Weiterbildung: Das Zitat... und Ihr Gewinn
John F. Kennedy sagt: "Es gibt nur eins, was auf Dauer teurer ist als Bildung: Keine Bildung"
»Saftladen«, zischte der Ingenieur in der Beratung. Sein Arbeitgeber hatte ihm eine wichtige Fortbildung verweigert. Die Ablehnung seines Vorgesetzten klang kühl, aber ehrlich: »Die Etats sind knapp, und das laufende Geschäft geht vor.« Tausende von Firmen führen das Wort »Fortbildung« im Munde und inszenieren sich in Broschüren als Personal-Entwicklungshelfer. Doch in Wahrheit kocht die Fortbildung auf kleinster Flamme . Im Zweifel wird der Mitarbeiter nicht zum Seminar, sondern schnurstracks an die Arbeit geschickt. Firmen hören bei »Fortbildung« vor allem die erste Hälfte des Wortes: Der Mitarbeiter ist »fort«. Und das kostet Geld.
Die meisten »Fortbildungen«, die sie bieten, haben mit »Bildung« so wenig zu tun wie ein Glühwürmchen mit einem Blitz: Die Mitarbeiter werden – verräterisches Wort! – »geschult« auf neue Produkte, neue Software , auf Notwendigkeiten des Tagesgeschäftes. Dieses Wissen ist so nachhaltig wie das Aprilwetter . Es dient nur der Firma. Dabei wäre es die Aufgabe einer Fortbildung, jeden Mitarbeiter in seiner individuellen Entwicklung zu unterstützen . Wer heute Wissen und Kompetenzen aufbaut, die morgen gefragt sind, entwickelt seine Mitarbeiter.

Der Coach Martin Wehrle ist Autor mehrerer Karrierebücher und gibt jede Woche Karrieretipps in der Kolumne "Das Zitat und Ihr Gewinn".
Wer aber erst dann, wenn die Mitarbeiter um Hilfe rufen, die Wissenslücken stopft, agiert nur als Feuerwehr. Warum geizen die Firmen mit nachhaltigen Fortbildungen? Erstens reicht der Blick selten über die nächsten Quartalszahlen hinaus. Man denkt, eine gestrichene Fortbildung spare Geld – statt wie John F. Kennedy zu erkennen, dass sie welches kostet. Und zweitens wissen Firmen: Das Arbeitsverhältnis ist heute kein Bund fürs Leben mehr . Dasselbe Zertifikat, das sie am Montag finanzieren, kann am Dienstag eine Bewerbungsmappe schmücken.
Was bleibt Mitarbeitern übrig? Vor allem die Erkenntnis: Ihre Firma ist keine Übermutter mehr, die ihre Mitarbeiter-Kinder auf Fortbildung schickt. Jeder Mitarbeiter ist seiner eigenen Fortbildung Schmied. Wer sein Geld und seine Zeit hier investiert, handelt klug und vorausschauend – und erzielt damit eine vorzügliche Rendite; denn nicht nur sein Wissen und seine Stärken baut er systematisch aus, sondern auch seinen Marktwert. Sogar in der eigenen Firma! Schon etliche Mitarbeiter haben sich bei der nächsten Gehaltsverhandlung so teuer verkauft, dass die Fortbildung am Ende doch (indirekt) von der Firma bezahlt wurde.







Vielen Dank für den guten Denkansatz! Es ist tatsächlich so, dass sich besonders Mitarbeiter mit höheren Qualifikationen nicht mehr mit der Firma verheiratet fühlen. Diese Freiheit, öfter mal den Arbeitsplatz und evtl. auch den Arbeitgeber zu wechseln, erkaufen sich die Arbeitnehmer auch mit der Freiheit lebenslang in die eigene Bildung zu investieren.
Abgesehen davon hat man, auf alle Fälle in technischen Berufen, mit einer Anstellung mit höherer Qualifikation auch eine sogenannte "Bringschuld" sich der Ausbildung angemessen auf aktuellem Stand der Technik zu halten.
Auch dafür werden z.B. Ingenieure höher bezahlt. Denn selbiger möchte auch für den Kaufpreis eines Audi A6 einen A6 haben und keinen gut erhaltenen Audi 100. Dies wird von den betroffenen Personen doch manchmal vergessen.
Freundlichst
Karl7
... aber wann?
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Abendkurse? Hab sehr flexibele Arbeitszeiten
Wochenenden? Wenns brennt, geht das auch schon mal Sa/So durch.
Bildungs-Urlaub? Aber hallo, bin ich denn im öffentlichen Dienst?
Jahresurlaub? Da soll ich mich erholen ......
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Also lieber Autor, wann????? bilde ich mich mit einer 40-50Std. Woche, einem Vertrag der reichlich Überstunden vorsieht, einer Firma die "Feuer" spuckt wenn ich auf feste Termine abhebe....
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Hübsche Idee, nur in der freien Wirtschaft fast nicht zu machen:-((
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Kopfschüttelnde Gruesse
Sikasuu
Arbeitgeber sind geizig, denken nur an ihren Profit, und das auch nur in Quartalen oder bestenfalls Jahren denkend. Was in der nächsten Bilanz nicht auf der Habenseite steht, das wird nicht gemacht.
Und die Konsequenz: Ein Appell an die Arbeitgeber, endlich das Richtige und Vernünftige zu tun? NEIN! Ein Appell an die Arbeitnehmer, den gebeutelten Arbeitgebern doch bitte die Kosten zu ersparen und die Fortbildung in ihrer Freizeit vom eigenen Geld zu bezahlen. So weit kommt's noch!
Denn mit dem tollen "Marktwert" hat es sich auch so. Wenn man dann fortgebildet ist und das bei der nächsten Gehaltsrunde zur Sprache bringt, ist gerade zufällig kein Budget für Gehaltserhöhungen vorhanden, die Lage angespannt usw. usf.. Wenn man nicht gerade in der Lage ist, zwischen fünf Jobs zu wählen - und wer ist das heutzutage schon - kann man die bittere Pille nur schlucken.
D.h. die Fortbildung rechnet sich für den Arbeitnehmer in den seltensten Fällen. Und dann lässt man es eben bleiben.
"Fortbildung ist das beste Mittel gegen Fachkräftemangel."
Die Macht des Wortes:
"Was bleibt Mitarbeitern übrig? Vor allem die Erkenntnis: Ihre Firma ist keine Übermutter mehr, die ihre Mitarbeiter-Kinder auf Fortbildung schickt"
Oder vielmehr die Mqacht des Vergleiches.
Die Erkenntnis des Mitarbeiters ist vor allem, das ihre Firma zu ... wenig intelligent ist, um zu wissen, auf welcher Seite ihr Brot gebuttert ist. Pures Selbstinteresse sollte einem doch sagen ist, dass es billiger ist, vorhandene Mitarbeiter "aufzurüsten", als neue Mitarbeiter zu aquirieren, einzuarbeiten und den schon gemachten Fehlern noch ein paar neue hinzuzufügen. Da profitiert nur HR, und HR ist ein reiner Kostenfaktor.
immer wieder interessant. Meist haben sie wenig Tiefgang oder repitieren bekanntes Wissen.
Nur in diesem Fall zeigt Herr Wehrle wohl sein wirkliches Gesicht und seine wie es scheint Unkenntnis. Die meisten Firmen in Deustchland die auf ihre Kosten weiterbilden, schliessen meist mit ihren AN ein Abkommen übder einen zeitlichen Verbleib in der Firma nach der Weiterbildung oder schliessen Rückzahlungsklauseln für Weiterbildungskosten ab.
Aber das nur am Rande.
Der Unwille der AG Weiterbildungen zu finanzieren ist ein systemischer, denn die AG glauben, dass diese Kosten entweder dem Staat oder dem AN aufzubürden sind. Das ging in den letzten beiden Jahrzehnten auch gut, denn durch den nach der Wende einziehenden Manchesterliberalismus und die Willfährigkeit der Politiker hat sich diese Mentalität durchgesetzt und ist natürlich nicht so schnell auszumerzen. Wie auch bei Gehältern ist Geiz geil.
Ein anderer Pkt. sind sicherlich auch die Kosten, erinnere mich noch an meine Deutschlandzeiten als Ing., wo mir regelm. Weiterbildung von den üblichen Verdächtigen (TÜV, Professoren,Weiterbildungsinst., Verbände) angeboten wurden, wo für 1 - 3 Tage bis zu 3k Euro fällig wurden und im Prinzip nur Vorlesungen auf den Zeitrauam komprimeirt wieder gekäut wurden, die man sich auch im Selbststudium hätte aneignen können. Ein übriges tut natürlich auch die Zertifizierugswut der Dt. denn für jeden F* muss man dort Sachkunde nachweisen und ein Studium oder eine Lehre reichen da nicht aus.
Meiner Meinung nach muss hier unter zwei Fällen von "Fortbildungen" unterschieden werden.
1) Wenn es um eine produktionspezifische Maschine oder Software handelt, dann ist der Arbeitgeber direkt für die Fortbildung verantwortlich. Es ist eine Fortbildung im engeren Sinn der unternehmerischen Produktion. Oft ist dieses spezialisierte Wissen nur in dieser Unternehmung, wenn überhaupt in der gleichen Branche notwendig. Ich möchte hiermit die Fortbildung durch das passendere Wort "Ausbildung" ersetzen.
2) Falls es um höhere Weihen gehen soll, sprich Meister / Techniker / Studium aller Art, dann möchte ich NICHT vom Arbeitgeber dazu instruiert werden. Es ist meine eigene Entscheidung sich fortzubilden (evtl. auch die Karriereleiter höher zu steigen) - oder nicht. Dafür müssen auch die eigenen Ressourcen verwendet werden. Wer soll es besser wissen, was für einen gut ist - nur ich selber! Eine zukunftsgerichtete Firma wird jeden Mitarbeiter in diesen individuellen Weiterbildungen unter die Arme greifen. Falls nicht, verspreche ich Ihnen, dass Sie nach der Weiterbildung einen neuen und besseren Job haben.
Rico Gärtner
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