Occupy-Bewegung Vereint im Misstrauen
Hunderttausende protestierten gegen das Finanzwesen. Momentaufnahmen einer neuen Bewegung.
© Johannes Simon/Getty Images

Demonstration gegen den Einfluss der Banken am 15. Oktober 2011 in Frankfurt am Main
Die Unterhändler schuften. Vier, drei, zwei Tage vor dem EU-Gipfel am Samstag in Brüssel ringen die EU-Staaten darum, was sie den Banken aufbürden – und was den Steuerzahlern. Beamte schicken ihre Depeschen, fragen bei der Europäischen Zentralbank um Rat, fluchen heimlich. Der Apparat ächzt bis tief in die Nacht.
In Frankfurt sitzen in diesen Stunden rund hundert Camper im Kreis. Die jungen Leute tragen dicke Mützen und Kapuzenpullover, sie hüllen sich in Decken. So beginnt allabendlich eine öffentliche »Assamblea«, das Treffen von Occupy:Frankfurt, und sie zünden Teelichter an, weil offenes Feuer im Park nicht gestattet ist. Ihre Vorschläge für eine bessere Welt haben sie an eine Wäscheleine gehängt: »Finanztransaktionssteuer + Millionärssteuer« ist da zu lesen, und »31.10. Banken-Halloween. Hebt alle euer Geld ab« und »Seid Sand im Getriebe der Welt«. Die Zettel flattern. Auf einem steht bloß: »Liebe«.
Rund 6.000 Menschen haben am vergangenen Samstag in Frankfurt demonstriert. Nun besprechen die Durchhaltewilligen frohen Mutes ihre nächsten Aktionen, während erste Entscheidungen buchstäblich über ihre Köpfe hinweg getroffen werden: Der Rettungsschirm wird noch größer. Der Apparat hat ein erstes Ergebnis geliefert.
Trotzdem verändert sich etwas. Eine alte trifft in diesen Tagen auf eine neue Zeit. Der EU-Gipfel wird nach den Regeln der alten Zeit ablaufen, wie seit 50 Jahren eben. Die Demonstranten? Sie haben keinen Einfluss auf die Tagesordnung und die Pläne zur Rettung des Euro und zur Regulierung der Banken. Aber vielleicht ist es der letzte EU-Gipfel dieser Art. Denn das vergangene Wochenende rührte am europäischen Gefüge. Europapolititische Forderungen tauchten hier und da auf Plakaten auf, als Hunderttausende in den Städten Europas auf die Straße gingen. In Frankfurt, Berlin, Brüssel, Rom, Paris. Es war viel Aktion. Wut. Druck von unten eben. Auf Europa. Wann hat es das zuletzt gegeben?
»Niemand muss Flyer verteilen, die er nicht mag«
Stéphane Hessel hat sich in Graz an die Empörten gewandt: »Habt Vertrauen. Auch wenn es manchmal so aussieht, als könne man nichts ändern – die Wahrheit ist: Das stimmt nicht«, rief er. Es gebe immer Möglichkeiten, Widerstand zu leisten. Der 94-jährige ehemalige französische Widerstandskämpfer hat, wenn man so will, den Aufruf geschrieben, dem die europäischen Protestler nun folgen. Seine Streitschrift Empört Euch! ist auch in Deutschland ein Bestseller und mithin ein Indiz dafür, wie viele noch stille Sympathisanten die Demonstranten haben.
»Also, wir haben jetzt zwei Vorschläge für Flyer vom Öffentlichkeitsteam.« Eine junge Frau spricht in Frankfurt ins Mikrofon, der Lautsprecher wird auf einer Sackkarre über die Wiese geschoben. Sie will von den anderen wissen: Soll es heißen »Schluss mit der Bankokratie«? Oder doch lieber »Eure Krise – unsere Antworten«?
Sie stimmen per Handzeichen ab. Entwurf zwei findet eine Mehrheit. »Aber wir haben doch gar keine Antworten«, gibt jemand zu bedenken. Es folgen Diskussion, bis Costantino Gianfrancesco seufzt, aufspringt und zum Mikrofon geht: »Ideen gibt es immer viele. Aber jetzt macht doch den paar Leuten, die bis morgen früh um fünf Flyer basteln, nicht das Leben schwer«, sagt er. Gianfrancesco, 35, ist ein drahtiger Italiener mit wilden Locken. Mit seinem schmalen Gesicht und der runden Brille erinnert er ein bisschen an John Lennon. «Niemand wird gezwungen, Flyer zu verteilen, die er nicht mag. So setzen sich die besten Flyer von ganz alleine durch«, schallt es aus dem Lautsprecher.
- Datum 21.10.2011 - 19:05 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 20.10.2011 Nr. 43
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Europa wäre ein guter Gedanke.
Doch es muß ein Europa von und für Menschen sein.
Ein Europa,in dem jeder seinen Platz hat.
Ein Europa,in dem jeder einen Arbeitsplatz hat,an dem er das Geld für seinen Lebensunterhalt verdienen kann,ohne über den Tisch gezogen oder versklavt zu werden.
Ein Europa,dass den Kindern,der Zukunft und der Welt eine Chance gibt.
Ein Europa des Kapitals,der Eliten und der Sklaverei brauchen die Menschen nicht.
Doch so wird das Europa aussehen,wenn wir nichts gegen die Entdemokratisierung,die Lügen und die Handlungsunfähigkeit der Politik unternehmen.
Ein Europa des Kapitals ist nichts anderes als die Zeit des Mittelalters mit der Versklavung der Menschen durch Kirche und Adel
"...Ein Europa des Kapitals ist nichts anderes als die Zeit des Mittelalters mit der Versklavung der Menschen durch Kirche und Adel..."
Nirgendwo lese ich, dass es auch ein Europa der Herzen sein sollte. Nur, wessen Herz für Europa schlägt, wird das europäische Haus in einer Weise zusammenzimmern, das jeder Bewohner darin einen annehmbaren Raum für sich beanspruchen kann. Aber die Architekten denken nur pragmatisch.
==> Drupi
"...Ein Europa des Kapitals ist nichts anderes als die Zeit des Mittelalters mit der Versklavung der Menschen durch Kirche und Adel..."
Nirgendwo lese ich, dass es auch ein Europa der Herzen sein sollte. Nur, wessen Herz für Europa schlägt, wird das europäische Haus in einer Weise zusammenzimmern, das jeder Bewohner darin einen annehmbaren Raum für sich beanspruchen kann. Aber die Architekten denken nur pragmatisch.
==> Drupi
Sie war, damals in den USA, der Auslöser der Finanzkrise. Und sie verantwortet, diesmal bei uns, die Euro- und die Staatsschuldenkrise.
Durch ihre hoffnungslose Konzept- und Hilflosigkeit, gepaart mit der willfährigen Bereitschaft, notfalls bis zum letzten Cent für die Schulden anderer, maroder Staaten einzustehen, wird sie unser Land ruinieren und den nachfolgenden Generationen eine unerträgliche Last aufbürden. Wenn wir sie nicht stoppen. Und das bald.
Als der Souverän unseres demokratisch verfassten Staates haben wir das Recht und die Möglichkeit dazu. Und im Sinne unserer Verantwortung für das Ganze auch die Pflicht!
Daher: Nutzen wir die Occupy-Bewegung, um endlich dem wahren Kern der Misere, der Politik, entgegenzutreten! Wenn wir sie weiter so gewähren lassen, droht uns nicht weniger als ein gigantischer Wohlstandsverlust, der die gesamte Gesellschaft, insbesondere ihre breite Mitte treffen wird. Es ist höchste Zeit, Stopp zu sagen. Occupy Berlin!
"...Die Demonstranten? Sie haben keinen Einfluss auf die Tagesordnung und die Pläne zur Rettung des Euro und zur Regulierung der Banken. Aber vielleicht ist es der letzte EU-Gipfel dieser Art..."
Und was kommt dann?
Ein "Gipfel" mit anderem Namen.
Ohne Gesprächen im Kreis der kompetenten Führungen wird es ohne einer europäischen Verfassung wohl nicht anders funktionieren.
==> Drupi
"...Ein Europa des Kapitals ist nichts anderes als die Zeit des Mittelalters mit der Versklavung der Menschen durch Kirche und Adel..."
Nirgendwo lese ich, dass es auch ein Europa der Herzen sein sollte. Nur, wessen Herz für Europa schlägt, wird das europäische Haus in einer Weise zusammenzimmern, das jeder Bewohner darin einen annehmbaren Raum für sich beanspruchen kann. Aber die Architekten denken nur pragmatisch.
==> Drupi
weil offenes Feuer im Park nicht gestattet ist. Ihre Vorschläge für eine bessere Welt haben sie an eine Wäscheleine gehängt.
Wenn die Politiker, als unsere großen Vorbilder (welches junge Mädchen möchte schon nicht sein wie Angela Merkel, und gibt es überhaupt noch einen Jungen der sich nicht danach sehnt, so cool daher zu kommen wie Guido Westerwelle?) permanent Verträge und Abkommen brechen, warum sollen wir's nicht auch tun?
Wenn die Politiker, als unsere großen Vorbilder (welches junge Mädchen möchte schon nicht sein wie Angela Merkel, und gibt es überhaupt noch einen Jungen der sich nicht danach sehnt, so cool daher zu kommen wie Guido Westerwelle?) permanent Verträge und Abkommen brechen, warum sollen wir's nicht auch tun?
Lagerfeuer? - Ich weiss ist verboten - aber viele Gesetze sind ja gerade der Grund dafür, dasses mit der besseren Welt nix wird !
Schaut (auch) nach Island: http://sacsis.org.za/site... - hier wurden die Forderungen einfach ignoriert und siehe da, es funktioniert ... warum nicht auch in D?
Schaut (auch) nach Island: http://sacsis.org.za/site... - hier wurden die Forderungen einfach ignoriert und siehe da, es funktioniert ... warum nicht auch in D?
Deshalb redet und schreibt hier ja auch keiner drüber^^
Alles ALTERNATIVLOS
Lieber die Lohnarbeiter auf die nächsten 100Jahre versklaven.
Sozialleistungen und freie Bildungsmöglichkeiten auf ein minimum reduzieren, Internet zensieren, Menschen durch den jederzeit möglichen zugriff auf den PC (per Bundestrojaner) einschüchtern.
Beschwert sich hier jemand?
Wer auf der Strasse ?
Demonstrationen?
Was aus der Geschichte gelernt (Polizeistaat-NSRegime/DDR) ?
Also - weiter so Deutschland ;)
Und nich vergessen:
"Das konnten wir alles nicht wissen/haben wir alles nicht vorraussehen können/ alles nicht gewusst"
Schaut (auch) nach Island: http://sacsis.org.za/site... - hier wurden die Forderungen einfach ignoriert und siehe da, es funktioniert ... warum nicht auch in D?
Deshalb redet und schreibt hier ja auch keiner drüber^^
Alles ALTERNATIVLOS
Lieber die Lohnarbeiter auf die nächsten 100Jahre versklaven.
Sozialleistungen und freie Bildungsmöglichkeiten auf ein minimum reduzieren, Internet zensieren, Menschen durch den jederzeit möglichen zugriff auf den PC (per Bundestrojaner) einschüchtern.
Beschwert sich hier jemand?
Wer auf der Strasse ?
Demonstrationen?
Was aus der Geschichte gelernt (Polizeistaat-NSRegime/DDR) ?
Also - weiter so Deutschland ;)
Und nich vergessen:
"Das konnten wir alles nicht wissen/haben wir alles nicht vorraussehen können/ alles nicht gewusst"
Zu den Hintergründen der weltweiten Proteste gehört auch folgendes:
Viele die protestieren, werden von anderen - aus rhetorischen Spielereien - als solche bezeichnet, welche von der "Finanzwirtschaft" nichts verstehen würden.
Phönix sendet heute eine mehrstündige Sendung zur Finanzwirtschaft ua. mit Prof. Gehrke ua.
In dieser Sendung haben zB weltweite absolute Finanz- und Bankenexperten anhand von Entscheidungen der Ratingagenturen den Beweis erbracht, dass die Ratingagenturen eben sehr wohl keine Sachentscheidungen treffen (gilt natürlich nicht für alles) sondern willkürliche Entscheidungen, welche rein politisch begründet sind. Dieser Nachweis wurde vorgelegt.
Also ist es wohl so, dass die heute studierten Betriebs-, Volks-, Banken- und Finanzfachwirte zu einem Anteil eben nichts von Finanzwirtschaft verstehen und der normale Bürger sehr viel mehr ein Gefühl dafür entwickelt, ohne dass er heute - in diesen Jahren - studieren würde. Denn natürlich unterscheidet sich ein solches früheres Studium in diesen Bereichen deutlichst von einem Studium unter den heutigen Professoren, welche ja nach Auskunft aktueller Studenten vielfach neoliberal ausgerichtet sind dh ohne Ethik und Moral.
In der Sendung wurde auch von Börsenexperten eindeutig ausgesagt, dass es den "Brokern" etc. - auch den an den Ratingagenturen Beschäftigten - lediglich um dicke Bonis ginge,
welche Folgen das für die Welt habe, sei diesen schnurzegal, denn da gäbe es keine Ethik und keine Moral.
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