Wohnraum Klein, aber Heim

So schön kann eng sein. Wir haben Menschen besucht, die gerne auf wenigen Quadratmetern leben.

Tiny House, 9 qm, Sonomy County, USA

Jay Shafer, 46 Jahre, Gründer und Chefdesigner von Tumbleweed Tiny House Company

Meine Art zu leben hat viel mit ökologischen Bedenken zu tun. Seit 1999 baue ich kleine Häuser und lebe auch in ihnen. Das durchschnittliche amerikanische Haus hat über 200 Quadratmeter Grundfläche und bläst pro Jahr 18 Tonnen Treibhausgas in die Atmosphäre. Meine »box bungalows« eignen sich als Arbeitsplatz, Wohnung und Gästehaus. Sie kosten voll ausgestattet und mit Badezimmer etwa 20.000 Dollar. Nach über einem Jahrzehnt auf weniger als neun Quadratmetern habe ich geheiratet und einen kleinen Jungen bekommen. Nun leben wir drei in einem 45-Quadratmeter-Haus. Meine Frau mag es eben nicht, jede Nacht die Leiter zur Schlafkammer runterzukrabbeln, wenn sie aufs Klo muss.

Turmhaus, 20 qm, Friedberg, Bayern

Camille Gregor Kaspar Hoffmann, 37 Jahre, Diplom-Holzbauingenieur

Ich wohne in einem Turm, den ich 2010 selbst zum Atelier und Wohnraum umgebaut habe. Der Turm verfügt über eine Innendämmung und eine Holzheizung, das wird schon mal kälter im Winter. Ich ziehe mir morgens eben mehrere Pullover über und heize erst mal den Ofen an. Zweimal am Tag nachlegen, das reicht. Wir werden in Zukunft unser Wohnraum- und Energieproblem nicht mit Neubauten lösen können, sondern nur mit einer Umnutzung bestehender Wohnungen mit kreativen ökologischen Ideen. Besonders reizvoll am vertikalen Wohnen finde ich übrigens den Wechsel der Perspektiven. Man betritt Räume von unten – so sehe ich zuerst den Kopf meiner Gäste.

Leser-Kommentare
  1. ...auch ich liebe kleine Wohnungen. (und kleine Autos, wenige, aber gute Dinge, keinen unnützen Ballast) Wenn ich Raum brauche, gehe ich in die Natur.

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    • keibe
    • 20.10.2011 um 16:16 Uhr

    stimmt! Leider sehen andere Staaten in Europa kleine Wohnungen eher als Problem denn als traumhaft an:

    http://www.zeit.de/gesell...

    • keibe
    • 20.10.2011 um 16:16 Uhr

    stimmt! Leider sehen andere Staaten in Europa kleine Wohnungen eher als Problem denn als traumhaft an:

    http://www.zeit.de/gesell...

  2. 2. [...]

    Entfernt. Bitte bemühen Sie sich um niveauvolle Kommentare. Die Redaktion/mak

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    wie man in den wald reinruft....

    wie man in den wald reinruft....

  3. wie man in den wald reinruft....

    Antwort auf "[...]"
  4. ...muss ich mich jetzt schlecht fühlen, weil wir nach drei Jahren zu fünft auf 70 qm einen Lagerkoller bekamen und unbedingt eine größere Wohnung wollten?

    • keibe
    • 20.10.2011 um 16:16 Uhr

    stimmt! Leider sehen andere Staaten in Europa kleine Wohnungen eher als Problem denn als traumhaft an:

    http://www.zeit.de/gesell...

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    Bitte nicht aus jeder Mücke einen politischen Elefanten machen. Kern des Artikels ist doch: Zuhause ist dort wo man sich zuhaus fühlt. Das kann dann gerne auch von der Norm abweichend sein. Aber Gesellschaftskritik (a la "Ich atme weniger Luft, damit mehr für die Natur bleibt") lass ich nicht gelten: Wer in die Upper-West-Side will mit einem Normalo-Job macht dies aus vielen Gründen aber definitiv nicht aus Selbstlosigkeit.

    Bitte nicht aus jeder Mücke einen politischen Elefanten machen. Kern des Artikels ist doch: Zuhause ist dort wo man sich zuhaus fühlt. Das kann dann gerne auch von der Norm abweichend sein. Aber Gesellschaftskritik (a la "Ich atme weniger Luft, damit mehr für die Natur bleibt") lass ich nicht gelten: Wer in die Upper-West-Side will mit einem Normalo-Job macht dies aus vielen Gründen aber definitiv nicht aus Selbstlosigkeit.

  5. find ich gut und wohne selbst aktull unter der Woche in einem 25m² Appartement und am Wochende im WE-Hauschen im Grünen.
    Das ist nicht unbedingt eine Geldfrage, kleine Einheiten lassen sich genial einfach im Griff behalten und mit gescheitem Mobiliar ist Multifunktionalität gut machbar.
    Andererseits macht auch eine 150 m² Single-Wohnung Spaß, man entdeckt immer wieder Ecken, deren Existenz man schon vergessen hatte.

  6. ein sehr schöner und interessanter Artikel!

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