Leiharbeit Gleicher Job, weniger Lohn
Leiharbeit spaltet die Belegschaft eines Unternehmens. Wohin das führt, hat die Soziologin Sandra Siebenhüter in einer Studie untersucht.
DIE ZEIT: Frau Siebenhüter, Leiharbeit gilt als Wundermittel, um Schwankungen auf dem Arbeitsmarkt auszugleichen. In Ihrer Studie Integrationshemmnis Leiharbeit kommen Sie zu dem Ergebnis, dass Leiharbeit fatale Folgen hat. Welche?
Sandra Siebenhüter: Leiharbeiter verdienen gemäß ihren speziellen Tarifverträgen zwischen 30 und 50 Prozent weniger als die Stammbelegschaft, obwohl sie im selben Betrieb die gleiche Tätigkeit ausführen. Sobald ein Auftrag endet, läuft der Leiharbeiter Gefahr, wieder arbeitslos zu werden. Er sammelt also auch nur wenige Rentenansprüche. Zudem erhalten Leiharbeiter so gut wie keine Weiterbildung. Das heißt, ihr Potenzial und ihre Fähigkeiten werden ausgebeutet, aber der Betrieb investiert nicht in sie. Langfristig führt das zu einem Abbau der Qualifikation.
ZEIT: Wer arbeitet in Leiharbeit, und welche Branchen sind besonders betroffen?
Siebenhüter: Knapp drei Prozent aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Deutschland sind Leiharbeiter. An Standorten mit hoher industrieller Produktion liegen die Quoten höher, in der Region Landshut oder in Wolfsburg acht bis zehn Prozent. Leiharbeitnehmer werden sehr häufig als Hilfskräfte eingesetzt, also in un- und angelernten Tätigkeiten etwa als Lagerarbeiter, an Verpackungsstraßen oder in der Montage am Fließband, aber auch als Reinigungskräfte.
Die Soziologin Sandra Siebenhüter hat die Auswirkungen von Leiharbeit untersucht.
ZEIT: Sie sagen, dass Migranten besonders unter Leiharbeit und deren Folgen zu leiden haben.
Siebenhüter: Grundsätzlich muss man sagen, dass Leiharbeit immer, für alle Betroffenen, ganz gleich, welcher Nationalität, eine desintegrative Wirkung hat. Einheimische sind jedoch meist bereits gesellschaftlich und sozial integriert. Migranten, die nach Deutschland kommen oder bisher nur gering integriert waren, stehen erst am Anfang dieses Prozesses. Und bisher war, wenn wir uns die Erfolgsgeschichten der Gastarbeiter ansehen, ein fester Arbeitsplatz immer ein Anker im Leben der Einwanderer. Man hatte Kollegen, man war in den Betriebsablauf integriert, die Kollegen wurden Freunde und so weiter. Leiharbeitern wird dieser Anker genommen. Oft sind sie nur Tage oder Wochen in einem Betrieb, dadurch haben sie auch keine festen Kollegen.
- Datum 11.11.2011 - 13:47 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 10.11.2011 Nr. 46
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Irgendwie überraschend ist es ja nicht gerade, was die Dame da "erforscht" hat, besser gesagt, es ist banal. Dazu kommen gravierende sachliche Fehler.Eine Rückkehr zu den Verhältnissen vor 2003 wäre für die Leiharbeiter nicht sehr hilfreich. Im Interview wird behauptet, damals habe "equal pay" geherrscht. Dies ist grundfalsch. Vor 2003 war die Lohnhöhe in der Leiharbeit, mit Ausnahme weniger Haustarifverträge, überhaupt nicht reglementiert. Die Schröder/Fischer- Regierung hat nun die Regeln für die Verleiher weiter gelockert, im Gegenzug aber "equal pay" versprochen, letzteres war aber schon durch eine entsprechende EU- Richtlinie notwendig geworden.
Was dann tatsächlich passiert ist, ist ein Lehrstück, wie in der BRD Politik funktioniert: die Deregulierung wurde umgesetzt, die Gleichbehandlung und -bezahlung steht dagegen nur auf dem Papier, da in das AÜG eine Tariföffnungsklausel eingebaut wurde, die das formal geltende Prinzip gleich wieder aushebelt. Die Gewerkschaften haben dann passende Tarifverträge geschlossen (mit teilweise unglaublichen Bestimmungen, so konnte im DGB-BZA Vertrag Fahrkostenzuschuß u.ä. auf den Stundenlohn angerechnet werden!). Der Verleiher braucht sich nur im Arbeitsvertrag auf einen solchen Tarifvertrag zu beziehen. Auch Nichtgegewerkschftsmitglieder kamen somit in den zweifelhaften Genuß dieser Machwerke. Dazu kam noch, daß die Verleiher nun auch als Arbeitsvermittler auftreten konnten. Wenn ein Entleiher einen Leiharbeiter übernehmen wollte, müsste er dann eine Vermittlungsgebühr bzw eine Ablösesumme an den Verleiher bezahlen, was dieses Ereignis fast verunmöglicht.
Fehlerhaft ist im Interview auch der Umgang mit dem Begriff des "unbefristeten Arbeitsvertrages". In der Tat dürften die meisten Leiharbeiter einen solchen haben, was ihnen jedoch überhaupt nichts nutzt: Eine betriebsbedingte Kündigung ist in der Leiharbeitsbranche mit ihrer schwankenden Auftragslage etwas Alltägliches.
Das Absurde an der Situation ist, daß SPD und Gewerkschaften, die Versacher dieser Verhältnise, mit einem Verweis auf ebendiese sich als soziales Gewissen aufspielen und für sich einen Funken daraus schlagen wollen. Ohne auch nur eine Andeutung von Selbstkritik, versteht sich.
" ... Für diese Kontrollen sind die Landesarbeitsämter zuständig, aber die haben viel zu wenig Personal, ... "
Wen erinnert das nicht an die Steuerfahnder:
Es gibt genügend für die berühmten BMW -Bäcker, Metzger, Wirte - aber leiderleider, nicht genügend für die Banken und sonstige Grossbetriebe.
Genau wie das Finanzamt Kronberg ja leiderleider über gravierenden Personalmangel klagen muss.
Und dann noch ein paar gewerkschaften Christlicher Natur - da muss man sich über die Folgen nicht wundern.
Es fehlen noch ein paar bigotte Krokodilstränen und der Hinweis, dass die Leute so wenigstens an frühes Aufstehen und einen gerelten Tagesablauf gewähnt werden - das ist ja bekanntlich die gesellschaftliche Aufgabe der Arbeitgeber.
.
Seit Jahrzehnten zunehmend haben wir das Problem, daß in vielen Bereichen / Branchen zu den bestehenden Rahmenbedingungen weniger Arbeitskräfte gesucht werden als Arbeitskäfte sich anbieten.
Die Tarifverträge und die Vorschriften des Arbeitsrechts sind derart gestaltet worden, daß die Unternehmen immer mehr Arbeitsplätze abgebaut haben. Menschliche Arbeitskraft ist in den Unternehmen eben ein erheblicher Kostenblock, den man reduziert.
Die Politik bildet sich nach wie vor ein, daß der Arbeitsmarkt nicht über Angebot und Nachfrage funktioniert. Politiker sind ja lernresistent. Überheblich sind sie außerdem, weil sie meinen, mit Vorschriften und Regeln könnten sie Marktgeschehen austricksen - Irrtum, sie tricksen sich selbst aus.
Die künstliche Aufspaltung des Arbeitsmarktes durch Leiharbeit und Zeitarbeit hat zwar höhere Beschäftigungsqoten gebracht, brachte unvermeidlich aber auch die derzeitigen Problem mit sich.
Mit der Anhebung von Lohnsätzen wird man erreichen, daß die Arbeitslosigkeit wieder ansteigt. Aber das will die Politik ja auch nicht wahrhaben; also müssen sie diese Erfahrung wohl auch erst machen....
"Seit Jahrzehnten zunehmend haben wir das Problem, daß in vielen Bereichen / Branchen zu den bestehenden Rahmenbedingungen weniger Arbeitskräfte gesucht werden als Arbeitskäfte sich anbieten."
Dem kann man durch eine starke Bevölkerungsreduktion (Geburtenkontrolle + Auswanderung) begegnen.
Die Reproduktionsrate liegt schon lange deutlich unter 2. Und Menschen mit hoher Qualifikation wandern auch schon seit längerer Zeit in Länder aus, in denen Leistung anerkannt und entsprechend entlohnt wird.
Sie dürfen nun selbst den Schluß ziehen, was dann noch in der BRD verbleibt ... ;-)
In welcher Zeit leben wir hier.Haben wir überhaupt noch eine
Demokratie wo die meiste(gefühlte) Zeit des Lebens Maul
halten,gehorchen,arbeiten u.s.w. und das besonders bei
Leiharbeiter.Auf einer Art kämpfen irgendwelche neoliberale
Politiker für Rechte des "Einzelnen" und auf der anderen
Seite bist du nur ein Kostenfakor und eine Nummer und falls
man ein wenig"Ungehorsam" ist dann wird man nicht einge-
sperrt sondern ausgeserrt und das ist genau so hart.
Einsperr-oder Aussperdiktdatur.
Arbeiter A arbeitet mit Arbeiter B in Wechselschicht.B ist Leiharbeiter macht genau die Gleiche Arbeit wie A.
Dann kommt einer und sagt zu B," Du willst genauso viel
Geld haben wie A,dann musst du halt gehen"!
Demokratie bis zur Stempeluhr danach nur pure Diktatur.
"Seit Jahrzehnten zunehmend haben wir das Problem, daß in vielen Bereichen / Branchen zu den bestehenden Rahmenbedingungen weniger Arbeitskräfte gesucht werden als Arbeitskäfte sich anbieten."
Dem kann man durch eine starke Bevölkerungsreduktion (Geburtenkontrolle + Auswanderung) begegnen.
Die Reproduktionsrate liegt schon lange deutlich unter 2. Und Menschen mit hoher Qualifikation wandern auch schon seit längerer Zeit in Länder aus, in denen Leistung anerkannt und entsprechend entlohnt wird.
Sie dürfen nun selbst den Schluß ziehen, was dann noch in der BRD verbleibt ... ;-)
In welcher Zeit leben wir hier.Haben wir überhaupt noch eine
Demokratie wo die meiste(gefühlte) Zeit des Lebens Maul
halten,gehorchen,arbeiten u.s.w. und das besonders bei
Leiharbeiter.Auf einer Art kämpfen irgendwelche neoliberale
Politiker für Rechte des "Einzelnen" und auf der anderen
Seite bist du nur ein Kostenfakor und eine Nummer und falls
man ein wenig"Ungehorsam" ist dann wird man nicht einge-
sperrt sondern ausgeserrt und das ist genau so hart.
Einsperr-oder Aussperdiktdatur.
Arbeiter A arbeitet mit Arbeiter B in Wechselschicht.B ist Leiharbeiter macht genau die Gleiche Arbeit wie A.
Dann kommt einer und sagt zu B," Du willst genauso viel
Geld haben wie A,dann musst du halt gehen"!
Demokratie bis zur Stempeluhr danach nur pure Diktatur.
Was der Artikel beschreibt entspricht weitgehend meinen eigenen Beobachtungen. Leiharbeit ist im Grunde nicht verwerflich. Was man aber im Laufe der Jahre daraus gemacht hat; Das ist im höchsten Maße verwerflich. Sie ähnelt immer mehr einer Tagelöhnersituation aus dem menschenverachtendem feudalen Mittelalter.
"Seit Jahrzehnten zunehmend haben wir das Problem, daß in vielen Bereichen / Branchen zu den bestehenden Rahmenbedingungen weniger Arbeitskräfte gesucht werden als Arbeitskäfte sich anbieten."
Dem kann man durch eine starke Bevölkerungsreduktion (Geburtenkontrolle + Auswanderung) begegnen.
ist ja an Banalität kaum zu überbieten. Erstmal ist die Anzahl der geführten Interviews einfach zu gering, um belastbare Aussagen zu bekommen, zum anderen sind leidet die Analyse unter logischen Schwächen. Beispiel? Einerseits suggeriert der Einsatz von Leiharbeitern der Stammbelegschadt angeblich, dass ihre Arbeit auch billiger zu machen sei. Andererseits heißt es, dass der Entleiher das 1,5 bis 2,5-fache des Tariflohns für den Leiharbeiter zahlt. Ja wat denn nun?
Der Hauptgrund für den Einsatz von Leiharbeitern ist nicht, dass der Entleiher Geld sparen will, sondern die erhöhte Flexibilität im Einsatz.
Alles in allem ein Artikel und eine "Studie", die sich hervorragend für Lobbyismus eigent, mit der Wirklichkeit aber wenig bis nichts zu tun hat.
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