Wer vom Islam abfällt, fällt vom Staat ab
Dürfen wir eigentlich auch nur einen von ihnen abweisen? Tatsächlich werden asylsuchende Iraner in Deutschland hochnotpeinlich befragt. Da macht der Fall Nadarkhani noch einmal aufmerksam auf ein ungelöstes Menschenrechtsproblem, das alle demokratischen Zufluchtsländer haben: Jeder Mensch, der in einer Diktatur lebt, kann zum politisch Verfolgten werden, müsste also unseren Schutz genießen.
Um in Iran in die Mühlen der Justiz zu geraten, muss man ja nicht Konvertit sein oder zu einer religiösen Minderheit wie den Bahai, den Juden, den etwa 80.000 Christen oder den 7 bis 8 Millionen Sunniten gehören (die in Teheran keine einzige Moschee haben). Apostasie als Straftat ist aber besonders perfide, weil sie so breit auslegbar ist. Sie umfasst die Beleidigung des Propheten ebenso wie die Verunglimpfung des Islams. Da kann im Grunde jeder, der ein kritisches Wort wagt, angeklagt werden. Zuletzt traf es die Regisseurin Marzieh Vafamehr, die wegen eines Films zur Auspeitschung verurteilt wurde. Unterdessen wartet der Pfarrer Sadiq Khandjani, der vor über einem Jahr in der Stadt Schiras wegen Apostasie verhaftet wurde, weiter auf seinen Prozess.
Was heißt also Abfall vom Glauben in einer Theokratie? Wer vom Islam abfällt, fällt vom Staat ab. Wer den Staat beleidigt, beleidigt den Islam. Der Ketzer ist stets auch der Staatsfeind. Es ist ein Teufelskreis und eine Lektion für alle, die sich die innige Verbindung von Staat und Religion immer noch ganz nett vorstellen können.
Und Nadarkhani? Braucht jetzt mehr internationale Unterstützung denn je. Der Menschenrechtsaktivist Nowzari beklagt, dass Proteste der deutschen Regierung gegen Menschenrechtsverletzungen oft selektiv und anderen politischen Interessen untergeordnet seien. Die CDU immerhin intervenierte im Fall Nadarkhani. Aber ist die Verteidigung von Willküropfern, die zufällig Christen sind, jetzt das Privileg der C-Parteien? Das beliebteste Argument fürs Wegducken, zu lauter politischer Protest könne Gefangene gefährden, lässt Nowzari jedenfalls nicht gelten: »Protest ist fast immer besser als Schweigen.«
Und was, wenn der Protest nicht hilft? Wenn Nadarkhani ermordet wird? Dann bleibt seine Lehre, dass man trotzdem nicht zu Kreuze kriechen soll. Weil Diktatur nur dort total herrscht, wo sich keiner widersetzt. Nein, dieser iranische Pastor ist kein strahlender Tyrannenmörder. Er ist bloß ein unbeugsamer Dulder, eine Bonhoeffer-Figur, ein Held der wirklichen Welt. Deshalb kann er mehr Menschen beeindrucken als nur die paar iranischen Christen, nämlich auch die vielen liberalen Muslime und alle, die die Herrschaft der Ayatollahs zum Teufel wünschen. Wenn die Freiheit eines Tages in Iran kommt, wird man sie auch Nadarkhani verdanken. Es wäre schön, wenn er sie selbst noch erlebt.
- Datum 23.10.2011 - 17:43 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 20.10.2011 Nr. 43
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Entfernt. Bitte beteiligen Sie sich mit eigenen, sachlichen Argumenten an der Diskussion. Danke, die Redaktion/lv
die hinrichtung solch stolzer menschen war in der vergangenheit stets ein anzeichen, dass das ende der herrschaft nahe ist. der stolz dieser maertyrer macht den unterdrueckten menschen mut und den regimen angst.
wenn nadarkhanis glauben so stark ist, muss er sich vor dem tod nicht fuerchten.
Benutze doch mal Großbuchstaben. Dann lese ich Deine Kommentare auch.
Das nutzt dem Michael Kohlhaas wenig, wenn er am Seil hängt.
Aber:
Wir leben nicht mehr im Mittelalter und wir erinnern uns der Rosenbergs und wir werden Konsequenzen ziehen und ins letze Glied
das Erfahrene weitertragen
Benutze doch mal Großbuchstaben. Dann lese ich Deine Kommentare auch.
Das nutzt dem Michael Kohlhaas wenig, wenn er am Seil hängt.
Aber:
Wir leben nicht mehr im Mittelalter und wir erinnern uns der Rosenbergs und wir werden Konsequenzen ziehen und ins letze Glied
das Erfahrene weitertragen
Ich muss schon sagen, ein Leserbrief auch nur annähernd in diesem Stil wäre "wegen Unsachlickeit" gestrichen worden. Obwohl ich der Autorin völlig recht gebe. Herr Ladurner wird sich die Haare raufen, wenn er diesen Artikel liest.
und ganz bewußt kritisch zu solchen muslimischen Staaten zu sein, wo Christen oder andere Religionen, sich nicht wie der Islam frei und unkontrolliert versammeln können.
Das geschieht übrigens immer noch und nach wie vor in der ach so gern zitierten und schöngeredeten Türkei!
Da wo solche Verfolgungen und Verleumdungen geschehen, sogar bis zum Tod, erübrigt sich die Frage einer EU- Mitgliedschaft!
Bitte belegen Sie Ihre Tatsachenbehauptungen mit Quellen. Danke, die Redaktion/lv
http://www.spiegel.de/pol...
"Bitte belegen Sie Ihre Tatsachenbehauptungen mit Quellen. Danke, die Redaktion/lv"
aus ihrem Archivschatz SELBER die jeweiligen Berichte zu sichten...; auch Deutsche Bischöfe haben sich bereits an die
Deutsche Presse gewandt...., inwiefern die Türkichen 'Regionalregierungen' die Kirchenbaugesuche 'christlicher Glaubensverfasstheit' torpedieren..., und diese offensichtlichen Ausgrenzungen der Christlichen Gemeinden aus dem Sozialen Verband des türkischen Volkes, viele professionell arbeitende HetzMechanismen der PrintMedien schlagen sogar mit unnachgiebiger Verve auf das Christliche Kulturgut in der Türkei ein...; schließlich ist die 'Christliche Gemeinde der Türkei' keine 'assimillierte Ethnik', sondern eine gewachsene Religionsinstitution durch die PERSÖNLICHE Gründertätigkeit des Apostel Paulus..., also etliche Jahrhunderte eingeborener als der Islam...; was man immerhin an der Hagia Sophia erkennen kann, deren 'nicht freilwillige Umwidmung' Bände spricht über das 'Wohlwollen' der türkischen islamischen Verfasstheit...; ganz so klappt es eben nicht mit er Säkularität des türkischen Ideals eines Mustafa Kemal Atatürk.
Immerhin hatten bereits zwei Päpste sich 'entblödet' und
in ener Moschee gebetet..., eben Benedikt XIV in der Türkei, und JP II. in Damaskus...
z.b. für mehr Intelligenz und Kompetenz was Auslandspolitik geht. Wer behauptet, daß ähnliche Fälle in der Türkei auch vorkommen hat keine Ahnung. Ausserdem sind die meisten türken gegen einen EU Beitritt. Wer will den heutzutage in die EU? Die Türkei definitiv nicht, darauf können Sie Gift nehmen..
http://www.spiegel.de/pol...
"Bitte belegen Sie Ihre Tatsachenbehauptungen mit Quellen. Danke, die Redaktion/lv"
aus ihrem Archivschatz SELBER die jeweiligen Berichte zu sichten...; auch Deutsche Bischöfe haben sich bereits an die
Deutsche Presse gewandt...., inwiefern die Türkichen 'Regionalregierungen' die Kirchenbaugesuche 'christlicher Glaubensverfasstheit' torpedieren..., und diese offensichtlichen Ausgrenzungen der Christlichen Gemeinden aus dem Sozialen Verband des türkischen Volkes, viele professionell arbeitende HetzMechanismen der PrintMedien schlagen sogar mit unnachgiebiger Verve auf das Christliche Kulturgut in der Türkei ein...; schließlich ist die 'Christliche Gemeinde der Türkei' keine 'assimillierte Ethnik', sondern eine gewachsene Religionsinstitution durch die PERSÖNLICHE Gründertätigkeit des Apostel Paulus..., also etliche Jahrhunderte eingeborener als der Islam...; was man immerhin an der Hagia Sophia erkennen kann, deren 'nicht freilwillige Umwidmung' Bände spricht über das 'Wohlwollen' der türkischen islamischen Verfasstheit...; ganz so klappt es eben nicht mit er Säkularität des türkischen Ideals eines Mustafa Kemal Atatürk.
Immerhin hatten bereits zwei Päpste sich 'entblödet' und
in ener Moschee gebetet..., eben Benedikt XIV in der Türkei, und JP II. in Damaskus...
z.b. für mehr Intelligenz und Kompetenz was Auslandspolitik geht. Wer behauptet, daß ähnliche Fälle in der Türkei auch vorkommen hat keine Ahnung. Ausserdem sind die meisten türken gegen einen EU Beitritt. Wer will den heutzutage in die EU? Die Türkei definitiv nicht, darauf können Sie Gift nehmen..
"Der iranische Pastor Yousef Nadarkhani soll seinem Glauben abschwören – sonst wird er gehängt. Nicht der einzige Fall von Willkür"
Wieder einmal wird versucht die Wurzel des Übels abzuschwächen bzw. zu verklären. Es ist nunmal keine Willkür, wenn fromme Muslime sich an die Regel ihres Glaubens halten, der keinerlei Spielraum bei Apostasie lässt.
[...]
Gekürzt. Bitte verzichten Sie auf pauschalisierende Unterstellungen. Danke. Die Redaktion/vn
die iraner sind groesstenteils moslems, haben sich ihr regime aber nicht ausgesucht. es geht bei den verfolgungen auch nicht um religion, sondern um machterhaltung. und die macht hat schon lange nicht mehr der ayatollah, sondern der geheimdienstapparat ahmadinejads.
Sie haben völlig Recht.
Willkür ist etwas anderes. Der Begriff wurde hier nur gewählt, um sich nicht der Kritik auszusetzen, politisch unkorrekt zu schreiben.
Sie haben völlig Recht.
Willkür ist etwas anderes. Der Begriff wurde hier nur gewählt, um sich nicht der Kritik auszusetzen, politisch unkorrekt zu schreiben.
die iraner sind groesstenteils moslems, haben sich ihr regime aber nicht ausgesucht. es geht bei den verfolgungen auch nicht um religion, sondern um machterhaltung. und die macht hat schon lange nicht mehr der ayatollah, sondern der geheimdienstapparat ahmadinejads.
Sie haben völlig Recht.
Willkür ist etwas anderes. Der Begriff wurde hier nur gewählt, um sich nicht der Kritik auszusetzen, politisch unkorrekt zu schreiben.
Sie haben völlig Recht.
Willkür ist etwas anderes. Der Begriff wurde hier nur gewählt, um sich nicht der Kritik auszusetzen, politisch unkorrekt zu schreiben.
ohne Worte
Ihr Kommentar ist eine perfide Niederträchtigkeit. Im Iran ist diese Formgebung von Religion offenbar kein Problem für Sie, was?
...die Scharia jedoch nicht!
Ihr Kommentar ist eine perfide Niederträchtigkeit. Im Iran ist diese Formgebung von Religion offenbar kein Problem für Sie, was?
...die Scharia jedoch nicht!
Ich habe sehr viele Anti-Iran Artikel in dt. und englischen Medien gelesen , dieser ist besonders ' hasserfüllt' und unsachlich.
http://irananders.de/home...
"Die Pressemitteilung führt weiter aus, dass es in der Islamischen Republik Iran bis heute noch kein Todesurteil wegen eines Religionswechsels gegeben habe, obwohl solche Meldungen immer wieder in westlichen Nachrichten auftauchen. Als dementsprechend haltlos werden die Verbreitung der Berichte über einen angeblichen Pastor gehalten. Der Fall würde an die „Flut von unwahren und feindseligen Meldungen über die Strafakte von Frau Sakineh Ashtiani“ erinnern. Der Fall Ashtiani hatte damals großes Aufsehen in der westlichen Presse verursacht und ging mit vielen Widersprüchen einher. Nach der Mitteilung der Botschaft zielen solche Kampagnen auf die „Zunahme der bereits vorhandenen Missverständnisse“ zwischen Deutschland und der Islamischen Republik ab...
Dann werden wir sicher erleben, dass dieser Pastor unbeschwert und ohne Unterdrückung durch das Regime seinen Glauben leben und predigen darf.
[...]
Bitte verzichten Sie auf Beleidigungen. Danke, die Redaktion/mk
.. ist derzeit schwer zu finden. Ein Schiit der zum Christentum konvertiert ist noch lange kein Pastor, falls dem so sein sollte. Allerdings sollte auch im Iran die Wahl der Religion nicht unter Strafe gestellt werden!
ob es noch nie ausgeführt wurde. Wenn das so stimmt, dass es angedroht wurde, ist das doch wohl schlimm genug.
Stellen Sie sich mal vor, wie das wäre, wenn Sie in der Situation des Pastors wären. Ich kann mir nicht vorstellen, dass man in einer solchen Situation ohne Druck leben kann.
ist unseriös. Irananders ist eine vom Regime geschaffene Seite, um öffentliche Meinung hierzulande zu beeinflussen. Sie kann leider nicht ernst genommen werden
Bitte belegen Sie Ihre Aussagen mit seriösen Quellen. Danke, die Redaktion/se
Also wenn der Verantwortlicher der Seite Irananders laut Herr Elsässer:
http://juergenelsaesser.w...
"Neben mir referieren Shayan R. Arkian, der ansonsten in der iranischen Stadt Qum lebt, und ein Vertreter der Quds-Initiative."
In Qum gelebt hat und ein Vertreter der Quds-Initiative warist, dann erübrigt sich die Frage nach seriösität und Neutralität dieser Seite bezüglich Iran-Fragen.
Dann werden wir sicher erleben, dass dieser Pastor unbeschwert und ohne Unterdrückung durch das Regime seinen Glauben leben und predigen darf.
[...]
Bitte verzichten Sie auf Beleidigungen. Danke, die Redaktion/mk
.. ist derzeit schwer zu finden. Ein Schiit der zum Christentum konvertiert ist noch lange kein Pastor, falls dem so sein sollte. Allerdings sollte auch im Iran die Wahl der Religion nicht unter Strafe gestellt werden!
ob es noch nie ausgeführt wurde. Wenn das so stimmt, dass es angedroht wurde, ist das doch wohl schlimm genug.
Stellen Sie sich mal vor, wie das wäre, wenn Sie in der Situation des Pastors wären. Ich kann mir nicht vorstellen, dass man in einer solchen Situation ohne Druck leben kann.
ist unseriös. Irananders ist eine vom Regime geschaffene Seite, um öffentliche Meinung hierzulande zu beeinflussen. Sie kann leider nicht ernst genommen werden
Bitte belegen Sie Ihre Aussagen mit seriösen Quellen. Danke, die Redaktion/se
Also wenn der Verantwortlicher der Seite Irananders laut Herr Elsässer:
http://juergenelsaesser.w...
"Neben mir referieren Shayan R. Arkian, der ansonsten in der iranischen Stadt Qum lebt, und ein Vertreter der Quds-Initiative."
In Qum gelebt hat und ein Vertreter der Quds-Initiative warist, dann erübrigt sich die Frage nach seriösität und Neutralität dieser Seite bezüglich Iran-Fragen.
[Zynismus on] Was soll's, ist doch bloß ein Christ!
[Zynismus off].
Bitte bemühen Sie sich um einen sachlich argumentierten und konstruktiven Beitrag zur Artikeldiskussion. Danke, die Redaktion/lv
Entfernt. Bitte diskutieren Sie das konkrete Artikelthema und verzichten Sie auf Pauschalisierungen. Danke, die Redaktion/mk
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