Stimmt's? Kann der Mensch Erdbeben auslösen?

...fragt Ernst-Ludwig Sattler aus Gießen.

Wenn man als Erdbeben alles bezeichnet, was die Seismografen der Geologen ausschlagen lässt, dann ist die Antwort einfach: Einstürzende Bergwerksstollen zum Beispiel lassen die Erde wackeln. Solche rein menschengemachten Minibeben erreichen aber maximal die Stärke 4 auf der Richterskala.

Etwas anderes sind die »richtigen« Erdbeben, bei denen sich die Spannung zwischen tektonischen Platten der Erdkruste entlädt. Es mehren sich jedoch die Stimmen von Forschern, die davon überzeugt sind, dass auch Stauseen das unterirdische Kräfteverhältnis verändern und dadurch ein Beben auslösen können, das ansonsten erst in Tausenden von Jahren passiert wäre.

Anzeige
Serie: Stimmt's?
Für weitere Artikel zur Serie "Stimmt's?" klicken Sie auf dieses Bild

Für weitere Artikel zur Serie "Stimmt's?" klicken Sie auf dieses Bild

Nach dem Bau des Hoover-Damms in den USA stieg die seismische Aktivität stark an. Das Erdbeben vom Mai 2008 in der chinesischen Provinz Sichuan wird von Experten ebenfalls auf einen Staudammbau zurückgeführt. Im Einzelfall ist der Nachweis schwierig, aber die Statistik bestätigt, dass der Mensch tatsächlich Erdbeben auslösen kann.

Die Adressen für »Stimmt’s«-Fragen: DIE ZEIT, Stimmt’s?, 20079 Hamburg, oder stimmts@zeit.de. Das »Stimmt’s?«-Archiv: www.zeit.de/stimmts

Diesen Artikel finden Sie als Audiodatei im Premiumbereich unter www.zeit.de/audio

 
Leser-Kommentare
    • Gwerke
    • 12.11.2011 um 20:58 Uhr

    ... wird von örtlichen Bürgerinitiativen zum Vorwurf gemacht, für kleine Erdstöße im Raum Landau verantwortlich zu sein. Selbst wenn das stimmen sollte, was schwierig zu belegen ist, sollten sie doch froh sein.

    Der Oberrheingraben ist das "Erdbebengebiet" in Deutschland. Jeder kleine Erdstoß sorgt für Entspannung zwischen den dort auseinander driftenden Platten, die dadurch den Graben bilden. Damit wird erfolgreich eine große Spannung zwischen den Platten vermieden und einem großen Erd"beben" mit richtigen Schäden vorgebeugt.

    Eine Leser-Empfehlung
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • Petka
    • 14.11.2011 um 3:42 Uhr

    Die durch Geothermie (oder Bergbauprojekte) ausgelösten Beben im Gestein können die Verwerfungsspannungen nicht 'lindern', da sie an einer anderen Stelle (wesentlich flacher als für die Oberrheingrabenverwerfung üblich) und aus anderen Gründen (Druckveränderungen im oberen Gestein durch das verwendete Geothermieverfahren) stattfinden.

    Die Aussage, dass 'dem großen Beben vorgebeugt wird' stammt auch ... von der Firma, die letztlich am Standort Basel mit ihrer Technik gescheitert ist.

    • Petka
    • 14.11.2011 um 3:42 Uhr

    Die durch Geothermie (oder Bergbauprojekte) ausgelösten Beben im Gestein können die Verwerfungsspannungen nicht 'lindern', da sie an einer anderen Stelle (wesentlich flacher als für die Oberrheingrabenverwerfung üblich) und aus anderen Gründen (Druckveränderungen im oberen Gestein durch das verwendete Geothermieverfahren) stattfinden.

    Die Aussage, dass 'dem großen Beben vorgebeugt wird' stammt auch ... von der Firma, die letztlich am Standort Basel mit ihrer Technik gescheitert ist.

  1. Es fehlen mir genauere Begründungen wie der Stauseebau oder der Stausee an sich Erdbeben auslösen kann.

    Bergbbau bedingte Erdbeben kennt man genügend, welche vor ein paar Jahren noch saarländische Häuser zum Wackeln brachte.

    Abgesehen davon muss man doch auch andere große Bauprojekte, Tiefseebohrungen etc. betrachten.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Durch den Bau des Staudammes an sich wird kein Beben ausgelöst.
    Wird der Stausee dann zu schnell mit Wasser befüllt, führt die Änderung der Last, die auf dem Untergrund aufliegt dazu, dass Störungen "aktiv" werden, da sich der Untergrund nicht schnell genug anpassen kann. Aus diesem Grund gibt es Erschütterungen.
    Wird das Wasser langsam eingelassen, gibt es keine oder nur geringste Erschütterungen, da der Untergrund Zeit hat sich anzupassen.

    Durch den Bau des Staudammes an sich wird kein Beben ausgelöst.
    Wird der Stausee dann zu schnell mit Wasser befüllt, führt die Änderung der Last, die auf dem Untergrund aufliegt dazu, dass Störungen "aktiv" werden, da sich der Untergrund nicht schnell genug anpassen kann. Aus diesem Grund gibt es Erschütterungen.
    Wird das Wasser langsam eingelassen, gibt es keine oder nur geringste Erschütterungen, da der Untergrund Zeit hat sich anzupassen.

  2. Die Statistik bestätigt nichts. Sie legt es bestenfalls nahe.

  3. Durch den Bau des Staudammes an sich wird kein Beben ausgelöst.
    Wird der Stausee dann zu schnell mit Wasser befüllt, führt die Änderung der Last, die auf dem Untergrund aufliegt dazu, dass Störungen "aktiv" werden, da sich der Untergrund nicht schnell genug anpassen kann. Aus diesem Grund gibt es Erschütterungen.
    Wird das Wasser langsam eingelassen, gibt es keine oder nur geringste Erschütterungen, da der Untergrund Zeit hat sich anzupassen.

    Eine Leser-Empfehlung
    Antwort auf "Das war es schon?"
    • tkx
    • 12.11.2011 um 22:30 Uhr

    Aber klar, wenn 1,3 Milliarden Chinesen sich ans Händchen fassen und auf Kommando ca. 45 cm hoch mehrmals in die Luft springen, so kann das nicht nur zu einem Weltbeben, sondern auch zu einer Erdachsenverschiebung führen.

    tkx

    Eine Leser-Empfehlung
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    bedingt ja,

    durch ausreichende Veränderung der Spannungsverteilung lasen sich die Trajektorien schon etwas verschieben.

    Un wenn es gelingt in ein geogen sehr spannungsreiches Gebiet Fluide auf die Trennlächen zubringen, dann kann das die Haftreibung soweit herabsetzten.....das es zu Entspannungsbewegungen kommt.

    Kurz: "Man" kann einen Beitrag leisten, in gewissen Grenzen.

    MfG Karl Müller

    • Gwerke
    • 12.11.2011 um 23:52 Uhr

    sagt klar nein. Der Impuls, aufzuwenden für das Hochspringen wird die Erde wegdrücken. Beim Wiederauftreten wird genau dieser Impuls wieder zurück gebracht.

    Fazit: Nur wenn die Chinesen so hoch springen, dass sie unseren Globus verlassen, bleibt die Erdachse nachhaltig aber nur wenig verdreht...

    bedingt ja,

    durch ausreichende Veränderung der Spannungsverteilung lasen sich die Trajektorien schon etwas verschieben.

    Un wenn es gelingt in ein geogen sehr spannungsreiches Gebiet Fluide auf die Trennlächen zubringen, dann kann das die Haftreibung soweit herabsetzten.....das es zu Entspannungsbewegungen kommt.

    Kurz: "Man" kann einen Beitrag leisten, in gewissen Grenzen.

    MfG Karl Müller

    • Gwerke
    • 12.11.2011 um 23:52 Uhr

    sagt klar nein. Der Impuls, aufzuwenden für das Hochspringen wird die Erde wegdrücken. Beim Wiederauftreten wird genau dieser Impuls wieder zurück gebracht.

    Fazit: Nur wenn die Chinesen so hoch springen, dass sie unseren Globus verlassen, bleibt die Erdachse nachhaltig aber nur wenig verdreht...

  4. bedingt ja,

    durch ausreichende Veränderung der Spannungsverteilung lasen sich die Trajektorien schon etwas verschieben.

    Un wenn es gelingt in ein geogen sehr spannungsreiches Gebiet Fluide auf die Trennlächen zubringen, dann kann das die Haftreibung soweit herabsetzten.....das es zu Entspannungsbewegungen kommt.

    Kurz: "Man" kann einen Beitrag leisten, in gewissen Grenzen.

    MfG Karl Müller

    Eine Leser-Empfehlung
    • Gwerke
    • 12.11.2011 um 23:52 Uhr

    sagt klar nein. Der Impuls, aufzuwenden für das Hochspringen wird die Erde wegdrücken. Beim Wiederauftreten wird genau dieser Impuls wieder zurück gebracht.

    Fazit: Nur wenn die Chinesen so hoch springen, dass sie unseren Globus verlassen, bleibt die Erdachse nachhaltig aber nur wenig verdreht...

  5. "Eine türkische Frau kocht im Freien. Ein Erdbeben im Osten der Türkei hatte Ende Oktober 2011 viele Häuser zerstört."

    Es fehlt im Artikel allerdings die Angabe zu Datum und Uhrzeit des Täterfotos, sowie ein Hinweis auf nachfolgend registrierte Seismogramme.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    ... die Frau auf dem Foto rührt zu heftig, also wird es gleich wieder zu Erdstößen kommen müssen ;-)

    Wenn ich sowas lese:"aber die Statistik bestätigt, dass der Mensch tatsächlich Erdbeben auslösen kann." , dann fällt mir dazu überhaupt nichts mehr ein, was druckreif ist.

    ... die Frau auf dem Foto rührt zu heftig, also wird es gleich wieder zu Erdstößen kommen müssen ;-)

    Wenn ich sowas lese:"aber die Statistik bestätigt, dass der Mensch tatsächlich Erdbeben auslösen kann." , dann fällt mir dazu überhaupt nichts mehr ein, was druckreif ist.

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

Service