Geldanlage Von allem ein bisschen
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Dr. Jens Ehrhardt (DJE Kapital)

 

Dr. Jens Ehrhardt

ist Gründer und Vorstandsvorsitzender des Finanzdienstleisters DJE Kapital. Die Firma verwaltet 10 Milliarden Euro

Sparer und Anleger sollten in der gegenwärtigen Situation zunächst abwarten. Die unkalkulierbaren politischen Einflussfaktoren und die Möglichkeit einer deutlichen Konjunkturabschwächung im nächsten Jahr könnten einerseits zu erneuten Kursrückschlägen bei vielen Wertpapieren führen. Andererseits wird eine Konjunkturverschlechterung wahrscheinlich mit einer deutlichen Erhöhung der Geldmenge durch die Notenbanken beantwortet werden.

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In Europa werden die Politiker sich nicht trauen, die Euro-Zone aufzuspalten – das wäre zwar kurzfristig die schmerzhafte, aber mittel- und längerfristig die beste Lösung. Alle Versuche, die Situation mit Rettungsschirmen zu stabilisieren, werden fehlschlagen. Es bleibt also nur das Gelddrucken in großem Stil. Und auch die Amerikaner werden aus Angst vor einer sich abschwächenden Konjunktur die Notenpresse wieder anwerfen.

Unsere Strategie ist es, das Vermögen der Kunden auf eine Barreserve einerseits, auf Unternehmensanleihen, physisches Gold und Aktien andererseits aufzuteilen. Bei den gegenwärtigen Unsicherheiten an den Finanzmärkten ist es sinnvoll, eine Barreserve von rund 30 Prozent der Vermögenssumme vorzuhalten. Die Börse ist derzeit wesentlich von den kaum vorhersehbaren Entscheidungen der Politiker bestimmt. Entsprechend gibt es keine Trends mehr, sondern nur kurzfristig sehr starke Kursschwankungen.

Diese Unsicherheitsphase lässt sich am besten mit Unternehmensanleihen überbrücken, die eine geringe Laufzeit und eine gute Bonität haben. Hier erhält man deutlich höhere Zinsen als bei den fast zinslosen Staatsanleihen, deren Bonität sich auf die Dauer verschlechtern dürfte. Seit Längerem haben wir deshalb gut zehn Prozent des Vermögens in Gold angelegt. Wir rechnen damit, dass die Unsicherheiten im Bankensystem zu verstärkten Goldkäufen führen werden. Gleichzeitig vergrößert die Tendenz zum verstärkten Gelddrucken in den Industrieländern die Inflationsangst der Anleger.

Den größten Teil des Vermögens haben wir immer noch in Aktien angelegt – je nach Anlegermentalität ein Drittel bis zur Hälfte. Hier bevorzugen wir defensive Aktien mit guten Bilanzen bei gleichzeitig überdurchschnittlichen Dividenden. Diese bringen wesentlich mehr Rendite als Anleihen.

Leser-Kommentare
    • Guido3
    • 16.11.2011 um 16:30 Uhr

    Wie wäre es mit Reisen. Nicht irgendwann im Alter die Weltreise planen, sondern jetzt reisen. Viel besser kann man sein Geld nicht anlegen. Oman, Namibia, Chile, Burma, Äthiopien, Jordanien, .. Das was man da an Erlebnissen, Wissen und Eindrücken ansammelt, kann einem niemand jemals mehr nehmen - auch keine noch so schlimme Schulden-Finanz-Euro-Politikversagen-Irgendwas-Krise. Das ist echter Reichtum. Und nicht Stapel von diesen rechteckigen, bunten Papier-Schnipseln, die nur solange einen Wert als Tauschmittel haben, wie alle darauf vertrauen und wo genau dieses notwendige Vertrauen gerade massiv erodiert.

    Wer ernsthaft Geld anlegen will, könnte auch mal darüber nachdenken, das Gegenteil von allen anderen zu machen. Das heißt gerade jetzt Griechenland-Anleihen kaufen. Eine im März fällig Griechenland-Anleihe kostet derzeit etwa 43% ihres Nennwertes. Selbst wenn man den freiwilligen Schuldenschnitt von 50% einkalkuliert, ergibt das noch eine Jahresrendite von rund 48 Prozent. Verweigert man sich dem freiwilligen Schuldenschnitt und spekuliert auf 100% Rückzahlung, so winken auf das Jahr hochgerechnet fast 400% Rendite.

  1. sollte doch die allererste Empfehlung sein wenn man seriöse Tipps geben will. Die seh ich hier aber nicht!

    Auch Bundesanleihen sind nichts weil die Verzinsung zu gering ist. Nein, man sollte in Sparbriefe bei Banken anlegen die nach deutschem Recht gesetzl. gesichert sind. Nur für diese garantiert der Staat 100.000 Euro als sicher. Also bei keiner Bank mehr anlegen als 100 TEUR.

    Edelmetalle bei den jetzigen Preisen zu kaufen ist Unfug.
    Wer möchte sollte lieber Waldgrundstücke kaufen.

    Eine Leser-Empfehlung
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    ...wer das eigene Haus besitzt, braucht sich wegen der mageren Rente, die auf uns alle wartet, weniger Sorgen machen.

    • Guido3
    • 16.11.2011 um 19:00 Uhr

    Kommt drauf an, welches Szenario man für wahrscheinlich hält. Immer wenn es richtig gekracht hat, kamen Immobilienbesitzer auch nicht ungeschoren davon. Bei den letzten Währungsreformen 1923 und 1948 wurden Immobilienbesitzer auch Kräftig zur Kasse gebeten. Stichworte für Google sind Zwangshypothek, Lastenausgleich, ... Das ist vielleicht nicht das wahrscheinlichste Szenario, aber vielen, die Immobilien für die supersichere und auch weitgehend inflationsgeschütze Anlage halten, ist überhaupt nicht bekannt, das es historisch immer wieder Zwangshypotheken gab.

    Lustig: Beim Zensus 2011 wurden alle Wohnimmobilien in Deutschland erfasst. Verschwörungstheorethiker "wissen", dass das nur den Zweck hatte, die Basis für neue Zwangshypotheken zu schaffen...

    • this.
    • 16.11.2011 um 23:08 Uhr

    Wohneigentum macht nur Sinn, wenn man es sich auch wirklich leisten kann.

    z.B. Wenn man 300t hat, für 100t eine Eigentumwohnung, so hat man noch genug Reserve zum Streuen..
    Alles in eine Immobilie stecken, ggf sogar auf Kredit ist das dümmste was man nur machen kann!
    Ein Immobilie kostet auch abbezhalt Geld. Es muss permanent repariert/renoviert/saniert werden um allein dden Wert zu erhalten und so Inflation auszugleichen.
    Wenn jetzt noch ne Autobahn/Bahnschiene oder Flugschneise in die Nähe der Immobilie kommt ist der Wert futsch!
    Deshalb, Anlagen immer streuen, auch wenn die Immobilie auf Pump so "vernünftig" scheint

    ...wer das eigene Haus besitzt, braucht sich wegen der mageren Rente, die auf uns alle wartet, weniger Sorgen machen.

    • Guido3
    • 16.11.2011 um 19:00 Uhr

    Kommt drauf an, welches Szenario man für wahrscheinlich hält. Immer wenn es richtig gekracht hat, kamen Immobilienbesitzer auch nicht ungeschoren davon. Bei den letzten Währungsreformen 1923 und 1948 wurden Immobilienbesitzer auch Kräftig zur Kasse gebeten. Stichworte für Google sind Zwangshypothek, Lastenausgleich, ... Das ist vielleicht nicht das wahrscheinlichste Szenario, aber vielen, die Immobilien für die supersichere und auch weitgehend inflationsgeschütze Anlage halten, ist überhaupt nicht bekannt, das es historisch immer wieder Zwangshypotheken gab.

    Lustig: Beim Zensus 2011 wurden alle Wohnimmobilien in Deutschland erfasst. Verschwörungstheorethiker "wissen", dass das nur den Zweck hatte, die Basis für neue Zwangshypotheken zu schaffen...

    • this.
    • 16.11.2011 um 23:08 Uhr

    Wohneigentum macht nur Sinn, wenn man es sich auch wirklich leisten kann.

    z.B. Wenn man 300t hat, für 100t eine Eigentumwohnung, so hat man noch genug Reserve zum Streuen..
    Alles in eine Immobilie stecken, ggf sogar auf Kredit ist das dümmste was man nur machen kann!
    Ein Immobilie kostet auch abbezhalt Geld. Es muss permanent repariert/renoviert/saniert werden um allein dden Wert zu erhalten und so Inflation auszugleichen.
    Wenn jetzt noch ne Autobahn/Bahnschiene oder Flugschneise in die Nähe der Immobilie kommt ist der Wert futsch!
    Deshalb, Anlagen immer streuen, auch wenn die Immobilie auf Pump so "vernünftig" scheint

  2. ...wer das eigene Haus besitzt, braucht sich wegen der mageren Rente, die auf uns alle wartet, weniger Sorgen machen.

    Eine Leser-Empfehlung
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    ...und ein Ferienhäuschen in Griechenland: Dann sind Sie rundherum bedient - und können im Alter in Saus und Braus leben von Ihren Mieteinnahmen. Aber nur, wenn Ihnen keiner Ihr Ferienhäuschen zerstört und leerräumt, die Eigentumswohnungen mietet und nicht verwüstet - und Ihr Altersruhesitz weder ein neues Dach, noch eine neue Heizung, noch höhere Grundsteuern oder Zwangshypotheken braucht.

    ...und ein Ferienhäuschen in Griechenland: Dann sind Sie rundherum bedient - und können im Alter in Saus und Braus leben von Ihren Mieteinnahmen. Aber nur, wenn Ihnen keiner Ihr Ferienhäuschen zerstört und leerräumt, die Eigentumswohnungen mietet und nicht verwüstet - und Ihr Altersruhesitz weder ein neues Dach, noch eine neue Heizung, noch höhere Grundsteuern oder Zwangshypotheken braucht.

  3. sind natürlich eine vergleichsweise sichere Anlageform. Aber ich glaube nicht, dass sich so ein Artikel an den einfachen Pöbel richten soll, der noch nicht mal ein eigenes Haus hat :-).
    Mein Investitionstipp: Bildung, und zwar in einer Fachrichtung, die dabei hilft, unmittelbare menschliche Grundbedürfnisse zu sichern.
    Denn nach dem endgültigen Zusammenbruch des Finanzkasinos werden wir solche Leute vermehrt brauchen, wenn wir uns keine riesigen Importe mehr leisten können.
    Spätestens dann werden wahrscheinlich auch alle Goldhamster ganz komisch aus der Wäsche schauen, wenn alle gleichzeitig ihre Pandas und Barren auf den Markt werden, sollte die Goldblase nicht schon vorher platzen.

  4. So lange man in der eigenen Immobilie wohnt, ist die Welt noch i.O. Ist man jedoch zu einem späteren Zeitpunkt zum Verkauf gezwungen, kann es sein, daß vom Grundstückswert noch die Abrißkosten für das Gebäude hinzu kommen.

  5. zumindest wenn sich die Immobilie in objektiv "attraktiver Wohnlage" findet.

    • Guido3
    • 16.11.2011 um 19:00 Uhr

    Kommt drauf an, welches Szenario man für wahrscheinlich hält. Immer wenn es richtig gekracht hat, kamen Immobilienbesitzer auch nicht ungeschoren davon. Bei den letzten Währungsreformen 1923 und 1948 wurden Immobilienbesitzer auch Kräftig zur Kasse gebeten. Stichworte für Google sind Zwangshypothek, Lastenausgleich, ... Das ist vielleicht nicht das wahrscheinlichste Szenario, aber vielen, die Immobilien für die supersichere und auch weitgehend inflationsgeschütze Anlage halten, ist überhaupt nicht bekannt, das es historisch immer wieder Zwangshypotheken gab.

    Lustig: Beim Zensus 2011 wurden alle Wohnimmobilien in Deutschland erfasst. Verschwörungstheorethiker "wissen", dass das nur den Zweck hatte, die Basis für neue Zwangshypotheken zu schaffen...

    Eine Leser-Empfehlung
    • keibe
    • 16.11.2011 um 21:50 Uhr

    "Von allem ein bisschen

    Krise total – wohin jetzt mit dem Geld? Vier Anlagegurus geben Antwort."

    Aber das ist nicht alles/sind nicht alle. Gott sei Dank liest der kundige Leser dieses Artikels -neben den profunden Ratschlägen von vier Gurus- auch noch (wenn auch verschämt rechts außen platziertes) Handfestes:

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    Ich finde es gut, wenn derart unaufdringlich theoretisches Wissen von Gurus mit praktischem Anwendungswissen harmonisch kombiniert wird und den Leser handlungsgestaltend anzuregen vermag.

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