Sparer und Anleger sollten in der gegenwärtigen Situation zunächst abwarten. Die unkalkulierbaren politischen Einflussfaktoren und die Möglichkeit einer deutlichen Konjunkturabschwächung im nächsten Jahr könnten einerseits zu erneuten Kursrückschlägen bei vielen Wertpapieren führen. Andererseits wird eine Konjunkturverschlechterung wahrscheinlich mit einer deutlichen Erhöhung der Geldmenge durch die Notenbanken beantwortet werden.

In Europa werden die Politiker sich nicht trauen, die Euro-Zone aufzuspalten – das wäre zwar kurzfristig die schmerzhafte, aber mittel- und längerfristig die beste Lösung. Alle Versuche, die Situation mit Rettungsschirmen zu stabilisieren, werden fehlschlagen. Es bleibt also nur das Gelddrucken in großem Stil. Und auch die Amerikaner werden aus Angst vor einer sich abschwächenden Konjunktur die Notenpresse wieder anwerfen.

Unsere Strategie ist es, das Vermögen der Kunden auf eine Barreserve einerseits, auf Unternehmensanleihen, physisches Gold und Aktien andererseits aufzuteilen. Bei den gegenwärtigen Unsicherheiten an den Finanzmärkten ist es sinnvoll, eine Barreserve von rund 30 Prozent der Vermögenssumme vorzuhalten. Die Börse ist derzeit wesentlich von den kaum vorhersehbaren Entscheidungen der Politiker bestimmt. Entsprechend gibt es keine Trends mehr, sondern nur kurzfristig sehr starke Kursschwankungen.

Diese Unsicherheitsphase lässt sich am besten mit Unternehmensanleihen überbrücken, die eine geringe Laufzeit und eine gute Bonität haben. Hier erhält man deutlich höhere Zinsen als bei den fast zinslosen Staatsanleihen, deren Bonität sich auf die Dauer verschlechtern dürfte. Seit Längerem haben wir deshalb gut zehn Prozent des Vermögens in Gold angelegt. Wir rechnen damit, dass die Unsicherheiten im Bankensystem zu verstärkten Goldkäufen führen werden. Gleichzeitig vergrößert die Tendenz zum verstärkten Gelddrucken in den Industrieländern die Inflationsangst der Anleger.

Den größten Teil des Vermögens haben wir immer noch in Aktien angelegt – je nach Anlegermentalität ein Drittel bis zur Hälfte. Hier bevorzugen wir defensive Aktien mit guten Bilanzen bei gleichzeitig überdurchschnittlichen Dividenden. Diese bringen wesentlich mehr Rendite als Anleihen.