Gesellschaftskritik: Über Blitzehen
Die Ehe zwischen der Reality-Darstellerin Kim Kardashian und Kris Humphries, einem Basketballspieler, war nach 72 Tagen zu Ende. Ein Fall von Blitz-Ehe – oder gar PR-Ehe?
© Pascal Le Segretain/Getty Images

Kim Kardashian und Kris Humphries
Wie kann man sich als Berühmtheit eigentlich heute noch wirklich lächerlich machen, also in der Öffentlichkeit tiefe Zweifel an seinem Geisteszustand hervorrufen, ohne dafür im Jogginganzug mit einer Pulle Bier in der Hand durch Venice Beach zu stolpern, während ein Mann vom Kaliber eines Mel Gibson oder Charlie Sheen im Hintergrund in Gesten und Worten klarmacht, man möge aber bitte sofort zurückkommen?
Die Antwort lautet: Blitzehe. Aktueller Anlass ist die Ehe zwischen der Reality-Darstellerin Kim Kardashian und Kris Humphries, einem Basketballspieler. Nach 72 Tagen haben sie die Scheidung angekündigt. Das Phänomen ist nicht neu. Berühmte Blitzehen waren die zwischen Marilyn Monroe und Joe DiMaggio (274 Tage), Britney Spears und einem gewissen Jason Alexander (nach zwei Tagen annulliert). Und war nicht auch Verona Feldbusch Mitte der neunziger Jahre ein paar Wochen mit Dieter Bohlen verheiratet? Natürlich weiß keiner, der eine Beziehung beginnt, wie lange diese hält. Und wenn sich zwei Leute nach wenigen Wochen wieder trennen, weil sie gemerkt haben, dass sie doch nicht so gut zusammenpassen, so schadet das dem öffentlichen Image nur wenig, im Gegenteil. Faustregel: Lieber ein Ende mit Schrecken...
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Die Kurzehe hingegen ist anrüchig, weil sie bei den Betroffenen die emotionale Reife von Teenagern vermuten lässt. Dass sie also die regressiven Zurück-in-den-Uterus-Gefühle einer jungen Verliebtheit als solche nicht erkennen, sondern daraus tatsächlich ableiten, dass es immer so bleiben werde und man ergo den Partner fürs Leben gefunden habe und also auch gleich heiraten könne. Weil: Warum sonst würde man nicht noch ein paar Wochen oder Jahre abwarten, um festzustellen, ob das Gegenüber auch wirklich zu einem passt?
Gesellschaftlich ziemlich angesehen ist paradoxerweise die nach kurzer Kennenlernzeit geschlossene Ehe, die Jahrzehnte später noch immer Bestand hat. A, weil hier ohne Not ein hohes Risiko eingegangen wird, B, weil es suggeriert, es könne zwischen zwei Menschen ein Erkennen geben, das sich über alle Mühen des Alltags hinweg als wahr herausstellt, C, weil es bei beiden Beteiligten eine besonders hohe Menschenkenntnis vermuten lässt. Zumindest Mut haben Kardashian und Humphries bewiesen. Es sei denn, ihre Ehe, deren Vermarktung angeblich mehrere Millionen Dollar eingebracht hat, gehört zu einer Gattung, die auf der Ehe-Skala noch weniger angesehen ist: der PR-Ehe.











Eine Reality-Darstellerin und ein Basketballspieler. Dauer der Ehe: nur 72 Tage, dann die Scheidung.
Es ist unverkenntlich, dass diese NAchricht eine Publizity zum Vorteil von beiden ist, sie sind gefragter denn je. mit den Hochzeitsfotos machten sie bereits Profit und von der Scheidung erhoffen sie sich noch mehr Ruhm.
auch für diesen fall kann man auf checkmycase.com http://www.checkmycase.at... voten.
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