr Feiertage mit "frei", eine wesentlich entspanntere und humanere Geschäftsführung und Vorgesetzte, eine viel geringere Arbeitsverdichtung und, am Verhältnis zu den Lebenshaltungskosten gesetzt, viel höhere Löhne.
Oh, ich arbeitete in den letzten jahren schon in verschiedenen Ländern.
Es war durchweg viel angenehmer als in der BRD, was sowohl Unternehmer als auch Kollegen angeht.
Zum Thema zurück: Ich kann Leute wie Zaimoğlu und an anderer Stelle Mehmet Daimagüler (WELT) bestens verstehen, wenn sie den kalten Deutschen und ihrem Dummfleiss und ihrer Kälte gegenüber Kindern befremdet gegenüberstehen. Ich tue das auch.
"von welchen Staaten genau sprechen Sie, in denen die vermeintlich hiesigen "einzigartig menschenfeindlichen Arbeitsbedingungen" nicht gibt?"
auf welcher Seite der deutschen Zwei-Klassengesellschaft arbeiten Sie? Im Bereich der Festangestellten oder gar der Beamten? Dann ist Ihre Zufriedenheit mit den Zuständen verständlich, Ihre Frage aber zeugt von Ahnungslosigkeit oder Ignoranz.
Wissen Sie, wie es ist, im staatlich garantierten Niedriglohnsektor als "Aufstocker" arbeiten zu müssen, der in der Freizeit bei Amt um Hartz IV anstehen darf, um trotz fulltime-Jobs über die Runden zu kommen?
Und, ja, die Staaten, die uns so umgeben, die haben in der Regel Regelungen zum Mondestlohn, der so etwas unmöglich machen würde.
Vielleicht sollten Sie sich fragen, WO Sie leben. Wahrscheinlich nicht dort, wo viele Ihrer Landsleute leben: in der bundesdeutschen Wirklichkeit seit Hartz und Schröder.
Und, ja: es steht Ihnen frei, zu tauschen mit denen, die Sie für glücklich halten da unten in der bundesdeutschen Arbeitsmisere. Tauschpartner finden Sie sicher reichlich...
Ich habe in verschiedenen Ländern gearbeitet, noch in der letzten Zeit. Auf dem Papier mögen weniger Urlaub oder ein geringer Kündigungsschutz gestanden haben. In Wahrheit gab es aber viel mehr Feiertage mit "frei", eine wesentlich entspanntere und humanere Geschäftsführung und Vorgesetzte, eine viel geringere Arbeitsverdichtung und, am Verhältnis zu den Lebenshaltungskosten gesetzt, viel höhere Löhne.
Oh, ich arbeitete in den letzten jahren schon in verschiedenen Ländern.
Es war durchweg viel angenehmer als in der BRD, was sowohl Unternehmer als auch Kollegen angeht.
Zum Thema zurück: Ich kann Leute wie Zaimoğlu und an anderer Stelle Mehmet Daimagüler (WELT) bestens verstehen, wenn sie den kalten Deutschen und ihrem Dummfleiss und ihrer Kälte gegenüber Kindern befremdet gegenüberstehen. Ich tue das auch.
"von welchen Staaten genau sprechen Sie, in denen die vermeintlich hiesigen "einzigartig menschenfeindlichen Arbeitsbedingungen" nicht gibt?"
auf welcher Seite der deutschen Zwei-Klassengesellschaft arbeiten Sie? Im Bereich der Festangestellten oder gar der Beamten? Dann ist Ihre Zufriedenheit mit den Zuständen verständlich, Ihre Frage aber zeugt von Ahnungslosigkeit oder Ignoranz.
Wissen Sie, wie es ist, im staatlich garantierten Niedriglohnsektor als "Aufstocker" arbeiten zu müssen, der in der Freizeit bei Amt um Hartz IV anstehen darf, um trotz fulltime-Jobs über die Runden zu kommen?
Und, ja, die Staaten, die uns so umgeben, die haben in der Regel Regelungen zum Mondestlohn, der so etwas unmöglich machen würde.
Vielleicht sollten Sie sich fragen, WO Sie leben. Wahrscheinlich nicht dort, wo viele Ihrer Landsleute leben: in der bundesdeutschen Wirklichkeit seit Hartz und Schröder.
Und, ja: es steht Ihnen frei, zu tauschen mit denen, die Sie für glücklich halten da unten in der bundesdeutschen Arbeitsmisere. Tauschpartner finden Sie sicher reichlich...
"Gibt 1000x attraktivere Ziele in der Welt, wo Menschen weiterhin Menschen bleiben dürfen und auch noch gut verdienen und eben keine lästigen Kostgänger in den Augen der Unternehmer."
Bitte, bitte, wo sind diese Ziele? Wir sollten sie nennen,
damit nicht weiterhin Menschen zu uns kommen und sich ausbeuten und knechten lassen. In dieses Land mit einem weltweit immer noch einzigartigen Sozialsystem, selten gesehener Toleranz in Glaubensgemeinschaften und Esskultur.
Aber bitte, es sollte niemand gezwungen werden, sich das anzutun.
Interessant wie Übertreibungen einandern auslösen. Ja, es ist wohl übertrieben, von einzigartig menschenfeindlichen Arbeitsbedingungen in Deutschland zu sprechen. Wahrscheinlich steckt da viel Frust darüber drin, dass es hier immer schlechter wird. Trotzdem ist es in Deutschland natürlich noch - verglichen mit anderen Ländern - ganz gut.
Aber da setzt der nächste Punkt an: Es ist auch trotzdem nicht einzigartig gut hier. Und auch nicht am besten. Es gibt zumindest einige Länder (Niederlande, Schweiz), bei denen es ähnlich ist, einiges ist besser, einiges schlechter. Und es gibt aber auch einige Länder, in denen es immer noch deutlich besser um die Arbeitsbedingungen, das Sozialsystem und die Bildung bestellt ist. Es wundert mich doch schon sehr, wie "Wortgewandt" und "Karlos111" den Blick nach Norden vergessen konnten. Das passiert wohl, wenn man allzu sehr von den Leuten genervt ist, die an Deutschland rumnörgeln.
Ich denke, wir sollten uns nichts vormachen. Relativ zu anderen Ländern gesehen ist Deutschland gut, aber nicht an der Spitze. Relativ zur Situation gesehen, die hier schon einmal bestand, sieht es leider schlecht aus. Und das ist leider in allen Ländern so, der neoliberalen Ideologie sei Dank.
Vielen Dank für diesen Kommentar.
Sie sprechen mir aus der Seele.
Diese Deutschland-Schlecht-Redner sollten sich daran erinnern, dass Deutsche die im Ausland arbeiten, als hoch qualifizierte und gut ausgebildete Arbeitskräfte gelten. Natürlich gehören diese im Ausland zur oberen Arbeiterschicht, während sie hier nur mittelmäßige Löhne bekommen. In Deutschland muss NIEMAND verhungern, in welchem anderen Land gibt es so etwas ??
Wer in Deutschland fleißig ist, wird es auch zu etwas bringen.
Interessant wie Übertreibungen einandern auslösen. Ja, es ist wohl übertrieben, von einzigartig menschenfeindlichen Arbeitsbedingungen in Deutschland zu sprechen. Wahrscheinlich steckt da viel Frust darüber drin, dass es hier immer schlechter wird. Trotzdem ist es in Deutschland natürlich noch - verglichen mit anderen Ländern - ganz gut.
Aber da setzt der nächste Punkt an: Es ist auch trotzdem nicht einzigartig gut hier. Und auch nicht am besten. Es gibt zumindest einige Länder (Niederlande, Schweiz), bei denen es ähnlich ist, einiges ist besser, einiges schlechter. Und es gibt aber auch einige Länder, in denen es immer noch deutlich besser um die Arbeitsbedingungen, das Sozialsystem und die Bildung bestellt ist. Es wundert mich doch schon sehr, wie "Wortgewandt" und "Karlos111" den Blick nach Norden vergessen konnten. Das passiert wohl, wenn man allzu sehr von den Leuten genervt ist, die an Deutschland rumnörgeln.
Ich denke, wir sollten uns nichts vormachen. Relativ zu anderen Ländern gesehen ist Deutschland gut, aber nicht an der Spitze. Relativ zur Situation gesehen, die hier schon einmal bestand, sieht es leider schlecht aus. Und das ist leider in allen Ländern so, der neoliberalen Ideologie sei Dank.
Vielen Dank für diesen Kommentar.
Sie sprechen mir aus der Seele.
Diese Deutschland-Schlecht-Redner sollten sich daran erinnern, dass Deutsche die im Ausland arbeiten, als hoch qualifizierte und gut ausgebildete Arbeitskräfte gelten. Natürlich gehören diese im Ausland zur oberen Arbeiterschicht, während sie hier nur mittelmäßige Löhne bekommen. In Deutschland muss NIEMAND verhungern, in welchem anderen Land gibt es so etwas ??
Wer in Deutschland fleißig ist, wird es auch zu etwas bringen.
Unsere Realität wird von dem geprägt was in den Köpfen und Herzen der Menschen steckt, und das ist eben sehr ambivalent. Jeder Versuch das zu erklären, zu beschönigen oder zu verurteilen hinterlässt einen faden Beigeschmack.
Einfach raus damit, wie hier, ist erfrischend und klar. In Deutschland in der Identität eines Türken zu leben, ist tatsächlich nicht beneidenswert. Nicht weil die Deutschen rassistischer sind als andere. Sondern weil Dummheit die ganze Menschheit durchzieht wie Schimmel das Brot.
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