Kapitalismus "Nichts ist kostenlos"
Was haben Singapur und China uns voraus? Zu Besuch bei dem Diktator und Vordenker Lee Kuan Yew
© Toshifumi Kitamura/AFP/Getty Images)

Der Staatsgründer von Singapur, Lee Kuan Yew
Wer weiß schon noch, was genau Ludwig Erhard politisch wollte, der Vater des deutschen Wirtschaftssystems? Klar, interpretiert wird viel, bloß fragen kann man ihn nicht mehr. Deshalb fällt es der Gesellschaft auch schwer, zu ihren Ursprüngen zurückzufinden – was sie in der gegenwärtigen Kapitalismuskrise oft so ratlos macht. In China hat man es besser.
Hier ist das Modell, dieser staatlich gelenkte und doch so flexible, der demokratieferne und aggressive Kapitalismus, noch jung, ist seine Begründung noch offensichtlich. Es ging in China darum, aus Armut und Elend zu entkommen. Aber es ging natürlich auch darum, das von Karl Marx beschriebene Ungeheuer zu beherrschen – und zwar auf die chinesische Art. Wie die geht? Ob sie den Westen nicht nur fürchten lässt, sondern ihm auch eine Lehre bereithält? Dafür muss man keine Geschichtsbücher wälzen. Das kann der Erfinder selbst erzählen. Er lebt ja noch. Er arbeitet.
Lee Kuan Yew, der 88-jährige Staatsgründer Singapurs und Vorreiter der chinesischen Wirtschaftsreformen des späten 20. Jahrhunderts, hat ein großzügiges Büro im Istana, dem alten, weiß gestrichenen Kolonialpalast des britischen Gouverneurs von Singapur. Vor ihm auf seinem frei geräumten Schreibtisch liegt eine aufgeschlagene Biografie des chinesischen Reformers Deng Xiaoping. Nicht zufällig, wie man bald verstehen wird.
An den hohen Wänden hängen große Bilder seiner Ehefrau, die vor Kurzem verstarb. Sie geben dem ansonsten spartanisch eingerichteten Büro des alten Mannes einen sehr privaten Charakter. Übrigens ist das sein Spitzname: »alter Mann«. Keiner in Singapur scheint zu wissen, wie er wirklich heißt, alle reden nur vom »alten Mann«. Und es klingt immer ein wenig, als würden die Leute vom lieben Gott reden. Der Diktator hat Mao Tse-tung und Deng überlebt, mehr noch, er hat sie übertroffen. Denn sein kleines, zu 80 Prozent von chinesischen Auswanderern bevölkertes Singapur bleibt bis heute – 15 Jahre nach Dengs Tod, 30 Jahre nach Chinas Marktöffnung – das große Vorbild der Volksrepublik. »Es gibt nichts, das Singapur getan hat, was China nicht auch und besser tun könnte«, sagte Lee schon 1978 im Gespräch mit Deng, als dieser gerade begann, sein Land auf die kapitalistische Spur zu bringen. Heute gleichen die chinesischen Städte zunehmend ihrem Vorbild. Schon ist die Müllabfuhr in Shanghai und Peking fast genauso pingelig wie in Singapur, wirken viele chinesische Busse und Bahnen genauso steril und geleckt wie die öffentlichen Verkehrsmittel auf Lees reicher Südseeinsel. Ganz abgesehen von den magischen Skylines der chinesischen Riesenstädte, eine glitzernder und verspielter als die andere – wie in Singapur.
Doch das alles ist kein wirtschaftliches Wunder, sondern hart von Politikerhand erarbeitet. Das lernt man bei Lee Kuan Yew. Er ist immer noch täglich in seinem Regierungsbüro anzutreffen, obwohl er alle Posten aufgegeben hat. Sein Kragen steht offen. Er trägt keine Krawatte. Seine Hände zittern leicht, deshalb legt er sie oft auf den Tisch. »Was du gibst, kannst du nicht mehr zurücknehmen. Einer aber muss am Ende immer bezahlen«, lautet Lees Erklärung für die westlichen Schuldenkrisen und die Überschüsse Chinas und Singapurs. Er erzählt dazu eine Geschichte aus seiner Jugend, als er gleich nach dem Zweiten Weltkrieg in England studierte. Damals hätten die englischen Eliten wegen der hohen Opferzahlen im Krieg an einem »Schuldkomplex gegenüber ihren Unterschichten gelitten«, sagt Lee. Deshalb hätten sie den Wohlfahrtsstaat eingeführt. »Der Plan war: Doktoren, Zahnärzte, Optiker – alles gratis«, erinnert sich Lee. Er habe damals eine Brille bekommen und seinen Arzt gefragt: Was kostet die? Der antwortete gar nicht und sagte nur, Lee solle da unterschreiben. »Das war eine Lektion, die ich nie vergessen habe. In Singapur ist nichts kostenlos«, sagt Lee. Er hebt dabei seine zitternde Hand mit ausgestreckten Fingern hoch über den Tisch – es ist die Siegergeste des alten Mannes.
Doch Lee will nicht als herzloser Ausbeuter verstanden werden. Schnell setzt er nach: »Ich habe von den Briten gelernt – und von den Kommunisten.« Er erzählt, was man in Singapur unter Sozialstaat versteht: »Erziehung, Wohnungsbau, Gesundheit.« Genau in dieser Reihenfolge. So macht es ihm die KP in China seit Jahrzehnten nach. Erst wurde die Volksrepublik alphabetisiert, dann urbanisiert. Heute gibt die Partei Milliarden für neue Krankenhäuser aus. Sie hat ja das Geld – dank des Kapitalismus. »Ich begann als Sozialist mit linken Ideen«, erklärt Lee. Er verschweigt seine Herkunft nicht. Doch er lernte aus den Auswüchsen des Kapitalismus genauso wie von der maoistischen und der sowjetischen Erfahrung. »Als ich älter wurde und die Welt betrachtete, begriff ich, wie sinnlos der Kampf gegen die freien Märkte war. Man kann Märkte managen. Man kann für gleiche Chancen sorgen. Man kann die Schwachen unterstützen. Aber den freien Markt zu bekämpfen bedeutet Verderben für das eigene Land«, sagt Lee. Er vergleicht die Kapitalmärkte mit den Fluten des Mekongs. »Man kann sie kanalisieren, aber nicht bezwingen.«
Je länger der alte Mann erzählt, desto deutlicher wird sein für den Westen so untypischer Zugang zur Wirtschaftspolitik. Er spricht nicht von Kontrolle und Gegenkontrolle, von Institutionen wie Zentralbank und Börsenaufsicht oder gar von Weltbank oder Währungsfonds, von denen sich der Westen die Kanalisierung des Kapitalismus verspricht. Nein, Lee übernimmt alles persönlich, er vereint die gesamten Institutionen in seiner Person. Er ist eben ein Diktator, der Singapur – ob nun mit Amt oder ohne – seit 1965 mit minimalem Raum für Opposition regiert.
Doch Lee ist auch noch etwas anderes, ein Konfuzianer. Die waren zwar in der langen Geschichte Chinas immer auch Diktatoren. Doch in guten Zeiten besaßen sie Moral und missbrauchten ihre Macht eher selten. Das gilt, mit Blick auf die Wirtschaft, auch für Lee: Singapur ist heute laut Transparency International der am wenigsten korrupte Staat der Welt. »Der Konfuzianismus ist eine Lebensphilosophie«, sagt Lee lapidar. Für ihn ist er mehr als die feudale, hierarchische Tradition, die der Westen darin sieht. »China muss seine kulturellen Grundwerte nicht aufgeben, um sich zu industrialisieren und modernisieren«, sagte er 1988. »Taiwan, Südkorea, Japan, Hongkong und Singapur haben alle ihre traditionellen Werte wie Sparsamkeit, harte Arbeitsmoral, Lernbereitschaft und Loyalität zu Familie und Nation bewahrt. Diese konfuzianischen Werte haben zu sozialem Zusammenhalt, hohen Sparraten und Investitionen und damit zu Produktivität und Wachstum geführt.« Lee rührt am Kern der chinesischen Stärke.
Viele KP-Beamte in China sind heute zweifellos korrupt. Aber ihnen folgt eine Generation noch unverdorbener Staatsdiener, die Lees Worte glauben. Diese Beamten folgen keiner westlichen Wirtschaftslehre. Sie wollen eine neue chinesische Dynastie aufbauen nach dem Vorbild ihrer konfuzianischen Vorväter. Ihre Moral lautet: dem Volk dienen, also unabhängig von einer reinen Lehre gut regieren. Es bedeutet auch: Keine Demokratie, keine Mehrheitsentscheidungen, denn die sorgsam ausgewählte Elite weiß es besser. Schließlich ist die leistungsgerechte Gesellschaft das zentrale konfuzianische Ideal. In ihr regieren nur die Besten, und zwar streng. Auf diese administrative Strenge vertraut auch Lee beim Management der Marktwirtschaft und ihrer Gefahren, ihrer Auswüchse.
Machen es die Chinesen also besser als der Westen, dessen Politiker in die Schuldenkrise schlitterten? Davon ist der alte Mann nicht unbedingt überzeugt. Er meint nur, dass die Chinesen es besser wissen. Manchmal erinnert er an Jürgen Habermas, was diesen ärgern wird, weil er Lees Ansichten verabscheut. Der deutsche Philosoph destilliert aus der langen Geschichte der Christenheit und der Aufklärung die Menschenrechte als universale Errungenschaft. Der Diktator Lee leitet aus Chinas 2500-jähriger konfuzianischer Geschichte die »universalen Prinzipien des guten Regierens« ab. »Singapur interpretiert den Konfuzianismus heute mit dem Beharren auf Rechtsstaat, Korruptionsbekämpfung und Leistungsprinzip«, sagt Lee denn auch nach mehrmaligem Nachfragen. Man muss ihm das abringen. Aber Lee ist unmissverständlich: Diese Staats- und Wirtschaftsregeln gelten aus seiner Sicht für die ganze Menschheit. Und er lässt durchblicken, dass China zwar oft den Rechtsstaat und die Korruptionsbekämpfung vernachlässige – der Westen aber dafür das Leistungsprinzip. Bürgerliche Freiheit in seinem Land, die fehlt ihm natürlich nicht.
»Ich sehe Europa als müdes Land nach zwei Weltkriegen«, sagt Lee. »Die Leute wollten ein ruhiges, glückliches Leben, das aber ging nur so lange gut, wie es die neuen Wettbewerber aus China und Indien mit ihren preiswerten Produkten noch nicht gab.«
Der alte Mann hat gut reden. Er sitzt im Elfenbeinturm des alten britischen Gouverneurs von Singapur. Keiner kommt hier auf die Idee, Steine auf seine Fenster zu werfen. Besteht kein Anlass zur Kritik? Was sagen seine Untertanen über diesen merkwürdig gut gelenkten und doch unfreien Kapitalismus, in dem sie leben? »Willkommen«, ruft Sussie, »willkommen!« Jeden, der vorbeigeht, lädt sie ein. Sussie ist Angestellte des Big-O-Restaurants an der berühmten Orchard Road, der Hauptgeschäftsstraße von Singapur. Sie trägt eine schwarze Kellner-Uniform mit ihrem Namensschild. Die steht ihr gut. Sussie schafft es, die Leute anzulächeln, damit sie ihr Restaurant besuchen. An ihr vorbei, in der ersten Etage eines gläsernen Shopping-Palasts, zieht das neureiche Asien: vor allem Chinesen und Inder, dazwischen ein paar Malaysier und Indonesier, die in Singapur Urlaub machen oder einfach nur einkaufen.
Sussie ist Filipina und lebt schon seit neun Jahren in Singapur. Sie besitzt weiter nichts als eine Arbeitserlaubnis. »Meine einzige Chance, hier zu bleiben, ist zu arbeiten«, sagt Sussie. Ihre Chefin Wendy Choh, eine ausgebildete Psychologin, hat ihr für das Gespräch mit dem Reporter freigegeben. Sussie soll sich einem Fremden gegenüber ruhig einmal frei beschweren können, findet die Besitzerin der Big-O-Restaurantkette. Sussies eigentlicher Name lautet Jesusa de Luna. Sie ist 27 Jahre alt, hat zwei junge Töchter und einen 73-jährigen singapurischen Ehemann, der sie sich vor zehn Jahren per arrangierter Ehe schnappte. Sussie war die Älteste von fünf Geschwistern, sie musste das Geld für die ganze Familie verdienen. Das tut sie noch heute. Sie verdient umgerechnet 850 Euro im Monat. Davon ernährt sie ihre vierköpfige Familie, ihre Mutter und einen Neffen, die mit nach Singapur kamen, und den Vater auf den Philippinen. Ihr Mann kann ihr nicht mehr helfen. Er musste seine Umzugsfirma vor Jahren aufgeben und besitzt keine Altersvorsorge – wie in Singapur üblich. Denn nach konfuzianischer Tradition sorgen ja die Kinder für die alten Eltern.
Nach langen Stunden des Erzählens fasst Sussie plötzlich Vertrauen, sagt unvermittelt: »Ich habe nie eine Jugend gehabt. Ich weiß nicht, was Liebe bedeutet. Ich kann immer nur geradeaus gehen.« Erst Armut und Entbehrung auf den Philippinen, dann Einsamkeit, Aufopferung und Rechtlosigkeit in Singapur – darunter leidet Sussie sehr, sie tut es bis heute. »Natürlich ist das hier eine Diktatur für mich. Ich muss mich an jede Regel halten, sonst fliege ich raus«, sagt sie. Doch inzwischen sei viel Gutes in ihrem Leben hinzugekommen: der Arbeitsstolz und die Hoffnung auf eine bessere Zukunft. »Singapur ist ein reiches, gutes Land. Die staatliche Schule, die meine ältere Tochter jetzt besucht, ist großartig. Schon wegen der Kinder will ich hierbleiben und dafür den Rest meines Lebens arbeiten«, sagt Sussie. Sie kennt die Demokratie auf den Philippinen gut und leidet darunter, dass die Singapurer ihre Regierung kaum zu kritisieren wagen. Aber noch wichtiger als die Meinungsfreiheit ist ihr die Verlässlichkeit der Regierung. Auf den Philippinen habe es von der Regierung nur leere Versprechen für die Armen gegeben. In Singapur gibt es zwar auch keine Zahlungen für die Armen, aber – neben der Schule für ein geringes Schulgeld – immerhin ein Dach über dem Kopf für eine Sozialmiete von 140 Euro. Sussies Familie wohnt zu sechst in einer Einzimmerwohnung: Nummer 0251 in Block 16 an der Ghimmoh Road. Schlechter geht in Singapur nicht. 15 Stockwerke. Aber es gibt Leitungswasser, Strom, Dusche und Toilette mit Spülung. Der Wohnblock ist frisch gestrichen. Es liegt kein Müll herum. Und vor der Haustür hält der Bus zur Orchard Road.
Der Filipina Sussie ergeht es in Singapur wie Abermillionen Chinesen, die vom Land in die Städte ziehen. Sie dürfen sich nicht beschweren, sie haben keine Rechte, bekommen nichts geschenkt. Trotzdem kümmert sich der Staat um sie, baut Schulen und Wohnungen, später Krankenhäuser. Das ist der neue chinesische Sozialvertrag. Slums werden vermieden, anders als im frühen westlichen Kapitalismus. Im Westen verstehe man nicht mehr, wie viel Gewinn an Menschenwürde mit einer Toilettenspülung verbunden sei, argumentiert der singapurische Hochschulleiter Kishore Mahbubani. Auch das ist eine Stärke des neuöstlichen Modells. Doch bedarf es neben harten Politikern und aufopferungsbereiten Arbeiterinnen wie Jesusa de Luna auch Unternehmerinnen wie Wendy Choh. Sonst funktioniert es nicht.
Wendy trägt am Freitagabend Shorts. Sie lässt einen ihrer jungen, charmanten Restaurantboys ihren Mercedes fahren. Dann steigt sie mit ihm als Bodyguard durch einen Hinterhofeingang in die siebte Etage eines alten Hochhauses – in die »Thai-Disco«, wie Wendy den Underground-Schuppen nennt. Hier tummeln sich die Prostituierten, hier fließt der Cognac aus 2-Liter-Flaschen. Wendy, die studierte Psychologin, besteht darauf: Einmal in der Woche müsse sie tanzen, sich richtig verausgaben. Wendy tanzt die ganze Nacht. Mal wechselt sie den Tisch, weil ein paar Typen, die sie für Mitglieder der Mafia hält, ihr zu nahe kommen.
Wendy ist keine Draufgängerin. Mit ihrem Mann, der Discos nicht mag, führt sie eine kleine Unternehmensgruppe mit hundert Angestellten. Einmal empfängt sie im Mercedes-Café. Der deutsche Autoriese besitzt in Singapur einen Showroom über mehrere Etagen. Er hat Wendy in seinen Räumlichkeiten das Restaurant-Geschäft überlassen. Wendy ist stolz auf Singapurs Reichtum. Sie selbst fährt mit ihrem Mann mehrere Mercedes-Modelle und hat auch ihrem Vater einen Wagen geschenkt. Das ist ihr Luxus. Aber sie betreibt auch ein »Lern-Center« für Behinderte, das keine großen Gewinne abwirft. Und sie will mehr Lebensfreude in ihre Gesellschaft bringen. Denn nichts stört sie mehr an Singapur als das: »Die Geschlechtsverkehr-Quote pro Woche in Singapur ist die niedrigste in der Welt.«
Als Unternehmerin passte Wendy nach Schwaben. Für keines ihrer zahlreichen Restaurants hat sie je einen Kredit aufgenommen. Muss sie eine wichtige Geschäftsentscheidung treffen, wägt sie mindestens vier Alternativen ab. Sie sagt, das sei eine alte chinesische Tradition.
Ihr Vater arbeitete sich aus der Armut zum Topmanager der japanischen Mitsui-Bank in Singapur hoch, investierte sein Vermögen in die Ausbildung seiner vier Töchter und lebt heute von deren Geld. Eine Pension bekommt er nicht. Bei allem Stolz, er mahnt seine Tochter zur Vorsicht: Chinesische Familienunternehmen würden nie drei Generationen überleben. Schon die Enkelgeneration zeige sich sorglos und verschwenderisch. Genauso sieht das Wendy mit Blick auf die meisten ihrer jungen Angestellten: »Meine Generation kennt keine Nachlässigkeit. Aber die Jungen leben heute alle von ihrer Kreditkarte.« Da liegt, neben der mangelnden Freiheit, eine Schwäche des Systems. Werden sich die Chinesen also in ein, zwei Generationen genauso dem Konsum hingeben und Schulden anhäufen, wie es der Westen heute tut? Lee Kuan Yew, der Staatsmann im Kolonialpalast, glaubt nicht, dass sich die Menschen groß voneinander unterscheiden: »Solange sie sich an die Entbehrungen in der Vergangenheit erinnern, ändern sie sich nicht. Wachsen sie aber im Wohlstand auf und kennen nichts anderes, dann ändern sie sich. Das ist menschlich.« – »Aber werden die Chinesen nicht noch über viele Generationen sparen?« – »Vielleicht«, antwortet der alte Mann – »weil sie so lange arm gewesen sind.«
Sparsamkeit ist die wirtschaftliche Stärke des Ostens. Sie bedeutet, dass sich die Gesellschaft etwas leisten kann. Schon ist China der größte Produzent erneuerbarer Energie und geht ans Stromsparen. Für deutsche Ohren formuliert Lee die chinesische Lehre so: »Eure grüne Partei will ein grünes Deutschland, kein Zweifel. Aber die Kosten dafür sind sehr hoch. Ihr müsst also etwas von den Menschen zurückverlangen, aber das ist schwer.« So mangelhaft sein eigenes System ist – in wenigen Worten zeigt Lee dem Westen sein Dilemma auf. Die Freiheit des Denkens, Handeln und Erfindens hat er längst errungen. Doch für die großen Zukunftsaufgaben fehlen ihm die Opferbereitschaft und der unbeugsame Wille.
- Datum 23.11.2011 - 06:49 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 17.11.2011 Nr. 47
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ERst mal ist Lee Quan Yew einer der größten Rassisten unter der Sonne (Afrikaner haben den niedrigsten IQ, Europäer mittelmäßig, Chinesen den höchsten). Darüberhinaus sind alle Malyen arbeitscheu. Nur einige seiner kruden Thesen.
Dann besteht Singapur aus einer ganzen Reihe Parallelgesellschaften. Und genau das will man ja in Deutschland wohl eher nicht, oder???????
Eine Parallelgesellschaft sind z.B. die Maids. Aus den Philippinen, Indonesien, etc kommend arbeiten sie 7 Tage in der Woche pro Tag 16 Stunden, schlafen in der Küche auf dem Boden und sollen (laut Regierung) 1 (in Worten: EINEN) Tag frei bekommen. Im Monat. Diese Maids haben inzwischen zumindest bei der lokalen Bevölkerung die Kindererziehung übernommen. Mit allen Folgen. Und sie werden oft misshandelt.
Eine weitere Parallelgesellschaft sind die Bauarbeiter aus Indien und Sri Lanka. Kaserniert auf den Baustellen ziehen sie in Rekordzeit auch die komplexesten Shoppingmalls hoch, und sind absolut unterbezahlt. Sie werden auf Pickuptrucks auf der Ladeflaeche transprortiert, ohne jede Sicherung. Ebenfalls mit den bekannten Folgen.
Eine weitere Parallelgesellschaft sind die Ang Mohs- die aus dem Westen (die Wessis). Die leben dort abgeschirmt in Condokomplexen mit Torwaechtern und schicken ihre Kinder alle auf superteure Internationale Schulen. Die Deutsche Schule GESS kostet z.B. schlappe 10000 Euro im Monat. Sie beziehen ihr Gehalt aus ihren Heimatländern und sind damit praktisch Langzeittouristen.
die GESS kostet natürlich 1000 Euro pro Jahr, siehe http://www.gess.sg/de/anm...
- dieser rhapsodischen Hofberichterstattung.
Ich habe das Gefühl, uns wird hier ein Vorbild für das neue Vereinigte Europa vorgesetzt: "Es bedeutet auch: Keine Demokratie, keine Mehrheitsentscheidungen, denn die sorgsam ausgewählte Elite weiß es besser."
Parallelgeselschaften, Ausnutzung der Unterklasse - das alles gabs schon bei uns, gibts (in abgeschwächter Form) auch jetzt, und wirds wieder geben.
Der Mensch ist einfach keine Lebensform die das "live and let live" leben kann.
Der mit den größten Muskeln, der größten Kanone oder dem meisten Geld wird immer versuchen die anderen zu beherrschen.
Wenn uns die Tragödie des 2. Weltkrieges den Sozialstaat beschert hat, dann sehe ich das als eine Gabe für die leider Millionen sterben mussten. Nur weil wir (noch) nicht wissen wie wir diesen ohne Wirtschaftswachstum aufrechterhalten können, heißt noch lange nicht dass dieser obsolet wäre.
Das asiatische Wirtschaftswunder basiert nur darauf, dass die Asiaten jetzt ihre beschränkten fossilen Rohstoffe bzw. ihre Lebensgrundlage verheizen. Hätten die Chinesen westliche Umweltstandards wäre es nicht mehr so billig in China zu produzieren. Aber Sklavenarbeit und die Umwelt einfach so vergiften zu können scheint in der Buchhaltung billiger zu sein.
Wenn der Mensch im Allgemeinen mit 30 an Krebs stirbt, werden es vielleicht alle begriffen haben, dass ein auf Wachstum basierendes Weltwirtschaftssystem nicht gut gehen kann.
Auch wenn die Asiaten gerade einen lokalen Vorteil haben, in seiner Gesamtheit krankt das gesamte System. Die Chinesen werden (dank?) Diktatur vielleicht länger durchhalten, aber nachhaltig wirtschaften die genauso wenig wie der Westen.
Ohne den Westen der die billige Ware kauft, haben auch die Asiaten keine Chance.
Lee Kuan Yew, der Held, er hat ein Geschenk angenommen. Die Brille. Das hat er nie vergessen! Er wurde, wie alle anderen auch, gleich behandelt und erhielt die Brille geschenkt. Und Lee Kuan Yew nahm diese Brille. Er kann es niemals vergessen, dass er dies Brille genommen hat. Die Brille war nicht "kostenlos", sie verursachte sehr wohl viele Kosten. Nur nicht bei ihm. Aber Lee Kuan Yew nahm sie an. Er hätte ja auch, wie alle gut Betuchten, zu einem Privat-Mediziner gehen können und sich von dort eine Brille besorgen können. Dies aber tat der ehrenwerte Herr Lee Kuan Yew nicht. Ist dies nun ein Beweis für die Macht des Kapitalismus, wie er meint, seien ihm da die Augen aufgegangen? Möge die Brille ihm helfen, sein Verständnis von Menschlickeit zu überprüfen. Ich wünsche ihm, dass er weit über hundert Jahre alt wird, um zu erleben, was Menschlichkeit sein kann.
die GESS kostet natürlich 1000 Euro pro Jahr, siehe http://www.gess.sg/de/anm...
- dieser rhapsodischen Hofberichterstattung.
Ich habe das Gefühl, uns wird hier ein Vorbild für das neue Vereinigte Europa vorgesetzt: "Es bedeutet auch: Keine Demokratie, keine Mehrheitsentscheidungen, denn die sorgsam ausgewählte Elite weiß es besser."
Parallelgeselschaften, Ausnutzung der Unterklasse - das alles gabs schon bei uns, gibts (in abgeschwächter Form) auch jetzt, und wirds wieder geben.
Der Mensch ist einfach keine Lebensform die das "live and let live" leben kann.
Der mit den größten Muskeln, der größten Kanone oder dem meisten Geld wird immer versuchen die anderen zu beherrschen.
Wenn uns die Tragödie des 2. Weltkrieges den Sozialstaat beschert hat, dann sehe ich das als eine Gabe für die leider Millionen sterben mussten. Nur weil wir (noch) nicht wissen wie wir diesen ohne Wirtschaftswachstum aufrechterhalten können, heißt noch lange nicht dass dieser obsolet wäre.
Das asiatische Wirtschaftswunder basiert nur darauf, dass die Asiaten jetzt ihre beschränkten fossilen Rohstoffe bzw. ihre Lebensgrundlage verheizen. Hätten die Chinesen westliche Umweltstandards wäre es nicht mehr so billig in China zu produzieren. Aber Sklavenarbeit und die Umwelt einfach so vergiften zu können scheint in der Buchhaltung billiger zu sein.
Wenn der Mensch im Allgemeinen mit 30 an Krebs stirbt, werden es vielleicht alle begriffen haben, dass ein auf Wachstum basierendes Weltwirtschaftssystem nicht gut gehen kann.
Auch wenn die Asiaten gerade einen lokalen Vorteil haben, in seiner Gesamtheit krankt das gesamte System. Die Chinesen werden (dank?) Diktatur vielleicht länger durchhalten, aber nachhaltig wirtschaften die genauso wenig wie der Westen.
Ohne den Westen der die billige Ware kauft, haben auch die Asiaten keine Chance.
Lee Kuan Yew, der Held, er hat ein Geschenk angenommen. Die Brille. Das hat er nie vergessen! Er wurde, wie alle anderen auch, gleich behandelt und erhielt die Brille geschenkt. Und Lee Kuan Yew nahm diese Brille. Er kann es niemals vergessen, dass er dies Brille genommen hat. Die Brille war nicht "kostenlos", sie verursachte sehr wohl viele Kosten. Nur nicht bei ihm. Aber Lee Kuan Yew nahm sie an. Er hätte ja auch, wie alle gut Betuchten, zu einem Privat-Mediziner gehen können und sich von dort eine Brille besorgen können. Dies aber tat der ehrenwerte Herr Lee Kuan Yew nicht. Ist dies nun ein Beweis für die Macht des Kapitalismus, wie er meint, seien ihm da die Augen aufgegangen? Möge die Brille ihm helfen, sein Verständnis von Menschlickeit zu überprüfen. Ich wünsche ihm, dass er weit über hundert Jahre alt wird, um zu erleben, was Menschlichkeit sein kann.
Die hier vertreten Ansicht gilt es zu reflektieren, weil die Misere des Westens in der fehlenden Opferbereitschaft eine seiner Hauptursachen hat.
Entfernt. Wir nehmen uns Kritik gern an, bitten Sie jedoch, diese sachlich und höflich zu formulieren. Danke. Die Redaktion/sc
Welche fehlende Opferbereitschaft?
Sollen jetzt alle komplett auf Entlohnung verzichten, damit es der Wirtschaft besser geht? Es gibt Millionen in D die schon jede Menge Opfer gebracht haben. Oder sollen wir jetzt freudig zustimmen, wenn die Mehrheit auf das Niveau von Wanderarbeitern heruntergedrückt werden? Irgendwie klingt das, als müsse man die Rute küssen mit der man geschlagen wird.
Oder ist die fehlende Opferbereitschaft auf den "Markt" bezogen?
Entfernt. Wir nehmen uns Kritik gern an, bitten Sie jedoch, diese sachlich und höflich zu formulieren. Danke. Die Redaktion/sc
Welche fehlende Opferbereitschaft?
Sollen jetzt alle komplett auf Entlohnung verzichten, damit es der Wirtschaft besser geht? Es gibt Millionen in D die schon jede Menge Opfer gebracht haben. Oder sollen wir jetzt freudig zustimmen, wenn die Mehrheit auf das Niveau von Wanderarbeitern heruntergedrückt werden? Irgendwie klingt das, als müsse man die Rute küssen mit der man geschlagen wird.
Oder ist die fehlende Opferbereitschaft auf den "Markt" bezogen?
Darueberhinaus macht das Land inzwischen Geld mit Kasinos und in Zukunft auch noch mit Hedgefonds, die demnächst in der Portstown Area angesiedelt werden.
Wasser ist notorisch knapp- es kommt zu Dumpingpreisen aus Malaysien. Vielleicht könnte Herr Blume dazu mal recherchieren. Eine interessante Geschichte.
Natürliche Ressourcen existieren nicht, alles aber auch alles muss importiert werden. Jede einzelne Banane. Die Flora und Fauna des Landes wurde weitgehend plattgemacht, wahrend in Indonesien nebenan ca 80% der Arten leben.
Im Gegenzug zu den Importen wird der Müll dann wieder in die Nachbarländer zurückimportiert. Mit allen bekannten Folgen. Pingelige Müllbehandlung gibt es aber nur nach dem Motto : Vor meiner Haustüre ist schluss. Versuchen sie Mal Batterien zu recyceln.
Die Schulbildung ist eine wahre Katastrophe, das berühmte Caning ist an der Tagesordnung.
Und: Natürlich muss Herr Blume so einen Artikel über den netten Herrn Lee Quan Yew schreiben- sonst bekommt er nämlich nächstes Mal keine Einreiseerlaubnis mehr.
Und wovon Herr Lee Quan Yew noch gelernt hat: Von den Japanern. Die haben damals Einheimische öffentlich Exekutiert, um ein Exempel zu statuieren. Dieses Prinzip der öffenlichen Bestrafung ist in Singapur gang und gäbe. Auch in den Schulen
Ich könnte ja noch lange so weiterlabern. Aber ist DAS ein Modell??? Da könnten Zweifel aufkommen, Herr Blume.
... ist wieder der versuch, deutsche sicht- und lebensweisen anderen nationen aufzuzwingen. es geht schlicht und einfach nur darum, fuer uns 'fremde' sichtweisen nicht zu akzeptieren. und im uebrigen: zeigen sie mir bitte einmal auf, 'wie genau' sie in de 'batterien recyceln'!? irgendwo abgeben - und was passiert dann damit? nun ja...
zu nr.5 'crest'
'die vorstellung, dass jeder mensch das recht hat, seine eigenen ziele zu definieren' klingt sehr gut - solange 'jeder mensch' nicht versucht, 'seine eigenen ziele' auch durchzusetzen. das waere der anfang des problems, wie momentan in 'old'(?) europe sehr deutlich sichtbar wird. sie bekommen nicht einmal mehr einen bahnhof gebaut...
zu nr.8 'geronimo 49'
'den status zu erhalten heisst, sich aufgegeben zu haben' bekommt meine volle zustimmung und ist zur zeit sehr gut in europa zu beobachten. frueher haben die menschen gesagt: mein haus ist meine altersabsicherung. kommt es aber nun dazu, diese 'einsetzen' zu muessen (bspw. zwecks umzug in eine kostenguenstigere whg.), wird 'gemauert'!
fazit: wir sollten viel mehr auf singapur respektive china schauen. 'handeln' ist die devise, nicht immer nur 'diskutieren'! in de heisst es immer, ob nun in der bildungsdebatte oder auch in gesellschaftlichen fragen: 'es darf keiner zurueckbleiben'! - dies hiesse im umkehrschluss: es darf aber auch niemand vorausgehen (oder denken?!). einen ausgezeichneten konzertpianisten bekommen sie schliesslich nicht nur 'durch' talent...
... Muell wird natuerlich in Singapur nicht exportiert. Er wird verbrannt und dann in Pulau Semakau (einem Singapurischen Atoll) gelagert. Diese Deponie habe ich bereits besichtigt.
Auch ich kann hinter die glitzernde Fassade sehen und wohne schon viele Jahre hier in Singapur.
Trotz allen Unzulaenglichkeiten, die Sie richtig erkannt haben, Singapur ist ein sehr lebenswerter Ort. (Ich habe uebrigens nur einen lokalen Vertrag und kann mir deshalb auch kein bewachtes Wohnhaus leisten ;)
... ist wieder der versuch, deutsche sicht- und lebensweisen anderen nationen aufzuzwingen. es geht schlicht und einfach nur darum, fuer uns 'fremde' sichtweisen nicht zu akzeptieren. und im uebrigen: zeigen sie mir bitte einmal auf, 'wie genau' sie in de 'batterien recyceln'!? irgendwo abgeben - und was passiert dann damit? nun ja...
zu nr.5 'crest'
'die vorstellung, dass jeder mensch das recht hat, seine eigenen ziele zu definieren' klingt sehr gut - solange 'jeder mensch' nicht versucht, 'seine eigenen ziele' auch durchzusetzen. das waere der anfang des problems, wie momentan in 'old'(?) europe sehr deutlich sichtbar wird. sie bekommen nicht einmal mehr einen bahnhof gebaut...
zu nr.8 'geronimo 49'
'den status zu erhalten heisst, sich aufgegeben zu haben' bekommt meine volle zustimmung und ist zur zeit sehr gut in europa zu beobachten. frueher haben die menschen gesagt: mein haus ist meine altersabsicherung. kommt es aber nun dazu, diese 'einsetzen' zu muessen (bspw. zwecks umzug in eine kostenguenstigere whg.), wird 'gemauert'!
fazit: wir sollten viel mehr auf singapur respektive china schauen. 'handeln' ist die devise, nicht immer nur 'diskutieren'! in de heisst es immer, ob nun in der bildungsdebatte oder auch in gesellschaftlichen fragen: 'es darf keiner zurueckbleiben'! - dies hiesse im umkehrschluss: es darf aber auch niemand vorausgehen (oder denken?!). einen ausgezeichneten konzertpianisten bekommen sie schliesslich nicht nur 'durch' talent...
... Muell wird natuerlich in Singapur nicht exportiert. Er wird verbrannt und dann in Pulau Semakau (einem Singapurischen Atoll) gelagert. Diese Deponie habe ich bereits besichtigt.
Auch ich kann hinter die glitzernde Fassade sehen und wohne schon viele Jahre hier in Singapur.
Trotz allen Unzulaenglichkeiten, die Sie richtig erkannt haben, Singapur ist ein sehr lebenswerter Ort. (Ich habe uebrigens nur einen lokalen Vertrag und kann mir deshalb auch kein bewachtes Wohnhaus leisten ;)
die GESS kostet natürlich 1000 Euro pro Jahr, siehe http://www.gess.sg/de/anm...
Oder auch nicht.
"Manchmal erinnert er an Jürgen Habermas, was diesen ärgern wird, weil er Lees Ansichten verabscheut." Da bin ich mir - zur Abwechslung - mit Habermas einig. Denn das ist nun wirklich mal eine Errungenschaft des Abendlandes: die Vorstellung, dass jeder Mensch das Recht hat, seine eigenen Ziele zu definieren, die sich durchaus von denen einer "Elite" unterscheiden dürfen.
Man darf sich also ruhig einmal in der Couch zurücklehnen und in Lee Kuan Yew einen - trotz seines Alters - noch unausgereiften Menschen sehen.
Herzlichst Crest
Möglicherweise liest sich diese Vision von der Zurichtung des Menschen zum Arbeitstier für FDP-Anhänger plausibel. Ich finde sie eher gruselig. Wodurch unterscheidet sich ein solcher Gesellschaftsentwurf noch vom antiken Sklavenhalterstaat?
Aber auch jenseits dessen ist dieses Modell nicht zukunftsträchtig: Solange die Kinder ihre Eltern im Alter versorgen müssen, wird man den Bevölkerungswachstum und damit den potenziellen Kollaps nicht in den Griff bekommen. Sozialleistungen wie Altersvorsorge mögen sich auf kurze Sicht nicht rentieren, sind aber langfristig eine Investition ins Überleben der Menschheit.
...eher Hoffnung das das ganze System nicht zu Kriegen führt, sowie Ressourcenkriegen oder noch schlimmer, die Folgen des Klimawandels.
Die Menschen hatten vor 2000 Jahren auch keine Rente und trotzdessen gibt es uns heute noch...irgendwie seltsam oder ? :)
mfg
...eher Hoffnung das das ganze System nicht zu Kriegen führt, sowie Ressourcenkriegen oder noch schlimmer, die Folgen des Klimawandels.
Die Menschen hatten vor 2000 Jahren auch keine Rente und trotzdessen gibt es uns heute noch...irgendwie seltsam oder ? :)
mfg
das Bevölkerungswachstum, muss es natürlich heißen
trotz Exportbooms einiger Volkswirtschaften, langfristig die Ruecklichter sehen wird, da schlicht die Prioritaeten falsch gesetzt sind. Die Investitionen in die Resource Mensch, die einzige die wir in Europa haben, kommt in den heutigen Schluessellaendern zu kurz. Wenn sich in einem Land wie D, 17 Regionalfuersten darueber streiten, ob man die Hauptschule denn bewahren oder abschaffen muesse, sollte das Problem jedem klar sein. Alle reden ueber "a changing challenging world" und das man sich anpassen muesse. Aber das reicht nicht, denn man muss sich selbst als CHANGE verstehen und das tun die stark wachsenden newcomer ohne darueber nachzudenken, wie selbstverstaendlich. Eine hungrige Jugend ist zudem ein maechtiger Antriebsfaktor, dem Europa, wie es scheint wenig entgegen zu setzn hat. Nur noch Verwalter von Wohlstand, Waehrung und Budgets zu sein, wird nicht reichen, den Status zu erhalten heisst sich aufgegeben zu haben.
Wieso ist "den Status erhalten" = "sich aufgeben"? Muss die Wirtschaft tatsächlich immer weiter wachsen? Müssen wir immer reicher werden, immer mehr arbeiten, immer mehr konsumieren? Ist das tatsächlich ALTERNATIVLOS? Warum nicht etwas bescheidener werden, dafür aber freier und glücklicher sein? Ich verstehe nicht, was schlecht daran sein soll, das bisher Erreichte zu pflegen und zu bewahren, statt nach immer mehr zu streben. Die Maxime "immer mehr" kann nur im Kollaps enden - im Kollaps des Einzelnen, der durch Überarbeitung oder Arbeitslosigkeit ausbrennt; im Kollaps der Gesellschaft, die sozial auseinanderfällt in Eliten und Masse (Modell "Hirt und Herde"); im Kollaps unserer Umwelt und unserer Ressourcen. Gerade die "Investition in die Ressource Mensch" beinhaltet doch ein nachhaltiges soziales Programm, um Zusammenhalt, Zusammenarbeit und Synergieeffekte zu fördern - es sei denn, man geht von einem veralteten und untauglichen sozialdarwinistischen Menschenbild aus, in dem der Einzelne sich kraft seiner Ellbogen und auf Kosten der Anderen durchzusetzen hat.
Wieso ist "den Status erhalten" = "sich aufgeben"? Muss die Wirtschaft tatsächlich immer weiter wachsen? Müssen wir immer reicher werden, immer mehr arbeiten, immer mehr konsumieren? Ist das tatsächlich ALTERNATIVLOS? Warum nicht etwas bescheidener werden, dafür aber freier und glücklicher sein? Ich verstehe nicht, was schlecht daran sein soll, das bisher Erreichte zu pflegen und zu bewahren, statt nach immer mehr zu streben. Die Maxime "immer mehr" kann nur im Kollaps enden - im Kollaps des Einzelnen, der durch Überarbeitung oder Arbeitslosigkeit ausbrennt; im Kollaps der Gesellschaft, die sozial auseinanderfällt in Eliten und Masse (Modell "Hirt und Herde"); im Kollaps unserer Umwelt und unserer Ressourcen. Gerade die "Investition in die Ressource Mensch" beinhaltet doch ein nachhaltiges soziales Programm, um Zusammenhalt, Zusammenarbeit und Synergieeffekte zu fördern - es sei denn, man geht von einem veralteten und untauglichen sozialdarwinistischen Menschenbild aus, in dem der Einzelne sich kraft seiner Ellbogen und auf Kosten der Anderen durchzusetzen hat.
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