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Zum Golde drängt, am Golde hängt mal wieder alles

Doch kauft man ein Haus oder eine Wohnung nur ungern in einer Stadt, die man nicht kennt, und beauftragt auch nicht mal eben seinen Finanzberater damit. Viele suchen lange nach dem passenden Wohneigentum. Wer vorschnell kauft, könnte das bereuen, wenn die Preise in München oder Hamburg doch wieder sinken. Oder niemand die Wohnung in Ulm mieten will. Oder größere Renovierungen fällig werden, weil man nicht auf die Bausubstanz geachtet hat. Zumal ein Immobilienkäufer schon bei der Vertragsunterzeichnung etwa zehn Prozent der Kaufsumme für Makler, Notar und Steuern versenkt. Und die Geschichte hat oft genug gezeigt: Staaten, die klamm sind, holen sich zuerst von Immobilienbesitzern ihr Geld, sie erhöhen massiv die Grundsteuern. »Wenn es zu einer weiteren Finanzkrise kommt oder zu einer trabenden Inflation«, die Stefan Homburg, Professor für öffentliche Finanzen in Hannover, für wahrscheinlich hält, »werden auch Realanlagen nicht unbeschadet davonkommen.«

Zum Golde drängt, am Golde hängt also mal wieder alles. »Gold und in deutlich geringerem Maße Silber werden als sichere Häfen für die Geldanlage wahrgenommen und scheinen einer Welt-Reservewährung am nächsten zu kommen«, schreiben die Analysten der Investmentbank Morgan Stanley. Noch in den allerstürmischsten Zeiten habe sich Gold auch glänzend bewährt. Zuletzt in der Ölkrise in den siebziger Jahren, als die Russen 1980 in Afghanistan einmarschierten und 2001, nachdem die Dotcom-Blase platzte. Seit 1970 hat Gold seinen Wert in etwa verdreizehnfacht.

Ein sicherer Hafen ist es deswegen noch lange nicht, warnt die Stiftung Warentest. Goldbesitz kostet Geld, das kassieren diejenigen, die es aufbewahren. Zudem ist der Goldpreis längst nicht so unabhängig von den Aktienkursen, wie viele glauben: Gold- und Aktienkurse schwanken seit 40 Jahren parallel, hat Warentest errechnet. In guten Wirtschaftsjahren liefen Aktien zudem erheblich besser. Ihr Wert ist seit 1970 um das 43-Fache gestiegen. Und dass Anleger auch mit Gold Geld verlieren können, erfuhren Edelmetallbesitzer zuletzt im September. Da sackte der Preis für eine Unze um 300 Dollar auf rund 1.600 Dollar zusammen. Obwohl sich zeitgleich die Staatspleitenwarnungen häuften.

Ob Gold als Krisenwährung taugt oder nicht, darüber streiten seither die Analysten. Die meisten, wie Rohstoffexperte Marc Faber, sagen: Es war nur eine normale Korrektur. Weil inzwischen auch viele »zittrige Hände« in Gold investiert hätten, hätten eben einige bei den Höchstkursen ihr Gold wieder zu Geld gemacht und ihre Gewinne realisiert. Langfristig aber glauben viele an einen weiteren Höhenrausch des Goldes. Andere wie etwa Koen Straetmans, Rohstoffstratege bei ING Investment Management, jedoch mahnen, der Goldpreis könnte bald gehörig fallen: Denn »Gerüchten zufolge könnte das US-Finanzministerium einen Teil seiner Goldreserven verkaufen, um das Haushaltsloch wenigstens ein Stück weit zu stopfen.« Und einige Euro-Länder könnten dasselbe versuchen. Allein der amerikanische Staat hält die doppelte Menge des Volumens, das pro Jahr auf dem Goldmarkt gehandelt wird.

Also doch der Sparstrumpf? Oder lieber spenden? So seltsam es auch klingt, trotz der Fülle an Risiken: All diese Investments sind im Zusammenspiel immer noch das Beste, wofür sich ein Anleger derzeit entscheiden kann. Wer sein Geld breit über deutsche Staatsanleihen, Gold, Immobilien und auch ein paar internationale Aktien streut, ist noch am besten gewappnet für einen möglichen Crash. Die Krise von 2008 hat der Pleite des US-Investmentbank Lehman Brothers zwar gezeigt, dass auch alle Anlageklassen gleichzeitig abstürzen können. Damals blieben nur die Staatsanleihen verschont. Dumm nur, dass Anleihen dieses Mal Hauptgrund für die nächste allgemeine Verunsicherung sind und nun den nächsten Crash auslösen. Aber so schlimm wie einst in Pompeji wird es eher nicht. Aber selbst das hat sich nach 1.800 Jahren von der Vulkanasche befreit.

 
Leser-Kommentare
  1. ...und Bildung für Eltern und Kinder: Warum nicht das Geld in ein Studium in vorgerücktem Alter, eine teure Zusatzqulifikation oder den Auslandsaufenthalt der studierenden Kinder stecken? Wer mit klugem Kopf und flinken Beinen der Krise davonlaufen will, braucht zusem die Lektüre intelligenten Journlismus- vielleicht die ZEIT?

    Eine Leser-Empfehlung
  2. Bei der richtigen Diversifikation seines Vermögens sollte nicht nur eine Immobile in den Hidden Places im Portfolio mit drin sein,
    auch ein Stück Anlage-Acker wäre empfehlenswert.

    Dort könnte man dann, wenn’s ganz hart kommt, nahrhafte Kartoffeln und Kohl anbauen,
    und evt. sogar eine Kuh halten,
    wenn man zu melken versteht,
    natürlich.

    Gruß Max Stockhaus

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    ...zur Verteidigung ihres Kartoffelackers dürfen Sie nicht vergessen. Und müssen aufpassen, daß die Ihnen nicht die Tomaten von den Sträuchern fressen.

    ...zur Verteidigung ihres Kartoffelackers dürfen Sie nicht vergessen. Und müssen aufpassen, daß die Ihnen nicht die Tomaten von den Sträuchern fressen.

    • UK73
    • 30.10.2011 um 10:25 Uhr

    Die wichtigste Frage, in Bezug auf eine zu treffende Anlageentscheidung, ist die: "Wann brauche ich das Geld wieder?" Im Idealfall MUSS es "über" sein, so dass evtl. Talsohlen, wie jetzt bei Staatsanleihen oder Aktien, ausgesessen werden können. Hofft man auf kurzfristige Renditen, sollte man die Finger von einer Geldanlage lassen, ausser man zockt!

    Immobilien als Geldanlage? Dem Bauboom zufolge muss das eine tolle Anlage sein. Und - wie der Autor erwähnte - wenn die Mieter, Feriengäste o.ä. ausbleiben? Für den Eigenbedarf mag das "Haus" immer noch die richtige Wahl sein, doch für die Spekulation auch?

    Vielleicht sollten wir Anleger uns bewusst sein, dass aus unserem Ersparten - in den meisten Fällen oder im Idealfall - Investionen der Wirtschaft (bzw. die Mieten der anderen) werden. Je mehr Rendite wir fordern, desto teurer die Investition des Unternehmers und letztlich, die von uns zu kaufenden Produkte. Ich möchte jetzt keine Lanze für die 'armen' Unternehmer brechen, aber in einer funktionierenden Wirtschaft - über den Begriff darf gestritten werden, haben 'gierige' Sparer keinen Platz und schädigen das System.

    Manchmal ist auch ein kleiner Verlust eine gute Rendite. Es lässt sich nicht immer gewinnen! Oder glauben sie an Kettenbriefe?

    Unsere (Ur)Großeltern haben in zwei Kriegen, einer Hyerinflation, einer Weltwirtschaftskrise oft ihr komplettes Vermögen (oder gar ihr Leben) eingebüßt. Und wir jammern um einen Verlust in Höhe der Inflationsrate von 2%!

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    ...wenn niemand Ihr Investment wiederhaben will, ist es wertlos, ganz gleich, ob Goldklumpen, Oldtimer, Ferienwohnungen oder Kartoffeläcker. Immer heiter und gesund bleiben ist die beste Investition.

    ... es gibt eine einzige Honorarberater-Bank (selbst suchen), nicht zu verwechseln mit Agenturen und Finanzberatung. Keine versteckten Kosten und Provisionen sondern aktive Depotsteuerung (man muss nicht jeden Tag schauen was auf dem Markt geschieht).

    ...wenn niemand Ihr Investment wiederhaben will, ist es wertlos, ganz gleich, ob Goldklumpen, Oldtimer, Ferienwohnungen oder Kartoffeläcker. Immer heiter und gesund bleiben ist die beste Investition.

    ... es gibt eine einzige Honorarberater-Bank (selbst suchen), nicht zu verwechseln mit Agenturen und Finanzberatung. Keine versteckten Kosten und Provisionen sondern aktive Depotsteuerung (man muss nicht jeden Tag schauen was auf dem Markt geschieht).

  3. ...zur Verteidigung ihres Kartoffelackers dürfen Sie nicht vergessen. Und müssen aufpassen, daß die Ihnen nicht die Tomaten von den Sträuchern fressen.

  4. ...wenn niemand Ihr Investment wiederhaben will, ist es wertlos, ganz gleich, ob Goldklumpen, Oldtimer, Ferienwohnungen oder Kartoffeläcker. Immer heiter und gesund bleiben ist die beste Investition.

    • ASasse
    • 30.10.2011 um 10:35 Uhr

    Ich habe ein Teil meines Geldes in eine Solarstromanlage gesteckt. Diese habe ich zum Teil über ein langfristiges Darlehen mit festem Zinssatz finanziert, zum Teil mit dem Geld, dass ich investieren wollte.

    Jetzt produziere ich umweltfreundlichen Strom, den ich selbst nutzen kann, oder verkaufen kann. Sollte es demnächst eine Hyperinflation geben produziere ich weiter umweltfreundlichen Strom und das langfristige Darlehen würde durch die Inflation an "Wert" verlieren. Das Szenario Hyperinflation ist bei diesem Investment nicht mehr meine Sorge, und Grundsteuern fallen nicht für die Solarstromanlage an, sondern für das Haus auf dem diese ist.

    Aber dennoch: das Szenario "Revolution" könnte mein Recht auf Eigentum in Frage stellen. Genauso wie bei Gold im Bankdepot etc.

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    ...und der Solarstromanlage den Ertrag übersteigt? Oder Sie umziehem müssen? Oder viele andere die gleiche Idee haben - und niemend mehr Ihren Strom haben will? Wie sie sehen, ist der einzige Wert eine Gesellschaft (und Wirtschaft) im Gleichgewicht. Wozu wir alle beitragen können mit unserem Verhalten - oder eben nicht.

    ...und der Solarstromanlage den Ertrag übersteigt? Oder Sie umziehem müssen? Oder viele andere die gleiche Idee haben - und niemend mehr Ihren Strom haben will? Wie sie sehen, ist der einzige Wert eine Gesellschaft (und Wirtschaft) im Gleichgewicht. Wozu wir alle beitragen können mit unserem Verhalten - oder eben nicht.

  5. Ist letztlich schon noch das Sicherste.

  6. Dabei nicht andauernd Wirkung mit Ursache verwechseln.

    http://www.theintelligenc...

    http://spreegurke.twoday....

    http://qpress.de/2011/06/...

    Geld muss ohne Zinsbelastung in den Geldkreislauf. Dadurch Verschwinden die Schulden die nur durch die Anwesenheit von Geld existieren! Nicht der Kredit für Investitionen, Auto oder Hauskauf, und was es da sonstiges gibt.

    Diese Schulden bleiben, nur das dann bei Rückzahlung das Geld nicht verschwindet, wie Heute. Bei Rückzahlung müssen die Banken dann kein Geld aus dem Nichts erschaffen, mit der Belastung ohne Gelddeckung für Gebühr und Zins!

    Heute verschwindet bei Rückzahlung das Geld und es fehlt irgendwo im Geldkreislauf, worauf sich wieder ein anderer Verschulden muss. Der letzte der seine Kreditwürdigkeit verliert ist immer der Staat!

    Das sollte reichen, zusammen mit dem was in den Links beschrieben ist.

    Staaten nehmen die Geldschöpfung in die eigenen Hände, und das Geld wird ohne Gebühr und Zinsbelastung, in den Geldkreislauf eingeschleust. Wie im folgenden Link erklärt:

    http://community.zeit.de/...

    Die wohl beste Möglichkeit, aus diesem Schuldgelddilemma zu entkommen?

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    Die Dividende ist auch eine Art Zins, wenn es nicht in die Wirtschaft fließt, sondern andere Aktien, die wiedermal Dividende abwerfen, reinvestiert werden.

    ... zu ihrer erfolgreichen Indoktrination. Sie sprechen von Geld, es ist aber kein Geld. Gold ist Geld, Papierfetzen sind lediglich Zahlungsmittel, die mit Gewalt und Zwang durchgesetzt werden. Dass "Geld" aus dem Nichts geschöpft werden kann (Diebstahl an allen die dieses "Geld" halten) scheint nicht einzuleuchten.

    Nur wer steckt dahinter? Wer hat die Waffe in der Hand? Der Staat. Der Linken fällt nur ein noch mehr staatliche Gewalt einzufordern und die Selbstzerfleischung der Zivilisation zu forcieren. Papa (oder Mama) Staat schützt uns alle vor den bösen Geschwistern. Nur warum sind die Geschwister überhaupt böse? In 99% der Fälle liegt es an den Eltern.

    Zinsen sind absolut kein Problem, wenn man sich in Gold verchulden würde. Sinkt die Menge an Gold das gespart wurde und verliehen werden kann (es kann ja nichts aus Luft geschöpft werden), steigen die Zinsen und die Verschuldung schrumpft auf ein gesundes Maß zurück. Kredite die nicht mehr Wert für die Gesellschaft schöpfen als sie diese kosten (durch Zinsen), platzen. Das ist grob die Funktionsweise eines freien Geldsystems.

    Die Dividende ist auch eine Art Zins, wenn es nicht in die Wirtschaft fließt, sondern andere Aktien, die wiedermal Dividende abwerfen, reinvestiert werden.

    ... zu ihrer erfolgreichen Indoktrination. Sie sprechen von Geld, es ist aber kein Geld. Gold ist Geld, Papierfetzen sind lediglich Zahlungsmittel, die mit Gewalt und Zwang durchgesetzt werden. Dass "Geld" aus dem Nichts geschöpft werden kann (Diebstahl an allen die dieses "Geld" halten) scheint nicht einzuleuchten.

    Nur wer steckt dahinter? Wer hat die Waffe in der Hand? Der Staat. Der Linken fällt nur ein noch mehr staatliche Gewalt einzufordern und die Selbstzerfleischung der Zivilisation zu forcieren. Papa (oder Mama) Staat schützt uns alle vor den bösen Geschwistern. Nur warum sind die Geschwister überhaupt böse? In 99% der Fälle liegt es an den Eltern.

    Zinsen sind absolut kein Problem, wenn man sich in Gold verchulden würde. Sinkt die Menge an Gold das gespart wurde und verliehen werden kann (es kann ja nichts aus Luft geschöpft werden), steigen die Zinsen und die Verschuldung schrumpft auf ein gesundes Maß zurück. Kredite die nicht mehr Wert für die Gesellschaft schöpfen als sie diese kosten (durch Zinsen), platzen. Das ist grob die Funktionsweise eines freien Geldsystems.

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