Stimmt's? Ist der "Indian Summer" eine Folge der Eiszeit?
…fragt Eckard Berkes aus Leimen.
© der Photograf/photocase.com

Bäume im Herbst
Streng genommen, wird mit »Indian Summer« der Altweibersommer in den USA bezeichnet, also warme Tage im Oktober, in denen noch einmal sommerliche Gefühle aufkommen. Aber vielfach wird der Begriff auch verwendet für die Farbenpracht der Herbstblätter, die in Neuengland und im Mittleren Westen zu bestaunen ist. Viele Europäer nehmen sich extra Urlaub, um das Naturschauspiel zu beobachten.
Zunächst einmal zur Farbenvielfalt: Die Blätter der Laubbäume haben drei unterschiedliche Farbstoffe. Das Chlorophyll ist für die grüne Farbe verantwortlich. Carotenoide sorgen für Gelb- und Brauntöne – sie sind ständig im Blatt vorhanden, zeigen sich aber erst im Herbst, wenn das Chlorophyll zurückgeht. Für die kräftigen Rottöne, die vor allem die nordamerikanischen Ahornarten zeigen, sind die Anthocyane zuständig. Die sind erst dann kräftig ausgeprägt, wenn der Baum im September viel Sonne bekommt.

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Die Eiszeiten haben gleich auf zweifache Weise dafür gesorgt, dass die herbstliche Farbenpracht in Amerika größer ist als bei uns: Viele farbintensive Laubbaumarten, darunter zuckerreicher Ahorn, konnten dort vor dem Eis in Richtung Süden ausweichen – in Europa wurden sie von den Alpen gestoppt und starben aus. Zudem passten sich die US-Bäume an, indem sie ihre Wachstumsperiode verkürzten. Schon mit den ersten kalten Nächten wird die Chlorophyllproduktion eingestellt – das Grün fällt schneller weg, Rot- und Gelbtöne kommen besser zur Geltung.
Die Adressen für »Stimmt’s«-Fragen: DIE ZEIT, Stimmt’s?, 20079 Hamburg, oder stimmts@zeit.de. Das »Stimmt’s?«-Archiv: www.zeit.de/stimmts
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- Datum 28.10.2011 - 15:55 Uhr
- Serie Stimmt's
- Quelle DIE ZEIT, 27.10.2011 Nr. 44
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Moin,
wer mag, dem würde ich dazu Bücher von Bill Bryson empfehlen:
"Streiflichter aus Amerika" hat ein eigenes Kapitel zum Herbst in Neuengland.
Und natürlich auch "Picknick mit Bären".
CU
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