Atomstreit mit IranMit der Bombe leben

Ein Militärangriff auf die Nuklearanlagen in Iran ist keine Option. Israel muss lernen, sich an die Bedrohung zu gewöhnen.

Nach einer langen Pause des Wegschauens, in der die europäische Schuldenkrise und der sogenannte Arabische Frühling die Aufmerksamkeit beanspruchten, interessiert sich die Weltöffentlichkeit wieder für das iranische Nuklearprogramm. Der unmittelbare Grund ist der jüngste Bericht der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) über die Kernforschungsanlagen Irans, der in Wien dem Gouverneursrat vorgelegt wird. Dazu kommt die »Begleitmusik« aus Israel: die andauernde Diskussion über die angebliche Entscheidung von Premierminister Benjamin Netanjahu und Verteidigungsminister Ehud Barak für einen militärischen Angriff auf die nuklearen Anlagen Irans.

Wer die Entwicklung des iranischen Nuklearprogramms aufmerksam verfolgt, für den bietet der IAEA-Bericht weder Neuigkeiten noch Überraschungen. Neu ist allerdings, dass die IAEA als zuständige Autorität die iranischen Bemühungen um Kernwaffen mit zahlreichen technischen Daten belegt.

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Shimon Stein

ist israelischer Diplomat. Er war von 2001 bis 2007 Botschafter seines Landes in Berlin. Zurzeit ist er Senior Fellow am Institut für nationale Sicherheitsstudien in Tel Aviv.

Wer nach dem sogenannten smoking gun sucht, einem eindeutigen Beweis für die iranische Absicht, nukleare Waffen zu entwickeln, der wird auch im neuen IAEA-Bericht nichts finden. Nichtsdestotrotz deuten die Fakten daraufhin, dass Iran über die zivile Nutzung der Kernkraftenergie auf dem Weg ist, sich eine militärische nukleare Fähigkeit anzueignen. Die Frage heute ist deshalb nicht, ob das Land die technologischen Fähigkeiten besitzt, eine Atombombe herzustellen – hier lautet die Antwort: Ja –, sondern wann das Land die politische Entscheidung treffen wird, es zu tun. Für die Gegenthese, es handle sich lediglich um ein ziviles Programm, liegt die Beweislast weiter bei Iran.

Im vergangenen Oktober war es acht Jahre, dass die »Troika« (die Außenminister Deutschlands, Großbritanniens und Frankreichs) Teheran mit der erklärten Absicht besucht hat, die dortigen Machthaber mit diplomatischen Mitteln und wirtschaftlichen und technologischen Anreizen von der Urananreicherung abzubringen. Und wie sieht die Bilanz nach acht Jahren aus? Iran hat diese Jahre genutzt, um die schwierigste technische Hürde auf dem Weg zur Urananreicherung zu beseitigen und sich mithilfe von außen auch die Komponente und das für die Herstellung von Waffen und Raketenträgern erforderliche Wissen zu beschaffen. All das trotz der Sanktionen, die Iran von seinen Vorhaben nicht abbringen konnten. Fazit ist, die Diplomatie hat bis heute versagt.

So stellt sich im Lichte des neuen IAEA-Berichts die Frage, wie es weitergehen soll. Welche Optionen stehen uns zur Verfügung, um die politische Entscheidung von Staatsoberhaupt Ajatollah Ali Chamenei zu verhindern, die irgendwann in den kommenden Jahren ansteht: nämlich angereichertes Uran zu produzieren, um eine nukleare Abschreckung aufzubauen (mit mindestens vier nuklearen Sprengköpfen)?

Erstens muss der Westen bereit sein, Iran klarzumachen, dass alle Optionen auf dem Tisch sind. Auch wenn man sich am Ende gegen militärische Maßnahmen entscheidet, muss man, um Aussichten auf einen besseren diplomatischen Erfolg zu erzielen, alle verfügbaren Hebel in Bewegung setzen. Es war und bleibt ein Fehler, Iran von Anfang an signalisiert zu haben, es gebe keine militärische Option – unabhängig von seinem Verhalten.

Zweitens müssen die bislang beschlossenen Sanktionen zumindest von allen Mitgliedern des Weltsicherheitsrates umgesetzt und zusätzliche Strafmaßnahmen verhängt werden. Die bisherigen Sanktionen haben die iranische Regierung nicht davon abgehalten, ihre Absichten zielstrebig zu verfolgen. Da die neuen Sanktionen für das Regime (und für die Bevölkerung, die Meinungsumfragen zufolge das staatliche Nuklearprogramm befürwortet) noch schmerzhafter sein sollen als die bisherigen, muss der Öl- und Finanzsektor mit einbezogen werden. Zugegeben, das würde vorübergehend Auswirkungen auf die Märkte haben. Aber der Westen muss bereit sein, Opfer für seine Stabilität und Sicherheit zu bringen. Ist er dazu nicht bereit, sollte die Politik auch aufhören, schärfere Maßnahmen zu fordern. Da man leider davon ausgehen muss, dass weder China noch Russland eine weitere Verschärfung von Sanktionen unterstützen, muss der Westen die Initiative ergreifen.

Leser-Kommentare
  1. Sehr angenehm, intelligent gelassen. Wenn diese Stimmen aus Israel doch lauter zu vernehmen wären.
    Und er hat Recht. Das Kind ist in den Brunnen gefallen, Iran ist auf dem Weg zur Atommacht nicht mehr aufzuhalten. Die militärische Option ist einfach politisch zu teuer.
    Im Übrigen hat Israel dank der deutschen U-boote höchstwahrscheinlich eine beachtliche Zweitschlagskapazität. Man mag zwar zweifeln, ob Ahmadinejad rational genug ist, um sich abschrecken zu lassen, aber besser geht es nicht. Das Atomprogramm des Iran lässt sich als politische Waffe verwenden, die Ayatollah-Bombe kann weder Russen, Chinesen noch sunnitischen Arabern gefallen.

    7 Leser-Empfehlungen
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    "ob Ahmadinejad rational genug ist"

    ...er. Ich halte ihn in erster Linie für einen Strategen. Ich glaube nicht, dass eine A-Bombe auf Israel zu befürchten ist, das "Gleichgewicht des Schreckens" wie man es im kalten Krieg nannte, existiert natürlich auch hier. Wobei es längst kein Gleichgewicht ist, wenn man die israelischen Verbündeten mit einrechnet.

    • atta
    • 20.11.2011 um 20:42 Uhr

    Entfernt. Bitte beteiligen Sie sich mit konstruktiven Kommentaren an der Diskussion und verzichten Sie auf Unterstellungen. Danke. Die Redaktion/vn

    • hede
    • 21.11.2011 um 9:17 Uhr

    Sollte der Iran Atomwaffen haben, obliegen diese doch wohl dem Oberbefehlshaber der Truppen und das ist Ajatollah Seyyed Alī Chāmene'ī, Ahmadinedschad ist nur seine Marionette, der darf ohne den Ajatollah weder kandidieren noch Gesetze erlassen. Sie Artikel 110 der iranischen Verfassung:

    http://www.eslam.de/manus...

    "ob Ahmadinejad rational genug ist"

    ...er. Ich halte ihn in erster Linie für einen Strategen. Ich glaube nicht, dass eine A-Bombe auf Israel zu befürchten ist, das "Gleichgewicht des Schreckens" wie man es im kalten Krieg nannte, existiert natürlich auch hier. Wobei es längst kein Gleichgewicht ist, wenn man die israelischen Verbündeten mit einrechnet.

    • atta
    • 20.11.2011 um 20:42 Uhr

    Entfernt. Bitte beteiligen Sie sich mit konstruktiven Kommentaren an der Diskussion und verzichten Sie auf Unterstellungen. Danke. Die Redaktion/vn

    • hede
    • 21.11.2011 um 9:17 Uhr

    Sollte der Iran Atomwaffen haben, obliegen diese doch wohl dem Oberbefehlshaber der Truppen und das ist Ajatollah Seyyed Alī Chāmene'ī, Ahmadinedschad ist nur seine Marionette, der darf ohne den Ajatollah weder kandidieren noch Gesetze erlassen. Sie Artikel 110 der iranischen Verfassung:

    http://www.eslam.de/manus...

  2. Bedroht von der Bombe ist v.a. Israel, nicht der Westen. Iran will, wie viele andere in Nahost auch, dass der Staat Israel von der Karte verschwindet. Israel, dieser seit 1948 auf einem winzigen, schmalen Streifen Erde tapfer durchhaltende Staat, muss daher für sich entscheiden, ob es mit dieser Bedrohung leben kann und will bzw. wie es mit ihr fertig zu werden gedenkt. Und die USA, wie weit sie in ihrer Unterstützung Israels gehen wollen.

    In einem Punkt muss ich entschieden widersprechen: Es ist nicht die Aufgabe des Westens, für einen Regimewechsel in Iran zu sorgen. Dies ist ganz allein die Aufgabe des iranischen Volkes, wenn es das denn will. Jenes Volkes, das dieses Regime ermöglicht und an die Macht gebracht hat.

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    "muss daher für sich entscheiden, ob es mit dieser Bedrohung leben kann und will bzw. wie es mit ihr fertig zu werden gedenkt. Und die USA, wie weit sie in ihrer Unterstützung Israels gehen wollen."

    Durchaus. Und ich denke hinter den Kulissen ist das auch längst geklärt. Aber natürlich gibt es keine sogenannten Präventivkriege, es handelt sich immer um Angriffskriege mit allen problematischen moralischen Folgen. Und ein Iran-Israel-Krieg wäre das schlimmste vorstellbare Szenario für die Region und wohl auch für Israel.

    "In einem Punkt muss ich entschieden widersprechen: Es ist nicht die Aufgabe des Westens, für einen Regimewechsel in Iran zu sorgen."

    Volle Zustimmung. Je mehr USA etc. nachweislich in solche Aktionen verwickelt sind, umso mehr Vorwände haben die Diktatoren gegen vermeintliche "ausländische Agenten und Störer" vorzugehen und damit auch gegen die Opposition.

    "Iran will, wie viele andere in Nahost auch, dass der Staat Israel von der Karte verschwindet. Israel, dieser seit 1948 auf einem winzigen, schmalen Streifen Erde tapfer durchhaltende Staat"
    Mich erinnere solche Kommentare immer an den Film 'Und täglich grüßt das Murmeltier', in dem Bill Murray mit täglich mehr leiernden Stimme immer und immer wieder seine Floskel zur Anmoderation gelangweilt herunterhaspelt.
    ... der tapfere Staat Israel im Meer seiner Feinde, allein gelassen, aber kämpferisch ... [...]

    Doch was hat das mit der Wirklichkeit zu tun? Ein gehöriger Teil der Feindschaft, der Israel heute begegnet, liegt in Israels Besatzungspolitik begründet. Und ganz gewiss will 'der Iran' Israel vernichten. Dazu ist das Mullah-Regime viel zu pragmatisch und am eigenen Machterhalt interessiert. Es gibt natürlich Propagandisten, Antisemiten und Islamisten, die allem und jedem drohen, was ihrem kruden Weltbild nicht passt, aber die gibt es halt überall.

    Gekürzt. Bitte verzichten Sie auf Vergleiche, die lediglich der Provokation dienen. Danke. Die Redaktion/vn

    Zu glauben, der Iran würde die erste Atombombe, die er entwickeln könnte, sofort auf Israel werfen, ist nicht nur absurd, sondern eine ebenso verlogene und realistätsferne Propaganda wie die Forderungen der Extremisten nach der Vernichtung Israels.

    Die Menschen im Nahen Osten haben gelernt, mit der israelischen Bombe zu leben und so wird Israel halt auch lernen, mit der iranischen Bombe zu leben. Die Menschen in Israel sind dazu auch gewiss in der Lage - Israels Politik jedoch womöglich nicht. Dabei hat diese Eskalationshaltung kaum etwas wirklich mit dem Iran zu tun. Netanjahu versucht mit dem Schüren diesen Konflikt, mit dem Verbreiten von Angst von seinem Versagen abzulenken, mit den arabischen Frühling umzugehen und den sozialen Spannungen im eigenen Land zu begegnen.
    So versucht Netanjahu halt alles, um einen außenpolitischen Konflikt herbeizuführen. Er verscherzt es sich mit dem einstigen Verbündeten, der Türkei, er provoziert endlos die Palästinenser, er droht mit einem Überfall auf den Iran, er provoziert Ägypten und auch die sonstigen Nachbarn sind immer wieder Ziel verbaler Attacken.
    Inzwischen scheint es Netanjahu egal zu sein, mit wem er am Ende Krieg führen kann, solange er die innenpolitischen Probleme nicht angehen muss.

    da scheint imemr noch der (absichtliche ?!) Uebersetzungsfehler von Ahmadinedschads einstiger Rede herumzugeistern - der sich dem Sinn nach ganz sicher nicht auf das 'Verschwinden' des Staates Israel bezogen hat, sondern auf das Verschwinden seines radikal eingestellten Reghimes, das mittetls Terror (im Gefolge der Ermordung Rabins) und Arroganz an die Macht gepuscht wurde. Was im uebrigen gerade auch im Interesse der israelischen Bevölkerung selber liegt, dass da eine intellligentere Regierung mit Augenmass und der Fähigkeit zu Diplomatie an die Macht kommt, anstatt der bisherigen Droh-Krwallisten um Netanyahu, die gar nicht repräsentativ sind fuer die dortige Mehrheit und nicht den Wählerwillen widerspeiegeln - aber es ist das wie in D auch, dass leider im Zug der Parteienkungelei Wahlergebnisse hintertrieben werden und das dann auf Dauer so zu stabilsieren versucht wird - per markigem Auftreten nach Aussen und ewiger Feinbildkultivation - womit dem Ahmadinedschad kaum nachgestanden wird, anstatt etwas intelligenter zu sein wie es von einer doch 'juedisch'(!) beanspruchten Stellvertretung her doch zu wuenschen wäre.

    "muss daher für sich entscheiden, ob es mit dieser Bedrohung leben kann und will bzw. wie es mit ihr fertig zu werden gedenkt. Und die USA, wie weit sie in ihrer Unterstützung Israels gehen wollen."

    Durchaus. Und ich denke hinter den Kulissen ist das auch längst geklärt. Aber natürlich gibt es keine sogenannten Präventivkriege, es handelt sich immer um Angriffskriege mit allen problematischen moralischen Folgen. Und ein Iran-Israel-Krieg wäre das schlimmste vorstellbare Szenario für die Region und wohl auch für Israel.

    "In einem Punkt muss ich entschieden widersprechen: Es ist nicht die Aufgabe des Westens, für einen Regimewechsel in Iran zu sorgen."

    Volle Zustimmung. Je mehr USA etc. nachweislich in solche Aktionen verwickelt sind, umso mehr Vorwände haben die Diktatoren gegen vermeintliche "ausländische Agenten und Störer" vorzugehen und damit auch gegen die Opposition.

    "Iran will, wie viele andere in Nahost auch, dass der Staat Israel von der Karte verschwindet. Israel, dieser seit 1948 auf einem winzigen, schmalen Streifen Erde tapfer durchhaltende Staat"
    Mich erinnere solche Kommentare immer an den Film 'Und täglich grüßt das Murmeltier', in dem Bill Murray mit täglich mehr leiernden Stimme immer und immer wieder seine Floskel zur Anmoderation gelangweilt herunterhaspelt.
    ... der tapfere Staat Israel im Meer seiner Feinde, allein gelassen, aber kämpferisch ... [...]

    Doch was hat das mit der Wirklichkeit zu tun? Ein gehöriger Teil der Feindschaft, der Israel heute begegnet, liegt in Israels Besatzungspolitik begründet. Und ganz gewiss will 'der Iran' Israel vernichten. Dazu ist das Mullah-Regime viel zu pragmatisch und am eigenen Machterhalt interessiert. Es gibt natürlich Propagandisten, Antisemiten und Islamisten, die allem und jedem drohen, was ihrem kruden Weltbild nicht passt, aber die gibt es halt überall.

    Gekürzt. Bitte verzichten Sie auf Vergleiche, die lediglich der Provokation dienen. Danke. Die Redaktion/vn

    Zu glauben, der Iran würde die erste Atombombe, die er entwickeln könnte, sofort auf Israel werfen, ist nicht nur absurd, sondern eine ebenso verlogene und realistätsferne Propaganda wie die Forderungen der Extremisten nach der Vernichtung Israels.

    Die Menschen im Nahen Osten haben gelernt, mit der israelischen Bombe zu leben und so wird Israel halt auch lernen, mit der iranischen Bombe zu leben. Die Menschen in Israel sind dazu auch gewiss in der Lage - Israels Politik jedoch womöglich nicht. Dabei hat diese Eskalationshaltung kaum etwas wirklich mit dem Iran zu tun. Netanjahu versucht mit dem Schüren diesen Konflikt, mit dem Verbreiten von Angst von seinem Versagen abzulenken, mit den arabischen Frühling umzugehen und den sozialen Spannungen im eigenen Land zu begegnen.
    So versucht Netanjahu halt alles, um einen außenpolitischen Konflikt herbeizuführen. Er verscherzt es sich mit dem einstigen Verbündeten, der Türkei, er provoziert endlos die Palästinenser, er droht mit einem Überfall auf den Iran, er provoziert Ägypten und auch die sonstigen Nachbarn sind immer wieder Ziel verbaler Attacken.
    Inzwischen scheint es Netanjahu egal zu sein, mit wem er am Ende Krieg führen kann, solange er die innenpolitischen Probleme nicht angehen muss.

    da scheint imemr noch der (absichtliche ?!) Uebersetzungsfehler von Ahmadinedschads einstiger Rede herumzugeistern - der sich dem Sinn nach ganz sicher nicht auf das 'Verschwinden' des Staates Israel bezogen hat, sondern auf das Verschwinden seines radikal eingestellten Reghimes, das mittetls Terror (im Gefolge der Ermordung Rabins) und Arroganz an die Macht gepuscht wurde. Was im uebrigen gerade auch im Interesse der israelischen Bevölkerung selber liegt, dass da eine intellligentere Regierung mit Augenmass und der Fähigkeit zu Diplomatie an die Macht kommt, anstatt der bisherigen Droh-Krwallisten um Netanyahu, die gar nicht repräsentativ sind fuer die dortige Mehrheit und nicht den Wählerwillen widerspeiegeln - aber es ist das wie in D auch, dass leider im Zug der Parteienkungelei Wahlergebnisse hintertrieben werden und das dann auf Dauer so zu stabilsieren versucht wird - per markigem Auftreten nach Aussen und ewiger Feinbildkultivation - womit dem Ahmadinedschad kaum nachgestanden wird, anstatt etwas intelligenter zu sein wie es von einer doch 'juedisch'(!) beanspruchten Stellvertretung her doch zu wuenschen wäre.

  3. "ob Ahmadinejad rational genug ist"

    ...er. Ich halte ihn in erster Linie für einen Strategen. Ich glaube nicht, dass eine A-Bombe auf Israel zu befürchten ist, das "Gleichgewicht des Schreckens" wie man es im kalten Krieg nannte, existiert natürlich auch hier. Wobei es längst kein Gleichgewicht ist, wenn man die israelischen Verbündeten mit einrechnet.

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    das der Iran einen Atomkrieg führt, den würde er verlieren.
    Die Gefahr besteht darin, das der Iran Terrorgruppen eine Bombe heimlich zur Verfügung stellt, die sie wiederum in Isreal oder den USA hoch gehen lassen.
    Und das muß man dem Regime zweifellos zutrauen.

    das der Iran einen Atomkrieg führt, den würde er verlieren.
    Die Gefahr besteht darin, das der Iran Terrorgruppen eine Bombe heimlich zur Verfügung stellt, die sie wiederum in Isreal oder den USA hoch gehen lassen.
    Und das muß man dem Regime zweifellos zutrauen.

  4. Und womit müssen die Iraner leben?

    1.) Sie müssen damit leben dass der Mossad seit Jahren Anschläge verübt und Wissenschaftler ermordet.

    2.) Sie müssen damit leben, in der ganzen Welt wegen ihrer Regierung diskreditiert zu werden. Wer sich auskennt weiß, dass noch viel mehr dahinter steht.

    3.) Sie müssen damit leben, dass die Sanktionen die Hardliner im Iran noch stärken und daraus folgend sich das Regime nicht ändern wird. Es werden nämlich genau DIE Motive der Unterstützer aufgegriffen und verstärkt durch die Sanktionen.

    4.) Sie müssen damit leben, dass die Ungleichheit - dem radikalen religiösen Israel Atombomben zu gewähren und dem Iran nicht - sich immer noch darauf bezieht. Sie müssen praktisch damit leben Menschen "zweiter Klasse" zu sein.

    5.) Sie müssen damit leben, dass sich das Verhalten Ihnen gegenüber nicht ändern wird.

    Und jetzt denken wir einmal scharf nach: Der Iran hat seit Ewigkeiten keine Kriege mehr geführt. Darf ich an die Angriffskriege der USA erinnern? Darf ich an Israels jahrelange Unterdrückungen erinnern?
    Darf ich daran erinnern, dass sie selbst jetzt die Palästinenser sogar bedrohen auf dem Weg zum eigenen Staat?
    Darf ich daran erinnern, dass in Israel genauso ein Spinner-Regime an der Macht ist wie im Iran?

    Das Problem ist aber, dass es kein Problem zwischen den Menschen gibt sondern ein Problem zwischen den krankhaften Fantasien der Eliten.

    39 Leser-Empfehlungen
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    ... und heroisieren und idealisieren die Terrorführung im Iran nicht.
    Ahmadindschihad hat schon mehrmals angedroht Israel von der Landkarte zu fegen. Außerdem wurde die grüne Revolution mit aller Gewalt niedergeschlagen - tausende von Menschen starben damals. Und Sie reden hier von einer angeblich amerikanischen und israelischen Bedrohung, dem ach-so-unschuldigen Iran gegenüber.

    Vielleicht sollten Sie sich mal mit den antisemtischen und holocaustleugnenden Thesen eines gewissen Herrn A. auseinadersetzen und ich wette mit Ihnen, Ihre Mär vom friedlichen Iran wird überdacht werden.

    [...]

    Gekürzt. Bitte verzichten Sie auf Anfeindungen anderer User und belegen Sie Ihre Aussagen mit seriösen Quellen. Danke. Die Redaktion/vn

    möchte jedoch anmerken, dass ich Achmadinejad nicht für einen Spinner halte. Wenn man sich einmal die Mühe macht, einige seiner Interviews auf Youtube anzusehen, dann kann man erkennen, dass es weit mehr Spinner im hiesigen Politikumfeld gibt, wenn man ihn unter dem Gesichtspunkt: klares, nüchternes, logisches, verständliches Argumentieren betrachtet.

    • tages
    • 21.11.2011 um 16:56 Uhr

    Das ist einer der besten Kommentare, die ich bisher zu diesem Thema gelesen habe.Danke!

    ... und heroisieren und idealisieren die Terrorführung im Iran nicht.
    Ahmadindschihad hat schon mehrmals angedroht Israel von der Landkarte zu fegen. Außerdem wurde die grüne Revolution mit aller Gewalt niedergeschlagen - tausende von Menschen starben damals. Und Sie reden hier von einer angeblich amerikanischen und israelischen Bedrohung, dem ach-so-unschuldigen Iran gegenüber.

    Vielleicht sollten Sie sich mal mit den antisemtischen und holocaustleugnenden Thesen eines gewissen Herrn A. auseinadersetzen und ich wette mit Ihnen, Ihre Mär vom friedlichen Iran wird überdacht werden.

    [...]

    Gekürzt. Bitte verzichten Sie auf Anfeindungen anderer User und belegen Sie Ihre Aussagen mit seriösen Quellen. Danke. Die Redaktion/vn

    möchte jedoch anmerken, dass ich Achmadinejad nicht für einen Spinner halte. Wenn man sich einmal die Mühe macht, einige seiner Interviews auf Youtube anzusehen, dann kann man erkennen, dass es weit mehr Spinner im hiesigen Politikumfeld gibt, wenn man ihn unter dem Gesichtspunkt: klares, nüchternes, logisches, verständliches Argumentieren betrachtet.

    • tages
    • 21.11.2011 um 16:56 Uhr

    Das ist einer der besten Kommentare, die ich bisher zu diesem Thema gelesen habe.Danke!

    • atta
    • 20.11.2011 um 20:42 Uhr

    Entfernt. Bitte beteiligen Sie sich mit konstruktiven Kommentaren an der Diskussion und verzichten Sie auf Unterstellungen. Danke. Die Redaktion/vn

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    Wo bitte ist die Aussage ihres Kommentares zu dem Thema oder zum Kommentar?
    Das Iranische Atompogramm ist ein politisches Thema, was auch als eines behandelt werden sollte.
    Sachlich und mit Beweisen. Iran könnte nun einen Schritt machen, indem der Iran seine Pforten für Beobachter öffnet und die zivile Nutzung beweist.
    Im Gegenzug sollte Israel ebenfalls ihr Atomprogramm vorlegen um zu einem Meinungsaustausch zu kommen.

    LG
    A.G.

    ... ich habe mir auf Ihr Anraten hin, alle drei Bücher zur Hand genommen - also das Neue Testament, das Alte Testament und den Koran.
    Es war erschütternd was ich dort lesen musste. Insbesondere das Alte Testament und der Koran sind teilweise blutrünstige Bücher, welcher nie einen Frieden auf der Erde und zwischen den Menschen zulassen werden. Wir Deutschen sind zu dumm, das zu verstehen.
    Man sollte alle Religion verbieten - damit erledigen sich auch die Spannungen im nahen Osten und es kann endlich Demokratie und Freiheit und Frieden einkehren.

    Danke für Ihren sehr aufklärenden Kommentar!

    Wo bitte ist die Aussage ihres Kommentares zu dem Thema oder zum Kommentar?
    Das Iranische Atompogramm ist ein politisches Thema, was auch als eines behandelt werden sollte.
    Sachlich und mit Beweisen. Iran könnte nun einen Schritt machen, indem der Iran seine Pforten für Beobachter öffnet und die zivile Nutzung beweist.
    Im Gegenzug sollte Israel ebenfalls ihr Atomprogramm vorlegen um zu einem Meinungsaustausch zu kommen.

    LG
    A.G.

    ... ich habe mir auf Ihr Anraten hin, alle drei Bücher zur Hand genommen - also das Neue Testament, das Alte Testament und den Koran.
    Es war erschütternd was ich dort lesen musste. Insbesondere das Alte Testament und der Koran sind teilweise blutrünstige Bücher, welcher nie einen Frieden auf der Erde und zwischen den Menschen zulassen werden. Wir Deutschen sind zu dumm, das zu verstehen.
    Man sollte alle Religion verbieten - damit erledigen sich auch die Spannungen im nahen Osten und es kann endlich Demokratie und Freiheit und Frieden einkehren.

    Danke für Ihren sehr aufklärenden Kommentar!

  5. "Das Problem ist aber, dass es kein Problem zwischen den Menschen gibt sondern ein Problem zwischen den krankhaften Fantasien der Eliten."

    Leider sind auch die "krankhaften Fantasien" der Eliten Teile der Natur der Menschen. Da kann nur eine Akzeptanz der menschlichen Natur helfen und eine Erziehung, die nicht so "krankheitsfördernd" ist.

    Solange Menschen sich vermehren und begehrliche Blicke auf ihres Nachbarn Land und Schätze werfen, werden wir zu keinen friedlichen Lösungen finden.

    2 Leser-Empfehlungen
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    ...würde schon helfen. Völker haben selten ein Interesse an Krieg. Es gibt natürlich Ausnahmen, Israel könnte derzeit so eine sein. Offenbar wird dort medial die Angst hochgepeitscht, allerdings ist fraglich, ob die ihre eigenen Kinder im konkreten Fall tatsächlich lieber in einen unabsehbar gefährlichen Krieg schicken oder doch nicht lieber noch ein bisschen die Angst ertragen.

    man erinnere sich mal daran, wie das Netanyahu-Regime zustand gekommen ist:
    da hatte doch die neue Partei Kadima unter Zipi Livni die relative Mehrheit gewonnen - und anstatt, dass die dann wesentlich zur Regierungsbeteiligung gekommen wäre, war das dann die nur zweitstsärkst gewählte Partei unter Netanyahu mit der unter ferner liefen gewählten Radikal-Partei unter dem gar nicht lieben Liebermann.
    Wie konnte das eigentlich sein, dass da der Wählerwille so unterlaufen worden ist ?
    Das ist keine 'Schwäche des Menschen', die da vorliegt, sondern ein Systemfehler und systematische Missachtung dessen, was Wahlen eigentlich sein soilen: die Widerspiegelung der echten Wähler-Mehrheit. Wenn das nicht realisiert wird, dann ist die Bezeichnung 'Demokratie' nur eine leere Worthuelse zur Beschwichtigung der Täuschung und Tricksereien skrupelloser Machtpolitker.

    ...würde schon helfen. Völker haben selten ein Interesse an Krieg. Es gibt natürlich Ausnahmen, Israel könnte derzeit so eine sein. Offenbar wird dort medial die Angst hochgepeitscht, allerdings ist fraglich, ob die ihre eigenen Kinder im konkreten Fall tatsächlich lieber in einen unabsehbar gefährlichen Krieg schicken oder doch nicht lieber noch ein bisschen die Angst ertragen.

    man erinnere sich mal daran, wie das Netanyahu-Regime zustand gekommen ist:
    da hatte doch die neue Partei Kadima unter Zipi Livni die relative Mehrheit gewonnen - und anstatt, dass die dann wesentlich zur Regierungsbeteiligung gekommen wäre, war das dann die nur zweitstsärkst gewählte Partei unter Netanyahu mit der unter ferner liefen gewählten Radikal-Partei unter dem gar nicht lieben Liebermann.
    Wie konnte das eigentlich sein, dass da der Wählerwille so unterlaufen worden ist ?
    Das ist keine 'Schwäche des Menschen', die da vorliegt, sondern ein Systemfehler und systematische Missachtung dessen, was Wahlen eigentlich sein soilen: die Widerspiegelung der echten Wähler-Mehrheit. Wenn das nicht realisiert wird, dann ist die Bezeichnung 'Demokratie' nur eine leere Worthuelse zur Beschwichtigung der Täuschung und Tricksereien skrupelloser Machtpolitker.

  6. ...wer zuerst zuschlägt, hat Unrecht.

    "Auch wenn man sich am Ende gegen militärische Maßnahmen entscheidet, muss man, um Aussichten auf einen besseren diplomatischen Erfolg zu erzielen, alle verfügbaren Hebel in Bewegung setzen"

    Schon das halte ich für falsch, hat man aus dem kalten Krieg denn gar nichts gelernt? Aufrüstung findet dann statt, wenn man Angst voreinander hat, wenn man den Gegner als irrationalen verblendeten Idioten ansieht. Wenn man ihn bedroht und einschüchtert, damit er ja nicht aufmuckt.

    Der Iran hätte viel mehr zu verlieren, würde man offen mit ihm handeln (man muss ihm ja nicht gleich Waffen verkaufen), dann ist es auch egal, ob er die Bombe hat oder nicht.

    Auch Israel müsste viel weniger Angst haben, wenn es von den Anrainern als nützlich empfunden würde, anstatt als Feind. Israel muss endlich einwachsen, damit die Region nicht mehr ein solches Pulverfass ist. Im ureigensten Interesse, denn auch die besten Verbündeten können irgendwann mal schwächeln. Das ist eine Herausforderung, die Gräben sind derzeit so tief wie schon lange nicht mehr und zusätzlich hat Israel erstmals ernsthafte innenpolitische Probleme.

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