Bergsteigerin Gerlinde Kaltenbrunner "Ein kleines, scharfes Messer am Hüftgurt"

Extrembergsteigerin Gerlinde Kaltenbrunner über Begegnungen mit dem Tod – und einen Heiratsantrag in 7.100 Meter Höhe

ZEITmagazin: Frau Kaltenbrunner, Sie haben alle 14 Achttausender bestiegen. Wie haben Sie sich auf Ihre Touren vorbereitet?

Gerlinde Kaltenbrunner: Ich habe früher bei eisiger Kälte mit geöffnetem Fenster geschlafen. Manchmal hatte ich morgens einen Haufen Schnee auf der Bettdecke. Das fand ich ganz normal, das war Teil der Vorbereitung, genauso wie täglich um sechs Uhr früh 40 Kilometer über einen Pass zur Arbeit zu radeln und am Abend wieder zurück. Wenn ich etwas wirklich mit Begeisterung und Freude will, dann ist diese Energie da und automatisch auch die Disziplin. Ich hatte ein großes Ziel, und dafür gab ich alles.

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Gerlinde Kaltenbrunner

40, ist eine der besten Höhenbergsteigerinnen der Welt. Am 23. August 2011 erreichte sie den Gipfel des K2. Damit ist sie die dritte Frau, die alle 14 Achttausender bestiegen hat, und die erste, der das ohne zusätzlich mitgeführten Sauerstoff gelang. Die ausgebildete Krankenschwester ist mit dem deutschen Extrembergsteiger Ralf Dujmovits verheiratet. Ihre Autobiografie erschien unter dem Titel Ganz bei mir

ZEITmagazin: Bei diesem extremen Höhenbergsteigen liegen Euphorie und Tod ganz nah zusammen. Wie leben Sie mit dieser Spannung?

Kaltenbrunner: Ich bin mir bewusst, dass selbst ein kleiner Fehler tödliche Folgen haben könnte. Als Krankenschwester war ich schon oft mit dem Tod konfrontiert. Und trotzdem hat mich der Absturz meiner Freundin Christina am Broad Peak stark bewegt. Sie hat mir vor dem Aufstieg eine SMS geschrieben, sie sei dankbar für unsere Freundschaft und per sempre tua Christina , also für immer, deine... Das war wie eine Verabschiedung. Als ob sie gespürt hätte, dass sie nicht mehr zurückkommt. Trotz meiner Einstellung zum Tod habe ich einige Zeit gebraucht, bis ich das überwunden hatte.

Das war meine Rettung
Alle Interviews aus der Serie des ZEITmagazins zum Nachlesen

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ZEITmagazin: Sind Sie auch schon in lebensgefährliche Situationen geraten?

Kaltenbrunner: Ja, 2007 war ich mit drei Spaniern am Dhaulagiri unterwegs, die mir anboten, das Zelt mit ihnen zu teilen. Ich verlasse mich jedoch immer auf mein Bauchgefühl und nahm mein eigenes Zelt mit. Am nächsten Morgen stürmte es, und wir mussten mit dem Aufstieg warten. Ich habe noch einen Becher heißes Wasser getrunken und wollte mich zurücklehnen, als plötzlich mein Zelt weggerissen wurde, sich überschlug, richtiggehend den Berg hinuntergeschwemmt wurde. Ich wusste nicht mehr, wo oben und unten ist, war orientierungslos. Schlagartig war wieder Stillstand. Ich konnte mich nicht mehr bewegen und war wie einzementiert.

Leser-Kommentare
  1. Innen und außen! :-)

    Eine Leser-Empfehlung
  2. Vielleicht bin ich zu kritisch, aber ich bin da anderer Ansicht. Meiner Meinung nach lebt sie den Egoismus aus, der in unserer Gesellschaft so verbreitet ist. Stichworte "Ganz bei mir" und
    Eigentlich hatte ich mir immer geschworen, nie zu heiraten

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    und bei den Toten und dem Preis, den die Leute selbst für diese Rastlosigkeit zahlen, stellt sich bei mir die Frage "Wofür das alles?"

    Das ist bei mir bisher bei keinem dieser Hochleistungs-Bergbezwinger raus gekommen. Zuerst war es vor Jahrzehnten die Frage, ob man als erster Mensch einen bestimmten Berg, danach eine bestimmte Strecke, dann als erste Frau, erster Blinder, erster nicht dorther stammender ohne Sauerstoff, erster mit Beinprothesen und nun erste mit allen Achttausendern.

    Das, was hier gezeigt wird ist für micht nicht nachvollziehbar und zeugt von einem verbissenen Egoismus, der alles zu überwinden meint - selbst zwischenmenschliche Regungen.

    Soll man dazu applaudieren? Ich würde sagen, dass man es ablehnen sollte, wie auch andere ähnlich gelagerte Aktionen.

    Ich sehe das auch eher kritisch. Hierzu auch:
    "Den Gipfel haben wir nicht erreicht, aber für Ralf hat das keine Rolle gespielt, das Schönste war, dass ich Ja gesagt habe."

    Es mag überinterpretiert sein. Aber sie sagt nicht, dass die Nichtbesteigung des Gipfels in dem Moment auch für sie keine Rolle gespielt hat...

    Das kann natürlich auch jetzt zu überspitzt gelesen sein. Aber noch in jedem Interview, was ich mit Kaltenbrunner gelesen habe, wird doch sehr schnell deutlich, dass sie überhaupt nicht bereit ist, für IHRE Sache auch nur kleinste Kompromisse einzugehen. "Schön" finde ich das nicht.

    und bei den Toten und dem Preis, den die Leute selbst für diese Rastlosigkeit zahlen, stellt sich bei mir die Frage "Wofür das alles?"

    Das ist bei mir bisher bei keinem dieser Hochleistungs-Bergbezwinger raus gekommen. Zuerst war es vor Jahrzehnten die Frage, ob man als erster Mensch einen bestimmten Berg, danach eine bestimmte Strecke, dann als erste Frau, erster Blinder, erster nicht dorther stammender ohne Sauerstoff, erster mit Beinprothesen und nun erste mit allen Achttausendern.

    Das, was hier gezeigt wird ist für micht nicht nachvollziehbar und zeugt von einem verbissenen Egoismus, der alles zu überwinden meint - selbst zwischenmenschliche Regungen.

    Soll man dazu applaudieren? Ich würde sagen, dass man es ablehnen sollte, wie auch andere ähnlich gelagerte Aktionen.

    Ich sehe das auch eher kritisch. Hierzu auch:
    "Den Gipfel haben wir nicht erreicht, aber für Ralf hat das keine Rolle gespielt, das Schönste war, dass ich Ja gesagt habe."

    Es mag überinterpretiert sein. Aber sie sagt nicht, dass die Nichtbesteigung des Gipfels in dem Moment auch für sie keine Rolle gespielt hat...

    Das kann natürlich auch jetzt zu überspitzt gelesen sein. Aber noch in jedem Interview, was ich mit Kaltenbrunner gelesen habe, wird doch sehr schnell deutlich, dass sie überhaupt nicht bereit ist, für IHRE Sache auch nur kleinste Kompromisse einzugehen. "Schön" finde ich das nicht.

  3. und bei den Toten und dem Preis, den die Leute selbst für diese Rastlosigkeit zahlen, stellt sich bei mir die Frage "Wofür das alles?"

    Das ist bei mir bisher bei keinem dieser Hochleistungs-Bergbezwinger raus gekommen. Zuerst war es vor Jahrzehnten die Frage, ob man als erster Mensch einen bestimmten Berg, danach eine bestimmte Strecke, dann als erste Frau, erster Blinder, erster nicht dorther stammender ohne Sauerstoff, erster mit Beinprothesen und nun erste mit allen Achttausendern.

    Das, was hier gezeigt wird ist für micht nicht nachvollziehbar und zeugt von einem verbissenen Egoismus, der alles zu überwinden meint - selbst zwischenmenschliche Regungen.

    Soll man dazu applaudieren? Ich würde sagen, dass man es ablehnen sollte, wie auch andere ähnlich gelagerte Aktionen.

    Antwort auf "hhhmmmm"
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    Sie schreiben: "bei den Toten und dem Preis, den die Leute selbst für diese Rastlosigkeit zahlen, stellt sich bei mir die Frage "Wofür das alles?

    So fragen Krämerseelen.

    Sie sind neidisch auf die Frau. Das ist alles.

    Sie macht nicht mit im großen Hamsterrad. Weil sie schlauer ist. Und das neiden Sie ihr.

    Steigen Sie mal auf einen Berg. Dann werden Sie vielleicht verstehen, warum sie das tut.

    Im Übrigen gehört Risiko zum Leben. Wer nichts wagt, der nichts gewinnt. Und es schärft die Sinne ungemein.

    Kurzum: Die Frau will leben. Deshalb tut sie es.

    Respekt insofern auch für den Kommentar von lonetal.

    Und Sie sollten respektieren, daß nicht alle Menschen gleich ticken. Das Rumhacken auf Frau Kaltenbrunner bestätigt nur meine Einschätzung.

    Sie schreiben: "bei den Toten und dem Preis, den die Leute selbst für diese Rastlosigkeit zahlen, stellt sich bei mir die Frage "Wofür das alles?

    So fragen Krämerseelen.

    Sie sind neidisch auf die Frau. Das ist alles.

    Sie macht nicht mit im großen Hamsterrad. Weil sie schlauer ist. Und das neiden Sie ihr.

    Steigen Sie mal auf einen Berg. Dann werden Sie vielleicht verstehen, warum sie das tut.

    Im Übrigen gehört Risiko zum Leben. Wer nichts wagt, der nichts gewinnt. Und es schärft die Sinne ungemein.

    Kurzum: Die Frau will leben. Deshalb tut sie es.

    Respekt insofern auch für den Kommentar von lonetal.

    Und Sie sollten respektieren, daß nicht alle Menschen gleich ticken. Das Rumhacken auf Frau Kaltenbrunner bestätigt nur meine Einschätzung.

  4. Ich sehe das auch eher kritisch. Hierzu auch:
    "Den Gipfel haben wir nicht erreicht, aber für Ralf hat das keine Rolle gespielt, das Schönste war, dass ich Ja gesagt habe."

    Es mag überinterpretiert sein. Aber sie sagt nicht, dass die Nichtbesteigung des Gipfels in dem Moment auch für sie keine Rolle gespielt hat...

    Das kann natürlich auch jetzt zu überspitzt gelesen sein. Aber noch in jedem Interview, was ich mit Kaltenbrunner gelesen habe, wird doch sehr schnell deutlich, dass sie überhaupt nicht bereit ist, für IHRE Sache auch nur kleinste Kompromisse einzugehen. "Schön" finde ich das nicht.

    Antwort auf "hhhmmmm"
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    gewagte, aber sicherlich fundierte Interpretation sprechen zahlreiche abgebrochene Besteigungen, unter anderem um schwächeren Bergsteigern das Leben zu retten.

    gewagte, aber sicherlich fundierte Interpretation sprechen zahlreiche abgebrochene Besteigungen, unter anderem um schwächeren Bergsteigern das Leben zu retten.

  5. Wir brauchen auch solche Menschen, die an die Grenzen des menschlich Möglichen gehen und sie auch verschieben. Es zeigt uns, zu welchen unglaublichen Leistungen ein Mensch in der Lage ist, wenn die Bereitschaft für ein Ziel zu kämpfen und dafür unter Umständen alles zu geben, vorhanden ist.

    Wenn ich mir die "kritischen" Kommentare so durchlese, kann ich nur den Kopf schütteln. Ein Steve Jobs wird verehrt und vergöttert, weil er ein Leben lang seiner Überzeugung gegen alle Widerstände folgte und oft kompromisslos war mit seiner Umwelt. Auf eine Frau, die ihren Traum lebt und umsetzt, weil sie anders gar nicht könnte und es ihrer Vorstellung eines gelungenen und erfüllten Lebens entspricht, wird eingeprügelt und damit auch gleich ihre unglaubliche Leistung entwertet.

    Vielleicht auch noch von Leuten, die ohne Aufstiegsthilfen noch nie über 2.000 m Höhe unterwegs waren und in ihren zentralgeheizten Wohnungen herumlümmeln. Kann es sein, das der Frust am eigenen engstirnigen Leben und Festhalten an Bequemlichkeiten und Sicherheiten einen zu solchen Äusserungen hinreissen lässt? Nicht jeder der mit dem Mainstream mitschwimmt, ist automatisch rücksichtsloser Egoist, darüber hat Frau Kaltenbrunner weder Kinder, noch einen Mann, der unter ihrer Haltung zum Leben und Tod leidet, sondern diese vollstens dabei unterstützt.

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    vielmehr frage ich mich, um was es geht? Sie hat nichts für die Menschheit erreicht. Sie hat sich lediglich über Menschenleben gehend Ziele gesteckt, die sich damit befassen, eine Art Wettlauf mit anderen aufzumachen.

    Resultat der Mühen und Opfer ist nun wie ich aus Wikipedia zitiere: "ist sie die dritte Frau, die alle 14 Achttausender bestiegen hat, und die erste, der das ohne zusätzlich mitgeführten Sauerstoff gelang"

    Na, super! Und nun? Höhere Gipfel gibt es nicht und mehr von den Bergen werden es auch in absehbarer Zeit werden. Also, was nun?

    Und vor allem, was gibt sie damit der Welt?

    Jobs hat unsere Formen von Arbeiten, Kommunikation und Ästhetik in diesen Bereichen mit seinen Impulsen maßgeblich verändert und sein oft zitierter privater und beruflicher Egoismus hat Auswirkungen auf viele von uns in seinen Produkten.

    Frau Kaltenbrunner hat nur für sich etwas getan und diesen Wettlauf, den sie mit anderen anfing und ihn zu einem medialen Event inszenierte, in so fern verloren, dass sie nicht erste beim Rennen der Frauen wurde.

    Was haben wir davon, die wir in zentralgeheizten Büros und Wohnungen leben und tatsächlich nicht bergsteigen? Nichts, rein gar nichts.

    Da riskiert jemand sein Leben und schaut anderen beim Sterben zu, ohne dass es einen Sinn ergibt, der über die persönliche Befriedigung einer Gier nach Erfolg hinaus geht.

    Mir tut sie leid.

    vielmehr frage ich mich, um was es geht? Sie hat nichts für die Menschheit erreicht. Sie hat sich lediglich über Menschenleben gehend Ziele gesteckt, die sich damit befassen, eine Art Wettlauf mit anderen aufzumachen.

    Resultat der Mühen und Opfer ist nun wie ich aus Wikipedia zitiere: "ist sie die dritte Frau, die alle 14 Achttausender bestiegen hat, und die erste, der das ohne zusätzlich mitgeführten Sauerstoff gelang"

    Na, super! Und nun? Höhere Gipfel gibt es nicht und mehr von den Bergen werden es auch in absehbarer Zeit werden. Also, was nun?

    Und vor allem, was gibt sie damit der Welt?

    Jobs hat unsere Formen von Arbeiten, Kommunikation und Ästhetik in diesen Bereichen mit seinen Impulsen maßgeblich verändert und sein oft zitierter privater und beruflicher Egoismus hat Auswirkungen auf viele von uns in seinen Produkten.

    Frau Kaltenbrunner hat nur für sich etwas getan und diesen Wettlauf, den sie mit anderen anfing und ihn zu einem medialen Event inszenierte, in so fern verloren, dass sie nicht erste beim Rennen der Frauen wurde.

    Was haben wir davon, die wir in zentralgeheizten Büros und Wohnungen leben und tatsächlich nicht bergsteigen? Nichts, rein gar nichts.

    Da riskiert jemand sein Leben und schaut anderen beim Sterben zu, ohne dass es einen Sinn ergibt, der über die persönliche Befriedigung einer Gier nach Erfolg hinaus geht.

    Mir tut sie leid.

  6. Sie schreiben: "bei den Toten und dem Preis, den die Leute selbst für diese Rastlosigkeit zahlen, stellt sich bei mir die Frage "Wofür das alles?

    So fragen Krämerseelen.

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    Ja, vermutlich bin ich das, denn wenn jemand für Nichts das eigene und das Leben anderer riskiert, halte ich das für unnütz.

    Am Deutlichsten wurde mir die Sinnlosigkeit beim Tod von Karl Unterkircher. Ich halte allerdings auch die vielen anderen an Bergen liegenden für sinnlos, denn auch wenn sie gut zurück gekommen wären, hätten sie nichts gehabt als ein erlebtes Event und das spiegelt wohl mehr den heute oft Leere hinterlassenden und nach mehr suchenden Erlebnislivestyle als vieles, was die Krämerseelen so tun.

    Ja, vermutlich bin ich das, denn wenn jemand für Nichts das eigene und das Leben anderer riskiert, halte ich das für unnütz.

    Am Deutlichsten wurde mir die Sinnlosigkeit beim Tod von Karl Unterkircher. Ich halte allerdings auch die vielen anderen an Bergen liegenden für sinnlos, denn auch wenn sie gut zurück gekommen wären, hätten sie nichts gehabt als ein erlebtes Event und das spiegelt wohl mehr den heute oft Leere hinterlassenden und nach mehr suchenden Erlebnislivestyle als vieles, was die Krämerseelen so tun.

  7. vielmehr frage ich mich, um was es geht? Sie hat nichts für die Menschheit erreicht. Sie hat sich lediglich über Menschenleben gehend Ziele gesteckt, die sich damit befassen, eine Art Wettlauf mit anderen aufzumachen.

    Resultat der Mühen und Opfer ist nun wie ich aus Wikipedia zitiere: "ist sie die dritte Frau, die alle 14 Achttausender bestiegen hat, und die erste, der das ohne zusätzlich mitgeführten Sauerstoff gelang"

    Na, super! Und nun? Höhere Gipfel gibt es nicht und mehr von den Bergen werden es auch in absehbarer Zeit werden. Also, was nun?

    Und vor allem, was gibt sie damit der Welt?

    Jobs hat unsere Formen von Arbeiten, Kommunikation und Ästhetik in diesen Bereichen mit seinen Impulsen maßgeblich verändert und sein oft zitierter privater und beruflicher Egoismus hat Auswirkungen auf viele von uns in seinen Produkten.

    Frau Kaltenbrunner hat nur für sich etwas getan und diesen Wettlauf, den sie mit anderen anfing und ihn zu einem medialen Event inszenierte, in so fern verloren, dass sie nicht erste beim Rennen der Frauen wurde.

    Was haben wir davon, die wir in zentralgeheizten Büros und Wohnungen leben und tatsächlich nicht bergsteigen? Nichts, rein gar nichts.

    Da riskiert jemand sein Leben und schaut anderen beim Sterben zu, ohne dass es einen Sinn ergibt, der über die persönliche Befriedigung einer Gier nach Erfolg hinaus geht.

    Mir tut sie leid.

    Eine Leser-Empfehlung
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    Ich denke, Ihr Mitleid ist das letzte, was Frau Kaltenbrunner braucht.

    • DrNI
    • 06.11.2011 um 12:39 Uhr

    "Da riskiert jemand sein Leben und schaut anderen beim Sterben zu, ohne dass es einen Sinn ergibt, der über die persönliche Befriedigung einer Gier nach Erfolg hinaus geht."

    Das sehen Sie nun so, weil es eben so drastisch daherkommt. Weil es Spitz auf Knopf stehen kann. Sie vermitteln dabei den Eindruck, als wären die Bergsteiger, die ums Leben kamen, irgendwie dazu gezwungen worden, von Frau Kaltenbrunner. Das ist sicherlich nicht so.

    Und mal ehrlich, sind wir alle besser? Wir kaufen Produkte, für die andernorts Menschen sterben, das ist schon bei einer ganz ordinären Stone-washed Jeans der Fall. Nur für unsere persönliche Befriedigung! Und diese Leute, die in der Türkei mit dem Sandstrahler unsere Jeans bleichen und deswegen jämmerlich verrecken müssen, die haben sich das in ihrer Armut nicht wirklich aussuchen können. (Nun gut, nach dem es viele Tote und gab und unzählige Todgeweihte gibt hat die türkische Regierung das verboten. In welchem Land wird die Billigjeans heute bearbeitet?)

    Da ist mir Frau Kaltenbrunner wahrhaft lieber, denn deren Mitstreiter am Berg haben sich das selbst ausgesucht.

    "Was haben wir davon, [...]? Nichts, rein gar nichts."

    Und was haben wir als Gesellschaft davon, dass Sie in zentralgeheizten Büros leben und dort einen zentralverheizenden Job machen? Nicht mal ein interessantes Interview in der ZEIT, nichts an dem wir uns anstoßen oder erfreuen könnten, und auch niemand zu dem wir vielleicht aufschauen würden.

    Es ist Selbstzweck. Es nutzt der Menschheit nicht. Wozu auch?

    Sie nimmt sich einfach heraus, den Sinn in ihrem Leben den Dingen selbst zu geben und nicht von Anderen eintrichtern zu lassen.

    Kümmern Sie sich lieber um die ganze Menschheit. Das macht sie bestimmt zufrieden. Und ist auch viel sinnvoller, als wenn sich Menschen um sich selbst kümmern. Wo kämen wir denn da hin?

    Leidenschaft erklären zu wollen, ist immer ein sinnloses Unterfangen.
    Viele Menschen (fernab Ihres Tellerrandes) wurden in ihrer Denkweise weit mehr durch die Taten von Höhenbergsteigern, als die eines Steve Jobs, beeinflusst und inspiriert. Ja sie wissen nicht einmal, wer Steve Jobs ist bzw. war und ihr Leben würde sich ohne ihn kein Deut verändern.
    Das Gerlinde K. anderen zum Erlangen persönlicher Befriedigung beim Sterben zusieht, ist eine sehr harte Behauptung.

    Ich denke, Ihr Mitleid ist das letzte, was Frau Kaltenbrunner braucht.

    • DrNI
    • 06.11.2011 um 12:39 Uhr

    "Da riskiert jemand sein Leben und schaut anderen beim Sterben zu, ohne dass es einen Sinn ergibt, der über die persönliche Befriedigung einer Gier nach Erfolg hinaus geht."

    Das sehen Sie nun so, weil es eben so drastisch daherkommt. Weil es Spitz auf Knopf stehen kann. Sie vermitteln dabei den Eindruck, als wären die Bergsteiger, die ums Leben kamen, irgendwie dazu gezwungen worden, von Frau Kaltenbrunner. Das ist sicherlich nicht so.

    Und mal ehrlich, sind wir alle besser? Wir kaufen Produkte, für die andernorts Menschen sterben, das ist schon bei einer ganz ordinären Stone-washed Jeans der Fall. Nur für unsere persönliche Befriedigung! Und diese Leute, die in der Türkei mit dem Sandstrahler unsere Jeans bleichen und deswegen jämmerlich verrecken müssen, die haben sich das in ihrer Armut nicht wirklich aussuchen können. (Nun gut, nach dem es viele Tote und gab und unzählige Todgeweihte gibt hat die türkische Regierung das verboten. In welchem Land wird die Billigjeans heute bearbeitet?)

    Da ist mir Frau Kaltenbrunner wahrhaft lieber, denn deren Mitstreiter am Berg haben sich das selbst ausgesucht.

    "Was haben wir davon, [...]? Nichts, rein gar nichts."

    Und was haben wir als Gesellschaft davon, dass Sie in zentralgeheizten Büros leben und dort einen zentralverheizenden Job machen? Nicht mal ein interessantes Interview in der ZEIT, nichts an dem wir uns anstoßen oder erfreuen könnten, und auch niemand zu dem wir vielleicht aufschauen würden.

    Es ist Selbstzweck. Es nutzt der Menschheit nicht. Wozu auch?

    Sie nimmt sich einfach heraus, den Sinn in ihrem Leben den Dingen selbst zu geben und nicht von Anderen eintrichtern zu lassen.

    Kümmern Sie sich lieber um die ganze Menschheit. Das macht sie bestimmt zufrieden. Und ist auch viel sinnvoller, als wenn sich Menschen um sich selbst kümmern. Wo kämen wir denn da hin?

    Leidenschaft erklären zu wollen, ist immer ein sinnloses Unterfangen.
    Viele Menschen (fernab Ihres Tellerrandes) wurden in ihrer Denkweise weit mehr durch die Taten von Höhenbergsteigern, als die eines Steve Jobs, beeinflusst und inspiriert. Ja sie wissen nicht einmal, wer Steve Jobs ist bzw. war und ihr Leben würde sich ohne ihn kein Deut verändern.
    Das Gerlinde K. anderen zum Erlangen persönlicher Befriedigung beim Sterben zusieht, ist eine sehr harte Behauptung.

  8. Ja, vermutlich bin ich das, denn wenn jemand für Nichts das eigene und das Leben anderer riskiert, halte ich das für unnütz.

    Am Deutlichsten wurde mir die Sinnlosigkeit beim Tod von Karl Unterkircher. Ich halte allerdings auch die vielen anderen an Bergen liegenden für sinnlos, denn auch wenn sie gut zurück gekommen wären, hätten sie nichts gehabt als ein erlebtes Event und das spiegelt wohl mehr den heute oft Leere hinterlassenden und nach mehr suchenden Erlebnislivestyle als vieles, was die Krämerseelen so tun.

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    bedeutet jahrelanges hartes Training, körperlicher und psychischer Natur und ist das Gegenteil von Event und Erlbnislifestyle. Bungeejumping, Theaterbesuche ud Konzerte sind Events, sein ganzes Leben in eine Sache zu investieren ist davon weit entfernt.

    bedeutet jahrelanges hartes Training, körperlicher und psychischer Natur und ist das Gegenteil von Event und Erlbnislifestyle. Bungeejumping, Theaterbesuche ud Konzerte sind Events, sein ganzes Leben in eine Sache zu investieren ist davon weit entfernt.

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