Frankreich Einer, der aus der Rolle fällt

Nicolas Sarkozy ist eitel, verletzend und von Ehrgeiz zerfressen – passt das zu einem Staatsmann? Immerhin half Frankreichs Präsident, Libyen zu befreien. Jetzt will er den Euro retten. Wiedergewählt werden will er sowieso. Ein Psychogramm

Nicolas Sarkozy

Nicolas Sarkozy

Dieser Mann hat sich nicht im Griff. Das ist sein Problem, eigentlich. Aber nicht nur seins. Denn dieser Nicolas Sarkozy ist ja kein Herr Irgendwer, der seine Gedanken nicht verbergen und seine Gefühle nicht kontrollieren kann. Er ist der Staatschef Frankreichs, einer Atommacht, einer Kriegsmacht, einer der großen Wirtschaftsmächte Europas. Mit der Nato hat er den libyschen Diktator Muammar al-Gadhafi gestürzt, mit den Deutschen will er den Euro retten – und den britischen Premierminister David Cameron schnauzte er neulich auf dem EU-Gipfel mit den Worten an: »Sie haben eine gute Gelegenheit verpasst, einfach mal die Klappe zu halten!« Und weiter: »Wir sind es leid, dass Sie uns dauernd kritisieren und sagen, was wir tun sollen. Sie hassen den Euro. Und jetzt wollen Sie sich in unsere Sitzungen einmischen?« Die Briten bezahlen bekanntlich mit Pfund.

Cameron war entsetzt – aber halb Europa frohlockte, weil da einer in seiner Wut die Wahrheit sprach. Wieder einmal hatte sich Sarkozy nicht im Griff, nicht seine Worte und auch nicht sein Gesicht, das ein Spiegel seiner Seele ist: nie entspannt, immer in grimassierender Verzerrung. Eine Katastrophe für seine Diplomaten. Ein Fest für die Fotografen. Ein furioses Faszinosum zwischen den blickdichten Mienen der Politiker, wo und wann immer sie sich zu einem Gruppenfoto aufstellen.

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Nicolas Sarkozys größtes Problem macht auch seinen stärksten Reiz aus.

Wer ist dieser Mann – ein Getriebener oder ein Antreiber? Selten in Europas Nachkriegsgeschichte hat ein Politiker für so viel Wirbel gesorgt wie Sarkozy, 56, und auch Vertrauten ist nicht immer klar, ob mit Absicht oder aus Versehen, ob als Visionär oder Zappelphilipp. Im nächsten Frühjahr will Sarkozy wiedergewählt werden. Obwohl sich im Moment nur noch ein knappes Drittel der Franzosen in Umfragen zum derzeitigen Präsidenten bekennt, ist ihm das sogar zuzutrauen.

Obwohl er so ist, wie er ist? Oder weil?

Erst ein Vierteljahr ist es her, dass Frankreichs Staatschef auf der Hochzeit des monegassischen Fürsten Albert beleidigt das Abendessen schwänzte, weil er sich am Hof nicht ausreichend beachtet fühlte. Als ihn die PR-Chefin des Palastes bat, wenigstens noch eine halbe Stunde zu warten, bis das Foto mit allen Gästen gemacht werde, blaffte Sarkozy sie nach einem Bericht des Wochenblatts Le Canard enchaîné mit den Worten an: »Mir ist seit zwei Stunden scheißlangweilig in dieser Affenhitze, es reicht. Dieser Zirkus ist nicht mein Ding. Das ist was für kleine Mädchen!«

Mag sein, dass er recht hatte. Aber handelte er deshalb richtig? Sarkozy sei »psychologisch in der Adoleszenz stecken geblieben«, sagt ein Politiker, der ihn aus der Nähe kennt.

So ein Präsident ist eine Neuheit in der Geschichte der Fünften Republik. Ihr Gründer Charles de Gaulle, sein Nachfolger Pompidou, später Giscard, Mitterrand, Chirac, sie alle konnten hochmütig sein, aber Sarkozy ist anders.

Als im August 2008 zehn französische Soldaten starben, es geschah während einer Patrouille nahe Kabul, reiste der Präsident tags darauf nach Afghanistan. In einer Ansprache vor der Truppe bekräftigte er mit düsterer Miene den französischen Kriegseinsatz und sagte: »Wenn man es noch einmal tun müsste, ich würde es wieder tun...« – da brach plötzlich ein Grinsen über ihn herein – »äh, nicht die Patrouille...« Und Sarkozy lachte trocken auf. Entsetzen malte sich auf die Gesichter der Umstehenden.

Was war geschehen? Etwas war an die Oberfläche durchgebrochen. In den Worten Sigmund Freuds: »unvollkommen unterdrücktes psychisches Material«. Sarkozy wollte nicht, er musste einen Witz machen. Warum, das zeigte der folgende Tag.

Vom Blitzbesuch im Kriegsgebiet zurückgekehrt, hielt der Präsident im Ehrenhof des Pariser Invalidendoms die Trauerrede. Angehörige weinten, ein Soldat brach zitternd zusammen. Sarkozy blickte auf die Särge vor sich: »Ich will sagen, vor euren Familien, dass in diesem Moment, da ich zu euch spreche, ich noch niemals ermessen habe, was die Einsamkeit eines Staatschefs angesichts der Entscheidungen sein kann, die er auf sich nehmen muss.« Was fällt auf, abgesehen von der verqueren Grammatik? Genau: Ich. Ich. Ich.

Ein Ich, das, wenn es sich verneigen müsste, sich stattdessen aufreckt. Und wenn es mit einem Witz ist.

»Er hat sich geändert«, schnurrte seine Ehefrau Carla Bruni Anfang September in einem Fernsehinterview. »Er ist älter geworden, reifer.« Ganz im Sinn der Propaganda, die der Élysée-Palast, der Amtssitz des Präsidenten, seit einem Jahr betreibt. »Völliger Quatsch«, meint jemand, der auf eine mehr als dreißigjährige Zusammenarbeit mit Sarkozy zurückblickt: »Sarko ist genauso selbstverliebt, bösartig und unreif wie eh und je.«

Sarkozy hat den Code des Politischen verändert. Im Frühjahr 2007 war er mit dem Versprechen eines »Bruchs« angetreten, ausdrücklich. Der Kandidat hatte angekündigt, Frankreichs aus Selbstzufriedenheit, Beamtenherrlichkeit und Veränderungsangst gespeiste Reformverweigerung frontal zu attackieren und mit ihr alle, die sich bequem im Status quo eingerichtet hatten – Frankreichs große Staatskaste.

Ob politisch rechts oder links: Die den Eliteschulen entstammenden Spitzen der französischen Gesellschaft bilden bis heute eine Art republikanischer Oberschicht, zusammengehalten durch elitäres Bewusstsein und charakteristische Sprechweise – ein Relikt aus der Zeit, als Staat und Wirtschaft noch von Plankommissionen und pyramidal aufgebauten Verwaltungsapparaten gelenkt wurden. Für diese Leute ist Sarkozy die Regelverletzung in Person: dieser Wirtschaftsanwalt mit seinem Boxergang. Dieser Aufsteiger, der ein Gangstergrinsen aufsetzt, sobald er glaubt, einen argumentativen Treffer gelandet zu haben. Typ Businesspunk.

Dabei ging es in den Hinterzimmern der Macht schon immer unschön zu; seit je entlädt sich der Druck des Machtkampfes mit Ausdrücken der Gossensprache. Schon Napoleon beleidigte seinen Außenminister Talleyrand als »Scheiße in Seidenstrümpfen«. Auch Sarkozys Vorgänger Chirac scheute vor Zoten und Fäkalinjurien nicht zurück. Doch nach außen spielte das Staatspersonal stets höfische Eleganz. Insbesondere in Chiracs zweiter Amtszeit umnebelte ein hochsprachliches Gehabe den politischen Stillstand, vorgetragen auf Sitzungen ohne Ergebnis, in Arbeitsgruppen ohne Auftrag. Doch seit Sarkozy, von Freund und Feind wie ein Schuljunge nur »Sarko« genannt, das Präsidentenamt innehat, lösen Direktheit und Vulgarität auch das Dekor auf.

Dieser Stil ist Ausdruck einer neuen Arbeitskultur, Sarkozy nennt sie »Kultur des Ergebnisses«. Seinem Innenminister verordnete er genau bezifferte Zielvorgaben für Abschiebungen, Strafmandate, aufgeklärte Verbrechen. Wer auf dem Weg zu diesem Ziel zu viel redet, bedenkt und einzuwenden hat, bekommt dann schnell wie Cameron zu hören, er möge doch die »Klappe halten«.

Mehr als in jeder anderen westlichen Demokratie kommt es in Frankreich auf die persönlichen Eigenschaften des Staatschefs an. Er wird unmittelbar vom Volk gewählt und vereinigt in seiner Person einen Großteil der politischen Macht. Außen- und Sicherheitspolitik sind ihm direkt unterstellt, in die anderen Ressorts greift er nach Gutdünken ein. Er ernennt den Premierminister und bestimmt faktisch die Zusammensetzung der Regierung. Der Premier ist dem Parlament verantwortlich, das aber den Präsidenten nicht kippen kann – der hingegen kann die Nationalversammlung auflösen.

Das Élysée hat tausend Bedienstete. Besonders wichtig für den Präsidenten sind Jean-David Levitte, Sarkozys diplomatischer Berater, und Henri Guaino, sein Ideologe. Levitte sieht stets so aus, als käme er gerade vom Friseur; seine Aufgabe besteht vor allem darin, die oft spontanen Entscheidungen des Präsidenten im Nachhinein als weitsichtige Politik zu verkaufen. Guaino hingegen verleiht ihnen Dramatik: Wenn Sarkozys Reden theatralisch werden, und das werden sie oft, dann hat Guaino sie verfasst. Zu Sarkozys engsten Beratern zählen außerdem der Meinungsforscher Patrick Buisson, der stets darauf drängt, im Wählerpotenzial der Rechtsradikalen zu wildern, und der leise, erfahrene Raymond Soubie, der Scharfsinn mit Geduld paart und wie kein anderer mit Sozialpartnern verhandeln kann. Sarkozy hat für jede Gelegenheit den passenden Mann, auch wenn sich ihre Ansichten untereinander nicht zur Deckung bringen lassen.

»Wenn es eine Steuer für Blödheit gäbe, hätten wir keine Budgetprobleme«

Jeden Mittwochmorgen um zehn Uhr finden sich die Regierungsmitglieder zum Ministerrat zusammen, im Salon Murat des Élysée, einem länglichen Arbeitszimmer, das den Nachteil hat, dass die entfernt vom Präsidenten sitzenden Minister oft nicht mitbekommen, was er gerade mit seinem Premier oder anderen Ressortchefs bespricht. Die Zusammenkunft hat, wie schon unter Louis XIV, meist rein notariellen Charakter, sie gibt längst gefasste Beschlüsse zu Protokoll. Außerdem dient sie Sarkozy dazu, Lob und Tadel auszuteilen sowie Anwesende zu demütigen. Als ihm beispielsweise zu Ohren kam, dass das Umweltministerium Wegwerfwaren aus Papier, Pappe und Zellstoff besteuern wollte, lästerte er vor versammelter Mannschaft: »Eine Windel-Steuer. Eine Picknick-Steuer. Und was noch alles? Wenn es eine Steuer auf Blödheit gäbe, hätten wir keine Budgetprobleme mehr.«

Das war harmlos im Vergleich mit den Wutkaskaden, die regelmäßig über seine Mitarbeiter im Élysée hereinbrechen. Sarkozy ist nicht der Kleingeist, der Praktikanten herunterputzt – die macht er mit einem Lächeln zu glühenden Anhängern. Dafür bekommt der engere Kreis sein Fett weg: »Wer hat die großartige Idee gehabt, ein Gespräch mit dem türkischen Premierminister anzuberaumen? Wer? Wer? Sagen Sie es mir! Gerade jetzt, da ich mich gegen den Eintritt der Türkei in die EU ausspreche, hat genau das gefehlt. Echt, auf diese Idee musste man erst einmal kommen« – so schildert der gut informierte Journalist Franz-Olivier Giesbert in seinem Buch M. le Président den Beginn eines der typischen cholerischen Anfälle, die dann so weitergehen: »Ist euch eigentlich klar, dass ich für eure Dummheiten aufkomme? Könnt ihr nicht mal ein bisschen nachdenken, falls das nicht zu viel verlangt ist? Ich hab die Schnauze voll, echt die Schnauze voll!«

Dieses »Darauf muss man erst einmal kommen!«, Ausdruck tiefster Verachtung, ist eine stehende Redewendung des Chefs. Er sei von Idioten umgeben, soll das sagen. Meist spricht er diesen Gedanken im Klartext, manchmal kleidet er ihn in humorvolle Wendungen.

Ja: Nicolas Sarkozy hat Humor. Einen finsteren. Einen, der seine Aggressivität verbergen soll und sie gerade dadurch zeigt. Mal trifft er sein Ziel, mal schießt er vorbei – sein inneres Wüten ist stärker als er. Davon berichten jene Journalisten, die ihn im November 2010 während eines Hintergrundgesprächs nach seiner Verwicklung in eine Parteispendenaffäre fragten. Sarkozys Reaktion: »Na, und Sie? Ich habe überhaupt nichts gegen Sie. Aber es heißt, Sie seien pädophil. Wer es mir gesagt hat? Ich weiß genau Bescheid. Geheimdienste. Können Sie sich rechtfertigen?«

Hätte er es dabei belassen, es wäre schon zu viel gewesen. Aber nein, noch zum Abschied ruft er den Journalisten nach: »Bis morgen, meine pädophilen Freunde!«

Legendär auch sein Besuch der Pariser Landwirtschaftsmesse im Februar 2008. Die Ausstellung, der Berliner Grünen Woche ähnlich, ist in Frankreich populär. Sarkozys Vorgänger Chirac wusste sich bei dieser Gelegenheit stets beliebt zu machen, indem er riesige Mengen an Wurst verspeiste, Bier trank, Wein trank, Kühen den Hintern tätschelte und Menschen die Hände schüttelte (in dieser Reihenfolge). Sarkozys Stil ist das alles nicht, aber Händeschütteln muss sein – doch dann verweigerte ihm ein Besucher die Hand, »um sich nicht schmutzig zu machen«. Daraufhin Sarkozy: »Hau bloß ab, du Arsch!«

»Er hat diese Dreckskerl-Seite«, sagt André Santini, den eine jahrzehntelange Freundschaft mit Sarkozy verbindet. Santini ist Bürgermeister von Issy-les-Moulineaux, direkt bei Paris im Département Hauts-de-Seine gelegen, dem auch Sarkozy entstammt. Santini zufolge ist die Dreckskerl-Seite nicht weiter schlimm: Wer die Dinge durcheinanderwirbeln wolle, dürfe kein Lämmchen sein. »Er stilisiert sich damit auch ein bisschen als Outsider«, sagt er, »das ist in Ordnung, wenn man das Neue verkörpern will.«

Als Sarkozy noch Innenminister war, hatte er einmal Besucher aus den armen Pariser Vororten ins Ministerium geladen. Er stellte sich ihnen so vor: »Ich komm von unten. Hab nix geerbt. Hab nicht die gleichen Schulen besucht wie die da oben, nicht den gleichen Namen, nicht die gleiche Art zu reden – aber hab nie den Kopf gesenkt.«

Er sei stets »der Arme unter Reichen« gewesen, sagte Sarkozy bei anderer Gelegenheit. Das kommt der Sache schon näher. Auch wenn nicht er, sondern sein Vater ursprünglich mittellos war, der Ungar Nagybócsai Sárközy Pál Istvan Ernő, der nach seinem Dienst in der Fremdenlegion 1948 in Marseille Fuß fasste, mit nichts als der Lust zu leben ausgestattet. Ein Jahr später lernt Pál eine Jurastudentin kennen: Andrée Mallah, Nachfahrin spanisch-griechischer Juden. Er heiratet sie und verlässt sie nach neun Jahren. Andrée zieht ihre drei Söhne alleine auf; der mittlere heißt Nicolas Paul Stéphane Sarközy de Nagy-Bocsa, kurz: Nicolas Sarkozy.

Die Mutter schlägt sich durch. Erst erledigt sie Büroarbeiten, studiert dann wieder, etabliert sich schließlich als Anwältin. Der Großvater schießt Geld hinzu, die Familie erlangt bescheidenen Wohlstand und kann in der Pariser Vorstadt Neuilly eine Wohnung beziehen. Neuilly, das steht für Reichtum. Die Liste der berühmten Bürger ist lang, bis heute, sie reicht von der L’Oréal-Dynastie der Bettencourts bis zur Industriellenfamilie Peugeot. Aristoteles Onassis und Wassily Kandinsky wurden hier alt.

In Neuilly gilt der damals 18 Jahre alte Nicolas als Dahergelaufener, und die Gleichaltrigen lassen ihn das spüren. Er hat nichts, womit er ihren Dünkel erschüttern könnte: keine besonderen schulischen Leistungen, sportliche ebenso wenig.

»Er hat darunter gelitten, Scheidungskind zu sein«, sagt sein alter Freund, der Bürgermeister André Santini. »Nicht reich. Und dann auch noch klein. Er wollte die Revanche.« Die ganz große Revanche, den Aufstieg nach ganz oben. Und in der Schule hatte Nicolas gelernt, wer ganz oben ist: der Präsident der Republik. Santini erinnert sich an ein Gespräch in der Eisdiele: »Nicolas hat einen Satz mit den Worten angefangen: ›Wenn ich einmal Präsident bin...‹ Und keiner hat gelacht.« Später wird Sarkozy von sich sagen: »Ich bin der Bastard, der Präsident der Republik geworden ist.«

Der junge Nicolas arbeitet an sich. Jobbt, um sich neuillytaugliche Klamotten und das Studium leisten zu können. Und er ändert seine Essgewohnheiten. Zwar ist es bis heute dabei geblieben, dass er gern nascht, Eis, Schokolade, Pralinen, aber immer nur wenig. Ansonsten: keinen Tropfen Alkohol, stattdessen Cola light. Oft nur fettfreier Quark mit einem Klecks zuckerfreier Konfitüre als Mittagessen. Dafür Joggen und Radfahren fast bis zum Umfallen.

Früh engagiert sich Nicolas in der Partei der Gaullisten. Dort fällt er erstmals 1975 auf, mit 20, als er eine glühende Rede hält und ausruft: »Junger Gaullist zu sein heißt, revolutionär zu sein, heißt, die Dinge bewegen zu wollen!« Er beeindruckt und findet Gönner. Das Ehepaar Balkany wird seine zweite Familie: Der blendend aussehende Patrick, dessen Familie wie die Sarkozys aus Ungarn stammt, ist sieben Jahre älter als Nicolas und schon zu jener Zeit ein Vorstadtlöwe mit Machtinstinkt. Seine Frau Isabelle vereint politischen Ehrgeiz mit robustem Charme. Man verbringt die Ferien miteinander. Patrick sucht Nicolas die Anzüge aus, Isabelle umgibt ihn mütterlich. Und dann – Sarkozy ist gerade 28 Jahre alt – öffnet sich eine Tür.

Im April 1983 stirbt der Bürgermeister von Neuilly während eines piekfeinen Empfangs an einem Herzinfarkt. Sofort jagt die Nachricht durch die politischen Netzwerke und erreicht Balkany. Der ruft Sarkozy an, und dann geht alles ganz schnell. Die beiden booten einen Parteibonzen aus, der eigentlich das Amt hätte erben sollen, und Sarkozy wird Bürgermeister. Zehn Jahre nach seiner Ankunft in Neuilly.

»Ich hab sie alle gefickt«, soll sein Kommentar gelautet haben.

Wie wohl seine private Reaktion auf den Sieg im Präsidentschaftswahlkampf 2007 gewesen ist?

Sarkozys öffentliche Reaktion auf seinen Aufstieg zum Staatschef jedenfalls war zugleich sein erster Fehler: eine Party im Fouquet’s, einem Promi-Restaurant auf den Champs-Élysées, dessen Ruf sich am wenigsten auf die Qualität seiner Speisen gründet. Der neue Präsident, der seinen Sieg vor allem dem Versprechen verdankte, dem arbeitenden »Frankreich, das früh aufsteht«, mit Respekt und Belohnung zu begegnen, feierte seinen Triumph mit schwerreichen Medienbossen, Globalisierungsgewinnern und mit denen, die man Celebritys nennt.

War es keine Sünde, so war es doch geschmacklos. Das ist die fast einhellige Meinung in Frankreich, wo Geschmacklosigkeit schlimmer ist als jede Sünde.

Frankreichs Verhältnis zum Geld ist gebrochen. Wie in jeder kapitalistischen Gesellschaft ist auch hier die Geldvermehrung Gesetz – aber stets begleitet von schlechtem Gewissen. Status ist wichtiger als Leistung und Geldverdienen eine niedere, wenngleich nötige Verrichtung.

Sarkozy denkt und fühlt anders.

»Ehrlich, du bist ein Glückspilz. Hast ein schönes Haus, bist reich!« So rühmte Sarkozy einen hohen Funktionär, als er ihm das Kreuz der Ehrenlegion verlieh: »Eines Tages bin ich genauso reich wie du!« Und bei einem Mittagessen im Élysée fragte er den Schriftsteller Michel Houellebecq, der mit dem Prix Goncourt gerade den bedeutendsten Literaturpreis Frankreichs erhalten hatte: »Wie viel Prozent Honorar kriegst du? 18 Prozent? Ich krieg immer 18 Prozent.«

Frechheit oder Witz? Im Sommer 2007 zeigte er auf einer Pressekonferenz seine Armbanduhr und rief: »Habt ihr gesehen? Schön, nicht? Mit euren Journalistengehältern könnt ihr euch so eine nicht leisten, was?« Ein missratener Versuch, dasjenige, was aus ihm herausdrängt, durch Übertreibung ins Ironische zu wenden.

»Von allen Stimmen der Welt hat nur meine Gewicht«

Er muss einfach angeben, er kann nicht anders. »Von allen Stimmen aus der ganzen Welt hat nur meine Gewicht gehabt«, prahlte er im Oktober 2008 vor Abgeordneten seiner Partei. Später behauptete er wahrheitswidrig, 1989 in Berlin Mauerspecht der ersten Stunde gewesen zu sein. Im Sommer 2011 verglich er sich wegen des Libyen-Einsatzes mit Lawrence von Arabien. Und während eines Fluges in die Rebellenstadt Bengasi blätterte er demonstrativ in Tolstojs Krieg und Frieden.

Seine Prahlerei kann bizarre Züge annehmen. Er ist dafür bekannt, dass er mit Frauen respektvoll umgeht, sie verehrt, sie umgarnt – und dann zu Trophäen herabwürdigt, wenn er beifallheischend Umstehende anspricht und über seine Frau sagt: »Ist sie nicht schön?« So geschehen mit Cécilia und später ebenso mit Carla. Dabei war Cécilia »sein strategisches zweites Ich«, sagt ein ehemaliger Premierminister. Ein Eingeweihter ergänzt: »Sie war seine Mutter. Legte ihm morgens die Socken zurecht. Undenkbar für Sarkozy, diese Frau könnte ihn jemals verlassen.«

Doch Cécilia ging, unmittelbar vor dem zweiten Wahlgang für die Präsidentschaft 2007. Jetzt wollte Sarkozy eben beides: Präsident werden und Cécilia wiedergewinnen. Das eine gelang, das andere nicht. Das Mitgefühl der Franzosen war ihm sicher. Doch als er wenige Monate danach Carla Bruni heiratete, ein singendes Fotomodell, mindestens so reich und schön wie Cécilia, rief das im konservativ-katholischen Milieu Kopfschütteln und auf Pariser Abendgesellschaften maliziöse Bemerkungen über den Narziss aus Neuilly hervor, der wohl einen Triumph nötig habe.

Das ist Geschichte. Jetzt stillt Carla Bruni ihr Baby, und niemand lästert mehr, ihre Existenz an der Seite des Präsidenten sei eine PR-Aktion in beiderseitigem Interesse. Obwohl: Ganz ohne PR geht es bei Sarkozy nicht. Seine Entourage lässt durchblicken, Carla Bruni habe das Interesse ihres Gatten an schöner Literatur entfacht – in den Augen der Franzosen hat er da auch einiges gutzumachen. War er nicht der Präsident, der sich abfällig darüber geäußert hatte, dass Literaturkenntnisse Voraussetzung für eine Beamtenlaufbahn sind?

Sarkozy gab lange den Verächter der Kulturhuberei, auch das gehörte zu seinem Angriff auf die alten Eliten. Dieses Mal hatte er sich aber im Volk getäuscht: Das will keinen Präsidenten, der wie ein Prolet daherkommt. Seit Monaten zitiert Sarkozy deshalb Klassiker aus dem Kopf (wobei ihm sein formidables Gedächtnis hilft) oder überrascht auf Kabinettssitzungen mit kulturtheoretischen Einlassungen, die weder zum Thema noch zu ihm passen wollen. Sarkozy lässt sich beim Jogging auch nicht mehr mit Goldkettchen fotografieren und vermeidet überhaupt alles, was den Vorwurf wiederbeleben könnte, er »desakralisiere« das Amt.

An dieser Entheiligung hatten sich schon seine Vorgänger beteiligt. Nur eben nicht offensichtlich, die Amtsoberfläche blieb stets untadelig.

Sarkozy musste als Präsident in den Umfragen schon sehr tief sinken, um auf Anraten seiner Getreuen von der öffentlichen Anbetung des Reichtums zu lassen. Seither heißt es: weg mit den dicken Uhren und den demonstrativ geschmauchten Zigarren. Undenkbar nun auch, dass Carla Bruni-Sarkozy, wie noch vor einem Jahr, für die Hochglanzbeilage des regierungstreuen Figaro eine Ausgabe voller Luxusprodukte redigiert. Seine wahre Religion kann Sarkozy dennoch nicht verleugnen. Als er vor wenigen Wochen eine Pariser Kunstausstellung besuchte, zeigte er sich nur von einem fasziniert: dem Preis der Gemälde.

Dass er nach dem Ende seiner Präsidentschaft »endlich richtig Knete machen« wolle, hat Sarkozy etlichen Gesprächspartnern bereits anvertraut. Dann wird er es auch seinen Brüdern noch einmal zeigen können: dem Älteren, Guillaume, der erst als Industrieller und dann als Versicherungsunternehmer Millionär wurde, oder dem Halbbruder Olivier, der an der Wall Street genau das repräsentiert, wogegen Nicolas mit Vorliebe wettert, das globalisierte Finanzkapital.

Besonders radikal gebärdete Sarkozy sich im Jahr 2008, nach dem Ausbruch der Finanzkrise. Ob im Élysée oder vor dem EU-Parlament, er ließ keine Gelegenheit aus, die Finanzmärkte zu geißeln. Ganz in der Tradition des alten ökonomischen Denkens in Frankreich, das Bankiers und Börsenhändlern unterstellt, sie gehörten anders als die Industriellen zu den unproduktiven Klassen. Bei solchen Gelegenheiten kann Sarkozy geradezu schmissig werden.

Frankreich lebt in exekutiven Zeiten, wie die meisten Länder. Tempo und Entscheidung zählen. Krisenzeiten könnten Sarkozeiten sein. Im Berliner Kanzleramt ist Sarkozy wegen seiner Auftritte gefürchtet, die beispielsweise so beginnen: »Angela, unsere Diplomaten haben uns eine prima Tagesordnung vorbereitet, aber vergessen wir das ganze Zeug und reden gleich über das Wichtigste.«

Vielleicht nicht die schlechteste Art, wenn die Hütte brennt.

Im Mai 2009 kam es zu einem denkwürdigen Aufeinandertreffen der beiden, auf einer Veranstaltung der Jungen Union (JU) in Berlin. Erst hielt Angela Merkel eine ihrer grauen Reden, dann trat Sarkozy auf und riss die deutschen Jugendlichen von den Stühlen. »Man muss den Krieg hassen«, rief er. Ergreifend und kein bisschen unecht klang es auch, als er schloss: »Frankreich liebt euch! Frankreich bewundert euch, möchte es euch gleichtun, eurer Technik, eurer Industrie, euren öffentlichen Finanzen – vive l’Allemagne, vive la France!«

Was konnte danach noch kommen? JU-Chef Philipp Mißfelder, der trocken ins Mikrofon sprach: »Danke für die freundlichen Worte.«

Was kann denn Sarkozy für dieses deutsche Emphase-Defizit, das ihn neben Merkel immer ganz besonders aufgeladen wirken lässt?

Es gibt da nämlich eine Kritik an Sarkozy, die ungerecht ist und spießig. Sie zielt auf den Politiker, der fiebrig alles Festgelegte durcheinanderbringt und auf immer neue Ideen verfällt. In Deutschland geht diese Kritik mit Anspielungen einher, die aus dem Trüben der Geschichte schöpfen – dann ist vom »kleinen Napoleon« die Rede, man kennt die Melodie, sie stammt aus dem kriegskranken 19. Jahrhundert.

In Wirklichkeit ist das Phänomen Sarkozy komplexer, was sich zeigt, wenn man ihn aus der Nähe beobachtet. Zweimal pro Woche reist der Wahlkönig in die französische Provinz, um sich seinem Volk zu zeigen; mehr als 300 solcher Besuche hat Sarkozy schon absolviert. Im Hochsommer dieses Jahres war der Weinort Beaumes-de-Venise dran: An der Straße durch das Örtchen stehen die Bürger Spalier. Dann kommt Sarkozys Konvoi, fährt die Anhöhe zu einem Weingut hinauf. Dort warten Winzer, der Bürgermeister und der Präfekt vor einem Tisch voller Brot, Obst, Gurken, Kürbisse, Knoblauch.

Der Präsident nähert sich der kleinen Gruppe, und anstelle des verkniffenen Grinsens trägt er ein Lächeln im Gesicht, grüßt wie ein Mitbürger, bescheiden geradezu. Diesen Nicolas Sarkozy gibt es auch, den warmherzigen, liebenswerten. Er zeigt sich auf Familienfeiern und mit Menschen, die ihm nicht gefährlich werden können: Kellner, Kinder, Kriegsversehrte. Die Winzer geben ihm Kirschsaft zum Probieren. »Der kommt aber nicht von uns«, sagt eine Winzerfrau unschuldig und wird von ihrem Mann mit Blicken getadelt.

Dann geht es weiter nach Châteauneuf-du-Pape, noch ein Weinort. In einer Halle warten tausend Bürger. Podiumsdiskussion. Sarkozy knickt nicht ein: »Erst wollten Sie, dass wir die Sozialabgaben für Saisonarbeiter streichen. Haben wir gemacht. Jetzt fordern Sie das Gleiche für die Festangestellten – wegen der Égalité, was?« Gelächter im Saal, er hat die Winzer ertappt. Alles läuft gut für ihn, bis er am Schluss tönt: »Die Gelegenheit hatten Sie bestimmt noch nie, was, zwei Stunden lang mit einem Präsidenten der Republik über Agrarpolitik zu reden, oder?«

Diese vermaledeite Angeberei verdirbt seine besten Momente.

Anfang September, der Präsident ist wieder auf dem Land unterwegs. Er besucht eine Spedition und kommt ohne Umschweife auf den Punkt: Der ökologische Umbau verlange eine Verkehrspolitik, die nicht nur Autos und Straßen kennt. Die demografische Entwicklung wiederum habe die Anhebung des Renteneintrittsalters nötig gemacht. Das ist echter Sarkozy: Sorry, Leute, geht nicht anders. Ist mein Job. Einer muss ihn machen.

Anschließend Mittagessen mit Truckern. Große Portionen auf den Tellern, Sarkozy begnügt sich mit Eiskaffee.

Er hat ein Problem: Die Arbeiterklasse ist ihm flöten gegangen. Um zu verhindern, dass sie den rechtsradikalen Front National wählt, hatte er im vergangenen Jahr versucht, dessen Themen zu kapern. Kündigte an, Roma mit rumänischen oder bulgarischen Pässen auszuweisen. Ließ Lagerplätze räumen. Griff seine alte Idee auf, Franzosen ausländischer Herkunft ihre Staatsbürgerschaft wieder zu entziehen, falls sie sich des Angriffs auf Vertreter des Staates schuldig gemacht haben.

Punkte hat Sarkozy damit nicht machen können. Ebenso wenig mit anderen rechten Haken. Seinen größten strategischen Irrtum beging er gleich zu Beginn seiner Amtszeit. »Alle Reformen zugleich« lautete damals seine Losung: Arbeitsmarktreform, Bürokratieabbau, Budgetdisziplin, Rentenreform, Militärreform, wirklich alles.

Es hat nicht funktioniert. Zu groß waren die Widerstände. So viele Reformattacken, so viele Rückzüge.

»Sarkozy hat alle verloren«, meint einer seiner Gegner aus dem eigenen Lager. »Die Rechtsaußen, die Liberalen, die Sozialen. Die Geringverdiener sehen, dass Sarkozys Steuerpolitik die Reichen bevorzugt. Die Geschäftswelt ist enttäuscht, weil die Bürokratie nicht abgebaut wurde. In der Partei hat Sarkozy kaum noch Verbündete. Die Ratten verlassen das sinkende Schiff. Sein eigener Parteichef sowie sein Premierminister wollen die Niederlage 2012, um 2017 selber an die Spitze zu kommen. Sarkozy ist in einer verzweifelten Situation.«

Die Analyse ist richtig. Bis auf den letzten Satz. Denn Sarkozy ist dann besonders gut, wenn er von Feinden umringt ist.

François Hollande, Präsidentschaftskandidat der Sozialisten, ist ein sympathischer Mann. In den Umfragen liegt er weit vor Sarkozy. Doch sobald die Fragebögen ins Detail gehen, zeigen sich die Qualitäten des Staatschefs: Da wird ihm kaum weniger als Hollande zugetraut, das Land durch die Krise zu bringen.

Der »beschützende Präsident«, das ist das Angebot, mit dem er wiedergewählt werden will. Und zwar nicht als guter Onkel, was eher das Profil des Sozialisten Hollande ist, sondern als Ritter gegen Tod und Teufel. Sarkozy, der action man. Der 1993, als in Neuilly ein bewaffneter Irrer in einen Kindergarten eingedrungen war, allein und ohne Waffen zu diesem Verwirrten ging, wieder und wieder, und mit ihm erfolgreich über die Freilassung der Geiseln verhandelte. Der, ohne diplomatische Regeln zu beachten, während der Georgien-Krise kurzerhand ein Flugzeug bestieg, um mit den Konfliktparteien zu verhandeln. Der eine Koalition gegen Gadhafi schmiedete. Und der jetzt allenthalben Euro-Krisengipfel zusammentrommelt, weil es eben mal schnell gehen muss. In einem Buch, das soeben erschien, gibt der Publizist Bernard-Henri Lévy eine charakteristische Äußerung des Libyen-Kriegers Sarkozy wieder: »Meine Berater sagen immer: Aber am Tag danach, am Tag danach...« Sie meinen: Was wird dann in der Zeitung stehen? Was wird die Botschaft sagen? Was werden die Leute denken? »Was soll ich da antworten?«, sagt Sarkozy. »Ich bin nun mal voll in der momentanen Aktion.«

Die Krisen könnten bis zum Frühjahr ein Ausmaß erreichen, dass Frankreichs Wähler genau so einen wollen. Dass sie das bekannte Risiko einem unbekannten vorziehen. Was für eine Ironie: Sarkozy, der Streiter gegen den Konservatismus, kann immer noch auf einen konservativen Stimmungsumschwung hoffen.

 
Leser-Kommentare
    • Sonate
    • 21.11.2011 um 18:26 Uhr

    Der Louis de Funes des 21. Jahrhunderts, leider ist die politische Landschaft zu ernst, sonst könnte man gut lachen, über diesen von Ehrgeiz getriebenen Menschen, aber als HB Männchen hätte er sicherlich Karriere gemacht

  1. Aber er wird es nicht mehr lange bleiben,
    Die Franzosen hat Ihn schon länger erkannt
    und geholfen hat er Ihnen auch nicht

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    • Winus
    • 21.11.2011 um 21:19 Uhr

    Meinen Sie das mit Bonsai-Napoleon?
    http://media.economist.co...

    • Winus
    • 21.11.2011 um 21:19 Uhr

    Meinen Sie das mit Bonsai-Napoleon?
    http://media.economist.co...

    • joG
    • 21.11.2011 um 18:40 Uhr

    ... einer in seiner Wut die Wahrheit sprach."

    Das mag die Meinung des Schreibers sein. Ob sie so richtig ist, wie sie vorgetragen wird? Immerhin ist UK ein Nettozahler in der EU und hat damit gewisse Rechte. Auch bezahlt sie über die IWF für den Erhalt des Euro mit. Da scheint es nicht ganz richtig zu sein von "Wahrheit" zu sprechen. Vielleicht kann man von selektiver Wahrheit sprechen?

    Für mich ist eine solche Aussage recht fragwürdig und benutzt eine Grundeinstellung der hiesigen Bevölkerung um emotional den Euro zu stützen. Das mag im Interesse des Autors sein. Es ist aber auch geeignet eine Störung der öffentlichen Ordnung vorzubereiten.

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    ist Rosinen picken. Die Subventionen z.B. für die Landwirtschaft voll abgreifen, für die Weiterentwicklung der Infrastruktur, u.s.w.! In der Beitragszahlung ist man UK Mitte der 90er entgegengekommen. Nun will man sich um den Anteil des Rettungspakets, so gut wie es irgend geht, drücken. UK hat schon immer für sich eine Sonderrolle beansprucht und meistens auch bekommen. Wenn da ein Politiker, wie Mr. Sarkozy, der ohne wenn und aber zu Europa steht, mit nicht gerade schönen Worten, die Herrschaften von UK daran erinnert, daß auch sie ihr Schärflein dazu beizutragen haben. Was solls? Vielleicht haben die Briten es nun verstanden, wer weiß???

    • joG
    • 21.11.2011 um 20:08 Uhr

    .... gut wie es irgend geht, drücken."

    Können Sie erklären, wieso die UK für ein missglücktes Projekt einstehen soll, vor dem sie gewarnt hatten und daher nicht beitraten, weil es so evident schlecht gemacht war? Sie wollten das Risiko nicht haben und unterschrieben daher nicht.

    Anders ist es mit Deutschland, das sehenden Auges beitrat. Man wusste, oder hätte wissen müssen, dass die Verträge substanzielle wirtschaftliche und finanzielle Risiken barg und unterschrieb.

    Nun ist oder wird wahrgenommen, dass Deutschland unwillig ist die zur Rettung des Euro notwendigen Schmerzen zu tragen und bereit damit bereit ist dessen Überleben zu riskieren. Das bedeutet nicht, dass das Verhalten Deutschlands richtig oder falsch ist. Aber im Gegensatz zur UK hat man das Risiko genommen.

    Dass aber nun die Leute hier wollen, dass die UK trotzdem zahlt? Ja, das ist verständlich. Gerechtfertigt ist es nicht und eine ziemliche Zumutung ist es zudem.

    Auch ist zu bedenken, dass die Euroländer rechtlich nicht alles tun dürfen. Sie sind an die EU Verträge gebunden.

    ist Rosinen picken. Die Subventionen z.B. für die Landwirtschaft voll abgreifen, für die Weiterentwicklung der Infrastruktur, u.s.w.! In der Beitragszahlung ist man UK Mitte der 90er entgegengekommen. Nun will man sich um den Anteil des Rettungspakets, so gut wie es irgend geht, drücken. UK hat schon immer für sich eine Sonderrolle beansprucht und meistens auch bekommen. Wenn da ein Politiker, wie Mr. Sarkozy, der ohne wenn und aber zu Europa steht, mit nicht gerade schönen Worten, die Herrschaften von UK daran erinnert, daß auch sie ihr Schärflein dazu beizutragen haben. Was solls? Vielleicht haben die Briten es nun verstanden, wer weiß???

    • joG
    • 21.11.2011 um 20:08 Uhr

    .... gut wie es irgend geht, drücken."

    Können Sie erklären, wieso die UK für ein missglücktes Projekt einstehen soll, vor dem sie gewarnt hatten und daher nicht beitraten, weil es so evident schlecht gemacht war? Sie wollten das Risiko nicht haben und unterschrieben daher nicht.

    Anders ist es mit Deutschland, das sehenden Auges beitrat. Man wusste, oder hätte wissen müssen, dass die Verträge substanzielle wirtschaftliche und finanzielle Risiken barg und unterschrieb.

    Nun ist oder wird wahrgenommen, dass Deutschland unwillig ist die zur Rettung des Euro notwendigen Schmerzen zu tragen und bereit damit bereit ist dessen Überleben zu riskieren. Das bedeutet nicht, dass das Verhalten Deutschlands richtig oder falsch ist. Aber im Gegensatz zur UK hat man das Risiko genommen.

    Dass aber nun die Leute hier wollen, dass die UK trotzdem zahlt? Ja, das ist verständlich. Gerechtfertigt ist es nicht und eine ziemliche Zumutung ist es zudem.

    Auch ist zu bedenken, dass die Euroländer rechtlich nicht alles tun dürfen. Sie sind an die EU Verträge gebunden.

  2. ist Rosinen picken. Die Subventionen z.B. für die Landwirtschaft voll abgreifen, für die Weiterentwicklung der Infrastruktur, u.s.w.! In der Beitragszahlung ist man UK Mitte der 90er entgegengekommen. Nun will man sich um den Anteil des Rettungspakets, so gut wie es irgend geht, drücken. UK hat schon immer für sich eine Sonderrolle beansprucht und meistens auch bekommen. Wenn da ein Politiker, wie Mr. Sarkozy, der ohne wenn und aber zu Europa steht, mit nicht gerade schönen Worten, die Herrschaften von UK daran erinnert, daß auch sie ihr Schärflein dazu beizutragen haben. Was solls? Vielleicht haben die Briten es nun verstanden, wer weiß???

    • WiKa
    • 21.11.2011 um 19:24 Uhr

    … der erst kürzlich zur Rettung des Euro eine Militärintervention in Griechenland forderte? … Link (noch ganz berauscht vom Libyen-Erfolg) Dieser Sarkoleon? (gut ein wenig übertrieben), aber immer wenn ich diesen allergrößten Zwerg Frankreichs sehe, erinnert es mich genau daran. Aber ich gestehe, als Unterhaltungskünstler würde ich ihn schon akzeptieren, weniger gerne als Präsidenten.

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  3. Die Toni Montanas kennen wir von der Schule, von der Uni, vom Arbeitsplatz.. Ein Glücksfall, dass der Widerpart Angela Merkel und nicht Toni "Schröder" Montana heisst, sonst gäbe es Dauerstress. Die Stärke von Toni Montana ist es, die günstige Gelegenheit beim Schopfe zu packen, wo der Technokrat noch abwägt und die Chance wieder verschwindet. Toni Montana übernimmt Verantwortung und geht voran. Toni nervt, Toni ist ein Großmaul. Es gibt halt immer nur den ganzen Toni, mit Licht und Schatten.

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    Macher-Typen scheinen beim verkopften Bildungsbürgertum eine große Faszination auszuüben.
    Dass diese Typen allerdings oft handeln ohne nachzudenken, scheint wohl keine Rolle zu spielen.
    Dabei steht derjenige, der handelt ohne nachzudenken noch unter dem, der denkt ohne zu handeln.

    Macher-Typen scheinen beim verkopften Bildungsbürgertum eine große Faszination auszuüben.
    Dass diese Typen allerdings oft handeln ohne nachzudenken, scheint wohl keine Rolle zu spielen.
    Dabei steht derjenige, der handelt ohne nachzudenken noch unter dem, der denkt ohne zu handeln.

  4. Deutschland sollte mal zuerst im eigenen Bundeskanzleramt aufräumen. Merkel, die Instanz, die nie nichts sagt, ausser Floskeln.

    Es ist wirklich schade mitanzusehen, wie Deutschland - wie so oft - bei eigenen Problemen einen Sündenbock sucht um mit dem Finger darauf zu zeigen.

    Und ich möchte Sarko nicht mal in Schutz nehmen, im Gegenteil. Diese Rechts-Konservativen Liberal-Europäer haben alles verbockt.

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    Das ist richtig!

    Sie sagt zu allem was:-)

    >>Diese Rechts-Konservativen Liberal-Europäer<<
    ============================================================
    Vielleicht sind es ja sogar Rechts-Links-Konservativ-Innovativ-Liberal-sozialistisch-extrem-Europäer.
    Schlimmer kanns kaum noch werden, wie?

    Das ist richtig!

    Sie sagt zu allem was:-)

    >>Diese Rechts-Konservativen Liberal-Europäer<<
    ============================================================
    Vielleicht sind es ja sogar Rechts-Links-Konservativ-Innovativ-Liberal-sozialistisch-extrem-Europäer.
    Schlimmer kanns kaum noch werden, wie?

  5. also in der vita von herrn n.s. gibt es keinen hinweis, dass er zum thema finanz- und volkswirtschaft sooo richtig weiß, wovon er spricht (so man das von anderen themen ggf. auch vermuten kann)?! ?!

    für bibel-feste leser oder ggf. zum googlen:
    => Lukas 23,34

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