Psychische Belastung Prof. Dr. Depressiv
Lehrende an deutschen Hochschulen sind so produktiv wie nie – gleichzeitig häufen sich psychische Probleme
Vor Kurzem erhielt Isabella Heuser einen dieser Anrufe: Eine Professorin aus ihrer Fakultät fragte, ob man sich vielleicht einmal treffen könne – aber keinesfalls im Büro, sondern außerhalb. Heuser, Direktorin am Institut für Psychiatrie der Berliner Charité, ahnte, worum es ging: Wieder einmal hatte der Arbeitsalltag in der Universität jemanden in eine scheinbar ausweglose Lage gebracht.
Seit geraumer Zeit erhält sie öfter solche vertraulichen Anfragen. Meist sind es Frauen, die ihren Rat suchen. Die Nöte jedoch, die sich in den Gesprächen offenbaren, sind bei Professoren wie Professorinnen die gleichen. Heuser kennt sie als Expertin für Depressionen aus ihrer Forschungspraxis. Die Kollegen klagen, selbst in den Semesterferien nicht mehr zur Ruhe zu kommen. Sie berichten von chronischen Kopf- oder Rückenschmerzen, von Freudlosigkeit und latenter Aggressivität. Die meisten Betroffenen funktionieren zwar noch im Seminar oder Labor. »Die haben auf Autopilot gestellt«, sagt die Psychiaterin. Doch hinter der Fassade akademischer Geschäftigkeit wächst die Angst vor dem Absturz.
Seit Jahren stehen die Hochschulen unter Druck: Die Exzellenzinitiative hat die Idee von der Gleichheit aller Universitäten zerschlagen. Die alte Studienstruktur ist abgewickelt und durch eine neue ersetzt (Bologna-Reform). Die traditionellen akademischen Gefüge wurden auf Effizienz getrimmt. Jetzt gibt der Wettbewerb auf allen Ebenen den Takt vor – um Fördermittel, Image oder Personal.
Die Eingriffe haben in relativ kurzer Zeit eine Produktivitätsexplosion ausgelöst. Niemals zuvor haben deutsche Professoren so viel ausgebildet und geforscht wie heute. Die Kurve aller ihrer Kennzahlen – Publikationen, Patente, Drittmittel – weist nach oben. Nun fordert die Reform Tribut bei ihren Hauptträgern. »Wir alle betreiben extremen Raubbau an unseren Körpern und Seelen«, sagt der Jenaer Soziologe Hartmut Rosa. Es sei Konsens unter Kollegen, dass es in dem Tempo nicht mehr lange weitergehe, »ohne dass die Ersten zusammenklappen«.
Der Hamburger Uni-Präsident Dieter Lenzen warnt gar vor einem »organisatorischen Burn-out« der Institution Universität. Und die Deutsche Universitätszeitung (DUZ) erklärt das seelische Ausbrennen von Forschern mittlerweile für so »normal wie eine Erkältung im Winter«. Schon heute finden sich in den einschlägigen Kliniken neben Managern oder Lehrern auch immer häufiger Professoren unter den Patienten, die unter der Erschöpfungsdepression leiden. »Das ist relativ neu«, sagt Gernot Langs, Chefarzt der Schön Klinik im schleswig-holsteinischen Bad Bramstedt. »Früher hatten wir diese Klientel nicht.«
Eine Reihe weiß getünchter Häuser in einer Sackgasse, rundherum Wald. Vom Balkon aus blickt man auf einen stillen See. Knapp drei Monate verbrachte die Juraprofessorin Charlotte Petri* in der brandenburgischen Natur, um »zurück ins Leben« zu finden. So lautet das Motto der Oberberg-Klinik, einer Spezialeinrichtung für ausgebranntes Personal der Dienstleistungsgesellschaft. Einzel- und Gruppengespräche gehören ebenso zum Therapieprogramm wie gutes Essen und lange Spaziergänge. Allein während ihres Aufenthaltes traf Petri drei weitere Hochschullehrer, denen Ärzte eine lange Zwangspause von der Wissenschaft verordnet hatten.
Für die groß gewachsene, zupackende Frau mit dunklen Haaren begann der Absturz, als sie ihr Ziel erreicht hatte: eine unbefristete Stelle an einer Berliner Universität. Jahrelang hatte die Juristin darauf hingearbeitet. Studium in Köln und den USA, Tätigkeit als Fachanwältin, Doktorarbeit mit Stipendium, Lehraufträge. Von einer Sprosse zur nächsten hatte sie sich nach oben gekämpft. »Ich mache mir einen Plan und arbeite die Stationen einzeln ab – so läuft das Leben, dachte ich.«
Die Führungskräfte der Hochschulen bedürfen der Personalentwicklung
Mit viel Energie warf sich die Juraprofessorin in die Arbeit an ihrer neuen Hochschule. Penibel bereitete sie ihre Seminare vor, ließ sich in verschiedene Gremien wählen, scheute keine Konflikte. Dass sie die ersten Jahre über Hunderte Kilometer pendeln musste, weil zu Hause ihr kleiner Sohn wartete, war nicht zu vermeiden. Jammern bringt nichts, lautete einer ihrer Leitsprüche. Einmal traf sie im Fahrstuhl einen Kollegen, der auf die beiläufige Frage, wie es ihm gehe, in Tränen ausbrach. »Was hat der denn für Probleme?«, fragte sie sich damals. »Der hat doch einen tollen Job.« Drei Jahre später war sie selbst so weit.
Zuerst musste sie feststellen, dass sie auf ihren neuen Job kaum vorbereitet war. Sie konnte zwar forschen und wissenschaftliche Texte verfassen oder sich mit Mandanten und Richtern auseinandersetzen. Aber wie bringt man oft nur mäßig motivierten Studenten die Grundlagen des Arbeitsrechtes bei? Hochschulen gerieren sich heute vielerorts als Unternehmen. Dass ihre Führungskräfte Personalentwicklung benötigen, hat sich jedoch noch nicht herumgesprochen.
So sind Professoren bis heute auf vielen Feldern Autodidakten. Sie haben oft weder gelernt zu unterrichten, noch Leistungen zu bewerten. Sie sollen Fördermittel heranschaffen, Mitarbeiter führen, Kontakte zur Praxis aufbauen. Das Handwerkszeug dazu müssen sie entweder mitbringen oder sich selbst aneignen.
Doch dafür blieb Petri keine Zeit. Denn ihr Arbeitsbeginn fiel zusammen mit der Umstellung ihrer Hochschule auf die Bachelorstruktur, die ständige Leistungskontrollen vorsah. Zudem wuchs von Semester zu Semester die Zahl der Studenten, statt anfangs dreißig saßen nun sechzig in ihrem Seminar. Die Menge der Klausuren vervierfachte sich. Daneben stapelten sich Dutzende Abschlussarbeiten auf ihrem Schreibtisch. Die Überlastung durch die Lehre ist die wichtigste Ursache für die psychische Erschöpfung von Professoren. Das ergab eine Metaanalyse angloamerikanischer Studien zum Thema Burnout in university teaching staff, die Anfang dieses Jahres im Fachjournal Educational Research erschien.
Petri hatte das Gefühl, ihr Bestes zu geben, ohne dass Gutes dabei herauskam. Ähnlich erging es ihr in den endlosen Sitzungen der akademischen Selbstverwaltung. Mitunter traf man sich über viele Monate immer wieder, hörte sich Bewerber für unbesetzte Stellen an, las umfangreiche Lebensläufe und Publikationen – um schließlich zu erfahren, dass die Stelle gestrichen worden war.
Das eigene Seelenheil scheint Wissenschaftler nicht zu interessieren
Als zum Frust über vergebliche Mühen noch ein schwelender Konflikt mit der Hochschulspitze kam, begann Petri langsam abzurutschen in die Depression. Sie wachte oft mitten in der Nacht auf und wälzte Probleme, die sich am nächsten Morgen als inexistent erwiesen. Ihr Ärger über die Hochschule schlug in Selbstzweifel um. Beim Betreten des Instituts fing sie an zu schwitzen. Auf dem Heimweg fragte sie sich, ob sie genug Alkohol zu Hause habe, um abschalten zu können.
In der Universität sprach sie mit niemandem über ihre wachsende Verzweiflung. Denn Scheitern gilt im Hochleistungsapparat Hochschule als Tabu. Erschöpfte Sportler und Politiker machen Schlagzeilen, viele Studien belegen die berufsbedingte Überforderung von Lehrern, Ärzten und Pfarrern. Sogar die emotionale Not von Psychotherapeuten ist empirisch ergründet. Nur das eigene Seelenheil scheint Wissenschaftler nicht zu interessieren: Bis heute existiert nicht eine einzige Untersuchung zur Gesundheit der deutschen Professoren.
Jede Universität bietet Studenten Beratung für psychische Krisen; ihre Sprechstunden sind voller denn je. Für Hochschullehrer dagegen erweist sich die Alma Mater als Rabenmutter, die sich nicht um das Wohl ihrer Schützlinge kümmert. Zu klagen gehöre eben nicht zur »akademischen Etikette«, sagt Charité-Psychiaterin Heuser.
Auch Charlotte Petri war es peinlich, zuzugeben, am Ende ihrer Kräfte zu sein. Denn gibt es einen besseren Job als den eines fest angestellten Hochschullehrers? Das Gehalt ist gut, das Ansehen hoch. Man arbeitet weitgehend selbstbestimmt, hat das persönliche Erkenntnisinteresse quasi zum Beruf gemacht. Ein deutscher Beamtenposten ist fast so sicher wie der des Papstes. Den meisten Professoren ist ihre privilegierte Stellung bewusst. Sie münzen sie um in einen hohen Leistungsanspruch – der anfällig macht für Überforderung.
Ein Jahr noch kämpfte sich Petri mit inneren Durchhalteparolen weiter. Ein Forschungssemester im Ausland brachte etwas Erholung. Als sie zurückkam, ging es dann schnell. Die Angst vor der Arbeit fraß sich in alle Lebensbereiche. Sie brach alle privaten Kontakte ab. Aus Angst zu ersticken, konnte sie keine U-Bahn mehr besteigen. In ihrem letzten Seminar wurde ihr immer wieder schwarz vor Augen; in der Pause musste sie sich in ihrem Büro auf den Boden legen. Ihre Studenten sagten später, es sei eine gute Veranstaltung gewesen. Sie hatten nichts bemerkt.
Den Professoren in Petris Fakultät fiel erst recht nicht auf, dass ihre Kollegin kurz vor dem Zusammenbruch stand. Dass sie sich schon ausrechnete, was von der Beamtenpension bliebe, wenn sie sich dauerhaft arbeitsunfähig schreiben ließe. Laut dem Humboldtschen Ideal arbeitet der deutsche Professor in Einsamkeit und Freiheit. Man kann das auch als Drohung verstehen. Professoren sind Einzelkämpfer und Fakultäten kein guter Ort, um Freundschaften zu schließen. Für Privates fehlt oft die Zeit. Erst seit Kurzem bemühen sich deutsche Hochschulen darum, für Professoren wie in den USA eine Art Faculty Club einzurichten.
»Hühnerställe« nennt Petri die Dozentenbüros, acht Quadratmeter, vollgestellt mit Ordnern und Büchern. »Da rennt man zwischen den Vorlesungen und Sitzungen kurz rein und sieht zu, bald wieder nach Hause zu kommen«, sagt sie. So fällt es kaum auf, wenn jemand über Monate an seinem Arbeitsplatz nicht auftaucht.
Mehr als ein Jahr blieb sie der Uni fern, ging in die Klinik, machte eine Therapie. Heute forscht und unterrichtet sie wieder, wenn auch mit reduziertem Stundendeputat. Doch während ihrer Auszeit kam kein Anruf aus der Hochschule, keine Karte erreichte sie zu Hause und fragte nach ihrem Ergehen – obwohl der eine oder andere Kollege am Ende erfahren hatte, dass sie krank war.
Charlotte Petri weiß inzwischen, dass jedes Burn-out viele Ursachen hat, auch persönliche. Zeitgleich zu ihrer Lebenskrise erkrankte ihre Mutter an Alzheimer und starb. Sie selbst ging auf die fünfzig zu, für viele ein Alter, um eine erste Bilanz zu ziehen. Dennoch ist sie überzeugt, dass es hauptsächlich die Hochschule war, die sie krank gemacht hatte.
Sie steht mit dieser Meinung nicht allein. »Die Universitäten fördern selbstschädigendes und arbeitssüchtiges Verhalten«, sagt Monika Klinkhammer. Seit einigen Jahren bereitet die Gestalttherapeutin junge Hochschullehrer in Seminaren und Coachings auf ihre neue Rolle vor. Als Führungskräfte sollen sie lernen, Konflikte mit Mitarbeitern auszutragen, Prioritäten zu setzen und sich selbst besser zu organisieren. Klinkhammer versteht ihre Arbeit durchaus als Burn-out-Prävention, in der Regel ohne dass das Wort in den Coachingsitzungen fällt. Sogar im vertraulichen Einzelgespräch täten sich ihre Klienten oft noch schwer, eine drohende Überforderung einzugestehen – selbst wenn sie stark gefährdet seien. So stelle sie immer wieder fest, dass der letzte längere Urlaub der Wissenschaftler Jahre zurückliege.
Universitäten in Berlin, Bochum oder Braunschweig bieten solche Coachings seit einiger Zeit für ihre neuen Professoren an. Für fast alle von ihnen war der Weg auf die Lebensstelle ein Marathon. Doch nach ihrer Berufung sollen sie jetzt erst recht aufdrehen. Wer dann nicht gelernt hat, mit seinen Kräften zu haushalten und das Leben neben der Uni nicht zu vergessen, ist gefährdet. Deshalb ist die Zeit einige Jahre nach der ersten Professur die gefährlichste biografische Phase. In den USA spricht man schon von der post-tenure depression.
Immerhin: Langsam wächst das Bewusstsein für das Thema. Als erste Universitätsklinik hat die Berliner Charité erhoben, wie stark sich die Arbeitsverdichtung auf die Gesundheit des wissenschaftlichen Personals auswirkt. Die Studie erscheint voraussichtlich Anfang nächsten Jahres. Doch schon jetzt heißt es, die Ergebnisse seien »höchst alarmierend«. In Paderborn soll ein hochschulweites Bündnis gegen Depression entstehen. Die Präsidentin der Universität Göttingen, Ulrike Beisiegel, versprach den Wissenschaftlern in ihrer Antrittsrede Anfang dieses Jahres, sie wolle für eine »gezielte Entschleunigung« sorgen.
Charlotte Petri hat die Forderung für ihr Leben bereits umgesetzt. Demütiger sei sie geworden, sagt sie, und weniger ehrgeizig. Ob sie zwei oder drei Aufsätze im Jahr publiziere, sei ihr mittlerweile egal. Dennoch ist die Angst geblieben vor einem erneuten Zusammenbruch. Das Gefühl wird sie noch lange begleiten.
*Name von der Redaktion geändert
- Datum 04.11.2011 - 15:16 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 3.11.2011 Nr. 45
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Wenn man das Prinzip unserer radikalen Marktwirtschaft verstanden hat, dann ist man über die Zunahme psychischer Erkrankungen am Arbeitsplatz nicht sehr erstaunt. Diese Entwicklung ist innerhalb des Systems nur logisch.
Wir brauchen deshalb endlich eine Abkehr vom Gewinnmaximierungsprinzip hin zum Prinzip der hinreichenden, aber nicht maximalen Gewinne.
Wer sich kritisch mit dem Gewinnmaximierungsprinzip und den Problemen der radikalen Marktwirtschaft auseinandersetzen möchte, dem empfehle ich die Schriften von Prof. Peter Ulrich und Dr. Ulrich Thielemann.
Das Problem ist natürlich auch die Leistungsgesellschaft, aber aus wem besteht diese denn? genau als Vertretern wie oben beschriebene Karriereversessene Juraprofessorin. Es sind nicht die Leute die sich nicht trauen Nein zu sagen, sondern diejenigen im "Kollegium" die es gar nicht wollen. Die gehen über ihre Grenzen "vergiften" das Klima und brechen eben nicht gleich sondern nach 7 Jahren zusammen. Dann aber richtig. Jammern bringt eben doch was, wenns eine realistische Einschätzung der eigenen Grenzen und Psychohygiene ist....
Und echtes Jammern und schimpfen auf DAS SYSTEM bringt auch nichts. Wir alle sind das System und daher auch in der Lage anders zu handeln...
Ich möchte dem Artikel inhaltlich nicht widersprechen. Der Arbeitsalltag im wissenschaftlichen Betrieb ist beileibe kein Zuckerschlecken.
Allerdings fällt wieder einmal auf, dass die Auswüchse bzw. gesundheitlichen Folgen der so genannten Effiziensteigerung im Erwerbsleben erst dann in der ZEIT oder auf ZEIT.de vorkommen, wenn davon Hochschulprofessoren oder Manager betroffen sind.
Dass systematische Überforderung & unsichere Jobperspektiven in vielen Branchen (insbesondere im Dienstleistungsbereich) seit Jahren der Normalfall sind ist natürlich nicht so dramatisch. Sind ja nur Plebs. Erst wenn es die selbsternannte Elte betrifft wird daraus offenbar ein gesellschaftliches Problem.
Michael Sonntag, warum nennen Sie Hochschullehrer eine selbsternannte Elite? Ist das so einfach - man nennt sich selber Elite und dann ist man es? Glauben Sie nicht, das Elite-Etikett wird von Nicht-Hochschullehrern auch verwendet? Aber nur von manchen Leuten, nicht von allen? - Ich kenne keine Hochschullehrer, die sich als Mitglieder einer Elite sehen.
finden sich zig Artikel in der Zeit, die Ihrer Aussage widersprechen. In Ihrer selektiven wutbürgerwahrnehmung leisten sie der Sache einen Bärendienst, wie so manch anderer KOmmentator hier.
Michael Sonntag, warum nennen Sie Hochschullehrer eine selbsternannte Elite? Ist das so einfach - man nennt sich selber Elite und dann ist man es? Glauben Sie nicht, das Elite-Etikett wird von Nicht-Hochschullehrern auch verwendet? Aber nur von manchen Leuten, nicht von allen? - Ich kenne keine Hochschullehrer, die sich als Mitglieder einer Elite sehen.
finden sich zig Artikel in der Zeit, die Ihrer Aussage widersprechen. In Ihrer selektiven wutbürgerwahrnehmung leisten sie der Sache einen Bärendienst, wie so manch anderer KOmmentator hier.
Genau das gleiche ging mir auch durch den Kopf.
Das ist jetzt schon der 2. Jammerartikel in Folge über die armen Professoren. Die Problem gibts schon seit 20 Jahrne an den Hochschulen, nur waren die Profs bisher verschont.
Von Solidarität seitens der "Elite" keine Spur. Kein Mitleid für diese Kaste.
kräuselkrepp, kennen Sie persönlich Professoren? Können Sie beurteilen, ob Professoren Mitleid mit wiss. Mitarbeitern haben?
Ich kenne eine Menge Professoren, die ganz normale Menschen sind, die Mitleid haben, wenn es andern Leuten schlecht geht und sich freuen, wenn es bei anderen gut läuft.
kräuselkrepp, kennen Sie persönlich Professoren? Können Sie beurteilen, ob Professoren Mitleid mit wiss. Mitarbeitern haben?
Ich kenne eine Menge Professoren, die ganz normale Menschen sind, die Mitleid haben, wenn es andern Leuten schlecht geht und sich freuen, wenn es bei anderen gut läuft.
Das Leben ist kein Zuckerschlecken und Stress macht man sich auch irgendwo immer selber.
Die Frage bleibt doch, für wen oder was legt man sich eigentlich so ins Zeug? Prestige? Selbstverwirklichung? Gruppenzwang?
Ich wage zu behaupten, dass diese Frau auch zu einem großen Stück selbst dazu beigetragen hat, dass es soweit kam.
" Die Eingriffe haben in relativ kurzer Zeit eine Produktivitätsexplosion ausgelöst. Niemals zuvor haben deutsche Professoren so viel ausgebildet und geforscht wie heute. Die Kurve aller ihrer Kennzahlen – Publikationen, Patente, Drittmittel – weist nach oben. "
Stellt sich nun die Frage; ist die Produktivität wirklich derart größer als früher, oder bilden die Kennzahlen nur einen "gelben Riesen" ab?
Ist ja nun nicht so, dass mehr Publikation, Patente und Drittmittel automatisch zu mehr Wohlstand oder gar zur Emanzipierung der Gesellschaft beitragen.
Wenn ich mir z.B. die Entwicklungen des Frauenhofer-Institutes auf dem Gebiet der Sicherheits- und Überwachungstechnik anschaue, würde ich dies sogar stark bezweifeln.
Nahrungserwerb, dass ist Wirtschaft in seiner grundlegendsten Form. Klingt auch logisch. Jeder Organismus braucht Nahrung.
Wofür –oder für wen– machen wir uns aber kaputt?! Gibt es da einen tieferen Sinn oder eine Erklärung, die das "verbrennen" von "Humankapital" plausibel erklären würde?
Mir fällt da nicht viel zu ein. Was aber kann der Einzelen tun?
Vielleicht etwas weniger an die Karriere denken, dafür (immer) häufiger an sich selbst (die eigene Gesundheit und das eigene Wohlbefinden).
Immerhin: Man lebt nur einmal.
Michael Sonntag, warum nennen Sie Hochschullehrer eine selbsternannte Elite? Ist das so einfach - man nennt sich selber Elite und dann ist man es? Glauben Sie nicht, das Elite-Etikett wird von Nicht-Hochschullehrern auch verwendet? Aber nur von manchen Leuten, nicht von allen? - Ich kenne keine Hochschullehrer, die sich als Mitglieder einer Elite sehen.
Ich kann den Ausdruck "selbsternannte Elite" ohnehin nicht nachvollziehen. Ob Professoren eine Elite darstellen, darüber könnte man diskutieren (für mich sind sie eine, was sie für mich aber auch nicht zu Halbgöttern macht). Aber objektiv ist das Attribut "selbsternannt" doch Schwachsinn. Einen Professor muss immer noch ein Ruf ereilen, niemand hat einen Rechtsanspruch auf so eine Stelle, und wenn er auch noch so viel geleistet hat in der Wissenschaft. Harte Arbeit + Ruf backt den Professor, niemand kann sich selbst zu so etwas ernennen. "Selbsternannte Elite" wäre so jemand wie Napoleon, aber z. B. auch noch nicht mal unsere Bundeskanzlerin, da auch sie erst mal gewählt und ernannt werden muss.
Insofern werfen hier in der Tat manche Foristen mit Kampfbegriffen um sich, ohne im Ansatz über deren Bedeutung reflektiert zu haben.
Und noch etwas: das Wort "Elite" bedeutet nichts weiter als "ausgewählt". Jeder, der in einem Verfahren "ausgewählt" wurde, ist dem eigentlich Wortsinn nach Elite gegenüber denen, die nicht im selben Verfahren ausgewählt worden sind. Eigentlich ist daran zunächst mal überhaupt nichts anrüchiges, ich verstehe gar nicht, weshalb dieses Wort in den Foren der ZEIT Online zu einem Schimpfwort geworden ist. Wie kann man eigentlich so vom Neid zerfressen sein? Das ist wirklich typisch deutsch. In Amerika tun sich Menschen viel leichter damit, Erfolge anderer zu akzeptieren, in Deutschland wird der Erfolgreiche durch Neid bestraft.
Ich kann den Ausdruck "selbsternannte Elite" ohnehin nicht nachvollziehen. Ob Professoren eine Elite darstellen, darüber könnte man diskutieren (für mich sind sie eine, was sie für mich aber auch nicht zu Halbgöttern macht). Aber objektiv ist das Attribut "selbsternannt" doch Schwachsinn. Einen Professor muss immer noch ein Ruf ereilen, niemand hat einen Rechtsanspruch auf so eine Stelle, und wenn er auch noch so viel geleistet hat in der Wissenschaft. Harte Arbeit + Ruf backt den Professor, niemand kann sich selbst zu so etwas ernennen. "Selbsternannte Elite" wäre so jemand wie Napoleon, aber z. B. auch noch nicht mal unsere Bundeskanzlerin, da auch sie erst mal gewählt und ernannt werden muss.
Insofern werfen hier in der Tat manche Foristen mit Kampfbegriffen um sich, ohne im Ansatz über deren Bedeutung reflektiert zu haben.
Und noch etwas: das Wort "Elite" bedeutet nichts weiter als "ausgewählt". Jeder, der in einem Verfahren "ausgewählt" wurde, ist dem eigentlich Wortsinn nach Elite gegenüber denen, die nicht im selben Verfahren ausgewählt worden sind. Eigentlich ist daran zunächst mal überhaupt nichts anrüchiges, ich verstehe gar nicht, weshalb dieses Wort in den Foren der ZEIT Online zu einem Schimpfwort geworden ist. Wie kann man eigentlich so vom Neid zerfressen sein? Das ist wirklich typisch deutsch. In Amerika tun sich Menschen viel leichter damit, Erfolge anderer zu akzeptieren, in Deutschland wird der Erfolgreiche durch Neid bestraft.
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