HochbegabteZu schlau fürs Büro

Arbeitgeber suchen intelligente Mitarbeiter. Hochbegabte aber stoßen in den meisten Unternehmen auf Schwierigkeiten.

Was Besseres als das Auswärtige Amt hätte Katharina Bonnenfant nicht passieren können. Im Juli hat die 31-Jährige als Referentin für Internationales Wirtschafts- und Patentrecht in der Berliner Behörde angefangen. In drei Jahren wird sie, wie alle im Amt, in eine andere Abteilung wechseln, sich noch einmal vollkommen neu einarbeiten müssen. Permanente Veränderungen gehören im Auswärtigen Amt zum normalen Karriereverlauf. Was für gewöhnliche Arbeitnehmer eher eine verschreckende Stellenbeschreibung wäre, bedeutet für Bonnenfant Abwechslung und Stimulation. »Deshalb arbeiten relativ viele von uns im Auswärtigen Amt«, sagt sie. Mit »uns« meint sie die Hochbegabten.

Katharina Bonnenfant gehört zu rund eineinhalb Millionen Deutschen, zwei Prozent aller Bundesbürger, deren Intelligenzquotient über einem Wert von 130 liegt und die deshalb als hochbegabt gelten. Die Bildungspolitik hat längst erkannt, dass Hochbegabte eine volkswirtschaftliche Ressource sind, auf die bisher niemand wirklich gesetzt hat. Vor allem in konservativ regierten Bundesländern wie Hessen und Sachsen »geht das Thema seit rund 15 Jahren richtig ab«, sagt Heinz-Werner Wollersheim, der an der Universität Leipzig den Lehrstuhl »Begabungsforschung und Kompetenzentwicklung« leitet. Immerhin gibt es für die rund 300.000 hochbegabten Kinder inzwischen recht vielfältige Förderangebote, Spezialgymnasien zum Beispiel. Hochbegabte Erwachsene aber bleiben nach wie vor ein kaum beachtetes Randphänomen. Das liegt nicht zuletzt auch daran, dass nur wenige von ihnen sich selbst als hochbegabt sehen und es sich noch seltener durch einen IQ-Test bestätigen lassen – also schlicht nicht wahrgenommen werden. Zum Schaden der Hochbegabten im Beruf wie auch der Unternehmen, die dieses Potenzial nicht nutzen. »Der Begabungsbegriff spielt in der Personalentwicklung keine Rolle«, so Wollersheim.

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Katharina Bonnenfant verrät nicht, wie intelligent sie ist. Als Mitglied der internationalen Hochbegabtenvereinigung Mensa hält sie sich an den gemeinsamen Kodex, nur von einem »IQ über 130« zu sprechen. Schon in der Schule hatte Bonnenfant eine enorme Lernfähigkeit, konnte schneller als ihre Mitschüler Vokabeln lernen und früh mit ihren Eltern politische Nachrichten analysieren. Sie studierte Jura und Politik und entschied sich für die Attaché-Ausbildung im Außenministerium – vor allem wegen der Aussicht auf geografische und thematische Abwechslung. »Ein Routinejob hätte mich eher abgeschreckt.«

»Unsere Gesellschaft treibt die Genies in den Wahnsinn«

Die Angst, gelangweilt und unterfordert einen Dienst nach Vorschrift absolvieren zu müssen, kennen viele Hochbegabte. Nicht wenige von ihnen haben schon als Kinder erlebt, dass Unterforderung zu Langeweile und Frustration führt. Matthias Moehl, Vorsitzender der deutschen Mensa-Sektion, sieht deshalb in Katharina Bonnenfant ein gutes Beispiel dafür, wie Hochbegabte ihre Berufswahl angehen: Sie setzen auf Abwechslung. Moehl selbst war vor einigen Jahren noch in der IT-Branche tätig, heute arbeitet er in der Politik- und Wahlforschung. Er kennt einen Rechtsanwalt, der gleichzeitig im Opernfach tätig ist. »Es gibt bei Hochbegabten eine große Neugier und zudem die Fähigkeit, sich sehr schnell in neue Wissensbereiche einzuarbeiten.« Trotzdem könne die ausgeprägte Wechsellust von Hochbegabten in anderen, weniger mobilen Berufen, zu ernsthaften Problemen führen, sagt Moehl. Dann nämlich, wenn sich die Flexibilität darin niederschlägt, sich »nicht auf eine Sache fokussieren zu wollen oder aufzuhören, wenn der intellektuelle Reiz einer Aufgabe weg ist«. 

Leserkommentare
  1. Der IQ alleine machts nicht! Der Artikel offenbart so einige Denkfehler, vor denen auch Hochbegabte nicht gefeit sind. Besonders schnell laufen (denken) zu können bedeutet noch lange nicht, dass man auch fehlerfrei geradeaus laufen (denken) kann...

    "»Ein gewöhnlicher Arbeitnehmer ist tendenziell eher bereit, eine für ihn anspruchslose Tätigkeit zu akzeptieren, wenn nur das Geld stimmt.«"

    Auch Hochbegabte sind gewöhnlich, sehr sogar. Und tendenzielle Bereitschaft ist das eine, die Auswirkungen auf die Psyche bleiben gleich. Wer sich im Job unterfordert fühlt, bekommt Probleme, obs Geld stimmt oder nicht. Das ist kein Problem der angeblich Hochbegabten, sondern eine allgemeine Entwicklung in der Arbeitswelt.

    "Personalentwicklern rät Juergens, »die Hochbegabten einfach zu fragen, an welcher Stelle sie meinen, für das Unternehmen die beste Leistung bringen zu können«. Die Hochbegabten könnten das in aller Regel selbst am besten beurteilen."

    Nicht in der Lage, mit Unterforderung umzugehen (shocking news: Selbstständigkeit geht auch als Hochbegabter!), kommunikativ eher Bodensatz (nicht in der Lage, sich vermeintlich dümmeren mitzuteilen-was der Hochbegabte nicht kann, ist angewandte Lebenspraxis überall sonst).

    [...]

    Gekürzt. Bitte beachten Sie Ihre Wortwahl. Danke, die Redaktion/mo.

    16 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    ... Möglichkeiten Hochbegabungen auszuleben, wobei dort auch Kreativität und Innovationsfähigkeit eine Rolle spielt, was in IQ-Tests kaum messbar sein dürfte. Ich kenne auch keinen Professor, der jemals (nur so) seinen IQ messen lassen würde. Was hat man davon? Die eigene Forschung sollte für sich sprechen. Wer seinen IQ für 49,90 Euro testen lässt, um dann Mensa-Mitglied zu werden, hat es doch irgendwie nötig, zumal sich durch Wiederholung der Tests exorbitant hohe Ergebnisse erzielen lassen. Sinnvoll sind die IQ-Tests m.E. eher dort, wo es darum geht, Minderbegabungen festzustellen, um entsprechend reagiere/helfen zu können (im pädagogischen Bereich, in der Strafjustiz etc.).

    Auch Hochbegabte sind gewöhnlich, sehr sogar.

    Dem kann ich zustimmen. Es existiert leider ein oft ungerechtfertigtes Bild von Hochnäsigkeit und Selbstverliebtheit in den Köpfen der Menschen. Dabei ist Hochbegabtheit nicht nur Segen, sondern auch Fluch. Der Hochbegabte ahnt in der Kindheit von seinen herausstechenden Fähigkeiten zunächst nichts. Er spricht und handelt so wie es der Verstand gebietet und grenzt sich dadurch unabsichtlich aus.

    Es gibt Eltern, die das Talent feststellen und entsprechende Förderungsmaßnahmen einleiten. Wenn diesem Hochbegabten dann permanent Extrawürste gebraten werden und ihm ständig erzählt wird, er sei etwas besonderes (deutlich über das Maß hinaus, wie Eltern das selbstverständlich ihren eigenen Kindern mitteilen), dann ist es auch verständlich, wenn diese im Erwachsenenleben einen ständigen Höhenflieger haben.

    Meine Eltern haben mein Talent nicht direkt festgestellt, aber schon mit der elterlichen Intuition gewusst, dass ich mehr kann, als ich vermuten lasse. Meine Grundschullehrer einigten sich nach Rücksprache mit meinen Eltern wegen meiner Unkonzentriertheit, meiner Aggressionen und Undisziplin, meiner Faulheit und Geschwätzigkeit und den darausfolgend schlechten Noten gerade so auf eine Realschulempfehlung. Meine Eltern schickten mich auf ein Gymnasium, wo ich das Abitur problemlos schaffte, womit ich an die Universität ging und mein Diplom machte. Mit einer wackeligen Realschulempfehlung wohlbemerkt!

    Hochbegabte suchen sich ihre Rolle nicht aus und müssen, so wie jeder Mensch das Laufen lernt, auch lernen damit umzugehen. Ich persönlich mag den Begriff »hochbegabt« nicht, denn er unterstellt, die betreffenen Person stünde über den anderen. An meiner Person selbst habe ich durch soziale Ausgrenzung erlebt, dass das eben nicht der Fall ist. Man wird nicht selten mit dem Neid anderer Menschen konfrontiert, der sich in ungerechtfertigt abfälligen Äußerungen darstellt. Kaum jemand kommt aber auf die Idee, dass ein Hochbegabter vielleicht auch Neid gegenüber den »Normalbegabten« empfinden könnte. Ich habe beispielsweise immer mit großer Eifersucht die Menschen beneidet, um die sich andere Menschen scharen, ohne dass sie etwas Herausragendes getan hätten. Es ist eine Mischung aus Sympathie und Vertrauen, die das bewirkt. Das ist eine Fähigkeit, die man sich nur schwer antrainieren kann. Diese Eifersucht trägt ein Stück zur Ausgrenzung bei.

    Während der Pubertät und die Jahre danach, also zu Schulzeiten, fand die Ausgrenzung besonders stark statt. Als jemand, der von niemandem angeleitet wurde, wie man mit seinen »Superkräften« umgehen sollte, setzte ich sie dazu ein, um andere zu diskreditieren. Ich musste immer alles besser wissen und geringschätzte die Handlungen und Ansichten meiner Mitschüler, wenn sie für mich so offensichtlich unangebracht waren. Ich verstand nicht, dass ich nicht anders auffasste als meine Mitschüler. Mein Freundeskreis war entsprechend klein.

    Erst auf der Universität, wo ich die Möglichkeit und den Zugang hatte, um mich intensiv mit Dingen zu beschäftigen, die in der Schule kaum Beachtung fanden, änderte sich das. Mit den Jahren musste ich lernen, bestimmte Ansichten zuzulassen, die ich für "falsch" hielt und ich gehe heute sogar so weit, dass ich falsche Entscheidungen vorsätzlich zulasse und dabei zusehe, wie andere an ihren Fehlern scheitern. Viele Menschen wollen niemanden, der ihnen sagt, dass sie etwas falsch machen werden, sondern selbst die Erfahrung machen. Mein Alltag besteht daraus, mich bei allem zurückzuhalten und mein Weltverständnis stark dosiert preiszugeben, was ich ziemlich anstrengend finde. Ich habe eine Frau geheiratet, die bei einfachen Divisionsaufgaben schon Schwierigkeiten hat, aber in allen Belangen einfach nur menschlich denkt und handelt. An ihr kann ich täglich lernen.

    Und tendenzielle Bereitschaft ist das eine, die Auswirkungen auf die Psyche bleiben gleich. Wer sich im Job unterfordert fühlt, bekommt Probleme, obs Geld stimmt oder nicht. Das ist kein Problem der angeblich Hochbegabten, sondern eine allgemeine Entwicklung in der Arbeitswelt.

    Ich habe dafür eine gute Lösung gefunden: weniger arbeiten. Frei nach dem Motto: »Wenn ich bei einer 40h-Stunden-Woche wahnsinnig viel Geld verdienen kann, dann habe ich bei einer 20h-Woche ein normales Einkommen.«

    Ich habe das Problem, dass ich bei Vollzeitbeschäftigung ziemlich schnell deutliche Stresssymptome zeige. Ich werde dann sher unproduktiv. Ich habe mich mit meinem Chef darauf geeinigt, weniger zu arbeiten. Er hat etwas davon, und ich und meine Familie auch. Alle sind zufrieden.

    • hmber
    • 14.11.2011 um 13:44 Uhr

    [...]

    Dennoch vermittelt Ihr Kommentar den Eindruck, als würden Sie sehr starke Neidgefühle entwickeln. Das Wesen des IQ < 130 liegt darin, dass weniger als 2% der Gesellschaft ihn erreichen. Trösten Sie sich doch damit zur Mehrheit zu gehören.

    Gekürzt. Bitte verzichten Sie auf Äußerungen, die als Provokation verstanden werden können. Danke. Die Redaktion/fk

    Zitat "Meine Grundschullehrer einigten sich nach Rücksprache mit meinen Eltern wegen meiner Unkonzentriertheit, meiner Aggressionen und Undisziplin, meiner Faulheit und Geschwätzigkeit ...."
    ("der Leichtsinn wird ihn noch umbringen"sagten meine Lehrer) und empfahlen, mich ein Jahr später zum Gymnasium zu schicken. Da ich auch dort keinerlei Schwierigkeiten hatte, ging der Schlendrian weiter. Ich hatte das Prüfungspensum innerhalb von 4 Wochen spielend drauf. Den Rest des "Studiums verbrachte ich auf Skipisten und in meinem Segelboot. Ja, ich hatte eine glückliche Jugend. Das Geld dafür verdiente ich selbst. Hatte keinen Papa als Sponsor. Erst ein Prof. sagte mir, dass ich "mensa-fähig" sei. Mir war das damals schnuppe und ist es heute noch. Nach einem ganz normalen Beruf lebe ich meine "Selbstverliebtheit" eben im literarischen Bereich (unter Pseudonym) aus. Und sonst nirgendwo! Nur sehr, sehr wenige Menschen wissen um meine Begabung. Mein Vater erfuhr es nie. Meine Mutter wird es nie erfahren.

    Soviel zum Thema Narzissmus! (was ja Selbstverliebtheit meint).
    Weshalb fällt mit gerade Herr (ehemals) Dr. 17 Vornamen zu Guttenberg ein?

    "Besonders schnell laufen (denken) zu können bedeutet noch lange nicht, dass man auch fehlerfrei geradeaus laufen (denken) kann..."
    Wenn man nach dem IQ und den jeweiligen Tests geht bedeutet das genau das. Den Test nur schnell zu machen, hilft nämlich auch nichts.
    Meiner Meinung nach sollte man nicht nach der "Höhe" der Intelligenz gehen, sondern nach der Abweichung von der Norm. Sprich: 30 IQ Punkte mehr oder weniger als 100: geistige Behinderung oder deren Gefahr.

    ... Möglichkeiten Hochbegabungen auszuleben, wobei dort auch Kreativität und Innovationsfähigkeit eine Rolle spielt, was in IQ-Tests kaum messbar sein dürfte. Ich kenne auch keinen Professor, der jemals (nur so) seinen IQ messen lassen würde. Was hat man davon? Die eigene Forschung sollte für sich sprechen. Wer seinen IQ für 49,90 Euro testen lässt, um dann Mensa-Mitglied zu werden, hat es doch irgendwie nötig, zumal sich durch Wiederholung der Tests exorbitant hohe Ergebnisse erzielen lassen. Sinnvoll sind die IQ-Tests m.E. eher dort, wo es darum geht, Minderbegabungen festzustellen, um entsprechend reagiere/helfen zu können (im pädagogischen Bereich, in der Strafjustiz etc.).

    Auch Hochbegabte sind gewöhnlich, sehr sogar.

    Dem kann ich zustimmen. Es existiert leider ein oft ungerechtfertigtes Bild von Hochnäsigkeit und Selbstverliebtheit in den Köpfen der Menschen. Dabei ist Hochbegabtheit nicht nur Segen, sondern auch Fluch. Der Hochbegabte ahnt in der Kindheit von seinen herausstechenden Fähigkeiten zunächst nichts. Er spricht und handelt so wie es der Verstand gebietet und grenzt sich dadurch unabsichtlich aus.

    Es gibt Eltern, die das Talent feststellen und entsprechende Förderungsmaßnahmen einleiten. Wenn diesem Hochbegabten dann permanent Extrawürste gebraten werden und ihm ständig erzählt wird, er sei etwas besonderes (deutlich über das Maß hinaus, wie Eltern das selbstverständlich ihren eigenen Kindern mitteilen), dann ist es auch verständlich, wenn diese im Erwachsenenleben einen ständigen Höhenflieger haben.

    Meine Eltern haben mein Talent nicht direkt festgestellt, aber schon mit der elterlichen Intuition gewusst, dass ich mehr kann, als ich vermuten lasse. Meine Grundschullehrer einigten sich nach Rücksprache mit meinen Eltern wegen meiner Unkonzentriertheit, meiner Aggressionen und Undisziplin, meiner Faulheit und Geschwätzigkeit und den darausfolgend schlechten Noten gerade so auf eine Realschulempfehlung. Meine Eltern schickten mich auf ein Gymnasium, wo ich das Abitur problemlos schaffte, womit ich an die Universität ging und mein Diplom machte. Mit einer wackeligen Realschulempfehlung wohlbemerkt!

    Hochbegabte suchen sich ihre Rolle nicht aus und müssen, so wie jeder Mensch das Laufen lernt, auch lernen damit umzugehen. Ich persönlich mag den Begriff »hochbegabt« nicht, denn er unterstellt, die betreffenen Person stünde über den anderen. An meiner Person selbst habe ich durch soziale Ausgrenzung erlebt, dass das eben nicht der Fall ist. Man wird nicht selten mit dem Neid anderer Menschen konfrontiert, der sich in ungerechtfertigt abfälligen Äußerungen darstellt. Kaum jemand kommt aber auf die Idee, dass ein Hochbegabter vielleicht auch Neid gegenüber den »Normalbegabten« empfinden könnte. Ich habe beispielsweise immer mit großer Eifersucht die Menschen beneidet, um die sich andere Menschen scharen, ohne dass sie etwas Herausragendes getan hätten. Es ist eine Mischung aus Sympathie und Vertrauen, die das bewirkt. Das ist eine Fähigkeit, die man sich nur schwer antrainieren kann. Diese Eifersucht trägt ein Stück zur Ausgrenzung bei.

    Während der Pubertät und die Jahre danach, also zu Schulzeiten, fand die Ausgrenzung besonders stark statt. Als jemand, der von niemandem angeleitet wurde, wie man mit seinen »Superkräften« umgehen sollte, setzte ich sie dazu ein, um andere zu diskreditieren. Ich musste immer alles besser wissen und geringschätzte die Handlungen und Ansichten meiner Mitschüler, wenn sie für mich so offensichtlich unangebracht waren. Ich verstand nicht, dass ich nicht anders auffasste als meine Mitschüler. Mein Freundeskreis war entsprechend klein.

    Erst auf der Universität, wo ich die Möglichkeit und den Zugang hatte, um mich intensiv mit Dingen zu beschäftigen, die in der Schule kaum Beachtung fanden, änderte sich das. Mit den Jahren musste ich lernen, bestimmte Ansichten zuzulassen, die ich für "falsch" hielt und ich gehe heute sogar so weit, dass ich falsche Entscheidungen vorsätzlich zulasse und dabei zusehe, wie andere an ihren Fehlern scheitern. Viele Menschen wollen niemanden, der ihnen sagt, dass sie etwas falsch machen werden, sondern selbst die Erfahrung machen. Mein Alltag besteht daraus, mich bei allem zurückzuhalten und mein Weltverständnis stark dosiert preiszugeben, was ich ziemlich anstrengend finde. Ich habe eine Frau geheiratet, die bei einfachen Divisionsaufgaben schon Schwierigkeiten hat, aber in allen Belangen einfach nur menschlich denkt und handelt. An ihr kann ich täglich lernen.

    Und tendenzielle Bereitschaft ist das eine, die Auswirkungen auf die Psyche bleiben gleich. Wer sich im Job unterfordert fühlt, bekommt Probleme, obs Geld stimmt oder nicht. Das ist kein Problem der angeblich Hochbegabten, sondern eine allgemeine Entwicklung in der Arbeitswelt.

    Ich habe dafür eine gute Lösung gefunden: weniger arbeiten. Frei nach dem Motto: »Wenn ich bei einer 40h-Stunden-Woche wahnsinnig viel Geld verdienen kann, dann habe ich bei einer 20h-Woche ein normales Einkommen.«

    Ich habe das Problem, dass ich bei Vollzeitbeschäftigung ziemlich schnell deutliche Stresssymptome zeige. Ich werde dann sher unproduktiv. Ich habe mich mit meinem Chef darauf geeinigt, weniger zu arbeiten. Er hat etwas davon, und ich und meine Familie auch. Alle sind zufrieden.

    • hmber
    • 14.11.2011 um 13:44 Uhr

    [...]

    Dennoch vermittelt Ihr Kommentar den Eindruck, als würden Sie sehr starke Neidgefühle entwickeln. Das Wesen des IQ < 130 liegt darin, dass weniger als 2% der Gesellschaft ihn erreichen. Trösten Sie sich doch damit zur Mehrheit zu gehören.

    Gekürzt. Bitte verzichten Sie auf Äußerungen, die als Provokation verstanden werden können. Danke. Die Redaktion/fk

    Zitat "Meine Grundschullehrer einigten sich nach Rücksprache mit meinen Eltern wegen meiner Unkonzentriertheit, meiner Aggressionen und Undisziplin, meiner Faulheit und Geschwätzigkeit ...."
    ("der Leichtsinn wird ihn noch umbringen"sagten meine Lehrer) und empfahlen, mich ein Jahr später zum Gymnasium zu schicken. Da ich auch dort keinerlei Schwierigkeiten hatte, ging der Schlendrian weiter. Ich hatte das Prüfungspensum innerhalb von 4 Wochen spielend drauf. Den Rest des "Studiums verbrachte ich auf Skipisten und in meinem Segelboot. Ja, ich hatte eine glückliche Jugend. Das Geld dafür verdiente ich selbst. Hatte keinen Papa als Sponsor. Erst ein Prof. sagte mir, dass ich "mensa-fähig" sei. Mir war das damals schnuppe und ist es heute noch. Nach einem ganz normalen Beruf lebe ich meine "Selbstverliebtheit" eben im literarischen Bereich (unter Pseudonym) aus. Und sonst nirgendwo! Nur sehr, sehr wenige Menschen wissen um meine Begabung. Mein Vater erfuhr es nie. Meine Mutter wird es nie erfahren.

    Soviel zum Thema Narzissmus! (was ja Selbstverliebtheit meint).
    Weshalb fällt mit gerade Herr (ehemals) Dr. 17 Vornamen zu Guttenberg ein?

    "Besonders schnell laufen (denken) zu können bedeutet noch lange nicht, dass man auch fehlerfrei geradeaus laufen (denken) kann..."
    Wenn man nach dem IQ und den jeweiligen Tests geht bedeutet das genau das. Den Test nur schnell zu machen, hilft nämlich auch nichts.
    Meiner Meinung nach sollte man nicht nach der "Höhe" der Intelligenz gehen, sondern nach der Abweichung von der Norm. Sprich: 30 IQ Punkte mehr oder weniger als 100: geistige Behinderung oder deren Gefahr.

  2. ... ueber Hochbegabte in den Naturwissenschaften und in der Mathematik?

    Desweiteren, Vokabeln schnell auswendig lernen, welch Leistung.

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    "Desweiteren, Vokabeln schnell auswendig lernen, welch Leistung."

    Kann mein Lerncomputer auch, nur würde ich den niemals aussenpolitische Entscheidungen treffen lassen. Aber vielleicht entlarvt das den IQ-Test, denn selbst die "Hochbegabten" scheinen mit dem IQ nichts anfangen zu können bzw. deren Sprachkompetenz scheint wirklich nicht sonderlich blumig zu sein.

    Eine Begabung alleine befähigt einen doch zu überhaupt nichts. Boris Becker hatte eine Tennisbegabung, hätte man ihn gefragt, wo er sich im Tennisbusiness am liebsten sähe, er hätte wohl Platz 1 der Weltrangliste genannt. Nur-und das ist die Krux, ohne Training, ohne wirklich gewonnene Spiele geht das nicht.

    Und wenn "Hochbegabte" wie die Mensaknaller meinen, man müsse sie nur noch ihre Lieblingsspiele spielen lassen, dann gingen sie auch artig zur Arbeit (analog zu Kindern, die versprechen, nach 10 Stunden Shooter gehen sie mit geputzten Zähnen pünktlich schlafen-machen die einen Abend, dann reissts wieder ein), dann würd ich neben dem IQ gleich nochmal nen Asperger und was es sonst noch gibt abklären lassen.

    Hochbegabung und Lernbehinderung sind sich sehr ähnlich-beide Kreise weisen exakt die gleichen Probleme im allgemeinen Leben auf. Interessanterweise haben aber die Lernbehinderten öfter Erfolg-weil sie sich nicht im Klischeebild einkuscheln (ihrs ist ja auch nicht so angenehm, wie Schweinchen Schlau zu sein, Bildung sei ja alles...).

    Aber die Vokabeln, die sitzen-brav!

    "Desweiteren, Vokabeln schnell auswendig lernen, welch Leistung."

    Kann mein Lerncomputer auch, nur würde ich den niemals aussenpolitische Entscheidungen treffen lassen. Aber vielleicht entlarvt das den IQ-Test, denn selbst die "Hochbegabten" scheinen mit dem IQ nichts anfangen zu können bzw. deren Sprachkompetenz scheint wirklich nicht sonderlich blumig zu sein.

    Eine Begabung alleine befähigt einen doch zu überhaupt nichts. Boris Becker hatte eine Tennisbegabung, hätte man ihn gefragt, wo er sich im Tennisbusiness am liebsten sähe, er hätte wohl Platz 1 der Weltrangliste genannt. Nur-und das ist die Krux, ohne Training, ohne wirklich gewonnene Spiele geht das nicht.

    Und wenn "Hochbegabte" wie die Mensaknaller meinen, man müsse sie nur noch ihre Lieblingsspiele spielen lassen, dann gingen sie auch artig zur Arbeit (analog zu Kindern, die versprechen, nach 10 Stunden Shooter gehen sie mit geputzten Zähnen pünktlich schlafen-machen die einen Abend, dann reissts wieder ein), dann würd ich neben dem IQ gleich nochmal nen Asperger und was es sonst noch gibt abklären lassen.

    Hochbegabung und Lernbehinderung sind sich sehr ähnlich-beide Kreise weisen exakt die gleichen Probleme im allgemeinen Leben auf. Interessanterweise haben aber die Lernbehinderten öfter Erfolg-weil sie sich nicht im Klischeebild einkuscheln (ihrs ist ja auch nicht so angenehm, wie Schweinchen Schlau zu sein, Bildung sei ja alles...).

    Aber die Vokabeln, die sitzen-brav!

  3. "Desweiteren, Vokabeln schnell auswendig lernen, welch Leistung."

    Kann mein Lerncomputer auch, nur würde ich den niemals aussenpolitische Entscheidungen treffen lassen. Aber vielleicht entlarvt das den IQ-Test, denn selbst die "Hochbegabten" scheinen mit dem IQ nichts anfangen zu können bzw. deren Sprachkompetenz scheint wirklich nicht sonderlich blumig zu sein.

    Eine Begabung alleine befähigt einen doch zu überhaupt nichts. Boris Becker hatte eine Tennisbegabung, hätte man ihn gefragt, wo er sich im Tennisbusiness am liebsten sähe, er hätte wohl Platz 1 der Weltrangliste genannt. Nur-und das ist die Krux, ohne Training, ohne wirklich gewonnene Spiele geht das nicht.

    Und wenn "Hochbegabte" wie die Mensaknaller meinen, man müsse sie nur noch ihre Lieblingsspiele spielen lassen, dann gingen sie auch artig zur Arbeit (analog zu Kindern, die versprechen, nach 10 Stunden Shooter gehen sie mit geputzten Zähnen pünktlich schlafen-machen die einen Abend, dann reissts wieder ein), dann würd ich neben dem IQ gleich nochmal nen Asperger und was es sonst noch gibt abklären lassen.

    Hochbegabung und Lernbehinderung sind sich sehr ähnlich-beide Kreise weisen exakt die gleichen Probleme im allgemeinen Leben auf. Interessanterweise haben aber die Lernbehinderten öfter Erfolg-weil sie sich nicht im Klischeebild einkuscheln (ihrs ist ja auch nicht so angenehm, wie Schweinchen Schlau zu sein, Bildung sei ja alles...).

    Aber die Vokabeln, die sitzen-brav!

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    gibt es nicht nur Hochbegabte, die nicht mit ihrer Hochbegabung zurechtkommen, sondern auch Normalbegabte, die ein Problem mit ihrer Normalbegabung haben.

    gibt es nicht nur Hochbegabte, die nicht mit ihrer Hochbegabung zurechtkommen, sondern auch Normalbegabte, die ein Problem mit ihrer Normalbegabung haben.

  4. 4. pseudo

    IQ (monoparametrisch) sagt nix aus. Oder ist jede Bohnenstange automatisch ein guter Basketballspieler?

    IQ-Monster können sich gerne in der Wissenschaft austoben.
    Aber auch da garantiert der IQ erst mal für nichts.

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  5. 5. Neid?

    Mir kommen die letzten beiden Kommentare so vor als wäre ein gewisser Neid nicht von der Hand zu weisen.
    Natürlich fühlen sich Hochbegabte bei vielen Tätigkeiten schneller unterfordert oder haben damit manchmal sogar größere Schwierigkeiten als nicht Hochbegabte! Das mag zum einen an ihnen selbst liegen, ist allerdings auch durch ein teils sehr engstirniges soziales Umfeld gemacht!

    Ein weiteres Problem ist genau wie im Artikel aufgeführt die Kommunikation! Wenn ein Vorgesetzter nicht in der Lage ist zum Beispiel einer physikalischen Herleitung zu folgen wird der Kollege schlechter beurteilt als wenn ein "Normalo" das ganze so wie im Buch falsch auswendig gelernt wiedergibt. Das habe ich selbst bei einem Kollegen erlebt und hat auch etwas mit Machtdemonstration durch den Vorgesetzte zu tun, der die korrekte Antwort auf Grund eines möglichen Gesichtsverlustes partout nicht akzeptiert hat!

    Dass ein Vorredner Hochbegabte als "Knallchargen" bezeichnet zeigt meiner Meinung nach, dass er selbst nicht gelernt hat mit einem breiten Spektrum von Menschen unterschiedlicher Couleur umzugehen und ist damit mindestens genauso sozial inkompetent wie die Hochbegabten denen er im Generalverdacht soziale Kompetenz abspricht.

    28 Leserempfehlungen
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    Genau das ist es, was jeder erlernen muss, egal ob hochbegabt oder nicht.
    Nur leider wird in unseren Schulen, nur für die Schule, und nicht fürs Leben gelernt.

    Bitte beachten Sie Ihren Umgangston. Danke, die Redaktion/mo.

    • this.
    • 14.11.2011 um 10:16 Uhr

    [b]das dachte ich mir auch..[/b]

    • eazy-i
    • 14.11.2011 um 16:32 Uhr

    Auch ich habe erlebt, dass manche Leute ihre Fehler gerne kommentarlos übergehen. Es ist aber ein Unterschied, ob man einen Fehler anmerkt und diesen auch verständlich erklären kann, ohne herablassend zu wirken, oder ob man lediglich versucht sein Gegenüber bloßzustellen. Bei sehr von sich eingenommenen Hochbegabten scheint diese Einsicht zu fehlen.

    Genau das ist es, was jeder erlernen muss, egal ob hochbegabt oder nicht.
    Nur leider wird in unseren Schulen, nur für die Schule, und nicht fürs Leben gelernt.

    Bitte beachten Sie Ihren Umgangston. Danke, die Redaktion/mo.

    • this.
    • 14.11.2011 um 10:16 Uhr

    [b]das dachte ich mir auch..[/b]

    • eazy-i
    • 14.11.2011 um 16:32 Uhr

    Auch ich habe erlebt, dass manche Leute ihre Fehler gerne kommentarlos übergehen. Es ist aber ein Unterschied, ob man einen Fehler anmerkt und diesen auch verständlich erklären kann, ohne herablassend zu wirken, oder ob man lediglich versucht sein Gegenüber bloßzustellen. Bei sehr von sich eingenommenen Hochbegabten scheint diese Einsicht zu fehlen.

  6. war aus meiner Erfahrung (Privatwirtschaft), Mitarbeiter zu motivieren. Die meisten wollen Tag für Tag möglichst keine neuen Aufgaben, sondern an ihrem Arbeitsalltag nichts geändert sehen.

    Für Begabte wie Hochbegabte, z.B. für einen innovativen Chef, ist es dann meist schwierig, Flexibiität und Schnelligkeit bei den widerstrebenden Mitarbeitern zu erwarten. So bleibt auch meist ein ganzes Unternehmen unter seinem Potenzial.

    Meines Erachtens gilt das heutzutage in einer sich schneller drehenden Wirtschaft noch viel mehr.

    Hochbegabte sollte man daher vielleicht eher fördern, indem man ihnen ihr eigenes Unternehmen (oder Projekt) ermöglicht, bei dem sie ihr volles Potenzial entfalten können. Das wären dann villeicht neue Bill Gates oder Steve Jobs, von denen die ganze Wirtschaft viel mehr profitieren würde.

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  7. Die Bewertung von Leuten anhand einer beliebigen Skala namens "IQ" ist ziemlich sinnlos.

    Nehmen wir jemanden der auf diese Tests gedrillt wurde. (Ist an sich nichts besonderes, für A-levels und GCSE wird dies in England praktiziert.) - Dieser Mensch wird eine hohe Punktzahl erreichen weil er sich mit der Problematik auseinandergesetzt hat, nicht weil er besonders schnell dir Lösung erarbeitet. Das gilt aber auch für jedes andere Fach - wenn man sich vertiefend mit einem Thema in Mathe beschäftigt ist eben jenes Thema wesentlich einfacher als wenn man es neu antrifft.

    Jetzt das Gegenstück - ein Künstler. Ein guter Künstler muss nicht Kunst studiert haben, er muss nicht gut schreiben können (Autoren ausgenommen - ich denke hier an Maler, aber für Musiker gilt das gleiche) - nur "gute" Kunst erschaffen. Beeindruckende Gemälde, oder wunderschöne Musik. Einen so-genannten "IQ Test" würde dieser Mensch nicht mit einer hohen Punktzahl abschließen - wir würden ihn als "dümmer" bezeichnen, aber warum? Weil er in nicht in irgendein Schema fällt?

    Sicherlich gibt es Leute die bestimmte Themen schneller auffassen - oder Menschen die bestimmte Themen langsamer auffassen, ja, aber quantifizieren lässt sich das nicht ohne weiteres - zumindest nicht ohne die Benachteiligung mancher Menschen.

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    Ich muss leider ihr romantisches Bild vom talentierten Musiker zerstören. Musik ist ein so körperliches Phänomen, dass ohne Üben einfach nichts geht. Sie lernen wahrscheinlich schneller, aber ihre Musik ist nicht per se besser. Trotzdem ist die Musik ein gutes Beispiel, denn sie zeigt ziemlich genau, wie Intelligenz eben auch funktioniert. Sie sind nicht per se, besser im Denken. Dummerweise kommt in unserem Alltagsleben nur sehr selten ein Moment vor, in dem unsere Denkprozesse von der Schwierigkeit her an einer Decke kratzen (vor allem Philosophie und komplexere Bereiche der Naturwissenschaften). Stattdessen geht es meistens um die Geschwindigkeit neuen Stoff zu verstehen.

    In einer Gesellschaft, in der Lehrer an Kindern erkennen könnten ob sie schneller oder weniger schnell lernen als der Rest der Gruppe währen IQ tests nicht nötig. Wie zahlreiche Poster bereits angemerkt haben sind sie nämlich ziemlich fragwürdig. Nicht weil man dafür lernen könnte (das ist soweit ich richtig informiert bin nur begrenzt sinnvoll) sondern weil das Ergebnis an sich so wenig aussagt, und den getesteten Menschen noch viel weniger weiterhilft. Intelligenz bringt nicht zwangsläufig auch Erkenntnis mit sich. Ich befürchte manchmal schließt sie sich sogar aus.

    Die wissenschaftlich abgesicherten, seriösen IQ-Tests sind nicht einseitig z. B. auf logisches Denkvermögen fixiert sondern decken sehr viele Bereiche ab. Mein Sohn hat einen solchen Test - er dauert mehrere Stunden - ohne jegliche Vorbereitung absolviert, im Alter von 17 Jahren und nachdem er aufgrund von Drogenproblemen u. Lernschwierigkeiten das Gymnasium hatte verlassen müssen. Als er den Test machte, war bereits seit einem halben Jahr nicht mehr in der Schule. Ergebnis: er ist hochbegabt, IQ 134. Weshalb kam es dann zum Schulversagen, wo er doch so hochintelligent ist?

    Die Antwort ist so traurig wie einfach: Er hat sich bereits in der Grundschule gelangweilt, fiel vor allem als Klassenclown auf, kam aber mit den Anforderungen spielend zurecht. Von den Lehrerinnen kamen immer nur Beschwerden über sein Verhalten sogar darüber, dass "er ja immer die richtige Antwort weiss, wenn ich ihn unverhofft drannehme."
    Niemand kam auf die Idee, er könne hochbegabt sein.
    Die Probleme fingen auf dem Gymnasium an. Da er nie gelernt hatte zu lernen o. irgendetwas für die Schule zu tun, begannen die Leistungen abzufallen. Dazu kam die Pubertät u. in Zusammenahng mit der Peergroup, Drogenprobleme. Das Ganze endete in einem physischen und psychischen Zusammenbruch.
    Heute, nach über einem Jahr Drogentherapie u. Psychotherapie besucht er wieder ein Gymnasium und hat gute Aussichten, das Abitur zu schaffen.
    Dieser Leidensweg hätte vermieden werden können.

    Ich muss leider ihr romantisches Bild vom talentierten Musiker zerstören. Musik ist ein so körperliches Phänomen, dass ohne Üben einfach nichts geht. Sie lernen wahrscheinlich schneller, aber ihre Musik ist nicht per se besser. Trotzdem ist die Musik ein gutes Beispiel, denn sie zeigt ziemlich genau, wie Intelligenz eben auch funktioniert. Sie sind nicht per se, besser im Denken. Dummerweise kommt in unserem Alltagsleben nur sehr selten ein Moment vor, in dem unsere Denkprozesse von der Schwierigkeit her an einer Decke kratzen (vor allem Philosophie und komplexere Bereiche der Naturwissenschaften). Stattdessen geht es meistens um die Geschwindigkeit neuen Stoff zu verstehen.

    In einer Gesellschaft, in der Lehrer an Kindern erkennen könnten ob sie schneller oder weniger schnell lernen als der Rest der Gruppe währen IQ tests nicht nötig. Wie zahlreiche Poster bereits angemerkt haben sind sie nämlich ziemlich fragwürdig. Nicht weil man dafür lernen könnte (das ist soweit ich richtig informiert bin nur begrenzt sinnvoll) sondern weil das Ergebnis an sich so wenig aussagt, und den getesteten Menschen noch viel weniger weiterhilft. Intelligenz bringt nicht zwangsläufig auch Erkenntnis mit sich. Ich befürchte manchmal schließt sie sich sogar aus.

    Die wissenschaftlich abgesicherten, seriösen IQ-Tests sind nicht einseitig z. B. auf logisches Denkvermögen fixiert sondern decken sehr viele Bereiche ab. Mein Sohn hat einen solchen Test - er dauert mehrere Stunden - ohne jegliche Vorbereitung absolviert, im Alter von 17 Jahren und nachdem er aufgrund von Drogenproblemen u. Lernschwierigkeiten das Gymnasium hatte verlassen müssen. Als er den Test machte, war bereits seit einem halben Jahr nicht mehr in der Schule. Ergebnis: er ist hochbegabt, IQ 134. Weshalb kam es dann zum Schulversagen, wo er doch so hochintelligent ist?

    Die Antwort ist so traurig wie einfach: Er hat sich bereits in der Grundschule gelangweilt, fiel vor allem als Klassenclown auf, kam aber mit den Anforderungen spielend zurecht. Von den Lehrerinnen kamen immer nur Beschwerden über sein Verhalten sogar darüber, dass "er ja immer die richtige Antwort weiss, wenn ich ihn unverhofft drannehme."
    Niemand kam auf die Idee, er könne hochbegabt sein.
    Die Probleme fingen auf dem Gymnasium an. Da er nie gelernt hatte zu lernen o. irgendetwas für die Schule zu tun, begannen die Leistungen abzufallen. Dazu kam die Pubertät u. in Zusammenahng mit der Peergroup, Drogenprobleme. Das Ganze endete in einem physischen und psychischen Zusammenbruch.
    Heute, nach über einem Jahr Drogentherapie u. Psychotherapie besucht er wieder ein Gymnasium und hat gute Aussichten, das Abitur zu schaffen.
    Dieser Leidensweg hätte vermieden werden können.

    • arso
    • 14.11.2011 um 9:04 Uhr

    Gerade unter Kindern und Jugendlichen sind die Hochbegabten nicht gern gesehen. Besonders, da solche jungen Hochbegabten gerne mal ihren IQ als inhaltsloses Argument verwenden, dass sie im Recht seien. Das mag daran liegen, dass die Bezeichnung im Umkehrschluß auch die Minderbegabten zulässt. Wer zählt da schon gern dazu? Ein bisschen Neid ist also mit Sicherheit dabei.

    Dennoch, es scheint da einige Parallelen zum Autismus zu geben.

    Eine Leserempfehlung

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