Brettspiel Schach

Vor geraumer Zeit war ich in der Bamberger Erlöserkirche bei einem Konzert mit Hermann Bohrer an der Orgel. Dieser lebt im Jean-Paul-Haus in Wunsiedel und schenkte mir nach dem Konzert eine Flasche Jean-Paul-Bier. Was lese ich auf dem Flaschenetikett: »Himmel! Welch ein Bier. Mein Leben, mein Nil, meine vorletzte Ölung, mein Weihwasser...« Jean Paul war ein (Groß-)Meister des Biergenusses. Doch auch dem Schachspiel war Jean Paul von früh auf zugetan; an etlichen Stellen taucht es in seinen Werken auf, vornehmlich in Die unsichtbare Loge, in der der Obristforstmeister von Knör seine Tochter nur demjenigen zur Frau geben will, der diese im Schach besiegt.

An Pfarrer Vogel in Rehau schreibt er 1783, nachdem dieser ihn mit einem lauten »Schach dem König« erschreckt hatte: »Die besten Freunde zanken sich beim Spiel; allein sobald die Spieler das Schachbret – den campus martius – zur Aufbewahrung der versönten Krieger zugeschlossen, so schliessen sie ihre Herzen auf und trinken in freundschaftlicher Gesprächigkeit das bittre Lagerbier mit der Aufmerksamkeit, der sie vorher nur das Spiel gewürdigt.«

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Um den Wunsiedeler Reigen zu schließen, eine eigene kleine Kombination von einer Simultanveranstaltung dort anlässlich des 90-jährigen Bestehens des Oberfränkischen Schachverbands.

Welcher Zug von mir als Schwarzem bewog den Verbandsvorsitzenden Tom Carl, sofort aufzugeben, weil er überraschend mindestens eine Figur verloren hätte?

Schachlösung

Lösung aus Nr. 45:

Welcher schwarze Opferschlag gewann schnell? Nach dem Turmopfer 1...Te3!! war Weiß verloren. Es folgte noch 2.fxe3 De2 3.Dxb7 Dxd1+ 4.Kf2 Df1 matt. Auch 2.Dxe3 Dxd1+ oder 2.Lxe3 Df3 oder 2.Dc2 Te2 3.Db3 Tae8 4.Ld2 Te2-e3! 5.fxe3 Df3 waren hoffnungslos

 
  • Quelle ZEITmagazin, 10.11.2011 Nr. 46
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  • Schlagworte Schach | Jean Paul | Konzert | Bier | Vogel | Wunsiedel | Nil
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