Homosexualität "So, wie ich bin"

Ulrich Doert ist schwul. Und Lehrer. Ist das noch ein Problem heutzutage?

Zu Hause im Arbeitszimmer von Ulrich Doert klebt ein ausgerissenes Blatt aus einem Rechenheft an der Wand. Die Worte darauf haben ihn so gerührt, dass es zwischen selbst gemalten Bildern und Briefen von Schülern hängen darf. »Herr Doert, Sie sind ein ganz toller und wertvoller Mensch, Mann und Lehrer, und wir mögen Sie von ganzem Herzen«, steht da schwarz auf kariertem Papier, »die Holzköpfigkeit der Menschen muss durchbrochen werden.«

Die Mutter eines Schülers hat ihm das geschrieben, nachdem sie von dem Film erfahren hat. Dem Film, in dem Doert erzählt hat, wie es ihm als schwulem Mann im Schulalltag und privat geht. Drei Schülerinnen seiner Schule haben So wie ich bin gedreht. Der Film hat Preise gewonnen, wird von Sozialpädagogen und Schulen angefordert und ist Ende November im deutschen Wettbewerb des internationalen Nachwuchsfestivals up-and-coming in Hannover zu sehen. Vor allem aber hat er etwas verändert im Zusammenleben an der Katharina-Henoth-Gesamtschule in Köln.

Anzeige

Es ist ein herrlicher Tag im Herbst, Ulrich Doert fährt von seiner Wohnung in der Kölner Altstadt aus über den Rhein auf die Schäl Sick, die falsche Seite, wie der Rheinländer sagt. Dort, weit im Kölner Osten, wo Kulturen und Religionen zusammentreffen und viele Familien wenig Geld haben, liegt die Gesamtschule. Wegweiser bringen Ordnung in die geklinkerten Flachbauten des Schulgeländes. Draußen wirbeln gelbe Blätter, drinnen überschlagen sich, wie jeden Tag an einer Schule mit tausend Schülern, die Ereignisse.

Um kurz nach acht übernimmt Ulrich Doert eine Vertretungsstunde, danach muss er schnell zum Fototermin mit den jungen Filmemacherinnen. Unterwegs fragen ihn zwei Jungs, ob sie später ihren Test zurückbekommen. »Ja«, ruft er, die Schüler antworten mit lautem Triumphgeheul. Rabia Acer, Gamze Ceren und Özge Yildirim, deren Namen Doert so flüssig ausspricht, als hießen sie Müller oder Schmidt, warten in der Aula. Dann werden Aufnahmen gemacht: Doert, den man im karierten Hemd und mit Dreitagebart jünger schätzen würde als auf seine 49 Jahre, zwischen den Schülerinnen, die extra schicke Blazer angezogen haben, sich etwas unsicher durch die langen Haare streichen und über das andauernde Blitzlicht lachen.

Sie erinnern sich noch gut, wie aufgeregt sie vor einem Jahr waren, als sie in der Pause vor dem Lehrerzimmer standen. Sie steckten mitten in der einwöchigen Dokumentarfilmwerkstatt zum Thema »Familienbande«, die die Filmemacherin Vera Schöpfer an ihrer Schule anbot, hatten etwas über das Coming-out von Jugendlichen machen wollen, doch die Protagonisten hatten abgesagt. Nun hofften Rabia, Gamze und Özge, damals 15 Jahre alt, dass Doert einspringen würde. Rabia hatte von ihrer Schwester gehört, dass er schwul sei. »Ich musste ihn darauf ansprechen, obwohl er es mir nie selbst erzählt hat«, sagt Rabia. Doert sagte zu, doch auch er war aufgeregt, er fürchtete sich vor der Reaktion mancher Eltern, Schüler und Kollegen.

Es gab Zeiten, da ging der Lehrer für Biologie und Englisch nicht so gern zur Schule. Da betrat er den Klassenraum, klappte die Tafel auf und stand vor erigierten Kreidepenissen. Da riefen ihm Schüler auf dem Flur »Schwuli« und »Tunte« hinterher. Da kam er heim und hörte, wie Eltern auf seinem Anrufbeantworter schimpften, dass jemand wie er Lehrer sein dürfe.

Leser-Kommentare
  1. ...und Eltern und Schüler werden ja seitens der religiösen Sektierer auch "argumentatorisch" massiv "unterstützt". Angeblich geht es diesen Leuten ja um "Gott" - "Ehrenwort!". Die unfreiwilligen Satire-Seiten im Netz, wie etwa kathnet und kreuznet repräsentieren für viele schlichtere Gemüter eben dann doch die Haltung insbesondere der katholischen Kirche. Da nützt es letzterer wenig, dass sie sich von diesen - halbherzig - immer zu distanzieren versucht.

    Ich meine, bevor jemand gegen andere hetzt und mit allen Mitteln der Heuchelei aus allen Rohren feuert, sollte er erst einmal vor seiner eigenen Tür kehren. Insbesondere bei den Religiösen Moralaposteln gibt es mehr als genug Dreck. Wer den Splitter in dem Auge des einen sieht, soll sich erst einmal um dem Balken im eigenen Auge kümmern.

    10 Leser-Empfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    Redaktion

    Unglaublich, was unter dem Stichwort Meinungsfreiheit für ein gequirlter Blödsinn über Schwule zu Tage kommt.»Das Dilemma des schwulen Alltags bleibt eine Tragödie«, oder »Es steht in Frage, ob schwule Lehrer das geeignete pädagogische Vorbild abgeben...« Damit verraten Sie mehr über sich selbst!

    • _bla_
    • 21.11.2011 um 11:24 Uhr

    Ihre Argumentation geht meines Erachtens an den tatsächlichen Ursachen vorbei. Religion spielt nur für wenige christliche oder konfessionslose Jugendliche eine große Rolle.

    Bei muslimischen Jugendliche mag Religion eine häufige Ursache für Homophobie sein, aber Homophobie ist auch in Schulen, mit äußerst geringem Anteil muslimischer Schüler weit verbreitet. Aber auch bspw. unter den Fans ostdeutscher Fußballclubs ist sie weit verbreitet. Dort kommt Religion kaum als Ursache in Frage.
    Viel beliebter als die Kirchen sind bei vielen Jugendlichen hingegen Musik mit homophoben Texten. Und dann haben wir Untersuchungen die zeigen, das Männer die sich in ihrer sexuellen Identität unsicher sind besonders stark zu Homophobie neigen. Das Jugendliche in der Pubertät besonders unsicher sind was ihre eigene Sexualität betrifft ist sehr naheliegend.
    Daher: Bevor man das Problem hier pauschal auf Religion schiebt, erstmal empirische Daten sammeln anstatt zu spekulieren.

    Redaktion

    Unglaublich, was unter dem Stichwort Meinungsfreiheit für ein gequirlter Blödsinn über Schwule zu Tage kommt.»Das Dilemma des schwulen Alltags bleibt eine Tragödie«, oder »Es steht in Frage, ob schwule Lehrer das geeignete pädagogische Vorbild abgeben...« Damit verraten Sie mehr über sich selbst!

    • _bla_
    • 21.11.2011 um 11:24 Uhr

    Ihre Argumentation geht meines Erachtens an den tatsächlichen Ursachen vorbei. Religion spielt nur für wenige christliche oder konfessionslose Jugendliche eine große Rolle.

    Bei muslimischen Jugendliche mag Religion eine häufige Ursache für Homophobie sein, aber Homophobie ist auch in Schulen, mit äußerst geringem Anteil muslimischer Schüler weit verbreitet. Aber auch bspw. unter den Fans ostdeutscher Fußballclubs ist sie weit verbreitet. Dort kommt Religion kaum als Ursache in Frage.
    Viel beliebter als die Kirchen sind bei vielen Jugendlichen hingegen Musik mit homophoben Texten. Und dann haben wir Untersuchungen die zeigen, das Männer die sich in ihrer sexuellen Identität unsicher sind besonders stark zu Homophobie neigen. Das Jugendliche in der Pubertät besonders unsicher sind was ihre eigene Sexualität betrifft ist sehr naheliegend.
    Daher: Bevor man das Problem hier pauschal auf Religion schiebt, erstmal empirische Daten sammeln anstatt zu spekulieren.

  2. Gekürzt. Bitte verzichten Sie auf diskriminierende Äußerungen. Danke. Die Redaktion/ag

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Zuerst titeln: "Schwule sollten nicht diffamiert werden", dann aber im gleichen Atemzug Schwule als "unnormal" bezeichnen, eine angebliche "Verschwulung der Gesellschaft" anprangern und pauschal die Befähigung von Schwulen zum Lehramt anzweifeln?

    Seltsame Argumentationsweise.

    • Pyr
    • 21.11.2011 um 8:31 Uhr

    Ihre Rhetorik ist vergiftet. Einerseits heucheln Sie Toleranz, aber welche größere Diffamation gibt es denn als die Kompetenz von Lehrern als Vorbild in Frage zu stellen - nur wegen seiner eigenen sexuellen Orientierung?

    Schwul sein wird doch nicht angelernt. Höchstens fühlen sich Jugendliche mit homosexueller Veranglagung gestärkt, selbst nicht mehr im Schatten zu leben, weil auch ihr Lehrer schwul ist. Das kann kein Nachteil sein!

    Menschen, die ein schwules Kind nicht akzeptieren, sind wahre Rabeneltern. Denn sie machen das Kind für etwas fertig, für was es nicht kann. Solche Menschen sollten nicht Eltern werden, ihnen fehlt es an dem wichtigsten: Liebe.

    Andererseits sollte Toleranz gegenüber Schwulen nicht bedeuteten, dass ... auf die Ebene des "Normalen" stellt.
    Was verstehen Sie unter "Normal"? Koitus im dunkeln, möglichst Missionarststellung und natürlich nur zur Fortpflanzug?

    [...]

    Gekürzt. Der Kommentar, auf den Sie kritisch Bezug genommen haben, wurde mittlerweile moderiert. Die Redaktion/ag

    • 3cpo
    • 21.11.2011 um 9:35 Uhr

    warum die ZEIT Ihren Kommentar nicht gelöscht hat. Wie schon ein anderer Pser richtig bemerkt hat, ist Ihr Kommentar vergiftet.

    Denn entweder sind Sie selbst schuwl, und kommen damit nicht zurecht. Denn schliesslich wissen Sie ja, dass Schuwle im Alter mit Ihrer Neigung nicht zurecht kommen, dies gar tragisch ist. Woher nehmen Sie das?

    Desweiteren können Sie "unnormal" und "normal" noch so oft in Anführungzeichen setzten, dies verbirgt aber nicht Ihre Haltung: Schwule sind "nicht" normal. Woher nehmen Sie das?

    Schliesslich wünschen sich Väter Ihrer Meinung nach noch "normale" Söhne. Woher nehmen Sie das? Ich kennen genügend Schwule, die sich ganz prächtig mit ihren Eltern verstehen. Weil es denen nicht um die sexuelle Neigung ihrer Kind geht, sondern um den "Menschen".

    Zu guter letzt hätten wir da noch das pädagogische Vorbild. Das sind Sie ganz sicher auch nicht. Denn dazu gehören: Offenheit, Toleranz und Akzeptanz.

    Waren Sie etwa in letzter Zeit zu viel auf kathnet, kreuznet und all den anderen religiösen Sektiererseiten unterwegs? Ich finde es erschreckend, welch ein Unsinn dort verbreitet wird - und Ihre Argumentation kling den dortigen sehr verwandt...

    Und glauben Sie, man könnte einen Menschen "schwul" oder "lesbisch" machen?!

    [...]

    Gekürzt. Bitte verzichten Sie auf Provokationen. Danke. Die Redaktion/ag

    • bediuk
    • 21.11.2011 um 9:55 Uhr

    Entfernt. Bitte bedenken Sie, dass der Kommentarbereich der Diskussion des Artikelthemas vorbehalten ist. Anmerkungen zur Moderation können Sie an community@zeit.de senden. Danke. Die Redaktion/ag

    Heterosexualität und Schwulsein sind nicht Normalität. Letztere gibt es nicht oder nur in den Köpfen wreduziert Belesener. Nach Kinsey ist Sexualität zwischen Schwulsein und Heterosexualität auf mindesten 6 unterschiedlichen Punkten zu finden. Keine Sexualität ist rein monogeschlechtlich orientiert. Die von Ihnen als Normalität beschriebene Heterosexualität ist eine Fiktion. Nur zum Extremen neigende Menschen mögen sich jeweils für Ränder interessieren und an ihnen Halt suchen. Gerne sieht man solche Haltungen bei religiös motivierten Auzsgrenzungen, aber auch bei reduziertem Ausbildungsstand. Ansonsten könnte man bemerken, dass Sexualität sicher noch weitere Achsen hat und nicht nur auf die Achse der Orientierung gleich- oder gegengeschlechtlich zu beziehen ist. Man denke an die Altersachse usw.

    Zuerst titeln: "Schwule sollten nicht diffamiert werden", dann aber im gleichen Atemzug Schwule als "unnormal" bezeichnen, eine angebliche "Verschwulung der Gesellschaft" anprangern und pauschal die Befähigung von Schwulen zum Lehramt anzweifeln?

    Seltsame Argumentationsweise.

    • Pyr
    • 21.11.2011 um 8:31 Uhr

    Ihre Rhetorik ist vergiftet. Einerseits heucheln Sie Toleranz, aber welche größere Diffamation gibt es denn als die Kompetenz von Lehrern als Vorbild in Frage zu stellen - nur wegen seiner eigenen sexuellen Orientierung?

    Schwul sein wird doch nicht angelernt. Höchstens fühlen sich Jugendliche mit homosexueller Veranglagung gestärkt, selbst nicht mehr im Schatten zu leben, weil auch ihr Lehrer schwul ist. Das kann kein Nachteil sein!

    Menschen, die ein schwules Kind nicht akzeptieren, sind wahre Rabeneltern. Denn sie machen das Kind für etwas fertig, für was es nicht kann. Solche Menschen sollten nicht Eltern werden, ihnen fehlt es an dem wichtigsten: Liebe.

    Andererseits sollte Toleranz gegenüber Schwulen nicht bedeuteten, dass ... auf die Ebene des "Normalen" stellt.
    Was verstehen Sie unter "Normal"? Koitus im dunkeln, möglichst Missionarststellung und natürlich nur zur Fortpflanzug?

    [...]

    Gekürzt. Der Kommentar, auf den Sie kritisch Bezug genommen haben, wurde mittlerweile moderiert. Die Redaktion/ag

    • 3cpo
    • 21.11.2011 um 9:35 Uhr

    warum die ZEIT Ihren Kommentar nicht gelöscht hat. Wie schon ein anderer Pser richtig bemerkt hat, ist Ihr Kommentar vergiftet.

    Denn entweder sind Sie selbst schuwl, und kommen damit nicht zurecht. Denn schliesslich wissen Sie ja, dass Schuwle im Alter mit Ihrer Neigung nicht zurecht kommen, dies gar tragisch ist. Woher nehmen Sie das?

    Desweiteren können Sie "unnormal" und "normal" noch so oft in Anführungzeichen setzten, dies verbirgt aber nicht Ihre Haltung: Schwule sind "nicht" normal. Woher nehmen Sie das?

    Schliesslich wünschen sich Väter Ihrer Meinung nach noch "normale" Söhne. Woher nehmen Sie das? Ich kennen genügend Schwule, die sich ganz prächtig mit ihren Eltern verstehen. Weil es denen nicht um die sexuelle Neigung ihrer Kind geht, sondern um den "Menschen".

    Zu guter letzt hätten wir da noch das pädagogische Vorbild. Das sind Sie ganz sicher auch nicht. Denn dazu gehören: Offenheit, Toleranz und Akzeptanz.

    Waren Sie etwa in letzter Zeit zu viel auf kathnet, kreuznet und all den anderen religiösen Sektiererseiten unterwegs? Ich finde es erschreckend, welch ein Unsinn dort verbreitet wird - und Ihre Argumentation kling den dortigen sehr verwandt...

    Und glauben Sie, man könnte einen Menschen "schwul" oder "lesbisch" machen?!

    [...]

    Gekürzt. Bitte verzichten Sie auf Provokationen. Danke. Die Redaktion/ag

    • bediuk
    • 21.11.2011 um 9:55 Uhr

    Entfernt. Bitte bedenken Sie, dass der Kommentarbereich der Diskussion des Artikelthemas vorbehalten ist. Anmerkungen zur Moderation können Sie an community@zeit.de senden. Danke. Die Redaktion/ag

    Heterosexualität und Schwulsein sind nicht Normalität. Letztere gibt es nicht oder nur in den Köpfen wreduziert Belesener. Nach Kinsey ist Sexualität zwischen Schwulsein und Heterosexualität auf mindesten 6 unterschiedlichen Punkten zu finden. Keine Sexualität ist rein monogeschlechtlich orientiert. Die von Ihnen als Normalität beschriebene Heterosexualität ist eine Fiktion. Nur zum Extremen neigende Menschen mögen sich jeweils für Ränder interessieren und an ihnen Halt suchen. Gerne sieht man solche Haltungen bei religiös motivierten Auzsgrenzungen, aber auch bei reduziertem Ausbildungsstand. Ansonsten könnte man bemerken, dass Sexualität sicher noch weitere Achsen hat und nicht nur auf die Achse der Orientierung gleich- oder gegengeschlechtlich zu beziehen ist. Man denke an die Altersachse usw.

  3. Die Menschen fürchten sich vor allem was nicht "normal" ist und beginnen dann die Ausgrenzung derer, die sie als "unnormal" betrachten.

    Diesen Menschen sei aber eines gesagt: die Gesellschaft bestimmt was normal ist und sind sie heute noch selbst normal, könnten sie morgen bereits Ausgestoßene sein.

    Daher ist mein Lebensmotto: Es soll doch jeder tun was er mag, solange er keinem anderen schadet. Und ich kann nicht erkennen, wo mir schwule auf irgend eine Weise schaden.

    Es wird Zeit, dass sich unsere Gesellschaft der Logik verpflichtet, statt Vorstellungen zu propagieren, die ins finstere Mittelalter gehören.

    Aber wir sind scheinbar immer noch die selben Menschen, nur die Fassade hat sich geändert *seufz*.

    13 Leser-Empfehlungen
  4. Zuerst titeln: "Schwule sollten nicht diffamiert werden", dann aber im gleichen Atemzug Schwule als "unnormal" bezeichnen, eine angebliche "Verschwulung der Gesellschaft" anprangern und pauschal die Befähigung von Schwulen zum Lehramt anzweifeln?

    Seltsame Argumentationsweise.

    20 Leser-Empfehlungen
  5. Viel Erfolg...

    Eine Leser-Empfehlung
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Sie differenzieren aber nicht, sondern Sie versuchen, Ihre engstirnige, vorgestrige und menschenfeindliche Meinung und Moralvorstellung in sanften Worten zu rechtfertigen, um nicht der Zensur zum Opfer zu fallen.

    • 15thMD
    • 21.11.2011 um 10:57 Uhr

    Wenn ich mir hier so einige Kommentare ansehe, wundert mich der Umgang der Schüler mit ihrem homosexuellen Lehrer gar nicht. Es besteht ja die realistische Chance, dass hier der ein oder andere Vater/Mutter ist. Wenn natürlich solche diskriminierenden Meinungen von zuhause mitgegeben werden, liegt die Vertretung dieser in der Öffentlichkeit nicht fern.
    Ich denke in diesem Fall sollte man einfach nach Kant handeln. Wie würde es mir gehen, wenn ich in der Situation wäre? Schöner wäre es natürlich, wenn die Handlung mit der inneren Einstellung übereinstimmt, aber wir wollen die Menschen ja nicht überfordern.
    Eine Frage an diejenigen, die einen homosexuellen Lehrer nicht geeignet finden: Was würden sie tun, wenn ihr Kind schwul wäre? Hoffentlich nicht das gleiche, wie der Vater von Herrn Doert.
    Wie geht es eigentlich dem Papst?

    Sie differenzieren aber nicht, sondern Sie versuchen, Ihre engstirnige, vorgestrige und menschenfeindliche Meinung und Moralvorstellung in sanften Worten zu rechtfertigen, um nicht der Zensur zum Opfer zu fallen.

    • 15thMD
    • 21.11.2011 um 10:57 Uhr

    Wenn ich mir hier so einige Kommentare ansehe, wundert mich der Umgang der Schüler mit ihrem homosexuellen Lehrer gar nicht. Es besteht ja die realistische Chance, dass hier der ein oder andere Vater/Mutter ist. Wenn natürlich solche diskriminierenden Meinungen von zuhause mitgegeben werden, liegt die Vertretung dieser in der Öffentlichkeit nicht fern.
    Ich denke in diesem Fall sollte man einfach nach Kant handeln. Wie würde es mir gehen, wenn ich in der Situation wäre? Schöner wäre es natürlich, wenn die Handlung mit der inneren Einstellung übereinstimmt, aber wir wollen die Menschen ja nicht überfordern.
    Eine Frage an diejenigen, die einen homosexuellen Lehrer nicht geeignet finden: Was würden sie tun, wenn ihr Kind schwul wäre? Hoffentlich nicht das gleiche, wie der Vater von Herrn Doert.
    Wie geht es eigentlich dem Papst?

  6. Sie differenzieren aber nicht, sondern Sie versuchen, Ihre engstirnige, vorgestrige und menschenfeindliche Meinung und Moralvorstellung in sanften Worten zu rechtfertigen, um nicht der Zensur zum Opfer zu fallen.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • bediuk
    • 21.11.2011 um 9:48 Uhr

    Sie dagegen neigen dazu, Andersdenkenden die Meinungsäußerungen versagen zu wollen, nur weil sie nicht in ihr Weltbild passen. tolerare=erdulden, das bedeutet noch lange nicht, dass man allem zustimmen oder gar für richtig halten muss. Sehr wohl darf man in seiner Meinung billigerweise vom Mainstream abweichen! Sich dafür Engstirngkeit und Menschenfeindlichkeit vorwerfen zu lassen, ist eine Anmaßung! Interessanterweise sind die, die Toleranz propagieren häufig diejenigen, die andere Meinungen als ihre eigene am wenigsten 'erdulden', sondern gleich mit Zensur drohen.

    • bediuk
    • 21.11.2011 um 10:01 Uhr

    Entfernt. Bitte wenden Sie sich bei Fragen zur Moderation an community@zeit.de. Danke. Die Redaktion/sc

    • bediuk
    • 21.11.2011 um 9:48 Uhr

    Sie dagegen neigen dazu, Andersdenkenden die Meinungsäußerungen versagen zu wollen, nur weil sie nicht in ihr Weltbild passen. tolerare=erdulden, das bedeutet noch lange nicht, dass man allem zustimmen oder gar für richtig halten muss. Sehr wohl darf man in seiner Meinung billigerweise vom Mainstream abweichen! Sich dafür Engstirngkeit und Menschenfeindlichkeit vorwerfen zu lassen, ist eine Anmaßung! Interessanterweise sind die, die Toleranz propagieren häufig diejenigen, die andere Meinungen als ihre eigene am wenigsten 'erdulden', sondern gleich mit Zensur drohen.

    • bediuk
    • 21.11.2011 um 10:01 Uhr

    Entfernt. Bitte wenden Sie sich bei Fragen zur Moderation an community@zeit.de. Danke. Die Redaktion/sc

    • Pyr
    • 21.11.2011 um 8:31 Uhr
    7. Nein.

    Ihre Rhetorik ist vergiftet. Einerseits heucheln Sie Toleranz, aber welche größere Diffamation gibt es denn als die Kompetenz von Lehrern als Vorbild in Frage zu stellen - nur wegen seiner eigenen sexuellen Orientierung?

    Schwul sein wird doch nicht angelernt. Höchstens fühlen sich Jugendliche mit homosexueller Veranglagung gestärkt, selbst nicht mehr im Schatten zu leben, weil auch ihr Lehrer schwul ist. Das kann kein Nachteil sein!

    Menschen, die ein schwules Kind nicht akzeptieren, sind wahre Rabeneltern. Denn sie machen das Kind für etwas fertig, für was es nicht kann. Solche Menschen sollten nicht Eltern werden, ihnen fehlt es an dem wichtigsten: Liebe.

    33 Leser-Empfehlungen
  7. Das ist doch das Problem. Es gibt immer noch Eltern, die denken, dass ihre Kinder schwul werden können - durch äußere Einflüsse. Das ist nur insofern richtig, dass schwule/lesbische Kinder durch schwule/lesbische "Vorbilder" den Mut fassen können, sich zu outen, und nicht ggf. ihr Leben unglücklich in einer heterosexuellen Ehe verbringen oder gar Suizid begehen. Und das ist GUT.

    Kein Kind wird homosexuell, wenn es diese Neigung in sich nicht selbst hat.

    Gerade in Zeiten zunehmender Schwulenfeindlichkeit in der deutschen Jugend (da zu weiten Teilen "mit Migrationshintergrund") muss da unbedingt was gemacht werden. Nicht unbedingt in Form von irgendwelchen "Aufklärungsstunden", sondern sobald auch nur ein Mensch mit einem Homosexuellen in irgendeiner Form Umgang hat, wird er merken, dass dieser auch nur ein ganz normaler Mensch ist (in der Regel!). Und da sind schwule Lehrer nicht unbedingt der schlechteste Ansatz. ;)

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    "Kein Kind wird homosexuell, wenn es diese Neigung in sich selbst hat".

    Das stimmt nicht ganz, wie eine groß angelegte Studie mit Zwillingen in Schweden gezeigt hat (http://www.zeit.de/online... ).

    Allerdings dürfte der Versuch von Eltern, ihr Kind "heterosexuell zu erziehen" etwa von gleichem Einfluss sein, wie wenn man ein ungefaltetes Blatt Papier mit einer Wurfbewegung nach vorne befördert und hofft, dass es dadurch an einer bestimmten Stelle des Fußbodens landet.

    Da wäre ich mir nicht so sicher. Ein Großteil der Sexualität wird gelernt, warum dann nicht auch das Schwulsein? In Gefängnissen funktioniert das auch bei vielen. Und mancher Pfarrer hat seine Zöglinge wie wir jetzt wissen auch schon ein großes Stück in Richtung Homosexulalität gezwungen.

    Aus meiner Sicht sollten Lehrer schlicht asexuell sein bzw. erscheinen, zumal von Jugendlichen die Sexualität der Älteren (wie z.B. der eigenen Eltern) aus gutem Grund als eklig beurteilt wird. Sexualität hat an Schulen außer zwischen den Schülern nichts zu suchen!

    "Kein Kind wird homosexuell, wenn es diese Neigung in sich nicht selbst hat."

    Wenn diese Annahme mal nicht grundfalsch ist. Heute weiß man, dass den Umweltbedingungen, zum Beispiel der hormonellen Umgebung im Mutterleib, aber auch späteren Prägungen, weit größere Bedeutung zukommt, als noch bis vor kurzem angenommen.
    Und das gilt auch für die sexuelle Präferenz.

    "Kein Kind wird homosexuell, wenn es diese Neigung in sich selbst hat".

    Das stimmt nicht ganz, wie eine groß angelegte Studie mit Zwillingen in Schweden gezeigt hat (http://www.zeit.de/online... ).

    Allerdings dürfte der Versuch von Eltern, ihr Kind "heterosexuell zu erziehen" etwa von gleichem Einfluss sein, wie wenn man ein ungefaltetes Blatt Papier mit einer Wurfbewegung nach vorne befördert und hofft, dass es dadurch an einer bestimmten Stelle des Fußbodens landet.

    Da wäre ich mir nicht so sicher. Ein Großteil der Sexualität wird gelernt, warum dann nicht auch das Schwulsein? In Gefängnissen funktioniert das auch bei vielen. Und mancher Pfarrer hat seine Zöglinge wie wir jetzt wissen auch schon ein großes Stück in Richtung Homosexulalität gezwungen.

    Aus meiner Sicht sollten Lehrer schlicht asexuell sein bzw. erscheinen, zumal von Jugendlichen die Sexualität der Älteren (wie z.B. der eigenen Eltern) aus gutem Grund als eklig beurteilt wird. Sexualität hat an Schulen außer zwischen den Schülern nichts zu suchen!

    "Kein Kind wird homosexuell, wenn es diese Neigung in sich nicht selbst hat."

    Wenn diese Annahme mal nicht grundfalsch ist. Heute weiß man, dass den Umweltbedingungen, zum Beispiel der hormonellen Umgebung im Mutterleib, aber auch späteren Prägungen, weit größere Bedeutung zukommt, als noch bis vor kurzem angenommen.
    Und das gilt auch für die sexuelle Präferenz.

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

Service