Autobiografien So sah er sein Leben
Wer war Steve Jobs wirklich? Ein Genie, ein Wüterich, ein Technik-Freak? Kurz nach dem Tod des Apple-Gründers rückt ihm eine neue Biografie so nah wie kein anderes Buch zuvor.
© LAURENT FIEVET/AFP/Getty Images

Die Biografie "Steve Jobs" von Walter Isaacson in einer Buchhandlung in Hongkong
Dies ist die Geschichte der kleinen, sonnenbeschienenen Welt in Cupertino, Kalifornien, die Geschichte eines sehr erfolgreichen Mannes. Er war ein Schöpfer, der seinesgleichen sucht, und was er geleistet hat, ist oft erzählt worden. Aber nun, kurz nach dem Tod von Steve Jobs, dem Gründer und Vorstandschef des Computerkonzerns Apple, sind noch einmal zwei Bücher erschienen, die sein Leben und sein Werk aufzeichnen. Sie ergänzen sich dabei, denn es sind zwei sehr unterschiedliche Bücher, ein heißes und ein kühles, eines, das von der Nähe zu Jobs lebt – und eines, das auf Distanz geht.
Um es gleich zu sagen: Die Lektüre lohnt. Keinen Biografen hat Steve Jobs so nah an sich herankommen lassen wie den Amerikaner Walter Isaacson, einen ehemaligen Journalisten, der nun das Aspen-Institut leitet. Dieser Thinktank schult seit 60 Jahren Führungskräfte in Politik und Wirtschaft. Jobs hat die Nähe zu Isaacson gesucht, er schätzte offenbar dessen lange zurückliegende journalistische Arbeit, und der Biograf ließ sich seinerseits ein, ist dabei aber, gewollt oder ungewollt, in die realitätsverzerrende Aura des Unternehmers geraten. Das sagt er selbst – und das liest man. Eben durch diese Umstände aber erhält die Biografie nun einen herausragenden Platz unter all den Büchern, die über Steve Jobs erschienen sind. Zum ersten Mal erfährt man, wie Jobs sein eigenes Leben gesehen hat.
Fairerweise bestärkte der Apple-Gründer alte Freunde und Feinde, mit dem Biografen zusammenzuarbeiten, die Gegenstimmen gehen also nicht unter, auch die Opfer von Jobs’ Machthunger, Egomanie und Gestaltungswillen kommen zu Wort.
Wer in dem Buch allerdings ein geheimes Rezept für den Erfolg des Computerkonzerns sucht, der wird enttäuscht. Jobs spricht abstrakt davon, dass er Technologie und Kunst verbunden habe, er erzählt von seiner Sucht, die Dinge einfach und schön zu gestalten. Was er dann vor allem ausbreitet, ist sein unbedingter Wille, persönliche Vorstellungen bis in kleinste Details durchzusetzen. Wie er zu seinen Entscheidungen kam? Was ihn antrieb? Welche künstlerischen Einflüsse, welche Künstler ihn in den vergangenen zehn Jahren besonders beeinflusst haben? Das behält er für sich. Oder anders gesagt: Er schützt sein Werk. Apple.
Walter Isaacson gelingt insofern keine in sich geschlossene Deutung, die weit über eine detailreiche Nacherzählung der Ereignisse hinausreicht. In diesem Sinne erhebt er sich nicht, sondern bleibt mit Jobs quasi im Wohnzimmer. Im Auto. Sitzt mit ihm gemeinsam am Strand, und sie graben ihre nackten Füße in den Sand.
Andererseits ist es spannend genug, einen der erfolgreichsten Unternehmer der vergangenen 100 Jahre so eng zu begleiten. So lassen sich Dialoge nachlesen wie jener, den Steve Jobs mit Larry Ellison, dem Gründer und Chef des Software-Konzerns Oracle geführt hat und den der Autor aus den Erinnerungen der beiden rekonstruiert. Es war Mitte der neunziger Jahre, Steve Jobs hatte Apple gegründet, war hinausgedrängt worden, hatte das Filmstudio Pixar gekauft und die Computerfirma Next gegründet. Nun sah er die Chance, wieder zu Apple zurückzukehren und beriet sich mit Ellison im Weihnachtsurlaub auf Hawaii, wie das gelingen könnte. »Sie diskutierten ein Übernahmeangebot für Apple und darüber, Jobs wieder als Chef der Firma einzusetzen. Ellison sagte, er könne eine Finanzierung von drei Milliarden Dollar organisieren. »Ich kaufe Apple, du bekommst als CEO sofort 25 Prozent davon, und wir können den einstigen Glanz wieder aufleben lassen.« Jobs jedoch war unschlüssig. »Ich bin nicht der Typ für feindliche Übernahmen«, erklärte er. »Wenn sie mich gefragt hätten, ob ich zurückkommen wolle, wäre das etwas anderes gewesen.«
Zwei Egomanen am Strand. Isaacson versteht sich auf solche kleinen Geschichten, und sie führen vor, wie sehr Jobs geliebt und gebraucht werden wollte. Obwohl die Szene die beiden Unternehmer ziemlich bloßstellt, lassen es beide zu, was wiederum das Buch an vielen Stellen so lesenswert macht.
- Datum 28.10.2011 - 09:44 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 27.10.2011 Nr. 44
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Entfernt. Bitte verzichten Sie auf pietätlose Kommentare und Beleidigungen. Die Redaktion/lv
“I will spend my last dying breath if I need to, and I will spend every penny of Apple’s $40 billion in the bank, to right this wrong. I’m going to destroy Android, because it’s a stolen product. I’m willing to go thermonuclear war on this.”
Steve J.
... es scheint, als habe der "last, dying breath" nicht genügt.
... es scheint, als habe der "last, dying breath" nicht genügt.
"Denn letztlich war das Leben von Steve Jobs genau das, ein Kammerspiel"
Es ist wie im Theater, die Einen klatschen Beifall, weil ihnen das Stück gefallen hat, die Anderen weil es endlich vorbei ist!
"Foxconn? Dutzende Selbstmorde von Arbeitern? Hungerlöhne in Asien? Milliardengewinne in Kalifornien? Das ist für Isaacson kein Thema und offenbar auch keine Frage wert gewesen. In Kalifornien scheint eben die Sonne."
Ich kaufe dann lieber das Buch, das sich mit den Biographien der Foxconn Mitarbeitern befasst.
Erst war ich (Ex-Macianer) ein bisschen traurig, weil Steve gestorben ist. Aber es hat sich gelegt.
Da der Konzern zum Beispiel gegen das Café Apfelkind vorgeht, werde ich die Biografie nicht kaufen.
Pfui, Äppel, schämt euch: http://www.giga.de/macnew...
Wie schaut es eigentlich aus mit dem Ausbeuten billiger Arbeitskräfte in China aus. Hören wir davon mal was?
Und welches Krankenhaus hat Steve großzügig finanziert? Keins?
Man staunt immer wieder, wie das Internet als Verbreitungsmedium von Informationen versagt. In Wirklichkeit scheint es mir manchmal, werden wir intellektuell ins Mittelalter zurückgeworfen. Grund sind die immer und immer wieder wiederholten Aussagen von vielen Uninformierten, die irgendwelche noch so subjektiven persönliche Ansichten kultivieren. Das führt verbreitet zu regelrechten erstarrten Glaubensschulen jeder Art, die rationalen Diskussionen nicht zugänglich sind.
Eines der vielen Beispiele ist die Story von Apple und den ausgebeuteten chinesischen Arbeitern. Das wurde sogar schon im Fernsehen gebracht !? In einer rationalen Welt würde man das meiner Ansicht nach so nicht sagen können, weil:
1. Die Firma Foxconn (chinesischer Elektronik Hersteller) für viele Auftraggeber wie Dell, HP, Apple usw. produziert. Apple ist noch nicht einmal der größte Kunde. Der Vorwurf betrifft also Computer/Handys im allgemeinen, nicht spezifisch solche von Apple. Man kann jetzt auch mutmaßen, dass die Produktionsbedingungen eines billig Computers/Handys sicherlich nicht besser sind als die eines Markenproduktes.
2. Die Firma Foxconn hat viele tausend Mitarbeiter. Die Zahl der gemeldeten Selbstmordfälle liegt unter der chinesischen und US amerikanischen Durchschnittsrate. Daher ist das kein so gutes Argument für unerträgliche Arbeitsbedingungen.
wenn die ZEIT einen Artikel mit dem Schlüsselwort "Apple" einstellt und die "Apple-Bashing-Community" wie gewünscht darauf reagiert. Nicht von ungefähr entbehren in den meisten Fällen sowohl Artikel als auch Reaktion der entsprechenden Recherche. Aber was tut man nicht alles für ein paar Klicks mehr.
Hier mal was Fundiertes:
"Apple hat hier (nach den zugänglichen Informationen) keineswegs versucht, Frau Römer von der Benutzung ihrer Marke im Zusammenhang mit ihrem Café abzuhalten. Apple hat nicht einmal versucht, Frau Römer die Zuerkennung eines Monopolrechts auf ihre Marke in Bezug auf die 10 angemeldeten Warenklassen auszureden. Apple versucht lediglich zu verhindern, daß Frau Römer auch ein Monopolrecht auf (im weiteren Sinne) mit Apples Geschäftsbetrieb ähnlichen Dienstleistungen für die Marke "Apfelkind" erhält."
Ausführlichere Einlassungen gibt es im Beitrag
von Gast am 21.10.2011 - 22:20 Uhr hier:
http://www.maclife.de/pan...
Der Kommentar (#5) von Forist "aehrenr" zeigt, was bei sachlicher Auseinandersetzung mit dem Thema relativ einfach zu ermitteln ist und wie man angemessen auf den Inhalt des vorliegenden Artikels reagiert.
Wenn sie, wie in ihrem K4 geschrieben, dies zum Anlass nehmen, sich das Buch doch nicht zu kaufen, sei ihnen das unbenommen.
Aber wen "bestrafen" sie damit eigentlich?
Man staunt immer wieder, wie das Internet als Verbreitungsmedium von Informationen versagt. In Wirklichkeit scheint es mir manchmal, werden wir intellektuell ins Mittelalter zurückgeworfen. Grund sind die immer und immer wieder wiederholten Aussagen von vielen Uninformierten, die irgendwelche noch so subjektiven persönliche Ansichten kultivieren. Das führt verbreitet zu regelrechten erstarrten Glaubensschulen jeder Art, die rationalen Diskussionen nicht zugänglich sind.
Eines der vielen Beispiele ist die Story von Apple und den ausgebeuteten chinesischen Arbeitern. Das wurde sogar schon im Fernsehen gebracht !? In einer rationalen Welt würde man das meiner Ansicht nach so nicht sagen können, weil:
1. Die Firma Foxconn (chinesischer Elektronik Hersteller) für viele Auftraggeber wie Dell, HP, Apple usw. produziert. Apple ist noch nicht einmal der größte Kunde. Der Vorwurf betrifft also Computer/Handys im allgemeinen, nicht spezifisch solche von Apple. Man kann jetzt auch mutmaßen, dass die Produktionsbedingungen eines billig Computers/Handys sicherlich nicht besser sind als die eines Markenproduktes.
2. Die Firma Foxconn hat viele tausend Mitarbeiter. Die Zahl der gemeldeten Selbstmordfälle liegt unter der chinesischen und US amerikanischen Durchschnittsrate. Daher ist das kein so gutes Argument für unerträgliche Arbeitsbedingungen.
wenn die ZEIT einen Artikel mit dem Schlüsselwort "Apple" einstellt und die "Apple-Bashing-Community" wie gewünscht darauf reagiert. Nicht von ungefähr entbehren in den meisten Fällen sowohl Artikel als auch Reaktion der entsprechenden Recherche. Aber was tut man nicht alles für ein paar Klicks mehr.
Hier mal was Fundiertes:
"Apple hat hier (nach den zugänglichen Informationen) keineswegs versucht, Frau Römer von der Benutzung ihrer Marke im Zusammenhang mit ihrem Café abzuhalten. Apple hat nicht einmal versucht, Frau Römer die Zuerkennung eines Monopolrechts auf ihre Marke in Bezug auf die 10 angemeldeten Warenklassen auszureden. Apple versucht lediglich zu verhindern, daß Frau Römer auch ein Monopolrecht auf (im weiteren Sinne) mit Apples Geschäftsbetrieb ähnlichen Dienstleistungen für die Marke "Apfelkind" erhält."
Ausführlichere Einlassungen gibt es im Beitrag
von Gast am 21.10.2011 - 22:20 Uhr hier:
http://www.maclife.de/pan...
Der Kommentar (#5) von Forist "aehrenr" zeigt, was bei sachlicher Auseinandersetzung mit dem Thema relativ einfach zu ermitteln ist und wie man angemessen auf den Inhalt des vorliegenden Artikels reagiert.
Wenn sie, wie in ihrem K4 geschrieben, dies zum Anlass nehmen, sich das Buch doch nicht zu kaufen, sei ihnen das unbenommen.
Aber wen "bestrafen" sie damit eigentlich?
Man staunt immer wieder, wie das Internet als Verbreitungsmedium von Informationen versagt. In Wirklichkeit scheint es mir manchmal, werden wir intellektuell ins Mittelalter zurückgeworfen. Grund sind die immer und immer wieder wiederholten Aussagen von vielen Uninformierten, die irgendwelche noch so subjektiven persönliche Ansichten kultivieren. Das führt verbreitet zu regelrechten erstarrten Glaubensschulen jeder Art, die rationalen Diskussionen nicht zugänglich sind.
Eines der vielen Beispiele ist die Story von Apple und den ausgebeuteten chinesischen Arbeitern. Das wurde sogar schon im Fernsehen gebracht !? In einer rationalen Welt würde man das meiner Ansicht nach so nicht sagen können, weil:
1. Die Firma Foxconn (chinesischer Elektronik Hersteller) für viele Auftraggeber wie Dell, HP, Apple usw. produziert. Apple ist noch nicht einmal der größte Kunde. Der Vorwurf betrifft also Computer/Handys im allgemeinen, nicht spezifisch solche von Apple. Man kann jetzt auch mutmaßen, dass die Produktionsbedingungen eines billig Computers/Handys sicherlich nicht besser sind als die eines Markenproduktes.
2. Die Firma Foxconn hat viele tausend Mitarbeiter. Die Zahl der gemeldeten Selbstmordfälle liegt unter der chinesischen und US amerikanischen Durchschnittsrate. Daher ist das kein so gutes Argument für unerträgliche Arbeitsbedingungen.
... gegen Apple ist nur eins: albern und sehr, sehr schlicht.
Das sage ich, der mit Apple nichts am hut habe und alles andere als Freund von diesen multimedial erschaffenen Ersatzgötter bin.
... es scheint, als habe der "last, dying breath" nicht genügt.
...kein Schwein mehr. An den Erfinder des Wasser-Klosetts denkt auch keiner mehr.
die von Ihnen erwähnte, großartige Erfindung hat die Welt weitaus nachhaltiger positiv verändert, als es alle consumer electronics zusammen genommen je vermochten.
die von Ihnen erwähnte, großartige Erfindung hat die Welt weitaus nachhaltiger positiv verändert, als es alle consumer electronics zusammen genommen je vermochten.
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