Kapitalanlage Nächste allgemeine Verunsicherung
Zwei von drei Anlegern fürchten um ihre Ersparnisse. Wie viele sichere Orte es noch gibt.
© Louisa Gouliamaki/AFP/Getty Images

Passanten spiegeln sich im Fenster der Athener Börse. Hinter den Scheiben ist die Kurskurve erkennbar.
An der Mündung des Sarno gelegen, galt die Stadt sieben Jahrhunderte lang als einer der sichersten Häfen der Welt. Direkt am Meer, aber auf einem Plateau, die vorgelagerten Lagunen schützten sie gegen die raue See. Denn von dort – wenn überhaupt – drohe die Gefahr, dachte alle Welt damals. Der Name der Stadt: Pompeji. Ein Erdbeben und der wachgerüttelte Vesuv sollten die Patrizierstadt im Jahr 79 unserer Zeitrechnung unter meterdicken Ascheschichten begraben.
Die Geschichte Pompejis lehrt uns: Absolute Sicherheit gibt es nicht. Nicht für Leib und Leben und auch nicht für das liebe Geld, erst recht nicht, wenn eine Schuldenkrise wie die derzeitige die westliche Welt aus ihren Angeln zu heben droht. Tief verunsichert und ein wenig verzweifelt staunen wir über Abkürzungen wie EFSF oder ESM, über die Zahl der Nullen, die unter den nächsten Rettungsschirm passen, wir fürchten die Inflation und haben keine Ahnung, wo unser Geld noch sicher aufbewahrt ist. Zwei Drittel aller Anleger haben Angst, dass ihre Ersparnisse in Gefahr sind, hat eine Umfrage der Fondsgesellschaft Union Investment kürzlich herausgefunden. Eine handfeste Vertrauenskrise attestiert deren Geschäftsführer für Privatfonds Giovanni Gay deshalb den Märkten. Mit harten Fakten belegbar sei diese allerdings nicht. Aber selten zuvor hätten so viele Sparer ihre Angst zugegeben. Auf die Tipps von Bankberatern vertrauen sie längst nicht mehr, hat die Fondsgesellschaft Fidelity ermittelt. Jeder dritte Sparer nimmt demnach seine Geldangelegenheiten lieber in die eigene Hand. Und fragt sich nun: Wo ist mein Geld überhaupt noch sicher?
In Krisenzeiten beginnt üblicherweise die Suche nach sicheren Häfen – oder zumindest nach Anlagemöglichkeiten, die Experten und Börsenbriefe öffentlichkeitswirksam für solche befinden. Gold wird dann immer als Reservewährung genannt, der Schweizer Franken als Fluchtwährung, Immobilien werden zu »Betongold«, und Rohstoffe versprechen stets Rettung fürs Depot. Aber jetzt, wo Europas Staaten und Banken in schwere See geraten sind, geben selbst gestandene Vermögensverwalter wie Jens Ehrhardt zu: »Es ist verdammt schwierig, etwas zu finden, was man überhaupt noch als sicheren Hafen bezeichnen kann.«
Das gilt vor allem für jene Anleger, die nach Sicherheit und ein bisschen Rendite suchen. Für jene, die nur nichts verlieren wollen, taugen zumindest deutsche Staatsanleihen mit kurzen Laufzeiten von drei oder fünf Jahren als Anlage. Obgleich diese Papiere derzeit so niedrige Zinsen abwerfen, dass Anleger nach Abzug der Inflationsrate schon jetzt Verluste schreiben. »Und je länger die Laufzeiten, desto größer wird das Problem mit der Inflation«, warnt Ehrhardt, »weil die Staaten in den kommenden Jahren wieder vermehrt Geld drucken werden.« Kein Wunder also, dass einige Nobelpreisträger Staatsanleihen nur noch als »Flucht in die relative Sicherheit« bezeichnen. Die gewohnten Fluchtreflexe funktionieren nicht mehr. Wie seit Kurzem in der Schweiz: Nachdem der Franken zuletzt gefragte Fluchtwährung war und unaufhörlich stieg, haben die Eidgenossen ihre Währung an den Euro gekoppelt. Steigen kann der Franken nun nicht mehr, sinken allerdings schon, schließlich gilt er ohnehin als chronisch überbewertet. Prompt denkt die Schweizer Finanzministerin Eveline Widmer-Schlumpf öffentlich darüber nach, ob die Schwelle bei 1,20 Franken pro Euro bleiben oder ob sie diese auf 1,30 anheben soll. Zudem droht die Schweizer Nationalbank, Negativzinsen für Ausländerkonten per Dekret zu verlangen. Deutsche Anleger müssten dann Geld dafür bezahlen, dass sie ihre Guthaben in der Schweiz unterbringen. So wäre wenigstens eines sicher: Man verliert bei den Nachbarn Geld, wenn man die Risiken im Euro-Raum umschiffen will.
Schon haben Finanzexperten eine andere Währung ausgemacht, die sicher sein soll, falls der Euro-Raum auseinanderkracht: die norwegische Krone. Geringe Arbeitslosigkeit, solide Staatsfinanzen und gigantische Ölvorkommen sprächen für das skandinavische Land. Verbraucherschützer halten vom Fremdwährungskauf allerdings wenig. »Währungen sind keine sicheren Geldanlagen, sondern Spekulation«, sagt Karin Baur von der Stiftung Warentest. Die Kurse schwanken mitunter sehr stark, also drohen Anlegern immer Verluste. Zudem kostet das Zurücktauschen von Fremdwährungen Geld. Und käme Norwegen wirklich ungeschoren weg, wenn im Euro-Raum der Orkan tobte? Schließlich lebt die Wirtschaft des Landes zu 80 Prozent davon, dass sie Brennstoffe, Fische, Tourismus und Software in andere europäische Staaten exportiert.
Wenn also nicht norwegisches Geld, dann vielleicht eine eigene Wohnung in einer deutschen Großstadt? Wer sich in zentraler Lage eine Bleibe kauft, kann nicht viel falsch machen, sagen fast alle Immobilienexperten. »In den Metropolregionen ist man völlig sicher. Und auch für alle Städte ab 100.000 Einwohner taugt die Immobilie als Werterhalt«, sagt Jürgen Michael Schick, Vizepräsident des Immobilienverbandes IVD. Der Verband hat errechnet, dass die Wohnimmobilienpreise in den sieben Topstädten zwischen 1977 und 2010 fast immer stärker stiegen als die Inflationsrate.
Nur muss das nicht für immer so bleiben. Auch Pompeji galt ja 700 Jahre lang als sicher. Zudem wird es jenseits solcher Allgemeinaussagen schon schwierig: Den Münchner Immobilienmarkt etwa halten einige Analysten für überhitzt. Vor ein paar Jahren galt das 22-Fache der Jahresmiete als »normaler Kaufpreis« für eine Stadtwohnung. Inzwischen ist es an der Isar schon das 36-Fache. Für Luxusneubauten legen Käufer sogar das 55-Fache hin. Im Schnitt kostet ein Quadratmeter in München 3.600 Euro, das ist Bundesrekord. Auch in anderen Metropolen sind 30-fache Jahresmieten als Kaufpreise längst Usus. Und trotzdem können Makler gar nicht so schnell Wohnungen im Internet inserieren, wie sie diese verkaufen könnten. In Toplagen deutscher Metropolen werden Immobilien nur noch meistbietend zugeteilt, sagt Vermögensverwalter Bert Flossbach. »Wir würden deshalb nicht mehr auf die großen Zentren setzen wie München, Düsseldorf, Frankfurt und Hamburg, weil die schon zu gut gelaufen sind«, sagt auch Christian Kreuser, Leiter des Privatkundengeschäfts der Quirin-Bank. Er empfiehlt Anlegern gerne Wohnimmobilien zum Kauf, aber lieber in den »Hidden Champions«, so nennt er kaufkräftige Universitätsstädte wie Ingolstadt oder Ulm.
- Datum 30.10.2011 - 08:54 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 27.10.2011 Nr. 44
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...und Bildung für Eltern und Kinder: Warum nicht das Geld in ein Studium in vorgerücktem Alter, eine teure Zusatzqulifikation oder den Auslandsaufenthalt der studierenden Kinder stecken? Wer mit klugem Kopf und flinken Beinen der Krise davonlaufen will, braucht zusem die Lektüre intelligenten Journlismus- vielleicht die ZEIT?
Bei der richtigen Diversifikation seines Vermögens sollte nicht nur eine Immobile in den Hidden Places im Portfolio mit drin sein,
auch ein Stück Anlage-Acker wäre empfehlenswert.
Dort könnte man dann, wenn’s ganz hart kommt, nahrhafte Kartoffeln und Kohl anbauen,
und evt. sogar eine Kuh halten,
wenn man zu melken versteht,
natürlich.
Gruß Max Stockhaus
...zur Verteidigung ihres Kartoffelackers dürfen Sie nicht vergessen. Und müssen aufpassen, daß die Ihnen nicht die Tomaten von den Sträuchern fressen.
...zur Verteidigung ihres Kartoffelackers dürfen Sie nicht vergessen. Und müssen aufpassen, daß die Ihnen nicht die Tomaten von den Sträuchern fressen.
Die wichtigste Frage, in Bezug auf eine zu treffende Anlageentscheidung, ist die: "Wann brauche ich das Geld wieder?" Im Idealfall MUSS es "über" sein, so dass evtl. Talsohlen, wie jetzt bei Staatsanleihen oder Aktien, ausgesessen werden können. Hofft man auf kurzfristige Renditen, sollte man die Finger von einer Geldanlage lassen, ausser man zockt!
Immobilien als Geldanlage? Dem Bauboom zufolge muss das eine tolle Anlage sein. Und - wie der Autor erwähnte - wenn die Mieter, Feriengäste o.ä. ausbleiben? Für den Eigenbedarf mag das "Haus" immer noch die richtige Wahl sein, doch für die Spekulation auch?
Vielleicht sollten wir Anleger uns bewusst sein, dass aus unserem Ersparten - in den meisten Fällen oder im Idealfall - Investionen der Wirtschaft (bzw. die Mieten der anderen) werden. Je mehr Rendite wir fordern, desto teurer die Investition des Unternehmers und letztlich, die von uns zu kaufenden Produkte. Ich möchte jetzt keine Lanze für die 'armen' Unternehmer brechen, aber in einer funktionierenden Wirtschaft - über den Begriff darf gestritten werden, haben 'gierige' Sparer keinen Platz und schädigen das System.
Manchmal ist auch ein kleiner Verlust eine gute Rendite. Es lässt sich nicht immer gewinnen! Oder glauben sie an Kettenbriefe?
Unsere (Ur)Großeltern haben in zwei Kriegen, einer Hyerinflation, einer Weltwirtschaftskrise oft ihr komplettes Vermögen (oder gar ihr Leben) eingebüßt. Und wir jammern um einen Verlust in Höhe der Inflationsrate von 2%!
...wenn niemand Ihr Investment wiederhaben will, ist es wertlos, ganz gleich, ob Goldklumpen, Oldtimer, Ferienwohnungen oder Kartoffeläcker. Immer heiter und gesund bleiben ist die beste Investition.
... es gibt eine einzige Honorarberater-Bank (selbst suchen), nicht zu verwechseln mit Agenturen und Finanzberatung. Keine versteckten Kosten und Provisionen sondern aktive Depotsteuerung (man muss nicht jeden Tag schauen was auf dem Markt geschieht).
...wenn niemand Ihr Investment wiederhaben will, ist es wertlos, ganz gleich, ob Goldklumpen, Oldtimer, Ferienwohnungen oder Kartoffeläcker. Immer heiter und gesund bleiben ist die beste Investition.
... es gibt eine einzige Honorarberater-Bank (selbst suchen), nicht zu verwechseln mit Agenturen und Finanzberatung. Keine versteckten Kosten und Provisionen sondern aktive Depotsteuerung (man muss nicht jeden Tag schauen was auf dem Markt geschieht).
...zur Verteidigung ihres Kartoffelackers dürfen Sie nicht vergessen. Und müssen aufpassen, daß die Ihnen nicht die Tomaten von den Sträuchern fressen.
...wenn niemand Ihr Investment wiederhaben will, ist es wertlos, ganz gleich, ob Goldklumpen, Oldtimer, Ferienwohnungen oder Kartoffeläcker. Immer heiter und gesund bleiben ist die beste Investition.
Ich habe ein Teil meines Geldes in eine Solarstromanlage gesteckt. Diese habe ich zum Teil über ein langfristiges Darlehen mit festem Zinssatz finanziert, zum Teil mit dem Geld, dass ich investieren wollte.
Jetzt produziere ich umweltfreundlichen Strom, den ich selbst nutzen kann, oder verkaufen kann. Sollte es demnächst eine Hyperinflation geben produziere ich weiter umweltfreundlichen Strom und das langfristige Darlehen würde durch die Inflation an "Wert" verlieren. Das Szenario Hyperinflation ist bei diesem Investment nicht mehr meine Sorge, und Grundsteuern fallen nicht für die Solarstromanlage an, sondern für das Haus auf dem diese ist.
Aber dennoch: das Szenario "Revolution" könnte mein Recht auf Eigentum in Frage stellen. Genauso wie bei Gold im Bankdepot etc.
...und der Solarstromanlage den Ertrag übersteigt? Oder Sie umziehem müssen? Oder viele andere die gleiche Idee haben - und niemend mehr Ihren Strom haben will? Wie sie sehen, ist der einzige Wert eine Gesellschaft (und Wirtschaft) im Gleichgewicht. Wozu wir alle beitragen können mit unserem Verhalten - oder eben nicht.
...und der Solarstromanlage den Ertrag übersteigt? Oder Sie umziehem müssen? Oder viele andere die gleiche Idee haben - und niemend mehr Ihren Strom haben will? Wie sie sehen, ist der einzige Wert eine Gesellschaft (und Wirtschaft) im Gleichgewicht. Wozu wir alle beitragen können mit unserem Verhalten - oder eben nicht.
Ist letztlich schon noch das Sicherste.
Dabei nicht andauernd Wirkung mit Ursache verwechseln.
http://www.theintelligenc...
http://spreegurke.twoday....
http://qpress.de/2011/06/...
Geld muss ohne Zinsbelastung in den Geldkreislauf. Dadurch Verschwinden die Schulden die nur durch die Anwesenheit von Geld existieren! Nicht der Kredit für Investitionen, Auto oder Hauskauf, und was es da sonstiges gibt.
Diese Schulden bleiben, nur das dann bei Rückzahlung das Geld nicht verschwindet, wie Heute. Bei Rückzahlung müssen die Banken dann kein Geld aus dem Nichts erschaffen, mit der Belastung ohne Gelddeckung für Gebühr und Zins!
Heute verschwindet bei Rückzahlung das Geld und es fehlt irgendwo im Geldkreislauf, worauf sich wieder ein anderer Verschulden muss. Der letzte der seine Kreditwürdigkeit verliert ist immer der Staat!
Das sollte reichen, zusammen mit dem was in den Links beschrieben ist.
Staaten nehmen die Geldschöpfung in die eigenen Hände, und das Geld wird ohne Gebühr und Zinsbelastung, in den Geldkreislauf eingeschleust. Wie im folgenden Link erklärt:
http://community.zeit.de/...
Die wohl beste Möglichkeit, aus diesem Schuldgelddilemma zu entkommen?
Die Dividende ist auch eine Art Zins, wenn es nicht in die Wirtschaft fließt, sondern andere Aktien, die wiedermal Dividende abwerfen, reinvestiert werden.
... zu ihrer erfolgreichen Indoktrination. Sie sprechen von Geld, es ist aber kein Geld. Gold ist Geld, Papierfetzen sind lediglich Zahlungsmittel, die mit Gewalt und Zwang durchgesetzt werden. Dass "Geld" aus dem Nichts geschöpft werden kann (Diebstahl an allen die dieses "Geld" halten) scheint nicht einzuleuchten.
Nur wer steckt dahinter? Wer hat die Waffe in der Hand? Der Staat. Der Linken fällt nur ein noch mehr staatliche Gewalt einzufordern und die Selbstzerfleischung der Zivilisation zu forcieren. Papa (oder Mama) Staat schützt uns alle vor den bösen Geschwistern. Nur warum sind die Geschwister überhaupt böse? In 99% der Fälle liegt es an den Eltern.
Zinsen sind absolut kein Problem, wenn man sich in Gold verchulden würde. Sinkt die Menge an Gold das gespart wurde und verliehen werden kann (es kann ja nichts aus Luft geschöpft werden), steigen die Zinsen und die Verschuldung schrumpft auf ein gesundes Maß zurück. Kredite die nicht mehr Wert für die Gesellschaft schöpfen als sie diese kosten (durch Zinsen), platzen. Das ist grob die Funktionsweise eines freien Geldsystems.
Die Dividende ist auch eine Art Zins, wenn es nicht in die Wirtschaft fließt, sondern andere Aktien, die wiedermal Dividende abwerfen, reinvestiert werden.
... zu ihrer erfolgreichen Indoktrination. Sie sprechen von Geld, es ist aber kein Geld. Gold ist Geld, Papierfetzen sind lediglich Zahlungsmittel, die mit Gewalt und Zwang durchgesetzt werden. Dass "Geld" aus dem Nichts geschöpft werden kann (Diebstahl an allen die dieses "Geld" halten) scheint nicht einzuleuchten.
Nur wer steckt dahinter? Wer hat die Waffe in der Hand? Der Staat. Der Linken fällt nur ein noch mehr staatliche Gewalt einzufordern und die Selbstzerfleischung der Zivilisation zu forcieren. Papa (oder Mama) Staat schützt uns alle vor den bösen Geschwistern. Nur warum sind die Geschwister überhaupt böse? In 99% der Fälle liegt es an den Eltern.
Zinsen sind absolut kein Problem, wenn man sich in Gold verchulden würde. Sinkt die Menge an Gold das gespart wurde und verliehen werden kann (es kann ja nichts aus Luft geschöpft werden), steigen die Zinsen und die Verschuldung schrumpft auf ein gesundes Maß zurück. Kredite die nicht mehr Wert für die Gesellschaft schöpfen als sie diese kosten (durch Zinsen), platzen. Das ist grob die Funktionsweise eines freien Geldsystems.
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