Lou Reed und MetallicaLärm um nichts

Lou Reed und Metallica haben sich Frank Wedekinds Theaterklassiker "Lulu" gewidmet. Das Ergebnis ist selbst für abenteuerlustige Hörer eine unangenehme Herausforderung.

Lou Reed und Metallica

Lou Reed und Metallica

Es gibt Bücher, über die viel geredet wird, die aber kaum einer zu Ende liest. Ein amerikanischer Journalist versteckte einmal Gutscheine für Bargeld in einigen Exemplaren von Stephen Hawkings Millionen-Bestseller Eine kurze Geschichte der Zeit. Teuer war das Experiment nicht, kein Coupon wurde eingelöst.

Ähnlich verhält es sich dieser Tage mit dem Album Lulu, das der New Yorker Art-Rock-Veteran Lou Reed mit den Schwermetallern von Metallica eingespielt hat. Denn das medial viel beachtete Werk, das allein durch seine bloße Ankündigung für Wirbel sorgte, ist selbst für treue Fans eine Prüfung. Es ein Mal zu Ende zu hören ist eine Qual, es ein zweites Mal zu versuchen, unvorstellbar.

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Als Vorlage diente Frank Wedekinds Tragödie, eine bewährte Inspirationsvorlage. Auch Lou Reed verfasste vor einiger Zeit Lieder zu dieser Geschichte von moralischen Abgründen und finsterer Sexualität, die er nun mit Metallica einspielte. Reed wurde in den sechziger Jahren berühmt mit der Band The Velvet Underground und punktete als Solokünstler in den Siebzigern mit lakonisch-poetischen Hits wie Walk on the Wild Side oder Perfect Day.

Metallica, gestartet vor drei Jahrzehnten, gelten als erfolgreichste Thrash-Metal-Band des Planeten und haben mehr als hundert Millionen Alben verkauft. Dass die Rocker, die seine Enkel sein könnten, nun mit Lou Reed zusammenfanden, ist weniger überraschend, als es scheint. Beide loten immer wieder Extreme aus, provozieren gern, ignorieren kommerzielle Zwänge. Aber selbst für abenteuerlustige Hörer sind die zehn Songs eine Herausforderung der unangenehmen Art. Es fehlen die Melodien zu Lou Reeds Gegrummel, es fehlen die Ideen. Lärm hat man schon sehr viel aufregender gehört.

 
Leserkommentare
  1. Und wo ist der Artikel? Mehr als ein Einleitungssatz, ausgedehnt auf mehrere Absätze, war das hier ja leider nicht.

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  2. zumindest für diese arme Kreatur: http://youtu.be/Jr7iWaJraAA
    Lou Reed hat schon bessere Projekte auf dem Weg gebracht. Und liest man sich das Interview im letzten Rolling Stone durch, stellt sich die Frage, warum er es mit Saunders, Rathke und Smith solange ausgehalten hat. Ich kram da lieber nochmal die Ecstasy hervor (2000, jessas!).

    • FZ
    • 11.11.2011 um 11:47 Uhr
    3. O nee!

    Geht das so durch? Ist irgendwie Metallica auf Sedativa...

    @1: Zustimmung - Artikel vermisst. Bissl mehr Hintergrund wäre schon interessant gewesen.

    • mixpan
    • 11.11.2011 um 12:27 Uhr

    Metallica trauen sich nach "And justice for all" immer Projekte zu, die sie einfach nicht realisieren können, da sie einfach nicht die musikalische Bildung dafür haben. Das ist kein Geheimnis.Nach "Metallica" ist jedes Projekt ein verzweifelter Versuch, etwas zu beweisen, was man nie wirklich verstanden hat, weil sie auch nicht wissen, was das ist...

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  3. Also ich hab welche gehört, einige hat Onkel Lou auch aus dem Album Berlin geklaut, zumindest sind sie sehr nah dran.
    Überhaupt ist es sehr nah an Berlin dran. Das kann man mögen oder auch nicht. DAs berühmte Bannenalbum haben auch nicht viele damals gehört.

    Sicher ist das keine Partymusike und man man wird das Album auch nicht sehr oft hören, (aber mehr als einmal vielleicht dann doch.) Aber als Kunstwerk hat es einen gewaltigen, verstörenden Eindruck hinterlassen.

  4. kann mich einigen Kommentaren nur anschließen. In so einer qualitativ eigentlich hochwertigen Zeitung solch einen miserablen Artikel über eine tatsächlich sehr interessante Zusammenarbeit abzuliefern, ist echt sehr, sehr schade. Die Musik ist natürich Geschmackssache. Das besonders die Metallica-Fraktion nicht viel damit anfangen kann, verstehe ich. Ist eher ein Lou Reed Album, Gott sei Dank! Trotzdem finde ich persönlich die Platte sehr gelungen. Melodien hat sie auch. Passend zur Lyrik ist die Musik natürlich nicht schön und harmoniegeladen, sondern eben hart, krachig und durchaus "anstrengend". Aber im positiven Sinne. Bitte, bitte schreibt gehaltvollere Rezensionen, gerade wenn es sich um ungewöhnliche Projekte wie dieses handelt.
    P.S.: Vom Alter her könnten Metallica vielleicht die Kinder von Tante Lou sein, aber nicht die Enkel.

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    • Zack34
    • 13.11.2011 um 20:00 Uhr

    ... m.E. die Spitze seines Oeuvres erreicht. Egal wann und wie häufig ich diese Platte mit wunderbaren Texten auflege, sie hört sich immer wieder frisch und gar aktuell an: unübertroffen.

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