Wochenmarkt: Jetzt eine Apfeltarte mit richtig guten Äpfeln
Eckart Brandt ist ein Retter alter Apfelsorten. Im Apfelkuchen machen sie sich besser als die marktgängigen Äpfel von heute. Da darf das Rezept einfach sein.
Es ist nicht nur Nostalgie, wenn der Apfelkuchen, den einst die Großmutter backte, heute nachgebacken nicht mehr so gut schmeckt. Das liegt daran, dass viele Großmütter einen Apfelbaum im Garten hatten. Diese Äpfel waren anders als die marktgängigen Äpfel von heute. Äpfel, die in Supermärkten und in Bioläden zu kaufen sind, schmecken gut und süß, wenn man reinbeißt. Sie wurden als Reinbeißäpfel gezüchtet. Im Kuchen schmecken sie eher: lau, weich, zu süß, zu fad. Ein Apfelkuchenapfel ist nicht mehr im Angebot, mit einem bisschen guten Willen eignet sich vielleicht der Boskop.
Eckart Brandt hat Mitte der Achtziger, damals als eine Art Pionier, in Großenwörden bei Stade begonnen, alte Apfelsorten zu pflanzen. Mit seinem Bioverband hat er sich damals gar nicht gut verstanden: Der Verband wollte, dass er den beliebten Golden Delicious in der Biovariante anbaut. Nur so könne Bio zum Erfolg werden. Inzwischen ist der Wert der alten Apfelsorten unumstritten. Sie sollen gerettet werden, so weit sind sich alle einig, gleich nach dem Euro und dem Klima.
Aber wie rettet man die Äpfel? Selbst die Wochenmärkte haben kaum alte Sorten im Angebot. Man muss sich bei den Markthändlern durchfragen, vielleicht kennt einer einen Bauern. Wer so nicht weiterkommt, kann Eckart Brandts Äpfel im Internet bestellen, im Boomgarden-Shop, zu Bedingungen, wie sie Amazon-Kunden fürchten: zehn Euro Versandkosten. Sind ja schwer, die Äpfel. Jetzt, Mitte November, drängt sich eine Sorte namens Finkenwerder Herbstprinz auf. Vor ein paar Wochen wäre es noch die Sorte Jakob Lebel gewesen, die in einer zufälligen Umfrage am Apfelkuchenstand in Lemgo zum beliebtesten Apfelkuchenapfel gewählt wurde, erzählt Brandt.
Ist der Apfel gut, darf das Apfelkuchenrezept einfach sein. Wir backen eine Tarte mit einer Füllung aus Crème fraîche. Für den Mürbeteig alle Zutaten vermengen, dann pausiert der Teig eine halbe Sunde lang im Kühlschrank. Äpfel schälen, entkernen, in gleichmäßige Scheiben schneiden, auf den ausgerollten Teig schichten. Crème fraîche, Zucker, Eier verrühren, darübergeben. Bei 180 Grad 15 Minuten backen.
Neuerdings verkauft Brandt auch Apfelbäume. Läuft gut, das Geschäft. Heikel wird es nur, wenn er 70-jährigen Kunden erklärt, dass sie von einem Jungbaum möglicherweise nichts mehr haben. Aber vielleicht denken sie ja auch nur an ihre Enkel.
Apfeltarte
Für den Teig:
200 g Mehl
100 g Butter
60 g Zucker
etwas Salz
1 Eigelb
Für den Belag:
200 g Crème fraîche
2 Eier
40 g Zucker
4 bis 5 Äpfel









... Zisterzienserabtei Vauclair im französischen Département Aisne in der Picardie gibt es nicht nur seit langem einen herrlichen Heilpflanzengarten, sondern seit 11 Jahren ein zwei Hektar großes Arboretum mit rund 80 alten Apfel- und ca. 60 Birnensorten unterschiedlicher französischer Regionen.
Wie entfremdet ist die urbane Gesellschaft hier ?
Ich wohne in einem kleinen Dörfchen und rundherum fallen die Äpfel und Birnen in den Straßengraben weil es sich nicht mehr lohnt sie zu ernten.
Da ist natürlich kein Sortenschild à la "Oma Lischke's goldene Orange" oder ähnlicher Killefitt und schon gar kein Biosiegel draufgebeppt.
Die wachsen hier einfach an den Straßen und vergammeln.
Es ist ziemlich schade drum.
Eure Gourmet-Tortenäpfel können Sie aber natürlich weiter in der Apotheke kaufen.
Ihre unerreicht-leckere-Apfeltorte-Oma streicht ihren völlig verblödeten Enkelchen noch mal sanft durchs Haar.
könnte sie auch bei http://www.mundraub.org/ eintragen. Das klappt dann sogar in der urbanen Gesellschaft gar nicht mal schlecht. Mein Wintervorrat Walnüsse stammen von einem solchen 'Allmende'-Baum - mitten in der Hauptstadt. Völlig gaga ist, wenn Bewohner kleiner Dörfer mit nicht abgeernteten Bäumen um sie herum in den großen Supermarkt auf der grünen Wiese fahren und dort ihre Äpfel (oder geschmacksfreie, aus Kalifornien importierte Walnüsse) einkaufen. Ähnlich gaga, wie es an so mancher Küste offenbar unmöglich ist, etwas anderes als Alaska-Seelachs im Restaurant bestellen zu können.
Von Eckart Brandt habe ich mal auf einem zufällig besuchten Markt Sternreinetten und Gewürzparmänen gekauft, beide Sorten geben dem Wort Apfel eine ganz andere Bedeutung. Er betreibt den Boomgarten auch nicht dazu, um irgendwem viel Geld aus der Tasche zu ziehen, sondern um die genetische Vielfalt http://www.zeit.de/2004/3... von u.a. Äpfeln zu retten. Hier http://www.boomgarden.de/... finden sich diverse Markttermine im Norden.
Tja....
Nur doof für alle diejenigen, die nicht in der Pampa wohnen, sondern in der Stadt.
Hi!
Ich lese ja die Zeit wirklich gern. Aber manche Hefte des Magazins lassen bei mir doch auch die Galle hochkommen, so siebenschlau und snobistisch wird dort das als bei Zeit-Redakteuren als normal geltende Leben geschildert. Nur ganz selten lässt man anklingen, dass es Menschen gibt, die sich den Einkauf beim Billig-Anbieter Manufaktum nicht leisten können.
Ausdruck dieser Einstellung war mal das Weihnachtsgeschenke-Heft, in dem tolle Geschenkideen vorgestellt wurden. Allesamt zu Preisen, die sich ein Normal- oder Geringverdiener sicher nicht leisten kann.
In diese Kategorie fällt auch der beschriebene Apfel-Preis. Ich habe den Kuchen übrigens aus frischen, knackigen regionalen Boskops gemacht (2kg für 3 Euro). Er war sehr lecker, wenn auch nicht sehr elitär.
könnte sie auch bei http://www.mundraub.org/ eintragen. Das klappt dann sogar in der urbanen Gesellschaft gar nicht mal schlecht. Mein Wintervorrat Walnüsse stammen von einem solchen 'Allmende'-Baum - mitten in der Hauptstadt. Völlig gaga ist, wenn Bewohner kleiner Dörfer mit nicht abgeernteten Bäumen um sie herum in den großen Supermarkt auf der grünen Wiese fahren und dort ihre Äpfel (oder geschmacksfreie, aus Kalifornien importierte Walnüsse) einkaufen. Ähnlich gaga, wie es an so mancher Küste offenbar unmöglich ist, etwas anderes als Alaska-Seelachs im Restaurant bestellen zu können.
Von Eckart Brandt habe ich mal auf einem zufällig besuchten Markt Sternreinetten und Gewürzparmänen gekauft, beide Sorten geben dem Wort Apfel eine ganz andere Bedeutung. Er betreibt den Boomgarten auch nicht dazu, um irgendwem viel Geld aus der Tasche zu ziehen, sondern um die genetische Vielfalt http://www.zeit.de/2004/3... von u.a. Äpfeln zu retten. Hier http://www.boomgarden.de/... finden sich diverse Markttermine im Norden.
Tja....
Nur doof für alle diejenigen, die nicht in der Pampa wohnen, sondern in der Stadt.
Hi!
Ich lese ja die Zeit wirklich gern. Aber manche Hefte des Magazins lassen bei mir doch auch die Galle hochkommen, so siebenschlau und snobistisch wird dort das als bei Zeit-Redakteuren als normal geltende Leben geschildert. Nur ganz selten lässt man anklingen, dass es Menschen gibt, die sich den Einkauf beim Billig-Anbieter Manufaktum nicht leisten können.
Ausdruck dieser Einstellung war mal das Weihnachtsgeschenke-Heft, in dem tolle Geschenkideen vorgestellt wurden. Allesamt zu Preisen, die sich ein Normal- oder Geringverdiener sicher nicht leisten kann.
In diese Kategorie fällt auch der beschriebene Apfel-Preis. Ich habe den Kuchen übrigens aus frischen, knackigen regionalen Boskops gemacht (2kg für 3 Euro). Er war sehr lecker, wenn auch nicht sehr elitär.
Boskop oder Granny Smith sind beide gut für eine Tarte-Tatin oder vergleichbaren Apfelkuchen.
Bramley ist DIE Apfelsorte in Grossbritannien, wenn es um apple pie geht. Dann ziehn Briten ins Ausland und erleiden einen Schock, wenn sie erfahren, dass diese Apfelsorte anscheinend nirgendwo sonst in Europa als in GB existieren. Gross, ziemlich weiss drinnen, leicht säuerlich, fest. Schade, dass man diese Aepfel hier nicht finden kann.
könnte sie auch bei http://www.mundraub.org/ eintragen. Das klappt dann sogar in der urbanen Gesellschaft gar nicht mal schlecht. Mein Wintervorrat Walnüsse stammen von einem solchen 'Allmende'-Baum - mitten in der Hauptstadt. Völlig gaga ist, wenn Bewohner kleiner Dörfer mit nicht abgeernteten Bäumen um sie herum in den großen Supermarkt auf der grünen Wiese fahren und dort ihre Äpfel (oder geschmacksfreie, aus Kalifornien importierte Walnüsse) einkaufen. Ähnlich gaga, wie es an so mancher Küste offenbar unmöglich ist, etwas anderes als Alaska-Seelachs im Restaurant bestellen zu können.
Von Eckart Brandt habe ich mal auf einem zufällig besuchten Markt Sternreinetten und Gewürzparmänen gekauft, beide Sorten geben dem Wort Apfel eine ganz andere Bedeutung. Er betreibt den Boomgarten auch nicht dazu, um irgendwem viel Geld aus der Tasche zu ziehen, sondern um die genetische Vielfalt http://www.zeit.de/2004/3... von u.a. Äpfeln zu retten. Hier http://www.boomgarden.de/... finden sich diverse Markttermine im Norden.
sondern um die genetische Vielfalt von u.a. Äpfeln zu retten.
Hören Sie doch auf mit diesem altruistischen Gedöns.
Natürlich muss auch ein edler Sortenretter von seinen Produkten leben, sonst ist es ratz batz vorbei mit der Sortenretterei.
Da die Ausbeute etwas niedriger sein dürfte als bei Hochzuchtsorten und der Aufwand etwasd höher, ist es im Zweifel halt etwas teurer - da muss man doch keinem Schmus veranstalten. Wer Supermarktäpfel will, kauft eben anderswo.
Das hat eine bis auf Verleihnix zurückgehende Tradition: Der Fischhändler des gallischen Dorfs lässt sich laut Album 'Die große Überfahrt' nur von den besten Grossisten aus Lutetia per Ochsenwagen beliefern, obwohl das Dorf direkt am Meer liegt. An anderer Stelle bietet er sogar einen Mittelmeerfisch an (aus Massilia, Die Odyssee).
sondern um die genetische Vielfalt von u.a. Äpfeln zu retten.
Hören Sie doch auf mit diesem altruistischen Gedöns.
Natürlich muss auch ein edler Sortenretter von seinen Produkten leben, sonst ist es ratz batz vorbei mit der Sortenretterei.
Da die Ausbeute etwas niedriger sein dürfte als bei Hochzuchtsorten und der Aufwand etwasd höher, ist es im Zweifel halt etwas teurer - da muss man doch keinem Schmus veranstalten. Wer Supermarktäpfel will, kauft eben anderswo.
Das hat eine bis auf Verleihnix zurückgehende Tradition: Der Fischhändler des gallischen Dorfs lässt sich laut Album 'Die große Überfahrt' nur von den besten Grossisten aus Lutetia per Ochsenwagen beliefern, obwohl das Dorf direkt am Meer liegt. An anderer Stelle bietet er sogar einen Mittelmeerfisch an (aus Massilia, Die Odyssee).
sondern um die genetische Vielfalt von u.a. Äpfeln zu retten.
Hören Sie doch auf mit diesem altruistischen Gedöns.
Natürlich muss auch ein edler Sortenretter von seinen Produkten leben, sonst ist es ratz batz vorbei mit der Sortenretterei.
Da die Ausbeute etwas niedriger sein dürfte als bei Hochzuchtsorten und der Aufwand etwasd höher, ist es im Zweifel halt etwas teurer - da muss man doch keinem Schmus veranstalten. Wer Supermarktäpfel will, kauft eben anderswo.
Klar, dass das kein Schreibfehler ist, und eine Torte ist es auch nicht. Aber man erkennt den richtigen Gurrmätt.
Auf dem Foto sieht man, und so ergibt es auch das Rezept, einen Apfelkuchen. Wenn man den in Frankreich haben will, fragt man nach einer "tarte aux pommes". Ich glaube nicht, dass in deutschen Konditoreien Tarrten gefehlt haben. Oder wie hatte sich Herr Stoltz denn den Plural im Deutschen gedacht? Apfel und tarte sind eine absurde Mischung, kein guter Kuchen.
Das hat eine bis auf Verleihnix zurückgehende Tradition: Der Fischhändler des gallischen Dorfs lässt sich laut Album 'Die große Überfahrt' nur von den besten Grossisten aus Lutetia per Ochsenwagen beliefern, obwohl das Dorf direkt am Meer liegt. An anderer Stelle bietet er sogar einen Mittelmeerfisch an (aus Massilia, Die Odyssee).
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