Libyen Allein mit den Männern lässt sich kein Frühling machen

Wer die Demokratie in Libyen aufbauen will, muss die Frauen dort stärken.

Die Zukunft Libyens sollte den Söhnen von Muammar al-Gadhafi gehören. So hatte es ihr Vater eingerichtet. Nach Gadhafis Tod könnten die Töchter Libyens eine entscheidende Rolle spielen.

Die jungen Frauen haben am meisten zu gewinnen oder zu verlieren, wenn sich Libyen eine neue Verfassung gibt. Für sie steht nicht nur die Meinungsfreiheit auf dem Spiel, sondern auch ihre individuellen Freiheitsrechte, die Freiheit zur Teilhabe in der Politik und der Arbeitswelt; die Freiheit, eigenständig zu leben, einen selbst gewählten Lebensentwurf zu verwirklichen, auch ohne Mann oder gar mit einer Frau an der Seite gesellschaftlich akzeptiert zu werden, sexuell selbstbestimmt zu sein – oder in Zwängen gefangen zu leben.

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Die meisten dieser Sorgen müssen Männer nicht haben. Sie werden auch in islamischen Gottesstaaten viel mehr Chancen und Freiheiten haben als Frauen. Ihr Weg wird ein leichterer sein – und aus diesem Grund sind junge Frauen die potenziell stärksten Wegbereiterinnen der Demokratiebewegung in Libyen. Die Stärkung der Rolle von Frauen ist deshalb nicht nur ein Gebot emanzipativer Außenpolitik, sie könnte ein wesentlicher Beitrag Europas zur Demokratie in Libyen sein. Während die Männer schon wieder dabei sind, sich in Stammesgruppen zu zerlegen, haben die Frauen es bereits geschafft, sich auf einen nationalen Frauenkongress zu verständigen, der über die künftige Verfassung beraten soll.

Was die libyschen Frauen benötigen, können nur sie selbst uns sagen. Vor Kurzem traf ich junge Frauen in Libyen, die stolz von ihrem Anteil am Sieg über Gadhafi erzählten. In den Windeln der Kinder konnten sie Geld und Munition zu den Kämpfern schmuggeln. Informationen aus und nach Libyen organisierten sie ebenso wie die Versorgung der Kämpfer. So grausam es auch klingen mag, Krieg ist ein Faktor gesellschaftlicher Modernisierung, denn er bricht patriarchale Strukturen auf und weist Frauen neue Rollen zu, da ihre Männer weg sind, in Kriegen und Kämpfen. Diese Freiräume wollen Frauen nun erhalten, auch wenn die Männer, die den Krieg überlebt haben, jetzt zurückgekehrt sind zu ihren Familien.

Die Trennung von Männern und Frauen im privaten und teilweise politischen Leben wird aber auch in Libyen nicht von heute auf morgen verschwinden. Entscheidend ist es daher, Frauen dabei zu helfen, ihren eigenen Platz zu schaffen. Viele von ihnen wollen eigene Orte außerhalb der Familie aufbauen – zum Beispiel in Form von Frauenhäusern. Aber diese sollen nicht nur als Zufluchtsorte vor Gewalt dienen, sondern als Raum für ihr eigenes Schaffen. Mit der Finanzierung von selbst verwalteten Frauenhäusern könnte die Europäische Union viel bewirken. An vielen Orten starten Frauen ihre eigenen Initiativen – sie wollen Vorurteile und Stereotypen aufbrechen, traumatisierten Kindern und Frauen helfen oder etwas entwickeln, was sie sich konkret bis jetzt noch gar nicht vorstellen können. Die EU könnte hier mit wenig Geld viel erreichen, indem sie einen Fonds für Frauen einrichtet, aus dem kleine Summen schnell vergeben werden könnten. Von den Männern hört man in Libyen, man brauche kein Geld: »Wir haben ja Öl.« Für die Frauen gilt das nicht, denn für ihre Zwecke und Projekte hat der durchschnittliche Rebellenkämpfer nicht immer Geld und Unterstützungswillen übrig.

Die EU plant zwar politische Trainings- und Ausbildungsprogramme, doch müssen diese auch auf die Bedürfnisse von Frauen abgestimmt werden. Und selbst wenn uns das vielleicht seltsam anmutet: Es ist besser, getrennte Angebote für beide Geschlechter anzubieten, als Frauen gar nicht einbeziehen zu können. Wer Frauen nicht direkt und gezielt anspricht, wird am Ende immer nur Männer fortbilden.

Direkte Austauschmöglichkeiten mit Gleichgesinnten ist eine weitere Forderung – das geht natürlich per Internet, und viele der jungen Frauen können überraschend gut Englisch. In einigen europäischen Ländern stehen in diesem Herbst Wahlen an, zum Beispiel in Spanien. Es wäre gut, einige libysche Wahlbeobachterinnen der unterschiedlichen politischen Strömungen nach Spanien zu schicken – vielleicht können sie auch dort Macho-Politiker ausfindig machen?

Leser-Kommentare
  1. Die NATO wollte den Regimewechsel alles andere ist Sache der Libyer.
    Die Rebellen und der Übergangsrat kämpften für ein Leben ohne Gaddafi-Clan und die Einführung der Scharia-Ordnung.
    Wer will das ändern?
    Vielleicht die Afghanen, die Mädchenschulen auch in Libyen besuchen wollen?

    Eine Leser-Empfehlung
  2. Der wollte auch diese Situation. Prost Mahlzeit!

    Eine Leser-Empfehlung
    • Kanzel
    • 03.11.2011 um 9:20 Uhr

    Hallo - Qualität?!
    Wenn ein MdEP (Die Grünen) publiziert, so sollte Zeit-Online dies auch vor dem Artikel aufführen, so kann man vorab entscheiden ob, man diesen feministischen Artikel auch lesen mag.
    Schade um die vertane Zeit.

    14 Leser-Empfehlungen
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    Über die Autorin steht bei Wikipedia: "Sie spricht fließend Französisch, Englisch und Spanisch und kann sich auf Hebräisch verständigen." (www.http://de.wikipedia.o...) Nirgendwo steht, dass sie Kennerin des Arabischen oder der arabischen Kultur ist. Woher soll sie also irgendetwas über die vernünftige Entwicklung des Geschlechterverhältnisses in Libyen in der sich vielleicht entwickelnden Demokratie wissen, welches über ein paar frauenpolitische Gemeinplätze hinausgeht? Sich ohne nähere Kenntnis über andere Kulturen urteilend zu äußern ist auch ein wenig arrogant.

    [...]

    Gekürzt. Über konstruktive Kritik würden wir uns freuen. Danke, die Redaktion/mk

    Danke für den Hinweis. Mir war diese Person bisher völlig unbekannt. Eine seriöse Redaktion würde angeben, dass sich hinter der Autorin nicht eine normale Journalisten sondern eine Politikerin versteckt. Da stellt sich gleich die Frage, wieviele Artikel hier noch heimlich aus grünen Federn stammen. Das würde zumindest die kaum verhohlende Parteilichkeit von "Zeit Online" erklären.

    Über konstruktive Kritik würden wir uns freuen. Danke, die Redaktion/mk

    Über die Autorin steht bei Wikipedia: "Sie spricht fließend Französisch, Englisch und Spanisch und kann sich auf Hebräisch verständigen." (www.http://de.wikipedia.o...) Nirgendwo steht, dass sie Kennerin des Arabischen oder der arabischen Kultur ist. Woher soll sie also irgendetwas über die vernünftige Entwicklung des Geschlechterverhältnisses in Libyen in der sich vielleicht entwickelnden Demokratie wissen, welches über ein paar frauenpolitische Gemeinplätze hinausgeht? Sich ohne nähere Kenntnis über andere Kulturen urteilend zu äußern ist auch ein wenig arrogant.

    [...]

    Gekürzt. Über konstruktive Kritik würden wir uns freuen. Danke, die Redaktion/mk

    Danke für den Hinweis. Mir war diese Person bisher völlig unbekannt. Eine seriöse Redaktion würde angeben, dass sich hinter der Autorin nicht eine normale Journalisten sondern eine Politikerin versteckt. Da stellt sich gleich die Frage, wieviele Artikel hier noch heimlich aus grünen Federn stammen. Das würde zumindest die kaum verhohlende Parteilichkeit von "Zeit Online" erklären.

    Über konstruktive Kritik würden wir uns freuen. Danke, die Redaktion/mk

  3. Entfernt. Bitte verzichten Sie auf polemische Äußerungen, die nur der Provokation dienen. Die Redaktion/mak

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    so ganz genau, dass die Frauen nichts geleistet haben. (Vielleicht doch mal so ein bisschen den Artikel lesen?) Vermutlich waren Sie vor Ort? Ihrer Logik nach muesste man auch all die Maenner, die sich nicht am Amsturz beteiligt haben aus der Politik ausschliessen, oder?

    Guten Morgen Herr Heyer,

    ...die Religionen haben in erster Linie ihre Existenz den Männern zu verdanken ...

    so ganz genau, dass die Frauen nichts geleistet haben. (Vielleicht doch mal so ein bisschen den Artikel lesen?) Vermutlich waren Sie vor Ort? Ihrer Logik nach muesste man auch all die Maenner, die sich nicht am Amsturz beteiligt haben aus der Politik ausschliessen, oder?

    Guten Morgen Herr Heyer,

    ...die Religionen haben in erster Linie ihre Existenz den Männern zu verdanken ...

  4. "Doch auch eine europäisch-feministische Brille ist nicht immer hilfreich. Wer fordert, dass die arabischen Frauen sofort in einem westlichen Sinne feministisch agieren sollen, und sie dabei unterstützen will, der wird scheitern. Weder paternalistisch noch maternalistisch ist etwas zu erreichen."

    Sehr interessantes Zitat aus obigem Artikel.

    Offenbar ist Lybien noch nicht reif für die "europäisch-feministische Brille" und den europäischen "Maternalismus".

    Ich trete für Gleichberechtigung in Nordafrika ein und hoffe, dass sich dort säkuläre und westliche Demokratien entwickeln werden, wenn dies auch keineswegs gesichert ist. Denn die westliche Demokratie ist nicht mehr der gefragte Exportschlager, der er noch vor 20 Jahren war.

    Aber in dem Artikel lese ich leider wieder das übliche Förderungs- und Teilhabemantra, das längst zu den Leitlinien europäischer Politik geworden ist. Es gibt eben einen Unterschied zwischen einem Staat, der sich im Wesentlichen darauf beschränkt, gleiche Rechte für beide Geschlechter zu garantieren und einem Staat, der aktive (und ziemlich einseitige, nämlich rein frauenbezogene) Gender-Politik betreibt, wie wir es längst in der EU erleben.

    Vielleicht täte es auch Europa gut, des Öfteren einmal die schon fest gewachsene "feministische Brille" abzulegen. Dann könnten sich ganz neue Sichtweisen ergeben. Das gilt ürigens auch für die Medien.

    10 Leser-Empfehlungen
  5. so ganz genau, dass die Frauen nichts geleistet haben. (Vielleicht doch mal so ein bisschen den Artikel lesen?) Vermutlich waren Sie vor Ort? Ihrer Logik nach muesste man auch all die Maenner, die sich nicht am Amsturz beteiligt haben aus der Politik ausschliessen, oder?

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    Guten Morgen
    Ich habe den Artikel gelesen und von Frauen die an den Kämpfen teilgenommen haben steht dort nichts.
    Sie dürfen deshalb auch getrost vermuten das Männer den Blutzoll bezahlt haben, während die Frauen sich aus der Schusslinie gehalten haben. Ich stelle absolut NICHT in Abrede das es sehr wohl Krankenschwestern und Ärztinnen gegeben hat die das ihre getan haben um die Verletzten zu versorgen.
    Die Ironie an der Geschichte ist leider, das Libyen trotz aller Defizite eines der fortschrittlichsten Länder Nordafrikas war und sich jetzt in Richtung Scharia entwickelt. Mich beschleicht der Verdacht das hier der Teufel mit dem Beelzebub ausgetrieben wurde.
    Es tut mir leid für Sie, aber der obige Artikel ist einer üblichen feministischen Jammerartikel ohne Substanz aber vollgestopft mit zynischer Männerabwertung.
    Gruss
    Rene

    Guten Morgen
    Ich habe den Artikel gelesen und von Frauen die an den Kämpfen teilgenommen haben steht dort nichts.
    Sie dürfen deshalb auch getrost vermuten das Männer den Blutzoll bezahlt haben, während die Frauen sich aus der Schusslinie gehalten haben. Ich stelle absolut NICHT in Abrede das es sehr wohl Krankenschwestern und Ärztinnen gegeben hat die das ihre getan haben um die Verletzten zu versorgen.
    Die Ironie an der Geschichte ist leider, das Libyen trotz aller Defizite eines der fortschrittlichsten Länder Nordafrikas war und sich jetzt in Richtung Scharia entwickelt. Mich beschleicht der Verdacht das hier der Teufel mit dem Beelzebub ausgetrieben wurde.
    Es tut mir leid für Sie, aber der obige Artikel ist einer üblichen feministischen Jammerartikel ohne Substanz aber vollgestopft mit zynischer Männerabwertung.
    Gruss
    Rene

  6. Wenn ich mir die bisherigen , bornierten und herzlosen Kommentare anschaue, frage ich mich, ob es in Deutschland doch Männer gibt, die Frauen das Menschsein absprechen! Was diese Frauen wollen ist Gleichberechtigung, nicht "Vorrechte". Diese menschliche Forderung, käme sie aus dem Munde eines Farbigen, wird sofort bejaht, aber sobald es von einer Frau ausgesprochen wird, erbittert verwehrt. Wollen sie den Frauen Menschenrechte absprechen? Dann formulieren sie es doch grad deutlich! Wieso hasst ihr Frauen so? Unschöne Erfahrungen gemacht? Jedermann macht unschöne Erfahrungen mit dem anderen Geschlecht, deswegen hasse ich doch die Männer nicht gleich pauschal. Was soll der Kindergarten?

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    Ich glaube nicht, dass hier irgendjemand Frauen pauschal hasst. Aber das Männer zunehmend genervt auf Themen zur angeblichen Gleichberechtigung reagieren, ist wenig verwunderlich.

    Ich bin sehr für Gleichberechtigung und selbstbestimmte wie selbstbewusste Frauen. Man muss aber auch sehen, dass das Thema Gleichberechtigung fast immer einseitig zu Gunsten der Frauen interpretiert wird. Nachteile und Leid von Männern spielen kaum eine Rolle. Wo war denn der Protest der Gleichberechtigungsaktivisten gegen jahrzehntelange Diskriminierung von Männern durch Wehrpflicht und Zivildienst? Warum ist es böse Diskriminierung, wenn Männer mehr Geld verdienen, aber keine Diskrimierung, wenn Jungs schlechtere Schulnoten bekommen? Warum ist die Frauenquote ein großes Thema, während es keine Sau zu interessieren scheint, dass Männer viel öfter bei Arbeitsunfällen ums Leben kommen und viel öfter Suizid als Ausweg aus einem unglücklichen Leben wählen? Sind die Karrierechancen für ein paar Dutzend Besserverdienerinnen also wichtiger als das Leben tausender unglücklicher Männer?

    Gleichberechtigung heißt heute, dass Männer alle Vorteile abgeben und alle Nachteile weiter ertragen sollen. Und auch hier scheint es keine Rolle zu spielen, dass es vor allem Männer waren, die das Regime niedergekämpft und dabei tausendfach ihr Leben verloren haben. Oder wieviele Frauen haben Gleichberechtigung an der Front gefordert?

    Ich bin für Gleichberechtigung, aber viele Frauen wollen lieber nur Rosinen picken.

    fragen Sie?
    Antwort: Nein!

    Schon das Wort "Mensch" besagt, dass es von dem alt-hochdt. adj. "mannisco" = männlich abstammt.
    Das lat. Wortbildungselement human- heißt "den "Menschen betreffend" - also wörtl. genau genau genommen, den "Mann" betreffend.

    Sprache als unmittelbarer Ausfluss des Denkens (!), zeigt hierin exemplarisch für unseren patriarchal geprägten Kulturraum (einschl.des alt-hebr.Sprachraums ->Bibel: "isscha" Männin,vom Manne abstammend) wo bis in die heutige Lebenswirklichkeit hinein der Hammer hängt.

    "Frau" (ahd. frouwe) stammt ursprünglich aus dem Namen der Großen german. Göttin "Freya" und beeinhaltet die sprachl. Ableitungen "frei", "freien" und "freuen" (fräuen), auch das dt. Wort "Frieden".

    Über den appellativen Artikel der Autorin fräue ich mich.
    Denn dass "man" in der neuen "Scharia"-Demokratie selbstverständlich bereit wäre, Libyens Frauen in ihrem Selbstbestimmungsrecht lt.UN-Charta ("Human Rights") zu stärken, darf "frau" nach der rauschenden Siegesfeier in Bengasi begründet bezweifeln.

    Immerhin dankte der Übergangsrat und die begeisterte Menge
    "den Müttern der Gefangenen im Gefängnis Abu Salim, die durch ihren Protest am 17. Februar in Bengasi den Stein der Revolution ins Rollen brachten."
    http://www.taz.de/Siegesfeier-in-Bengasi/!80535/

    Ich glaube nicht, dass hier irgendjemand Frauen pauschal hasst. Aber das Männer zunehmend genervt auf Themen zur angeblichen Gleichberechtigung reagieren, ist wenig verwunderlich.

    Ich bin sehr für Gleichberechtigung und selbstbestimmte wie selbstbewusste Frauen. Man muss aber auch sehen, dass das Thema Gleichberechtigung fast immer einseitig zu Gunsten der Frauen interpretiert wird. Nachteile und Leid von Männern spielen kaum eine Rolle. Wo war denn der Protest der Gleichberechtigungsaktivisten gegen jahrzehntelange Diskriminierung von Männern durch Wehrpflicht und Zivildienst? Warum ist es böse Diskriminierung, wenn Männer mehr Geld verdienen, aber keine Diskrimierung, wenn Jungs schlechtere Schulnoten bekommen? Warum ist die Frauenquote ein großes Thema, während es keine Sau zu interessieren scheint, dass Männer viel öfter bei Arbeitsunfällen ums Leben kommen und viel öfter Suizid als Ausweg aus einem unglücklichen Leben wählen? Sind die Karrierechancen für ein paar Dutzend Besserverdienerinnen also wichtiger als das Leben tausender unglücklicher Männer?

    Gleichberechtigung heißt heute, dass Männer alle Vorteile abgeben und alle Nachteile weiter ertragen sollen. Und auch hier scheint es keine Rolle zu spielen, dass es vor allem Männer waren, die das Regime niedergekämpft und dabei tausendfach ihr Leben verloren haben. Oder wieviele Frauen haben Gleichberechtigung an der Front gefordert?

    Ich bin für Gleichberechtigung, aber viele Frauen wollen lieber nur Rosinen picken.

    fragen Sie?
    Antwort: Nein!

    Schon das Wort "Mensch" besagt, dass es von dem alt-hochdt. adj. "mannisco" = männlich abstammt.
    Das lat. Wortbildungselement human- heißt "den "Menschen betreffend" - also wörtl. genau genau genommen, den "Mann" betreffend.

    Sprache als unmittelbarer Ausfluss des Denkens (!), zeigt hierin exemplarisch für unseren patriarchal geprägten Kulturraum (einschl.des alt-hebr.Sprachraums ->Bibel: "isscha" Männin,vom Manne abstammend) wo bis in die heutige Lebenswirklichkeit hinein der Hammer hängt.

    "Frau" (ahd. frouwe) stammt ursprünglich aus dem Namen der Großen german. Göttin "Freya" und beeinhaltet die sprachl. Ableitungen "frei", "freien" und "freuen" (fräuen), auch das dt. Wort "Frieden".

    Über den appellativen Artikel der Autorin fräue ich mich.
    Denn dass "man" in der neuen "Scharia"-Demokratie selbstverständlich bereit wäre, Libyens Frauen in ihrem Selbstbestimmungsrecht lt.UN-Charta ("Human Rights") zu stärken, darf "frau" nach der rauschenden Siegesfeier in Bengasi begründet bezweifeln.

    Immerhin dankte der Übergangsrat und die begeisterte Menge
    "den Müttern der Gefangenen im Gefängnis Abu Salim, die durch ihren Protest am 17. Februar in Bengasi den Stein der Revolution ins Rollen brachten."
    http://www.taz.de/Siegesfeier-in-Bengasi/!80535/

  7. 8. [...]

    Über die Autorin steht bei Wikipedia: "Sie spricht fließend Französisch, Englisch und Spanisch und kann sich auf Hebräisch verständigen." (www.http://de.wikipedia.o...) Nirgendwo steht, dass sie Kennerin des Arabischen oder der arabischen Kultur ist. Woher soll sie also irgendetwas über die vernünftige Entwicklung des Geschlechterverhältnisses in Libyen in der sich vielleicht entwickelnden Demokratie wissen, welches über ein paar frauenpolitische Gemeinplätze hinausgeht? Sich ohne nähere Kenntnis über andere Kulturen urteilend zu äußern ist auch ein wenig arrogant.

    [...]

    Gekürzt. Über konstruktive Kritik würden wir uns freuen. Danke, die Redaktion/mk

    Antwort auf "Eine Zumutung"
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    Die Zeit hat meinen Beitrag Nr. 8 wegen etwas abfälliger Bemerkungen über die Autorin gekürzt. Das geht in Ordnung; ich bin sehr für gute Umgangsformen in diesen Foren. Ich möchte allerdings anmerken, dass ich meinerseits den Titel des Artikels, "Allein mit den Männern lässt sich kein Frühling machen", als ziemlich abfällig empfinde. Warum nicht eine Überschrift wie, "Frauen und der arabische Frühling" oder "Die zukünftige Rolle der Frauen in einer demokratischen arabischen Gesellschaft"? - Die Abfälligkeit der jetzigen Überschrift erklärt vielleicht einige andere negative Reaktionen hier.

    Die Zeit hat meinen Beitrag Nr. 8 wegen etwas abfälliger Bemerkungen über die Autorin gekürzt. Das geht in Ordnung; ich bin sehr für gute Umgangsformen in diesen Foren. Ich möchte allerdings anmerken, dass ich meinerseits den Titel des Artikels, "Allein mit den Männern lässt sich kein Frühling machen", als ziemlich abfällig empfinde. Warum nicht eine Überschrift wie, "Frauen und der arabische Frühling" oder "Die zukünftige Rolle der Frauen in einer demokratischen arabischen Gesellschaft"? - Die Abfälligkeit der jetzigen Überschrift erklärt vielleicht einige andere negative Reaktionen hier.

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