Erster Weltkrieg: "Völlig unreife Thesen"
Die Fischer-Kontroverse um die Mitschuld der Deutschen am Ersten Weltkrieg wurde vor 50 Jahren der erste große Historikerstreit der Bundesrepublik. Eine persönliche Erinnerung
© Hulton Archive/Getty Images

Der deutsche Kaiser Wilhelm II. besucht während des Ersten Weltkrieges seine Truppen.
Die Häupter der Zunft waren in heller Aufregung, schon bevor das Werk überhaupt in den Buchläden lag. Er kenne das Werk von Fritz Fischer noch nicht, schrieb der Doyen der westdeutschen Geschichtswissenschaft, der Freiburger Gerhard Ritter , Mitte Oktober 1961 an den Leiter des Politischen Buches der ZEIT, Paul Sethe . Aber nach allem, was er darüber erfahren habe, dränge sich ihm der Eindruck auf, dass der Hamburger Historiker »den Sachverhalt in sehr gefährlicher Weise vereinfacht«. Glücklicherweise ließ sich Sethe durch den Alarmruf nicht beeindrucken. Seine ganzseitige Rezension in der ZEIT vom 17. November 1961 begann mit den Sätzen: »Es gibt viele historische Werke, die unsere Kenntnis nur bereichern und die wir deshalb dankbar aus der Hand legen. Es gibt auch andere, aber wenige, die uns erschüttern, ja umwerfen. Sie treffen den Kern von Vorstellungen, die uns teuer gewesen sind. Zu ihnen gehört [...] das neue Buch des Hamburger Historikers Fritz Fischer Griff nach der Weltmacht.«
Tatsächlich brach Fischer mit allem, was bis dahin als gesicherte Erkenntnis der Forschung in der Bundesrepublik über den Kriegsausbruch 1914 und die deutsche Politik im Ersten Weltkrieg gegolten hatte. Demnach war das Kaiserreich keineswegs in den Krieg »hineingeschlittert«, sondern hatte ihn kalkuliert herbeigeführt – in der Absicht, sich über die angestrebte Hegemonie in Europa zur ersten Weltmacht aufzuschwingen. Kern des fast 900 Seiten starken Buches war eine akribische Untersuchung der sehr weitreichenden Kriegsziele, die, wie Fischer nachwies, nicht auf alldeutsche und schwerindustrielle Kreise beschränkt geblieben, sondern von der Reichsleitung geteilt und von einem breiten gesellschaftlichen Konsens getragen worden waren.
Der Historiker, Jahrgang 1943, ist Autor der ZEIT und verantwortete von 1990 bis 2009 das Politische Buch.
Für zusätzlichen Zündstoff sorgte freilich die Unterzeile der Sethe-Kritik: »Professor Fischers These von der Alleinschuld Deutschlands am Ersten Weltkrieg wird noch viele Diskussionen auslösen«. Dies war eine bewusste Zuspitzung, welche Sethes Kollegen in der politische Redaktion der ZEIT, zum großen Ärger Sethes, über den Artikel gesetzt hatten. Fischer beeilte sich, in einem Leserbrief richtigzustellen, dass er an keiner Stelle von der »Alleinschuld«, sondern nur davon gesprochen hatte, dass der Reichsleitung »ein erheblicher Teil der historischen Verantwortung« zufalle.
Aber das Reizwort war nun einmal in der Welt, und es rührte an eine alte Wunde: den Kriegsschuldparagrafen des Versailler Vertrages, gegen den seinerzeit die gesamte Weimarer Rechte, die Historiker voran, zu Felde gezogen war. Was Fischer auf den ersten 80 Seiten seines »dicken Wälzers« vortrage, empörte sich Gerhard Ritter Anfang Dezember 1961 in einem Brief an den Kölner Kollegen Theodor Schieder, sei »doch eine wahrhaft erschütternde Neuauflage von Anklagen, wie man geglaubt hat, einer fernen Vergangenheit«. Dieser »Herausforderung an die ganze deutsche Historikerschaft« müsse begegnet werden. So begann die Fischer-Kontroverse – der erste und folgenreichste Historikerstreit in der Geschichte der Bundesrepublik.
Ich kannte Griff nach der Weltmacht noch nicht, als ich im Sommersemester 1962 mit dem Studium der Geschichte in Hamburg begann. Aber natürlich war der Name Fischers in aller Munde, und in seine Vorlesungen strömte eine wachsende Zahl von Hörern. Für meine Politisierung wie für die vieler anderer Studenten und Studentinnen der sechziger Jahre war das Buch Fischers vielleicht ebenso wichtig wie die Spiegel- Affäre vom Oktober 1962 .
Allerdings war es nicht Fischer, sondern sein Hamburger Gegenspieler Egmont Zechlin, der mich schon früh in seinen engeren Schüler- und Mitarbeiterkreis zog. Zechlin, Kriegsfreiwilliger von 1914, der seinen linken Unterarm verloren hatte, fühlte sich durch Fischers Werk genauso herausgefordert wie der dreimal verwundete Frontkämpfer Ritter: Er wolle sich durch den »Kerl« nicht sein »Kriegserlebnis rauben« lassen, hat er gelegentlich geäußert. Wie Fischer hatte auch Zechlin Ende der fünfziger Jahre begonnen, in den Archiven über den Ersten Weltkrieg zu forschen, zog jedoch im Wettlauf mit dem Konkurrenten um die Publikation der Ergebnisse den Kürzeren.






da fehlt mir ein bisschen die interessenslage der anderen. die deutschen motive haben sich ja wohl nicht von denen der engländer unterschieden. und andere hatten andere.
gemeinsam war diesen problemen die annahme der beteiligten, dass das früher oder später militärisch geregelt wird. deutschland da jetzt die regie zuzuschreiben ist unrealistisch.
der erste weltkrieg war das ergebnis eines diplomatenpokers, der nach hinten losgegangen ist.
man stelle sich vor, serbien hätte die östreichischen beamten für die untersuchung des attentates akzeptiert.
da wäre kuk nicht losmaschiert.
man stelle sich vor, der zar hätte dem wunsch seines vetters dem deutschen kaiser entsprochen, die generalmobilmachung zurückzunehmen. dann wäre ...
usw usw.
der krieg war nicht das ergebnis deutscher politik sondern die war teil eines diplomatischen säbelrasselns und pokerns einer ganzen reihe europäischer länder und auf einmal hatten sie ihn in der hand, den säbel ...
...alle anderen Mächte hätten auf die deutsch-österreichischen Erpressungsversuche reagiert, dann wäre es nicht zum Krieg gekommen. Und außerdem wollten eh alle den Krieg.
Nicht sehr überzeugend, diese Argumentation. Um genau zu sein: Das ist genau die Position, die bis Fischer verbreitet war. Das Hineinschlittern in den Krieg. Keine originäre Verantwortung.
Allerdings scheint es mir nicht sehr sinnvoll, hier die inhaltliche Debatte nochmal zu starten.
Weil seine "Thesen" geeignet sind, den status quo zu rechtfertigen. So als wenn der Verlierer selbst schuld war und sein Schicksal dann gerecht. Gerade weil der 1. WK die "Urkatastrophe" war, ist es für manche zu wichtig, zumindest eine gefühlte deutsche Hauptschuld aufrecht zu erhalten. Damit es keine Unterbrechung in der Schuldkette gibt.
Wobei Fischer schlicht Ursache und Wirkung auf den Kopf stellt, wenn die NACH Kriegsbeginn aufgestellten deutschen Ziele als Ursache ausgegeben werden. Deutschland hatte halt keine Lust, Frankreich Xmal zu besiegen, nur um sich dann erneut von einer übermächtigen Koalition eingekreist zu sehen und wieder um sein Dasein kämpfen zu müssen. Selbst den übermächtigen Siegern wird, wenn es um Versailles geht, ein Sicherheitsbedürfnis zugestanden. Die Tatsache, dass die Mittelmächte hoffnungslos unterlegen waren, sollte eigentlich jedem zu denken geben.
Zumal es kein einziges handfestes deutsches Motiv gibt. Alle territorialen Ziele in Europa waren erreicht und die Auseinandersetzungen um Kolonien lange her. Außerdem war die Abhängigkeit von Import und Export sehr groß und die Meere wurden von den Briten beherrscht.
Während kaum einer leugnen kann, dass Frankreich den Krieg seit 1871 geplant hat, um seine führende Stellung wiederzugewinnen, Russland unter dem Einfluss des Panslawismus und französischer Hilfsgelder stand und die Briten mit Deutschland einen ökonomischen Konkurrenten auf dem Festland hatten, den sie vorher so nie hatten.
dass ich zu wenig über die Zusammenhänge weiss und vermutlich verstehen würde, um hier mitreden zu können. Trotzdem dachte ich beim Lesen ihres Artikels ganz spotan, damals war es der Säbel und heute ist es der Euro!
...alle anderen Mächte hätten auf die deutsch-österreichischen Erpressungsversuche reagiert, dann wäre es nicht zum Krieg gekommen. Und außerdem wollten eh alle den Krieg.
Nicht sehr überzeugend, diese Argumentation. Um genau zu sein: Das ist genau die Position, die bis Fischer verbreitet war. Das Hineinschlittern in den Krieg. Keine originäre Verantwortung.
Allerdings scheint es mir nicht sehr sinnvoll, hier die inhaltliche Debatte nochmal zu starten.
Weil seine "Thesen" geeignet sind, den status quo zu rechtfertigen. So als wenn der Verlierer selbst schuld war und sein Schicksal dann gerecht. Gerade weil der 1. WK die "Urkatastrophe" war, ist es für manche zu wichtig, zumindest eine gefühlte deutsche Hauptschuld aufrecht zu erhalten. Damit es keine Unterbrechung in der Schuldkette gibt.
Wobei Fischer schlicht Ursache und Wirkung auf den Kopf stellt, wenn die NACH Kriegsbeginn aufgestellten deutschen Ziele als Ursache ausgegeben werden. Deutschland hatte halt keine Lust, Frankreich Xmal zu besiegen, nur um sich dann erneut von einer übermächtigen Koalition eingekreist zu sehen und wieder um sein Dasein kämpfen zu müssen. Selbst den übermächtigen Siegern wird, wenn es um Versailles geht, ein Sicherheitsbedürfnis zugestanden. Die Tatsache, dass die Mittelmächte hoffnungslos unterlegen waren, sollte eigentlich jedem zu denken geben.
Zumal es kein einziges handfestes deutsches Motiv gibt. Alle territorialen Ziele in Europa waren erreicht und die Auseinandersetzungen um Kolonien lange her. Außerdem war die Abhängigkeit von Import und Export sehr groß und die Meere wurden von den Briten beherrscht.
Während kaum einer leugnen kann, dass Frankreich den Krieg seit 1871 geplant hat, um seine führende Stellung wiederzugewinnen, Russland unter dem Einfluss des Panslawismus und französischer Hilfsgelder stand und die Briten mit Deutschland einen ökonomischen Konkurrenten auf dem Festland hatten, den sie vorher so nie hatten.
dass ich zu wenig über die Zusammenhänge weiss und vermutlich verstehen würde, um hier mitreden zu können. Trotzdem dachte ich beim Lesen ihres Artikels ganz spotan, damals war es der Säbel und heute ist es der Euro!
Fischers Thesen und Annahmen sind längst in der Mottenkiste gelandet. Das das damalige Deutsche Reich bewußt und gewollt den 1. Weltkrieg herbeigeführt hat, wird auf internationaler Bühne von niemandem mehr behauptet. Wie sollte auch ohne Einwirken der Triple Entente Mächte in den regional begrenzten Konflikt Österreich/Serbien die Julikrise zu einem weltweit ausufernden Konflikt zwischen einer Vielzahl von Staaten führen. Es liegen dringende Gründe für die Annahme vor, daß der französische Außenminister Poincaré und der russische Außenminister Samsonow Absprachen für den Kriegseintritt für den Fall getroffen hatten, daß eines der beiden von ihnen vetretenen Länder dem Deutschen Reich den Krieg erklärt. Ein Defensivbündnis war das nicht. Auch England nahm die günstige Gelegenheit gern wahr, einen lästigen Handelskonkurrenten loszuwerden.
keine Rede sein, da das außenpolitische Klima schon seit einiger Zeit vergiftet war.
Aber wie ich schon schrieb, hätte man ernsthaft ein Friedensinteresse auf deutscher Seite gehabt, man hätte WWI nahezu im Alleingang verhindern können.
jedoch auch den letzten Bündnispartner abspenstig gemacht, wenn ich das richtig im Blick habe.
Darüber hinaus behaupte ich einfach mal, dass niemand mit der unheimlichen Zerstörung gerechnet hat, auf keiner der Seiten. Ich glaube man hat die neuen Technologien schlicht unterschätzt.
Beste Grüße
... behauptet ja auch niemand. Das ist eine Strohmanndiskussion.
keine Rede sein, da das außenpolitische Klima schon seit einiger Zeit vergiftet war.
Aber wie ich schon schrieb, hätte man ernsthaft ein Friedensinteresse auf deutscher Seite gehabt, man hätte WWI nahezu im Alleingang verhindern können.
jedoch auch den letzten Bündnispartner abspenstig gemacht, wenn ich das richtig im Blick habe.
Darüber hinaus behaupte ich einfach mal, dass niemand mit der unheimlichen Zerstörung gerechnet hat, auf keiner der Seiten. Ich glaube man hat die neuen Technologien schlicht unterschätzt.
Beste Grüße
... behauptet ja auch niemand. Das ist eine Strohmanndiskussion.
eine Seminararbeit zu dem Thema verfasst und kann nur bestätigen, dass man bis kurz vor Ausbruch von deutscher Seite aus noch entgegensteuern hätte können, um das Schlimmste zu verhindern.
Das Interesse hierzu war jedoch faktisch nicht vorhanden, umso weniger, je höher man in die Einflusssphären vordrang.
Insbesondere Wilhelms Äußerungen sind sehr eindeutig in der Richtung gewesen, was nicht zuletzt noch durch seine Beuteuerungen, quasi den Blankoscheck ggü. Ö-U bestätigt wird.
Auf Seite Österreichs rechnete man gar mit einer Enttäuschung durch das Reich und fürchtete bzgl. einer Intervention in Serbien einen Kriegseintritt der Russen. Aber Wilhelm tat sein Möglichstes, die Gefahr eines russischen Kriegseintritt herabzuspielen.
Schließlich würde ihm der Verbündete ja die perfekte Entschuldigung für seinen törichten Griff nach der Weltmacht liefern...
... noch ein paar aktuellere Bücher lesen sollen. Den "Griff nach der Weltmacht" vertritt nämlich kaum noch einer. Allgemein wird anerkannt, dass man in Berlin ehrlich davon entsetzt war, dass sich Russland hinter Serbien gestellt hat, mobil gemacht hat und Frankreich auch.
Weil der "Griff nach der Weltmacht" unhaltbar geworden ist, wird eine angebliche deutsche Hauptschuld nur noch über eine angebliche dilettantische Außenpolitik konstruiert, die Misstrauen erregt habe. Aber auch das verblasst, wenn man nicht ständig nur Deutschland seziert, sondern sich einmal ansieht, wie es bei den anderen Mächten aussah, die durchaus handfeste Motive hatten.
Aber da das Ergebnis bei Ihnen gestimmt hat, gehe ich davon aus, dass es bei der Note für die Seminararbeit kein Problem gibt ;).
Ihre Hypothese, Deutschland hätte den Ersten WK im Alleingang verhindern können, wenn es wirklich gewollt hätte, funktioniert ja auch umgekehrt: Frankreich hätte nicht zu mobilisieren brauchen, England und Rußland sich komplett raushalten etc.
Aber von den Entente-Mächten verlangt niemand ein Friedensinteresse.
... noch ein paar aktuellere Bücher lesen sollen. Den "Griff nach der Weltmacht" vertritt nämlich kaum noch einer. Allgemein wird anerkannt, dass man in Berlin ehrlich davon entsetzt war, dass sich Russland hinter Serbien gestellt hat, mobil gemacht hat und Frankreich auch.
Weil der "Griff nach der Weltmacht" unhaltbar geworden ist, wird eine angebliche deutsche Hauptschuld nur noch über eine angebliche dilettantische Außenpolitik konstruiert, die Misstrauen erregt habe. Aber auch das verblasst, wenn man nicht ständig nur Deutschland seziert, sondern sich einmal ansieht, wie es bei den anderen Mächten aussah, die durchaus handfeste Motive hatten.
Aber da das Ergebnis bei Ihnen gestimmt hat, gehe ich davon aus, dass es bei der Note für die Seminararbeit kein Problem gibt ;).
Ihre Hypothese, Deutschland hätte den Ersten WK im Alleingang verhindern können, wenn es wirklich gewollt hätte, funktioniert ja auch umgekehrt: Frankreich hätte nicht zu mobilisieren brauchen, England und Rußland sich komplett raushalten etc.
Aber von den Entente-Mächten verlangt niemand ein Friedensinteresse.
keine Rede sein, da das außenpolitische Klima schon seit einiger Zeit vergiftet war.
Aber wie ich schon schrieb, hätte man ernsthaft ein Friedensinteresse auf deutscher Seite gehabt, man hätte WWI nahezu im Alleingang verhindern können.
Man hätte vielleicht einen Weltkrieg im Jahre 1914 verhindern können, es hätte dann aber vielleicht 1915, 1916 oder meinetwegen erst 1920 den ersten Weltkrieg gegeben. Europa war ein Pulverfass, die Menschen wollten Krieg, es fehlte nur der Funke, der das Pulverfass zum explodieren brachte.
Die deutsche Fürung war aber nicht besonders schlau, dass erkennt man schon daran, dass der Krieg verloren wurde. Sich in auf eine Konstelation einzulassen, bei der man mit grosser Wahrscheinlichkeit den Krieg verliert, ist einfach nur dumm. Kaiser Wilhlem wurde zum Totengräber des Kaiserreichs, nach Hitler gab es überhaupt kein Deutsches Reich mehr. Aber ein kanadischer Freund von mir sagte einmal, er könnte die Deutschen inzwischen verstehen, nachdem er sich lange überlegt hat, warum Deutschland 2. Weltkriege geführt haben: Wenn Menschen sehr mächtig sind wollen sie immer mehr, und mehr. Ein deutsche Mitschuld kann nicht bestritten werden, von Alleinschuld kann aber keine Rede sein. Frankreich woltte Revenge für 1870/71, der Zar wollte von innenpolitischen Problemen ablenken, Österreich wollte Rache für den Tod des Thronfolgers und UK sowie die USA wollten verhindern dass Deutschland eine Weltmacht wird. Japaner erkannten die Chance deutsche Schutzgebiete in Ostasien zu annektieren, die Italiener wollten Südtirol.
Man hätte vielleicht einen Weltkrieg im Jahre 1914 verhindern können, es hätte dann aber vielleicht 1915, 1916 oder meinetwegen erst 1920 den ersten Weltkrieg gegeben. Europa war ein Pulverfass, die Menschen wollten Krieg, es fehlte nur der Funke, der das Pulverfass zum explodieren brachte.
Die deutsche Fürung war aber nicht besonders schlau, dass erkennt man schon daran, dass der Krieg verloren wurde. Sich in auf eine Konstelation einzulassen, bei der man mit grosser Wahrscheinlichkeit den Krieg verliert, ist einfach nur dumm. Kaiser Wilhlem wurde zum Totengräber des Kaiserreichs, nach Hitler gab es überhaupt kein Deutsches Reich mehr. Aber ein kanadischer Freund von mir sagte einmal, er könnte die Deutschen inzwischen verstehen, nachdem er sich lange überlegt hat, warum Deutschland 2. Weltkriege geführt haben: Wenn Menschen sehr mächtig sind wollen sie immer mehr, und mehr. Ein deutsche Mitschuld kann nicht bestritten werden, von Alleinschuld kann aber keine Rede sein. Frankreich woltte Revenge für 1870/71, der Zar wollte von innenpolitischen Problemen ablenken, Österreich wollte Rache für den Tod des Thronfolgers und UK sowie die USA wollten verhindern dass Deutschland eine Weltmacht wird. Japaner erkannten die Chance deutsche Schutzgebiete in Ostasien zu annektieren, die Italiener wollten Südtirol.
jedoch auch den letzten Bündnispartner abspenstig gemacht, wenn ich das richtig im Blick habe.
Darüber hinaus behaupte ich einfach mal, dass niemand mit der unheimlichen Zerstörung gerechnet hat, auf keiner der Seiten. Ich glaube man hat die neuen Technologien schlicht unterschätzt.
Beste Grüße
Man hat die technische Massenvernichtung unterschätzt: Sieht man schon an der Einführung der Stahlhelme, die erst im Januar 1916 auf deutscher Seite kam (etwa neun Monate nach den Engländern). Zudem waren die Strategen so weit von den Schlachtfeldern entfernt, daß es für sie nur blanke Zahlenspiele waren. Das führte dazu, daß stellenweise falsche Informationen von der Front geliefert wurden, um unsinnige Angriffe zu vermeiden (Ein Hügel, der auf dem Papier erobert ist, braucht nicht rückerobert werden).
Man hat die technische Massenvernichtung unterschätzt: Sieht man schon an der Einführung der Stahlhelme, die erst im Januar 1916 auf deutscher Seite kam (etwa neun Monate nach den Engländern). Zudem waren die Strategen so weit von den Schlachtfeldern entfernt, daß es für sie nur blanke Zahlenspiele waren. Das führte dazu, daß stellenweise falsche Informationen von der Front geliefert wurden, um unsinnige Angriffe zu vermeiden (Ein Hügel, der auf dem Papier erobert ist, braucht nicht rückerobert werden).
Bemerkenswert finde ich die Tatsache, dass Karl Liebknecht von Anfang an gegen die Kriegsanleihen stimmte (und auch den türkischen Völkermord an den Armeniern kritisierte), während der rechte Flügel der SPD mit Hurra die Abiturienten in den Bleihagel trieb und über die Vorgänge in Armenien schwieg.
scheint mir in etwa so sinnvoll zu sein wie die Schuld der Juden am Tode von Jesus Christus - insofern können wir uns wohl noch auf ein paar Jahrhunderte ständiger Aufwärmung desselben freuen
Man hat die technische Massenvernichtung unterschätzt: Sieht man schon an der Einführung der Stahlhelme, die erst im Januar 1916 auf deutscher Seite kam (etwa neun Monate nach den Engländern). Zudem waren die Strategen so weit von den Schlachtfeldern entfernt, daß es für sie nur blanke Zahlenspiele waren. Das führte dazu, daß stellenweise falsche Informationen von der Front geliefert wurden, um unsinnige Angriffe zu vermeiden (Ein Hügel, der auf dem Papier erobert ist, braucht nicht rückerobert werden).
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